Über
Luxemburg: Der kompakte Reisefuehrer fuer das kleinste Grossherzogtum der Welt
Luxemburg. Ein Land, das die meisten Deutschen nur als Tankstop auf dem Weg nach Frankreich kennen -- oder als den Ort, wo das Benzin billiger ist und die Zigaretten guenstiger. Aber ich sage dir ganz ehrlich: Wer Luxemburg nur von der Autobahntankstelle kennt, verpasst eines der faszinierendsten Reiseziele Europas. Und das sage ich nicht leichtfertig, sondern nach unzaehligen Besuchen, langen Wanderungen durch die Felsenlandschaften des Muellerthals und stillen Abenden an der Mosel mit einem Glas Cremant in der Hand.
Dieses winzige Land -- mit gerade einmal 2.586 Quadratkilometern kleiner als das Saarland -- steckt voller Ueberraschungen. Eine UNESCO-Welterbe-Altstadt, die auf dramatischen Felsvorspruengen thront. Ein komplett kostenloser oeffentlicher Nahverkehr (ja, wirklich: null Euro, ueberall, immer). Eine Gastronomieszene, die gemessen an der Landesgroesse eine absurde Dichte an Michelin-Sternen aufweist. Und eine Naturlandschaft, die von den 'Kleinen Schweiz' genannten Sandsteinfelsen bis zu den sanften Weinhaengen der Mosel reicht.
Fuer uns Deutschsprachige ist Luxemburg besonders reizvoll: Die Entfernungen sind laecherlich kurz (Frankfurt drei Stunden, Trier unter einer Stunde, Koeln zweieinhalb Stunden), man braucht als Schengen-Buerger natuerlich keinerlei Visum oder Reisepass, und die Sprachbarriere ist praktisch nicht existent. Luxemburgisch, die Nationalsprache, klingt wie ein moselfraenkischer Dialekt auf Steroiden -- wer Deutsch spricht, versteht erstaunlich viel. Und im Alltag wird ohnehin Franzoesisch und Deutsch gesprochen. Du kommst also garantiert zurecht.
In diesem Reisefuehrer nehme ich dich mit auf eine ausfuehrliche Reise durch das Grossherzogtum. Ich zeige dir nicht nur die offensichtlichen Highlights, sondern auch die versteckten Ecken, die selbst viele Grenzgaenger, die taeglich zum Arbeiten nach Luxemburg pendeln, nie entdecken. Von den dramatischen Kasematten unter der Hauptstadt ueber maerchenhafte Burgruinen bis hin zu den besten Adressen fuer Judd mat Gaardebounen -- Luxemburgs Nationalgericht, das allein die Reise wert ist.
Ob du einen Wochenendtrip von der deutschen Grenze planst, einen einwoechigen Aktivurlaub mit Wandern und Radfahren, oder ob du dir zwei bis drei Wochen Zeit nehmen willst, um das Land wirklich gruendlich kennenzulernen: Hier findest du alles, was du wissen musst. Praktisch, ehrlich, aus erster Hand. Kein Marketing-Geschwurbel, sondern echte Tipps eines Menschen, der dieses kleine Land ins Herz geschlossen hat.
Also: Schnall dich an (oder besser gesagt, steig in den kostenlosen Zug) -- wir erkunden Luxemburg.
1. Warum Luxemburg? Zehn Gruende, die dich ueberzeugen werden
Bevor wir ins Detail gehen, lass mich dir erklaeren, warum Luxemburg so viel mehr verdient als seinen Ruf als Finanzplatz und Tanktouristenziel. Hier sind die Gruende, warum ich jedem Reisenden aus dem deutschsprachigen Raum dieses Land ans Herz lege.
Kostenloser oeffentlicher Nahverkehr -- und zwar komplett
Seit dem 1. Maerz 2020 ist Luxemburg das erste Land der Welt, das seinen gesamten oeffentlichen Nahverkehr kostenlos gemacht hat. Busse, Strafsenbahnen, Regionalzuege -- alles gratis. Zweite Klasse, wohlgemerkt, aber die ist voellig ausreichend. Du steigst einfach ein und faehrst. Kein Ticket, kein Automat, kein Schwarzfahrrisiko. Das klingt wie eine Utopie, ist aber luxemburgische Realitaet. Fuer Touristen ist das ein absoluter Traum: Du kannst das gesamte Land per Bahn und Bus erkunden, ohne einen Cent fuer Transport auszugeben. Vom Flughafen in die Stadt? Gratis. Von Luxemburg-Stadt nach Ettelbrueck? Gratis. Mit dem Bus durch das Muellerthal? Gratis. Das allein ist schon ein Grund, Luxemburg zu besuchen.
UNESCO-Welterbe direkt vor der Haustuer
Die Altstadt von Luxemburg-Stadt und ihre Festungsanlagen gehoeren seit 1994 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Und das voellig zurecht: Die Lage der Stadt auf einem Felssporn ueber den tief eingeschnittenen Taelern der Alzette und Petrusse ist schlicht atemberaubend. Die Bock-Kasematten, ein 17 Kilometer langes unterirdisches Tunnelsystem aus dem 17. Jahrhundert, sind eines der beeindruckendsten Festungswerke Europas. Und das Beste: Man steht nicht in endlosen Warteschlangen wie vor dem Kolosseum in Rom oder dem Eiffelturm in Paris. Luxemburg ist (noch) kein Massentourismusziel.
Kulinarische Ueberraschungen auf kleinstem Raum
Luxemburg hat gemessen an seiner Einwohnerzahl eine der hoechsten Michelin-Stern-Dichten weltweit. Das liegt an der einzigartigen Mischung aus franzoesischer Kochkunst, deutscher Deftigkeit und luxemburgischer Tradition. Die Kueche ist eigenstaendig und ueberraschend vielfaeltig: Von deftigen Eintpoetopfen wie Bouneschlupp (Bohneneintopf) ueber das legendaere Judd mat Gaardebounen (gepoektelter Schweinenacken mit dicken Bohnen) bis hin zu exquisiten Cremants von der Mosel, die manchen Champagnern in nichts nachstehen. Dazu kommen Moselle-Weine, die in Deutschland voellig zu Unrecht unbekannt sind, und eine lebhafte Craft-Beer-Szene.
Sicherheit auf hoechstem Niveau
Luxemburg gehoert zu den sichersten Laendern der Welt. Die Kriminalitaetsrate ist extrem niedrig, die Straßen sind nachts sicher, und selbst in der Hauptstadt kannst du dich voellig entspannt bewegen. Fuer Familien mit Kindern, Alleinreisende oder aeltere Reisende ist das ein enormer Pluspunkt. Du kannst dein Fahrrad unabgeschlossen vor dem Café stehen lassen (ich wuerde es trotzdem nicht tun, aber theoretisch...) und nachts durch die Gassen der Altstadt schlendern, ohne dir Gedanken machen zu muessen.
Kompakte Groesse -- alles erreichbar
Die maximale Nord-Sued-Ausdehnung betraegt gerade einmal 82 Kilometer, die Ost-West-Ausdehnung 57 Kilometer. Das bedeutet: Egal wo du bist, kein Punkt des Landes ist weiter als eine Stunde entfernt. Du kannst morgens in der Hauptstadt fruehstuecken, mittags im Muellerthal wandern, nachmittags die Burg Vianden besichtigen und abends an der Mosel Wein trinken. Versuch das mal in Frankreich oder Deutschland.
Natur, die man nicht erwartet
Luxemburg ist ueberraschend gruen und wild. Das Muellerthal mit seinen bizarren Sandsteinfelsen traegt den Beinamen 'Kleine Luxemburger Schweiz' und bietet Wanderwege, die es mit so manchem Alpentrail aufnehmen koennen -- nur ohne die Hoehenmeter. Die Ardennen im Norden sind rau und urspruenglich, mit dichten Waeldern und tief eingeschnittenen Flusstaeern. Und das Moseltal im Osten ueberrascht mit mediterranem Flair, Weinbergen und charmanten Winzerdoerfern.
Mehrsprachigkeit -- deutsch funktioniert ueberall
Luxemburg hat drei Amtssprachen: Luxemburgisch, Franzoesisch und Deutsch. In der Praxis bedeutet das fuer dich als deutschsprachigen Reisenden: Du wirst ueberall verstanden. Straßenschilder sind oft dreisprachig, Speisekarten gibt es auf Deutsch, und die meisten Luxemburger sprechen fließend Deutsch. Luxemburgisch selbst klingt uebrigens wie eine Mischung aus Moselfraenkisch und Franzoesisch -- wenn du aus der Eifel, dem Saarland oder von der Mosel kommst, wirst du erstaunlich viel verstehen. 'Moien' heißt 'Guten Tag', 'Merci' kennt jeder, und 'Ech schwetzen Letzebuergisch' klingt doch irgendwie vertraut, oder?
