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Malta: Der vollstaendige Reisefuehrer zum Archipel der Ritter, Tempel und des azurblauen Meeres
Warum Malta besuchen
Malta ist nicht einfach nur ein Punkt auf der Landkarte des Mittelmeers. Es ist ein Ort, an dem Geschichte aus jedem Stein atmet, wo die Strassen die Ritter des Malteserordens in Erinnerung behalten und Tempel stehen, die aelter sind als die aegyptischen Pyramiden. Stellen Sie sich vor: Sie stehen vor den Ggantija-Tempeln, die ueber 5500 Jahre alt sind - sie wurden tausend Jahre vor Stonehenge erbaut und fast zwei Jahrtausende vor der Cheops-Pyramide. Das ist keine Uebertreibung, das ist eine Tatsache, die unser Verstaendnis der antiken Geschichte auf den Kopf stellt.
Aber Malta ist nicht nur ein Freilichtmuseum. Es ist ein lebendiger, pulsierender Archipel, wo mittelalterliche Festungen neben trendigen Bars stehen, wo Fischer nach wie vor mit traditionellen Luzzu-Booten mit den aufgemalten Augen des Osiris aufs Meer hinausfahren, und wo in sieben Michelin-Restaurants (ja, sieben Michelin-Sterne auf einer Insel von nur 316 Quadratkilometern!) kulinarische Meisterwerke aus fangfrischen Meeresfruechten kreiert werden.
Warum ausgerechnet Malta? Weil Sie hier ein Konzentrat an Eindruecken erhalten, das an anderen Mittelmeerzielen unerreichbar ist. In einer einzigen Woche koennen Sie drei Inseln mit voellig unterschiedlichem Charakter erkunden, in die Geschichte vom Neolithikum bis zum Zweiten Weltkrieg eintauchen, in smaragdgruenen Buchten schwimmen und eine einzigartige Kueche probieren, die an der Kreuzung von Europa, Afrika und dem Nahen Osten entstanden ist. Und das Wichtigste - all das in einem kompakten Format, ohne ermuedende Fahrten und komplizierte Logistik.
Malta ist erstaunlich sicher. Briten, Italiener und wir Deutschen haben dieses Geheimnis laengst entdeckt - hier kann man nachts durch jede Strasse spazieren, Sachen unbeaufsichtigt lassen (obwohl vernuenftige Vorsicht natuerlich nie schadet), und die einzige Gefahr besteht darin, sich so sehr in diese Inseln zu verlieben, dass man immer wieder zurueckkehren moechte.
Fuer Reisende aus Deutschland, Oesterreich und der Schweiz ist Malta besonders attraktiv: Es liegt nur zweieinhalb bis drei Flugstunden von Frankfurt, Muenchen, Zuerich oder Wien entfernt. Als EU-Mitglied und Teil des Schengen-Raums benoetigen Sie keinen Reisepass fuer die Einreise - Ihr Personalausweis genuegt voellig. Die Waehrung ist der Euro, sodass Sie sich nicht um Wechselkurse oder Umtauschgebuehren kuemmern muessen. Und obwohl Maltesisch und Englisch die offiziellen Sprachen sind, werden Sie ueberrascht sein, wie viele Einheimische auch Deutsch sprechen - ein Erbe der starken Tourismusbeziehungen zu deutschsprachigen Laendern.
Was Malta von anderen Mittelmeerinseln unterscheidet, ist diese unglaubliche Dichte an Sehenswuerdigkeiten und Erlebnissen. Sizilien ist groesser und erfordert mehr Zeit, Zypern ist weiter entfernt, Kreta ist wunderschoen, hat aber nicht diese historische Tiefe. Malta bietet alles auf einmal: UNESCO-Welterbestaetten (gleich drei davon!), kristallklares Wasser, eine lebendige Kulturszene, hervorragende Gastronomie und freundliche Menschen - und das alles innerhalb von Entfernungen, die Sie bequem mit dem Bus oder sogar zu Fuss zuruecklegen koennen.
Lassen Sie mich ehrlich sein: Malta hat auch seine Schattenseiten. Im Hochsommer kann es ueberlaufen sein, besonders in Valletta. Der Verkehr auf der Hauptinsel ist beruehmt-beruechigt chaotisch. Sandstraende sind rar - die meisten Badestellen haben Felsen oder Kies. Und die Landschaft ist karg, fast mondaehnlich, mit wenig Gruen. Aber wenn Sie wissen, was Sie erwartet, werden diese Eigenheiten zu Charme statt zu Enttaeuschungen. Die Felsbuchten sind spektakulaerer als jeder Sandstrand, die karge Landschaft hat eine eigene, herbe Schoenheit, und der Verkehr? Nun, nehmen Sie einfach den Bus und lehnen Sie sich zurueck.
Malta eignet sich fuer fast jeden Reisetyp. Geschichtsfans koennen wochen mit den Tempeln, Festungen und Museen verbringen. Taucher finden hier einige der besten Tauchplaetze des Mittelmeers mit kristallklarer Sicht und faszinierenden Wracks. Feinschmecker entdecken eine Kueche, die arabische, italienische, britische und nordafrikanische Einfluesse vereint. Wanderer erkunden die Kuestenpfade und historischen Wege. Und selbst Partyfreunde finden in Paceville ihre naechtliche Unterhaltung, waehrend Ruhesuchende auf Gozo die perfekte Entschleunigung erfahren.
Ein letzter Gedanke, bevor wir in die Details eintauchen: Malta ist ein Ort, der belohnt wird, wenn man sich Zeit nimmt. Ja, Sie koennten die Hauptsehenswuerdigkeiten in drei Tagen abhaken. Aber Malta offenbart seine wahre Seele erst, wenn Sie langsamer werden - wenn Sie in einer Bar in Mdina sitzen und der Stille lauschen, wenn Sie mit den Fischern in Marsaxlokk ins Gespraech kommen, wenn Sie bei Sonnenuntergang in den Upper Barrakka Gardens stehen und zusehen, wie der Himmel ueber dem Grand Harbour in Flammen steht. Das sind die Momente, die Sie nie vergessen werden.
Regionen und Inseln: Wo liegt was auf Malta
Der maltesische Archipel besteht aus drei bewohnten Inseln - Malta, Gozo und Comino - sowie mehreren unbewohnten Felseninseln. Jede der Hauptinseln hat ihren eigenen, unverwechselbaren Charakter, und das Verstaendnis ihrer Unterschiede hilft Ihnen, Ihre Reise optimal zu planen.
Die Hauptinsel Malta
Die Insel Malta ist mit 246 Quadratkilometern die groesste des Archipels und beherbergt etwa 95 Prozent der Bevoelkerung. Hier konzentrieren sich die meisten historischen Sehenswuerdigkeiten, das wirtschaftliche Leben und die touristische Infrastruktur. Die Insel laesst sich grob in mehrere Regionen unterteilen, jede mit ihrem eigenen Flair.
Valletta und der Grosshafen
Valletta, die Hauptstadt Maltas, ist die kleinste Hauptstadt der Europaeischen Union - und gleichzeitig eine der dichtesten Konzentrationen historischer Gebaeude weltweit. Die gesamte Stadt ist UNESCO-Welterbe, und das voellig zu Recht. Die Hauptstadt wurde nach der Grossen Belagerung von 1565 von den Rittern des Johanniterordens erbaut und ist ein Meisterwerk der Militaerarchitektur und des Barock.
Was Valletta so besonders macht, ist die Einheitlichkeit seiner Architektur. Die gesamte Stadt wurde nach einem einheitlichen Plan angelegt, mit einem Gitternetz aus Strassen, das bis heute erhalten ist. Jedes Gebaeude ist aus dem charakteristischen goldgelben Kalkstein erbaut, der bei Sonnenuntergang wie Gold gluehen kann. Die Hauptstrasse, die Republic Street, fuehrt schnurgerade vom Stadttor zum Fort St. Elmo an der Spitze der Halbinsel.
Zu den Hoehepunkten in Valletta gehoeren die St.-Johannes-Ko-Kathedrale, deren schlichtes Aeusseres einen der opulentesten Kircheninnenraeume Europas verbirgt - hier haengen auch zwei Meisterwerke von Caravaggio. Der Grossmeisterpalast war jahrhundertelang der Sitz der Grossmeister des Ordens und beherbergt heute das maltesische Parlament. Die Upper Barrakka Gardens bieten den besten Aussichtspunkt der Stadt mit atemberaubendem Blick auf den Grand Harbour und die Drei Staedte. Taeglich um 12 und 16 Uhr wird hier die Salutbatterie abgefeuert - ein Spektakel, das Sie nicht verpassen sollten.
Das Manoel Theatre ist eines der aeltesten noch bespielten Theater Europas, eroeffnet 1732. Das Fort St. Elmo beherbergt heute das National War Museum mit bewegenden Ausstellungen ueber die Rolle Maltas im Zweiten Weltkrieg. Und wer sich fuer die prahistorische Geschichte interessiert, findet im Nationalmuseum fuer Archaeologie die beruemten Tempelstatuen und andere Fundstucke aus den megalithischen Tempeln.
Die Drei Staedte: Vittoriosa, Senglea und Cospicua
Gegenueber von Valletta, auf der anderen Seite des Grand Harbour, liegen die Drei Staedte (maltesisch: Cottonera). Diese drei historischen Staedte - Vittoriosa (Birgu), Senglea (Isla) und Cospicua (Bormla) - sind aelter als Valletta und waren der urspruengliche Sitz der Ritter nach ihrer Ankunft auf Malta 1530.
Vittoriosa ist die atmosphaerischste der drei. Hier steht das maechtige Fort St. Angelo, das waehrend der Grossen Belagerung als Hauptquartier der Ritter diente und heute besichtigt werden kann. Die engen Gassen von Vittoriosa sind gesaeumt von Palaesten und Auberges (den Herbergen der verschiedenen Landsmannschaften der Ritter) und haben sich seit Jahrhunderten kaum veraendert.
Senglea bietet an seiner Spitze die beruemte Senglea Vedette, einen kunstvoll verzierten Wachturm mit Panoramablick auf Valletta und den Hafen. Die Steinmetzarbeiten zeigen ein Auge und ein Ohr - Symbole der Wachsamkeit.
Was die Drei Staedte von Valletta unterscheidet, ist ihre Authentizitaet. Waehrend Valletta inzwischen stark touristisch gepraegt ist, leben in den Drei Staedten noch die einheimischen Familien, haengt Waesche an den Balkonen, spielen Kinder in den Gassen. Es ist das echte Malta, ungefiltert und lebendig.
