Fès
Fes 2026: Was Sie vor der Reise wissen muessen
Fes ist keine Stadt, die man einfach so 'besucht'. Fes ist eine Stadt, die man erlebt, erleidet und am Ende ins Herz schliesst. Die aelteste der vier Koenigsstaedte Marokkos wurde im 8. Jahrhundert gegruendet und hat sich seitdem erstaunlich wenig veraendert. Die Medina von Fes ist das groesste autofreie Stadtgebiet der Welt und gehoert seit 1981 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Hier navigieren Sie durch ueber 9.000 Gassen, vorbei an Handwerkern, die seit Generationen dasselbe Handwerk ausueben, und werden von Geruechen ueberwaeltigt, die von betoerendem Zedernholz bis hin zu den beruechtigten Gerbereien reichen.
Was Fes von Marrakesch unterscheidet: Es ist authentischer, weniger touristisch und deutlich guenstiger. Waehrend Marrakesch laengst zur Instagram-Kulisse geworden ist, lebt Fes noch sein eigenes Leben. Die Universitaet Al-Qarawiyyin, gegruendet 859 n. Chr., gilt als die aelteste durchgehend betriebene Universitaet der Welt. Hier wurde Wissen bewahrt, als Europa noch im fruehen Mittelalter steckte.
Fuer deutschsprachige Reisende ist Fes 2026 besonders attraktiv: Direktfluege ab Frankfurt und Muenchen mit Ryanair ab 35 EUR, ab Zuerich mit Swiss ab 120 EUR. Die Zeitverschiebung betraegt nur minus eine Stunde (im Winter gleiche Zeit). Franzoesisch ist weit verbreitet, was fuer Schweizer ein Vorteil ist. Und die Preise? Ein Mittagessen fuer 3 bis 5 EUR, ein traditionelles Riad ab 25 EUR pro Nacht, ein Vollzeit-Guide fuer 25 bis 35 EUR am Tag. Fes ist vielleicht das beste Preis-Leistungs-Verhaeltnis, das man auf einem Kurzstreckenflug erreichen kann.
Stadtviertel von Fes: Wo uebernachten
Fes el-Bali (die alte Medina)
Das Herz der Stadt und der Grund, warum Sie hier sind. Fes el-Bali ist die groesste Medina der Welt und ein lebendiges Museum. Hier befinden sich die meisten Sehenswuerdigkeiten, darunter die Bou-Inania-Madrasa, die Chouara-Gerberei und der Fondouk Nejjarine. Unterkunft: Riads (traditionelle Stadthaeuser mit Innenhof) ab 25 bis 40 EUR pro Nacht fuer ein Doppelzimmer. Der Vorteil: Sie sind mitten im Geschehen und koennen abends einfach durch die Gassen schlendern. Der Nachteil: Taxen koennen nicht bis zur Tuer fahren, Sie muessen Ihr Gepaeck die letzten 50 bis 300 Meter tragen. Gute Riads schicken jemanden zum naechsten Tor, der Ihnen hilft. Tipp: Waehlen Sie ein Riad in der Naehe von Bab Bou Jeloud fuer den einfachsten Zugang.
Fes el-Jdid (die neue Medina)
Klingt paradox, aber die 'neue' Medina stammt aus dem 13. Jahrhundert. Hier stehen der beeindruckende Koenigspalast Fes mit seinen goldenen Toren und die Ibn-Danan-Synagoge im ehemaligen juedischen Viertel (Mellah). Die Gegend ist ruhiger als Fes el-Bali, aber trotzdem zentral. Riads hier kosten 20 bis 35 EUR und sind oft geraeutiger, weil sie weniger nachgefragt sind. Perfekt fuer Reisende, die etwas Abstand vom Trubel wollen, aber trotzdem alles zu Fuss erreichen moechten. Der Mellah-Markt ist einer der besten in der Stadt fuer frisches Obst und Gewuerze.
Ville Nouvelle (Neustadt)
Die franzoesische Kolonialstadt aus den 1910er-Jahren mit breiten Boulevards, Cafes und modernen Hotels. Hier finden Sie internationale Ketten (Marriott, Sofitel) ab 80 bis 150 EUR, aber auch gute Mittelklassehotels ab 40 bis 60 EUR. Vorteil: Taxi direkt vor die Tuer, Supermaerkte, Geldautomaten ueberall, Restaurants mit Alkoholausschank. Nachteil: Sie verpassen das authentische Fes-Erlebnis und brauchen immer ein Taxi zur Medina (circa 1,50 bis 2 EUR). Empfehlung: Nur fuer die erste oder letzte Nacht, wenn Sie frueh zum Flughafen muessen.
