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Israel Reisefuehrer: Ein umfassender Leitfaden fuer deutschsprachige Reisende
Israel ist ein Land, das mich seit meiner ersten Reise vor vielen Jahren nicht mehr losgelassen hat. Auf einer Flaeche kleiner als das Bundesland Brandenburg vereint dieses faszinierende Land an der oestlichen Mittelmeerkueste eine solche Dichte an Geschichte, Kultur, Religion und landschaftlicher Vielfalt, dass man kaum glauben kann, wie viel hier auf engstem Raum zusammenkommt. Als deutschsprachiger Reisender haben Sie einen besonderen Zugang zu diesem Land - die historischen Verbindungen, aber auch die moderne Partnerschaft zwischen Deutschland, Oesterreich, der Schweiz und Israel schaffen eine einzigartige Reiseerfahrung.
In diesem umfassenden Reisefuehrer moechte ich Ihnen alles mitgeben, was Sie fuer eine unvergessliche Israelreise brauchen. Ich werde Ihnen nicht nur die bekannten Highlights vorstellen, sondern auch die versteckten Ecken zeigen, die viele Touristen uebersehen. Ich werde ehrlich sein - auch ueber die Herausforderungen, die eine Israelreise mit sich bringen kann. Denn nur mit realistischen Erwartungen koennen Sie das Beste aus Ihrer Reise machen.
1. Warum nach Israel reisen
Die Frage, warum man nach Israel reisen sollte, laesst sich nicht mit einem einzigen Argument beantworten. Dieses kleine Land am oestlichen Mittelmeer bietet eine solche Fuelle an Gruenden, dass ich hier nur die wichtigsten hervorheben kann.
Eine lebendige Zeitreise durch die Menschheitsgeschichte
Nirgendwo sonst auf der Welt koennen Sie durch 5000 Jahre dokumentierte Geschichte wandern wie in Israel. Von den bronzezeitlichen Ruinen in Megiddo, das als Armageddon in die Weltliteratur einging, ueber die roemischen Amphitheater in Caesarea und Beit She'an bis hin zu den kreuzfahrerzeitlichen Festungen in Akko - jeder Stein erzaehlt hier eine Geschichte. Fuer uns Europaeer, die wir stolz auf unsere mittelalterlichen Staedte sind, ist es eine demuetigende und gleichzeitig erhebende Erfahrung, an Orten zu stehen, die schon tausende Jahre alt waren, als in unseren Laendern die ersten Staedte entstanden.
Die Altstadt von Jerusalem ist das ultimative Beispiel dieser lebendigen Geschichte. Hier koennen Sie innerhalb weniger hundert Meter die heiligsten Staetten dreier Weltreligionen besuchen: die Klagemauer des Judentums, die Grabeskirche des Christentums und den Felsendom des Islam. Diese Naehe ist einzigartig auf der Welt und schafft eine spirituelle Intensitaet, die selbst skeptische Besucher beruehrt.
Die Wiege dreier Weltreligionen
Fuer Glaeubige aller abrahamitischen Religionen ist Israel das Heilige Land schlechthin. Christen wandeln auf den Spuren Jesu, von seiner Geburtsstaette in Bethlehem (die heute in den Palaestinensischen Gebieten liegt, aber leicht zu besuchen ist) ueber seine Wirkungsstaetten am See Genezareth bis zur Via Dolorosa in Jerusalem, dem Kreuzweg, den Jesus laut Ueberlieferung zum Kalvarienberg ging. Juden besuchen die Ueberreste des Zweiten Tempels an der Klagemauer und zahlreiche biblische Staetten. Muslime verehren Jerusalem als drittheiligste Stadt des Islam nach Mekka und Medina.
Doch auch fuer religioese Skeptiker oder Agnostiker bietet diese spirituelle Dimension einen faszinierenden kulturellen und historischen Einblick. Sie muessen nicht glaeubig sein, um von der Architektur der Dome of the Rock beeindruckt zu sein oder die emotionale Kraft der Klagemauer zu spueren, an der Menschen aus aller Welt ihre innigsten Gebete sprechen.
Landschaftliche Superlative
Auf einer Nord-Sued-Ausdehnung von nur etwa 470 Kilometern bietet Israel eine erstaunliche Vielfalt an Landschaften. Im Norden finden Sie die gruenen Huegel Galilaaeas und die schneebedeckten Gipfel des Hermon-Gebirges, wo Sie im Winter tatsaechlich Ski fahren koennen. Die Mittelmeer-kueste bietet kilometerlange Sandstraende, waehrend im Landesinneren die Wueste Negev mit ihren dramatischen Kratern und Canyons wartet.
Das absolute Highlight ist zweifellos das Tote Meer, der tiefste Punkt der Erdoberflaeche mit etwa 430 Metern unter dem Meeresspiegel. Hier koennen Sie im salzhaltigsten Gewaesser der Welt schweben - ein surreales Erlebnis, das Sie nirgendwo sonst auf der Welt haben koennen. Und ganz im Sueden liegt Eilat am Roten Meer mit seinen spektakulaeren Korallenriffen, die zu den am besten erhaltenen der Welt gehoeren.
Eine pulsierende moderne Gesellschaft
Tel Aviv, die heimliche Hauptstadt des modernen Israel, ist das komplette Gegenteil des mystischen Jerusalems. Hier pulsiert das zeitgenoessische Leben in all seinen Facetten. Die Stadt gilt als eine der weltweit fuehrenden Start-up-Metropolen, hat eine der lebendigsten LGBTQ+-Szenen weltweit und bietet ein Nachtleben, das locker mit Berlin oder Barcelona mithalten kann. Die Weisse Stadt mit ihrer einzigartigen Bauhaus-Architektur ist UNESCO-Welterbe und ein Muss fuer Architekturliebhaber - eine direkte Verbindung zur deutschen Geschichte, denn viele der Architekten flohen in den 1930er Jahren vor den Nazis aus Deutschland.
Die israelische Kueche hat in den letzten Jahren international grosse Anerkennung gefunden. Kooche wie Yotam Ottolenghi und Eyal Shani haben die Aromen des Nahen Ostens weltweit bekannt gemacht. In Israel selbst koennen Sie diese Kueche in ihrer authentischsten Form erleben - von einfachen Hummus-Lokalen bis hin zu Weltklasse-Restaurants.
Begegnungen mit besonderen Menschen
Was mich bei jeder Israelreise am meisten beeindruckt, sind die Menschen. Israelis sind bekannt fuer ihre Direktheit, die uns Deutschen eigentlich vertraut sein sollte, aber hier noch einmal eine andere Dimension erreicht. Diese Direktheit kann anfangs ueberraschen, aber sie fuehrt auch zu echten, authentischen Begegnungen. Israelis sind enorm gastfreundlich und interessiert an Besuchern aus Deutschland - die komplizierte gemeinsame Geschichte fuehrt oft zu tiefen Gespraechen, wenn Sie offen dafuer sind.
Die israelische Gesellschaft ist zudem unglaublich divers. Hier leben saekulare und ultraorthodoxe Juden, muslimische und christliche Araber, Drusen, Beduinen, aethiopische Juden, russische Einwanderer und viele mehr nebeneinander. Diese Vielfalt macht jeden Besuch zu einer Entdeckungsreise durch verschiedene Kulturen und Lebensweisen.
2. Die Regionen Israels im Detail
Um Israel wirklich zu verstehen und Ihre Reise optimal zu planen, muessen Sie die verschiedenen Regionen des Landes kennen. Jede hat ihren eigenen Charakter, ihre eigenen Attraktionen und ihre eigenen Besonderheiten.
Jerusalem und Umgebung
Jerusalem ist das spirituelle Herz Israels und fuer viele Besucher der Hauptgrund ihrer Reise. Die Stadt liegt auf etwa 800 Metern Hoehe im judaeischen Bergland und hat dadurch ein angenehmes Klima - kuehl im Winter (manchmal sogar mit Schnee) und warm, aber nicht drueckend im Sommer.
Die Altstadt von Jerusalem ist das Kronjuwel der Stadt. Diese von einer osmanischen Mauer umgebene historische Kernzone misst nur etwa einen Quadratkilometer, aber in diesem kleinen Areal konzentriert sich eine unglaubliche Dichte an heiligen Staetten. Die Altstadt ist in vier Viertel unterteilt: das juedische, das muslimische, das christliche und das armenische Viertel. Jedes hat seinen eigenen Charakter und seine eigenen Highlights.
Im juedischen Viertel finden Sie die Klagemauer, den heiligsten Ort des Judentums. Diese massive Stuetzmauer des Tempelbergs ist alles, was vom Zweiten Tempel uebrig geblieben ist, der im Jahr 70 n. Chr. von den Roemern zerstoert wurde. Hier beten Juden aus aller Welt, und auch Nicht-Juden koennen die Mauer beruehren und, wenn sie moechten, einen Wunschzettel in die Ritzen zwischen den Steinen stecken.
Das muslimische Viertel beherbergt den Tempelberg (Haram al-Sharif), auf dem der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee stehen. Der goldene Felsendom ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Jerusalems und ein Meisterwerk islamischer Architektur. Nicht-Muslime koennen das Plateau zu bestimmten Zeiten besuchen, aber nicht die Moscheen betreten.
Im christlichen Viertel liegt die Grabeskirche, die nach christlicher Tradition den Ort der Kreuzigung und des Grabes Jesu markiert. Die Kirche wird von sechs christlichen Konfessionen gemeinsam verwaltet, was manchmal zu kuriosen Situationen fuehrt - aber auch ein faszinierendes Beispiel religioesen Zusammenlebens ist. Die Via Dolorosa, der traditionelle Kreuzweg, fuehrt durch das muslimische und christliche Viertel zur Grabeskirche.
Ausserhalb der Altstadt gibt es noch viel mehr zu entdecken. Der Oelberg bietet den besten Panoramablick auf die Stadt und beherbergt mehrere wichtige christliche Staetten, darunter den Garten Gethsemane, wo Jesus laut Bibel vor seiner Verhaftung betete. Die Maria-Magdalenen-Kirche mit ihren goldenen Zwiebeltuernen ist ein wunderschoenes Beispiel russischer Architektur.
Die Davidsstadt suedlich der Altstadt ist eine der wichtigsten archaeologischen Staetten Israels. Hier koennen Sie durch den Hiskia-Tunnel waten, einen 2700 Jahre alten unterirdischen Wasserkanal, der zum Siloah-Teich fuehrt.
Der Berg Zion beherbergt mehrere bedeutende Staetten, darunter das Davidsgrab und den Abendmahlssaal, wo Jesus laut Tradition das letzte Abendmahl mit seinen Juengern einnahm.
Fuer die neuere Geschichte ist Yad Vashem, die israelische Holocaust-Gedenkstaette, ein absolutes Muss. Dieser zutiefst bewegende Ort dokumentiert den Voelkermord an den europaeischen Juden und ehrt diejenigen, die versuchten, Juden zu retten. Fuer uns Deutsche ist dieser Besuch emotional herausfordernd, aber unverzichtbar.
Das Israel-Museum ist eines der bedeutendsten Museen des Nahen Ostens. Hier werden die Schriftrollen vom Toten Meer aufbewahrt, die aeltesten bekannten Bibelmanuskripte. Der Davidsturm bietet einen ausgezeichneten Einstieg in die Geschichte Jerusalems.
Fuer das alltaegliche Jerusalemer Leben besuchen Sie den Machane-Jehuda-Markt, wo Sie nicht nur frische Lebensmittel kaufen, sondern auch die beste Streetfood-Szene der Stadt finden. Abends verwandelt sich der Markt in ein beliebtes Ausgehviertel mit Bars und Live-Musik.
Ein Kerem ist ein malerisches Dorf am Stadtrand, das als Geburtsort Johannes des Taeufers verehrt wird. Die Kuenstlerateliers, Cafes und historischen Kirchen machen es zu einem perfekten Halbtagesausflug.
Tel Aviv und die Kuestenebene
Tel Aviv ist das moderne Gesicht Israels und ein kompletter Kontrast zu Jerusalem. Diese junge Stadt, erst 1909 gegruendet, ist heute eine pulsierende Metropole mit etwa 450.000 Einwohnern (im Grossraum ueber 3 Millionen). Hier spielt sich das wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Leben Israels ab.
Die Kombination aus Tel Aviv und dem antiken Jaffa (Alt-Jaffa) ist faszinierend. Jaffa ist eine der aeltesten Hafenstaedte der Welt mit ueber 4000 Jahren Geschichte, waehrend Tel Aviv ein Kind des 20. Jahrhunderts ist. Heute sind beide Staedte zu einer Gemeinde verschmolzen, aber sie bewahren ihre unterschiedlichen Charaktere.
In Jaffa sollten Sie durch die verwinkelten Gassen des alten Kuenstlerviertels schlendern, den alten Hafen besuchen und auf dem Flohmarkt nach Antiquitaeten und Kuriositaeten stoebern. Die Sonnenuntergaenge von Jaffa aus, mit Blick auf die moderne Skyline Tel Avivs, sind legendaer.
