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Grossbritannien Reisefuhrer: Das Vereinigte Koenigreich entdecken
Grossbritannien - oder genauer das Vereinigte Koenigreich von Grossbritannien und Nordirland - ist ein Land der Kontraste, der Geschichte und der lebendigen Gegenwartskultur. Von den majestischen Highlands Schottlands bis zu den sanften Huegeln der Cotswolds, von der pulsierenden Metropole London bis zu den mystischen Steinkreisen von Stonehenge bietet dieses Inselreich eine unvergleichliche Vielfalt an Erlebnissen. Als deutschsprachiger Reisender finden Sie hier einen umfassenden Leitfaden, der Ihnen hilft, Ihre Reise optimal zu planen und das Beste aus Ihrem Aufenthalt herauszuholen.
Warum nach Grossbritannien reisen
Die Frage, warum man Grossbritannien besuchen sollte, laesst sich nicht mit einem einzigen Argument beantworten - es sind vielmehr unzaehlige Gruende, die dieses Land zu einem der faszinierendsten Reiseziele Europas machen. Fuer deutschsprachige Reisende bietet Grossbritannien den einzigartigen Vorteil, dass es zwar kulturell vertraut genug ist, um sich nicht voellig fremd zu fuehlen, gleichzeitig aber genuegend Unterschiede aufweist, um echte Entdeckungen zu ermoeglichen.
Beginnen wir mit dem offensichtlichsten Grund: der Geschichte. Grossbritannien ist ein lebendes Geschichtsbuch. Wenn Sie durch die Strassen von York wandern, betreten Sie eine Stadt, deren Urspruenge bis in die roemische Zeit zurueckreichen. Die Stadtmauern von York gehoeren zu den besterhaltenen in ganz Europa, und der York Minster ist ein gotisches Meisterwerk, das jeden Besucher in Staunen versetzt. In Edinburgh thront das Edinburgh Castle ueber der Stadt wie ein steinerner Waechter der schottischen Geschichte. Und in London koennen Sie im Tower of London die Kronjuwelen bestaunen und gleichzeitig in neun Jahrhunderte koeniglicher Geschichte eintauchen.
Doch Grossbritannien ist weit mehr als ein Museum. Es ist ein Land der lebendigen Kultur, der Innovation und der Kreativitaet. Die britische Musikszene hat die Welt gepraegt - von den Beatles in Liverpool bis zur modernen Indie-Szene in Manchester. Die Kunstszene ist ebenso vital: Die Tate Modern in London ist eines der meistbesuchten Museen fuer zeitgenoessische Kunst weltweit, und das Beste daran - der Eintritt ist frei. Ueberhaupt ist die Tradition der kostenlosen Museen in Grossbritannien ein Geschenk an jeden kulturinteressierten Besucher. Das British Museum, das Natural History Museum, die National Gallery - all diese Weltklasse-Institutionen oeffnen ihre Tueren ohne Eintrittsgeld.
Die landschaftliche Vielfalt Grossbritanniens ist ein weiterer ueberzeugender Grund fuer eine Reise. Entgegen dem gaengigen Klischee vom grauen, verregneten England bietet das Land atemberaubende Naturschoenheiten. Der Lake District mit seinen spiegelglatten Seen und dramatischen Bergen inspirierte schon die romantischen Dichter. Die schottischen Highlands gehoeren zu den wildesten und einsamsten Landschaften Westeuropas. Die Kueste von Cornwall besticht mit mediterranem Flair und dramatischen Klippen. Und der Giant's Causeway in Nordirland bietet eines der spektakulaersten geologischen Phaenomene der Welt.
Fuer deutschsprachige Reisende gibt es noch einen praktischen Vorteil: Die Sprachbarriere ist minimal. Selbst mit Schulenglisch kommt man bestens zurecht, und die Briten sind im Allgemeinen geduldige und hilfsbereite Gespraechspartner. Dies macht Grossbritannien zu einem idealen Reiseziel fuer diejenigen, die ihre Englischkenntnisse auffrischen oder verbessern moechten, ohne sich dabei ueberfordert zu fuehlen.
Die Pub-Kultur ist ein weiterer Aspekt, der Grossbritannien einzigartig macht. Ein traditioneller Pub ist weit mehr als eine Kneipe - er ist ein soziales Zentrum, ein Ort der Begegnung und oft ein architektonisches Juwel. Hier koennen Sie lokale Ales probieren, traditionelle Gerichte wie Fish and Chips oder Shepherd's Pie geniessen und mit Einheimischen ins Gespraech kommen. Die Atmosphaere ist entspannt und einladend, und selbst als Alleinreisender findet man schnell Anschluss.
Schliesslich ist Grossbritannien ein Land, das Tradition und Moderne auf faszinierende Weise verbindet. Sie koennen morgens die Wachabloesung am Buckingham Palace beobachten, mittags in einem der innovativsten Restaurants der Welt speisen und abends ein Theaterstueck im weltberuehmten West End geniessen. Diese Mischung aus ehrwuerdiger Tradition und pulsierender Moderne macht jeden Besuch zu einem vielschichtigen Erlebnis.
Regionen: Was waehlen
Das Vereinigte Koenigreich besteht aus vier Landesteilen - England, Schottland, Wales und Nordirland - die jeweils ihren ganz eigenen Charakter haben. Hinzu kommen zahlreiche Regionen innerhalb dieser Laender, die alle ihre besonderen Reize bieten. Lassen Sie mich Ihnen die wichtigsten Regionen vorstellen, damit Sie entscheiden koennen, welche am besten zu Ihren Interessen und Ihrer verfuegbaren Zeit passen.
London und Suedostengland
London ist natuerlich der Ausgangspunkt fuer die meisten Grossbritannien-Reisen, und das aus gutem Grund. Die Hauptstadt ist eine Weltmetropole, die in ihrer Vielfalt kaum zu uebertreffen ist. Sie koennten Wochen hier verbringen und haetten immer noch nicht alles gesehen. Die klassischen Sehenswuerdigkeiten wie Big Ben, Tower Bridge, Westminster Abbey und Buckingham Palace sind nur der Anfang. London bietet auch versteckte Schaetze wie den Borough Market fuer Feinschmecker, den lebhaften Camden Market fuer Alternative und den idyllischen Hyde Park als gruene Oase inmitten der Stadt. Verpassen Sie nicht den Sky Garden - einen kostenlosen oeffentlichen Garten in schwindelerregender Hoehe mit spektakulaerem Stadtpanorama.
Suedostengland um London herum bietet einfache Tagesausfluege. Canterbury mit seiner majestischen Kathedrale ist nur eine Stunde entfernt. Die Kreidefelsen von Dover sind ein ikonisches Bild der britischen Kueste. Brighton ist das Seebad der Londoner und bietet einen quirligen Pier, eine lebhafte LGBTQ-Szene und den exzentrischen Royal Pavilion. Und natuerlich Stonehenge - der mystische Steinkreis, der seit Jahrtausenden die Menschen fasziniert.
Suedwestengland: Cotswolds, Bath und Cornwall
Der Suedwesten Englands ist das Bild, das viele Menschen von England im Kopf haben: sanfte gruene Huegel, malerische Doerfer mit strohgedeckten Cottages, alte Kirchen und gemutliche Pubs. Die Cotswolds verkörpern dieses Ideal perfekt. Die honigfarbenen Steinhaeuser, die von ueppigem Gruen umgeben sind, scheinen aus einem Bilderbuch zu stammen. Orte wie Bourton-on-the-Water, Bibury und Stow-on-the-Wold sind bezaubernd, wenn auch manchmal etwas ueberlaufen. Mein Tipp: Besuchen Sie die weniger bekannten Doerfer wie Painswick oder Chipping Campden fuer ein authentischeres Erlebnis.
Bath ist die elegante Kurstadt, die von den Roemern gegruendet wurde und bis heute mit ihren heissen Quellen lockt. Die roemischen Baeder sind ein Muss, aber auch die georgianische Architektur der Stadt - besonders der Royal Crescent und der Circus - sind atemberaubend. Heute koennen Sie im modernen Thermae Bath Spa in den mineralreichen Wassern baden und dabei den Blick ueber die historische Skyline schweifen lassen.
Cornwall ist die suedwestlichste Grafschaft Englands und fuehlt sich fast wie ein eigenes Land an. Die dramatische Kueste mit ihren versteckten Buchten, die malerischen Fischerdoerfer wie St Ives und Padstow, die mystischen Ruinen von Tintagel Castle (angeblich der Geburtsort von Koenig Artus) und die subtropischen Gaerten des Eden Project machen Cornwall zu einem vielfaeltigen Reiseziel. Das milde Klima - dank des Golfstroms - erlaubt sogar das Gedeihen von Palmen.
Bristol ist die lebhafte Stadt am Avon, bekannt fuer ihre Universitaet, ihre Musikszene und ihre Street Art - darunter zahlreiche Werke des anonymen Kuenstlers Banksy. Die Clifton Suspension Bridge und die historischen Docks sind Highlights, aber auch die alternative Kulturszene macht Bristol zu einem spannenden Ziel fuer juengere Reisende.
Mittelengland: Oxford, Cambridge und die historischen Stadte
Oxford und Cambridge sind die beiden beruemtesten Universitaetsstaedte der Welt, und beide verdienen einen Besuch. Oxford beeindruckt mit seinen gotischen Colleges, der Bodleian Library und den Dreamerungen, die hier Harry Potter zum Leben erweckten. Cambridge ist vielleicht noch malerischer mit seinen Colleges am Fluss Cam, wo Sie punten koennen - eine Art Stocherkahn, wie ihn die Studenten seit Jahrhunderten nutzen. Beide Staedte sind von London aus leicht als Tagesausflug erreichbar, aber ein Uebernachtungsaufenthalt lohnt sich, um die Atmosphaere am Abend zu geniessen, wenn die Tagestouristen verschwunden sind.
Birmingham, die zweitgroesste Stadt Englands, wird oft unterschaetzt. Nach umfangreichen Regenerierungsmassnahmen bietet die Stadt heute ein ausgezeichnetes kulinarisches Angebot (einschliesslich mehrerer Michelin-Stern-Restaurants), eine lebhafte Kulturszene und interessante Industriegeschichte. Der Jewelry Quarter und die Kanalviertel sind besonders sehenswert.
Nordengland: York, Manchester, Liverpool und der Lake District
York ist meine persoenliche Empfehlung fuer alle, die nur eine Stadt ausserhalb Londons besuchen koennen. Die mittelalterliche Stadt ist wie ein Freilichtmuseum: Die Stadtmauern sind begehbar, die engen Gassen wie The Shambles (die Inspiration fuer die Winkelgasse in Harry Potter) sind bezaubernd, und der York Minster ist eine der groessten gotischen Kathedralen Nordeuropas. Das Jorvik Viking Centre bringt die Wikingergeschichte der Stadt lebendig zum Leben, und das National Railway Museum ist ein Paradies fuer Eisenbahnfans.