Rund um Bab Ftouh (Suedtor)
Ein unterschaetztes Viertel am suedlichen Eingang der Medina, nahe Bab Ftouh. Weniger Touristen, authentischere Nachbarschaft, und die Preise sind 20 bis 30 Prozent guenstiger als im Zentrum. Von hier erreichen Sie den suedlichen Teil der Medina schnell und haben einen einfachen Zugang zu Taxis. Einige der besten lokalen Restaurants befinden sich in dieser Gegend. Riads ab 18 bis 30 EUR pro Nacht.
Rund um Borj Nord (Nordhuegel)
Oberhalb der Medina, in der Naehe der historischen Festung Borj Nord, gibt es einige Boutique-Hotels und Gaestehaeuser mit spektakulaerem Panoramablick ueber die gesamte Altstadt. Ideal fuer Fotografen und Romantiker. Die Preise liegen bei 50 bis 100 EUR, dafuer bekommen Sie Dachterrassen mit Blick bis zu den Meriniden-Graebern. Nachteil: Der Aufstieg kann steil sein, und abends ist es etwas isoliert. Ein Taxi in die Medina kostet 1 bis 2 EUR.
Route de Sefrou (suedliche Vorstadt)
Entlang der Ausfallstrasse Richtung Sueden haben sich in den letzten Jahren moderne Aparthotels und Ferienwohnungen angesiedelt. Gut fuer Familien und Langzeitreisende, mit Parkplaetzen fuer Mietwagen. Apartments ab 30 bis 50 EUR pro Nacht mit Kueche. Von hier aus erreichen Sie das Stadtzentrum in 10 bis 15 Minuten mit dem Taxi. Besonders praktisch, wenn Sie Ausfluege in die Region planen (Ifrane, Azrou, Mittlerer Atlas).
Beste Reisezeit fuer Fes
Maerz bis Mai (Fruehling): Die beste Reisezeit, ohne Diskussion. Temperaturen zwischen 18 und 26 Grad, die Jnan-Sbil-Gaerten stehen in voller Bluete, und die Medina ist noch nicht ueberlaufen. Im April findet das Festival der Weltmusik statt (Festival des Musiques Sacrees du Monde), eines der besten Musikfestivals Nordafrikas. Preise fuer Riads sind moderat, und Sie bekommen problemlos gute Unterkuenfte ohne Vorausbuchung. Einziger Nachteil: gelegentlicher Regen, also einen leichten Regenschirm einpacken.
Juni bis August (Sommer): Fes liegt im Landesinneren und hat kein kuehlendes Meer in der Naehe. Das bedeutet: 35 bis 45 Grad im Schatten, in den engen Gassen der Medina fuehlt es sich noch heisser an. Die Gerbereien riechen im Sommer deutlich intensiver. Wenn Sie hitzeempfindlich sind, meiden Sie Juli und August. Wer trotzdem kommt, plant den Tag richtig: Frueh morgens raus (vor 10 Uhr), Mittagspause im kuehlen Riad bis 16 Uhr, dann abends nochmal los. Vorteil: Die Preise sind am niedrigsten, und viele Riads haben Pools auf der Dachterrasse.
September bis November (Herbst): Ab Oktober wird es wieder angenehm, 20 bis 28 Grad. Der Oktober ist nach dem Fruehling die zweitbeste Reisezeit. November kann schon kuehle Abende bringen (10 bis 12 Grad), also eine Jacke einpacken. Viele Riads haben keine Heizung, fragen Sie vorher nach. Im Herbst ist die Olivenernte, und Sie finden frisch gepresstes Olivenoel auf den Maerkten.