Neve Tzedek war das erste juedische Viertel ausserhalb von Jaffa und ist heute eines der schicksten Viertel der Stadt. Die restaurierten osmanischen Haeuser beherbergen Boutiquen, Galerien und exzellente Restaurants. Der Rothschild Boulevard ist die Prachtstrasse Tel Avivs, gesaeumt von Bauhaus-Gebaeuden, Cafes und dem beruehmten Unabhaengigkeitssaal, wo 1948 der Staat Israel ausgerufen wurde.
Die Weisse Stadt, UNESCO-Welterbe seit 2003, umfasst ueber 4000 Gebaeude im Bauhaus- und Internationalen Stil. Diese einzigartige Konzentration modernistischer Architektur entstand in den 1930er Jahren, als viele juedische Architekten aus Deutschland flohen. Ein gefuehrter Architekturspaziergang ist sehr zu empfehlen.
Die Maerkte Tel Avivs sind ein Erlebnis fuer alle Sinne. Der Carmel-Markt ist der groesste und lebendigste, waehrend der Sarona Markt in einer restaurierten deutschen Templerkolonie gehobenere kulinarische Erlebnisse bietet. Die Dizengoff-Strasse ist die klassische Einkaufsstrasse der Stadt.
Die Tel Aviv Promenade (Tayelet) erstreckt sich ueber mehrere Kilometer entlang des Mittelmeers und verbindet die verschiedenen Straende der Stadt. Der Gordon Beach ist einer der beliebtesten, mit guter Infrastruktur und nah am Stadtzentrum. Der Tel Aviv Hafen (Namal) im Norden ist ein beliebtes Ausgehviertel mit Restaurants, Clubs und Maerkten.
Der Yarkon Park ist die gruene Lunge der Stadt, perfekt fuer Jogger, Radfahrer oder ein Picknick. Hier koennen Sie auch Boote mieten oder Minigolf spielen.
Das Tel Aviv Museum fuer Kunst beherbergt eine beeindruckende Sammlung moderner und zeitgenoessischer Kunst, waehrend das ANU - Museum des juedischen Volkes die Geschichte und Vielfalt des Judentums auf innovative Weise praesentiert.
Haifa und der Norden
Haifa, die drittgroesste Stadt Israels, klettert die Abhaenge des Karmelgebirges hinauf und bietet atemberaubende Ausblicke auf das Mittelmeer. Die Stadt ist bekannt fuer ihre relative Harmonie zwischen juedischen und arabischen Bewohnern und hat einen ganz anderen Charakter als Jerusalem oder Tel Aviv.
Das absolute Highlight Haifas sind die Bahai-Gaerten, ein UNESCO-Welterbe. Diese spektakulaeren Terrassengaerten erstrecken sich ueber 19 Terrassen den Berg hinab und umgeben den Schrein des Bab, einer zentralen Figur des Bahai-Glaubens. Die Gaerten sind taglich geoeffnet und kostenlos, aber Sie muessen einer gefuehrten Tour folgen, um alle Terrassen zu sehen.
Die deutsche Kolonie (German Colony) am Fuss der Bahai-Gaerten wurde im 19. Jahrhundert von Templern aus Wuerttemberg gegruendet. Die restaurierten Steinhaeuser beherbergen heute Restaurants und Cafes und bilden eine der schoensten Strassen Israels.
Nördlich von Haifa beginnt das westliche Galilaea mit Akko (Acre), einer der am besten erhaltenen Kreuzfahrerstaedte der Welt. Die unterirdischen Ritterhallen, der lebendige arabische Markt und die dramatische Kuestenlage machen Akko zu einem Muss.
Das Galilaea im Landesinneren ist die gruenste Region Israels. Hier liegt der See Genezareth (Kinneret), der tiefste Suesswassersee der Welt. An seinen Ufern finden Sie zahlreiche christliche Pilgerstaetten: Kapernaum, wo Jesus laut Bibel lehrte und Wunder wirkte; Tabgha mit der Brotvermehrungskirche; und der Berg der Seligpreisungen, wo Jesus die Bergpredigt gehalten haben soll.
Die Stadt Tiberias am Westufer des Sees ist ein praktischer Stuetzpunkt fuer die Erkundung der Region. Safed (Tzfat) in den Bergen ist eines der vier heiligen Staedte des Judentums und bekannt fuer seine mystische Atmosphaere, Synagogen und Kuenstlerkolonie.
Im aeussersten Norden bieten die Golanhöhen (ein von Israel kontrolliertes, voelkerrechtlich umstrittenes Gebiet) spektakulaere Landschaften mit Wasserfaellen, Vulkankratern und im Winter sogar Skimöglichkeiten am Berg Hermon. Die Drusen-Doerfer hier bieten ausgezeichnete Gastfreundschaft und Kueche.
Das Tote Meer und die Judaeische Wueste
Das Tote Meer ist einer der aussergewoehnlichsten Orte der Welt. Mit etwa 430 Metern unter dem Meeresspiegel ist es der tiefste Punkt der Erdoberflaeche. Der Salzgehalt von etwa 34% (zehnmal so hoch wie im Ozean) macht es unmoeglich zu sinken - Sie schweben auf der Oberflaeche wie ein Korken.
Die israelische Seite des Toten Meeres bietet mehrere oeffentliche Straende und Spas. Der Mineralgehalt des Wassers und des Schlamms gilt als heilsam fuer Hauterkrankungen und Gelenkbeschwerden. Wichtig: Nicht das Wasser schlucken, nicht die Augen beruehren, und offene Wunden vermeiden - das Salz brennt hoellisch!
Masada, eine antike Festung auf einem isolierten Tafelberg ueber dem Toten Meer, ist eine der bedeutendsten archaeologischen Staetten Israels. Hier hielten juedische Rebellen drei Jahre lang gegen die Roemer aus und beendeten ihre Belagerung laut Ueberlieferung mit Massenselbstmord, um nicht versklavt zu werden. Die Sonnenaufgaenge von Masada aus sind legendaer - stehen Sie frueh auf und wandern Sie vor Tagesanbruch hinauf, oder nehmen Sie die Seilbahn.
Ein Gedi ist eine Oase in der Wueste mit Wasserfaellen und ueberraschend reicher Vegetation. Hier koennen Sie wandern und Steinboecke beobachten, die hier in grosser Zahl leben. Die Hoehlen von Qumran, wo die Schriftrollen vom Toten Meer gefunden wurden, liegen ebenfalls in dieser Region.
Der Negev: Israels Wuestensueden
Der Negev macht etwa 60% der Landesflaeche Israels aus, beherbergt aber nur etwa 8% der Bevoelkerung. Diese Wueste ist weit mehr als nur Sand - sie bietet dramatische Landschaften, einzigartige Naturphaenomene und eine reiche Geschichte.
Der Maktesh Ramon (Ramon-Krater) ist der groesste Erosionskrater der Welt und ein geologisches Wunder. Die kleine Stadt Mitzpe Ramon am Kraterrand ist ein guter Ausgangspunkt fuer Wanderungen und Jeep-Touren in die Wueste. Hier finden Sie auch einige der besten Astronomie-Bedingungen Israels - die Wueste ist dunkel genug fuer spektakulaere Sternenbeobachtung.
Be'er Sheva, die groesste Stadt des Negev, wird oft unterschaetzt. Die Altstadt im osmanischen Stil und der Beduinenmarkt (donnerstags) sind einen Besuch wert. Die antike Stadt Tel Be'er Sheva ist UNESCO-Welterbe.
Die Nabataeerstadt Avdat (Oboda) an der antiken Weihrauchstrasse ist eine beeindruckende archaeologische Staette, die zeigt, wie hochentwickelte Zivilisationen in der Wueste existierten.
Eilat und das Rote Meer
Eilat ist Israels suedlichster Punkt und sein einziger Zugang zum Roten Meer. Diese Stadt ist vor allem ein Badeort und zieht Israelis und internationale Touristen an, die dem Winter entfliehen wollen - hier scheint praktisch das ganze Jahr die Sonne.
Die groesste Attraktion Eilats sind die Korallenriffe, die zu den nordlichsten der Welt gehoeren und erstaunlich gut erhalten sind. Das Coral Beach Nature Reserve bietet hervorragende Schnorchel- und Tauchmöglichkeiten direkt vom Strand aus. Fuer Nicht-Taucher gibt es das Underwater Observatory, wo Sie die Unterwasserwelt trockenen Fusses beobachten koennen.
Die Wueste rund um Eilat bietet Moeglichkeiten fuer Jeep-Touren, Kamelritte und Wanderungen durch die spektakulaeren roten Berge. Der Timna-Park mit seinen Kupferminen aus der Bronzezeit und den bizarren Felsformationen ist ein lohnendes Ausflugsziel.
Eilat ist auch ein praktischer Ausgangspunkt fuer Tagesausfluege nach Petra in Jordanien (ueber den Grenzuebergang Arava/Wadi Araba).
3. Einzigartige Erlebnisse in Israel
Ueber die klassischen Sehenswuerdigkeiten hinaus bietet Israel eine Reihe von Erlebnissen, die Sie nirgendwo sonst auf der Welt haben koennen.
Im Toten Meer schweben
Das Schweben im Toten Meer ist ein absolut surreales Erlebnis, das Sie mindestens einmal im Leben gemacht haben sollten. Aufgrund des extremen Salzgehalts ist es physisch unmoeglich unterzugehen - Sie liegen einfach auf der Oberflaeche wie auf einer Luftmatratze. Am besten machen Sie das klassische Foto mit einer Zeitung oder einem Buch - Sie koennen tatsaechlich problemlos lesen, waehrend Sie auf dem Wasser treiben.
Einige praktische Tipps: Gehen Sie langsam und rueckwaerts ins Wasser, um kein Spritzwasser in die Augen zu bekommen. Bleiben Sie nicht laenger als 15-20 Minuten im Wasser, da das Salz Ihrer Haut Feuchtigkeit entzieht. Nach dem Bad duschen Sie gruendlich mit Suesswasser. Und schmieren Sie sich ruhig mit dem beruhmten Schlamm ein - er ist tatsaechlich gut fuer die Haut.
Sonnenaufgang auf Masada erleben
Der Sonnenaufgang ueber dem Toten Meer, beobachtet von der antiken Festung Masada, ist eines der unvergesslichsten Erlebnisse Israels. Sie muessen frueh aufstehen (gegen 4-5 Uhr je nach Jahreszeit), um den Schlangenweg im Dunkeln hinaufzuwandern. Die Wanderung dauert etwa 45-60 Minuten und ist anstrengend, aber die Belohnung ist unbezahlbar: Sie sehen, wie die Sonne ueber den Bergen Jordaniens aufgeht und das Tote Meer in goldenes Licht taucht, waehrend Sie zwischen den Ruinen stehen, die so viel Geschichte atmen.
Schabbat in Jerusalem erleben
Der juedische Schabbat, von Freitagabend bis Samstagabend, verwandelt Jerusalem komplett. Im saekularen Tel Aviv merken Sie kaum einen Unterschied, aber in Jerusalem kommt das oeffentliche Leben fast vollstaendig zum Erliegen. Keine Busse fahren, die meisten Geschaefte schliessen, und in religiösen Vierteln sind die Strassen menschenleer.
Fuer Besucher ist dies eine einzigartige Gelegenheit, eine uralte Tradition zu erleben. Besuchen Sie am Freitagabend die Klagemauer, wo Tausende Glaeubige den Schabbat begrueszen - eine emotionale, festliche Atmosphaere. In vielen Hotels gibt es Schabbat-Essen, bei denen Sie an den traditionellen Ritualen teilnehmen koennen. Planen Sie allerdings im Voraus, denn am Schabbat selbst sind Ihre Moeglichkeiten eingeschraenkt.
Im Kibbuz uebernachten
Die Kibbuzim, kollektive Landwirtschaftsgemeinden, sind eine einzigartig israelische Institution. Obwohl die meisten heute nicht mehr so streng kollektivistisch leben wie frueher, bieten viele Gaestehaeuser an, die Ihnen einen Einblick in diesen besonderen Lebensstil geben. Sie koennen oft an landwirtschaftlichen Aktivitaeten teilnehmen, in der Gemeinschaftskueche essen und mit Kibbuzniks ins Gespraech kommen.
Durch die Markte wandern
Die Maerkte (Shuks) Israels sind ein Fest fuer alle Sinne. Der Machane Jehuda Markt in Jerusalem ist vielleicht der beruehmteste - tagsüber ein traditioneller Lebensmittelmarkt, abends eine pulsierende Bar-Szene. Der Carmel-Markt in Tel Aviv bietet eine unglaubliche Vielfalt an Frischwaren, Gewuerzen und Streetfood. In Akko ist der arabische Markt ein Labyrinth aus engen Gassen, Duefte und Farben.
Die Unterwasserwelt des Roten Meeres entdecken
Die Korallenriffe von Eilat gehoeren zu den nordlichsten der Welt und sind erstaunlich artenreich. Auch wenn Sie noch nie getaucht sind, koennen Sie hier einen Schnuppertauchgang machen oder einfach schnorcheln - schon wenige Meter vom Strand entfernt sehen Sie farbenfrohe Korallen und tropische Fische. Fuer zertifizierte Taucher gibt es zahlreiche Tauchplaetze, darunter einige spektakulaere Wracks.
