Siem Reap
Siem Reap 2026: Was du wissen musst
Siem Reap ist weit mehr als nur das Tor zu Angkor Wat. Diese Stadt im Nordwesten Kambodschas hat sich in den letzten Jahren zu einem eigenstaendigen Reiseziel entwickelt, das Besucher mit einer faszinierenden Mischung aus antikem Kulturerbe, lebendiger Gastronomieszene und ueberraschend guter touristischer Infrastruktur begeistert. Hier treffen tausendjaehrige Tempel auf hippe Cafes, traditionelle Khmer-Kueche auf internationale Fine-Dining-Konzepte, und staubige Tuk-Tuk-Fahrten auf klimatisierte Boutique-Hotels.
Was Siem Reap besonders macht: Die Stadt ist kompakt genug, um sie zu Fuss oder per Fahrrad zu erkunden, bietet aber gleichzeitig genug Tiefe fuer mehrwoechige Aufenthalte. Die Einheimischen sind an Touristen gewoehnt, ohne dabei ihre Herzlichkeit verloren zu haben. Die Preise sind selbst nach der Post-Covid-Erholung noch immer erschwinglich — ein vollstaendiges Abendessen mit Getraenken kostet selten mehr als 15-20 USD, und selbst gehobene Restaurants bleiben unter 50 USD pro Person.
Fuer deutschsprachige Reisende ist Siem Reap ein dankbares Ziel: Englisch wird fast ueberall gesprochen, die medizinische Versorgung ist fuer eine kambodschanische Stadt gut, und die Zeitverschiebung von nur sechs Stunden (Sommerzeit: fuenf Stunden) macht den Jetlag ertraeglich. Die Stadt eignet sich sowohl als Kurztrip von Bangkok oder Ho-Chi-Minh-Stadt als auch als eigenstaendiges Reiseziel fuer eine Woche oder laenger.
Stadtviertel: Wo uebernachten
Die Wahl des richtigen Viertels kann deinen Aufenthalt in Siem Reap erheblich beeinflussen. Jedes Gebiet hat seinen eigenen Charakter, und je nach Reisestil wirst du dich in manchen Ecken wohler fuehlen als in anderen.
Old French Quarter
Das koloniale Herz der Stadt liegt zwischen dem Fluss und der Nationalstrasse 6. Hier findest du elegante Hotels wie das Raffles Grand Hotel d'Angkor (ab 350 USD) und das Park Hyatt, umgeben von Kolonialarchitektur. Es gibt auch Boutique-Hotels wie das Shinta Mani ab 120 USD. Dieses Viertel eignet sich fuer Reisende, die Ruhe und Eleganz schaetzen.
Old Market Area (Psar Chas)
Das touristische Epizentrum. Rund um den alten Markt und die Pub Street konzentrieren sich Restaurants, Bars und Souvenirlaeden. Nachts verwandelt sich die Pub Street in eine laute Partymeile mit guenstigen Bier-Angeboten (50 Cent fuer ein Angkor-Bier). Die Unterkunftspreise sind variabel — von 8-Dollar-Hostels bis zu 80-Dollar-Boutique-Hotels. Ideal fuer Erstbesucher und Alleinreisende. Nachteil: Es kann laut werden.
Wat Bo Village
Oestlich des Flusses, zehn Gehminuten vom Old Market entfernt. Ruhiger, mit guter Balance aus Erreichbarkeit und Entspannung. Die Pagode Wat Bo ist einen Besuch wert. Preis-Leistung ist oft besser als in der Altstadt: 40-80 USD fuer ein gutes Doppelzimmer mit Pool. Meine Empfehlung fuer Paare und Familien.
Wat Damnak Area
Suedlich von Wat Bo, noch eine Spur lokaler. Hier wohnen viele Langzeitbesucher, digitale Nomaden und NGO-Mitarbeiter. Die Unterkunftspreise sind niedriger (25-50 USD fuer gute Zimmer), die Restaurants authentischer. Der Psar Leu Markt in der Naehe bietet einen Einblick in den kambodschanischen Alltag, den Touristen selten sehen. Nachteile: Weniger Auswahl beim Nachtleben, laengere Wege zu den Tempeln.