Manchester ist das Herz des britischen Nordens - eine Stadt, die sich von ihrer industriellen Vergangenheit emanzipiert hat und heute als Kulturzentrum glaenzt. Die Musikszene ist legendaer (The Smiths, Oasis, The Stone Roses), die Fussballkultur mit Manchester United und Manchester City allgegenwaertig, und die Kunstszene - besonders in der Northern Quarter - ist vital und innovativ. Das Science and Industry Museum und das Imperial War Museum North sind ausgezeichnete Museen.
Liverpool ist untrennbar mit den Beatles verbunden, aber die Stadt hat weit mehr zu bieten. Die restaurierten Docks sind UNESCO-Welterbe, die beiden Kathedralen (eine anglikanisch, eine katholisch) sind architektonische Kontraste, und die Gallerien und Museen sind erstklassig. Der Beatles-Tourismus ist allgegenwaertig, von den Cavern Club bis zu Penny Lane, aber auch fuer Nicht-Fans ist Liverpool eine lohnende Destination.
Der Lake District ist Englands groesster Nationalpark und ein Paradies fuer Wanderer und Naturliebhaber. Die Kombination aus Bergen (die hoechsten in England), spiegelglatten Seen und malerischen Doerfern wie Grasmere und Ambleside ist unwiderstehlich. Im Fruehling bluehen die Narzissen, die William Wordsworth in seinem beruehmtesten Gedicht verewigte. Im Herbst faerbt sich das Laub in spektakulaeren Farben. Selbst im Winter hat die Landschaft ihren Reiz, auch wenn viele Wanderwege dann anspruchsvoll werden.
Schottland: Edinburgh, Glasgow und die Highlands
Edinburgh ist eine der schoensten Staedte Europas - und das sage ich nicht leichtfertig. Die dramatische Lage zwischen dem Schloss auf dem Felsen und dem erloschenen Vulkan Arthur's Seat, die elegante georgianische New Town und die verwinkelte mittelalterliche Old Town mit der Royal Mile bilden eine einzigartige Kulisse. Im August verwandelt sich die Stadt waehrend des Edinburgh Festival Fringe in eine riesige Kulturbuehne mit Tausenden von Veranstaltungen. Aber auch ausserhalb der Festivalsaison bietet Edinburgh reichlich zu sehen und zu erleben. Verpassen Sie nicht die Victoria Street mit ihren bunten Fassaden und den Greyfriars Kirkyard, wo Sie die Graeber besuchen koennen, die J.K. Rowling zu Harry-Potter-Charakteren inspirierten.
Glasgow ist Edinburghs oft uebersehener Nachbar, aber die Stadt verdient definitiv Aufmerksamkeit. Als groesste Stadt Schottlands hat Glasgow eine voellig andere Atmosphaere - weniger touristisch, rauer, aber auch authentischer und lebendiger. Die Kunst- und Designszene ist bemerkenswert, angefuehrt vom Kelvingrove Art Gallery and Museum und den Werken von Charles Rennie Mackintosh. Die University of Glasgow mit ihrer Hogwarts-aehnlichen Architektur ist allein schon einen Besuch wert. Und das Nachtleben und die Musikszene gehoeren zu den besten in Grossbritannien.
Die schottischen Highlands sind eine Welt fuer sich. Die weiten, kargen Landschaften, die einsamen Lochs (Seen), die dramatischen Berge und die gelegentlichen Schafe sind das Bild, das viele Menschen von Schottland im Kopf haben. Die bekanntesten Ziele sind Loch Ness (ja, das mit dem Monster), das Tal Glencoe mit seiner tragischen Geschichte und die Isle of Skye mit ihren unwirklichen Felsformationen. Aber auch abseits dieser Hotspots finden Sie in den Highlands unberuehrte Natur und echte Einsamkeit. Ein Mietwagen ist hier fast unerlaeßlich, es sei denn, Sie nehmen an einer organisierten Tour teil.
Wales
Wales ist das oft vergessene Mitglied des Vereinigten Koenigreichs, aber das Land hat viel zu bieten. Die Hauptstadt Cardiff ist eine kompakte, freundliche Stadt mit einem beeindruckenden Schloss und einer lebhaften Kulturszene. Der Snowdonia Nationalpark im Norden bietet dramatische Berglandschaften und den hoechsten Berg von England und Wales. Die Pembrokeshire Coast im Suedwesten ist eine der schoensten Kuestenlandschaften Grossbritanniens mit spektakulaeren Klippen, versteckten Buchten und zahlreichen Wanderwegen.
Die walisische Sprache ist ueberall praesent - alle Schilder sind zweisprachig - und verleiht dem Land einen exotischen Touch. Die Waliser sind stolz auf ihre Identitaet und Kultur, und dieses Selbstbewusstsein macht Wales zu einem interessanten Reiseziel fuer alle, die ueber die ueblichen touristischen Pfade hinausschauen wollen.
Nordirland
Belfast ist eine Stadt im Wandel. Die Hauptstadt Nordirlands traegt noch immer die Narben des Konflikts (die Murals in den verschiedenen Vierteln sind bewegende Zeugnisse), hat sich aber in den letzten Jahren zu einem dynamischen, zukunftsorientierten Ort entwickelt. Das Titanic Belfast Museum, am Ort wo das beruehmt-beruechtigte Schiff gebaut wurde, ist eines der besten Museen des Landes. Die Kneipenszene ist legendaer, und die Menschen sind ausserordentlich freundlich und gespraechig.
Ausserhalb von Belfast lockt der Giant's Causeway mit seinen 40.000 Basaltsaeulen, die wie riesige Treppenstufen ins Meer fuehren. Die Antrim Coast Road gehoert zu den schoensten Kuestenstrassen Europas, und die Drehorte von Game of Thrones (Dark Hedges, Cushendun Caves) ziehen Fans der Serie an.
Nationalparks und Natur
Grossbritannien mag ein dicht besiedeltes Land sein, aber es verfuegt ueber einige der schoensten Naturlandschaften Europas. Die 15 Nationalparks des Landes bieten eine erstaunliche Vielfalt - von den hoechsten Bergen bis zu den einsamsten Mooren, von dramatischen Kuesten bis zu idyllischen Taelern. Als deutscher Wanderer werden Sie feststellen, dass die britische Wanderkultur einige Besonderheiten hat, die es zu beachten gilt.
Der Lake District in Nordwestengland ist vielleicht der bekannteste Nationalpark und fuer viele der schoenste. Die Kombination aus Bergen (die sogenannten Fells), Seen und Taelern ist malerisch im besten Sinne des Wortes. Der hoechste Punkt ist Scafell Pike mit 978 Metern - keine alpine Hoehe, aber unterschaetzen Sie die Herausforderung nicht. Das Wetter kann schnell umschlagen, und die Wege sind oft steil und felsig. Fuer Einsteiger empfehle ich die Wanderung auf Cat Bells bei Keswick oder einen Spaziergang um Grasmere. Fortgeschrittene koennen sich an die Helvellyn-Runde mit dem beruehmt-beruechtigten Striding Edge wagen.
Der Snowdonia Nationalpark in Wales bietet die hoechsten Berge suedlich von Schottland. Der Snowdon selbst (1085 Meter) ist der hoechste und kann auf mehreren Routen bestiegen werden - oder bequem mit der Zahnradbahn. Die wildere Seite des Parks finden Sie im Rhinog-Gebirge oder im Ogwen Valley. Die Landschaft ist von der Schieferindustrie gepraegt, und die verlassenen Steinbrueche und Minen verleihen der Gegend eine melancholische Atmosphaere.
In Schottland ist der Cairngorms Nationalpark der groesste Grossbritanniens. Die subarktische Hochebene des Cairngorm-Plateaus ist eine der letzten echten Wildnisse der Britischen Inseln. Hier leben Rentiere (die einzige freilebende Herde in Grossbritannien), Steinadler und der scheue Schottische Wildkatze. Im Winter ist das Gebiet ein Skigebiet, im Sommer ein Wanderparadies. Aber Vorsicht: Die Hoehen um 1300 Meter bedeuten, dass das Wetter selbst im Sommer winterlich sein kann.
Der Loch Lomond and The Trossachs Nationalpark ist das Tor zu den schottischen Highlands und von Glasgow aus leicht erreichbar. Der namensgebende Loch Lomond ist der groesste See Grossbritanniens nach Wasserflaeche, und die umliegenden Berge bieten hervorragende Wandermoeglichkeiten. Der West Highland Way, einer der beruehmtesten Fernwanderwege Grossbritanniens, fuehrt durch den Park.
Die North York Moors und die Yorkshire Dales sind zwei benachbarte Nationalparks in Nordengland, die unterschiedlicher kaum sein koennten. Die Moors sind weite, offene Heidelandschaften, die im Spaetsommer in lila Heidekraut erblühen. Die Dales hingegen sind gruene Taeler mit dramatischen Kalksteinformationen, unterirdischen Hoehlensystemen und malerischen Doerfern. Der Pennine Way, Britanniens aeltester Fernwanderweg, durchquert beide Parks.
Der Peak District war 1951 der erste Nationalpark Grossbritanniens und liegt strategisch guenstig zwischen den Grossstaedten Manchester, Sheffield und Birmingham. Der Park ist in zwei Regionen unterteilt: den dunklen, von Gritstone gepraegten Dark Peak im Norden und den helleren, von Kalkstein gepraegten White Peak im Sueden. Die Wanderung zum Kinder Scout ist ein Klassiker, und die Stepping Stones bei Dovedale sind ein fotogenes Highlight.
Die Pembrokeshire Coast in Wales ist der einzige Kuestenationalpark Grossbritanniens. Der Pembrokeshire Coast Path schlangelt sich 300 Kilometer entlang dramatischer Klippen, durch versteckte Buchten und an einsamen Straenden vorbei. Die Region ist bekannt fuer ihre Papageientaucher-Kolonien auf den vorgelagerten Inseln und fuer einige der besten Straende Grossbritanniens.
Im Sueden Englands bieten die South Downs und der New Forest zwei unterschiedliche Naturerlebnisse. Die South Downs sind sanfte, gruene Kreidekuegel, die sich von Hampshire bis Sussex erstrecken und an den spektakulaeren Seven Sisters-Klippen enden. Der New Forest hingegen ist eines der letzten Waldgebiete Englands, in dem noch halbwilde Ponys frei umherstreifen.