Eine Jeep-Tour durch den Negev
Die Wueste Negev ist viel mehr als nur Sand. Mit einem Jeep koennen Sie abgelegene Canyons erkunden, Nachtlager unter dem unglaublich klaren Sternenhimmel machen und Orte erreichen, die zu Fuss nicht zugaenglich sind. Viele Touren beinhalten Begegnungen mit Beduinen, die Sie in ihre Zelte einladen und mit suessem Tee und Geschichten bewirten.
In einem Wuestenresort uebernachten
Die Wueste bietet einige der spektakulaersten Unterkuenfte Israels. In der Naehe von Mitzpe Ramon gibt es Luxus-Zeltlager und Boutique-Hotels mit atemberaubenden Ausblicken auf den Krater. Einige haben sogar Teleskope fuer Sternenbeobachtung.
An einer kulinarischen Tour teilnehmen
Die israelische Kueche ist eine faszinierende Fusion aus Traditionen des gesamten Nahen Ostens und des Mittelmeers, vermengt mit Einfluessen aus Osteuropa, Nordafrika und ueberall sonst, woher juedische Einwanderer kamen. Kulinarische Touren durch die Maerkte von Jerusalem oder Tel Aviv geben Ihnen einen Einblick in diese Vielfalt - von perfektem Hummus ueber jemenitisches Brot bis zu aethiopischer Injera.
4. Die beste Reisezeit fuer Israel
Israel hat ein mediterranes Klima im Norden und Zentrum und ein Wuestenklima im Sueden, was bedeutet, dass es keine universal beste Reisezeit gibt - es haengt davon ab, was Sie unternehmen moechten.
Fruehling (Maerz bis Mai)
Der Fruehling ist meine persoenliche Lieblingszeit fuer eine Israelreise. Die Temperaturen sind angenehm (20-25 Grad in Jerusalem und Tel Aviv), die Landschaft ist nach den Winterregenfaellen gruen und blueht, und die wichtigsten Feiertage (Pessach, Ostern) bringen eine besondere Atmosphaere.
Allerdings ist Pessach (Ende Maerz oder April) auch Hochsaison, was hoehere Preise und mehr Touristen bedeutet. Wenn Sie flexibel sind, vermeiden Sie die Pessach-Woche. Ende April und Mai sind ideal - warm, aber noch nicht heiss, und weniger ueberlaufen.
Sommer (Juni bis August)
Der Sommer ist heiss, besonders im Landesinneren und im Sueden. In Jerusalem klettern die Temperaturen auf 30-35 Grad, am Toten Meer und in Eilat auf ueber 40 Grad. Wanderungen in der Wueste sind in dieser Zeit nur fruehmorgens moeglich.
Auf der positiven Seite: Die Straende von Tel Aviv und Eilat sind perfekt, und am Toten Meer ist die trockene Hitze ueberraschend ertraeglich. Die Preise sind niedriger (ausser in den Badeorten), und Israels Kinder haben Sommerferien, was die Straende und Parks belebt.
Herbst (September bis November)
Der Herbst ist eine weitere ausgezeichnete Reisezeit. Die grosse Hitze laesst nach, aber es ist noch warm genug fuer Strandtage. Die juedischen Hohen Feiertage (Rosh Hashana, Jom Kippur, Sukkot) fallen normalerweise in den September oder Oktober und bieten einzigartige kulturelle Erlebnisse - allerdings auch volle Hotels und eingeschraenkte Dienstleistungen an Jom Kippur, wenn das gesamte Land zum Stillstand kommt.
Winter (Dezember bis Februar)
Der Winter ist mild verglichen mit Mitteleuropa, aber es kann regnen, besonders im Norden. Jerusalem erlebt gelegentlich sogar Schnee. Fuer Eilat ist dies die Hochsaison - israelische und europaeische Urlauber fliehen dorthin vor dem Winterwetter ihrer Heimat.
Die Vorteile des Winters: weniger Touristen an den historischen Staetten, niedrigere Hotelpreise (ausser Eilat), und manche Wanderungen sind angenehmer ohne die Sommerhitze. Weihnachten in Bethlehem kann ein bewegendes Erlebnis sein, wenn auch sehr ueberlaufen.
Feiertage und besondere Zeiten
Beachten Sie bei Ihrer Planung die juedischen Feiertage, an denen viele Geschaefte und Restaurants geschlossen sind und der oeffentliche Verkehr ruht. Neben dem woechentlichen Schabbat sind die wichtigsten: Rosh Hashana (juedisches Neujahr), Jom Kippur (Versoehungstag, an dem wirklich ALLES schliesst), Sukkot (Laubhuettenfest), Pessach (Passah), Schawuot (Wochenfest) und Chanukka.
Auch der Ramadan (dessen Daten sich jaehrlich verschieben) beeinflusst das Leben, besonders in arabischen Staedten und Vierteln. Tagsüber fasten Muslime, abends wird gefeiert - die Atmosphaere nach Sonnenuntergang kann sehr lebhaft sein.
5. Die Anreise nach Israel
Fluege aus dem deutschsprachigen Raum
Israel ist von Deutschland, Oesterreich und der Schweiz aus hervorragend erreichbar. Der internationale Flughafen Ben Gurion (TLV) liegt etwa 20 Kilometer suedoestlich von Tel Aviv und 50 Kilometer westlich von Jerusalem. Er gilt als einer der sichersten Flughaefen der Welt.
Direktfluege nach Tel Aviv bieten:
- Aus Deutschland: Lufthansa (Frankfurt, Muenchen), Eurowings (Koeln, Duesseldorf), El Al (Berlin, Frankfurt, Muenchen), Ryanair (Berlin), Wizz Air (verschiedene Staedte). Flugzeit etwa 4 Stunden.
- Aus Oesterreich: Austrian Airlines und El Al (Wien), Laudamotion (Wien). Flugzeit etwa 3,5 Stunden.
- Aus der Schweiz: Swiss und El Al (Zuerich), easyJet (Genf, Basel). Flugzeit etwa 4 Stunden.
Die Preise variieren stark je nach Saison. In der Nebensaison finden Sie Hin- und Rueckfluege ab etwa 150-200 Euro, in der Hochsaison und um die Feiertage koennen es auch 400-500 Euro oder mehr sein. Buchen Sie fruehzeitig fuer die besten Preise.
Ein Tipp: El Al, die israelische Nationalfluggesellschaft, fliegt nicht am Schabbat (von Freitagabend bis Samstagabend). Dies kann bei der Planung relevant sein. El Al ist auch bekannt fuer sehr strenge Sicherheitskontrollen beim Check-in - planen Sie extra Zeit ein.
Eilat Ramon Airport
Der 2019 eroeffnete Ramon Airport (ETM) liegt etwa 20 Kilometer noerdlich von Eilat und wird von einigen Billigfliegern angeflogen. Er ist praktisch, wenn Sie nur nach Eilat oder in den Negev wollen, aber fuer die meisten Israelreisen ist Ben Gurion die bessere Wahl.
Sicherheitskontrollen
Die Sicherheitskontrollen an israelischen Flughaefen sind legendaer gruendlich. Sowohl bei der Ankunft als auch besonders bei der Abreise muessen Sie mit intensiven Befragungen rechnen. Bleiben Sie ruhig, antworten Sie ehrlich, und nehmen Sie die Prozedur nicht persoenlich - sie dient Ihrer Sicherheit.
Einige Tipps:
- Seien Sie mindestens 3 Stunden vor Abflug am Flughafen (eher mehr bei El Al)
- Haben Sie Antworten parat auf Fragen wie: Warum besuchen Sie Israel? Wo haben Sie uebernachtet? Haben Sie Geschenke erhalten?
- Stempel im Pass von arabischen Laendern koennen zu zusaetzlichen Fragen fuehren
- Elektronische Geraete werden moeglicherweise eingehend geprueft
Einreise und Visum
Buerger Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz benoetigen kein Visum fuer touristische Aufenthalte bis zu 90 Tagen. Sie benoetigen nur einen Reisepass, der bei Einreise noch mindestens 6 Monate gueltig ist.
Ein wichtiger Hinweis: Seit einigen Jahren stempelt Israel keine Paesse mehr, sondern gibt stattdessen einen kleinen Papierzettel aus (Entry Permit). Bewahren Sie diesen gut auf - Sie brauchen ihn bei der Ausreise. Falls Sie vorhaben, anschliessend in Laender zu reisen, die israelische Stempel nicht akzeptieren, ist dies kein Problem mehr.
Vom Flughafen in die Stadt
Nach Tel Aviv: Die bequemste Option ist der Zug, der alle 20-30 Minuten faehrt und etwa 20-25 Minuten bis Tel Aviv HaHagana oder Tel Aviv Savidor Central braucht. Der Preis betraegt etwa 15 Schekel (ca. 4 Euro). Alternativ fahren Sherut-Sammeltaxis nach Tel Aviv fuer etwa 50 Schekel. Normale Taxis kosten etwa 150-180 Schekel.
Nach Jerusalem: Es gibt keinen direkten Zug nach Jerusalem vom Flughafen (obwohl eine Hochgeschwindigkeitsstrecke in Planung ist). Sie koennen den Bus 485 nehmen (etwa 1 Stunde, 20 Schekel) oder ein Sherut-Sammeltaxi (etwa 65 Schekel). Taxis kosten etwa 300-350 Schekel.
Wichtig: Am Schabbat (Freitagnachmittag bis Samstagabend) fahren keine Zuege und keine regulaeren Busse. Sie sind dann auf Taxis oder Sheruts angewiesen, wobei letztere auch nur eingeschraenkt verkehren.
6. Fortbewegung innerhalb Israels
Israel ist ein kleines Land, und die Entfernungen sind ueberschaubar. Von Tel Aviv nach Jerusalem sind es nur etwa 60 Kilometer, nach Haifa etwa 90 Kilometer. Dennoch gibt es einige Besonderheiten zu beachten.
Oeffentliche Verkehrsmittel
Das israelische Busnetz ist gut ausgebaut und guenstig. Die groesste Busgesellschaft ist Egged, die die meisten Strecken abdeckt. Dan bedient den Grossraum Tel Aviv. Die Preise sind moderat - eine Fahrt von Tel Aviv nach Jerusalem kostet etwa 18-20 Schekel (ca. 5 Euro).
Die wichtigste Einschraenkung: Am Schabbat fahren keine oeffentlichen Busse (ausser in Haifa und einigen arabischen Staedten). Von Freitagnachmittag (etwa 15-16 Uhr im Winter, 17-18 Uhr im Sommer) bis Samstagabend (etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang) stehen Sie ohne Alternativen da.
In Tel Aviv und bald auch in Jerusalem gibt es eine Rav-Kav, eine wiederaufladbare Chipkarte fuer den oeffentlichen Verkehr. Sie sparen damit Zeit und manchmal auch Geld.
Zuege
Israel Rail hat in den letzten Jahren sein Netz deutlich ausgebaut. Die Hauptstrecke verbindet Nahariya im Norden ueber Haifa und Tel Aviv mit Beer Sheva im Sueden. Die Zuege sind modern, klimatisiert und puenktlich. Die Strecke Tel Aviv - Haifa dauert etwa 50 Minuten und kostet etwa 30 Schekel.
Eine Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Jerusalem ist in Planung beziehungsweise teilweise im Bau. Derzeit ist der Zug nach Jerusalem aber nur ueber eine neue Strecke erreichbar, die am Flughafen endet und noch nicht ins Stadtzentrum fuehrt.
Wie die Busse fahren auch die Zuege nicht am Schabbat.
Sheruts (Sammeltaxis)
Eine besonders israelische Institution sind die Sheruts, Sammeltaxis oder Minibusse, die feste Routen bedienen, aber flexibler sind als Busse. Sie fahren, sobald sie voll sind, nicht nach festem Fahrplan. Die wichtigste Route ist Tel Aviv - Jerusalem, wo Sheruts alle paar Minuten von der Naehe des Tel Aviver Busbahnhofs abfahren.
Der grosse Vorteil der Sheruts: Einige von ihnen (insbesondere auf der Strecke Tel Aviv - Jerusalem) fahren auch am Schabbat, wenn auch in reduzierter Frequenz und mit hoeheren Preisen.
Taxis
Taxis sind in Israel relativ teuer, aber praktisch, besonders am Schabbat. Bestehen Sie immer darauf, dass der Taxameter (moneh) eingeschaltet wird - bei Fahrten in Staedte oder zu Flughaefen gibt es feste Tarife, die Sie vorher erfragen sollten.
Ride-Hailing-Apps wie Gett und Yango funktionieren gut und vermeiden Diskussionen ueber Tarife. Uber gibt es in Israel nur in eingeschraenkter Form (UberX ist nicht verfuegbar).
Mietwagen
Ein Mietwagen gibt Ihnen die grösste Flexibilitaet, besonders fuer den Negev, das Tote Meer oder entlegene Gegenden im Norden. Die Preise sind aehnlich wie in Europa, etwa 30-50 Euro pro Tag fuer einen Kleinwagen, inklusive der erforderlichen Versicherungen.