Sok San Road und Umgebung
Diese Strasse westlich des Zentrums hat sich zum Backpacker-Hotspot entwickelt. Hostels mit Poolpartys, guenstige Restaurants und eine juengere Atmosphaere praegen das Bild. Wenn du unter 30 bist und Anschluss suchst, bist du hier richtig. Betten im Schlafsaal ab 5 USD, private Zimmer ab 15 USD. Die Qualitaet variiert stark — lies Bewertungen, bevor du buchst.
Ausserhalb der Stadt
Einige der besten Hotels liegen naeher an den Tempeln. Das Phum Baitang (ab 400 USD) bietet Villen inmitten von Reisfeldern. Das Templation (ab 150 USD) liegt am Eingang zum Angkor-Park. Ideal fuer Reisende, die morgens als Erste an den Tempeln sein wollen.
Generell gilt: Buchungsportale zeigen oft niedrigere Preise als die Realitaet vor Ort. Rechne mit 10-20% Aufschlag in der Hochsaison (Dezember bis Februar). Fruehbucher und Langzeitgaeste koennen direkt beim Hotel oft bessere Raten aushandeln.
Beste Reisezeit
Kambodscha kennt zwei Jahreszeiten: trocken und nass. Fuer Siem Reap bedeutet das konkret:
November bis Februar: Die ideale Reisezeit
Die kuehle Trockenzeit bringt angenehme Temperaturen zwischen 24 und 32 Grad Celsius, niedrige Luftfeuchtigkeit und praktisch keinen Regen. Die Tempel sind gut begehbar, die Vegetation noch gruen von der vergangenen Regenzeit. Der einzige Nachteil: Alle anderen wissen das auch. Die Hochsaison bedeutet hoehere Preise, vollere Hotels und mehr Menschen an den beliebten Tempeln. Besonders um Weihnachten und Neujahr wird es voll — buche Hotels mindestens sechs Wochen im Voraus.
Maerz bis Mai: Die heisse Trockenzeit
Die Temperaturen klettern auf 35-40 Grad, die Luftfeuchtigkeit steigt. Tempelbesuche nach 10 Uhr morgens werden zur Tortur. Die Landschaft ist staubig und ausgetrocknet. Auf der positiven Seite: Weniger Touristen, niedrigere Preise, und wer frueh aufsteht (4:30 Uhr fuer Sonnenaufgang), kann die Tempel fast fuer sich allein haben. Unverzichtbar: viel Wasser, Sonnenschutz und eine Unterkunft mit funktionierender Klimaanlage.
Juni bis Oktober: Regenzeit
Der Monsun bringt taegliche Regenfaelle, meist am Nachmittag fuer ein bis drei Stunden. Die Temperaturen sinken auf angenehmere 28-33 Grad. Die Landschaft explodiert in sattem Gruen, die Wasserbecken fuellen sich, und Tempel wie Neak Pean zeigen sich von ihrer schoensten Seite. Die Nachteile: Manche Wege werden schlammig, gelegentlich faellt ein ganzer Tag ins Wasser, und die Luftfeuchtigkeit kann erstickend sein. Trotzdem meine Lieblingszeit — die Stimmung an den Tempeln ist magisch, wenn Nebel durch die Ruinen zieht.
Ein praktischer Tipp: Die beste Zeit fuer Tempelbesuche ist immer frueh am Morgen (5:00-7:00 Uhr) oder am spaeten Nachmittag (16:00-18:00 Uhr). Zur Mittagszeit sind selbst in der kuehlen Saison die meisten Tempel unangenehm heiss und ueberlaufen.
Reiseroute: 3 bis 7 Tage
Der Angkor Archaeological Park ist riesig — ueber 400 Quadratkilometer mit hunderten Tempeln. Niemand kann alles sehen, und das solltest du auch nicht versuchen. Hier sind realistische Routen, die ich nach dutzenden Besuchen optimiert habe.
3 Tage: Das Wesentliche
Tag 1 — Die Klassiker: Start um 5:00 Uhr fuer den Sonnenaufgang am Angkor Wat. Nimm Position am linken Teich (noerdlich) — dort ist es weniger ueberlaufen. Nach dem Sonnenaufgang (ca. 6:30 Uhr) fruehstuecke im Tempelkomplex oder fahre zurueck in die Stadt. Gegen 8:30 Uhr Rueckkehr zu Angkor Wat fuer eine ausfuehrliche Besichtigung (plane 2-3 Stunden). Mittagspause im Hotel mit Pool — du wirst sie brauchen. Ab 15:00 Uhr zum Bayon in Angkor Thom. Das Nachmittagslicht ist perfekt fuer die beruehmten Steingesichter. Anschliessend die Terrasse der Elefanten und die Terrasse des Leprosen Koenigs. Sonnenuntergang vom Phnom Bakheng — aber nur, wenn du fit genug fuer den steilen Aufstieg bist.