Ein wichtiger Hinweis zur britischen Wanderkultur: Das Right to Roam-Gesetz in England und Wales (und das noch weitreichendere Recht in Schottland) gibt Ihnen weitgehende Zugangsrechte zu offenem Land. Sie duerfen also auch abseits markierter Wege wandern, solange Sie Zaune schliessen, keine Schaeden verursachen und Ruecksicht auf die Landwirtschaft nehmen. Die Wege sind oft mit farbigen Pfeilen markiert (gelb fuer Public Footpaths, blau fuer Bridleways), aber eine gute Karte und im Hochland auch Kompass und GPS-Geraet sind unverzichtbar.
Das Wetter ist in britischen Bergen notorisch unbestaendig. Selbst an einem sonnigen Sommermorgen sollten Sie wasserdichte Kleidung, warme Schichten und genuegend Proviant dabei haben. Die Rettungsdienste der Mountain Rescue Teams sind ausgezeichnet und ehrenamtlich - ein Grund mehr, vorsichtig zu sein und sie nicht unoetig zu beanspruchen.
Wann reisen
Die Frage nach der besten Reisezeit fuer Grossbritannien hat keine einfache Antwort, denn das Land hat zu jeder Jahreszeit seinen Reiz - und seine Tuecken. Das britische Wetter ist legendaer unberechenbar, und die Einheimischen haben nicht umsonst den Spruch: Wenn Ihnen das Wetter nicht gefaellt, warten Sie fuenf Minuten.
Der Fruehling (Maerz bis Mai) ist eine zauberhafte Zeit, besonders in den Gaerten des Landes. Die Narzissen, die Wordsworth im Lake District inspirierten, bluehen bereits im Maerz, gefolgt von Bluebells, die ganze Waelder in ein blaues Meer verwandeln. Die Tage werden laenger, die Temperaturen milder (typischerweise 10-15 Grad Celsius), und die Touristenmassen sind noch ueberschaubar. Der April ist allerdings beruehmt fuer seine Regenschauer - packen Sie unbedingt eine wasserdichte Jacke ein. Ostern ist eine beliebte Reisezeit fuer Briten, daher koennen die Preise um die Feiertage steigen.
Der Sommer (Juni bis August) bietet die besten Chancen auf warmes, trockenes Wetter, aber auch die hoechsten Preise und die meisten Touristen. Die Temperaturen liegen typischerweise zwischen 18 und 25 Grad Celsius, gelegentlich auch darueber - und dann sind die Briten voellig aus dem Haeuschen, da Klimaanlagen selten sind. Die langen Tage (im Juni wird es erst gegen 22 Uhr dunkel) geben Ihnen viel Zeit fuer Sightseeing. Der Nachteil: Beliebte Attraktionen koennen ueberlaufen sein, und in Schulferienzeiten (Mitte Juli bis Ende August) sind die Preise am hoechsten. Das Edinburgh Festival im August ist ein Highlight, aber die Stadt ist dann auch am vollsten und teuersten.
Der Herbst (September bis November) ist meine persoenliche Lieblingszeit fuer Grossbritannien. Der September bietet oft stabiles, warmes Wetter bei weniger Touristen. Die Herbstfaerbung in den Waeldern und Parks ist spektakulaer, besonders im Lake District und in den schottischen Highlands. Die Temperaturen sinken auf 10-15 Grad Celsius, und die Tage werden kuerzer, aber die Atmosphaere ist wunderbar. Halloween hat in Grossbritannien eine lange Tradition, und Guy Fawkes Night am 5. November bringt Feuerwerksspektakel im ganzen Land.
Der Winter (Dezember bis Februar) mag nicht die offensichtliche Reisezeit sein, hat aber seinen eigenen Charme. Die Weihnachtsmaerkte (obwohl nicht so beruehmt wie die deutschen) sind stimmungsvoll, und die Weihnachtsbeleuchtung in London ist spektakulaer. Die Regent Street und Covent Garden erstrahlen im festlichen Glanz. Januar und Februar sind die ruhigsten und guenstigsten Monate, aber auch die kaeltesten und nassesten. In Schottland kann Schnee fallen, was die Highlands noch dramatischer macht - aber auch Strassen unpassierbar. Die Tage sind kurz (in Edinburgh wird es im Dezember um 15:30 Uhr dunkel), also planen Sie Ihre Aktivitaeten entsprechend.
Ein besonderer Tipp: Wenn Sie flexible Reisedaten haben, vermeiden Sie die britischen Bank Holidays (Feiertage). An diesen langen Wochenenden sind die Briten unterwegs, und beliebte Ziele sind ueberfuellt und teuer. Die wichtigsten sind: Early May Bank Holiday (erster Montag im Mai), Spring Bank Holiday (letzter Montag im Mai) und Summer Bank Holiday (letzter Montag im August).
Anreise
Die Anreise nach Grossbritannien aus dem deutschsprachigen Raum ist dank zahlreicher Flugverbindungen und alternativer Verkehrsmittel unkompliziert. Seit dem Brexit gelten allerdings einige neue Regeln, die Sie kennen sollten.
Der Luftweg ist fuer die meisten Reisenden die schnellste und oft auch guenstigste Option. Von Frankfurt, Muenchen, Duesseldorf, Berlin, Wien und Zuerich gibt es zahlreiche Direktfluege zu verschiedenen britischen Flughaefen. London wird von sechs Flughaefen bedient: Heathrow (der groesste, am besten angebunden), Gatwick (zweitgroesster, suedlich der Stadt), Stansted und Luton (beide noerdlich, Billigflieger-Hubs), London City (klein, zentral, hauptsaechlich Geschaeftsreisende) und Southend (klein, guenstig).
Bei der Flughafenwahl sollten Sie nicht nur den Ticketpreis, sondern auch die Transferkosten und -zeit zur Unterkunft beruecksichtigen. Ein guenstiger Flug nach Stansted kann teurer werden, wenn Sie den Heathrow Express haetten nehmen koennen. Die typischen Flugzeiten: Frankfurt-London etwa 1 Stunde 45 Minuten, Wien-London etwa 2 Stunden 20 Minuten, Zuerich-London etwa 1 Stunde 50 Minuten.
Neben London werden auch andere britische Staedte direkt angeflogen. Manchester und Edinburgh haben gute Verbindungen aus dem deutschsprachigen Raum und sind ausgezeichnete Ausgangspunkte fuer Nordengland bzw. Schottland. Birmingham, Glasgow und Belfast haben weniger Verbindungen, koennen aber fuer bestimmte Reiserouten sinnvoll sein.
Die Preise variieren stark je nach Saison, Buchungszeitpunkt und Airline. Billigflieger wie Ryanair und easyJet bieten oft Preise ab 30-50 Euro, aber achten Sie auf die Gepaeckregeln - Handgepaeck allein ist oft inklusive, aufgegebenes Gepaeck kostet extra und kann den Preis verdoppeln. Traditionelle Airlines wie Lufthansa, Swiss, Austrian und British Airways sind oft etwas teurer, bieten aber mehr Komfort und flexiblere Tarife.
Eine interessante Alternative ist der Eurostar-Zug von Frankfurt, Koeln oder Amsterdam (mit Anschluss aus anderen deutschen Staedten) nach London St Pancras. Die Fahrt von Koeln dauert etwa 4 Stunden und fuehrt durch den Eurotunnel unter dem Aermelkanal. Der Komfort ist hoch, und Sie kommen mitten in London an, ohne Flughafentransfer. Die Preise beginnen bei etwa 50 Euro pro Strecke, wenn Sie frueh buchen.
Fuer Reisende mit eigenem Fahrzeug gibt es zwei Optionen: den Eurotunnel (Autoreisezug von Calais nach Folkestone, etwa 35 Minuten) oder die Faehren. Faehrverbindungen existieren von Calais, Duenkirchen und anderen franzoesischen Haefen nach Dover und anderen englischen Haefen. Die Ueberfahrt dauert je nach Route 1-2 Stunden. Von den Niederlanden gibt es auch Direktfaehren nach Newcastle und Hull. Die Kosten variieren stark nach Saison und Buchungszeitpunkt; rechnen Sie mit 100-200 Euro pro Strecke fuer ein Auto mit Passagieren.
Seit dem Brexit gelten neue Einreisebestimmungen. Deutsche, Oesterreicher und Schweizer benoetigen fuer touristische Aufenthalte bis zu sechs Monaten kein Visum. Ab 2025 wird jedoch das ETA-System (Electronic Travel Authorisation) eingefuehrt, aehnlich dem amerikanischen ESTA. Sie muessen sich vor der Reise online registrieren und eine kleine Gebuehr zahlen (voraussichtlich etwa 10-15 Pfund). Der Antrag sollte mindestens 72 Stunden vor Abreise gestellt werden. Pruefen Sie vor Ihrer Reise die aktuellen Bestimmungen auf der offiziellen britischen Regierungswebsite.
Bei der Einreise benoetigen Sie einen gueltigen Reisepass - der Personalausweis reicht seit dem Brexit nicht mehr. Ihr Pass sollte fuer die gesamte Dauer Ihres Aufenthalts gueltig sein. An der Grenze koennen Sie nach dem Zweck Ihrer Reise, Ihrer Unterkunft und Ihren finanziellen Mitteln gefragt werden, aber fuer Touristen aus dem deutschsprachigen Raum ist die Einreise in der Regel problemlos.
Grossbritannien ist nicht Teil des Schengen-Raums und war es auch vor dem Brexit nicht. Das bedeutet, dass Sie bei der Ein- und Ausreise immer eine Passkontrolle passieren muessen. An Flughaefen gibt es oft automatische eGates fuer EU-Buerger (und Schweizer), die die Wartezeit verkuerzen.
Fortbewegung im Land
Die Fortbewegung innerhalb Grossbritanniens bietet verschiedene Optionen, jede mit ihren Vor- und Nachteilen. Ihre Wahl haengt davon ab, wohin Sie reisen, wie viel Zeit Sie haben und welchen Komfort Sie wuenschen.
Das Zugnetz ist eines der aeltesten der Welt und verbindet alle groesseren Staedte. Die Hauptstrecken sind gut ausgebaut: London nach Edinburgh in etwa 4,5 Stunden, London nach Manchester in gut 2 Stunden, London nach Bristol in knapp 2 Stunden. Die Zuege sind komfortabel, und Sie koennen die Landschaft geniessen. Der grosse Nachteil: Die Preise. Britische Zuege gehoeren zu den teuersten Europas, besonders wenn Sie spontan buchen. Ein Ticket London-Edinburgh kann am gleichen Tag 200 Pfund oder mehr kosten.