Geschichte auf Schritt und Tritt
Fuer ein so kleines Land hat Luxemburg eine verbluesffend reiche Geschichte. Gegruendet 963 durch den Erwerb der Lucilinburhuc (der 'kleinen Burg' auf dem Bockfelsen), war es im Mittelalter ein maaechtiges Grafentum, stellte mehrere roemisch-deutsche Kaiser und wurde zur 'Gibraltar des Nordens' ausgebaut -- einer der staerksten Festungen Europas. Die Spuren dieser Geschichte sind ueberall sichtbar: in den Kasematten, den Burgruinen, den mittelalterlichen Staedtchen.
Proximity fuer DACH-Reisende
Luxemburg ist fuer deutschsprachige Reisende absurd gut erreichbar. Von Frankfurt am Main sind es ueber die A3 und A48 rund drei Stunden. Von Koeln sind es ueber die A1 und A48 zweieinhalb Stunden. Von Trier -- ja, Trier -- sind es gerade einmal 50 Minuten mit dem Regionalzug, und der ist auf luxemburgischer Seite sogar kostenlos. Von Saarbruecken sind es 90 Minuten. Selbst von Wien oder Zuerich ist Luxemburg per Direktflug in unter zwei Stunden erreichbar. Es gibt also wirklich keine Ausrede.
Preis-Leistung besser als gedacht
Ja, Luxemburg hat den Ruf, teuer zu sein. Und ja, es ist kein Billigreiseziel. Aber: Der kostenlose Nahverkehr spart enormes Geld, die Hotelpreise sind aehnlich wie in deutschen Grossstaedten (teilweise sogar guenstiger als Muenchen oder Frankfurt), und in den Restaurants bekommst du fuer dein Geld exzellente Qualitaet. Außerdem: Benzin und Tabak sind deutlich guenstiger als in Deutschland -- fuer Autofahrer und Raucher rechnet sich der Trip also sowieso. Ein Liter Diesel kostet in Luxemburg oft 15 bis 20 Cent weniger als in Deutschland, und eine Stange Zigaretten spart schnell 20 bis 30 Euro. Aber das weißt du wahrscheinlich schon, wenn du aus der Eifel oder dem Saarland kommst.
2. Die Regionen Luxemburgs: Vom Grossherzogtum zum Gesamterlebnis
Luxemburg mag klein sein, aber es ist erstaunlich vielfaeltig. Auf den 2.586 Quadratkilometern finden sich sechs sehr unterschiedliche Regionen, jede mit eigenem Charakter, eigener Landschaft und eigenen Highlights. Lass mich dir jede einzelne vorstellen.
Luxemburg-Stadt: Die dramatischste Hauptstadt Europas
Beginnen wir dort, wo die meisten Reisenden starten: in Luxemburg-Stadt. Und gleich vorweg -- diese Stadt wird dich ueberraschen. Vergiss das Bild einer langweiligen EU-Beamtenstadt. Luxemburg-Stadt ist dramatisch, atemberaubend und voller Leben.
Die Stadt thront auf einem Felssporn, der von den tief eingeschnittenen Taelern der Alzette und der Petrusse umgeben ist. Die Hoehenunterschiede sind enorm: Zwischen der Oberstadt (Ville Haute) und dem Stadtteil Grund in der Talsohle liegen 70 Meter. Das ergibt Ausblicke, wie man sie in keiner anderen europaeischen Hauptstadt findet.
Das Herz der Altstadt ist die Luxemburger Altstadt, die seit 1994 UNESCO-Weltkulturerbe ist. Hier spazierst du durch enge Gassen mit mittelalterlichen Haeusern, vorbei an eleganten Boutiquen und gemuetlichen Bistros. Der zentrale Platz ist die Place Guillaume II, von den Einheimischen 'Knuedler' genannt. Hier steht das Rathaus, hier findet mittwochs und samstags ein schoener Markt statt, und hier pulsiert das Leben der Stadt. Im Winter wird der Platz zum Weihnachtsmarkt, im Sommer zum Freiluft-Wohnzimmer.
Von der Place Guillaume II sind es nur wenige Schritte zum Grossherzoglichen Palast, der offiziellen Stadtresidenz des Großherzogs. Das Gebaeude im flaechen Renaissance-Stil ist von außen beeindruckend, und in den Sommermonaten (meist Juli bis Anfang September) kann man es sogar von innen besichtigen. Die Wachabloesung ist zwar nicht so spektakulaer wie in London, aber charmant auf luxemburgische Art.
Das absolute Highlight der Stadt sind die Bock-Kasematten. Dieses unterirdische Tunnelsystem wurde ab 1644 in den Bockfelsen gehauen und ueber die Jahrhunderte auf eine Gesamtlaenge von 23 Kilometern ausgebaut. Heute sind etwa 17 Kilometer zugaenglich. Du wanderst durch dunkle Gaenge, die einst Tausende von Soldaten und ihre Pferde beherbergten, und stehst ploetzlich an Oeffnungen, die einen atemberaubenden Blick ueber das Alzettetal bieten. Es ist kuethl da unten, auch im Sommer -- eine willkommene Abkuehlung, aber bring eine leichte Jacke mit. Der Eintritt kostet wenige Euro und ist jeden Cent wert.
Direkt neben den Kasematten fuehrt ein Weg hinunter in das Petruss-Tal, eine ueberraschend gruene Oase mitten in der Stadt. Der Park entlang des Petrusse-Flusses ist perfekt fuer einen Spaziergang, und die Perspektive von unten auf die Festungsmauern und die Altstadt ist schlicht umwerfend. Von hier sieht man auch die Adolphe-Bruecke, das Wahrzeichen der Stadt. Die elegante Steinbrückenbogen aus dem fruehen 20. Jahrhundert ueberspannt das Petruss-Tal in 42 Metern Hoehe und verbindet die Altstadt mit dem Bahnhofsviertel. Besonders bei Nacht, wenn die Bruecke beleuchtet ist, ein fantastischer Anblick.
Auf der gegenueberliegenden Seite der Altstadt thront die Kathedrale Notre-Dame, ein Meisterwerk der Spaetgotik mit Renaissance-Elementen. Die Kathedrale beherbergt das Gnadenbild der 'Troesterin der Betruebten', der Schutzpatronin der Stadt. Das Innere ist ueberraschend elegant, mit wunderschoenen Glasfenstern und einer Krypta, die zum Nachdenken einlaedt. Der Eintritt ist frei.
Fuer eine Pause vom Sightseeing bietet sich der Stadtpark an. Dieser wunderschoen angelegte Park im englischen Stil liegt am Rande der Altstadt und ist der perfekte Ort fuer ein Picknick, einen Spaziergang oder einfach zum Durchatmen. Im Fruehling bluehen hier Tausende von Tulpen und Narzissen, im Sommer spenden die alten Baeume wohltuenden Schatten. Es gibt einen Kinderspielplatz, schoene Brunnen und oft auch kulturelle Veranstaltungen.
Was viele Besucher nicht wissen: Luxemburg-Stadt hat mit dem Stadtteil Grund ein voelliges verstecktes Juwel. Dieses ehemalige Handwerkerviertel liegt im Tal der Alzette, direkt unterhalb der Altstadt. Du erreichst es ueber einen Aufzug (kostenlos!), der von der Oberstadt 60 Meter in die Tiefe faehrt, oder ueber malerische Treppen. Unten findest du gemuetliche Restaurants, die ehemalige Abtei Neumuenster (heute Kulturzentrum), und eine Atmosphaere, die so gar nichts mit dem geschaeftigen Bankenviertel auf dem Kirchberg zu tun hat. Am Wochenende sitzen die Einheimischen in den kleinen Biergaerten am Flussufer -- das ist Luxemburg von seiner entspanntesten Seite.
Das Kirchberg-Plateau im Osten der Stadt ist dagegen das moderne Luxemburg: Hier stehen die EU-Institutionen, die Philharmonie (ein architektonisches Meisterwerk), das MUDAM (Museum fuer Moderne Kunst) und zahlreiche Banken in glaenzerenden Glastuermen. Der Kontrast zur mittelalterlichen Altstadt koennte nicht groesser sein, aber genau das macht den Reiz aus. Das MUDAM allein ist einen Besuch wert -- nicht nur wegen der Ausstellungen, sondern auch wegen des vom Star-Architekten I.M. Pei entworfenen Gebaeudes.