Mdina und Rabat
Mdina, oft als die Stille Stadt bezeichnet, war vor der Ankunft der Ritter die Hauptstadt Maltas und ist heute einer der am besten erhaltenen mittelalterlichen Orte im Mittelmeerraum. Die Stadt thront auf einem Huegel im Zentrum der Insel und ist von maechtigen Mauern umgeben, durch die nur das beeindruckende Mdina-Tor Zugang gewaehrt.
Innerhalb der Mauern ist der Autoverkehr stark eingeschraenkt, und eine fast unwirkliche Stille liegt ueber den Gassen. Die Stille Stadt - dieser Name ist kein Marketing-Gag, sondern pure Realitaet, besonders am fruehen Morgen oder spaeten Abend, wenn die Tagestouristen verschwunden sind. Die Palaeste des maltesischen Adels saumen die Strassen, viele davon noch heute in Privatbesitz derselben Familien seit Jahrhunderten.
Die St. Pauls Kathedrale in Mdina erhebt sich an der Stelle, wo laut Ueberlieferung der roemische Statthalter Publius lebte und den Apostel Paulus nach seinem Schiffbruch empfing. Der Barocke Bau von Lorenzo Gafa ist ein Meisterwerk, und seine Kuppel praegt die Silhouette der Stadt.
Direkt vor den Mauern von Mdina liegt Rabat, das zwar weniger bekannt ist, aber ebenso interessant. Hier finden Sie die Katakomben von St. Paul und St. Agatha, unterirdische Grabstaetten aus der fruehchristlichen Zeit mit faszinierenden Fresken. Die Casa Bernard bietet einen seltenen Einblick in einen noch bewohnten maltesischen Adelspalast.
Der Nordosten: Sliema, St. Julian's und Paceville
Die Nordostkueste Maltas ist das touristische und kommerzielle Zentrum der Insel. Sliema war einst ein Fischerdorf und Sommerfrische der Valletta-Bewohner, ist heute aber eine lebhafte Stadt mit der hoechsten Hotelkonzentration der Insel. Die Strandpromenade (Ta' Xbiex Waterfront) ist ideal zum Flanieren, Joggen oder einfach zum Beobachten des Treibens bei einem Kaffee.
St. Julian's schliesst noerdlich an Sliema an und beherbergt den Bereich Paceville - das Partyviertel Maltas. Wenn Sie Clubs, Bars und Nachtleben suchen, werden Sie hier fuendig. Allerdings ist Paceville nicht fuer jeden: Es ist laut, jung, und manchmal etwas uebertrieben. Ausserhalb der Partyszene bietet St. Julian's aber auch ruhigere Ecken, huebsche Restaurants am Wasser und den historischen Spinola Bay.
Der Sueden: Marsaxlokk und die Klippen
Marsaxlokk ist das malerischste Fischerdorf Maltas - und eines der meistfotografierten Motive des Archipels. Der Hafen ist gefuellt mit den farbenfrohen Luzzu-Booten, die mit ihren aufgemalten Augen (den Augen des Osiris) vor boesen Geistern schuetzen sollen. Diese Tradition reicht bis in die phoenizische Zeit zurueck.
Der Sonntagsmarkt von Marsaxlokk ist legendaer. Hier finden Sie fangfrischen Fisch direkt von den Booten, lokale Spezialitaeten, Souvenirs und Kunsthandwerk. Der Markt beginnt frueh - kommen Sie vor neun Uhr, um die beste Atmosphaere zu erleben und den Massen zu entgehen. Die Fischrestaurants am Hafen servieren mittags den frischesten Fisch, den Sie auf Malta bekommen - Schwertfisch, Lampuki (Goldmakrele), Oktopus und mehr.
Der Sueden der Insel beherbergt auch einige der dramatischsten Landschaften Maltas. Die Dingli Cliffs sind mit 253 Metern der hoechste Punkt der Insel und bieten spektakulaere Aussichten ueber das Meer. Die Blaue Grotte (Blue Grotto) ist eine Reihe von Meerehoehlen, die bei ruhiger See mit dem Boot besichtigt werden koennen - am besten am Vormittag, wenn das Licht das Wasser in unglaublichen Blau- und Gruentoenen leuchten laesst.
Das Inselinnere und die megalithischen Tempel
Abseits der Kuesten liegt das urspruengliche Malta der kleinen Doerfer und landwirtschaftlichen Flaechen. Hier finden Sie einige der bedeutendsten prahistorischen Staetten der Welt. Die Tempel von Hagar Qim und Mnajdra an der Suedkueste sind UNESCO-Welterbe und zaehlen zu den aeltesten freistehenden Steinstrukturen der Menschheit. Das Hal-Saflieni-Hypogaeum ist ein unterirdisches Tempelkomplex und Grabraum, der vor etwa 5000 Jahren in den Fels gehauen wurde - ein einzigartiges Monument der Menschheitsgeschichte (Tickets muessen Wochen im Voraus gebucht werden!).
Gozo: Die ruhige Schwesterinsel
Gozo ist die kleinere Schwesterinsel Maltas, nur etwa 14 Kilometer lang und 7 Kilometer breit. Doch auf dieser kleinen Flaeche bietet Gozo eine erstaunliche Vielfalt und einen voellig anderen Charakter als die Hauptinsel. Gozo ist gruener, ruhiger, laendlicher. Hier ticken die Uhren langsamer, und der Tourismus hat nicht dieselbe Intensitaet erreicht wie auf Malta.
Die Inselhauptstadt Victoria (von den Einheimischen noch immer Rabat genannt) wird von der Zitadelle dominiert, einer Festung, die auf arabischen und normannischen Grundmauern errichtet wurde. Der Rundgang auf den Festungsmauern bietet Panoramablicke ueber die gesamte Insel und bei klarem Wetter bis nach Sizilien. Innerhalb der Zitadelle finden Sie die Kathedrale, Museen und die Ueberreste der alten Stadt.
Die Dwejra Bucht an der Westkueste war einst Heimat des beruemten Azure Window, eines natuerlichen Felsenbogens, der 2017 bei einem Sturm einstuerzte. Doch auch ohne das Azure Window bleibt Dwejra spektakulaer - das Inland Sea, ein kleiner Salzwassersee, der durch einen Tunnel mit dem offenen Meer verbunden ist, und der Fungus Rock (Felseninsel, auf der frueher ein seltener Pilz mit vermeintlichen Heilkraeften geerntet wurde) sind immer noch da.
Die Ramla Bucht ist der schoenste Sandstrand Gozos - und einer der wenigen echten Sandstraende des gesamten Archipels. Der charakteristische rotgoldene Sand und das tuerkisfarbene Wasser machen ihn zu einem beliebten Ziel, aber die Bucht ist gross genug, um selbst in der Hochsaison ein ruhiges Plaetzchen zu finden.
Gozo ist auch bekannt fuer seine Taucherplaetze (das Inland Sea und das Blue Hole bei Dwejra gehoeren zu den besten im Mittelmeer), seine barocken Kirchen (jedes Dorf hat eine prachtvolle Kirche, die oft groesser erscheint als der Ort selbst), und seine lokalen Produkte wie Ziegenkaeselaibchen (Gbejna) und Honig.
Die Faehre von Cirkewwa (Nordspitze Maltas) nach Mgarr (Gozos Hafen) faehrt alle 45 Minuten und braucht etwa 25 Minuten. Die Ueberfahrt ist ein Erlebnis fuer sich - bei gutem Wetter haben Sie wunderbare Aussichten auf beide Inseln und oft Begleitung von Delfinen.
Comino: Die kleinste bewohnte Insel
Comino ist mit nur 3,5 Quadratkilometern die kleinste der drei bewohnten Inseln - wenn man von einer Handvoll staendiger Bewohner sprechen kann. Die Insel ist weitgehend unbebaut und steht unter Naturschutz. Der Hauptanziehungspunkt ist die Blaue Lagune (Blue Lagoon), eine flache Bucht mit kristallklarem, tuerkisfarbenem Wasser, das in Hochglanzmagazinen beworben wird und auch in der Realitaet haelt, was die Bilder versprechen.
Allerdings muss ich ehrlich sein: In der Hochsaison (Juni bis August) kann die Blaue Lagune absolut ueberlaufen sein. Dutzende Ausflugsboote ankern hier, und an den kleinen Felsstraenden kaempft man um jeden Quadratmeter. Wenn Sie die Lagune geniessen wollen, kommen Sie entweder frueh morgens (mit dem ersten Boot), spaet nachmittags (wenn die meisten Ausfluege zurueckfahren), oder besuchen Sie Comino in der Nebensaison (April-Mai oder September-Oktober).
Jenseits der Blauen Lagune bietet Comino Wanderwege ueber die karge, aber schoene Insel, Badestellen abseits der Massen, und den St. Mary's Tower, einen Wachturm aus dem 17. Jahrhundert. Es gibt ein einziges Hotel auf der Insel und einige Kioske fuer Getraenke und Snacks, aber ansonsten keine Infrastruktur - bringen Sie alles mit, was Sie brauchen.
Die megalithischen Tempel: Maltas einzigartige Welterbestaetten
Wenn Malta nur eine einzige Attraktion haette, waeren es die megalithischen Tempel. Diese prahistorischen Steinstrukturen sind nicht nur die aeltesten freistehenden Gebaeude der Menschheit - sie sind auch eines der groessten archaeologischen Raetsel der Welt. Wer hat sie gebaut? Zu welchem Zweck? Warum verschwand diese Zivilisation so ploetzlich? Nach Jahrhunderten der Forschung sind viele Fragen noch immer unbeantwortet.
Die Geschichte der Entdeckung
Die Tempel waren den Maltesern natuerlich schon immer bekannt - sie ragten aus den Feldern heraus und wurden von Generation zu Generation ueberliefert. Aber erst im 19. Jahrhundert begann ihre systematische Erforschung, und erst im 20. Jahrhundert wurde ihre unglaubliche Bedeutung erkannt. Die Datierung mittels moderner Methoden ergab Erbaungszeiten zwischen 3600 und 2500 v. Chr. - das heisst, diese Tempel waren bereits uralt, als die Aegypter anfingen, ihre Pyramiden zu bauen.
Ggantija auf Gozo
Die Ggantija-Tempel auf Gozo sind die aeltesten der maltesischen Tempelanlagen und gehoeren damit zu den aeltesten religiosen Strukturen der Welt ueberhaupt. Der Name stammt vom maltesischen Wort fuer Riese - denn die Einheimischen konnten sich lange nicht erklaeren, wie Menschen diese gewaltigen Steinbloecke (einige wiegen ueber 50 Tonnen) ohne moderne Technik bewegen konnten. Die Legende besagt, dass eine Riesin die Tempel in einer einzigen Nacht erbaut habe, waehrend sie ihr Kind auf dem Ruecken trug.