Der Trick ist, fruehzeitig zu buchen. Advance-Tickets, die 6-12 Wochen vor der Reise erhaeltlich sind, koennen die gleiche Strecke fuer 30-50 Pfund bieten. Die Tickets sind allerdings an einen bestimmten Zug gebunden und nicht erstattbar. Websites wie Trainline oder die Seiten der einzelnen Bahngesellschaften zeigen die guenstigsten Optionen. Fuer flexible Reisen gibt es auch Railcards (zum Beispiel die Two Together Railcard fuer Paare oder die 26-30 Railcard fuer juengere Reisende), die ein Drittel Rabatt bieten und sich schon bei wenigen Fahrten lohnen.
Fernbusse sind die guenstigste Option fuer Ueberlandreisen. National Express und Megabus verbinden alle groesseren Staedte, oft zu Preisen ab 5-10 Pfund. Die Fahrtzeit ist laenger als mit dem Zug (London-Edinburgh etwa 9 Stunden), aber Sie koennen unterwegs schlafen oder arbeiten. Die Busse sind sauber und haben oft WLAN und Steckdosen. Fuer Budgetreisende sind Fernbusse eine ausgezeichnete Option, besonders fuer Nachtfahrten.
Ein Mietwagen gibt Ihnen maximale Flexibilitaet, besonders in laendlichen Gebieten wie den Cotswolds, dem Lake District oder den schottischen Highlands, wo oeffentliche Verkehrsmittel selten fahren oder gar nicht existieren. Allerdings muessen Sie sich an den Linksverkehr gewoehnen, was fuer viele deutschsprachige Fahrer anfangs gewoehnungsbeduerftig ist. Mein Tipp: Buchen Sie ein Auto mit Automatikgetriebe, damit Sie sich auf das Fahren konzentrieren koennen, statt mit der linken Hand zu schalten.
Die Mietpreise beginnen bei etwa 25-35 Euro pro Tag fuer einen Kleinwagen, plus Versicherung und eventuell Zuschlaege fuer junge Fahrer. Tanken ist teuer in Grossbritannien - rechnen Sie mit etwa 1,50 Pfund pro Liter (Stand 2026). Parken in Staedten ist ebenfalls kostspielig und oft schwierig. In London ist ein Auto mehr Hindernis als Hilfe; in laendlichen Regionen hingegen kann es unverzichtbar sein.
Innerhalb von London ist das oeffentliche Verkehrsnetz hervorragend. Die Underground (Tube) ist das aelteste U-Bahn-System der Welt und deckt die meisten touristisch interessanten Gebiete ab. Dazu kommen Busse, Overground-Zuege, die Docklands Light Railway (DLR) und die neuen Elizabeth-Line-Zuege. Der einfachste Weg zu bezahlen ist mit einer kontaktlosen Kredit- oder Debitkarte - Sie halten sie einfach an die Lesegeraete an den Eingaengen und Ausgaengen, und das System berechnet automatisch den guenstigsten Tarif. Tages- und Wochenlimits sind integriert, sodass Sie nie mehr zahlen als mit einer Tageskarte.
Die beruehmten schwarzen Taxis (Black Cabs) sind teuer, aber zuverlaessig und sicher. Die Fahrer muessen das legendaere Knowledge bestehen - eine Pruefung, die Jahre des Lernens erfordert - und kennen jeden Winkel der Stadt. Uber und andere Ridesharing-Dienste sind ebenfalls verfuegbar und oft guenstiger. Fuer kurze Strecken bei schoenem Wetter sind die Santander Cycles (Leihfahrraeder) eine guenstige und umweltfreundliche Option.
Fuer Inlandsfluege gibt es wenig Bedarf, ausser Sie wollen von London nach Edinburgh oder Glasgow fliegen und haben wenig Zeit. Die Flugzeit betraegt etwa eine Stunde, aber mit Check-in und Transfer ist der Zeitvorteil gegenueber dem Zug minimal. Fuer die Umwelt ist der Zug die bessere Wahl.
Ein Sonderfall sind die schottischen Inseln. Zu den Hebriden, Orkney und Shetland verkehren Faehren von CalMac (Western Ferries fuer die Westinseln) und NorthLink (fuer Orkney und Shetland). Die Ueberfahrten koennen bei schlechtem Wetter ausfallen, also planen Sie Puffer ein. Es gibt auch Flugverbindungen zu einigen Inseln, die bei knapper Zeit sinnvoll sein koennen.
Kultureller Code
Die britische Kultur unterscheidet sich in vielen Nuancen von der deutschsprachigen, und das Verstaendnis dieser Unterschiede kann Ihre Reise bereichern und Missverstaendnisse vermeiden. Die Briten haben einen Ruf fuer Hoeflichkeit und Understatement, der weitgehend verdient ist, aber es steckt mehr dahinter als nur Please und Thank you.
Die Kunst des Schlangestehens (Queuing) ist eine britische Institution. Briten bilden ordentliche Schlangen bei Bushaltestellen, in Geschaeften, an Kassen - ueberall. Sich vorzudraengeln ist ein schweres Vergehen, das mit eisiger Missbilligung geahndet wird. Stellen Sie sich ans Ende der Schlange und warten Sie geduldig. Dies gilt auch fuer informelle Situationen: An einer Bar werden Sie in der Reihenfolge bedient, in der Sie angekommen sind, auch wenn es keine sichtbare Schlange gibt.
Die beruehmte britische Hoeflichkeit ist real, aber subtil. Sorry wird staendig verwendet - auch wenn man nicht schuld ist. Wenn Sie jemandem auf den Fuss treten, sagt er wahrscheinlich Sorry. Excuse me und Please sind allgegenwaertig. Ein Bitte (Please) am Ende einer Bestellung ist obligatorisch; ohne es wird als unhöflich empfunden. Thank you und Cheers (informelles Danke) werden grosszuegig verteilt.
Das Understatement ist eine Kunstform. Wenn ein Brite sagt, etwas sei quite good, meint er oft, dass es ausgezeichnet ist. Wenn etwas interesting ist, kann es grossartig oder furchtbar sein - der Kontext entscheidet. Not bad bedeutet gut, und I'm not entirely convinced ist eine entschiedene Ablehnung. Diese indirekte Kommunikation kann fuer Deutschsprachige, die direkte Aussagen gewoehnt sind, anfangs verwirrend sein.
Small Talk ist eine soziale Pflicht, besonders mit Fremden in Aufzuegen, Geschaeften oder Zuegen. Das Wetter ist das sichere Thema - Sie werden ueber die Kaelte, den Regen oder die ueberraschende Sonne sprechen. Persoenliche Fragen zu Einkommen, Religion oder Politik sind tabu, zumindest bei ersten Begegnungen. Ueber die Monarchie zu sprechen ist akzeptabel, aber treffen Sie keine Annahmen ueber die Meinung Ihres Gespraechspartners.
Die Pub-Kultur hat ihre eigenen Regeln. Trinkgeld ist am Tresen nicht ueblich - Sie bezahlen bei der Bestellung und nehmen Ihre Getraenke selbst mit an den Tisch. In einer Gruppe kauft jeder abwechselnd eine Runde fuer alle (getting rounds in). Wenn Sie eingeladen werden, sind Sie in der Schuld, die naechste Runde zu uebernehmen. Das System funktioniert auf Vertrauen und Gegenseitigkeit. Wenn Sie nur ein Getraenk moechten und frueh gehen muessen, erklaeren Sie das hoeflich, bevor die Runden beginnen.
Trinkgeld in Restaurants ist ueblich, aber nicht so hoch wie in den USA. 10-15% sind angemessen, aber pruefen Sie, ob nicht bereits ein Service Charge auf der Rechnung steht - dann ist kein weiteres Trinkgeld erforderlich. In Pubs gibt kein Trinkgeld am Tresen, aber Sie koennen dem Barkeeper ein Getraenk anbieten (and one for yourself). Taxifahrer freuen sich ueber 10%, und in Hotels sind 1-2 Pfund pro Gepaeckstueck fuer den Portier angemessen.
Die Briten haben eine besondere Beziehung zu Tee. Wenn jemand fancy a cuppa? fragt, ist das eine Einladung zum Tee, die man annehmen sollte. Tee wird mit Milch getrunken (Milch zuerst oder zuletzt ist eine Debatte, in die Sie sich nicht einmischen sollten) und ist ein sozialer Klebstoff. In Krisenzeiten ist das Anbieten von Tee eine Form des Trostes.
Humor ist zentral fuer die britische Kommunikation, aber er ist oft trocken, ironisch und selbstabwertend. Nehmen Sie nicht alles woertlich. Wenn jemand sich selbst herabsetzt, widersprechen Sie nicht zu enthusiastisch - eine leichte Zustimmung mit einem humorvollen Zusatz ist angemessener. Sarkasmus ist allgegenwaertig und wird mit ausdrucksloser Miene vorgetragen.
Regionale Identitaeten sind stark. Schotten, Waliser und Nordiren sind empfindlich, wenn man sie als Englaender bezeichnet. Verwenden Sie British fuer das gesamte Vereinigte Koenigreich und die spezifischen Bezeichnungen fuer die einzelnen Nationen. In England gibt es ebenfalls starke regionale Identitaeten - ein Mancunian ist stolz darauf, nicht aus London zu sein, und ein Yorkshireman wird Ihnen gern erklaeren, warum Yorkshire die beste Grafschaft ist.
Die Monarchie ist ein komplexes Thema. Viele Briten sind stolz auf die koenigliche Familie und ihre Traditionen, andere halten die Institution fuer anachronistisch. Fragen Sie nicht direkt nach Meinungen, es sei denn, Sie kennen die Person gut. Als Tourist koennen Sie die koeniglichen Attraktionen geniessen, ohne politisch Stellung zu beziehen.
Sicherheit
Grossbritannien ist ein sehr sicheres Reiseland. Die Kriminalitaetsraten sind niedrig, die Strassen sind auch nachts in den meisten Gegenden sicher, und Gewaltverbrechen gegen Touristen sind selten. Dennoch gibt es einige Vorsichtsmassnahmen, die Sie beachten sollten.
Taschendiebstahl ist das groesste Risiko fuer Touristen, besonders in London und anderen Grossstaedten. Die ueblichen Hotspots sind ueberfuellte Touristenattraktionen, oeffentliche Verkehrsmittel und belebte Maerkte. Halten Sie Ihre Wertsachen nah am Koerper, tragen Sie Rucksaecke vor dem Bauch in Menschenmengen, und lassen Sie Handtaschen nicht offen auf Tischen oder Stuhlruecken haengen. Seien Sie besonders wachsam am Piccadilly Circus, in der U-Bahn waehrend der Rushhour und auf Maerkten wie dem Camden Market.
Betrugsmaschen gegen Touristen existieren, sind aber weniger verbreitet als in manchen anderen Laendern. Die gaengigsten sind falsche Taxifahrer (nutzen Sie nur lizenzierte Black Cabs oder Ridesharing-Apps), ueberteuerte Touren, die auf der Strasse angeboten werden, und Trickbetrueger in Touristengegenden. Wenn ein Angebot zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das wahrscheinlich auch.