Einige wichtige Hinweise:
- Ihr EU-Fuehrerschein gilt in Israel
- Fahren Sie nicht mit israelischen Mietwagen in das Westjordanland (Palaestinensische Gebiete) - dies ist oft vom Mietvertrag ausgeschlossen und kann gefaehrlich sein. Ausnahmen sind touristisch wichtige Orte wie Bethlehem, die aber besser mit gefuehrten Touren besucht werden
- Tanken Sie nie am Schabbat an oeffentlichen Tankstellen - viele sind geschlossen. Planen Sie voraus
- Die Fahrweise in Israel ist, sagen wir, lebhaft. Israelis hupen viel, ueberholen gerne und nehmen Verkehrsregeln als Vorschlaege. Bleiben Sie ruhig und defensiv
Innerstaedtisch in Tel Aviv und Jerusalem
In Tel Aviv gibt es ein ausgedehntes Busnetz und die neue Rote Linie der Stadtbahn (seit 2023). Ausserdem ist die Stadt sehr gut mit Leihfahrraedern (Tel-O-Fun) zu erkunden - Tel Aviv ist flach und hat viele Radwege.
Jerusalem hat eine Strasenbahnlinie (Licht Rail), die vom Berg Herzl im Westen ueber die Jaffa-Strasse, das Damaskustor und die Chords-Bruecke bis nach Pisgat Ze'ev im Norden faehrt. Sie ist praktisch fuer Touristen, da sie an vielen wichtigen Punkten haelt.
In beiden Staedten sind die meisten Sehenswuerdigkeiten zu Fuss erreichbar, sobald Sie in der richtigen Gegend sind. Gutes Schuhwerk ist wichtig, besonders in Jerusalem mit seinen vielen Treppen und dem unebenen Kopfsteinpflaster der Altstadt.
7. Kultureller Kodex: Dos and Donts in Israel
Israel ist eine ueberraschend informelle Gesellschaft, aber es gibt einige kulturelle Besonderheiten, die Sie kennen sollten, um Missverstaendnisse zu vermeiden.
Kleidung an heiligen Staetten
An religiösen Staetten aller drei Religionen wird konservative Kleidung erwartet. Fuer Frauen bedeutet das: bedeckte Schultern und Knie (lange Roecke oder Hosen), an manchen Orten auch Kopfbedeckung. Fuer Maenner: lange Hosen, an manchen Orten Kopfbedeckung.
An der Klagemauer erhalten Sie leihweise Kippas (juedische Kopfbedeckungen) und Tuecher, falls Sie nicht angemessen gekleidet sind. In Moscheen muessen Schuhe ausgezogen werden. In manchen Kirchen werden Schultern und Knie streng kontrolliert.
Mein Tipp: Fuhren Sie immer einen leichten Schal mit, der bei Bedarf als Schulterbedeckung oder Huefttuch dienen kann.
Fotografieren
An den meisten Orten koennen Sie fotografieren, aber fragen Sie um Erlaubnis, bevor Sie Menschen fotografieren, insbesondere ultraorthodoxe Juden, die oft nicht fotografiert werden moechten. An einigen religiösen Staetten ist Fotografieren am Schabbat oder an Feiertagen nicht erlaubt. In der Altstadt von Jerusalem sind manche Shopbesitzer sehr empfindlich, was das Fotografieren ihrer Waren angeht - fragen Sie hoeflich.
Der Schabbat
Ich habe es schon mehrfach erwaehnt, aber es kann nicht genug betont werden: Der Schabbat (von Freitagabend bis Samstagabend) veraendert das Leben in Israel grundlegend. In Jerusalem und religiösen Gemeinden schliesst fast alles, kein oeffentlicher Verkehr faehrt. In Tel Aviv ist das Ausmass geringer, aber viele Geschaefte sind trotzdem zu.
Planen Sie Ihre Reise entsprechend. Der Schabbat kann auch eine wunderbare Gelegenheit sein, zur Ruhe zu kommen, einen langen Spaziergang zu machen oder das traditionelle Schabbat-Abendessen in Ihrer Unterkunft oder bei einer einheimischen Familie zu erleben.
Sicherheitskontrollen
An vielen oeffentlichen Orten in Israel - Einkaufszentren, Bahnhoefen, Busbahnhoefen, Museen - werden Sie durch Sicherheitskontrollen gehen und Ihre Tasche oeffnen muessen. Dies ist Alltag in Israel und sollte Sie nicht beunruhigen. Kooperieren Sie freundlich, es geht schnell.
Feilschen
In den Maerkten und Basaren, besonders im arabischen Teil der Altstadt von Jerusalem und in Jaffa, wird Feilschen erwartet. Starten Sie bei etwa der Haelfte des genannten Preises und arbeiten Sie sich hoch. In normalen Geschaeften und Restaurants werden die Preise jedoch nicht verhandelt.
Trinkgeld
In Restaurants ist ein Trinkgeld von etwa 10-15% ueblich, sofern kein Servicezuschlag bereits auf der Rechnung steht. In Cafes runden Sie auf oder geben ein paar Schekel. Taxifahrern wird normalerweise kein Trinkgeld gegeben, aber Sie koennen aufrunden. Hotelpersonal und Reisefuehrer freuen sich ueber Trinkgeld.
Israelische Direktheit
Israelis sind bekannt fuer ihre Direktheit, die uns Deutschen eigentlich vertraut sein sollte. Trotzdem kann sie ueberraschen. Israelis fragen persoenliche Fragen, geben ungefragt Ratschlaege und druecken Meinungen klar aus. Das ist nicht unhöflich - es ist einfach die kulturelle Norm. Nehmen Sie es mit Humor.
Themen, die polarisieren
Politik ist in Israel ein allgegenwaertiges Thema, und die meisten Israelis haben starke Meinungen. Als Besucher sollten Sie vorsichtig sein, sich in politische Diskussionen zu begeben, besonders zu sensiblen Themen wie dem israelisch-palaestinensischen Konflikt, den besetzten Gebieten oder dem Verhaeltnis zwischen sakularen und religiösen Israelis. Hoeren Sie zu, stellen Sie Fragen, aber vermeiden Sie es, Positionen zu beziehen - Sie werden die Komplexitaet der Situation nicht in ein paar Tagen verstehen.
Holocaust-Gedenken
Als deutsche Besucher werden Sie unweigerlich mit dem Holocaust konfrontiert werden, sei es in Yad Vashem, in Gespraechen oder einfach durch das Wissen um die Geschichte. Die meisten Israelis unterscheiden klar zwischen historischer Schuld und heutigen Deutschen, aber seien Sie sensibel. Ein Besuch in Yad Vashem ist nicht nur eine touristische Attraktion, sondern eine Auseinandersetzung mit unserer gemeinsamen Geschichte.
8. Sicherheit in Israel
Die Sicherheitslage in Israel ist ein Thema, das viele potenzielle Besucher beschaeftigt. Lassen Sie mich ehrlich sein: Ja, es gibt einen Konflikt. Ja, es gibt gelegentlich Sicherheitsvorfaelle. Aber nein, Israel ist kein gefaehrliches Reiseland fuer Touristen.
Die Realitaet vor Ort
Die tourristischen Hauptziele - Jerusalem, Tel Aviv, Haifa, das Tote Meer, Eilat - sind im Allgemeinen sehr sicher. Millionen von Touristen besuchen Israel jedes Jahr ohne Zwischenfaelle. Die israelischen Sicherheitsbehoerden sind hochprofessionell und allgegenwaertig.
Natuerlich kann sich die Sicherheitslage jederzeit aendern. Bevor Sie reisen, informieren Sie sich beim Auswaertigen Amt (Deutschland), BMEIA (Oesterreich) oder EDA (Schweiz) ueber aktuelle Reisehinweise. Waehrend Ihrer Reise behalten Sie die Nachrichten im Auge und befolgen Sie Anweisungen der lokalen Behoerden.
Gebiete, die Sie meiden sollten
Der Gazastreifen ist fuer Touristen tabu - hier herrschen aktive Konflikte. Die Situation kann sich schnell aendern.
Das Westjordanland (West Bank) ist differenzierter zu betrachten. Touristisch wichtige Orte wie Bethlehem, Jericho und Hebron werden von vielen Besuchern ohne Probleme besucht, meist im Rahmen organisierter Touren. Unabhaengiges Reisen im Westjordanland erfordert jedoch mehr Vorbereitung und Vorsicht. Meiden Sie Demonstrationen und Menschenansammlungen. Informieren Sie sich taglich ueber die aktuelle Lage.
Die Golanhöhen sind touristisch erschlossen und im Allgemeinen sicher, aber halten Sie sich von der syrischen Grenze fern und beachten Sie Warnschilder vor Minen, die noch aus vergangenen Kriegen stammen.
Allgemeine Sicherheitstipps
- Registrieren Sie sich beim Krisenvorsorgeportal Ihres Auswaertigen Amtes
- Haben Sie die Nummern Ihrer Botschaft griffbereit
- Befolgen Sie Anweisungen von Sicherheitskraeften sofort
- Wenn Sirenen heulen, suchen Sie Schutz (Sie werden Schilder zu Luftschutzbunkern sehen)
- Herrenlose Gegenstaende sofort melden - nehmen Sie sie NIEMALS mit
- Meiden Sie Demonstrationen und grosse Menschenansammlungen
Kriminalitaet
Abgesehen vom politischen Konflikt ist Israel ein sehr sicheres Land. Die Kriminalitaetsrate ist niedrig, Gewaltverbrechen gegen Touristen sind selten. Trotzdem gelten die ueblichen Vorsichtsmassnahmen: Wertsachen nicht offen tragen, nachts einsame Gegenden meiden, auf Taschendiebe in Menschenmengen achten.
9. Gesundheit und medizinische Versorgung
Medizinische Standards
Israel hat ein exzellentes Gesundheitssystem mit modern ausgestatteten Krankenhaeusern und gut ausgebildetem Personal. Viele Aerzte sprechen Englisch, manche auch Deutsch. Sie werden keine Probleme haben, im Notfall medizinische Versorgung zu erhalten.
Versicherung
Ihre gesetzliche Krankenversicherung aus Deutschland, Oesterreich oder der Schweiz gilt nicht in Israel. Sie benoetigen eine Auslandskrankenversicherung mit Ruecktransportklausel. Diese kostet nur wenige Euro fuer eine mehrwoechige Reise und sollte unbedingt abgeschlossen werden.
Impfungen
Es gibt keine Pflichtimpfungen fuer Israel. Das Auswaertige Amt empfiehlt die Standardimpfungen (Tetanus, Diphtherie, Polio, Hepatitis A) und bei laengerem Aufenthalt oder besonderem Risiko zusaetzlich Hepatitis B und Typhus. Konsultieren Sie Ihren Arzt oder ein Tropeninstitut.
Hitze und Sonne
Die groesste Gesundheitsgefahr fuer Touristen ist die Sonne. Besonders am Toten Meer und in der Wueste ist die UV-Strahlung extrem. Tragen Sie Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor, eine Kopfbedeckung und trinken Sie ausreichend Wasser - mindestens 3 Liter pro Tag bei Aktivitaeten im Freien.
Hitzeerschoepfung und Hitzschlag sind reale Gefahren. Symptome sind Schwindel, Uebelkeit, Kopfschmerzen und Verwirrung. Suchen Sie sofort Schatten, trinken Sie, und holen Sie medizinische Hilfe, wenn die Symptome anhalten.
Wasser und Essen
Das Leitungswasser in Israel ist trinkbar, schmeckt aber in manchen Gegenden stark gechlort. Abgefuelltes Wasser ist ueberall erhaeltlich. Die Lebensmittelhygiene ist gut - Sie koennen ohne Sorge an Strassenstaenden essen und frisches Obst und Gemuese auf den Maerkten kaufen.
Apotheken
Apotheken (Beit Mirkachat) sind weit verbreitet und fuehren die meisten gaengigen Medikamente. Fuer einige Medikamente benoetigen Sie ein israelisches Rezept. Bringen Sie ausreichende Mengen Ihrer regulaeren Medikamente mit und fuehren Sie eine aerztliche Bescheinigung mit, falls Sie kontrollierte Substanzen einfuehren.
10. Geld und Budget
Waehrung
Die israelische Waehrung ist der Neue Israelische Schekel (NIS oder ILS). Ein Euro entspricht derzeit etwa 3,8-4 Schekel, aber pruefen Sie den aktuellen Kurs vor Ihrer Reise. Schekel gibt es in Muenzen (10, 50 Agorot sowie 1, 2, 5, 10 Schekel) und Scheinen (20, 50, 100, 200 Schekel).
Geld wechseln und abheben
Am besten heben Sie Schekel an Geldautomaten (ATMs) ab, die ueberall verfuegbar sind. Ihre EC-Karte (Girocard/Maestro) funktioniert an den meisten Automaten, aber pruefen Sie die Gebuehren Ihrer Bank. Kreditkarten (Visa, Mastercard) werden fast ueberall akzeptiert.