Die Tempelanlage besteht aus zwei nebeneinander liegenden Tempeln, umgeben von einer maechtigen Aussenmauer. Das Besucherzentrum bietet einen guten Einstieg in das Verstaendnis der Tempel und ihrer Erbauer, bevor Sie zur eigentlichen Staette hinabsteigen. Nehmen Sie sich mindestens eine Stunde Zeit, um die Details zu wuerdigen - die sorgfaeltig behauenen Steine, die astronomische Ausrichtung, die Spuren von Opferritualen.
Hagar Qim und Mnajdra
Diese beiden Tempelkomplexe liegen an der Suedkueste Maltas, hoch auf den Klippen ueber dem Meer, und bieten eines der atmosphaerischsten archaeologischen Erlebnisse im Mittelmeerraum. Hagar Qim und Mnajdra liegen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt und koennen gemeinsam besichtigt werden.
Hagar Qim (der Name bedeutet stehende Steine) ist bekannt fuer seine enormen Megalithen - einer davon misst ueber 7 Meter und wiegt geschaetzte 20 Tonnen. Die Tempelstruktur zeigt deutlich den charakteristischen Kleeblatt-Grundriss der maltesischen Tempel. Um die empfindlichen Kalksteinstrukturen vor Verwitterung zu schuetzen, wurden moderne Schutzdaecher installiert - sie moegen nicht besonders aesthetisch sein, aber sie bewahren diese unschaetzbaren Strukturen fuer kuenftige Generationen.
Mnajdra liegt etwas tiefer an der Klippe, naher am Meer, und ist astronomisch besonders interessant. Am Tag der Sonnenwende (sowohl im Sommer als auch im Winter) faellt das Sonnenlicht genau durch die Hauptachse des Tempels - ein Beweis fuer das astronomische Wissen der Erbauer. Zu diesen Anlaessen finden spezielle Sonnenaufgangsveranstaltungen statt, die im Voraus gebucht werden muessen.
Tarxien
Die Tempel von Tarxien liegen mitten in einem modernen Wohngebiet - ein seltsamer Kontrast, aber ein Beweis dafuer, wie allgegenwaertig die prahistorischen Ueberreste auf Malta sind. Tarxien ist bekannt fuer seine reichen Steinmetzarbeiten: Tierreliefs, Spiralmuster und die beruemte Skulptur einer uebergrossen Figur (nur die untere Haelfte ist erhalten), die moeglicherweise eine Muttergottheit darstellt. Die Originale befinden sich im Nationalmuseum in Valletta, aber die Repliken vor Ort vermitteln einen guten Eindruck.
Das Hypogaeum
Das Hal-Saflieni-Hypogaeum ist einzigartig - nicht nur auf Malta, sondern weltweit. Es handelt sich um eine unterirdische Nekropole, die ueber Jahrhunderte in den Fels gehauen wurde, mit drei Ebenen, die bis zu 10 Meter unter die Erdoberflaeche reichen. Hier wurden die Ueberreste von schaetzungsweise 7000 Menschen gefunden, zusammen mit Keramik, Perlen und der beruemten Schlafenden Dame, einer kleinen Tonfigur, die heute das Symbol der maltesischen Archaeologie ist.
Was das Hypogaeum so besonders macht, ist die Nachahmung der oberirdischen Tempelarchitektur in den unterirdischen Raeumen. Die Erbauer schufen falsche Fenster, Pfeiler und Nischen - alles aus dem Fels gehauen, nicht gebaut. Die Akustik in bestimmten Raeumen (besonders im Orakelraum) ist bemerkenswert - ein tiefer Ton hallt durch das gesamte Labyrinth, was darauf hindeutet, dass hier Rituale mit klanglichen Elementen stattfanden.
WICHTIG: Das Hypogaeum kann nur in kleinen Gruppen (maximal 10 Personen pro Tour) besucht werden, und die Tickets sind oft Wochen im Voraus ausverkauft. Buchen Sie unbedingt online auf der Website von Heritage Malta, sobald Sie Ihre Reisedaten kennen. Es gibt auch eine begrenzte Anzahl von Last-Minute-Tickets, die jeden Tag um 9 Uhr online freigeschaltet werden - aber verlassen Sie sich nicht darauf.
Was wissen wir ueber die Erbauer?
Die Tempelkultur Maltas entstand scheinbar aus dem Nichts um 3600 v. Chr. und verschwand ebenso mysterios um 2500 v. Chr. Etwa 1000 Jahre lang errichteten die Inselbewohner diese monumentalen Strukturen, entwickelten eine komplexe Gesellschaft und hinterliessen riesige Skulpturen und Artefakte. Dann - Stille. Was geschah mit dieser Zivilisation?
Die Theorien reichen von Klimaveraenderungen (eine Duerrephase koennte die Insel unbewohnbar gemacht haben) ueber Krankheiten bis hin zu Eroberungen durch Eindringlinge. Genetische Untersuchungen zeigen, dass es tatsaechlich einen Bevoelkerungsbruch gab - die spaetere Bronzezeitbevoelkerung Maltas hatte andere genetische Marker als die Tempelerbauer. Was auch immer geschah, es war gruendlich: Die neuen Bewohner nutzten die Tempel nicht weiter und scheinen keine Verbindung zu der frueheren Kultur gehabt zu haben.
Praktische Tipps fuer den Tempelbesuch
Kaufen Sie das Heritage Malta Multisite Pass, wenn Sie mehrere Staetten besuchen moechten. Der Pass fuer 5 Tage kostet etwa 50 Euro und beinhaltet alle wichtigen Museen und archaeologischen Staetten (ausser dem Hypogaeum, das separat gebucht werden muss). Wenn Sie nur ein oder zwei Staetten besuchen, sind Einzeltickets besser.
Die beste Zeit fuer einen Tempelbesuch ist der fruehe Morgen (direkt bei Oeffnung) oder der spaete Nachmittag. Mittags kann es sehr heiss werden, und die Tempel bieten kaum Schatten. Bringen Sie Wasser, einen Hut und Sonnenschutz mit. Festes Schuhwerk ist zu empfehlen - die Wege koennen uneben sein.
Audioguides oder gefuehrte Touren sind empfehlenswert, da die Tempel ohne Kontext schwer zu verstehen sind. Ein Haufen Steine ist schliesslich nur ein Haufen Steine, wenn man nicht weiss, was man sieht. Mit dem richtigen Hintergrundwissen werden die Tempel lebendig.
Wann nach Malta reisen: Klima und beste Reisezeit
Malta geniesst ein typisch mediterranes Klima mit heissen, trockenen Sommern und milden, feuchten Wintern. Mit ueber 300 Sonnentagen im Jahr ist die Insel praktisch ganzjaehrig bereisbar - aber je nach Ihren Interessen und Ihrer Hitzetoleranz gibt es bessere und schlechtere Zeiten.
Fruehling (Maerz bis Mai)
Der Fruehling ist fuer viele die ideale Reisezeit. Die Temperaturen liegen bei angenehmen 18-24 Grad, die Insel ist nach den Winterregen ungewoehnlich gruen (fuer maltesische Verhaeltnisse), und die touristischen Massen sind noch nicht da. Das Meer ist zum Schwimmen noch etwas kuehl (etwa 17-19 Grad), aber fuer Wanderungen, Besichtigungen und Outdoor-Aktivitaeten sind die Bedingungen perfekt.
Im April findet die Karwoche statt mit eindrucksvollen religioesen Prozessionen in vielen Staedten und Doerfern. Die Osterfeierlichkeiten auf Malta sind ernst gemeint und tiefglaeubig - ein faszinierender Einblick in die katholische Kultur der Insel. Buchen Sie in dieser Zeit fruehzeitig, da viele Malteser selbst Urlaub im Inland machen.
Sommer (Juni bis August)
Der Sommer ist Hauptsaison auf Malta. Die Temperaturen klettern auf 30-35 Grad (manchmal noch hoeher), die Luftfeuchtigkeit steigt, und das Meer erreicht angenehme 25-26 Grad. Wenn Sie einen Badeurlaub planen und Hitze gut vertragen, ist dies die richtige Zeit. Allerdings sind auch die Preise am hoechsten, die Sehenswuerdigkeiten am vollsten, und besonders die Blaue Lagune auf Comino gleicht einem Ameisenhaufen.
Im Sommer finden zahlreiche Dorffeste (Festas) statt, bei denen jede Gemeinde ihren Schutzheiligen mit Prozessionen, Feuerwerk, Blasmusik und Strassenmaerkten feiert. Diese Festas sind laut, bunt, und absolut authentisch - ein Erlebnis, das Sie nicht vergessen werden. Der Hoehepunkt ist das Festa von Maria Himmelfahrt (15. August), das auf mehreren Inseln gleichzeitig gefeiert wird.
Herbst (September bis November)
Der fruehe Herbst (September und Anfang Oktober) ist meine persoenliche Lieblingszeit auf Malta. Die Temperaturen sind immer noch sommerlich (25-28 Grad), aber die extremste Hitze ist vorbei. Das Meer ist warm vom Sommer (noch etwa 25 Grad im September), und die Massen haben sich gelichtet. Die Preise sinken wieder, und die Stimmung ist entspannter.
Spaeter im Herbst (Ende Oktober und November) kann das Wetter wechselhafter werden. Regentage werden haeufiger, und manchmal gibt es heftige (aber kurze) Gewitterstuerme. Aber selbst dann gibt es noch viele sonnige Tage, und fuer Besichtigungen ist das Wetter ideal.
Winter (Dezember bis Februar)
Malta im Winter ist ein Geheimtipp. Die Temperaturen liegen bei 12-16 Grad - fuer mitteleuropaeische Verhaeltnisse durchaus angenehm. Ja, es kann regnen, und der Wind kann kraeftig sein. Aber die Inseln sind praktisch touristenfrei, die Preise auf dem Tiefstand, und Sie haben Valletta und Mdina fast fuer sich allein. Hotels bieten oft erhebliche Rabatte, und die Einheimischen haben Zeit fuer Gespraeche.
Der Winter ist die beste Zeit fuer Kulturinteressierte, die Menschenmassen meiden wollen. Die Museen, Kirchen und archaeologischen Staetten sind ohne Gedraenge zugaenglich, und das milde Wetter erlaubt immer noch Wanderungen und Erkundungen. Baden ist allerdings nur etwas fuer Hartgesottene - das Meer kuehlt auf etwa 15 Grad ab.