Dezember bis Februar (Winter): Ueberraschend kalt fuer Nordafrika. Fes liegt auf 400 Metern Hoehe, und die Temperaturen fallen nachts auf 3 bis 5 Grad. Tagsuebers sind es 12 bis 16 Grad, was fuer Stadterkundungen angenehm ist. Problem: Die meisten Riads sind schlecht isoliert, und Sie werden abends frieren. Fragen Sie explizit nach Heizung oder Klimaanlage mit Heizfunktion. Vorteil: Fast keine Touristen, und die Einheimischen haben mehr Zeit fuer Gespraeche. Ramadan kann in diese Zeit fallen (Daten verschieben sich jaehrlich) und veraendert den Tagesrhythmus erheblich.
Ramadan-Hinweis: Waehrend des Ramadan sind tagsuebers viele Restaurants geschlossen. Touristen muessen nicht fasten, aber es ist respektvoll, nicht auf der Strasse zu essen oder zu trinken. Abends nach dem Fastenbrechen (Iftar) explodiert die Stadt foermlich vor Leben. Die Maerkte sind bis Mitternacht geoeffnet, und die Atmosphaere ist einzigartig. Fuer erfahrene Reisende ist der Ramadan eine besondere Erfahrung.
Reiseroute durch Fes: 3 bis 7 Tage
Tag 1: Ankunft und erste Orientierung
Vormittag: Ankunft am Flughafen Fes-Saiss (FEZ). Transfer zum Riad per Taxi (fester Preis 150 MAD, circa 14 EUR, nicht verhandeln lassen). Einchecken und den obligatorischen Minztee auf der Dachterrasse geniessen. Gegen 11 Uhr machen Sie sich auf den Weg zum Bab Bou Jeloud, dem blauen Tor und dem bekanntesten Eingang zur Medina. Nehmen Sie sich 20 Minuten Zeit, um das Tor von beiden Seiten zu fotografieren (aussen blau, innen gruen).
Mittagessen: Direkt hinter dem Tor, auf der Talaa Kebira, finden Sie Dutzende kleine Restaurants. Bestellen Sie Tajine mit Huhn und Salzzitronen (30 bis 50 MAD, circa 3 bis 5 EUR). Sitzen Sie oben auf der Terrasse fuer den Blick.
Nachmittag (14 bis 17 Uhr): Spaziergang die Talaa Kebira hinunter. Besuchen Sie die Bou-Inania-Madrasa (Eintritt 70 MAD, circa 6,50 EUR), ein Meisterwerk der Mariniden-Architektur aus dem 14. Jahrhundert. Gleich gegenueber steht die Dar al-Magana, eine historische Wasseruhr aus dem Jahr 1357. Weiter die Gasse hinunter erreichen Sie den Fondouk Nejjarine, eine restaurierte Karawanserei mit dem angrenzenden Nejjarine-Museum fuer Holzkunst (Eintritt 20 MAD). Die Dachterrasse des Museums bietet einen schoenen Blick ueber die Medina.
Abend: Zurueck zum Riad, ausruhen, dann Abendessen im Riad oder in einem Restaurant nahe Bab Bou Jeloud. Die meisten Riads bieten Abendessen auf Vorbestellung an (80 bis 150 MAD, circa 7,50 bis 14 EUR fuer ein mehrgaengiges Menu).
Tag 2: Die Highlights der Medina
Frueh morgens (8:30 bis 9:00 Uhr): Starten Sie frueh, bevor die Touristengruppen kommen. Ziel: die Chouara-Gerberei, die groesste und aelteste der drei Gerbereien von Fes. Sie werden von Ledershop-Besitzern zu ihren Terrassen gefuehrt (kein offizieller Eintritt, aber ein Kauf oder Trinkgeld von 10 bis 20 MAD wird erwartet). Man gibt Ihnen einen Zweig frischer Minze gegen den Geruch. Morgens ist das Licht am besten fuer Fotos, und der Geruch ist noch ertraeglich.
Vormittag (10 bis 12 Uhr): Weiter zur Al-Qarawiyyin-Moschee. Nicht-Muslime duerfen die Moschee nicht betreten, aber Sie koennen durch die Tore hineinblicken und die Atmosphaere des Viertels aufsaugen. Gleich in der Naehe liegt die Al-Attarine-Madrasa (Eintritt 70 MAD), ein Juwel der islamischen Architektur mit feinsten Stuckarbeiten und Zellij-Mosaiken. Anschliessend zur Place Seffarine, dem Platz der Kupferschmiede, wo seit Jahrhunderten Handwerker Kupfer- und Messingwaren haemmern.