Wechselstuben gibt es an Flughaefen, in Staedten und in touristischen Gebieten. Die Kurse variieren - vergleichen Sie. Vermeiden Sie den Wechsel am Flughafen, wenn moeglich - die Kurse sind meist schlecht.
Preisniveau
Israel ist kein billiges Reiseland. Das Preisniveau ist vergleichbar mit Westeuropa, in manchen Bereichen sogar hoeher. Hier eine grobe Orientierung (Preise in Euro, basierend auf aktuellen Kursen):
- Budget-Unterkunft (Hostel, einfaches Gaestehaus): 30-60 Euro pro Nacht
- Mittelklasse-Hotel: 80-150 Euro pro Nacht
- Gehobenes Hotel: 200-400 Euro und mehr pro Nacht
- Einfaches Essen (Falafel, Hummus): 5-10 Euro
- Mittagessen im Restaurant: 15-25 Euro
- Abendessen im Restaurant: 25-50 Euro
- Kaffee: 3-5 Euro
- Bier (0,5l): 5-8 Euro
- Busfahrt (Ueberlandbus): 5-10 Euro
- Museumseintritte: 10-20 Euro
Budget-Tipps
- Essen Sie auf den Maerkten - Falafel, Hummus, Shawarma sind guenstig und koestlich
- Kaufen Sie Wasser und Snacks in Supermaerkten statt in Touristenlaeden
- Nutzen Sie oeffentliche Verkehrsmittel statt Taxis
- Viele Strände sind kostenlos
- Einige Museen haben freie Eintrittsstunden - informieren Sie sich vorab
- Hostels mit Gemeinschaftskueche ermoeglichen Selbstversorgung
Tagesbudgets
- Budget-Reisende: 60-80 Euro pro Tag (Hostel, Streetfood, oeffentlicher Verkehr)
- Mittelklasse: 120-180 Euro pro Tag (3-Sterne-Hotel, Restaurants, gelegentlich Taxi)
- Komfort/Luxus: 250+ Euro pro Tag (gehobene Hotels, Fine Dining, Touren)
11. Reiserouten fuer Israel
Israel ist klein genug, um in einer Woche einen guten Ueberblick zu bekommen, aber gross genug, um auch bei einem dreiwöchigen Aufenthalt noch Neues zu entdecken. Hier sind meine Vorschlaege fuer verschiedene Reisedauern.
7 Tage: Die Klassiker
Eine Woche reicht, um die absoluten Highlights zu sehen, aber Sie werden viel unterwegs sein.
Tag 1-2: Jerusalem
Widmen Sie mindestens zwei volle Tage der Heiligen Stadt. Beginnen Sie mit der Altstadt: Besuchen Sie die Klagemauer, wandern Sie ueber die Via Dolorosa zur Grabeskirche, erkunden Sie die verschiedenen Viertel. Am zweiten Tag besuchen Sie den Oelberg mit dem Garten Gethsemane, die Davidsstadt und den Berg Zion mit dem Abendmahlssaal. Abends schlendern Sie durch den Machane Jehuda Markt.
Tag 3: Bethlehem und Yad Vashem
Morgens Ausflug nach Bethlehem (im Westjordanland, organisierte Tour empfohlen) zur Geburtskirche. Nachmittags zurueck nach Jerusalem fuer Yad Vashem. Planen Sie mindestens 3 Stunden fuer die Holocaust-Gedenkstaette ein - weniger wuerde ihr nicht gerecht.
Tag 4: Totes Meer und Masada
Fruehmorgens Abfahrt nach Masada fuer den Sonnenaufgang (oder Seilbahn, wenn Sie ausschlafen moechten). Nach der Besichtigung der Festung fahren Sie zum Toten Meer zum Schweben und Schlammbaden. Uebernachtung am Toten Meer oder Weiterfahrt nach Tel Aviv.
Tag 5-6: Tel Aviv
Erkunden Sie das moderne Israel. Tag 5: Alt-Jaffa, Neve Tzedek, Rothschild Boulevard, Carmel-Markt. Tag 6: Weisse Stadt (Bauhaus-Tour), Strand, Kunstmuseum. Abends geniessen Sie das Nachtleben.
Tag 7: Haifa oder Caesarea
Tagesausflug nach Haifa zu den Bahai-Gaerten oder zum roemischen Caesarea. Alternativ ein weiterer Tag in Tel Aviv oder Jerusalem je nach Interesse. Abends Rueckflug.
10 Tage: Mehr Tiefe und der Norden
Mit 10 Tagen koennen Sie tiefer eintauchen und den Norden erkunden.
Tag 1-3: Jerusalem
Wie oben, aber mit mehr Zeit fuer Details. Fuegen Sie das Israel-Museum hinzu (halber Tag), besuchen Sie Ein Kerem, und nehmen Sie sich Zeit fuer die Nachlaot-Viertel und die Mamilla Avenue zum Shoppen.
Tag 4: Totes Meer und Masada
Wie oben. Uebernachtung am Toten Meer.
Tag 5: Tel Aviv
Ankunft und erste Erkundung. Jaffa und Strand.
Tag 6: Tel Aviv
Bauhaus-Tour, Maerkte, Museen, Nachtleben.
Tag 7: Haifa und Akko
Fahrt nach Haifa zu den Bahai-Gaerten und der deutschen Kolonie. Weiter nach Akko fuer die Kreuzfahrerstadt und den arabischen Markt. Uebernachtung in Akko oder Fahrt zum See Genezareth.
Tag 8: See Genezareth
Christliche Pilgerstaetten: Kapernaum, Tabgha (Brotvermehrungskirche), Berg der Seligpreisungen. Bootsfahrt auf dem See. Optional: Taufe im Jordan. Uebernachtung in Tiberias oder Safed.
Tag 9: Safed und Golan
Morgens die mystische Stadt Safed mit Synagogen und Kuenstlerkolonie. Nachmittags Ausflug auf die Golanhoehen: Wasserfaelle, Drusen-Doerfer, spektakulaere Ausblicke. Zurueck nach Tel Aviv.
Tag 10: Tel Aviv und Abreise
Letzte Einkaufe, Strand, entspannter Abschied. Abends zum Flughafen.
14 Tage: Das umfassende Israel-Erlebnis
Zwei Wochen erlauben es Ihnen, Israel wirklich zu erleben statt nur abzuhaken.
Tag 1-4: Jerusalem und Umgebung
Vier Tage geben Ihnen Zeit, Jerusalem in seiner ganzen Tiefe zu erleben. Neben den klassischen Staetten besuchen Sie das Rockefeller-Museum, das Bible Lands Museum, machen einen Spaziergang auf der Haas-Promenade und erleben vielleicht einen Schabbat in der Stadt. Tagesausflug nach Bethlehem und Hebron (mit Fuehrung).
Tag 5-6: Totes Meer Region
Zwei Tage fuer Masada, das Tote Meer, Ein Gedi (Wanderung zu den Wasserfaellen), und Qumran. Uebernachtung in einem der Spa-Hotels am Toten Meer.
Tag 7-8: Negev
Fahrt in den Sueden. Besuch von Be'er Sheva und dem Beduinenmarkt (donnerstags). Weiter zum Maktesh Ramon - Wanderungen, Sternenbeobachtung, Uebernachtung in der Wueste. Alternativ: Weiterfahrt nach Eilat.
Tag 9-10: Eilat (optional)
Wenn Sie das Rote Meer erleben moechten: Schnorcheln oder Tauchen an den Korallenriffen, Delfinriff, Timna-Park. Von hier auch moeglich: Tagesausflug nach Petra (Jordanien).
Tag 11-12: Tel Aviv
Zwei volle Tage fuer die Stadt, die niemals schlaeft. Alle Highlights plus Zeit zum Entspannen am Strand und Geniessen des Nachtlebens.
Tag 13-14: Nordisrael
Haifa, Akko, See Genezareth, Safed, Golan - je nach Interesse koennen Sie Schwerpunkte setzen. Rueckfahrt nach Tel Aviv fuer den Abflug.
21 Tage: Die ultimative Israel-Reise
Drei Wochen erlauben Ihnen, in die Tiefe zu gehen und auch abseits der ausgetretenen Pfade zu erkunden.
Tag 1-5: Jerusalem intensiv
Nehmen Sie sich Zeit, Jerusalem wirklich zu verstehen. Besuchen Sie die Altstadt mehrmals zu verschiedenen Tageszeiten, erleben Sie mindestens einen Schabbat, tauchen Sie in die verschiedenen Viertel ein. Tagesausfluege ins Westjordanland (Bethlehem, Hebron, Jericho - mit Fuehrung). Besuchen Sie auch weniger bekannte Orte wie das Armenische Viertel, das Aethiopische Kloster, die Pools von Bethesda.
Tag 6-8: Totes Meer und Judaeische Wueste
Drei Tage fuer die Region. Masada, Ein Gedi (mit Uebernachtung im Kibbutz), Qumran, Jericho. Wandern Sie im Wadi Qelt, uebernachten Sie in einem Beduinenzelt.
Tag 9-11: Negev
Drei Tage in der Wueste. Maktesh Ramon (Wanderungen, Mountainbike, Jeep-Tour), Avdat (Nabataeerstadt), Sde Boker (Ben-Gurions Grab und Wuestenforschung), Nachtlager unter Sternen.
Tag 12-14: Eilat und Rotes Meer
Drei Tage Strandurlaub und Wassersport. Tauchen oder Schnupperkurs, Delfinbeobachtung, Timna-Park. Optionaler Tagesausflug nach Petra in Jordanien oder Dahab in Aegypten (Visum beachten).
Tag 15-18: Tel Aviv und Kuestenebene
Vier Tage fuer Tel Aviv und Umgebung. Erkunden Sie alle Viertel, besuchen Sie Caesarea (roemische Ruinen), Netanya (Straende), das Weingut-Gebiet Carmel. Zeit fuer entspannte Cafes, Kunstgalerien, Nachtleben.
Tag 19-21: Nordisrael
Haifa (Bahai-Gaerten, deutsche Kolonie, Carmel), Akko (Kreuzfahrerstadt, arabischer Markt), See Genezareth (christliche Staetten, Bootsfahrt), Safed (Mystik, Kuenstlerkolonie), Golanhoehen (Wasserfaelle, Drusen-Kultur, Weinguetern). Rueckfahrt ueber die Kuestenstrasse.
12. Konnektivitaet: Internet und Telefon
Mobiles Internet
Israel hat eine ausgezeichnete mobile Infrastruktur mit 4G/LTE-Abdeckung fast ueberall, einschliesslich abgelegener Gebiete. Kostenloses WLAN gibt es in den meisten Hotels, vielen Cafes und Restaurants sowie an oeffentlichen Orten wie dem Ben-Gurion-Flughafen.
SIM-Karten
Wenn Sie laenger als ein paar Tage bleiben oder unterwegs mobiles Internet brauchen, lohnt sich eine israelische SIM-Karte. Sie koennen diese am Flughafen Ben Gurion kaufen (Kioske in der Ankunftshalle) oder in zahlreichen Geschaeften in den Staedten.
Die wichtigsten Anbieter sind Cellcom, Partner (Orange) und Pelephone. Prepaid-Pakete mit Daten und Anrufen gibt es ab etwa 50-80 Schekel (15-20 Euro) fuer mehrere Wochen. Sie benoetigen Ihren Reisepass fuer die Registrierung.
EU-Roaming
Achtung: Israel ist nicht Teil der EU, daher gilt das EU-Roaming ("Roam like at Home") nicht. Wenn Sie Ihren deutschen, oesterreichischen oder Schweizer Tarif nutzen, koennen erhebliche Roaming-Gebuehren anfallen. Pruefen Sie vor Reiseantritt die Konditionen Ihres Anbieters oder kaufen Sie eine lokale SIM.
eSIM
Moderne Smartphones mit eSIM-Unterstuetzung koennen eine israelische eSIM nutzen. Anbieter wie Airalo, Holafly oder Ubigi bieten israelische Datenpakete an, die Sie vor Ihrer Reise online kaufen und aktivieren koennen - sehr bequem.
Telefonieren nach Hause
Fuer Anrufe nach Deutschland, Oesterreich oder in die Schweiz empfehle ich VoIP-Dienste wie WhatsApp, Skype oder FaceTime, die ueber WLAN oder mobile Daten funktionieren und kostenlos oder sehr guenstig sind.
13. Essen und Trinken in Israel
Die israelische Kueche ist eines der absoluten Highlights einer Reise. Sie ist ein faszinierendes Mosaik aus Traditionen des gesamten Nahen Ostens, des Mittelmeers, Osteuropas und Nordafrikas, kombiniert mit modernen kulinarischen Trends.
Die Grundlagen
Hummus: Der beruemte Kichererbsen-Dip ist in Israel eine Obsession. Israelis debattieren leidenschaftlich darueber, wo es den besten Hummus gibt - in Abu Ghosh bei Jerusalem, in Jaffa, in Akko. Hummus wird traditionell zum Fruehstueck gegessen, mit frischem Pita-Brot, Zwiebeln, Gurken und Olivenoel. Es ist guenstig, gesund und ueberall erhaeltlich.