Anreise nach Malta
Malta ist dank seines internationalen Flughafens gut an Europa angebunden. Fuer Reisende aus dem deutschsprachigen Raum gibt es zahlreiche Direktverbindungen, die die Anreise unkompliziert machen.
Mit dem Flugzeug
Der Malta International Airport (MLA) liegt in Luqa, etwa 8 Kilometer suedlich von Valletta. Es ist der einzige Verkehrsflughafen des Archipels und ein moderner, wenn auch kompakter Flughafen mit allen ueblichen Einrichtungen.
Von Deutschland aus fliegen Lufthansa, Air Malta und verschiedene Billigflieger (Ryanair, Eurowings) nach Malta. Direktverbindungen gibt es von Frankfurt (etwa 2,5 Stunden), Muenchen (2,5 Stunden), Berlin, Duesseldorf, Hamburg, Koeln und Stuttgart. In der Hochsaison kommen weitere Verbindungen hinzu.
Von Oesterreich fliegt Austrian Airlines direkt von Wien (etwa 2 Stunden), ergaenzt durch Verbindungen von Ryanair und anderen. Von der Schweiz gibt es Direktfluege von Zuerich (Swiss, Edelweiss, easyJet) und Genf. Die Flugzeiten betragen etwa 2-2,5 Stunden.
Die Flugpreise variieren stark je nach Saison und Buchungszeitpunkt. In der Nebensaison finden Sie Hin- und Rueckflug oft schon ab 50-80 Euro, in der Hochsaison (Juli/August) koennen es 200-300 Euro werden. Buchen Sie fruehzeitig und sein Sie flexibel mit den Daten, um die besten Preise zu finden.
Vom Flughafen in die Stadt
Vom Flughafen gibt es mehrere Moeglichkeiten, um zu Ihrer Unterkunft zu gelangen:
Der oeffentliche Bus ist die guenstigste Option. Die Linie X4 faehrt direkt nach Valletta, die Linien X1 und X2 bedienen Sliema und St. Julian's. Ein Einzelticket kostet 2 Euro (im Winter 1,50 Euro), oder Sie kaufen gleich eine Explore Card (siehe Abschnitt Transport). Die Busse fahren etwa alle 30 Minuten, die Fahrt nach Valletta dauert 20-30 Minuten.
Taxis sind natuerlich schneller und bequemer. Offizielle weisse Flughafentaxis haben feste Tarife: etwa 15-20 Euro nach Valletta, 25-30 Euro nach Sliema/St. Julian's. Vermeiden Sie inoffizielle Taxis und bestehen Sie auf den Taxameter oder vereinbarten Festpreis. Alternativ koennen Sie einen Transfer vorab online buchen - Welcome Pickups und andere Anbieter holen Sie mit Namensschild am Ausgang ab.
Bolt und andere Ridesharing-Apps funktionieren auf Malta gut und sind oft guenstiger als Taxis. Laden Sie die App vorab herunter, und Sie koennen direkt am Flughafen einen Fahrer bestellen.
Mietwagen koennen direkt am Flughafen uebernommen werden - alle grossen internationalen Anbieter und lokale Firmen haben Schalter in der Ankunftshalle. Allerdings sollten Sie sich fragen, ob Sie wirklich ein Auto brauchen (siehe Abschnitt Transport).
Einreise und Formalitaeten
Malta ist Mitglied der EU und des Schengen-Raums. Fuer deutsche, oesterreichische und Schweizer Staatsbuerger genuegt der Personalausweis zur Einreise - ein Reisepass ist nicht erforderlich. Es gibt keine Einreisekontrollen, keine Visa, kein Formular auszufuellen. Einfacher geht es nicht.
Theoretisch kann es bei der Ausreise Kontrollen geben (Malta ist aufgrund seiner Lage ein Punkt fuer illegale Migration), aber fuer EU-Buerger sind diese in der Regel schnell abgehandelt. Halten Sie Ihren Ausweis bereit, mehr brauchen Sie nicht.
Was Sie NICHT brauchen
Keinen Adapter fuer Steckdosen - Malta verwendet den britischen dreipoligen Stecker (Typ G). Die meisten Hotels und viele Unterkuenfte haben jedoch mittlerweile auch europaeische Steckdosen (Typ C/F), oder Sie koennen an der Rezeption einen Adapter leihen. Wenn Sie nur ein Smartphone und Laptop laden, kommen Sie meist ohne Adapter aus. Fuer andere Geraete (Haartrockner, elektrische Zahnbuerste) sollten Sie entweder einen Adapter mitbringen oder vor Ort einen kaufen (in jedem Supermarkt erhaeltlich, etwa 3-5 Euro).
Keine Waehrung zu wechseln - Malta verwendet den Euro seit 2008. Ihre EC-Karte und Kreditkarte funktionieren genauso wie zu Hause, Geldautomaten sind ueberall verfuegbar.
Keine besondere Krankenversicherung - Ihre europaeische Krankenversicherungskarte (EHIC) wird in oeffentlichen Einrichtungen akzeptiert. Eine private Reisekrankenversicherung ist trotzdem empfehlenswert fuer besseren Schutz und einfachere Abwicklung.
Transport auf Malta: Bus, Auto, Boot und zu Fuss
Die Fortbewegung auf Malta ist eines der Themen, bei denen die Meinungen am weitesten auseinandergehen. Manche schworen auf Mietwagen, andere verzweifeln am Verkehr und loben die Busse. Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte - und haengt von Ihrem Reisestil ab.
Der oeffentliche Bus
Das Busnetz auf Malta wird von Malta Public Transport betrieben und ist gut ausgebaut. Die Busse sind modern und klimatisiert (ein Segen im Sommer), und praktisch jeder Winkel der Insel ist erreichbar. Die Hauptknotenpunkte sind der Busbahnhof Valletta (von wo alle Linien starten oder enden), Sliema/Ferries, und Bugibba.
Die Tarife sind sehr guenstig: Ein Einzelfahrschein kostet 2 Euro (1,50 Euro von November bis Mai), gilt aber nur fuer eine Fahrt ohne Umsteigen. Fuer Touristen lohnt sich fast immer die Explore Card:
- Explore 7-Tage-Karte: 21 Euro - unbegrenzte Fahrten fuer eine Woche
- Explore 12-Fahrten-Karte: 15 Euro - guenstig fuer kuerzere Aufenthalte
Die Karten koennen online, am Flughafen, an der Valletta Busstation oder in vielen Zeitschriftenlaeden gekauft werden. Bei Nutzung von Einzelfahrscheinen muss passend oder mit kleinen Scheinen bezahlt werden - die Fahrer haben oft kein Wechselgeld fuer grosse Scheine.
Das Problem mit den Bussen: Sie koennen unzuverlaessig sein, besonders in der Stosszeit. Die Busse kommen nicht immer puenktlich (oder ueberhaupt), sind in der Hauptsaison oft ueberfuellt, und die Verbindungen abseits der Hauptrouten sind sporadisch. Planen Sie immer Pufferzeit ein und nutzen Sie die Tallinja-App fuer Echtzeitinformationen.
Mietwagen
Ein Mietwagen bietet maximale Flexibilitaet - Sie erreichen abgelegene Buchten, koennen Doerfer abseits der Touristenpfade erkunden und sind nicht an Fahrplaene gebunden. Die Preise sind vernuenftig: etwa 25-40 Euro pro Tag fuer einen Kleinwagen, je nach Saison und Anbieter.
Aber es gibt ernsthafte Nachteile. Der Verkehr auf Malta ist beruehmt-beruechtig. Die Strassen sind eng, der Fahrstil der Einheimischen ist, sagen wir, enthusiastisch, und Parkplaetze in den Touristenzentren sind rar und teuer. In Valletta ist Parken praktisch unmoeglich (und unnoetig - die Stadt ist autofrei). Dazu kommt der Linksverkehr, der von der britischen Kolonialzeit geblieben ist und anfangs gewoehnungsbeduerftig ist.
Mein Rat: Wenn Sie hauptsaechlich Valletta, Mdina und die Hauptsehenswuerdigkeiten besuchen wollen, brauchen Sie kein Auto. Wenn Sie die ganze Insel erkunden, abgelegene Buchten finden und maximal flexibel sein wollen, kann ein Mietwagen sinnvoll sein - aber planen Sie fuer die ersten Tage etwas Geduld ein.
Taxis und Ridesharing
Weisse maltesische Taxis sind offiziell und nutzen Taxameter (bestehen Sie darauf!). Die Preise sind hoeher als in Deutschland - rechnen Sie mit etwa 10-15 Euro fuer kurze Strecken innerhalb einer Stadt, 30-40 Euro fuer laengere Fahrten (z.B. Valletta-Gozo Faehre). Nachtzuschlaege und Festtage koennen die Preise erhoehen.
Bolt ist auf Malta weit verbreitet und oft 20-30% guenstiger als normale Taxis. Die App funktioniert zuverlaessig, und Sie sehen den Preis vor der Buchung. Uber ist nicht verfuegbar.
Wasser-Taxis verbinden Sliema mit Valletta ueber den Grand Harbour und bieten eine schnelle (10 Minuten), malerische Alternative zum Bus. Die Boote fahren regelmaessig und kosten 2,80 Euro fuer die einfache Fahrt.
Faehren
Die Gozo-Faehre verbindet Cirkewwa (Nordspitze Maltas) mit Mgarr (Gozo). Die Ueberfahrt dauert 25 Minuten und kostet 4,65 Euro fuer Fussgaenger (Rueckfahrt inklusive - Sie zahlen nur auf der Hinfahrt). Mit Auto sind es etwa 15 Euro (plus Fahrer). Die Faehren fahren alle 45 Minuten, in der Stosszeit alle 30 Minuten. Fruehs um 6 Uhr und spaetabends ist es am ruhigsten.
Die neue Gozo Fast Ferry bietet eine schnellere Verbindung (20 Minuten) zwischen Valletta Waterfront und Mgarr Harbor auf Gozo. Sie kostet 7 Euro pro Strecke und ist ideal, wenn Sie in Valletta wohnen und einen Tagesausflug nach Gozo machen wollen.
Nach Comino gibt es keine regulaere Faehrenverbindung, sondern Ausflugsboote von verschiedenen Haefen (Cirkewwa, Sliema, Bugibba, Mgarr Gozo). Die Preise liegen bei etwa 15-25 Euro fuer eine Rueckfahrt mit einigen Stunden Aufenthalt an der Blauen Lagune.