Mein persoenlicher Tipp fuer Luxemburg-Stadt: Nimm dir mindestens zwei volle Tage. Einen fuer die Altstadt, die Kasematten und das Petruss-Tal, einen zweiten fuer Grund, Kirchberg und die Museen. Und plane abends unbedingt einen Besuch im Viertel Clausen ein -- das ehemalige Brauerquartier hat sich zur Ausgehmeile gewandelt, mit Bars, Restaurants und im Sommer Open-Air-Events.
Muellerthal: Die Kleine Luxemburger Schweiz
Oestlich der Hauptstadt erstreckt sich das Muellerthal, eine Region, die selbst vielen Deutschen voellig unbekannt ist -- und die dich umhauen wird, wenn du Natur liebst. Die Landschaft erinnert an die Saechsische Schweiz in Miniatur: bizarre Sandsteinfelsen, moosbedeckte Schluchten, dichte Waelder und kristallklare Baeche.
Das Herzustueck der Region ist der Mullerthal Trail, ein 112 Kilometer langer Fernwanderweg, der in drei Routen (und zahlreiche Extratouren) unterteilt ist. Route 1 fuehrt durch die spektakulaersten Felsformationen: Du quetschst dich durch enge Felsspalten, kletterst ueber moosbewachsene Stufen und stehst ploetzlich vor Felsformationen, die wie von Riesenhand geformt wirken. Die 'Hohllay', eine riesige Felshoehle, und der 'Schiessentumpel', ein dreistufiger Wasserfall mit einer malerischen Steinbruecke, sind die bekanntesten Motive. Aber ehrlich gesagt: Fast jeder Kilometer des Trails hat sein eigenes Highlight.
Die Wanderwege sind hervorragend markiert und gepflegt -- wie man es in Luxemburg erwarten kann. Die Schwierigkeit ist moderat: Es gibt Hoehenunterschiede, aber nichts Alpines. Feste Wanderschuhe sind trotzdem Pflicht, denn die Felsen koennen feucht und rutschig sein. Im Muellerthal gibt es auch zahlreiche kuerzere Rundwege von zwei bis vier Stunden, perfekt fuer einen Tagesausflug von der Hauptstadt aus.
Die Orte Echternach, Berdorf, Consdorf und Beaufort sind gute Ausgangspunkte. Echternach, die aelteste Stadt Luxemburgs, ist besonders sehenswert: Die ehemalige Benediktinerabtei, die Basilika und die huebsche Altstadt lohnen einen Besuch. Und der Echternacher See ist im Sommer ein beliebtes Badeziel.
Fuer Kletterer gibt es an mehreren Stellen im Muellerthal offizielle Kletterfelsen. Und Mountainbiker finden ein ausgedehntes Netz an Trails, die durch die Felslandschaft fuehren. Die Region ist ein echtes Outdoor-Paradies, das in Europa seinesgleichen sucht -- und das auf so kleinem Raum.
Ardennen: Wild und urspruenglich
Der Norden Luxemburgs gehoert zu den Ardennen, jenem riesigen Mittelgebirge, das sich ueber Belgien, Luxemburg, Frankreich und Deutschland erstreckt. Die luxemburgischen Ardennen, auch 'Eisleck' genannt, sind die raueste und urspruenglichste Region des Landes. Dichte Waelder, tief eingeschnittene Flusstaeeler, einsame Hochplateaus und malerische Doerfer praeegen das Bild.
Die Hauptstadt der Region ist Ettelbrueck, ein freundliches Staedtchen, das als Tor zu den Ardennen gilt. Von hier erreichst du die wichtigsten Sehenswuerdigkeiten der Region bequem per Bus (kostenlos, wie immer). Das eigentliche Juwel der Ardennen ist aber Vianden -- dazu gleich mehr im Burgen-Kapitel.
Die Ardennen sind vor allem ein Paradies fuer Wanderer und Naturliebhaber. Der Eislek Trail fuehrt ueber 104 Kilometer durch die Hoehen und Taeler der Region, vorbei an Stauseen, durch Buchenwaelder und ueber Hochflaechen mit weitem Blick. Die Our, die Sauer und die Clerve haben tiefe Taeler in die Landschaft gegraben, die stellenweise fast schluchtenartig sind. Hier begegnet man mehr Rehen als Menschen.
Im Winter kann es in den Ardennen erstaunlich kalt und schneereich werden. Dann verwandelt sich die Region in eine stille, weiße Landschaft, die zum Langlaufen und Schneeschuhwandern einlaedt. In manchen Jahren liegt genuegend Schnee fuer Abfahrtski -- nicht vergleichbar mit den Alpen, aber fuer einen spontanen Skiausflug aus der Eifel durchaus ausreichend.
Ein besonderer Tipp: Die Region um Clervaux im aeussersten Norden ist UNESCO-Biosphaerenreservat. Hier findest du die einsamsten Ecken Luxemburgs, mit Waeldern, die noch fast urtypisch wirken. Die Natur-und-Geopark-Region Muellerthal-Ardennen bietet gefuehrte Wanderungen an, bei denen du viel ueber die Geologie, Flora und Fauna der Region lernst.
Fuer Geschichtsinteressierte: Die Ardennen waren im Winter 1944/45 Schauplatz der Ardennenoffensive, der letzten großen deutschen Offensive im Zweiten Weltkrieg. In Diekirch gibt es ein exzellentes Kriegsmuseum (Musee National d'Histoire Militaire), das die Ereignisse eindringlich dokumentiert. Auch in vielen Doerfern finden sich Gedenkstaetten und Spuren der Kaempfe. Ein bewegender Teil der Geschichte, der zur Region gehoert.
Moseltal: Wein, Genuss und mediterranes Flair
Die Ostgrenze Luxemburgs bildet die Mosel, und entlang des Flusses erstreckt sich eine Region, die so gar nicht zum Bild des nordeuropaeischen Luxemburg passen will. Steile Weinberge, sonnenverwoeente Haenge, charmante Winzerdoerfer und eine Lebenslust, die an Suedfrankreich erinnert -- willkommen im luxemburgischen Moseltal.
Die Mosel ist die Lebensader dieser Region. Auf einer Laenge von 36 Kilometern bildet sie die Grenze zu Deutschland, und die Weinbautradition reicht zurueck bis in die Roemerzeit. Luxemburgischer Wein ist in Deutschland erstaunlich wenig bekannt -- voellig zu Unrecht. Die Riesling, Auxerrois, Pinot Gris und Pinot Blanc von der luxemburgischen Mosel koennen sich mit den besten Tropfen der deutschen Moselseite messen. Und der Cremant de Luxembourg, nach traditioneller Flaschengaerung hergestellt, ist ein echtes Juwel: trocken, elegant, mit feiner Perlage -- und fuer einen Bruchteil des Champagnerpreises.
Die wichtigsten Weinorte sind Remich, Wormeldange, Ahn, Ehnen und Schengen. Ja, genau das Schengen -- der Ort, der dem Schengener Abkommen seinen Namen gab. Hier, an einem unscheinbaren Flussufer, wurde 1985 die Abschaffung der Grenzkontrollen in Europa beschlossen. Ein kleines Museum und eine Gedenkstaette erinnern daran. Es ist ein seltsam ergreifendes Erlebnis, an diesem Ort zu stehen und sich zu vergegenwaeretigen, was hier begann.
Die meisten Weingueter bieten Verkostungen an, oft ohne Voranmeldung. Besonders empfehlenswert sind die Caves Bernard-Massard in Grevenmacher (große Kellerei mit beeindruckenden Fuehrungen), die Domaine Vinsmoselle (Genossenschaft mit hervorragenden Weinen) und diverse kleinere Familienweingueter in den Doerfern entlang der Mosel. Im Herbst, zur Weinlese, ist die Stimmung besonders schoen -- dann finden ueberall Weinfeste statt.
Fuer Radfahrer ist das Moseltal ein Traum: Ein durchgehender, flacher Radweg fuehrt am Flussufer entlang, vorbei an Weinbergen und durch die Winzerdoerfer. Die Strecke von Schengen bis Wasserbillig (etwa 42 Kilometer) ist an einem Tag gut machbar und bietet zahllose Moeglichkeiten fuer Einkehr und Weinproben. E-Bikes kann man an mehreren Stationen mieten.
Die Mosel ist auch ein Paradies fuer Schiffsausflueege. Mehrere Anbieter fahren Rundfahrten zwischen Remich und Grevenmacher, teilweise mit Mittagessen und Weinverkostung an Bord. An warmen Sommertagen gibt es nichts Schoeneres, als mit einem Glas Cremant auf dem Sonnendeck zu sitzen und die Weinberge an sich vorbeiziehen zu lassen.