Falafel: Die frittierten Kichererbsen-Baellchen im Pita-Brot mit Salat und Tahini sind das klassische israelische Fast Food. Ein Falafel-Sandwich kostet etwa 20-30 Schekel (5-8 Euro) und ist eine vollstaendige Mahlzeit.
Shawarma: Duenn geschnittenes Fleisch (meist Truthahn oder Lamm) vom Drehspiess, serviert im Pita oder auf dem Teller mit Salaten, Hummus und Saucen.
Shakshuka: Eier pochiert in einer wuerzigen Tomaten-Paprika-Sauce, typischerweise zum Fruehstueck gegessen, aber zu jeder Tageszeit koestlich. Wird in der Pfanne serviert, in die Sie mit Brot eintauchen.
Sabich: Ein irakisch-juedisches Sandwich mit gebratenem Auberginen, hartgekochtem Ei, Tahini und Amba (eingelegte Mango-Sauce). Weniger bekannt als Falafel, aber mindestens genauso lecker.
Das israelische Fruehstueck
Das traditionelle israelische Fruehstueck ist legendaer: Eine Auswahl an Salaten (Gurke-Tomate, Karottensalat, Aubergine, etc.), verschiedene Kaese, Oliven, Joghurt, frisches Brot, Eier in verschiedenen Zubereitungen, frischer Saft und Kaffee. Viele Hotels bieten dieses Buffet an, und es lohnt sich, ausgiebig zu fruehstuecken - Sie brauchen dann vielleicht kein Mittagessen mehr.
Maerkte und Streetfood
Die Maerkte sind der beste Ort, um israelisches Essen zu entdecken. Der Machane Jehuda in Jerusalem und der Carmel-Markt in Tel Aviv bieten endlose Moeglichkeiten. Probieren Sie frisch gepresste Saefte, Burekas (gefuellte Blaetterteigtaschen), Jachnun (jemenitisches Brot), Kubbeh (gefuellte Weizentaschen), und sueße Koestlichkeiten wie Halwa und Baklava.
Restaurants
Tel Aviv hat eine der aufregendsten Restaurant-Szenen des Nahen Ostens. Von einfachen Hummus-Lokalen bis zu mit Michelin-Sternen ausgezeichneten Fine-Dining-Restaurants ist alles vertreten. Reservieren Sie in beliebten Restaurants im Voraus, besonders am Wochenende.
Einige besondere Kuechen, die Sie probieren sollten:
- Jemenitisch: Jachnun, Malawach, Lahuh - besondere Brote, oft zum Schabbat-Fruehstueck
- Marokkanisch: Couscous, Tajine, suess-herzhafte Kombinationen
- Aethiopisch: Injera (saures Fladenbrot) mit verschiedenen Eintöpfen - es gibt viele aethiopische Restaurants, da etwa 150.000 aethiopische Juden in Israel leben
- Druisch: Auf den Golanhoehen finden Sie drusische Restaurants mit hervorragender regionaler Kueche
- Arabisch: In Jaffa, Akko und arabischen Staedten gibt es ausgezeichnete arabische Restaurants mit Gerichten wie Mansaf, Musakhan und Maqluba
Koschere Kueche
In Israel ist Koscher weit verbreitet, besonders in Jerusalem. Koschere Restaurants servieren kein Schweinefleisch und mischen nicht Milch und Fleisch in einer Mahlzeit. Am Schabbat sind koschere Restaurants geschlossen. In Tel Aviv finden Sie viele nicht-koschere Optionen.
Vegetarisch und Vegan
Israel, insbesondere Tel Aviv, ist ein Paradies fuer Vegetarier und Veganer. Die traditionelle Kueche ist von Natur aus reich an pflanzlichen Gerichten (Hummus, Falafel, Salate), und die moderne Food-Szene hat dies noch weiterentwickelt. Tel Aviv gilt als eine der vegan-freundlichsten Staedte der Welt.
Wein und Bier
Die israelische Weinindustrie hat in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht. Die Weinregionen Galilaea, Golan und Judaeische Huegel produzieren Weltklasse-Weine. Probieren Sie lokale Sorten in den zahlreichen Weinguetern oder in spezialisierten Weinbars.
Israelisches Bier war lange Zeit eher mau (Goldstar und Maccabee sind die Standardmarken), aber eine florierende Craft-Beer-Szene hat interessante Alternativen hervorgebracht. In Tel Aviv und Jerusalem finden Sie spezialisierte Craft-Beer-Bars.
Kaffee
Israelis sind Kaffee-Suechtige. Cafes sind ueberall, und der Standard ist hoch. Espresso-basierte Getraenke sind ueblich (Americano, Latte, Cappuccino). Probieren Sie auch tuerkischen Kaffee (Kafe Turki) oder kalten Kaffee (Kafe Kar), der im heissen Sommer erfrischend ist.
Kulinarische Erlebnisse
Fuer ein besonderes Erlebnis buchen Sie eine kulinarische Tour durch einen der Maerkte, einen Kochkurs bei einem lokalen Koch, oder ein Schabbat-Abendessen bei einer israelischen Familie (Organisationen wie Eat With oder Abraham Hostels vermitteln solche Erlebnisse).
14. Einkaufen in Israel
Was kaufen?
Israel bietet einige interessante und einzigartige Souvenirs und Produkte:
Totes-Meer-Produkte: Kosmetik auf Basis von Mineralien und Schlamm vom Toten Meer ist sehr beliebt. Marken wie Ahava, Premier und andere produzieren Cremes, Masken, Seifen und mehr. Kaufen Sie in Geschaeften, nicht bei Strassenverkaeufern, um Qualitaet sicherzustellen.
Judaica: Religiöse und kulturelle Objekte wie Menora (Leuchter), Dreidel, Mezuzot, Gebetsschals (Tallitot) und Kippa machen bedeutungsvolle Souvenirs. Die besten finden Sie im juedischen Viertel der Jerusalemer Altstadt.
Olivenholz-Schnitzereien: Krippen, Kreuze und andere religiöse Objekte aus Olivenholz werden besonders in Bethlehem hergestellt. Auch Kuechenutensilien aus Olivenholz sind beliebt.
Gewuerze: Die Gewuerzstaende auf den Maerkten sind ein Fest fuer die Sinne. Za'atar, Sumach, Baharat und andere nahöstliche Gewuerzmischungen sind leicht zu transportieren und bringen die Aromen Israels nach Hause.
Wein: Israelische Weine sind ein ausgezeichnetes Mitbringsel. Achten Sie auf die Zollbestimmungen fuer die Einfuhr in Ihr Heimatland.
Schmuck: Israelische Designer produzieren einzigartigen Schmuck, oft mit Judaica-Motiven oder Eilat-Stein (ein tuerkis-gruener Halbedelstein aus Eilat).
Mode und Design: Tel Aviv hat eine lebhafte Design-Szene. In Vierteln wie Neve Tzedek und Florentin finden Sie Boutiquen lokaler Designer.
Kunst: Die Kuenstlerkolonien in Safed und Jaffa bieten Originale und Drucke lokaler Kuenstler.
Wo einkaufen?
- Maerkte: Machane Jehuda (Jerusalem), Carmel-Markt (Tel Aviv), Jaffa-Flohmarkt - gut fuer Lebensmittel, Gewuerze, guenstige Souvenirs
- Altstadt Jerusalem: Das klassische Souvenir-Shopping-Erlebnis mit Feilschen
- Mamilla Avenue (Jerusalem): Gehobenere Shops und Boutiquen
- Dizengoff-Strasse (Tel Aviv): Einkaufsstrasse mit Mode und Shops
- Neve Tzedek (Tel Aviv): Designer-Boutiquen und Concept Stores
- Einkaufszentren: Azrieli Center (Tel Aviv), Malcha Mall (Jerusalem) - fuer internationale Marken
Feilschen
In den Maerkten und Basaren, besonders in der Altstadt von Jerusalem, ist Feilschen ueblich und erwartet. Starten Sie bei etwa der Haelfte des genannten Preises und handeln Sie sich nach oben. In normalen Geschaeften sind die Preise fest.
Mehrwertsteuer-Rueckerstattung
Touristen koennen sich die israelische Mehrwertsteuer (17%) bei Ausreise erstatten lassen, wenn sie in einem Geschaeft mit "Tax Refund"-Schild fuer mindestens 400 Schekel einkaufen. Bitten Sie um den Steuerbeleg und praesentieren Sie ihn am Flughafen bei der Ausreise.
15. Nuetzliche Apps fuer Ihre Israelreise
Hier sind die wichtigsten Apps, die Ihnen das Reisen in Israel erleichtern:
- Moovit: Die beste App fuer den oeffentlichen Verkehr in Israel. Zeigt Bus-, Bahn- und Strassenbahn-Verbindungen in Echtzeit.
- Gett: Die israelische Alternative zu Uber. Funktioniert zuverlaessig in allen Staedten.
- Google Maps oder Waze: Waze wurde in Israel entwickelt und ist entsprechend gut fuer die Navigation. Beide Apps funktionieren auch offline, wenn Sie Karten vorher herunterladen.
- Google Translate: Fuer hebraeische und arabische Texte. Die Kamera-Funktion hilft bei Schildern und Menues.
- XE Currency: Waehrungsrechner fuer Schekel zu Euro.
- iTravel Jerusalem / Tel Aviv: Offizielle Tourismus-Apps der Staedte mit Sehenswuerdigkeiten, Touren und Veranstaltungen.
16. Fazit: Israel - Eine Reise, die veraendert
Nach all diesen praktischen Informationen moechte ich mit einem persoenlichen Gedanken schliessen: Israel ist kein einfaches Reiseziel, aber es ist eines der lohnendsten. Dieses kleine Land fordert Sie heraus - intellektuell, spirituell, manchmal auch emotional. Es konfrontiert Sie mit Geschichte, mit Religion, mit Konflikten, aber auch mit einer Lebensfreude und Gastfreundschaft, die ueberwältigend sein kann.
Fuer uns deutschsprachige Reisende hat Israel eine besondere Dimension. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts verbindet unsere Laender auf tragische Weise, aber auch auf eine Art, die zu tiefem gegenseitigen Verstaendnis fuehren kann. Viele Israelis haben deutsche Wurzeln - ihre Grosseltern flohen vor dem Nationalsozialismus und brachten deutsche Kultur mit, die sich in der Architektur Tel Avivs, in den Cafes und in der Hochkultur widerspiegelt. Ein Besuch in Yad Vashem ist fuer Deutsche besonders bewegend, aber auch heilsam.
Lassen Sie sich auf Israel ein mit offenem Herzen und offenem Geist. Stellen Sie Fragen, hoeren Sie zu, probieren Sie Neues. Seien Sie bereit, Ihre Vorurteile zu ueberpruefen - die positiven wie die negativen. Israel ist voller Widersprueche: traditionell und modern, religioes und saekular, konfliktreich und friedlich. Diese Spannung macht das Land so faszinierend.
Die Highlights, die ich in diesem Fuehrer beschrieben habe - die heiligen Staetten Jerusalems, die pulsierende Energie Tel Avivs, die surreale Landschaft des Toten Meers, die Korallenriffe Eilats, die gruenen Huegel Galilaaeas - sind nur der Anfang. Die wahren Schaetze einer Israelreise sind die Begegnungen: das Gespraech mit einem Taxifahrer ueber seine Familiengeschichte, das gemeinsame Essen mit einer israelischen Familie am Schabbat, die unerwartete Freundlichkeit eines Fremden, der Ihnen den Weg zeigt.
Israel ist ein Land, das Spuren hinterlaesst. Viele Besucher kommen mit dem Gefuehl zurueck, dass sie etwas Wichtiges erlebt haben, auch wenn sie nicht genau benennen koennen, was es ist. Vielleicht ist es die Dichte der Geschichte, die jeden Stein bedeutsam macht. Vielleicht ist es die spirituelle Energie, die selbst Skeptiker beruehrt. Vielleicht ist es einfach die Intensitaet des Lebens in einem Land, das seine Existenz nie als selbstverstaendlich betrachten kann.
Planen Sie Ihre Reise sorgfaeltig, aber bleiben Sie flexibel. Die besten Erlebnisse sind oft ungeplant. Und wenn Sie nach Hause kommen, werden Sie wahrscheinlich schon an Ihre naechste Israelreise denken. Denn Israel hat diese Eigenschaft: Es ruft Sie zurueck.
Ich wuensche Ihnen eine unvergessliche Reise ins Heilige Land. Lehitraot - auf Wiedersehen, oder besser: bis wir uns wiedersehen, in Israel.
Praktische Kurzuebersicht
- Beste Reisezeit: Maerz-Mai und September-November
- Visum: Nicht erforderlich fuer DACH-Buerger (bis 90 Tage)
- Waehrung: Neuer Israelischer Schekel (NIS), ca. 1 EUR = 4 NIS
- Sprachen: Hebraeisch, Arabisch; Englisch weit verbreitet
- Zeitzone: MEZ +1 Stunde (gleiche Sommerzeit-Regelung)
- Strom: 220V, israelischer Stecker (Typ H) - Adapter empfohlen
- Notruf: 100 (Polizei), 101 (Rettung), 102 (Feuerwehr)
- Deutsche Botschaft: Tel Aviv, Tel. +972-3-6931313
Anhang: Wichtige hebraeische Ausdruecke
- Shalom - Hallo / Auf Wiedersehen / Frieden
- Toda (raba) - Danke (vielmals)
- Bevakasha - Bitte / Gern geschehen
- Slicha - Entschuldigung
- Ken / Lo - Ja / Nein
- Kama ze ole? - Wie viel kostet das?