Zu Fuss und per Fahrrad
Valletta, Mdina, die Drei Staedte und viele Dorfzentren sind am besten zu Fuss zu erkunden. Die Distanzen sind kurz, und nur so entdecken Sie die versteckten Ecken und Details. Beachten Sie allerdings, dass Malta huegelig ist und viele Treppen hat - bequeme Schuhe sind ein Muss.
Fahrradfahren ist auf Malta keine verbreitete Aktivitaet, und das aus gutem Grund: Die Strassen sind eng, der Verkehr ruecksichtslos, und es gibt praktisch keine Radwege. Wenn Sie trotzdem radeln wollen, halten Sie sich an die Nebensaison, meiden Sie Hauptstrassen, und konzentrieren Sie sich auf Gozo, wo die Verhaeltnisse ruhiger sind. E-Bikes koennen in einigen Orten gemietet werden.
Kultureller Code: Wie man sich auf Malta verhaelt
Malta ist ein herzliches, gastfreundliches Land, in dem Touristen willkommen sind. Aber wie ueberall gibt es kulturelle Besonderheiten, die Sie kennen sollten, um Fettnaepfchen zu vermeiden und tiefer in die Kultur einzutauchen.
Religion und Kirchen
Malta ist tief katholisch gepraegt - etwa 88% der Bevoelkerung sind Katholiken, und die Religion spielt im Alltag eine grosse Rolle. Das aeussert sich in den beeindruckenden Kirchen (jedes Dorf hat mindestens eine, oft prunkvoller als der Ort selbst), in den Dorffesten (Festas), und im allgemeinen Lebensrhythmus.
Beim Besuch von Kirchen gilt: Schultern und Knie bedecken. Kurze Hosen, Minirocke, Traegertops und Strandbekleidung sind nicht angemessen. In den Hauptkirchen (St. Johns Kathedrale, Mdina Kathedrale) wird am Eingang kontrolliert, und Sie werden ohne angemessene Kleidung nicht eingelassen. Tragen Sie zur Sicherheit immer einen leichten Schal oder ein Hemd mit, das Sie ueberziehen koennen.
Fotografieren ist in den meisten Kirchen erlaubt, aber ohne Blitz und mit Ruecksicht auf Betende. Waehrend Gottesdiensten sollten Sie als Tourist entweder teilnehmen (still hinsetzen) oder den Besuch verschieben.
Kleidung und Benehmen
Abseits der Kirchen ist die Kleiderordnung entspannt. Badebekleidung ist allerdings nur am Strand angemessen - fuer den Spaziergang durch die Stadt sollten Sie sich etwas ueberziehen. In Restaurants und Bars ist Smart Casual ueblich, richtig formelle Kleidung ist selten erforderlich.
Die Malteser sind generell freundlich und geduldig mit Touristen. Hoeflichkeit (bitte, danke, Gruessen) wird geschaetzt. Ein einfaches Bongu (guten Morgen auf Maltesisch) oder Grazzi (danke) wird mit einem Laecheln belohnt, auch wenn die meisten Malteser fliessend Englisch sprechen.
Sprache
Maltesisch ist eine faszinierende Sprache - semitischen Ursprungs (verwandt mit Arabisch), aber mit starken italienischen und englischen Einfluessen und in lateinischer Schrift geschrieben. Fuer die meisten Touristen ist es voellig unverstaendlich, und das ist in Ordnung - praktisch alle Malteser sprechen auch Englisch, das zweite Amtssprache und Unterrichtssprache ist.
Italienisch wird von vielen aelteren Maltesern verstanden und gesprochen (Malta empfing lange italienisches Fernsehen). Deutsch ist weniger verbreitet, aber in touristischen Bereichen finden Sie oft Personal mit Deutschkenntnissen.
Ein paar nuetzliche Woerter auf Maltesisch:
- Bongu - Guten Morgen
- Bonswa - Guten Abend
- Grazzi - Danke
- Jekk joghgbok - Bitte
- Sahha - Tschuess/Prost
- Iva - Ja
- Le - Nein
Essen und Trinken
In Restaurants ist Service inklusive, aber ein kleines Trinkgeld (5-10% oder Aufrunden) wird geschaetzt und ist fuer guten Service ueblich. In Bars wird Trinkgeld nicht erwartet, aber Sie koennen den Betrag aufrunden. Fuer Reiseleiter und bei Bootsausfluegen sind 2-5 Euro pro Person angemessen.
Die Essenszeiten sind spaeter als in Deutschland: Mittagessen zwischen 13 und 15 Uhr, Abendessen selten vor 20 Uhr (viele Restaurants oeffnen erst um 19 Uhr). In touristischen Gebieten finden Sie natuerlich auch frueher etwas zu essen.
Rauchen und Alkohol
Rauchen ist in allen geschlossenen oeffentlichen Raeumen verboten (Restaurants, Bars, Hotels). Viele Lokale haben Aussenbereiche, wo geraucht werden darf. An Straenden und in Parks gibt es keine speziellen Einschraenkungen, aber nehmen Sie Ruecksicht auf andere.
Alkohol ist frei erhaeltlich und das Trinkverhalten aehnelt dem in Suedeuropa - moderat und gesellig, selten uebertrieben. In Paceville (dem Partyviertel) sieht es anders aus, aber das ist eine Welt fuer sich. Das Mindestalter fuer Alkoholkauf ist 17 Jahre.
Besondere Tage und Feiertage
Malta hat zahlreiche Feiertage, an denen Geschaefte und viele Attraktionen geschlossen sein koennen:
- 1. Januar - Neujahr
- 10. Februar - Schiffbruch des Apostels Paulus (wichtiger lokaler Feiertag)
- 19. Maerz - St. Josef
- 31. Maerz - Tag der Freiheit
- Karfreitag und Ostersonntag - bewegliche Feiertage
- 1. Mai - Tag der Arbeit
- 7. Juni - Sette Giugno (Gedenktag)
- 29. Juni - St. Peter und Paul
- 15. August - Maria Himmelfahrt (einer der groessten Feiertage)
- 8. September - Tag des Sieges / Marienfest (wichtig wegen der Grossen Belagerung)
- 21. September - Unabhaengigkeitstag
- 8. Dezember - Unbefleckte Empfaengnis
- 13. Dezember - Tag der Republik
- 25. Dezember - Weihnachten
Sicherheit auf Malta
Malta ist eines der sichersten Reiseziele im Mittelmeerraum - und das ist keine Tourismuswerbung, sondern Realitaet. Die Kriminalitaetsrate ist niedrig, Gewaltverbrechen gegen Touristen sind extrem selten, und Sie koennen sich auch nachts in den allermeisten Gegenden sicher bewegen.
Allgemeine Sicherheitslage
Malta hat eine sehr niedrige Kriminalitaetsrate im europaeischen Vergleich. Die Inselmentalitaet (jeder kennt jeden) und die starken sozialen Strukturen tragen dazu bei. Morde, Ueberfaelle und schwere Koerperverletzung sind selten und machen, wenn sie vorkommen, Schlagzeilen - was an sich schon ein Indikator fuer das Sicherheitsniveau ist.
Kleinkriminalitaet (Taschendiebstahl, Diebstahl von Strand und Hotel) existiert, besonders in touristischen Hotspots. Halten Sie die ueblichen Vorsichtsmassnahmen ein: Wertgegenstande nicht offen zur Schau stellen, Taschen geschlossen halten, nichts Wertvolles am Strand zuruecklassen. Die meisten Diebstaehle sind Gelegenheitsdelikte, die durch einfache Vorsicht vermieden werden koennen.
Verkehrssicherheit
Die groesste Gefahr auf Malta ist ironischerweise der Verkehr. Die Unfallrate ist hoch, der Fahrstil aggressiv, und Fussgaenger muessen wachsam sein. Schauen Sie beim Ueberqueren immer in beide Richtungen (nicht nur nach rechts - Linksverkehr!), nutzen Sie Zebrastreifen (aber verlassen Sie sich nicht darauf, dass Autos anhalten), und seien Sie besonders vorsichtig bei schlechten Lichverhaeltnissen.
Wenn Sie selbst fahren: Defensive Fahrweise ist das Gebot der Stunde. Rechnen Sie damit, dass andere Fahrer ploetzlich abbiegen, ueberholen, wo man es nicht erwartet, und Vorfahrtsregeln flexibel auslegen. Langsamer fahren und entspannt bleiben.
Naturgefahren
Malta hat keine giftigen Schlangen oder gefaehrlichen Landtiere. Im Meer sollten Sie auf Seeigel achten (treten Sie in flachem, felsigem Wasser nicht barfuss) und gelegentlich auf Quallen (meist harmlos, aber unangenehm). Haie kommen im Mittelmeer vor, aber Angriffe sind extrem selten und auf Malta praktisch unbekannt.
Die Sonne ist im Sommer intensiv. Unterschaetzen Sie die UV-Strahlung nicht - Sonnenschutz, Hut und genuegend Wasser sind unbedingt erforderlich. Hitzeschlaege sind eine reale Gefahr, besonders bei Wanderungen und Besichtigungen in der Mittagshitze.
Stroemungen koennen an einigen Kuesten gefaehrlich sein, besonders bei auflandigem Wind und an der Nordkueste. Achten Sie auf Warnschilder und lokale Hinweise. Wenn rote Flaggen gehisst sind, gehen Sie nicht ins Wasser.
Nachtleben und Paceville
Paceville, das Ausgehviertel in St. Julian's, ist grundsaetzlich sicher, kann aber nachts ueberfuellt und unruhig werden. Alkoholbedingte Zwischenfaelle (Poebeleien, Schlaegereien) kommen vor, besonders am Wochenende. Wenn Sie feiern gehen, bleiben Sie wachsam, passen Sie auf Ihre Getraenke auf, und vermeiden Sie Konfrontationen. Frauen sollten in Gruppen unterwegs sein und Drinks nicht aus den Augen lassen.
Betrug und Abzocke
Typische touristische Abzocken (gefaelschte Markenware, ueberhoehte Preise in nicht markierten Restaurants) existieren, sind aber nicht weit verbreitet. Ein paar Tipps:
- Bestehen Sie in Taxis auf dem Taxameter oder vereinbaren Sie den Preis vorher
- In Restaurants pruefen Sie die Preise auf der Karte vor der Bestellung
- Bei Bootsausfluegen buchen Sie bei etablierten Anbietern
- Wechseln Sie Geld nur in Banken oder offiziellen Wechselstuben (unnoetig bei Euro, aber wichtig fuer Nicht-EU-Buerger)
Notfallnummern
Die europaeische Notrufnummer 112 funktioniert auf Malta fuer alle Notfaelle (Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst). Spezifische lokale Nummern:
- Polizei: 191
- Rettungsdienst: 196
- Feuerwehr: 199
- Deutsche Botschaft (Valletta): +356 2260 4000
Gesundheit und medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung auf Malta ist gut - die Insel hat moderne Krankenhaeuser, qualifizierte Aerzte und Apotheken mit breitem Angebot. Als EU-Buerger haben Sie Anspruch auf Behandlung in oeffentlichen Einrichtungen.