Terres Rouges: Industriegeschichte und Neuerfindung
Der Sueden Luxemburgs, die 'Terres Rouges' (Rote Laender), verdankt seinen Namen den eisenhaltigen Boeden, die hier ueber ein Jahrhundert lang die Grundlage einer maelchtigen Stahlindustrie waren. Esch-sur-Alzette, die zweitgroesste Stadt des Landes, war ein Zentrum der Stahlproduktion -- und erfindet sich seit dem Niedergang der Industrie voellig neu.
Das ehemalige Huettenwerk in Belval wurde in einen futuristischen Campus umgewandelt: Die Universitaet Luxemburg residiert hier zwischen rostenden Hochoefen und glaesernen Neubauten. Die Hochoefeen wurden als Industriedenkmaeler erhalten und nachts spektakulaer beleuchtet. Es ist einer der spannendsten Orte in ganz Luxemburg -- ein Ort, an dem Geschichte und Zukunft buchstaeblich nebeneinander stehen. Die Rockhal, ein großer Konzertsaal in einer ehemaligen Industriehalle, zieht internationale Acts an und ist eine der besten Live-Musik-Locations in der Großregion.
Fuer Mountainbiker bietet die Region ueberraschend gute Trails: Die ehemaligen Erzabbaugebiete, die sogenannten 'Minett Trails', fuehren durch eine fast mondaertige Landschaft aus roten Felsen und wiedergewonnener Natur. Es ist ein faszinierender Kontrast zu den gruenen Ardennen im Norden. Die Region ist auch Teil des UNESCO-Biosphaerenreservats 'Minett', das den Uebergang von Industrie- zu Naturlandschaft dokumentiert und schuetzt.
Kulinarisch ist Esch-sur-Alzette ueberraschend vielfaeltig: Die multikulturelle Bevoelkerung (ueber 120 Nationalitaeten) hat eine Restaurantszene hervorgebracht, die von italienisch ueber portugiesisch bis kapverdisch reicht. Hier isst man guenstiger als in der Hauptstadt und mindestens so gut.
Guttland: Sanfte Huegel und charmante Doerfer
Das Guttland im Zentrum und Westen des Landes ist die groesste und vielleicht am wenigsten besuchte Region -- und gerade deshalb besonders reizvoll. Sanft gewelltes Huegellland, fruchtbare Felder, ausgedehnte Waelder und verschlafene Doerfer mit Natursteinhaeusern praeegen das Bild.
Die Region ist ideal fuer entspanntes Radfahren: Ein dichtes Netz an Radwegen, teilweise auf ehemaligen Bahntrassen (die sogenannten 'Velo-Pisten'), durchzieht die Landschaft. Diese ehemaligen Bahntrassen sind asphaltiert, flach und autofrei -- perfekt fuer Familien und Genussradler. Die bekannteste ist die PC 12, die von Luxemburg-Stadt nach Petange fuehrt und dabei durch das gesamte Guttland verlaeuft.
Sehenswerte Orte im Guttland sind Mersch (mit einem huebschen Schloss und dem Naturpark Obersauer), Septfontaines (ein malerisches Dorf mit Burgruine) und Useldange (ebenfalls mit Burg). Die Region ist auch bekannt fuer ihre Gastronomie: Mehrere der besten Restaurants des Landes liegen versteckt in kleinen Guttland-Doerfern, wo man in umgebauten Bauernhoefen erstklassig diniert.
Fuer Familien bietet das Guttland zahlreiche Moeglichkeiten: Der Naturpark Obersauer mit seinem großen Stausee laedt zum Baden, Kanufahren und Angeln ein. Es gibt mehrere Bauernhoefe, die Ferienwohnungen und Erlebnisprogramme fuer Kinder anbieten. Und das Tempo des Lebens ist hier so entschleunigt, dass man schon nach einem Tag den Alltagsstress vergessen hat.
3. Burgen und Schloesser: Luxemburgs maerchenhafte Festungen
Fuer seine Groesse hat Luxemburg eine absurde Dichte an Burgen und Schloessern. Ueber 50 Burganlagen sind im ganzen Land verteilt, davon viele in bemerkenswert gutem Zustand. Das Grossherzogtum war im Mittelalter ein strategisch bedeutender Knotenpunkt, und jeder Huegel, jeder Felsvorsprung scheint eine Burg getragen zu haben. Hier sind die fuenf, die du auf keinen Fall verpassen solltest.
Burg Vianden: Das Kronjuwel
Die Burg Vianden ist nicht nur die bekannteste Burg Luxemburgs, sondern eine der groessten und schoensten feudalen Residenzen der romanischen und gotischen Aera in ganz Europa. Ja, das ist ein großer Anspruch -- aber wenn du auf der Straße von Diekirch her kommst und die Burg zum ersten Mal ploetzlich ueber den Baumwipfeln auftaucht, wirst du verstehen, warum.
Die Burg thront auf einem Felsvorsprung hoch ueber dem malerischen Staedtchen Vianden und dem Fluss Our. Die Anlage stammt aus dem 11. bis 14. Jahrhundert und wurde im 20. Jahrhundert aufwendig restauriert. Der Rundgang fuehrt durch gotische Saele, eine romanische Kapelle, den Rittersaal und den Wehrgang -- alles in hervorragendem Zustand. Die Ausstellung erklaert anschaulich das Leben auf einer mittelalterlichen Burg, und die Ausblicke vom Wehrgang ueber das Our-Tal sind atemberaubend.
Ein besonderer Tipp: Nimm den Sessellift von Vianden hinauf -- er fuehrt ueber die Burg hinweg und bietet eine vogelaugenhafte Perspektive auf die gesamte Anlage. Oben angekommen, kannst du ueber einen Wanderweg zur Burg hinuntergehen. Im Staedtchen Vianden selbst lohnt ein Besuch im Victor-Hugo-Museum: Der franzoesische Schriftsteller lebte waehrend seines Exils mehrere Monate hier und war von der Landschaft begeistert.
Vianden liegt nur 50 Kilometer noerdlich der Hauptstadt und ist per Bus erreichbar (kostenlos, natuerlich). Ein Tagesausflug ist leicht machbar, aber es lohnt sich, eine Nacht zu bleiben -- das Staedtchen ist am Abend, wenn die Tagestouristen weg sind, am schoensten. Es gibt mehrere charmante Hotels und Pensionen, und die Restaurants servieren hervorragende luxemburgische Kueche.
Burg Beaufort: Romantische Ruine trifft Renaissance
Beaufort bietet ein besonderes Doppelerlebnis: eine mittelalterliche Burgruine und ein direkt daneben liegendes Renaissance-Schloss. Die Ruine stammt aus dem 11. bis 14. Jahrhundert und ist in malerischem Zustand -- Efeu rankt ueber Mauerwerk, Baeume wachsen aus Tuermen, und die Atmosphaere ist puur Romantik. Die unterirdischen Kerkerkammern sind ueberraschend gut erhalten und geben einen (leicht unheimlichen) Einblick in die dunklere Seite des Mittelalters.
Das Renaissance-Schloss nebenan ist dagegen elegant und wohnlich. Es wurde im 17. Jahrhundert erbaut und beherbergt eine Sammlung historischer Moebelstucke und Kunstwerke. Besonderer Tipp: Im Schloss wird ein hauseigener Johannisbeerlikoer ('Cassero') hergestellt und angeboten -- unbedingt probieren!
Beaufort liegt am Rande des Muellerthals und eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt fuer Wanderungen. Die Kombination aus Burgbesichtigung am Vormittag und Muellerthal-Wanderung am Nachmittag ist ein perfekter Tagesplan.
Burg Bourscheid: Die Groesste des Landes
Bourscheid ist flaechenmaesissg die groesste Burganlage Luxemburgs und eine der groessten zwischen Rhein und Maas. Die Burg thront auf einem steilen Felssporn 150 Meter ueber der Sauer und bietet einen 360-Grad-Rundblick, der an klaren Tagen bis weit in die Ardennen reicht.
Die Anlage stammt aus dem 10. bis 14. Jahrhundert und besteht aus einer Ober- und einer Unterburg. Der Zustand ist bemerkenswert gut -- die Ringmauern, Tuerme und Wohngebaeude sind groesstenteils erhalten oder sorgfaeltig restauriert. Der Rundgang dauert etwa eine Stunde und fuehrt durch die verschiedenen Burgbereiche. Besonders beeindruckend ist der Wehrturm, von dem aus man die gesamte Anlage und das Sauertal ueberblickt.