Mittagessen: In einem der Restaurants nahe der Al-Qarawiyyin. Probieren Sie Pastilla (Blätterteigpastete mit Tauben- oder Huehnerfuellung).
Nachmittag (14:30 bis 17 Uhr): Besuchen Sie das Dar-Batha-Museum (Eintritt 20 MAD) in einem ehemaligen Palast mit einem friedlichen andalusischen Garten. Danach ein Spaziergang zum Mausoleum Moulay Idriss II., dem Gruender von Fes. Nicht-Muslime duerfen nicht hinein, aber die Umgebung und die Pilger-Atmosphaere sind fesselnd.
Abend: Sonnenuntergang von den Meriniden-Graebern oberhalb der Stadt. Taxi hoch (15 MAD), zu Fuss zurueck. Der Blick ueber die gesamte Medina im Abendlicht ist unvergesslich.
Tag 3: Juedisches Viertel, Gaerten und Panorama
Vormittag (9 bis 12 Uhr): Erkunden Sie Fes el-Jdid. Beginnen Sie am Koenigspalast Fes mit seinen sieben prachtvollen Messingtoren (nur von aussen zu besichtigen). Weiter ins Mellah, das ehemalige juedische Viertel. Besuchen Sie die Ibn-Danan-Synagoge (Eintritt 20 MAD), eine der wenigen erhaltenen Synagogen Nordafrikas. Spazieren Sie ueber den Mellah-Markt mit seinen charakteristischen Schmiedeeisen-Balkonen.
Mittag: Leichtes Mittagessen an einem der Staende am Mellah-Markt. Frisch gepresster Orangensaft fuer 5 MAD (0,50 EUR).
Nachmittag (13:30 bis 16 Uhr): Die Jnan-Sbil-Gaerten sind eine gruene Oase direkt neben der Medina. Perfekt fuer eine Pause nach dem Trubel der Gassen. Eintritt frei. Anschliessend hinauf zum Borj Nord, der historischen Festung auf dem Nordhuegel, die heute ein Waffenmuseum beherbergt (Eintritt 20 MAD). Der Blick von hier oben ist noch beeindruckender als von den Meriniden-Graebern, besonders am Nachmittag.
Abend: Letzter Abend in der Medina. Goennen Sie sich ein Abendessen in einem der gehobeneren Riad-Restaurants (300 bis 500 MAD, circa 28 bis 47 EUR fuer ein mehrgaengiges Menu mit Wein).
Tage 4 bis 5: Ausfluege in die Region
Tag 4 - Meknes und Volubilis: Meknes, die zweite Koenigsstadt, liegt nur 60 Kilometer westlich (Zug ab 25 MAD, circa 2,30 EUR, Fahrzeit 45 Minuten). Dort besichtigen Sie Bab Mansour, das beeindruckendste Stadttor Marokkos. Weiter nach Volubilis (Grand Taxi ab Meknes, 30 MAD), eine roemische Ruinenstadt mit erstaunlich gut erhaltenen Mosaiken. Rechnen Sie mit einem vollen Tag, Rueckkehr gegen 18 Uhr.
Tag 5 - Mittlerer Atlas: Tagesausflug nach Ifrane (das 'Schweiz Marokkos' mit europaeischer Architektur), Azrou (Berberaffen im Zedernwald) und zurueck ueber den See Dayet Aoua. Mietwagen empfohlen (ab 25 EUR pro Tag) oder organisierter Ausflug (30 bis 40 EUR pro Person). Fantastische Landschaft, besonders im Fruehling.
Tage 6 bis 7: Vertiefung und Handwerk
Tag 6: Handwerks-Workshop. Buchen Sie einen Halbtages-Kurs in Zellige-Mosaikherstellung (ab 40 EUR), Keramikmalerei (ab 25 EUR) oder marokkanischer Kochkunst (ab 30 EUR). Nachmittags erkunden Sie die Gassen, die Sie noch nicht gesehen haben. Gehen Sie bewusst ohne Karte los und lassen Sie sich treiben. Jede Sackgasse fuehrt zu einer Entdeckung. Im schlimmsten Fall fragen Sie nach 'Bab Bou Jeloud', und jemand weist Ihnen den Weg.