Die Notfallnummer in Grossbritannien ist 999 fuer Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst - Sie werden gefragt, welchen Dienst Sie benoetigen. Fuer weniger dringende Polizeianfragen (zum Beispiel zur Meldung eines Diebstahls) koennen Sie 101 anrufen. Die Polizei in Grossbritannien ist in der Regel hoeflich und hilfsbereit gegenueber Touristen.
Verkehrssicherheit erfordert besondere Aufmerksamkeit wegen des Linksverkehrs. Als Fussgaenger muessen Sie beim Ueberqueren der Strasse nach rechts schauen statt nach links - ein Fehler, den selbst erfahrene Reisende machen. An vielen Fussgaengerueberwegen stehen Schilder oder Markierungen auf der Strasse mit Look Right oder Look Left, um zu helfen. Zebra Crossings (Zebrastreifen) geben Fussgaengern Vorrang, aber vergewissern Sie sich trotzdem, dass Autos anhalten.
In laendlichen Gebieten und Nationalparks gelten andere Sicherheitsregeln. Das Wetter in den Bergen kann schnell umschlagen, und selbst kleine Huegel koennen bei Nebel oder Sturm gefaehrlich werden. Informieren Sie immer jemanden ueber Ihre Wanderplaene, tragen Sie angemessene Kleidung und Ausruestung, und ueberschaetzen Sie Ihre Faehigkeiten nicht. Mountain Rescue Teams leisten hervorragende Arbeit, aber Rettungen in abgelegenen Gebieten koennen Stunden dauern. In Kuestengebieten beachten Sie die Gezeiten - die britischen Kuesten haben einige der hoechsten Tidenhübe der Welt, und Straende oder Wege koennen bei Flut unpassierbar oder gefaehrlich werden.
Alkohol ist in Grossbritannien allgegenwaertig und Teil der Kultur, aber Alkoholexzesse (binge drinking) koennen in manchen Staedten am Wochenendabend zu unangenehmen Situationen fuehren. Stadtzentrenn von Staedten wie Newcastle, Cardiff oder Glasgow koennen spaet nachts rau werden. Wenn Sie das Nachtleben geniessen wollen, bleiben Sie in Gruppen, trinken Sie verantwortungsvoll, und halten Sie sich von offensichtlich betrunkenen Gruppen fern.
Terrorismus ist ein Risiko wie in allen europaeischen Grossstaedten, aber das Leben geht normal weiter, und die Wahrscheinlichkeit, betroffen zu sein, ist extrem gering. An wichtigen Verkehrsknotenpunkten und Sehenswuerdigkeiten gibt es verstaerkte Sicherheitsmassnahmen. Melden Sie verdaechtige Gegenstaende oder Verhalten und befolgen Sie die Anweisungen der Sicherheitskraefte.
Gesundheit
Die Gesundheitsversorgung in Grossbritannien erfolgt hauptsaechlich ueber den National Health Service (NHS), ein staatliches System, das fuer Einwohner kostenlos ist. Fuer Touristen aus dem deutschsprachigen Raum ist die Situation nach dem Brexit komplizierter geworden, aber immer noch handhabbar.
Die Europaeische Krankenversicherungskarte (EHIC) gilt fuer Deutsche und Oesterreicher weiterhin, allerdings auf Gegenseitigkeitsbasis mit dem UK Global Health Insurance Card (GHIC) System. Sie haben Anspruch auf medizinisch notwendige Behandlung zu den gleichen Bedingungen wie britische Staatsbuerger. Das bedeutet: Notfallbehandlung im Krankenhaus ist abgedeckt, aber fuer einige Leistungen, die im NHS nicht kostenlos sind (zum Beispiel zahnärztliche Behandlung oder verschriebene Medikamente), muessen Sie bezahlen. Schweizer Staatsbuerger haben ein separates Abkommen mit Grossbritannien, das aehnliche Bedingungen bietet.
Trotz der EHIC-Abdeckung ist eine zusaetzliche Reisekrankenversicherung dringend empfohlen. Sie deckt Kosten ab, die ueber die Grundversorgung hinausgehen, sowie Ruecktransport und andere Leistungen, die die EHIC nicht bietet. Die Kosten fuer eine solche Versicherung sind gering im Vergleich zum potenziellen Risiko.
Wenn Sie waehrend Ihrer Reise krank werden, ist die erste Anlaufstelle oft eine Apotheke (Pharmacy). Britische Apotheker sind gut ausgebildet und koennen viele kleinere Beschwerden behandeln oder rezeptfreie Medikamente empfehlen. Boots und Superdrug sind die groessten Ketten. Fuer nicht dringende medizinische Probleme koennen Sie eine NHS Walk-in Clinic oder einen Minor Injuries Unit (MIU) aufsuchen - dort werden Sie ohne Termin behandelt, muessen aber mit Wartezeiten rechnen. Die Telefonnummer 111 verbindet Sie mit dem NHS 111 Service, der Beratung bieten und bei Bedarf an die richtige Stelle weiterleiten kann.
Im Notfall (lebensbedrohliche Situationen) rufen Sie 999 und verlangen den Ambulance Service, oder gehen Sie direkt in die Notaufnahme (Accident and Emergency, A and E) eines Krankenhauses. Die Wartezeiten koennen lang sein, besonders fuer nicht lebensbedrohliche Faelle.
Keine besonderen Impfungen sind fuer Grossbritannien erforderlich. Die medizinische Infrastruktur ist modern und auf westeuropaeischem Niveau. Das Trinkwasser ist ueberall sicher.
Fuer Medikamente, die Sie regelmaessig benoetigen, bringen Sie ausreichend Vorrat mit. Verschreibungspflichtige Medikamente sollten in der Originalverpackung mit einem aerztlichen Attest mitgefuehrt werden, besonders bei kontrollierten Substanzen. In Grossbritannien erhalten Sie eine Verschreibung fuer solche Medikamente nur von einem britischen Arzt.
Geld und Budget
Die Waehrung in Grossbritannien ist das Pfund Sterling (GBP), und Sie werden keine Euros bezahlen koennen - im Gegensatz zu manchen anderen europaeischen Laendern, die ausserhalb der Eurozone liegen. Der Wechselkurs schwankt, liegt aber typischerweise bei etwa 1 GBP = 1,15-1,20 EUR. Ich werde in diesem Artikel EUR-Aequivalente angeben, aber pruefen Sie den aktuellen Kurs vor Ihrer Reise.
Grossbritannien ist kein guenstiges Reiseland, besonders London. Die Hauptstadt gehoert zu den teuersten Staedten Europas, vergleichbar mit Zuerich oder Kopenhagen. Ausserhalb Londons sind die Preise moderater, aber immer noch hoeher als in vielen anderen Reisezielen. Die Nordregionen (Nordengland, Schottland, Wales, Nordirland) sind generell guenstiger als der Sueden.
Fuer die Budgetplanung hier einige typische Preise (in GBP mit EUR-Aequivalent):
- Unterkunft Budget: Hostel-Bett ab 20-30 GBP (23-35 EUR) pro Nacht, einfaches B and B ab 50-70 GBP (58-80 EUR)
- Unterkunft Mittelklasse: 3-Sterne-Hotel 80-150 GBP (92-173 EUR) pro Nacht
- Unterkunft gehoben: 4-5-Sterne-Hotel ab 200 GBP (230 EUR) aufwaerts
- Essen Budget: Fish and Chips zum Mitnehmen 8-12 GBP (9-14 EUR), Supermarkt-Sandwich 3-5 GBP (3,50-6 EUR)
- Essen Mittelklasse: Hauptgericht im Restaurant 15-25 GBP (17-29 EUR), drei Gaenge 40-60 GBP (46-69 EUR)
- Pub-Essen: Hauptgericht 12-18 GBP (14-21 EUR), Pint Bier 5-7 GBP (6-8 EUR) in London, 4-5 GBP (4,60-5,75 EUR) ausserhalb
- oeffentliche Verkehrsmittel: Tube-Einzelfahrt in London 2,80-5,60 GBP (3,20-6,45 EUR), Tageslimit mit Contactless etwa 8-15 GBP (9-17 EUR)
- Sehenswuerdigkeiten: Viele Museen kostenlos, kostenpflichtige Attraktionen 15-30 GBP (17-35 EUR)
Ein realistisches Tagesbudget waere:
- Budget-Reisender: 60-80 GBP (69-92 EUR) pro Tag (Hostel, guenstiges Essen, kostenlose Aktivitaeten)
- Mittelklasse: 150-200 GBP (173-230 EUR) pro Tag (3-Sterne-Hotel, Restaurants, einige bezahlte Attraktionen)
- Gehoben: 300+ GBP (345+ EUR) pro Tag (4-5-Sterne-Hotel, Fine Dining, alle Attraktionen)
Bargeld wird immer weniger benoetigt. Kontaktloses Bezahlen ist fast ueberall moeglich und weit verbreitet - viele Briten tragen kein Bargeld mehr bei sich. Ihre Kreditkarte (Visa oder Mastercard) oder Debitkarte funktioniert problemlos, aber achten Sie auf Fremdwaehrungsgebuehren Ihrer Bank. Spezialisierte Reisekreditkarten ohne Auslandsgebuehren (wie N26, Revolut oder die DKB-Visa) sparen erheblich.
Wenn Sie Bargeld benoetigen, nutzen Sie Geldautomaten (ATMs) statt Wechselstuben - der Kurs ist besser. Vermeiden Sie Geldautomaten, die Ihnen anbieten, in Euro abzurechnen (Dynamic Currency Conversion) - der angebotene Kurs ist immer schlechter. Waehlen Sie stattdessen die Abrechnung in GBP und lassen Sie Ihre Bank den Umtausch vornehmen.
Das britische Pfund hat Banknoten zu 5, 10, 20 und 50 GBP sowie Muenzen von 1p bis 2 GBP. Schottische und nordirische Banken geben eigene Banknoten aus, die in ganz Grossbritannien gueltig sind, aber manche Geschaefte in England kennen sie nicht und koennen zoegern. Im Zweifelsfall koennen Sie sie in einer Bank oder Post Office umtauschen.
Top-Routen
Die Planung einer Grossbritannien-Reise haengt stark von Ihrer verfuegbaren Zeit ab. Im Folgenden schlage ich verschiedene Routen vor, die ich nach Jahren des Reisens durch dieses faszinierende Land zusammengestellt habe. Diese Routen sind als Inspiration gedacht - passen Sie sie an Ihre Interessen an.