Im Sommer finden auf Bourscheid regelmaessig Veranstaltungen statt: Mittelalterfeste, Konzerte, Theaterauffuehrungen. Abends, wenn die Burg angestrahlt wird und sich im Sauerwasser spiegelt, ist der Anblick schlicht magisch. Die Zufahrt ist nur per Auto oder Fahrrad moeglich, da der Bus nicht direkt zur Burg faehrt -- aber ein Spaziergang von der naechsten Bushaltestelle in Bourscheid-Moulin dauert etwa 30 Minuten bergauf und fuehrt durch huebschen Wald.
Burg Larochette: Verstecktes Juwel im Fels
Larochette (auf Luxemburgisch 'Fiels', also 'Fels' -- der Name ist Programm) ist eine weniger bekannte, aber aeusserst reizvolle Burgruine. Die Anlage klebt foermlich an einer steilen Felswand ueber dem gleichnamigen Staedtchen und besteht aus mehreren Gebaeuden, die auf verschiedenen Felsvorspruengen errichtet wurden.
Besonders sehenswert ist das 'Criechinger Haus', eines der besterhaltenen mittelalterlichen Wohnhaeuser Luxemburgs. Die Fresken und Kaminreste geben einen guten Eindruck davon, wie die Adligen hier lebten. Die Burg ist nicht so stark besucht wie Vianden oder Bourscheid, was ihr einen besonderen Reiz verleiht -- oft hat man die Ruine fast fuer sich allein.
Das Staedtchen Larochette selbst ist ein huebscher Ort mit Fachwerkhaeusern und Natursteinfassaden. Es liegt im Tal der Weißen Ernz und ist ein guter Ausgangspunkt fuer Wanderungen im Muellerthal. Die Verbindung nach Luxemburg-Stadt per Bus ist gut (und kostenlos).
Burg Clervaux und die 'Family of Man'
Clervaux im aeussersten Norden Luxemburgs beherbergt eine Burg, die fuer etwas ganz Besonderes bekannt ist: die Fotoausstellung 'The Family of Man'. Diese legendaere Ausstellung, zusammengestellt von Edward Steichen (einem gebueretigen Luxemburger!) fuer das Museum of Modern Art in New York, zeigt 503 Fotos von 273 Kuenstlern aus 68 Laendern -- ein Hymne auf die Menschheit in all ihren Facetten. Die Ausstellung ist seit 2003 UNESCO-Weltdokumentenerbe und allein die Reise nach Clervaux wert.
Die Burg selbst wurde im 12. Jahrhundert errichtet und im Zweiten Weltkrieg schwer beschaedigt (Clervaux lag direkt in der Schusslinie der Ardennenoffensive). Sie wurde sorgfaeltig wiederaufgebaut und beherbergt neben der Steichen-Ausstellung auch eine Ausstellung ueber die Ardennenoffensive und Modelle luxemburgischer Burgen.
Das Staedtchen Clervaux ist ueberraschend huebsch und ruhig. Die Benediktinerabtei Saint-Maurice oberhalb der Stadt feiert taeglich Gottesdienste mit gregorianischem Gesang -- ein meditativer, zeitlos schoener Moment, den man erlebt haben sollte, unabhaengig von der eigenen Religiosizaet. Die Abtei ist oeffentlich zugaenglich.
Von Clervaux aus fuehren zahlreiche Wanderwege in die umliegenden Ardennen. Die Gegend ist duenn besiedelt und aeusserst ruhig -- perfekt zum Abschalten. Die Anreise per Zug von Luxemburg-Stadt dauert etwa eine Stunde (und ist natuerlich kostenlos).
4. Wann nach Luxemburg? Die beste Reisezeit
Luxemburg liegt im Uebergangsbereich zwischen atlantischem und kontinentalem Klima. Das bedeutet: Die Sommer sind angenehm warm (aber selten heiß), die Winter mild (aber gelegentlich eisig), und Regen kann jederzeit fallen. Generell ist das Klima dem der Eifel oder des Saarlandes sehr aehnlich -- wenn du aus dem deutschsprachigen Raum kommst, wirst du keine klimatischen Ueberraschungen erleben.
Fruehling (April bis Mai)
Der Fruehling ist eine wunderbare Reisezeit fuer Luxemburg. Die Temperaturen liegen zwischen 10 und 18 Grad, die Natur explodiert foermlich (der Stadtpark in Luxemburg-Stadt ist ein einziges Bluetenmeer), und die Touristenmassen sind noch ueberschaubar. Besonders die Obstbluete im Moseltal ist ein Erlebnis. Einziger Nachteil: Das Wetter kann launisch sein, und Regentage sind keine Seltenheit. Pack eine Regenjacke ein.
Sommer (Juni bis August)
Die Hauptsaison, und das aus gutem Grund. Die Temperaturen liegen bei angenehmen 20 bis 25 Grad (selten ueber 30), die Tage sind lang, und das kulturelle Programm ist voll. Luxemburg-Stadt hat ein pulsierendes Nachtleben mit Open-Air-Events, die Burgen bieten Sommerveranstaltungen, und die Mosel laedt zum Baden und Bootfahren ein. Nachteile: Die Preise sind hoeher, beliebte Sehenswuerdigkeiten sind voller, und Unterkuenfte sollten im Voraus gebucht werden. Das Nationalfeiertag am 23. Juni (offiziell der Geburtstag des Großherzogs, egal wann er wirklich geboren ist) ist ein Highlight: Am Vorabend wird in der gesamten Stadt gefeiert, mit Feuerwerk, Konzerten und Partys.
Herbst (September bis Oktober)
Meine persoenliche Lieblingszeit. Die Temperaturen sind noch angenehm (12 bis 20 Grad), die Waelder verfaerben sich in spektakulaere Herbstfarben, und im Moseltal beginnt die Weinlese. Die Weinfeste in den Moseldoerfern sind ein Erlebnis: frischer Federweisser, gegrillte Wurst, Livemusik und eine ausgelassene Stimmung. Und die Burg Vianden, umgeben von goldenem Herbstlaub, ist schlicht maerchenhaft. Auch die Wanderbedingungen sind im Herbst ideal: nicht zu heiß, nicht zu kalt, und die Luft ist klar.
Winter (November bis Maerz)
Luxemburg im Winter ist kein klassisches Reiseziel, aber es hat seinen Reiz. Der Weihnachtsmarkt in Luxemburg-Stadt (auf der Place d'Armes und der Place de la Constitution) ist wunderschoen und deutlich gemuetlicher als die deutschen Megamaerkte in Koeln oder Nuernberg. Gluehwein, gebrannte Mandeln, Handwerkskunst -- und das alles vor der Kulisse der beleuchteten Altstadt. Die Ardennen koennen im Winter erstaunlich verschneit sein. Die Museen und Kasematten sind auch im Winter geoeffnet (die Kasematten allerdings mit eingeschraenkten Zeiten). Nachteile: Kurze Tage, Kaelte, und manche Sehenswuerdigkeiten (besonders Burgruinen) haben eingeschraenkte Oeffnungszeiten.
Wichtige Feste und Events
- Echternacher Springprozession (Pfingstdienstag): UNESCO-Kulturerbe, eine tanzende Prozession durch Echternach -- einzigartig in Europa
- Nationalfeiertag (23. Juni): Groesste Party des Jahres, Vorabendfeier in Luxemburg-Stadt
- Schueberfouer (Ende August bis September): Riesiges Volksfest in Luxemburg-Stadt, aehnlich der Stuttgarter Wasen, seit 1340
- Mosel-Weinfeste (September/Oktober): Weinlese-Feste in den Moseldoerfern
- Winterlights (November bis Januar): Weihnachtsmaerkte und Lichtinstallationen in der Hauptstadt
- Buergbrennen (erster Sonntag nach Fasching): Traditionelles Fruehlingsfeuerfest, ueberall im Land
5. Anreise: Wie kommt man nach Luxemburg?
Die Anreise nach Luxemburg ist fuer deutschsprachige Reisende denkbar einfach. Hier sind alle Optionen im Detail.
Mit dem Auto
Fuer die meisten deutschen Reisenden ist das Auto die naheliegendste Option. Luxemburg ist ueber ein hervorragendes Autobahnnetz angebunden:
- Von Frankfurt am Main: Ueber A3 Richtung Koeln, dann A48 nach Trier, weiter ueber A64 und A1 nach Luxemburg-Stadt. Circa 280 Kilometer, etwa 3 Stunden.
- Von Koeln: Ueber A1 nach Blankenheim, weiter ueber A60 und A1 nach Luxemburg. Circa 230 Kilometer, etwa 2,5 Stunden.