Krankenversicherung
Die Europaeische Krankenversicherungskarte (EHIC) wird in oeffentlichen Gesundheitseinrichtungen akzeptiert. Damit haben Sie Anspruch auf die gleiche Behandlung wie maltesische Buerger. Allerdings kann es in oeffentlichen Krankenhaeusern zu Wartezeiten kommen, und die Infrastruktur ist nicht immer auf dem neuesten Stand.
Eine private Reisekrankenversicherung ist trotzdem empfehlenswert. Sie bietet Zugang zu privaten Kliniken (kuerzer Wartezeiten, oft bessere Ausstattung), Ruecktransport im Notfall, und unkomplizierte Abwicklung. Die Kosten sind gering (wenige Euro fuer eine Woche) im Vergleich zum Nutzen im Ernstfall.
Krankenhaeuser und Aerzte
Das Mater Dei Hospital in Msida ist das Hauptkrankenhaus Maltas mit Notaufnahme und allen Fachabteilungen. Auf Gozo gibt es das kleinere Gozo General Hospital. Private Kliniken (z.B. St. James Hospital, St. Thomas Hospital) bieten schnellere Termine und gehobeneren Service.
Englischsprachige Aerzte sind leicht zu finden - Englisch ist Unterrichtssprache an der medizinischen Fakultaet. Fuer einen Arztbesuch benoetigen Sie normalerweise keinen Termin in oeffentlichen Gesundheitszentren (Health Centres), aber Wartezeiten koennen mehrere Stunden betragen.
Apotheken
Apotheken (Pharmacy) sind in allen Ortschaften zu finden und gut sortiert. Viele gaengige Medikamente sind rezeptfrei erhaeltlich. Wenn Sie regelmaessig Medikamente einnehmen, bringen Sie ausreichend Vorrat mit - Ihre spezifische Marke ist moeglicherweise nicht verfuegbar, und ein maltesisches Rezept waere erforderlich.
Nachts und am Wochenende haben immer einige Apotheken Notdienst. Die diensthabenden Apotheken werden in den Medien und online veroeffentlicht, oder Sie rufen 1755 an.
Typische Gesundheitsprobleme fuer Touristen
Sonnenbrand und Hitzeschlaege sind die haeufigsten Probleme. Schuetzen Sie sich konsequent vor der Sonne, trinken Sie genuegend Wasser (mindestens 2-3 Liter am Tag bei Aktivitaeten in der Sonne), und meiden Sie in der Mittagszeit direkte Sonnenexposition.
Magenverstimmungen koennen vorkommen, sind aber selten auf mangelnde Lebensmittelhygiene zurueckzufuehren - Malta hat hohe Standards. Wahrscheinlicher ist die Umstellung auf andere Ernaehrung, oeliges Essen oder Klimaanlage.
Insektenstiche (Muecken) koennen laestig sein, besonders abends in ländlichen Gebieten. Bringen Sie Insektenschutzmittel mit oder kaufen Sie es vor Ort.
Leitungswasser
Das Leitungswasser auf Malta ist technisch trinkbar, aber der Geschmack ist wegen der Entsalzung und des hohen Mineralgehalts gewoehnungsbeduerftig. Die meisten Einheimischen und Touristen trinken Flaschenwasser. Fuer Kaffee, Tee und Kochen ist Leitungswasser unproblematisch.
Geld und Bezahlen auf Malta
Als Euroland ist Malta fuer Reisende aus Deutschland, Oesterreich und dem Euroraum finanziell unkompliziert. Sie muessen sich keine Gedanken ueber Wechselkurse machen und koennen Ihre gewohnten Zahlungsmittel verwenden.
Waehrung und Geldwechsel
Malta verwendet den Euro seit 2008. Fuer Reisende aus dem Euroraum ist kein Geldwechsel erforderlich. Schweizer muessen Franken in Euro wechseln - am besten noch zu Hause oder am Flughafen Malta, da die Wechselkurse in der Stadt nicht immer guenstig sind.
Bargeld und Geldautomaten
Geldautomaten (ATM) sind ueberall verfuegbar - in Flughaefen, Staedten, Doerfern, Einkaufszentren. Die meisten akzeptieren alle gaengigen Karten (Visa, Mastercard, Maestro). Abhebungsgebuehren haengen von Ihrer Bank zu Hause ab, nicht von den maltesischen Automaten. Einige deutsche Banken bieten kostenlose Abhebungen im Euroraum an - erkundigen Sie sich vor der Reise.
Trotz der weiten Verbreitung von Kartenzahlung ist Bargeld auf Malta noch immer beliebt. Kleinere Geschaefte, Maerkte, Busse und manche Restaurants nehmen nur Bargeld. Haben Sie immer etwas Bargeld dabei, besonders in kleineren Ortschaften und auf Gozo.
Kartenzahlung
Kredit- und Debitkarten (Visa, Mastercard) werden in den meisten Hotels, Restaurants, Geschaeften und an Touristenattraktionen akzeptiert. Kontaktloses Bezahlen ist weit verbreitet. American Express wird seltener akzeptiert und kann Zusatzgebuehren verursachen.
Maestro/EC-Karten funktionieren an Geldautomaten, werden aber beim Bezahlen nicht ueberall akzeptiert. Eine Visa oder Mastercard Debitkarte ist die flexibelste Option.
Preise und Lebenshaltungskosten
Malta ist guenstiger als die Schweiz und Skandinavien, aber teurer als Osteuropa und etwa auf dem Niveau Sueddeutschlands oder Oesterreichs. In den letzten Jahren sind die Preise gestiegen, besonders fuer Unterkuenfte in der Hochsaison.
Einige Richtwerte (Stand 2025):
- Espresso im Cafe: 1,50-2,50 Euro
- Bier in der Bar: 3-5 Euro
- Mittagessen (einfaches Restaurant): 10-15 Euro
- Abendessen (gehobenes Restaurant): 25-50 Euro pro Person
- Flasche Wein im Supermarkt: ab 5 Euro
- Busfahrt: 1,50-2 Euro
- Museum/Sehenswuerdigkeit: 10-15 Euro
- Budget-Unterkunft: ab 50 Euro/Nacht
- Mittelklasse-Hotel: 100-150 Euro/Nacht
- Luxushotel: ab 200 Euro/Nacht
Trinkgeld
Trinkgeld ist auf Malta ueblich, aber nicht obligatorisch. In Restaurants sind 5-10% fuer guten Service angemessen, wenn die Rechnung keine Servicepauschale enthaelt (pruefe Sie die Rechnung - manchmal ist service charge bereits enthalten). In Bars wird aufgerundet. Fuer Reiseleiter und Fahrer bei Touren sind 2-5 Euro pro Person angemessen.
Budgetplanung
Fuer eine Woche Malta sollten Sie je nach Reisestil planen:
- Budget (Hostels, Selbstverpflegung, oeffentliche Verkehrsmittel): etwa 50-70 Euro pro Tag
- Mittelklasse (3-Sterne-Hotel, Restaurants, einige Touren): etwa 100-150 Euro pro Tag
- Komfortabel (4-5-Sterne-Hotel, gehobene Restaurants, Mietwagen): etwa 200-300 Euro pro Tag
Diese Schaetzungen sind pro Person bei Doppelbelegung und exklusive Fluege.
Reiserouten: Malta in 7, 10, 14 und 21 Tagen
Malta ist kompakt genug, um auch bei kurzem Aufenthalt viel zu sehen, bietet aber genug Tiefe, um drei Wochen oder laenger zu fuellen. Hier sind detaillierte Reiserouten fuer verschiedene Aufenthaltsdauern.
7 Tage: Die Highlights
Eine Woche reicht aus, um die wichtigsten Sehenswuerdigkeiten zu entdecken und einen guten Eindruck von Malta zu bekommen. Dieser Plan ist etwas ambitioniert, aber machbar.
Tag 1: Ankunft und Valletta Orientierung
Ankunft, Transfer zur Unterkunft (idealerweise in Valletta oder Sliema). Nachmittags entspannter Spaziergang durch Valletta: Republic Street entlang bis zum Fort St. Elmo, dann zurueck ueber die Merchant Street. Abends Upper Barrakka Gardens zum Sonnenuntergang ueber dem Grand Harbour. Abendessen in Valletta.
Tag 2: Valletta intensiv
Vormittags St.-Johannes-Kathedrale (frueh kommen, bevor die Massen eintreffen). Dann Grossmeisterpalast und Waffenmuseum. Mittagessen in einem Nebengassen-Restaurant. Nachmittags Nationalmuseum fuer Archaeologie (fuer prahistorische Fundstucke) oder MUZA (modernes Kunstmuseum). Abends: Bootsfahrt um den Grand Harbour oder Wassertaxi nach Sliema zum Abendessen an der Waterfront.
Tag 3: Drei Staedte
Mit der Faehre von Valletta nach Drei Staedte. Vittoriosa erkunden: Fort St. Angelo, Inquisitionspalast, enge Gassen. Weiter nach Senglea zur Vedette mit Panoramablick. Mittagessen in einem lokalen Restaurant in Birgu. Nachmittags Spaziergang durch Cospicua und zurueck nach Valletta.
Tag 4: Mdina und Rabat
Bus oder Taxi nach Mdina. Durch das Mdina-Tor eintreten und die Stille Stadt erkunden. St. Pauls Kathedrale, Palazzo Falson, Stadtmauern. Mittagessen im historischen Fontanella Tea Garden mit Aussicht. Nachmittags Rabat: St. Pauls Katakomben, Casa Bernard. Abends nach Sliema oder St. Julian's fuer Abendessen und Nachtleben.
Tag 5: Tagesausflug Gozo
Frueh aufstehen! Faehre nach Gozo. Mit Bus oder Hop-on-Hop-off die Insel erkunden: Zitadelle in Victoria, Dwejra (Inland Sea, Azure Window Ruinen), Ramla Bucht zum Schwimmen. Mittagessen in Xlendi oder Mgarr. Letzte Faehre zurueck nach Malta.