Route 1: London Intensiv (7 Tage)
Wenn Sie zum ersten Mal nach Grossbritannien reisen und nur eine Woche haben, empfehle ich, sich auf London zu konzentrieren. Die Hauptstadt bietet genug fuer Monate, aber sieben Tage erlauben einen soliden ersten Eindruck.
Tag 1: Westminster und Klassiker
Beginnen Sie frueh am Buckingham Palace - wenn Sie die Wachabloesung sehen moechten, sollten Sie um 10:30 Uhr dort sein (taeglich im Sommer, sonst an wechselnden Tagen). Spazieren Sie durch den St James's Park zur Houses of Parliament mit dem ikonischen Big Ben. Besuchen Sie die Westminster Abbey (Eintrittskarte erforderlich, etwa 27 GBP, buchen Sie online). Ueberqueren Sie die Westminster Bridge fuer den klassischen Fotoblick auf Parliament und Big Ben. Goennen Sie sich das London Eye am fruehen Abend fuer die beste Aussicht (vorab buchen, etwa 35 GBP).
Tag 2: Britisches Museum und Bloomsbury
Widmen Sie den Vormittag dem British Museum - eine der groessten Sammlungen der Welt, und der Eintritt ist frei. Die Highlights sind der Rosetta Stone, die Elgin Marbles und die aegyptischen Mumien, aber planen Sie mindestens drei Stunden ein. Mittagessen im nahegelegenen Bloomsbury-Viertel. Am Nachmittag erkunden Sie das literarische London: das Haus von Charles Dickens (Dickens Museum), die Buchhandlungen in der Cecil Court, und wenn Sie Harry-Potter-Fan sind, den Fotostopp an Platform 9 3/4 im King's Cross Bahnhof.
Tag 3: Tower und East London
Der Tower of London ist ein Muss - reservieren Sie mindestens drei Stunden fuer die Kronjuwelen, die Yeoman Warders (Beefeaters) Touren und die 900 Jahre Geschichte (etwa 33 GBP). Von dort ist es ein kurzer Spaziergang zur Tower Bridge - die Ausstellung in den Tuermen bietet spektakulaere Aussichten (etwa 12 GBP). Nachmittags ueberqueren Sie die Bruecke und erkunden die South Bank: die Tate Modern (kostenlos), Southbank Centre und den Borough Market fuer Street Food.
Tag 4: Kensington Museums und Hyde Park
Die Museumsinsel von Kensington bietet drei Weltklasse-Museen nebeneinander - alle kostenlos. Das Natural History Museum ist beeindruckend mit seiner Dinosaurier-Halle und dem Blauwalskelett. Das Victoria and Albert Museum ist das weltweit groesste Museum fuer Kunst und Design. Das Science Museum ist ideal fuer Familien. Waehlen Sie ein oder zwei je nach Interesse. Am Nachmittag entspannen Sie im Hyde Park und den angrenzenden Kensington Gardens - mieten Sie ein Ruderboot auf der Serpentine oder besuchen Sie den Diana Memorial Fountain.
Tag 5: North London: Camden und Hampstead
Verbringen Sie den Vormittag am Camden Market - ein Labyrinth aus Staenden, die von Vintage-Kleidung ueber Street Food bis zu Kuriositaeten alles bieten. Die Atmosphaere ist alternativ und lebendig. Nachmittags nehmen Sie die U-Bahn nach Hampstead und wandern auf Hampstead Heath - einem der wildesten Parks Londons mit herrlichen Aussichten ueber die Stadt von Parliament Hill. Im Dorf Hampstead geniessen Sie das Ambiente mit seinen gepflasterten Gassen und historischen Pubs.
Tag 6: Greenwich und Docklands
Nehmen Sie die DLR oder ein Thames Clipper Boot nach Greenwich. Besuchen Sie das Royal Observatory, wo Sie auf dem Nullmeridian stehen koennen, und das National Maritime Museum (kostenlos). Das Queens House ist ein architektonisches Juwel. Die Cutty Sark, ein historisches Segelschiff, liegt im Trockendock. Auf dem Rueckweg halten Sie am Museum of London Docklands oder erkunden Sie die futuristische Architektur von Canary Wharf.
Tag 7: Notting Hill, Portobello und West End
Samstag ist der beste Tag fuer den Portobello Road Market in Notting Hill - Antiquitaeten, Vintage, Kuriositaeten und buntes Treiben. Die pastellfarbenen Haeuser sind Instagram-tauglich. Nachmittags schlendern Sie durch Covent Garden mit seinen Strassenkuenstlern und Boutiquen. Am Abend besuchen Sie eine West-End-Show - das Londoner Theaterviertel ist weltberuehmt, und es gibt fuer jeden Geschmack etwas von Musicals bis Shakespeare.
Route 2: Klassisches England (10 Tage)
Diese Route kombiniert London mit den beliebtesten Zielen in England und bietet einen ausgewogenen Mix aus Stadt und Land.
Tage 1-4: London
Verbringen Sie vier Tage in London wie oben beschrieben, aber komprimierter. Konzentrieren Sie sich auf die absoluten Highlights: Westminster, Tower, ein oder zwei grosse Museen, ein Viertel wie Camden oder Notting Hill.
Tag 5: Stonehenge und Bath
Mietwagen oder organisierte Tour zu Stonehenge. Der mystische Steinkreis ist am eindrucksvollsten in der fruehen Morgensonne (buchen Sie ein Early Morning Ticket wenn moeglich). Nachmittags weiter nach Bath. Erkunden Sie die roemischen Baeder (etwa 20 GBP) und spazieren Sie durch die elegante georgianische Stadt zum Royal Crescent. Uebernachtung in Bath.
Tag 6: Cotswolds
Ein Tag in den Cotswolds erfordert einen Mietwagen (oder eine Tour). Besuchen Sie die honigfarbenen Doerfer: Bourton-on-the-Water (der Venedig der Cotswolds), Bibury mit seiner ikonischen Arlington Row, Stow-on-the-Wold und Broadway. Die Landschaft ist idyllisch, die Doerfer postkartenwuerdig. Uebernachtung in den Cotswolds oder zurueck nach Bath.
Tag 7: Transfer nach Nordengland - York
Fruehe Abreise mit dem Zug oder Auto nach York (etwa 2,5 Stunden von London, laenger von den Cotswolds). Check-in und nachmittags erste Erkundung. Gehen Sie auf den Stadtmauern, schlendern Sie durch The Shambles und geniessen Sie einen traditionellen Afternoon Tea bei Betty's Tea Rooms. Abendessen in einem der historischen Pubs.
Tag 8: York
Voller Tag in York. Morgens der York Minster - eine der grossartigsten gotischen Kathedralen Europas (etwa 18 GBP, Turmbesteigung extra). Das Jorvik Viking Centre bringt die Wikingergeschichte lebendig zum Leben. Das National Railway Museum ist ein Muss fuer Eisenbahnfans (kostenlos). Clifford's Tower bietet einen Panoramablick ueber die Stadt.
Tag 9: Lake District Tagesausflug
Tagesausflug in den Lake District (etwa 2 Stunden von York mit Auto). Besuchen Sie Windermere, den groessten See, und das malerische Dorf Grasmere, Heimat von William Wordsworth. Eine Bootsfahrt auf dem See und eine leichte Wanderung (zum Beispiel Orrest Head fuer die Aussicht) runden den Tag ab. Zurueck nach York am Abend.
Tag 10: Rueckreise ueber Cambridge oder direkt
Fahren Sie zurueck nach London mit einem Stopp in Cambridge. Spazieren Sie durch die Colleges (King's College Chapel ist ein Muss), versuchen Sie sich im Punting auf dem Cam und tauchen Sie ein in die akademische Atmosphaere. Am Nachmittag weiter zum Flughafen oder nach London fuer den Abflug.
Route 3: Grossbritannien umfassend (14 Tage)
Zwei Wochen erlauben es, England und Schottland zu kombinieren und ein umfassenderes Bild zu gewinnen.
Tage 1-3: London
Drei intensive Tage in London mit den absoluten Highlights.
Tag 4: Oxford
Tagesausflug nach Oxford (etwa 1 Stunde mit dem Zug). Besichtigen Sie ein oder zwei Colleges (Christ Church ist das bekannteste, Bodleian Library ist beeindruckend), spazieren Sie durch die mittelalterlichen Strassen und geniessen Sie einen Pint in einem historischen Pub wie dem Eagle and Child, wo die Inklings (Tolkien, C.S. Lewis) sich trafen.
Tag 5: Bath und Stonehenge
Mietwagen fuer die naechsten Tage. Stonehenge am fruehen Morgen, dann Bath fuer den Rest des Tages. Uebernachtung in Bath oder Umgebung.
Tag 6: Cotswolds und Fahrt nach Nordwesten
Cotswolds-Doerfer am Morgen, dann Fahrt nach Liverpool (etwa 3 Stunden). Abends erste Erkundung der restaurierten Docks und der Beatles-Magie.
Tag 7: Liverpool
Beatles-Tour (The Cavern Club, Penny Lane, Strawberry Field), die Kathedralen und die Museen am Albert Dock (Tate Liverpool, Beatles Story, International Slavery Museum). Liverpool ist rauer und authentischer als viele englische Staedte - lassen Sie sich auf die Atmosphaere ein.
Tag 8: Lake District
Fahrt in den Lake District (etwa 1,5 Stunden). Ganzer Tag zum Wandern, Bootfahren und Geniessen der Natur. Empfohlene Wanderung: Helvellyn fuer Erfahrene oder Cat Bells fuer eine kuerzere Tour. Uebernachtung im Lake District.
Tag 9: Fahrt nach Edinburgh
Landschaftlich schoene Fahrt nach Edinburgh (etwa 3 Stunden). Nachmittags erste Erkundung der Stadt. Spaziergang ueber die Royal Mile, Blick auf das Schloss. Abendessen in einem der vielen ausgezeichneten Restaurants.
Tag 10: Edinburgh
Voller Tag in Edinburgh. Edinburgh Castle am Morgen (buchen Sie online, etwa 19 GBP). Palace of Holyroodhouse, die offizielle schottische Residenz der Monarchie. Wanderung auf Arthur's Seat fuer spektakulaere Aussichten (etwa 2 Stunden hin und zurueck). Abends erkunden Sie die Pubs der Altstadt oder machen eine Geister-Tour durch die unterirdischen Gewoelbe.
Tag 11: Edinburgh und Umgebung
Vormittags weitere Edinburgh-Highlights: das National Museum of Scotland (kostenlos und ausgezeichnet), die Victoria Street und Grassmarket, der stimmungsvolle Greyfriars Kirkyard. Nachmittags optional: Scotch Whisky Experience oder Johnnie Walker Experience fuer Whisky-Liebhaber, oder Ausflug nach Leith zur Royal Yacht Britannia.