Tag 7: Letzter Tag fuer Souvenirs und Abschied. Kaufen Sie in der Medina: Leder (Fes ist beruehmt dafuer), Keramik (blaue Fes-Keramik), Gewuerze, Arganoel. Verhandeln Sie immer. Faustregeln: Starten Sie bei einem Drittel des genannten Preises, einigen Sie sich auf die Haelfte. Mittags ein letztes Mal Tajine, nachmittags Minztee auf der Dachterrasse, und dann zum Flughafen.
Essen in Fes: Restaurants und Cafes
Budget (unter 5 EUR pro Person)
Thami's: Direkt hinter Bab Bou Jeloud, auf der rechten Seite der Talaa Kebira. Kein Schild, aber jeder kennt es. Tajine vom Tag fuer 25 bis 35 MAD, Harira-Suppe fuer 8 MAD. Sitzen Sie auf dem Dach fuer den Blick. Keinen Alkohol, kein Schnickschnack, aber das ehrlichste Essen in der Medina.
Cafe Clock: Eine Institution in Fes, in der Talaa Kebira gelegen. Beruehmt fuer den 'Camel Burger' (75 MAD), aber auch fuer marokkanische Klassiker, Kulturveranstaltungen und eine fantastische Dachterrasse. Freies WLAN. Budgetfreundliches Fruehstueck ab 40 MAD. Sonntags oft Live-Musik.
Strassenstaende am Rcif-Platz: Hier finden Sie frisch gegrillte Spiesse (Brochettes) fuer 10 bis 15 MAD, Msemen (marokkanische Pfannkuchen) fuer 3 MAD und den besten frisch gepressten Orangensaft der Stadt fuer 4 MAD. Mittags sind die Staende am belebtesten.
Mittelklasse (5 bis 15 EUR pro Person)
Restaurant Dar Hatim: Familiegefuehrtes Restaurant in der Naehe der Chouara-Gerberei. Reservierung empfohlen. Mehrgaengiges Menu ab 120 MAD mit den besten Pastilla der Stadt. Die Grossmutter kocht noch selbst.
The Ruined Garden: Ein Restaurant in einem teilweise restaurierten Riad-Garten, der bewusst die 'schoene Ruine' beibehalten hat. Kreative marokkanisch-internationale Kueche, hervorragende Salate, hausgemachte Limonade. Hauptgerichte 80 bis 130 MAD. Reservierung dringend empfohlen, besonders fuer den Gartentisch.
Chez Rachid: Etwas versteckt nahe der Place Seffarine. Fischgerichte sind die Spezialitaet, ungewoehnlich fuer eine Binnenstadt. Gegrillter Fisch mit Chermoula-Sauce ab 70 MAD. Netter Besitzer, der gerne die Geschichte seines Viertels erzaehlt.
Gehoben (ueber 15 EUR pro Person)
Dar Roumana: Eines der besten Restaurants in Fes, gefuehrt von einem franzoesisch-marokkanischen Kuechenchef. Sieben-Gaenge-Menu ab 450 MAD (circa 42 EUR). Jeder Gang ist ein kleines Kunstwerk. Reservierung Tage im Voraus notwendig. Alkohol vorhanden. Dachterrasse fuer den Aperitif.
Palais Amani: Boutique-Hotel mit erstklassigem Restaurant und einem der schoensten Gaerten der Medina. Brunch am Wochenende (200 MAD) ist ein Erlebnis. Fuer ein besonderes Abendessen 400 bis 600 MAD pro Person mit Wein. Auch fuer Nicht-Gaeste zugaenglich.
Nur al-Din: Im Herzen der Medina gelegen, mit aufwendig restauriertem Interieur aus dem 17. Jahrhundert. Traditionelle Fes-Kueche auf hoechstem Niveau. Die Trid (Schichtbrot mit Huhn) hier ist legendaer. Mehrgaengiges Menu ab 350 MAD.
Was probieren: Fes kulinarisch
Die Kueche von Fes gilt als die feinste Marokkos. Waehrend Marrakesch laut und wuerzig kocht, ist Fes subtil und raffiniert. Hier sind die neun Gerichte, die Sie unbedingt probieren muessen:
1. Pastilla (B'stilla): Das Paradegericht von Fes. Hauchdünner Warka-Teig, gefuellt mit Tauben- oder Huehnerfleisch, Mandeln, Eiern und Gewuerzen, bestaebt mit Puderzucker und Zimt. Suess und herzhaft in einem Bissen. Klingt seltsam, schmeckt himmlisch. Ab 60 MAD in guten Restaurants.