- Von Saarbruecken: Ueber A620 und A13 nach Luxemburg. Circa 100 Kilometer, etwa 1,5 Stunden.
- Von Trier: Ueber A64 und A1 nach Luxemburg-Stadt. Circa 50 Kilometer, etwa 40 Minuten.
- Von Stuttgart: Ueber A8 und A6 nach Saarbruecken, dann weiter wie oben. Circa 350 Kilometer, etwa 3,5 Stunden.
- Von Muenchen: Ueber A8, A5 und A6 nach Saarbruecken, dann weiter. Circa 550 Kilometer, etwa 5 Stunden.
Wichtig fuer Autofahrer: In Luxemburg gibt es keine Maut und keine Vignettenpflicht. Die Autobahnen sind kostenlos und in gutem Zustand. Die Hoechstgeschwindigkeit auf Autobahnen betraegt 130 km/h (bei Regen 110 km/h), auf Landstraßen 90 km/h, in Ortschaften 50 km/h. Blitzer sind haeufig und die Bußgelder saftig -- halte dich an die Limits.
Und ja, der obligatorische Hinweis: Tanken in Luxemburg ist deutlich guenstiger als in Deutschland. Ein Liter Diesel kostet typischerweise 15 bis 25 Cent weniger, bei Super sind es aehnliche Unterschiede. Wenn du aus der Eifel, dem Saarland oder dem Rheinland kommst, kennst du das Spiel -- aber fuer Sueddeutsche ist der Preisunterschied eine angenehme Ueberraschung. Gleiches gilt fuer Tabakwaren: Eine Stange Zigaretten ist in Luxemburg 20 bis 30 Euro guenstiger als in Deutschland. Die Tankstellen an der Grenze (besonders an der A1 bei Wasserbillig und an der A3 bei Frisange) sind aus gutem Grund immer voll mit deutschen Kennzeichen.
Parken in Luxemburg-Stadt kann eine Herausforderung sein. Die Altstadt ist weitgehend autofrei, und die Parkhaeuser sind teuer (2-3 Euro pro Stunde). Mein Tipp: Park am Glacis (großer Parkplatz am Stadtrand, kostenlos am Wochenende) oder am Park-and-Ride Bouillon und nimm die Tram oder den Bus in die Stadt -- ist ja kostenlos. Am Wochenende und feiertags ist das Parken in vielen Bereichen der Stadt kostenlos oder guenstiger.
Mit der Bahn
Die Bahnanbindung Luxemburgs ist gut, und die Reise per Zug hat einen entscheidenden Vorteil: Sobald du die luxemburgische Grenze ueberquerst, faehrst du kostenlos weiter. Egal ob du aus Trier, Metz oder Bruessel kommst -- ab der Grenze gilt der kostenlose Nahverkehr.
- Von Trier: Direkter Regionalzug (RE), Fahrzeit etwa 50 Minuten, stuendlich. Der luxemburgische Streckenanteil ist kostenlos, fuer den deutschen Teil brauchst du ein Ticket (oder ein Abo wie das Deutschlandticket).
- Von Koblenz: Umsteigen in Trier, Gesamtfahrzeit etwa 2,5 Stunden.
- Von Koeln: Ueber Koblenz und Trier, circa 4 Stunden mit Umsteigen. Oder ICE nach Bruessel und dort umsteigen -- manchmal schneller, aber teurer.
- Von Frankfurt: Keine Direktverbindung, Umsteigen in Koblenz oder Trier, circa 4 Stunden.
- Von Paris: TGV-Direktverbindung, nur 2 Stunden 10 Minuten. Sehr komfortabel.
- Von Bruessel: IC-Direktzug, circa 3 Stunden.
Der Bahnhof Luxemburg-Stadt (Gare Centrale) liegt zentral und ist mit dem Stadtzentrum ueber die Adolphe-Bruecke verbunden. Von der Gare faehrt die Tram direkt zum Kirchberg und zu den EU-Institutionen. Alle innerstaedetischen Anschluesse sind kostenlos.
Mit dem Flugzeug
Der Flughafen Luxemburg-Findel (LUX) liegt nur 6 Kilometer oestlich der Innenstadt. Er ist klein, aber fein -- kurze Wege, kein Chaos. Luxair, die nationale Fluggesellschaft, bedient zahlreiche europaeische Ziele, darunter Muenchen, Berlin, Hamburg und Wien. Auch Ryanair fliegt einige Strecken ab Luxemburg.
Vom Flughafen in die Stadt: Bus Linie 29 oder 16, Fahrzeit 20-25 Minuten, kostenlos. Alternativ Taxi fuer etwa 20-30 Euro, oder der neue Tram-Anschluss, der seit 2024 den Flughafen direkt mit dem Stadtzentrum verbindet -- natuerlich ebenfalls kostenlos.
Fuer viele deutsche Reisende ist der Flughafen Frankfurt-Hahn (HHN) eine Alternative: Er liegt in der Eifel, etwa 90 Minuten von Luxemburg entfernt, und wird von Ryanair bedient. Die Mietwagen-Preise dort sind guenstig, und du kannst den Besuch in Luxemburg mit einem Eifel-Trip verbinden.
Mit dem Fernbus
Flixbus und Eurolines bedienen Luxemburg von zahlreichen deutschen Staedten. Die Preise sind guenstig (oft unter 20 Euro von Koeln oder Frankfurt), die Fahrzeit allerdings laenger als mit dem Auto oder der Bahn. Der Busbahnhof liegt neben dem Hauptbahnhof.
6. Unterwegs in Luxemburg: Mobiliaet im Grossherzogtum
Jetzt kommt der Teil, der Luxemburg fuer Reisende so einzigartig macht: der komplett kostenlose oeffentliche Nahverkehr. Lass mich das im Detail erklaeren.
Kostenloser oeffentlicher Nahverkehr (OEPNV)
Seit dem 1. Maerz 2020 sind alle oeffentlichen Verkehrsmittel in Luxemburg in der zweiten Klasse kostenlos. Das betrifft:
- Alle Busse: Stadtbusse in Luxemburg-Stadt, Regionalbusse im ganzen Land
- Alle Zuege: CFL-Regionalzuege auf allen Strecken innerhalb Luxemburgs
- Die Tram: Die Straßenbahn in Luxemburg-Stadt
Du brauchst kein Ticket, keine App, keine Registrierung. Du steigst einfach ein und faehrst. Punkt. Es gibt keine Kontrollen in der zweiten Klasse (weil es nichts zu kontrollieren gibt). Wenn du erste Klasse im Zug fahren moechtest, brauchst du ein Upgrade-Ticket, aber ehrlich gesagt: Die zweite Klasse ist voellig komfortabel.
Fuer Touristen ist das ein Game-Changer. Du kannst spontan jeden Winkel des Landes per Bus und Bahn erkunden, ohne vorher Tickets kaufen, Automaten studieren oder Tarife vergleichen zu muessen. Das spart nicht nur Geld, sondern auch eine Menge Zeit und Nerven.
Die Tram in Luxemburg-Stadt
Die Tram (Luxtram) ist das Rueckgrat des oeffentlichen Nahverkehrs in der Hauptstadt. Die Linie verbindet den Hauptbahnhof (Gare Centrale) ueber die Altstadt und den Kirchberg mit dem Flughafen und weiteren Vierteln. Die Trams sind modern, geraeuumig und fahren in kurzen Takten (alle 3-5 Minuten in der Hauptverkehrszeit). Natuerlich kostenlos.
Zuege
Das Zugnetz der CFL (Societe Nationale des Chemins de Fer Luxembourgeois) ist klein, aber effizient. Die wichtigsten Strecken:
- Luxemburg -- Ettelbrueck -- Clervaux -- Troisvierges: Die Nordstrecke durch die Ardennen
- Luxemburg -- Mersch -- Ettelbrueck: Durch das Guttland
- Luxemburg -- Wasserbillig: Richtung deutsche Grenze
- Luxemburg -- Esch-sur-Alzette -- Petange: In den Sueden
Die Zuege fahren in der Regel stuendlich oder halbstuendlich, sind sauber und puenktlich. Fuer die Mosel-Region und das Muellerthal brauchst du allerdings den Bus, da es dort keine Bahnstrecken gibt.
Busse
Das Busnetz ist engmaschig und deckt auch abgelegene Doerfer ab. Die RGTR-Regionalbusse sind das Mittel der Wahl fuer Ausflüge ins Muellerthal, ins Moseltal und zu den Burgen. Die Busse sind modern und fahren in der Regel stuendlich, auf Hauptstrecken haeufiger. An Sonn- und Feiertagen ist der Takt ausgeduennt -- plane entsprechend.