Tag 12: Highlands Tagesausflug
Tagesausflug mit dem Auto in die Highlands. Route: Edinburgh - Stirling Castle - Loch Lomond - Glencoe - Fort William - zurueck (lange Fahrt, aber spektakulaere Landschaft). Alternativ: organisierte Tour, um entspannt zu geniessen.
Tag 13: Glasgow
Fahrt nach Glasgow (etwa 1 Stunde). Tag in Schottlands groesster Stadt: Kelvingrove Art Gallery and Museum, University of Glasgow, Glasgow Cathedral und Necropolis, Merchant City Viertel. Glasgows Pub- und Musikszene ist legendaer - erleben Sie sie abends.
Tag 14: Rueckreise
Flug von Glasgow oder Edinburgh nach Hause, oder Zug nach London fuer Anschlussflug (Edinburgh-London etwa 4,5 Stunden mit dem Zug, Glasgow aehnlich). Mietwagen am Flughafen abgeben.
Route 4: Die grosse Rundreise (21 Tage)
Drei Wochen erlauben eine echte Erkundung Grossbritanniens, einschliesslich weniger bekannter Regionen und mehr Zeit zum Verweilen.
Tage 1-4: London
Ausfuehrliche Erkundung Londons wie in Route 1 beschrieben.
Tag 5: Canterbury und Kent
Tagesausflug oder Uebernachtung in der Grafschaft Kent. Die Kathedrale von Canterbury ist eines der wichtigsten religiösen Bauwerke Englands, Pilgerziel seit dem Mittelalter. Das Pilger-Museum (Canterbury Tales) bringt die Geschichte zum Leben. Optional: Dover Castle und die weissen Klippen.
Tag 6-7: Bath und Stonehenge
Zwei Tage fuer Bath und Umgebung. Neben den roemischen Baeder (buchen Sie das Thermae Bath Spa fuer ein modernes Badeerlebnis) erkunden Sie die Jane-Austen-Verbindungen der Stadt, die Prior Park Gaerten und das nahe gelegene Wells mit seiner gotischen Kathedrale.
Tag 8-9: Cornwall
Fahrt nach Cornwall (etwa 3-4 Stunden von Bath). Zwei Tage an der dramatischen Kueste: St Ives (Kuenstlerstadt und Straende), das Eden Project (biosphärische Gaerten in ehemaligen Lehmgruben), Tintagel Castle (legendaerer Geburtsort von Koenig Artus), Land's End (westlichster Punkt Englands). Die Kuestenstrassen sind kurvig aber malerisch.
Tag 10: Bristol
Stopp in Bristol auf dem Weg nach Norden. Die Clifton Suspension Bridge, die historischen Docks und die Street-Art-Szene (Banksy stammt von hier) machen die Stadt interessant fuer einen halben oder ganzen Tag.
Tag 11: Cotswolds
Ein entspannter Tag in den Cotswolds. Erkunden Sie die Doerfer in gemuetlichem Tempo, wandern Sie auf dem Cotswold Way, geniessen Sie einen traditionellen Cream Tea.
Tag 12: Stratford-upon-Avon und nach Norden
Vormittags Stratford-upon-Avon, Geburtsort von Shakespeare. Shakespeares Geburtshaus, Anne Hathaways Cottage und das Royal Shakespeare Theatre sind die Highlights. Nachmittags Fahrt nach York.
Tag 13-14: York und Umgebung
Zwei volle Tage in und um York. Neben den Stadt-Highlights (Minster, Shambles, Mauern) machen Sie einen Ausflug zur Whitby Abbey (Inspiration fuer Dracula) und den North York Moors, oder besuchen Sie Castle Howard, eines der grossartigsten Landhaeuser Englands.
Tag 15: Manchester oder Liverpool
Waehlen Sie zwischen Manchester (Industriegeschichte, Musik, Fussball) und Liverpool (Beatles, Docks, Kathedralen) oder machen Sie einen halben Tag in jeder Stadt.
Tag 16: Lake District
Ganzer Tag im Lake District mit Wanderung und Naturgenuss. Uebernachtung in einem der malerischen Doerfer.
Tag 17: Edinburgh
Fahrt nach Edinburgh und erste Erkundung.
Tag 18: Edinburgh ausfuehrlich
Voller Tag fuer alle Edinburgh-Highlights.
Tag 19: Highlands
Tagesausflug oder Beginn einer laengeren Highlands-Rundfahrt. Loch Ness, Inverness und die umliegende Wildnis.
Tag 20: Glasgow
Tag in Glasgow mit seinen Museen, Architektur und Lebendigkeit.
Tag 21: Rueckreise
Rueckflug von Edinburgh oder Glasgow, oder Zug nach London.
Diese 21-Tage-Route kann endlos variiert werden. Optionale Erweiterungen: Isle of Skye (2-3 zusaetzliche Tage), Wales (2-3 Tage fuer Cardiff und Snowdonia), Nordirland und der Giant's Causeway (2-3 Tage).
Konnektivitaet
In Zeiten staendiger Vernetzung ist es wichtig zu wissen, wie Sie in Grossbritannien online bleiben koennen. Die gute Nachricht: Das Land ist gut vernetzt, und Sie werden kaum Probleme haben.
Seit dem Brexit fallen leider Roaming-Gebuehren fuer EU-Buerger an. Die meisten deutschen, oesterreichischen und schweizerischen Mobilfunkanbieter bieten spezielle UK-Pakete an, oder Sie zahlen eine Tagesgebuehr fuer die Nutzung. Pruefen Sie die Konditionen vor der Abreise. Eine guenstige Alternative ist eine lokale SIM-Karte. Prepaid-SIM-Karten von Anbietern wie Three, EE, Vodafone oder giffgaff sind in Supermaerkten und Elektroniklaeden erhaeltlich und bieten gute Datenpakete zu vernuenftigen Preisen (etwa 10-20 GBP fuer mehrere GB Daten plus Anrufe).
Kostenloses WLAN ist weit verbreitet. Fast alle Hotels, Hostels und B and Bs bieten WLAN, ebenso Cafes, Restaurants und Pubs. In London hat die U-Bahn (auf den Bahnsteigen, nicht in den Tunneln) kostenloses WLAN, ebenso viele Zuege. Starbucks, McDonald's und aehnliche Ketten bieten zuverlaessiges kostenloses WLAN.
Fuer laendliche Gebiete, besonders in den Highlands, sollten Sie wissen, dass die Mobilfunkabdeckung lueckenhaft sein kann. In abgelegenen Taelern und auf Bergen haben Sie moeglicherweise keinen Empfang. Dies ist ein weiterer Grund, Offline-Karten und traditionelle Navigation mitzubringen, wenn Sie wandern gehen.
Die Stromspannung in Grossbritannien ist 230V bei 50Hz - gleich wie in Kontinentaleuropa. Die Steckdosen sind jedoch anders: Grossbritannien verwendet den Typ G mit drei rechteckigen Pins. Sie benoetigen einen Adapter. Diese sind an Flughaefen, in Elektroniklaeden und manchmal an der Hotelrezeption erhaeltlich, aber es ist praktischer, einen von zu Hause mitzubringen. Viele Hotels haben mittlerweile USB-Ladestationen an den Betten.
Essen und Trinken
Die britische Kueche hat in den letzten Jahrzehnten eine bemerkenswerte Revolution durchgemacht. Vergessen Sie die Klischees von verkochtem Gemuese und geschmacklosem Essen - Grossbritannien ist heute ein kulinarisches Reiseziel mit einer der vielfaeltigsten Food-Szenen der Welt. Gleichzeitig haben die traditionellen Gerichte ihren Platz und Charme behalten.
Das Fruehstueck ist fuer viele der Hoehepunkt der britischen Kueche. Das Full English Breakfast (oder Full Scottish/Welsh/Irish in den jeweiligen Regionen) ist ein Erlebnis: Speck (bacon - duenner und weniger gerauchert als deutscher), Wuerstchen (bangers), Baked Beans, Spiegeleier, gegrillte Tomaten, Pilze, Black Pudding (Blutwurst, probieren Sie es bevor Sie urteilen) und Toast. Dazu Tee oder Kaffee und Orangensaft. In Hotels ist das Fruehstueck oft im Preis inbegriffen; in Cafes zahlen Sie etwa 10-15 GBP fuer ein volles Fruehstueck. Vegetarische und vegane Versionen sind heute ueberall erhaeltlich. Weniger reichhaltig, aber typisch britisch sind Toast mit Butter und Marmelade oder Porridge (Haferbrei) mit Fruechten.
Die Pub-Kueche hat sich von der Notloesung zum ernstzunehmenden Essensangebot entwickelt. Die Klassiker sind:
- Fish and Chips - Gebratener Fisch (meist Kabeljau oder Schellfisch) in Bierteig mit dicken Pommes (Chips) und Erbsenpueree (mushy peas). Mit Salz und Malzessig gewuerzt. Ein gutes Fish and Chips ist kross aussen, saftig innen und unvergleichlich. Ein schlechtes ist fettig und pappig. Die besten finden Sie oft in Kuetenstädten oder alteingesessenen Chippies.
- Pie and Mash - Fleischpastete (Rindfleisch, Haehnchenm oder Wild) mit Kartoffelbrei und Bratensauce (gravy). Comfort Food in seiner britischsten Form.
- Sunday Roast - Traditionelles Sonntagsessen mit gebratenem Fleisch (Rind, Lamm, Huehnchen oder Schwein), Kartoffeln (roast potatoes, kross gebraten), Gemuese und Yorkshire Pudding (eine Art herzhafter Windbeutel aus Teig, der im Bratfett gebacken wird). Viele Pubs servieren Sunday Roast nur am Wochenende; reservieren Sie, denn es ist beliebt.
- Shepherd's Pie (mit Lamm) oder Cottage Pie (mit Rind) - Gehacktes mit Gemuese unter einer Kartoffelkruste.
- Bangers and Mash - Wuerstchen mit Kartoffelpueree und Zwiebelsauce.
Afternoon Tea ist eine britische Institution, die Sie mindestens einmal erleben sollten. Der klassische Afternoon Tea besteht aus Finger-Sandwiches (Gurke, Lachs, Eiersalat), Scones mit Clotted Cream und Marmelade sowie einer Auswahl an Kuchen und Gebaeck - alles serviert mit unbegrenztem Tee. Die Luxusversion in beruehmten Hotels wie dem Ritz, Claridge's oder The Savoy kostet 60-80 GBP pro Person und erfordert eine Reservierung Wochen im Voraus. Aber auch in Tearooms wie Betty's in York oder lokalen Cafes bekommen Sie einen wunderbaren Afternoon Tea fuer 25-40 GBP.