- Eifo ha-sherutim? - Wo ist die Toilette?
- Ani lo mevin/mevina - Ich verstehe nicht (m/f)
- Ata/At medaber/medaberet Anglit? - Sprechen Sie Englisch? (m/f)
- Yofi - Toll / Super
- Sababa - Cool / In Ordnung
- Lehitraot - Auf Wiedersehen
Zusaetzliche Hinweise fuer Reisende aus dem deutschsprachigen Raum
Besondere historische Verbindungen
Die Beziehung zwischen Israel und den deutschsprachigen Laendern ist von der Geschichte gepraegt, aber auch von einem bemerkenswerten Prozess der Versoehnung und Zusammenarbeit. Als deutscher, oesterreichischer oder Schweizer Besucher werden Sie feststellen, dass diese Geschichte oft praeser ist als zu Hause. In vielen Familien gibt es Erinnerungen an Verwandte, die im Holocaust ermordet wurden, an Flucht aus Europa, an verlorene Heimat.
Gleichzeitig werden Sie eine grosse Offenheit und Neugier gegenueber deutschen Besuchern erleben. Die juengeren Generationen unterscheiden klar zwischen der historischen Vergangenheit und den heutigen Beziehungen. Deutschland ist ein wichtiger Partner Israels, und viele Israelis haben positive Erfahrungen mit deutschen Touristen und Studenten gemacht.
Einige Orte, die diese Verbindung besonders deutlich machen:
- Yad Vashem: Die Holocaust-Gedenkstaette ist ein zutiefst bewegendes Erlebnis. Planen Sie mindestens 3-4 Stunden ein und seien Sie emotional vorbereitet.
- Weisse Stadt Tel Aviv: Die Bauhaus-Architektur wurde von Architekten geschaffen, die vor dem NS-Regime flohen. Eine gefuehrte Tour beleuchtet diese Geschichte.
- German Colony Haifa: Von deutschen Templern im 19. Jahrhundert gegruendet, heute ein charmantes Viertel mit restaurierten Steinhaeusern.
- Deutsche Doerfer: In verschiedenen Teilen Israels gibt es Ueberreste deutscher Siedlungen, die von den Templern gegruendet wurden.
Praktische Vorteile fuer DACH-Reisende
Als Buerger Deutschlands, Oesterreichs oder der Schweiz geniessen Sie einige Vorteile bei der Israelreise:
- Visafreie Einreise: Bis zu 90 Tage ohne Visum
- Gute Flugverbindungen: Direktfluege von Frankfurt, Muenchen, Berlin, Wien, Zuerich, Genf
- Sprachkenntnisse: Englisch ist in Israel weit verbreitet, und Sie kommen damit ueberall zurecht
- Aehnliches Preisniveau: Israel ist teuer, aber fuer DACH-Reisende kein Schock
- Vertrautheit mit Sicherheitsstandards: Die Sicherheitskontrollen sind streng, aber professionell - Sie werden sich schnell daran gewoehnen
Tipps fuer das Verhalten
- Seien Sie offen ueber Ihre Herkunft: Israelis werden Sie oft fragen, woher Sie kommen. Eine ehrliche Antwort fuehrt oft zu interessanten Gespraechen.
- Vermeiden Sie Vergleiche: Saetze wie "In Deutschland machen wir das besser" kommen nicht gut an - in keinem Land.
- Zeigen Sie Interesse: Fragen Sie nach Familiengeschichten, hoeren Sie zu, zeigen Sie Empathie.
- Nehmen Sie die Sicherheitsvorkehrungen ernst: Die Sicherheitskultur in Israel hat ihre Gruende. Kooperieren Sie ohne zu klagen.
Erweiterte Informationen zu den Regionen
Die judaeische Wueste: Zwischen Jerusalem und dem Toten Meer
Die judaeische Wueste ist eine der faszinierendsten Landschaften Israels - und eine der am leichtesten zugaenglichen Wuesten der Welt. Sie beginnt praktisch vor den Toren Jerusalems und faellt dramatisch zum Toten Meer ab, wobei sie in weniger als 30 Kilometern Luftlinie ueber 1200 Hoehenmeter ueberwindet.
Diese Wueste ist keine Sandwueste wie die Sahara, sondern eine Steinwueste mit tiefen Wadis (ausgetrockneten Flussbetten), schroffen Felsklippen und ueberraschenden Oasen. Seit Jahrtausenden diente sie als Rueckzugsort fuer Eremiten, Rebellen und Fluechtlinge. Die Essener, die die Schriftrollen vom Toten Meer verfassten, lebten hier in Qumran. Die juedischen Zeloten hielten in Masada gegen die Roemer aus. Byzantinische Moenche gruendeten Kloester in den unzugaenglichsten Schluchten.
Einige besondere Erlebnisse in der judaeischen Wueste:
- Wadi Qelt: Eine dramatische Schlucht mit dem St.-Georgs-Kloster, das in die Felswand gebaut ist. Sie koennen von Jerusalem nach Jericho durch das Wadi wandern (etwa 6 Stunden, nur mit Guide und ausreichend Wasser).
- Mar Saba: Eines der aeltesten bewohnten Kloester der Welt, gegruendet im 5. Jahrhundert. Maenner koennen das Innere besuchen, Frauen nur von aussen.
- Nabi Musa: Ein islamischer Pilgerort, der traditionell als Grab Moses verehrt wird (obwohl die Bibel sagt, niemand kenne sein Grab).
- Uebernachtung bei Beduinen: Mehrere Beduinenfamilien bieten Uebernachtungen in traditionellen Zelten an, mit Lagerfeuer, arabischem Kaffee und Sternenbeobachtung.
Das Westufer des Jordans: Praktische Hinweise
Das Westjordanland (West Bank) ist voelkerrechtlich umstritten und wird teilweise von Israel, teilweise von der Palaestinensischen Autonomiebehoerde kontrolliert. Fuer Touristen ist es wichtig, die Situation zu verstehen:
- Zone A: Unter palaestinensischer Zivil- und Sicherheitskontrolle. Israelische Buerger duerfen nicht einreisen, und israelische Mietwagen sollten hier nicht fahren.
- Zone B: Palaestinensische Zivilverwaltung, israelische Sicherheitskontrolle.
- Zone C: Vollstaendige israelische Kontrolle, einschliesslich der juedischen Siedlungen.
Touristische Ziele wie Bethlehem (Zone A, aber mit Checkpoints zugaenglich) und Jericho werden problemlos im Rahmen gefuehrter Touren besucht. Unabhaengiges Reisen ist moeglich, erfordert aber Vorsicht und aktuelle Informationen. Meiden Sie Demonstrationen und Konfrontationspunkte.
Die Kuestenebene: Mehr als nur Tel Aviv
Die Mittelmeer-kueste Israels bietet abseits von Tel Aviv einige interessante Ziele:
Caesarea: Die von Herodes dem Grossen erbaute roemische Hafenstadt ist eine der eindrucksvollsten archaeologischen Staetten Israels. Das antike Theater wird noch heute fuer Konzerte genutzt, und Sie koennen im archaeologischen Park zwischen Ruinen des Hippodroms, des Aquaedukts und der kreuzfahrerzeitlichen Festung wandern. Es gibt auch ausgezeichnete Tauchmoeglichkeiten an den versunkenen Hafenanlagen.
Netanya: Ein beliebter Badeort mit kilometerlangen Sandstraenden, besonders bei Familien beliebt. Die Klippen ueber dem Strand bieten schoene Aussichten.
Herzliya: Noerdlich von Tel Aviv gelegen, ist dies das wohlhabendste Viertel der Region mit gehobenen Straenden und dem Marina-Viertel.
Jaffa-Tel Aviv Kuestenpromenade: Die Tayelet verbindet die verschiedenen Straende der Stadt und ist perfekt fuer einen Morgenspaziergang oder eine abendliche Joggingrunde.
Vertiefung: Die Golanhoehen
Die Golanhoehen sind eine vulkanische Hochebene, die Israel 1967 von Syrien eroberte und 1981 annektierte (von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt). Unabhaengig von der politischen Situation ist die Region landschaftlich spektakulaer und touristisch gut erschlossen.
Die Landschaft ist von erloschenen Vulkankegeln, gruenen Weiden, Obstplantagen und Weinbergen gepraegt. Die Drusen, eine religiöse Minderheit, leben hier in ihren traditionellen Doerfern und bieten ausgezeichnete Gastfreundschaft.
Highlights der Golanhoehen:
- Banias (Hermon-Naturreservat): Eine der Quellen des Jordan mit beeindruckenden Wasserfaellen und den Ruinen der antiken Stadt Caesarea Philippi, wo Jesus laut Bibel Petrus zum "Fels" ernannte.
- Gamla: Eine antike juedische Stadt, die 67 n. Chr. gegen die Roemer fiel. Die archaeologische Staette bietet auch einen der besten Orte in Israel, um Gaensegeier zu beobachten.
- Katzrin: Die "Hauptstadt" der Golanhoehen mit einem archaeologischen Park, der ein rekonstruiertes talmudisches Dorf zeigt.
- Berg Bental: Ein erloschener Vulkankrater mit Aussichtspunkt auf die syrische Grenze. Bei klarem Wetter sieht man bis nach Damaskus.
- Weinguetern: Die Hoehenlage macht den Golan zu einer ausgezeichneten Weinregion. Mehrere Weinguetern bieten Verkostungen an.
Vertiefung: Der See Genezareth (Kinneret)
Der See Genezareth ist der groesste Suesswassersee Israels und liegt etwa 210 Meter unter dem Meeresspiegel. Fuer Christen ist er von enormer Bedeutung, da Jesus laut den Evangelien einen grossen Teil seines Wirkens an seinen Ufern verbrachte.
Die wichtigsten christlichen Pilgerstaetten am See:
- Kapernaum: Die Stadt, in der Jesus laut Bibel lebte und lehrte. Hier sehen Sie die Ueberreste einer antiken Synagoge und das Haus des Apostels Petrus, ueber dem eine moderne Kirche gebaut wurde.
- Tabgha: Der traditionelle Ort der wundersamen Brotvermehrung. Die Kirche beherbergt wunderschoene byzantinische Mosaike, darunter das beruehmte Fisch-und-Brot-Mosaik.
- Berg der Seligpreisungen: Der Huegel, auf dem Jesus die Bergpredigt gehalten haben soll. Die Kirche bietet einen herrlichen Blick ueber den See.
- Yardenit: Die kommerzielle Taufstelle am Jordan-Ausfluss aus dem See. Hier lassen sich Tausende von Pilgern taufen.
Neben den religiösen Staetten bietet der See auch weltliche Genuesse: Strände zum Schwimmen, Bootsfahrten, Fischrestaurants (probieren Sie St.-Petrus-Fisch, auch wenn er oft aus Aquakultur stammt).
Tiberias, die groesste Stadt am See, ist ein praktischer Stuetzpunkt. Die Stadt selbst hat einige historische Sehenswuerdigkeiten (Grabstaetten bedeutender Rabbiner, antike Ruinen), ist aber vor allem fuer ihre heissen Quellen und ihre recht touristische Atmosphaere bekannt.
Vertiefung: Religioese und kulturelle Vielfalt
Die juedische Gemeinschaft
Die juedische Gesellschaft Israels ist erstaunlich vielfaeltig. Grob kann man unterscheiden zwischen:
- Saekulare Juden (Chilonim): Die groesste Gruppe, die juedische Identitaet kulturell, nicht religioes definiert. Dominieren in Tel Aviv und anderen Kuenstenstadten.
- Traditionelle Juden (Masortim): Halten einige Traditionen ein (Schabbat-Essen, Feiertage), ohne streng religioes zu sein.
- Nationalreligioese (Dati Leumi): Verbinden religiöse Observanz mit Zionismus und Nationalismus. Viele leben in Siedlungen im Westjordanland.
- Ultraorthodoxe (Charedim): Streng religioes, oft erkennbar an schwarzer Kleidung und Hueten bei Maennern, konservativer Kleidung und Kopfbedeckung bei Frauen. Konzentriert in bestimmten Vierteln Jerusalems (Mea Shearim) und Bnei Brak bei Tel Aviv.
Innerhalb dieser Gruppen gibt es weitere Unterteilungen: aschkenasische Juden (europaeischer Herkunft), sephardische und mizrachische Juden (aus Spanien, Nordafrika, dem Nahen Osten), aethiopische Juden (Beta Israel), indische Juden und viele mehr. Diese Vielfalt spiegelt sich in Synagogen, Kueche, Musik und Gebraeuchen wider.