2. Tajine Mrouzia: Die Festtags-Tajine von Fes. Lamm mit Honig, Rosinen, Mandeln und Ras el-Hanout. Stundenlang geschmort, bis das Fleisch vom Knochen faellt. Suesser und komplexer als die ueblichen Tajine-Varianten. Traditionell zu Aid el-Kebir, aber in Restaurants ganzjaehrig erhaeltlich. Ab 70 MAD.
3. Harira: Diese Suppe aus Tomaten, Linsen, Kichererbsen und Kraeutern ist das taegliche Fastenbrechen-Gericht im Ramadan, wird aber das ganze Jahr ueber gegessen. Jede Familie hat ihr eigenes Rezept. Am besten an den Strassenstaenden (5 bis 8 MAD). Dazu gibt es Datteln und Chebakia.
4. Trid: Schichten aus handgezogenem, hauchdünnem Brot mit langsam geschmortem Huhn und Linsen. Ein Comfort-Food, das man in Restaurants selten findet, aber in jedem Riad auf Vorbestellung bekommt. Fragen Sie Ihren Riad-Besitzer danach.
5. Rfissa: Aehnlich wie Trid, aber mit Bockshornklee, der dem Gericht eine leicht bittere Note gibt. Traditionell wird es frisch gebackenen Muettern serviert, weil es als staerkend gilt. In der Altstadt an Strassenstaenden fuer 15 bis 25 MAD erhaeltlich.
6. Kefta Tajine mit Ei: Gewuerzte Hackfleischbaellchen in einer Tomatensauce, mit einem pochierten Ei in der Mitte. Einfach, aber perfekt. Das beste Fruehstueck oder leichte Mittagessen, das Sie in Fes finden. Ueberall in der Medina fuer 25 bis 40 MAD.
7. Msemen und Baghrir: Marokkanische Pfannkuchen, die zum Fruehstueck oder als Snack gegessen werden. Msemen sind quadratisch und blättrig, Baghrir sind schwammartig mit tausend kleinen Loechern, die Honig und Butter aufsaugen. Ab 2 bis 5 MAD pro Stueck an jedem Strassenstand.
8. Chebakia: Sesam-Honig-Gebaeck in Blumenform. Knusprig, klebrig, aromatisch. Besonders waehrend des Ramadan ueberall erhaeltlich, aber das ganze Jahr ueber auf den Maerkten zu finden. Ein halbes Kilo fuer 30 bis 40 MAD zum Mitnehmen.
9. Marokkanischer Minztee: Kein Essen, aber das wichtigste Getraenk des Landes. Gruener Schiesspulvertee mit frischer Minze und sehr viel Zucker. Der Tee wird aus grosser Hoehe eingegossen, um eine leichte Schaumkrone zu erzeugen. Ueberall umsonst als Willkommensgeste, in Cafes ab 10 MAD. Ablehnen ist unhoeflich. Wenn Ihnen der Zucker zu viel ist, sagen Sie 'qalil sukkar' (wenig Zucker).
Geheimnisse von Fes: Tipps der Einheimischen
1. Die 'falsche Fuehrung'-Falle: Junge Maenner werden Ihnen anbieten, Sie durch die Medina zu fuehren. Manche sind hilfreich (10 bis 20 MAD Trinkgeld genuegt), andere fuehren Sie gezielt in Geschaefte, wo sie Provision kassieren. Regel: Wenn jemand ungefragt anbietet, lehnen Sie freundlich ab. Offizielle Guides haben einen Ausweis und kosten 300 bis 400 MAD fuer einen halben Tag.
2. Navigation: Google Maps funktioniert in der Medina erstaunlich gut, auch in den engsten Gassen. Laden Sie die Offline-Karte vorher herunter. Wenn Sie sich verirren (und Sie werden sich verirren), gehen Sie immer bergab, denn das fuehrt zum Zentrum der Medina.
3. Einkaufen ohne Stress: Die Hauptstrassen (Talaa Kebira und Talaa Sghira) sind touristisch und teuer. Die besten Preise und die nettesten Haendler finden Sie in den Seitengassen. Wenn ein Haendler aggressiv verkauft, gehen Sie einfach weiter. Es gibt hundert andere Laeden mit derselben Ware.