Tag 6: Sueden und Tempel
Vormittags Hal-Saflieni-Hypogaeum (wenn Sie Tickets haben - sonst Hagar Qim und Mnajdra Tempel). Mittagessen in Marsaxlokk (Fisch!). Nachmittags Marsaxlokk erkunden: Luzzu-Boote, Hafen, (falls Sonntag: Sonntagsmarkt). Spaeter Blue Grotto besichtigen (wenn die See ruhig ist und Zeit bleibt). Abends zurueck zur Unterkunft.
Tag 7: Strand und Abreise
Je nach Abflugzeit: Vormittags Schwimmen an einem der Straende (St. Peter's Pool, Ghajn Tuffieha, oder eine der Felsbuchten). Oder Ausflug zur Blauen Lagune auf Comino. Rechtzeitig zum Flughafen.
10 Tage: Mit mehr Tiefe
Zehn Tage erlauben es, langsamer zu reisen und mehr zu erleben. Hier die Ergaenzungen zum Sieben-Tage-Plan:
Tag 8: Comino und Blaue Lagune
Wenn nicht schon am Tag 7: Bootsausflug zur Blauen Lagune. Den ganzen Tag zum Schwimmen, Schnorcheln und Erkunden der kleinen Insel. Wanderung zum St. Mary's Tower fuer Aussicht. Zurueck am spaeten Nachmittag.
Tag 9: Nordkueste und Strände
Erkundung der Nordkueste: Mellieha Bay (groesster Sandstrand Maltas), Popeye Village (Filmkulisse, kitschig aber unterhaltsam), Paradise Bay oder Anchor Bay. Wanderung entlang der Klippen wenn gewuenscht. Abends Abendessen in einem Fischrestaurant in Mellieha.
Tag 10: Zweiter Tag auf Gozo
Gozo verdient einen zweiten Besuch oder sogar eine Uebernachtung. An diesem Tag konzentrieren Sie sich auf das, was Sie beim ersten Besuch verpasst haben: vielleicht die barocken Kirchen, eine Wanderung, Tauchen an den beruehmten Spots, oder einfach Entspannung in einem der ruhigen Doerfer.
14 Tage: Die umfassende Erkundung
Zwei Wochen sind ideal fuer Malta. Sie haben Zeit, auch die weniger bekannten Ecken zu entdecken und wirklich in das Leben der Inseln einzutauchen.
Zusaetzliche Tage 11-14:
Tag 11: Tauchen oder Schnorcheln (Malta hat exzellente Tauchplaetze - auch fuer Anfaenger). Oder: Kajak-Tour entlang der Kueste.
Tag 12: Die weniger besuchten Doerfer im Zentrum der Insel: Mosta (beruemte Rotunda), Naxxar (Palazzo Parisio), Attard (San Anton Gardens). Mittagessen in einem lokalen Restaurant abseits der Touristenpfade.
Tag 13: Wiederholungsbesuch Ihrer Lieblingsorte. Vielleicht nochmal Valletta fuer verpasste Museen, oder ein fauler Tag am Strand.
Tag 14: Abreise mit Zeit fuer letzte Einkaeufe oder einen Morgenspaziergang.
21 Tage: Wie ein Einheimischer leben
Drei Wochen sind lang genug, um Malta wirklich kennenzulernen und in den Rhythmus der Inseln einzutauchen.
Zusaetzliche Empfehlungen fuer die dritte Woche:
- Uebernachtung auf Gozo (mindestens 2-3 Naechte) fuer eine tiefere Erfahrung der Schwesterinsel
- Sprachkurs (Englisch oder sogar Maltesisch) fuer eine kulturelle Vertiefung
- Kochkurs in maltesischer Kueche
- Segeltag oder Yachtausflug um den Archipel
- Besuch von Events oder Konzerten (besonders wenn eine Festa in die Zeit faellt)
- Tagesausflug nach Sizilien (Faehre oder Helikopter nach Catania, etwa 1,5 Stunden)
- Weinproben in einem der maltesischen Weingueter
- Fotografie-Tour zu den schoensten Spots bei idealem Licht (Sonnenaufgang und Sonnenuntergang)
- Vogelbeobachtung (Malta liegt auf wichtigen Zugvogelrouten)
Nach drei Wochen werden Sie Malta nicht mehr als Tourist erleben, sondern als temporaerer Bewohner. Sie werden Ihre Lieblingscafes haben, Gesichter wiedererkennen, und vielleicht sogar ein paar Worte Maltesisch aufgeschnappt haben. Das ist unbezahlbar.
Internet und Konnektivitaet
Malta ist ein gut vernetztes Land mit zuverlaessiger mobiler Abdeckung und weitverbreitetem WLAN. Fuer deutsche, oesterreichische und Schweizer Reisende gibt es mehrere Optionen, online zu bleiben.
EU-Roaming
Die beste Nachricht zuerst: Fuer Reisende aus EU-Laendern (Deutschland, Oesterreich) gilt Roaming zu Inlandspreisen. Sie koennen Ihren deutschen oder oesterreichischen Tarif ohne Zusatzkosten nutzen - Anrufe, SMS und Daten werden wie zu Hause abgerechnet. Pruefen Sie aber die Fair-Use-Grenzen Ihres Vertrags, besonders fuer Daten.
Schweizer haben keinen automatischen Roaming-Vorteil und sollten sich vor der Reise ueber die Roaming-Konditionen ihres Anbieters informieren. Oft lohnt sich ein Datenpaket fuer Europa oder eine lokale SIM-Karte.
Lokale SIM-Karten
Wenn Sie keinen EU-Tarif haben oder laengere Zeit auf Malta verbringen, ist eine lokale SIM-Karte eine guenstige Option. Die Hauptanbieter sind:
- GO Malta - der groesste Anbieter mit bester Netzabdeckung
- Vodafone Malta - gute Abdeckung, besonders in staedtischen Gebieten
- Melita - guenstigere Tarife, etwas schlechtere Abdeckung in laendlichen Gebieten
Prepaid-SIM-Karten koennen am Flughafen, in den Geschaeften der Anbieter, oder in vielen Kiosken und Zeitschriftenlaeden gekauft werden. Sie benoetigen einen Ausweis zur Registrierung. Typische Datenpakete kosten etwa 10-15 Euro fuer 5-10 GB.
WLAN
Die meisten Hotels, Restaurants, Cafes und Bars bieten kostenloses WLAN an. Die Qualitaet variiert, ist aber im Allgemeinen gut genug fuer normale Nutzung. Fragen Sie nach dem Passwort - oft ist es auf der Speisekarte oder dem Thekenaufsteller zu finden.
Kostenlose oeffentliche WLAN-Hotspots gibt es in Valletta (besonders rund um den Renzo Piano Gateway), in einigen Parks und an der Waterfront von Sliema.
Telefonieren
Die Landesvorwahl von Malta ist +356. Ortsvorwahlen gibt es nicht - alle maltesischen Nummern haben 8 Ziffern. Um nach Deutschland zu telefonieren, waehlen Sie +49, fuer Oesterreich +43, fuer die Schweiz +41, gefolgt von der Nummer ohne fuehrende Null.
Oeffentliche Telefonzellen existieren noch, werden aber kaum genutzt. Mit einem Smartphone und EU-Roaming oder WLAN-Calling brauchen Sie sie nicht.
Maltesische Kueche: Was essen auf Malta
Die maltesische Kueche ist eine faszinierende Mischung aus Einfluessen - sizilianisch, arabisch, britisch, nordafrikanisch - und hat ihren ganz eigenen Charakter entwickelt. Frische Meeresfruechte, kraeftiges Olivenoel, getrocknete Tomaten und lokale Kraeuter prangen in den Gerichten. Hier ist Ihr kulinarischer Fuehrer durch Malta.
Typische Gerichte
Pastizzi - Das ultimative maltesische Streetfood. Diese gefuellten Blaetterteigtaschen gibt es in zwei klassischen Varianten: mit Ricotta (pastizzi tal-irkotta) oder Erbsenmus (pastizzi tal-pizelli). Sie kosten etwa 0,30-0,50 Euro pro Stueck und sind an jeder Ecke in den Pastizzerien erhaeltlich, frisch aus dem Ofen. Heiss und knusprig zum Fruehstueck oder als Snack zwischendurch - koestlich!
Ftira - Das maltesische Fladenbrot, oft belegt mit Tomaten, Kapern, Oliven, Thunfisch und lokalem Gbejniet-Kaese. Es gibt sie in vielen Variationen, von der einfachen Version als Snack bis zu aufwaendigen Varianten in Restaurants.
Bragioli - Rinderrouladen, gefuellt mit einer Mischung aus Hackfleisch, Speck, Brotkrumen und Kraeutern, geschmort in Tomatensauce. Ein herzhaftes Hauptgericht, typisch fuer Familienmahlzeiten.
Fenkata - Geschmortes Kaninchen ist das Nationalgericht Maltas. Es wird oft als erstes Gang-Pasta mit Kaninchen-Sauce (Spaghetti bil-fenkata) serviert, gefolgt von den geschmorten Kaninchenstuecken selbst. Nicht verpassen!
Lampuki - Die Goldmakrele ist der beliebteste Fisch Maltas, besonders im Herbst waehrend der Saison (September bis November). Sie wird gegrillt, gebacken oder als Pie (torta tal-lampuki) zubereitet.
Aljotta - Eine reichhaltige Fischsuppe mit Knoblauch, Tomaten und Kraeutern. Perfekt als Vorspeise oder leichtes Mittagessen.
Kapunata - Aehnlich dem sizilianischen Caponata, ein Gemuese-Eintopf aus Auberginen, Tomaten, Oliven und Kapern. Warm oder kalt serviert, oft als Beilage oder Vorspeise.
Lokale Produkte
Gbejniet - Kleine Ziegenkaese-Laibchen, frisch (friski) oder getrocknet und gepfeffert (tal-bzar). Der getrocknete Kaese hat einen intensiven Geschmack und wird gerne mit Brot und Tomaten gegessen.
Kunserva - Konzentrierte Tomatenpaste, oft hausgemacht, ein Grundpfeiler der maltesischen Kueche.
Kinnie - Die nationale Limonade Maltas, ein Bitter-Orange-Getraenk mit Kraeuter-noten. Erfrischend und einzigartig - probieren Sie es!
Maltesischer Wein - Die Weinproduktion auf Malta ist klein, aber von ueberraschender Qualitaet. Die lokalen Rebsorten Gellewza (rot) und Girgentina (weiss) sind interessant und schwer anderswo zu finden. Marsovin und Delicata sind die bekanntesten Weingueter.
Cisk - Das lokale Bier, ein erfrischendes Lager, das zu fast jedem Essen passt.