Tag 2 — Die atmosphaerischen Tempel: Fruehstart um 7:00 Uhr zum Ta Prohm (der "Tomb Raider"-Tempel) bevor die grossen Reisegruppen eintreffen. Die Baumwurzeln, die die Ruinen ueberwuchern, sind am eindrucksvollsten im Morgenlicht. Weiter zum weniger besuchten Ta Nei — oft hast du diesen verwunschenen Tempel ganz fuer dich allein. Gegen 10:30 Uhr zum Banteay Kdei und dem gegenueberliegenden Srah Srang Wasserbecken. Mittagspause. Nachmittags (15:00 Uhr) zum Preah Khan, einem weitlaeufigen Tempelkomplex mit endlosen Gaengen. Fuer Fotografen: Die Lichtstrahlen durch die Tuerrahmen sind gegen 16:30 Uhr am schoensten.
Tag 3 — Die Outer Temples: Tagesausflug zum Banteay Srei, etwa 45 Minuten noerdlich. Dieser rosafarbene Sandsteintempel hat die feinsten Schnitzereien im gesamten Angkor-Komplex. Frueh starten (7:00 Uhr Abfahrt), um vor den Bussen dort zu sein. Auf dem Rueckweg Halt an der Roluos-Gruppe mit Bakong, Preah Ko und Lolei — die aeltesten Tempel der Region und oft menschenleer. Nachmittag zur freien Verfuegung in der Stadt.
5 Tage: Tiefere Erkundung
Die drei Tage wie oben, plus:
Tag 4 — Der Grand Circuit: Diese Rundtour fuehrt zu den weiter entfernten Tempeln. Start um 7:00 Uhr am Preah Khan (falls nicht am Tag 2 besucht), weiter zu Neak Pean auf seiner Insel, dann Ta Som mit seinem fotogenen von Wurzeln umschlungenen Osttor. Ost-Mebon bietet beeindruckende Elefantenskulpturen, und Pre Rup ist perfekt fuer den Sonnenuntergang — weit weniger ueberlaufen als Phnom Bakheng.
Tag 5 — Abseits der Pfade: Nimm dir Zeit fuer weniger besuchte Ecken. Der Baphuon in Angkor Thom wird oft uebersehen, obwohl er ein Meisterwerk der Khmer-Architektur ist. Das Suedtor von Angkor Thom mit seiner Goetter-und-Daemonen-Allee ist eindrucksvoll. Nachmittags ein Kochkurs in der Stadt oder eine Fahrradtour durch die umliegenden Doerfer.
7 Tage: Das vollstaendige Erlebnis
Die fuenf Tage wie oben, plus:
Tag 6 — Tagesausflug: Entweder zum Tonle Sap See mit seinen schwimmenden Doerfern (Kompong Khleang ist authentischer als das touristische Chong Kneas) oder zum entfernten Beng Mealea Tempel (80 km), ein voellig von Dschungel ueberwuchertes Angkor Wat im Miniaturformat. Beide Ausfluege benoetigen einen ganzen Tag.
Tag 7 — Slow Day: Keine Tempel. Stattdessen: Morgendliche Fahrradtour durch die Reisfelder, Mittagessen in einem der exzellenten Restaurants der Stadt, Besuch des Angkor National Museums fuer historischen Kontext, Spa-Behandlung am Nachmittag, und ein letztes Abendessen mit Blick auf die beleuchtete Pub Street.
Angkor-Pass: Ein-Tages-Pass 37 USD, Drei-Tages-Pass 62 USD (nutzbar innerhalb von 10 Tagen), Sieben-Tages-Pass 72 USD (nutzbar innerhalb eines Monats). Oeffnungszeiten: 5:00-17:30 Uhr fuer die meisten Tempel.
Wo essen
Die kulinarische Szene Siem Reaps ist ueberraschend vielfaeltig. Von Street Food bis Fine Dining findet hier jeder etwas, und die Preise sind selbst in gehobenen Restaurants moderat.