Arabische Israelis und Palaestinenser
Etwa 20% der israelischen Buerger sind Araber - meist Muslime, aber auch Christen und Drusen. Sie leben vor allem in Galilaea, im "Dreieck" (zwischen Haifa und Tel Aviv), in gemischten Staedten wie Haifa und Akko, und in Ostjerusalem.
Die Drusen sind eine einzigartige religiöse Gemeinschaft, deren Glaube Elemente aus Islam, Christentum und anderen Religionen verbindet. Sie sind bekannt fuer ihre Loyalitaet zum israelischen Staat und dienen im Militaer. Ihre Doerfer auf den Golanhoehen und im Karmelgebirge sind gastfreundlich und bieten ausgezeichnete Kueche.
Die Beduinen, traditionell nomadische Araber, leben vor allem im Negev. Ihr Lebensstil hat sich stark veraendert, aber traditionelle Elemente bleiben erhalten. Beduinen-Erlebnisse (Kamelreiten, Uebernachtung in Zelten, traditionelle Mahlzeiten) sind beliebte Touristenattraktionen.
Christliche Gemeinden
Die christliche Minderheit in Israel ist klein (etwa 2%), aber historisch und kulturell bedeutsam. Es gibt eine verwirrende Vielfalt an Konfessionen:
- Griechisch-orthodoxe Kirche (die groesste)
- Katholische Kirche (lateinischer Ritus)
- Griechisch-katholische (melkitische) Kirche
- Armenisch-apostolische Kirche
- Armenisch-katholische Kirche
- Koptisch-orthodoxe Kirche
- Aethiopisch-orthodoxe Kirche
- Syrisch-orthodoxe Kirche
- Maronitische Kirche
- Protestantische Kirchen verschiedener Richtungen
Diese Vielfalt fuehrt manchmal zu kuriosen Situationen - in der Grabeskirche sind die Konfessionen so zerstritten, dass ein muslimischer Pfoertner den Schluessel verwahrt und taeglich die Tuer oeffnet. Aber es ist auch faszinierend, diese verschiedenen Traditionen zu erleben.
Bahai
Die Bahai-Religion, gegruendet im 19. Jahrhundert in Persien, hat ihr Weltzentrum in Haifa. Die atemberaubenden Bahai-Gaerten und der Schrein des Bab sind das Wahrzeichen der Stadt. Bahai glauben an die Einheit aller Religionen und die fortschreitende Offenbarung Gottes durch verschiedene Propheten - Abraham, Moses, Jesus, Mohammed, Buddha und den Bab.
Vertiefung: Archaeologie und Geschichte
Die wichtigsten archaeologischen Staetten
Israel ist ein Paradies fuer Geschichts- und Archaeologie-Interessierte. Hier eine Auswahl der bedeutendsten Staetten:
Megiddo (Armageddon): Diese antike Stadt am Eingang zum Jesreel-Tal war strategisch so wichtig, dass hier ueber Jahrtausende Schlachten geschlagen wurden. In der Offenbarung des Johannes wird sie als Ort der letzten Schlacht genannt. Die Ausgrabungen zeigen ueber 25 Siedlungsschichten, von der Bronzezeit bis zur Perserzeit.
Beit She'an: Eine der am besten erhaltenen roemischen Staedte ausserhalb Italiens. Die Hauptstrasse, das Theater, die Badehaeuser und der Tempelkomplex geben ein eindrucksvolles Bild des roemischen Lebens.
Caesarea Maritima: Herodes' Meisterwerk der Ingenieurskunst - eine kuenstlich angelegte Hafenstadt mit Theater, Hippodrom, Aquaedukt und Palaesten. Hier wurde Paulus nach Rom verschifft.
Akko: Die Kreuzfahrerstadt unter der osmanischen Stadt ist erstaunlich gut erhalten. Unterirdische Ritterhallen, geheime Tunnel und massive Befestigungen zeugen von der Bedeutung der Stadt waehrend der Kreuzzuege.
Masada: Die Festung des Herodes und letzter Widerstandsort der juedischen Rebellen gegen Rom. Die Geschichte des Massenselbstmords ist umstritten, aber die archaeologischen Ueberreste sind beeindruckend.
Qumran: Wo die Schriftrollen vom Toten Meer gefunden wurden. Die Siedlung der Essener ist gut ausgegraben, und das Besucherzentrum erklaert die Bedeutung der Funde.
Hazor: Die groesste bronzezeitliche Stadt Kanaans, im Buch Josua als Haupt aller Koenigreiche genannt. Die Ausgrabungen zeigen monumentale Architektur und beeindruckende Funde.
Tel Be'er Sheva: Eine eisenzeitliche Stadt mit einem ausgeklugelten Wassersystem. UNESCO-Welterbe.
Museen fuer Geschichte und Archaeologie
- Israel-Museum (Jerusalem): Das wichtigste Museum des Landes mit den Schriftrollen vom Toten Meer, dem Modell Jerusalems zur Zeit des Zweiten Tempels und einer herausragenden archaeologischen Sammlung.
- Rockefeller-Museum (Jerusalem): Archaeologische Funde aus der britischen Mandatszeit, in einem schoenen Art-Deco-Gebaeude.
- Davidsturm-Museum (Jerusalem): Geschichte Jerusalems von den Anfaengen bis heute, in der historischen Zitadelle.
- Bible Lands Museum (Jerusalem): Kulturen des antiken Nahen Ostens im Kontext der Bibel.
- Eretz Israel Museum (Tel Aviv): Archaeologie, Volkskunde und Geschichte des Landes Israel.
- ANU - Museum des juedischen Volkes (Tel Aviv): Innovative Praesentation der juedischen Geschichte und Kultur weltweit.
Vertiefung: Moderne israelische Kultur
Kunst und Kuenstlerszene
Israel hat eine lebhafte Kunstszene, die von der einzigartigen Mischung aus Kulturen und der intensiven Geschichte des Landes gepraegt ist. Tel Aviv ist das Zentrum der zeitgenoessischen Kunst, mit zahlreichen Galerien, Kunsthochschulen und dem Tel Aviv Museum of Art.
Besondere Orte fuer Kunstinteressierte:
- Kuenstlerkolonie Safed: In den verwinkelten Gassen der mystischen Stadt haben sich zahlreiche Kuenstler niedergelassen, die Judaica, abstrakte Kunst und lokalinspirierte Werke schaffen.
- Jaffa: Alt-Jaffa ist voller Galerien und Ateliers, von etablierten Kuenstlern bis zu jungen Kreativen.
- Neve Tzedek: Das hippe Tel Aviver Viertel hat mehrere anspruchsvolle Galerien.
- Ein Kerem: Das malerische Dorf bei Jerusalem beherbergt viele Kuenstlerateliers.
Musik
Die israelische Musikszene ist vielfaeltig: von klassischer Musik (das Israel Philharmonic Orchestra gehoert zu den besten der Welt) ueber traditionelle juedische und nahöstliche Musik bis zu einer lebhaften Pop-, Rock- und Electronic-Szene.
Tel Aviv ist bekannt fuer sein Nachtleben, mit Clubs, die bis in die Morgenstunden geoeffnet haben. Die Szene ist besonders stark im Bereich Electronic und House. Am Wochenende (Donnerstag bis Samstag in Israel) pulsiert die Stadt.
Film und Theater
Der israelische Film hat international Anerkennung gefunden, mit Regisseuren wie Ari Folman (Waltz with Bashir), Samuel Maoz (Lebanon) und Nadav Lapid. Das Jerusalemer Filmfestival und die DocAviv in Tel Aviv sind wichtige Veranstaltungen.
Das hebraeische Theater hat eine lange Tradition. Das Habima in Tel Aviv ist das nationale Theater, aber es gibt viele weitere Buehnen. Fuer internationale Besucher ist die Sprachbarriere ein Hindernis, aber einige Auffuehrungen haben Untertitel.
Literatur
Israelische Literatur ist weltweit geschaetzt. Autoren wie Amos Oz, David Grossman, A.B. Yehoshua und Etgar Keret sind auch in deutscher Uebersetzung verfuegbar. Ihre Werke geben tiefe Einblicke in die israelische Gesellschaft und Psyche. Die Stadtbibliothek von Jerusalem (Beit Ariela) und verschiedene Buchhandlungen haben englischsprachige Abteilungen.
Erweiterte praktische Informationen
Unterkunft: Verschiedene Optionen
Hotels: Von internationalen Ketten bis zu Boutique-Hotels ist alles verfuegbar. Jerusalem und Tel Aviv haben die groesste Auswahl. Beachten Sie: Viele Hotels in Jerusalem sind koscher und schliessen ihre Restaurants am Schabbat.
Hostels: Abraham Hostels (Jerusalem, Tel Aviv, Nazareth) sind besonders beliebt bei Rucksackreisenden. Sie bieten Schlaftsaele, aber auch private Zimmer, und organisieren Touren und Veranstaltungen.
Ferienwohnungen: Airbnb und Booking.com haben viele Optionen, besonders in Tel Aviv. Gut fuer Familien oder laengere Aufenthalte mit Selbstversorgung.
Kibbuz-Gaestehaeuser: Viele Kibbuzim bieten Unterkunft, oft in schoener Natur und mit Zugang zu Einrichtungen wie Schwimmbaedern. Eine gute Moeglichkeit, das Kibbuz-Leben kennenzulernen.
Oekotourismus: In der Wueste und im Norden gibt es Zeltlager und Oeko-Lodges fuer naturnahe Uebernachtungen.
Klosterherbergen: Mehrere christliche Kloester in Jerusalem und anderswo bieten guenstige Unterkunft, teilweise mit Ausgangssperre und ruhigen Stunden.
Reisen mit Kindern
Israel ist ein familienfreundliches Reiseziel. Israelis lieben Kinder, und Sie werden ueberall Willkommen geheissen. Einige Tipps:
- Die Hitze im Sommer ist fuer Kinder besonders belastend - viel trinken, Pausen im Schatten, Mittagshitze meiden
- Die Straende Tel Avivs und Eilats sind perfekt fuer Familien
- Interaktive Museen wie das Madatech in Haifa oder das Bloomfield Science Museum in Jerusalem sind gut fuer Kinder
- Der biblische Zoo in Jerusalem ist einer der besten Zoos im Nahen Osten
- Kibbutz-Gaestehaeuser bieten oft kinderfreundliche Aktivitaeten
- Viele Restaurants haben Kindermenues oder sind flexibel bei Portionen
Barrierefreiheit
Israel hat in den letzten Jahren grosse Fortschritte bei der Barrierefreiheit gemacht, aber es gibt noch Herausforderungen. Die Altstadt von Jerusalem mit ihren Treppen und unebenen Pflastersteinen ist fuer Rollstuhlfahrer sehr schwierig. Moderne Museen, Hotels und oeffentliche Gebaeude sind meist barrierefrei. Die Stadtbahn in Jerusalem und viele Busse sind rollstuhlgerecht. Fuer detaillierte Informationen kontaktieren Sie Access Israel (www.aisrael.org).
LGBTQ+-Reisende
Tel Aviv ist eine der LGBTQ+-freundlichsten Staedte der Welt, mit einer grossen Szene, einer jaehrlichen Pride Parade und voller Akzeptanz. Jerusalem und religiöse Gemeinden sind konservativer. In der oeffentlichen Darstellung von Zuneigung sollten Sie ausserhalb Tel Avivs vorsichtig sein, besonders in ultraorthodoxen und arabischen Vierteln.
Vegetarisch und vegan reisen
Israel, insbesondere Tel Aviv, ist ein Paradies fuer pflanzliche Ernaehrung. Die traditionelle Kueche ist von Natur aus reich an vegetarischen Gerichten: Hummus, Falafel, Salate, Auberginengerichte. Die moderne Szene hat dies noch weiterentwickelt - Tel Aviv hat mehr vegane Restaurants pro Kopf als fast jede andere Stadt der Welt. In Jerusalem und anderen Staedten finden Sie ebenfalls viele Optionen. Nur in sehr traditionellen Restaurants oder abgelegenen Gegenden koennte es schwieriger werden.
Abschliessende Gedanken zur Israelreise
Israel ist ein Land, das niemanden gleichgueltig laesst. Es provoziert, inspiriert, frustriert und begeistert - oft alles gleichzeitig. Die Dichte an Geschichte, Spiritualitaet und Kultur auf so engem Raum ist weltweit einzigartig. Die Komplexitaet der Gesellschaft - mit ihren verschiedenen Ethnien, Religionen, politischen Meinungen - spiegelt die Komplexitaet der menschlichen Erfahrung wider.
Als Besucher aus dem deutschsprachigen Raum tragen Sie eine besondere Verantwortung, aber auch eine besondere Chance. Die historische Last kann schwer wiegen, aber sie kann auch zu tiefem Verstaendnis und echten Begegnungen fuehren. Nutzen Sie diese Chance. Hoeren Sie zu. Stellen Sie Fragen. Seien Sie offen fuer neue Perspektiven.
Und geniessen Sie: das koestliche Essen, die warme Gastfreundschaft, die atemberaubenden Landschaften, die lebendige Kultur. Israel bietet so viel - lassen Sie sich darauf ein.
Shalom und gute Reise!