Wo essen
Malta bietet die gesamte Bandbreite von Streetfood bis zu Michelin-Sternen. Einige Tipps:
Fuer authentische maltesische Kueche suchen Sie Restaurants abseits der Haupttouristenstrassen. In Valletta versuchen Sie die Nebengassen, in den Doerfern die lokalen Trattorien. Fragen Sie Einheimische nach ihren Lieblings-restaurants.
In Marsaxlokk ist Fisch die offensichtliche Wahl. Die Restaurants am Hafen bieten fangfrischen Fisch und Meeresfruechte. Am Sonntag nach dem Markt ist es besonders geschaeftig - reservieren Sie oder kommen Sie frueh.
Michelin-Sterne gibt es in ION Restaurant (zeitgenoessische maltesische Kueche, 2 Sterne), Under Grain (versteckt in Vallettas Getreidespeicher), und weiteren. Diese Restaurants bieten aussergewoehnliche Erlebnisse, erfordern aber Reservierung und entsprechendes Budget.
Fuer Budget-Essen sind die Pastizzerien unschlagbar. Crystal Palace in Rabat ist legendaer fuer die besten Pastizzi der Insel - die Warteschlange spricht fuer sich. Auch die Imbissbuden in den Maerkten und die einfachen Cafes bieten gutes Essen zu kleinen Preisen.
Suessspeisen und Kaffee
Imqaret - Frittierte Teigtaschen gefuellt mit Datteln, oft mit Honig betraeufelt. Suess, klebrig, koestlich.
Qaghaq tal-ghasel - Ringfoermige Honigkuchen, traditionell zu Weihnachten, aber ganzjaehrig erhaeltlich.
Kannoli - Wie in Sizilien, knusprige Teigrollchen gefuellt mit suessem Ricotta. Immer frisch kaufen - nach einigen Stunden werden sie matschig.
Kaffee - Die Kaffeekultur auf Malta ist italienisch beeinflusst. Espresso, Cappuccino und Macchiato werden ueberall serviert. Die Qualitaet ist im Allgemeinen gut, besonders in den Specialty-Coffee-Shops, die in den letzten Jahren in Valletta und Sliema eroeffnet haben.
Essen gehen: Praktische Tipps
Die Essenszeiten auf Malta sind spaeter als in Deutschland. Restaurants oeffnen oft erst um 19 oder 19:30 Uhr fuer das Abendessen. In touristischen Gebieten finden Sie natuerlich frueher etwas zu essen, aber das Publikum wird dann hauptsaechlich aus Touristen bestehen.
Reservierungen sind empfehlenswert fuer gehobene Restaurants und am Wochenende. In einfachen Lokalen ist es normalerweise nicht noetig.
Service ist oft im Preis inbegriffen (pruefe Sie die Rechnung), aber ein zusaetzliches Trinkgeld von 5-10% wird bei gutem Service geschaetzt.
Einkaufen und Souvenirs
Malta bietet eine interessante Mischung aus traditionellem Kunsthandwerk und modernem Shopping. Hier ist, was Sie mit nach Hause bringen koennten.
Traditionelle Souvenirs
Maltesische Spitze (Bizzilla) - Die traditionelle Kloeppelspitze ist eines der bekanntesten Handwerksprodukte Maltas. Besonders auf Gozo ist die Tradition noch lebendig. Achten Sie auf handgefertigte Stuecke (teurer, aber einzigartig) versus maschinell hergestellte Massenware.
Glasblaserkunst - Die Mdina Glass Fabrik und Ta' Qali Crafts Village bieten handgeblasene Glaswaren in den charakteristischen Malta-Farben (Blau, Gruen, Gold). Die Werkstaetten koennen besichtigt werden, und Sie koennen den Handwerkern bei der Arbeit zusehen.
Silberfiligran - Feine Silberarbeiten in traditionellen Mustern, oft als Schmuck oder Dekorationsgegenstande. Das Malteserkreuz ist ein beliebtes Motiv.
Keramik - Handbemalte Keramik mit traditionellen oder modernen Designs. Besonders auf Gozo und in den Handwerksdoerfern erhaeltlich.
Kulinarische Mitbringsel
Gbejniet - Die kleinen Ziegenkaese-Laibchen halten sich vakuumverpackt einige Zeit und sind ein authentisches Geschenk.
Olivenoel - Maltesisches Olivenoel ist weniger bekannt als italienisches oder griechisches, aber von guter Qualitaet. Achten Sie auf lokale Produktion (Made in Malta).
Kapern - Malta ist beruehmt fuer seine Kapern, die wild auf den Mauern und Felsen wachsen. In Salz oder Essig eingelegt, ein perfektes Mitbringsel fuer Kochbegeisterte.
Wein - Maltesischer Wein ist ausserhalb Maltas schwer zu finden. Eine Flasche Gellewza oder Girgentina ist ein besonderes Souvenir.
Honig - Besonders der Thymian-Honig (ghsel tal-qarnit) hat einen einzigartigen Geschmack.
Kinnie - Die nationale Limonade als Dose oder Flasche - ein ungewoehnliches, aber authentisches Mitbringsel.
Wo einkaufen
In Valletta finden Sie sowohl touristische Souvenirlaeden als auch gehobenere Geschaefte. Die Republic Street und die Merchants Street haben die meisten Optionen. Fuer lokale Designer und Kunsthandwerk schauen Sie in die Seitengassen und in die St. Lucia Street.
Das Ta' Qali Crafts Village zwischen Mdina und Valletta ist eine Ansammlung von Werkstaetten in alten Flugzeughangars. Hier finden Sie Glas, Keramik, Spitze und andere Handwerkskunst, oft zu guenstigeren Preisen als in der Stadt.
Fuer Lebensmittel-Souvenirs sind die Supermaerkte (z.B. Park Towers, The Point Shopping Mall) oft die guenstigste Option. Lokale Produkte wie Kapern, Olivenoel und Wein sind hier zu fairen Preisen erhaeltlich.
Die Maerkte in Marsaxlokk (besonders der Sonntagsmarkt) bieten eine Mischung aus Touristenkitsch und authentischen lokalen Produkten. Fruehmorgens ist die Auswahl am besten.
Bezahlen und Verhandeln
In etablierten Geschaeften sind die Preise fest. Auf Maerkten ist etwas Verhandeln moeglich, aber erwarten Sie keine grossen Nachlaesse - Malta ist nicht der Orient. Ein hoefliches Nachfragen kann aber ein paar Euro sparen, besonders bei groesseren Kaeufen.
Die meisten Geschaefte nehmen Kartenzahlung, aber auf Maerkten und in kleinen Laeden ist Bargeld oft erforderlich.
Nuetzliche Apps fuer Malta
Einige Apps koennen Ihren Malta-Aufenthalt erheblich vereinfachen:
- Tallinja - Die offizielle App fuer den oeffentlichen Nahverkehr. Zeigt Echtzeit-Fahrplaene, Routen und Verspaetungen an. Unverzichtbar, wenn Sie mit dem Bus fahren.
- Bolt - Ridesharing-App, funktioniert auf Malta zuverlaessig und ist oft guenstiger als Taxis. Gut fuer Strecken, die mit dem Bus unpraktisch sind.
- Google Maps - Funktioniert auf Malta gut fuer Navigation, sowohl zu Fuss als auch fuer den oeffentlichen Nahverkehr.
- Heritage Malta - Offizielle App fuer die Museen und archaeologischen Staetten. Audioguides und Informationen zu den Sehenswuerdigkeiten.
- XE Currency - Falls Sie aus der Schweiz kommen und Franken in Euro umrechnen muessen.
- WhatsApp - Die meisten Malteser nutzen WhatsApp fuer die Kommunikation. Nuetzlich fuer Buchungen und Anfragen bei lokalen Anbietern.
Fazit: Ist Malta das Richtige fuer Sie?
Nach all diesen Informationen bleibt die Frage: Sollten Sie nach Malta reisen? Die Antwort haengt von dem ab, was Sie suchen.
Malta ist perfekt fuer Sie, wenn...
- Sie Geschichte lieben und von prahistorischen Tempeln bis zum Zweiten Weltkrieg alles sehen wollen
- Sie mediterrane Kultur, Essen und Lebensart geniessen moechten
- Sie Tauchen oder Schnorcheln wollen (Malta hat exzellente Spots)
- Sie eine Kurzreise von Deutschland, Oesterreich oder der Schweiz mit viel Inhalt suchen
- Sie Architektur und Kunst schaetzen (Valletta ist ein Gesamtkunstwerk)
- Sie als EU-Buerger unkompliziert reisen wollen (Euro, Schengen, kurzer Flug)
- Sie sich fuer Religion und Traditionen interessieren (die Festas sind einzigartig)
Malta ist vielleicht nicht ideal, wenn...
- Sie lange Sandstraende und tropische Vegetation erwarten (Malta ist felsig und karg)
- Sie Menschenmassen vermeiden wollen und im Hochsommer reisen (Juli/August ist voll)
- Sie gruene Landschaften und Wanderwege durch Waelder suchen
- Sie ein guenstiges Reiseziel brauchen (Malta ist mittlerweile nicht mehr billig)
- Sie absolute Ruhe und Abgeschiedenheit suchen (dafuer ist Malta zu dicht besiedelt)
Fuer die meisten Reisenden aus dem deutschsprachigen Raum ist Malta ein hervorragendes Ziel. Es bietet eine einzigartige Kombination aus Geschichte, Kultur, mediterranem Flair und einfacher Erreichbarkeit. Ob fuer ein langes Wochenende, eine Woche oder laenger - Malta hat genug zu bieten, um Sie zu fesseln und mit dem Wunsch zurueckzulassen, wiederzukommen.
Mein persoenlicher Rat: Planen Sie mindestens eine Woche ein, wenn Sie koennen. Drei bis vier Tage sind ein guter Start, aber erst mit mehr Zeit entdecken Sie die versteckten Ecken und lernen die maltesische Lebensart wirklich kennen. Besuchen Sie unbedingt auch Gozo, idealerweise mit Uebernachtung - die Schwesterinsel ist das perfekte Gegenstueck zum lebhaften Malta.
Und vor allem: Lassen Sie Raum fuer das Ungeplante. Die besten Erlebnisse auf Malta sind oft die, die Sie nicht geplant haben - das zufaellige Gespraech mit einem Fischer in Marsaxlokk, die versteckte Kapelle hinter der Gaesschen in Mdina, der Sonnenuntergang ueber dem Grand Harbour, den Sie von einer unerwarteten Stelle aus sehen. Malta ist klein genug, um es zu ueberschauen, aber tief genug, um immer wieder zu ueberraschen.
Gute Reise - oder wie die Malteser sagen: Vjagg it-tajjeb!