4. Gerberei-Besuch richtig planen: Gehen Sie zur Chouara-Gerberei morgens zwischen 8:30 und 10:00 Uhr. Dann ist das Licht am besten, der Geruch am ertraeglichsten, und die Arbeiter sind aktiv (nicht in der Mittagspause). Samstags und an Feiertagen wird oft nicht gearbeitet.
5. Fotografieren: Fragen Sie immer, bevor Sie Menschen fotografieren. Manche erwarten ein kleines Trinkgeld (2 bis 5 MAD), andere lehnen ab. In der Naehe von Moscheen und religiösen Staetten ist besondere Zurueckhaltung geboten. Die Gerberei-Arbeiter sind an Kameras gewöhnt und posieren oft gern.
6. Freitagmittag: Freitag ist der heilige Tag. Viele Geschaefte sind von 12 bis 14 Uhr geschlossen, waehrend die Menschen in der Moschee sind. Nutzen Sie diese Zeit fuer ein Mittagessen oder einen Besuch der Jnan-Sbil-Gaerten.
7. Bestes Handwerk finden: Rund um die Place Seffarine arbeiten noch echte Handwerker (Kupferschmiede, Keramikmaler). Im Gegensatz zu den touristischen Geschaeften sehen Sie hier die Produktion und koennen direkt vom Hersteller kaufen, oft zum halben Preis.
8. Riad-Buchung: Buchen Sie direkt ueber die Website des Riads, nicht ueber Booking.com. Sie sparen 15 bis 20 Prozent, und der Besitzer ist persoenlich motiviert, Ihnen einen guten Aufenthalt zu bieten. Viele Riads bieten auch Airport-Transfer an.
9. Geld: Geldautomaten gibt es an allen grossen Toren (Bab Bou Jeloud, Bab Semmarine, Bab Ftouh). In der Medina selbst gibt es keine. Nehmen Sie genuegend Bargeld mit (200 bis 300 MAD pro Tag reichen fuer die meisten Aktivitaeten). Kreditkarten werden nur in gehobenen Restaurants und Hotels akzeptiert.
10. Abendspaziergang: Die Medina ist abends nach 21 Uhr ruhig und sicher. Die Beleuchtung in den Gassen schafft eine magische Atmosphaere. Besonders schoen ist der Weg von Bab Bou Jeloud zur Al-Qarawiyyin nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Laternen die Mosaike beleuchten.
11. Hammam-Erfahrung: Gehen Sie in ein oeffentliches Hammam (Badehaus), nicht in ein touristisches Spa. Eintritt circa 15 MAD, ein Peeling-Handschuh (Kessa) fuer 10 MAD. Bringen Sie eigenes Shampoo und Handtuch mit. Maenner und Frauen haben getrennte Zeiten. Fragen Sie im Riad nach dem naechsten lokalen Hammam und den Zeiten. Es ist eine der intensivsten kulturellen Erfahrungen, die Sie in Marokko machen koennen.
Transport und Kommunikation
Anreise nach Fes
Flug: Der Flughafen Fes-Saiss (FEZ) liegt 15 Kilometer suedlich der Stadt. Direktfluege: Ryanair ab Frankfurt-Hahn und Muenchen (ab 35 EUR one-way, Flugzeit circa 3 Stunden), TUI fly ab Duesseldorf und Hannover (saisonal), Royal Air Maroc ab Frankfurt und Paris mit Umstieg in Casablanca. Ab Zuerich: Swiss via Casablanca (ab 120 EUR) oder easyJet via Basel direkt (ab 50 EUR saisonal). Ab Wien: Ryanair mit Umstieg in Marrakesch oder Barcelona (ab 60 EUR).
Flughafen-Transfer: Offizielles Taxi: fester Preis 150 MAD (circa 14 EUR) bei Tag, 200 MAD bei Nacht. Stehen direkt vor dem Terminal. Bestehen Sie auf dem Taxameter oder vereinbaren Sie den Preis vorher. Bus Nr. 16 faehrt alle 30 Minuten in die Ville Nouvelle (5 MAD), aber nicht direkt zur Medina.