Street Food und lokale Maerkte
Der Psar Chas (Old Market) bietet morgens frisches Obst, Saefte und einfache Nudelsuppen. Die Staende innen sind authentischer als die touristischen Restaurants am Rand. Eine Portion Num Banh Chok (Reisnudeln mit Currysosse) kostet 1-2 USD. Der Psar Leu im Norden ist groesser und weniger touristisch — hier kaufen Einheimische ein. Abends verwandelt sich die Strasse vor dem Angkor Night Market in eine Fressmeile mit Grillspiessen, gebratenem Reis und frischen Meerestieren zu Preisen zwischen 2-5 USD pro Gericht.
Lokale Restaurants
Fuer authentische Khmer-Kueche zu fairen Preisen: Das Mahob Khmer in der Naehe des Old Market serviert traditionelle Gerichte mit frischen Zutaten (Hauptgerichte 5-8 USD). Das Khmer Kitchen hat mehrere Filialen und ist zuverlaessig gut, wenn auch etwas touristisch angepasst. Mein Geheimtipp: Das unscheinbare Beng Mealea Restaurant im Wat Damnak Viertel — keine Speisekarte auf Englisch, aber zeig einfach auf das, was andere essen.
Sozialunternehmen-Restaurants
Siem Reap hat eine bemerkenswerte Anzahl von Restaurants, die benachteiligte Jugendliche ausbilden. Das Haven bietet gehobene Khmer-Fusion-Kueche und bildet ehemalige Strassenkinder aus. Das Marum (Teil der TREE Alliance) serviert kreative kambodschanische Kueche in einem atmosphaerischen Gartenrestaurant. New Hope Cambodia betreibt ein einfacheres Restaurant mit hervorragendem Fish Amok. Die Preise liegen bei 8-15 USD, aber du isst ausgezeichnet und unterstuetzt wichtige Projekte.
Gehobene Kueche
Das Cuisine Wat Damnak von Chefkoch Joannes Riviere ist regelmaessig unter den besten Restaurants Asiens gelistet. Das Sechs-Gaenge-Degustation-Menue kostet etwa 45 USD — fuer diese Qualitaet ein Schnaeppchen. Reservierung unbedingt erforderlich. Das Embassy bietet moderne Khmer-Kueche in elegantem Ambiente, und das Malis vom Starkoch Luu Meng zeigt traditionelle Rezepte in zeitgemaesser Praesentation.
Cafes und Fruehstueck
Die Cafe-Szene ist entwickelt. Das Sister Srey Cafe serviert hervorragenden Kaffee und westliches Fruehstueck (Flat White 3 USD, Fruehstuecksteller 6-8 USD). Das Blue Pumpkin hat die beste Klimaanlage der Stadt und ausgezeichnete Backwaren. Fuer Spezialitaetenkaffee: Little Red Fox Espresso mit Bohnen aus lokaler Roestung.
Must-Try Gerichte
Die kambodschanische Kueche wird oft von ihren thailaendischen und vietnamesischen Nachbarn ueberschattet, hat aber ihren eigenen Charakter: weniger scharf, mehr Kraeuter, komplexe Fermentierungsaromen.
Fish Amok (Amok Trei) — Das Nationalgericht: Fisch in einer dickfluessigen Kokos-Curry-Paste mit Kroeung (einer Gewuerzpaste aus Zitronengras, Galgant, Kurkuma und Kaffir-Limettenblaettern), gedaempft in einem Bananenblatt. Wenn es richtig gemacht ist, hat es eine cremige, fast mousse-artige Konsistenz. Vorsicht vor billigen Versionen, die einfach Curry mit Fisch sind.
Lok Lak — Wuerfelstuecke von mariniertem Rindfleisch, scharf angebraten und serviert auf einem Bett aus Tomaten, Zwiebeln und Salat, mit einer Dip-Sauce aus Limette und Kampot-Pfeffer. Einfach, aber bei richtiger Zubereitung perfekt.
Num Banh Chok — Kambodschas beliebtestes Fruehstueck: frische Reisnudeln mit einer Fisch-basierten gruenen Currysosse, gekroent mit Bananenblueten, Gurken, Bohnensprossen und frischen Kraeutern. Traditionell von Frauen zubereitet und am Morgen auf Maerkten verkauft.