Die App 'Mobiliteit.lu' (auch als Website verfuegbar) ist dein bester Freund fuer die Planung. Sie zeigt alle Verbindungen in Echtzeit, inklusive Bushaltsestellen, Verspaetungen und Alternativen. Funktioniert tadellos und ist auch auf Deutsch verfuegbar.
Taxis
Taxis sind in Luxemburg relativ teuer: Die Grundgebuehr liegt bei etwa 2,50 Euro, der Kilometerpreis bei 2-3 Euro. Eine Fahrt vom Flughafen ins Stadtzentrum kostet 20-30 Euro. Taxis findest du an den ueblichen Staenden (Bahnhof, Flughafen, zentrale Plaetze) oder bestellst sie per App (Webtaxi ist die lokale Variante). Angesichts des kostenlosen OEPNV brauchst du Taxis eigentlich nur nachts oder in Ausnahmefaellen.
Fahrrad und E-Bike
Luxemburg investiert stark in die Radinfrastruktur. Das Netz an 'Velo-Pisten' (ehemalige Bahntrassen, asphaltiert und autofrei) waeechst stetig. In Luxemburg-Stadt gibt es das Leihfahrrad-System 'vel'oh!' mit Stationen ueberall in der Stadt. Die Registrierung kostet 1 Euro pro Tag, die erste halbe Stunde jeder Fahrt ist gratis. E-Bikes kann man an verschiedenen Stellen mieten, besonders im Muellerthal und an der Mosel.
Fuer laengere Radtouren sind die nationalen Radwanderwege hervorragend: der Mosel-Radweg (PC 3), der Sauer-Radweg und die zahlreichen Velo-Pisten durchs Guttland sind alle gut ausgebaut und beschildert. Luxemburg ist ein Fahrrad-Paradies, das noch als Geheimtipp gilt.
Mietwagen
Fuer die meisten Luxemburg-Reisen brauchst du kein Auto, dank des kostenlosen OEPNV. Wenn du allerdings abgelegene Burgen (wie Bourscheid), entlegene Ardennen-Doerfer oder mehrere Mosel-Weingueter an einem Tag besuchen willst, kann ein Mietwagen praktisch sein. Die ueblichen Anbieter (Sixt, Europcar, Hertz) haben Stationen am Flughafen und in der Stadt. Die Preise sind vergleichbar mit Deutschland. Achtung: Parken in der Hauptstadt ist teuer und begrenzt -- nutze Park-and-Ride.
7. Kulturknigge: So verhaeeltst du dich richtig in Luxemburg
Luxemburg ist ein weltoffenes, hoefliches und unkompliziertes Land. Als deutschsprachiger Reisender wirst du dich sofort wohlfuehlen. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die gut zu wissen sind.
Sprache: Drei Amtssprachen und ein Dialekt
Luxemburg hat drei offizielle Sprachen: Luxemburgisch (Letzebuergisch), Franzoesisch und Deutsch. In der Praxis sieht das so aus:
- Luxemburgisch ist die Sprache des Alltags, der Familie, des Smalltalks. Es ist eine moselfraenkische Sprache, eng verwandt mit den deutschen Dialekten der Eifel und des Saarlandes, aber mit starken franzoesischen Einfluss. Fuer Deutschsprachige klingt es vertraut, aber nicht voellig verstaendlich -- aehnlich wie Schweizerdeutsch.
- Franzoesisch ist die Sprache der Verwaltung, der Gesetze und des oeffentlichen Lebens. Speisekarten, Straßenschilder und offizielle Dokumente sind oft auf Franzoesisch.
- Deutsch ist die Sprache der Medien (viele Luxemburger lesen deutsche Zeitungen und schauen deutsches Fernsehen) und wird ueberall verstanden und gesprochen.
Fuer dich als deutschsprachigen Reisenden bedeutet das: Du kannst ueberall Deutsch sprechen. In Restaurants, Hotels, Geschaeften und Museen wirst du auf Deutsch bedient. Wenn du ein 'Moien' (Guten Tag) oder 'Merci' einstreust, freuen sich die Luxemburger, aber es wird nicht erwartet. Englisch funktioniert natuerlich auch, besonders bei juengeren Luxemburgern und den vielen internationalen Bewohnern.
Ein wichtiger kultureller Punkt: Luxemburger identifizieren sich stark mit ihrer eigenen Sprache und Kultur. Sie sind weder Deutsche noch Franzosen und moegen es nicht, als solche bezeichnet zu werden. Luxemburg ist ein eigenstaendiges Land mit einer eigenstaendigen Identitaet -- respektiere das. Sag nie 'Das ist ja wie in Deutschland', auch wenn vieles vertraut wirkt.
Umgangsformen und Etikette
Luxemburger sind hoeflich, freundlich und etwas reservierter als beispielsweise Sueddeutsche oder Oesterreicher. Bei der Begruessung gibt man sich die Hand. Unter Freunden sind drei Kuesschen auf die Wangen ueblich (links-rechts-links), aber als Tourist wird das nicht von dir erwartet. Ein freundliches 'Moien' oder 'Bonjour' beim Betreten eines Geschaefts oder Restaurants ist Standard -- einfach wortlos eintreten wirkt unhoeflich.
Puenktlichkeit wird geschaetzt, aber nicht so verbissen wie in Deutschland oder der Schweiz. Fuer ein Treffen um 15 Uhr ist es voellig okay, um 15:05 da zu sein. In Restaurants erwartet man nicht, dass du dich selbst setzt -- warte am Eingang, bis dir ein Tisch zugewiesen wird (zumindest in gehobenen Lokalen).
Trinkgeld
In Luxemburg ist der Service im Restaurantpreis enthalten (service compris). Trinkgeld ist also nicht obligatorisch, aber ueblich und willkommen. Die Praxis ist aehnlich wie in Deutschland: Runde den Betrag auf oder gib 5-10 Prozent bei zufriedenstellendem Service. Bei einem Kaffee in einem Café rundet man einfach auf den naechsten Euro auf. In Bars laeosst man das Kleingeld liegen. In gehobenen Restaurants sind 10 Prozent angemessen, wenn der Service hervorragend war.
Was man vermeiden sollte
- Luxemburg als 'kleines Deutschland' oder 'kleines Frankreich' bezeichnen: Das kommt nicht gut an. Luxemburg ist Luxemburg.
- Nur ueber Banken und Geld reden: Ja, Luxemburg ist ein Finanzplatz, aber die Luxemburger definieren sich nicht darueber. Es ist, als wuerde man einen Muenchner nur auf Oktoberfest reduzieren.
- Laut und aufdringlich sein: Luxemburg ist ein ruhiges Land. In Restaurants und oeffentlichen Verkehrsmitteln wird leise gesprochen. Deutsche Lautstaerke kann irritieren.
- Abfall auf die Straße werfen: Luxemburg ist extrem sauber, und die Luxemburger sind stolz darauf. Littering wird nicht toleriert und kann zu Bußgeldern fuehren.
- Ueber das Steuersystem witzeln: Die alten 'Steueroase'-Witze sind nicht mehr zeitgemaess und werden als beleidigend empfunden. Luxemburg hat seine Finanzgesetzgebung in den letzten Jahren stark reformiert.
Feiertage und Geschaeftszeiten
Luxemburg hat 11 gesetzliche Feiertage, darunter den Nationalfeiertag am 23. Juni und den Europatag am 9. Mai. An Feiertagen ist fast alles geschlossen, auch Supermaerkte. Regulaere Geschaeftszeiten sind Montag bis Samstag 9-18 Uhr, Supermaerkte oft bis 20 Uhr. Sonntags ist grundsaetzlich geschlossen, mit Ausnahme einiger Tankstellen und Geschaefte im Bahnhofsviertel. Restaurants haben oft montags Ruhetag.
8. Sicherheit: Eines der sichersten Laender Europas
Luxemburg ist extrem sicher. Ich schreibe das nicht als Floskel, sondern als Tatsache. Die Kriminalitaetsrate ist eine der niedrigsten in Europa, und Gewaltverbrechen gegen Touristen sind praktisch unbekannt. Aber natuerlich gibt es ein paar Dinge zu beachten.
Allgemeine Sicherheit
Die Straßen von Luxemburg-Stadt sind Tag und Nacht sicher. Der Stadtteil Gare (rund um den Hauptbahnhof) hat einen etwas raueren Ruf als die Altstadt, aber auch hier bewegt man sich ohne Probleme. In laendlichen Gebieten ist Kriminalitaet praktisch nicht existent.