Street Food und internationale Kueche sind in britischen Staedten allgegenwaertig. London ist ein kulinarischer Schmelztiegel mit hervorragendem indischem Essen (Brick Lane, Dishoom), Thai, Vietnamesisch, Tuerkisch, Libanesisch und praktisch jeder anderen Kueche der Welt. Die Food Markets wie der Borough Market bieten exzellentes Street Food aus aller Welt. Auch kleinere Staedte haben mittlerweile diverse kulinarische Szenen.
Regionale Spezialitaeten lohnen die Entdeckung:
- Schottland: Haggis (gehackte Innereien mit Haferflocken und Gewuerzen, in einem Schafsmagen gegart - klingt schauerlich, schmeckt aber hervorragend, besonders mit neeps and tatties, also Rueben und Kartoffeln), Cullen Skink (cremige Fischsuppe), Scottish Salmon
- Wales: Welsh Rarebit (wuerziger Kaese auf Toast - nicht einfach Kaesebrot, sondern eine komplexe Sauce), Bara Brith (Fruchtbrot), Laverbread (Algenpaste, meist zum Fruehstueck)
- Cornwall: Cornish Pasty (gefuellte Teigtasche, traditionell mit Fleisch, Kartoffeln, Zwiebeln und Rueben)
- Nordengland: Yorkshire Pudding (auch solo als Snack), Eccles Cake (Blaetterteiggebaeck mit Rosinen)
Getraenke sind ein wesentlicher Teil der britischen Kultur. Der Tee ist das Nationalgetraenk - schwarzer Tee mit Milch, traditionell mehrmals taeglich getrunken. In Cafes und Restaurants wird Tee im Teebeutel serviert, nicht lose wie in Deutschland ueblich.
Bier in Grossbritannien bedeutet vor allem Ale - obergaeriges Bier, das bei Kellertemperatur (nicht gekuehlt wie Lager) serviert wird. Die Vielfalt ist enorm: Bitter ist das klassische Ale, oft bernsteinfarben und hopfig; Pale Ale ist heller und oft fruchtiger; IPA (India Pale Ale) ist staerker gehopft; Stout und Porter sind dunkle, roestige Biere (Guinness ist das bekannteste, aber es gibt viele britische Varianten). Die Craft-Beer-Revolution hat Tausende von Mikrobrauereien hervorgebracht, und jede Region hat ihre lokalen Favoriten. Ein Pint (568 ml) kostet 4-7 GBP je nach Ort.
Cider (Apfelwein) ist ebenfalls beliebt, besonders im Westen Englands. Echter Cider vom Fass ist trueb, trocken und erfrischend - nicht zu verwechseln mit den suessen Industrieprodukten.
Whisky aus Schottland ist weltberuehmt. Wenn Sie sich fuer Single Malts interessieren, besuchen Sie die Scotch Whisky Experience in Edinburgh oder eine der vielen Destillerien, die Besichtigungen anbieten.
Shopping
Grossbritannien bietet einzigartige Einkaufsmoeglichkeiten, von weltberuehmten Kaufhaeusern bis zu charmanten lokalen Maerkten. Hier sind die Highlights und was Sie mitbringen sollten.
In London reicht das Spektrum von luxurioes bis alternativ. Die Regent Street und Oxford Street sind die Haupteinkaufsstrassen mit grossen Ketten und dem ikonischen Kaufhaus Liberty. Covent Garden bietet Boutiquen und Spezialgeschaefte. Knightsbridge ist die Heimat von Harrods und Harvey Nichols - selbst wenn Sie nichts kaufen, lohnt sich ein Besuch der Food Hall in Harrods. Fuer Alternative und Vintage ist Camden Market das Zentrum. Notting Hill und Portobello Road bieten Antiquitaeten, Vintage und Kuriositaeten. Der Borough Market ist das Paradies fuer Feinschmecker.
Typisch britische Mitbringsel sind:
- Tee - Nicht irgendein Tee, sondern britische Marken wie Fortnum and Mason, Twinings oder Yorkshire Tea. Fortnum and Mason ist das ultimative Luxus-Kaufhaus fuer Tee und Feinkost.
- Shortbread - Die buttrigen schottischen Kekse, besonders von Walker's oder handgemacht aus lokalen Baeckereien.
- Whisky - Ein Single Malt aus Schottland ist ein klassisches Mitbringsel. Kaufen Sie in Destillerien oder spezialisierten Geschaeften fuer die beste Auswahl.
- Tweed und Wolle - Harris Tweed von den schottischen Inseln, Schafwollpullover aus dem Lake District, Cashmere aus Schottland.
- Burberry, Barbour und andere britische Modemarken - Trenchcoats, Wachsjacken, Schals. Die Outlet-Stores bieten deutliche Rabatte.
- Antiquitaeten und Vintage - Grossbritannien ist ein Paradies fuer Sammler. Die Antik-Maerkte und Charity Shops bieten Schaetze.
- Buecher - Antiquarische Buchlaeden in Staedten wie Hay-on-Wye (ein ganzes Dorf voller Buchlaeden!) oder die Spezialbuchhandlungen in London.
- Marmelade und Chutneys - Englische Marmeladen, besonders Orange Marmalade, und indisch inspirierte Chutneys sind koestliche Mitbringsel.
Tax-Free Shopping ist fuer Nicht-EU-Buerger (also auch Schweizer, aber nicht Deutsche und Oesterreicher) moeglich. Sie koennen die Mehrwertsteuer (VAT, 20%) auf bestimmte Einkaeufe zurueckerhalten. Fragen Sie in groesseren Geschaeften nach den Tax-Free-Formularen.
Oeffnungszeiten sind in Grossbritannien grosszuegiger als in Deutschland. Die meisten Geschaefte haben taeglich geoeffnet, auch sonntags (wenn auch oft mit verkuerzten Zeiten). In London und anderen Grossstaedten haben viele Geschaefte bis 20 oder 21 Uhr geoeffnet. Supermaerkte haben oft rund um die Uhr geoeffnet oder zumindest sehr lange.
Maerkte sind ein Highlight des britischen Einkaufserlebnisses. Neben den Londoner Maerkten bieten die meisten Staedte woechentliche Farmers Markets und lokale Maerkte. In York ist der Shambles Market taeglich geoeffnet, in Edinburgh gibt es mehrere Wochenmaerkte. Diese Maerkte sind der beste Ort, um lokale Produkte, Handwerk und Atmosphaere zu finden.
Nuetzliche Apps
Einige Apps machen das Reisen in Grossbritannien deutlich einfacher:
- Citymapper - Die beste App fuer Navigation in britischen Staedten, besonders London. Zeigt alle Verkehrsmittel, Verbindungen und Preise in Echtzeit.
- Trainline - Fuer Zugbuchungen und Fahrplaene. Vergleicht alle Anbieter und zeigt die guenstigsten Tickets.
- Google Maps - Fuer Navigation, besonders ausserhalb der Staedte. Laden Sie Offline-Karten herunter fuer Gebiete ohne Mobilfunk.
- What3words - Teilt jeden Ort der Welt in 3x3-Meter-Quadrate mit drei Woertern. Nuetzlich fuer Rettungsdienste und Treffen an schwer beschreibbaren Orten.
- Met Office - Die offizielle britische Wetter-App, zuverlaessiger als internationale Wetter-Apps fuer britische Verhaeltnisse.
- Too Good To Go - Kaufen Sie ueberschuessige Lebensmittel von Restaurants und Cafes zu reduzierten Preisen - gut fuer die Umwelt und den Geldbeutel.
- Uber/Bolt - Ridesharing fuer staedtische Transfers, oft guenstiger als Taxis.
Fazit
Grossbritannien ist ein Land, das immer wieder ueberrascht - selbst Reisende, die es bereits mehrfach besucht haben, entdecken bei jedem Besuch Neues. Die Kombination aus lebendiger Geschichte, atemberaubender Natur, kultureller Vielfalt und britischer Eigenart macht es zu einem einzigartigen Reiseziel.
Fuer deutschsprachige Reisende bietet Grossbritannien den idealen Mix aus Vertrautheit und Exotik. Die Sprache ist zwar Englisch, aber die kulturellen Verbindungen zwischen den deutschen Laendern und Grossbritannien sind tief und alt. Sie werden sich nie voellig fremd fuehlen, und doch ist vieles angenehm anders.
Die Herausforderungen - der Brexit mit seinen neuen Einreiseregeln, die hohen Preise besonders in London, das wechselhafte Wetter - sind real, aber sie sollten Sie nicht abschrecken. Mit etwas Planung und Flexibilitaet sind sie leicht zu bewaeltigen. Buchen Sie Fluege und Zuege fruehzeitig, waehlen Sie die richtige Reisezeit fuer Ihre Interessen, packen Sie fuer alle Wetterlagen, und Sie werden eine unvergessliche Reise erleben.
Was bleibt nach einer Reise durch Grossbritannien? Die Erinnerung an die majestätischen Schlösser und Kathedralen. An die weitlaeufigen Landschaften, die sich bei jedem Wetter anders praesentieren. An die lebendigen Staedte mit ihrer Mischung aus Tradition und Innovation. An die gemuetlichen Pubs und die herzliche Gastfreundschaft, die hinter der beruehmten britischen Zurueckhaltung steckt. An den Nachmittagstee mit Scones und Clotted Cream. An die Musik, die aus jeder zweiten Kneipe zu kommen scheint. An die Buecherlaeden und Antiquitaetenmaerkte mit ihren Schaetzen. An die Geschichten, die jede Ecke dieses Landes zu erzaehlen hat.
Ob Sie London mit seinen Weltklasse-Museen und pulsierendem Nachtleben erkunden, in den Cotswolds durch Bilderbuch-Doerfer wandern, in Edinburgh Geschichte und Gegenwart verschmelzen sehen oder in den schottischen Highlands echte Wildnis erleben - Grossbritannien hat fuer jeden etwas zu bieten.
Das Vereinigte Koenigreich ist ein Land, in das man immer wieder zurueckkehren moechte. Eine erste Reise ist der Beginn einer Beziehung, die Jahre oder sogar ein Leben lang waehren kann. Jede Region hat ihre eigene Persoenlichkeit, jede Jahreszeit ihren eigenen Charme. Es gibt immer mehr zu entdecken, immer eine weitere Stadt zu erkunden, einen weiteren Nationalpark zu durchwandern, einen weiteren Pub zu besuchen.
Packen Sie Ihre Sachen, buchen Sie Ihren Flug und brechen Sie auf. Grossbritannien wartet auf Sie - mit offenen Armen, einer Tasse Tee und Geschichten, die Jahrhunderte zurueckreichen. Sie werden es nicht bereuen.
Stand: 2026. Bitte pruefen Sie Visa-Anforderungen und Preise vor der Reise.