Bai Sach Chrouk — Ein weiteres Fruehstucksgericht: duenn geschnittenes Schweinefleisch, langsam ueber Kohlen gegrillt und mariniert in Kokosmilch oder Knoblauch, serviert ueber gebrochenem Reis mit eingelegtem Gemuese und einer klaren Suppe. Kostet auf dem Markt etwa 1.50 USD und ist unglaublich saettigend.
Prahok Ktis — Nur fuer Abenteuerlustige: eine Paste aus fermentiertem Fisch (Prahok), gekocht mit Schweinefleisch und Kokosmilch, serviert mit rohem Gemuese als Dip. Der Geruch ist intensiv, der Geschmack suechtmachend. Das ist das Gericht, das Kambodschaner vermissen, wenn sie im Ausland sind.
Kampot-Pfeffer — Technisch kein Gericht, aber unverzichtbar. Kampot-Pfeffer gilt als einer der besten der Welt: schwarz, weiss, rot und gruen. Bestelle Beef Lok Lak mit frischem gruenen Pfeffer fuer das volle Erlebnis.
Lokale Geheimnisse
Nach vielen Aufenthalten in Siem Reap habe ich einige Dinge gelernt, die in keinem Reisefuehrer stehen:
Der echte Sonnenaufgang ist nicht bei Angkor Wat. Ja, die Silhouette der Tuerme gegen den Himmel ist ikonisch. Aber die beste Atmosphaere erlebst du beim Sonnenaufgang am Srah Srang — lokale Moende baden dort morgens, Fischer fahren ihre Boote aus, und du hast den Ort oft fuer dich allein.
Die Gesichter des Bayon aendern sich mit dem Licht. Besuche den Bayon zweimal: einmal am fruehen Morgen, wenn die Gesichter in warmem Gold leuchten, und einmal am spaeten Nachmittag, wenn lange Schatten ihnen einen fast unheimlichen Ausdruck verleihen.
Verhandle den Tuk-Tuk-Preis VOR der Fahrt. Ein Tagesausflug zu den Haupttempeln sollte 15-20 USD kosten, der Grand Circuit 20-25 USD, Banteay Srei Tagesausflug 35-40 USD. Grab funktioniert in Siem Reap und zeigt faire Preise — nutze es als Referenz.
Kauf deinen Angkor-Pass am Nachmittag vor deinem ersten Tag. Das Ticketbuero ist zwischen 17:00 und 17:30 Uhr geoeffnet fuer Kaeufe am naechsten Tag. Du bekommst kostenlosen Zugang zum Sonnenuntergang am Phnom Bakheng als Bonus.
Die Regenzeit hat ihren eigenen Zauber. Wenn es nachmittags regnet, leeren sich die Tempel. Warte eine Stunde — der Regen hoert auf, die Steine dampfen, und das Licht wird magisch.
Meide die Mittagsreisegruppen. Grosse Gruppen aus China und Korea haben typischerweise Mittagspause von 11:30 bis 14:00 Uhr. Nutze diese Zeit fuer weniger besuchte Tempel.
Die besten Massagen sind nicht in der Pub Street. Frag im Hotel nach Empfehlungen fuer lokale Salons — die Qualitaet ist besser und der Preis niedriger (6-8 USD fuer eine Stunde statt 12-15 USD).
Lerne drei Worte Khmer: "Arkun" (Danke), "Soksaby" (Hallo/Wie geht es), "Chhngany" (Lecker). Die Reaktion der Einheimischen wird deine Reise veraendern.
Der Flughafen ist naeher als du denkst. Nur 8 km vom Zentrum — 15 Minuten mit dem Tuk-Tuk (5-7 USD) oder 10 Minuten mit Grab (3-4 USD). Kein Grund, drei Stunden vorher aufzubrechen.
Transport und Konnektivitaet
Anreise
Der Siem Reap International Airport (REP) hat Direktverbindungen nach Bangkok, Singapur, Kuala Lumpur, Ho-Chi-Minh-Stadt und Seoul. Aus dem DACH-Raum fliegst du ueber Bangkok (Thai Airways) oder Singapur. Guenstige Fluege gehen oft ueber Kuala Lumpur mit AirAsia.
Landweg von Thailand: Der Grenzuebergang Poipet-Aranyaprathet ist mit Vorbereitung problemlos. Bus von Bangkok (5-6 Stunden zur Grenze), dann Taxi nach Siem Reap (2-3 Stunden, 50-60 USD fuer das Auto).