Transport in Fes
Petit Taxi: Rote kleine Taxis fuer bis zu 3 Personen. Innerhalb der Stadt kosten die meisten Fahrten 10 bis 20 MAD (1 bis 2 EUR). Bestehen Sie auf dem Taxameter (Compteur). Nachts darf ein 50-Prozent-Zuschlag berechnet werden. Taxifahrer in Fes sind generell ehrlicher als in Marrakesch.
Grand Taxi: Groessere Mercedes-Taxis (oft aeltere W124) fuer Ueberlandfahrten. Fahren ab, wenn alle 6 Plaetze belegt sind. Fes nach Meknes: 25 MAD, Fes nach Chefchaouen: 65 MAD. Stationen sind an den grossen Toren und am Bahnhof.
Zu Fuss: In der Medina gibt es keine Alternative. Tragen Sie bequeme Schuhe mit guter Sohle (Kopfsteinpflaster, steil, manchmal nass). Flip-Flops sind eine schlechte Idee. Rechnen Sie mit 8 bis 15 Kilometern Fussstrecke pro Tag in der Medina.
Maultiere und Esel: Die einzigen 'Fahrzeuge' in der engen Medina. Wenn Sie 'Balak!' hoeren, druecken Sie sich an die Wand. Das bedeutet 'Achtung, Maultier kommt durch!'. Nehmen Sie es mit Humor.
Zug: ONCF-Zuege verbinden Fes mit Casablanca (4 Stunden, ab 100 MAD), Rabat (3 Stunden, ab 80 MAD), Marrakesch (7 Stunden, ab 200 MAD) und Tanger (5 Stunden, ab 100 MAD). Der Bahnhof liegt in der Ville Nouvelle. Erste Klasse lohnt sich (circa 30 Prozent Aufpreis) fuer groessere Sitze und Klimaanlage.
Kommunikation und Internet
SIM-Karte: Am Flughafen gibt es Staende von Maroc Telecom, Orange und inwi. Eine touristische SIM mit 10 GB Daten kostet 50 bis 100 MAD (5 bis 9 EUR). Maroc Telecom hat die beste Abdeckung. Sie brauchen Ihren Reisepass zur Registrierung. Alternativ: Internationale eSIM (z.B. Airalo) vor der Abreise kaufen.
WLAN: Fast alle Riads und Hotels haben kostenloses WLAN, die Geschwindigkeit variiert stark (1 bis 20 Mbit/s). Cafe Clock, McDonald's und die gehobeneren Cafes in der Ville Nouvelle haben zuverlaessiges Internet. In der tiefen Medina kann das Mobilfunksignal schwach sein.
Sprache: Marokkanisches Arabisch (Darija) und Franzoesisch sind die Hauptsprachen. In touristischen Bereichen wird oft auch Spanisch und etwas Englisch gesprochen. Deutsch ist selten, aber mit Franzoesisch kommen Sie ueberall durch. Nuetzliche Woerter: Shukran (Danke), La (Nein), Safi (Genug/OK), Bezzaf (Zu viel/teuer), Inshallah (So Gott will).
Fuer wen ist Fes: Fazit
Fes ist perfekt fuer Sie, wenn Sie: sich fuer Geschichte und Architektur begeistern, authentische Kulturen erleben wollen (nicht die touristisch aufbereitete Version), gutes Essen lieben, sich von Geruechen, Geraeuschen und Chaos nicht abschrecken lassen, und bereit sind, sich auf eine Stadt einzulassen, die sich nicht um Ihre Erwartungen kuemmert.
Fes ist weniger geeignet, wenn Sie: einen Strandurlaub suchen, Ordnung und Sauberkeit auf europaeischem Niveau erwarten, sich in einer Medina unwohl fuehlen (Enge, Orientierungslosigkeit), oder wenn Sie nur zwei Tage haben (nehmen Sie mindestens drei).
Das beste Fes-Erlebnis: Drei bis vier Naechte in einem Riad in der Medina, ein Tag mit Guide, ein Tag auf eigene Faust, und ein Tagesausflug nach Meknes oder in den Mittleren Atlas. Planen Sie nicht zu viel, lassen Sie sich treiben, trinken Sie viel Minztee und sagen Sie ja, wenn Ihnen jemand etwas anbietet. Fes belohnt die Neugierigen.