Von Phnom Penh: Busfahrt 6-7 Stunden (12-18 USD mit Giant Ibis oder Mekong Express), Inlandsflug 45 Minuten (ab 50 USD one-way), Speedboot auf dem Tonle Sap (nur Regenzeit, 35 USD, 5-6 Stunden, abenteuerlich aber unbequem).
Transport in der Stadt
Tuk-Tuk — Das Standardtransportmittel. Kurze Fahrten im Zentrum 1-2 USD, zum Ticketbuero oder Flughafen 5-7 USD, Halbtagestouren 15-20 USD. Viele Fahrer sprechen passables Englisch und kennen die Tempel gut. Vereinbare einen Preis fuer mehrere Tage und du bekommst einen persoenlichen Guide.
Grab — Die suedostasiatische Uber-Alternative funktioniert in Siem Reap. Preise sind transparent und oft guenstiger als verhandelte Tuk-Tuk-Raten. Zahlung mit Bargeld oder Kreditkarte.
Fahrrad — Die Stadt ist flach, und Fahrraeder koennen ueberall fuer 2-3 USD pro Tag geliehen werden. E-Bikes kosten 8-12 USD. Perfekt fuer Fahrten in die Stadt, aber fuer ganztaegige Tempeltouren bei Hitze nicht empfohlen.
Motorroller — Vermietung fuer 10-15 USD pro Tag, aber Vorsicht: Kambodschas Verkehr ist chaotisch, und im Falle eines Unfalls ist deine Reiseversicherung moeglicherweise ungueltig.
SIM-Karten und Internet
Kauf dir am Flughafen oder in der Stadt eine lokale SIM-Karte. Cellcard und Smart haben die beste Abdeckung. Fuer 5-10 USD bekommst du einen Monat unbegrenztes 4G-Datenvolumen. Das mobile Internet ist ueberraschend schnell und zuverlaessig — schneller als viele Hotel-WLANs.
Nuetzliche Apps
Grab — Transport und Essenslieferung. Google Maps — funktioniert offline, wenn du die Karten vorher herunterlädst. Maps.me — Alternative mit guten Offline-Karten fuer Kambodscha. Xe Currency — fuer Waehrungsumrechnungen (Kambodscha nutzt USD und Riel parallel). Passapp — lokale Tuk-Tuk-App, manchmal guenstiger als Grab.
Geld
Der US-Dollar ist die De-facto-Waehrung. Du zahlst fast ueberall in USD und bekommst Wechselgeld unter 1 USD in Kambodschanischen Riel (1 USD = ca. 4.100 Riel). Geldautomaten sind ueberall und geben USD aus, aber berechnen oft 4-5 USD Gebuehr pro Abhebung. Kreditkarten werden in gehobenen Restaurants und Hotels akzeptiert, ansonsten ist Bargeld Koenig. Bring genuegend frische, unbeschaedigte Dollarscheine mit — kaputte oder alte Scheine werden oft abgelehnt.
Fazit
Siem Reap ist ein Ort, der jedem Reisenden etwas bietet. Fuer Kulturinteressierte sind die Tempel von Angkor ein einmaliges Erlebnis — Architektur und Geschichte auf Weltklasseniveau. Fuer Foodies bietet die Stadt eine erstaunliche kulinarische Vielfalt zu erschwinglichen Preisen. Fuer Abenteurer gibt es Dschungelruinen, schwimmende Doerfer und Motorradtouren ins Hinterland. Und fuer Erholungssuchende warten Spas, Pools und eine entspannte Atmosphaere.
Drei Tage sind das Minimum, um die wichtigsten Tempel zu sehen. Fuenf Tage erlauben dir, tiefer einzutauchen und die Stadt selbst zu geniessen. Eine Woche ist ideal, um alles ohne Hektik zu erleben. Und manche Besucher kommen fuer eine Woche und bleiben einen Monat — Siem Reap hat diese Wirkung auf Menschen.
Was du nicht findest: Straende, Partyexzesse a la Thailand, oder europaeischen Komfort an jeder Ecke. Was du findest: eines der beeindruckendsten archaeologischen Wunder der Welt, herzliche Menschen, gutes Essen und eine Stadt, die trotz aller Tourismusentwicklung ihren Charakter bewahrt hat.