Taschendiebstahl kann in touristischen Hotspots vorkommen (Kasematten, Place d'Armes, Weihnachtsmarkt), ist aber selten. Die ueblichen Vorsichtsmaßnahmen genuegen: Wertsachen nicht offen tragen, Handtasche geschlossen halten, groessere Bargeldmengen vermeiden.
Notfaelle
Die Notrufnummern sind 112 (Rettungsdienst/Feuerwehr) und 113 (Polizei). Die Polizei in Luxemburg ist hoeflich und spricht Deutsch, Franzoesisch und oft auch Englisch. Die Krankenhaeuser sind auf hoechstem Niveau -- das Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL) und das Hopital Kirchberg gehoeren zu den besten Kliniken der Region.
Natur und Wetter
In den Ardennen und im Muellerthal koennen Wanderwege bei Regen rutschig werden. Feste Wanderschuhe sind Pflicht. Im Winter kann es auf Straßen und Wegen glatt werden, besonders in den hoeheren Lagen der Ardennen. Bei Gewitter sollte man offene Felsformationen im Muellerthal meiden. Die Sauer und die Alzette koennen nach starken Regenfaellen Hochwasser fuehren -- die Behoerrden warnen rechtzeitig.
Autofahren
Die Straßen sind in hervorragendem Zustand. Die Promillegrenze liegt bei 0,5 (fuer Fahranfaenger 0,2). Blitzer sind haeufig, und die Bußgelder sind deutlich hoeher als in Deutschland: 25 km/h zu schnell innerorts kostet schnell 145 Euro oder mehr. Handynutzung am Steuer wird mit 250 Euro bestraft. Luxemburg hat eine relativ hohe Unfallrate im europaeischen Vergleich, was an der hohen Verkehrsdichte und den vielen Grenzpendler liegt -- fahr also besonders aufmerksam, vor allem in der Rushhour zwischen 7 und 9 sowie 16 und 19 Uhr.
9. Gesundheit: Medizinische Versorgung auf Top-Niveau
Die medizinische Versorgung in Luxemburg gehoert zu den besten der Welt. Fuer deutschsprachige Reisende aus EU-Laendern ist die Gesundheitsversorgung unkompliziert.
Europaeische Krankenversicherungskarte (EHIC)
Als EU-Buerger (also auch als Deutscher, Oesterreicher oder -- mit Einschraenkungen -- Schweizer) reicht die Europaeische Krankenversicherungskarte (EHIC), die auf der Rueckseite deiner deutschen Gesundheitskarte aufgedruckt ist. Damit hast du Anspruch auf medizinische Notversorgung zu den gleichen Bedingungen wie luxemburgische Staatsangehoerige. Die Abrechnung erfolgt ueber deine Krankenkasse.
Trotzdem empfehle ich eine Auslandsreisekrankenversicherung, die es fuer wenige Euro pro Jahr gibt. Sie deckt Kosten ab, die die EHIC nicht uebernimmt, etwa den Ruecktransport nach Deutschland bei schwerer Erkrankung.
Aerzte und Apotheken
In Luxemburg-Stadt und den groesseren Orten gibt es zahlreiche Aerzte und Fachaerrzte. Viele sprechen Deutsch. Apotheken (Pharmacies) erkennst du am gruenen Kreuz. Sie sind gut sortiert und haben in der Regel Montag bis Freitag 8-18 Uhr geoeffnet. Eine Notapotheke hat auch nachts und am Wochenende geoeffnet -- die aktuelle Adresse findest du unter pharmacies.lu oder in jeder Apothekenauslage.
Besondere Hinweise
Es gibt keine besonderen Gesundheitsrisiken in Luxemburg. Das Leitungswasser ist ueberall trinkbar und von hervorragender Qualitaet. Zecken koennen in den Waeldern vorkommen (besonders im Muellerthal und den Ardennen) -- die ueblichen Vorsichtsmaßnahmen gelten: lange Kleidung beim Wandern, Koerper nach der Wanderung absuchen. FSME-Impfung ist fuer Luxemburg nicht generell empfohlen, aber ein guter Zeckenschutz schadet nie. Sonnenschutz im Sommer ist ratsam, auch wenn Luxemburg nicht gerade als Sonnenziel bekannt ist -- unterschaetze die UV-Strahlung nicht.
10. Geld und Budget: Was kostet Luxemburg?
Luxemburg ist kein Billigreiseziel, aber auch kein Schweiz-Level. Die Lebenshaltungskosten sind hoeher als in Deutschland, aber der kostenlose Nahverkehr gleicht vieles aus. Hier ein realistischer Ueberblick.
Waehrung und Zahlungsmittel
Luxemburg verwendet den Euro. Fuer deutschsprachige Reisende aus Deutschland und Oesterreich also keinerlei Umrechnung noetig. Schweizer Gaeste sollten am besten am Automaten Euro abheben (Wechselkurse sind in der Regel besser als in Wechselstuben). Kredit- und Debitkarten werden fast ueberall akzeptiert -- auch kleinere Betraege kann man problemlos mit Karte zahlen. Kontaktloses Bezahlen (NFC) ist weit verbreitet. Bargeld brauchst du trotzdem fuer Wochenmaerkte, kleinere Cafés und manche Parkautomaten.
Typische Preise
- Kaffee im Café: 2,50-4,00 Euro
- Bier (0,5l) in der Bar: 4,00-6,00 Euro
- Mittagsmenü im Restaurant: 12,00-18,00 Euro (Plat du Jour)
- Abendessen fuer zwei (mittleres Niveau): 60,00-100,00 Euro
- Hotelzimmer (Mittelklasse): 100,00-180,00 Euro pro Nacht
- Hostel-Bett: 25,00-40,00 Euro pro Nacht
- Ferienwohnung: 70,00-150,00 Euro pro Nacht
- Oeffentlicher Nahverkehr: 0,00 Euro (gratis!)
- Eintritt Bock-Kasematten: 8,00 Euro (Erwachsene)
- Eintritt Burg Vianden: 10,00 Euro (Erwachsene)
- Museumseintritt (durchschnittlich): 5,00-12,00 Euro
- Benzin (Diesel, pro Liter): 1,30-1,50 Euro
Budget-Kategorien
Budget-Reisender (40-70 Euro pro Tag): Hostel oder Jugendherberge, Supermarkt-Picknick zum Mittag, ein guenstiges Abendessen, kostenlose Sehenswuerdigkeiten und Natur, kostenloser Transport. Machbar, aber du musst planen.
Mittelklasse-Reisender (100-180 Euro pro Tag): Mittelklassehotel, Mittagsmenü im Restaurant, Abendessen in einem guten Lokal, Museumseintritt, ein Glas Wein hier und da. Komfortabel und realistisch fuer die meisten Reisenden.
Luxus-Reisender (250+ Euro pro Tag): Boutique-Hotel oder 5-Sterne-Haus, Sternerestaurant am Abend, private Weinfuehrungen, Spa. Luxemburg hat dafuer hervorragende Adressen, aber das Budget steigt schnell.
Spartipps
- Luxembourg Card: Fuer 1, 2 oder 3 Tage (13/20/28 Euro) bietet sie freien Eintritt zu ueber 70 Museen und Sehenswuerdigkeiten plus kostenlose oeffentliche Verkehrsmittel (die sowieso gratis sind). Lohnt sich, wenn du mehrere kostenpflichtige Attraktionen besuchst.
- Supermaerkte: Cactus, Delhaize und Auchan bieten gute Qualitaet zu vernuenftigen Preisen. Ein Picknick im Park ist eine hervorragende Budget-Option.
- Mittagsmenü: Viele Restaurants bieten ein 'Plat du Jour' (Tagesgericht) fuer 10-15 Euro an -- deutlich guenstiger als die Abendkarte.
- Kostenlose Museen: Mehrere Museen haben an bestimmten Tagen freien Eintritt. Das MNHA (Nationalmuseum fuer Geschichte und Kunst) ist donnerstags ab 17 Uhr kostenlos.
11. Reiserouten: 7, 10, 14 und 21 Tage Luxemburg
Jetzt wird es konkret. Hier sind detaillierte Reiserouten fuer verschiedene Zeitbudgets. Alle basieren auf meinen eigenen Erfahrungen und sind mit oeffentlichen Verkehrsmitteln (kostenlos!) machbar, sofern nicht anders angegeben.
7 Tage: Das Luxemburg-Kompaktprogramm
Tag 1: Ankunft und Luxemburg-Stadt, Teil 1
Anreise und Einchecken im Hotel. Nachmittags ein erster Spaziergang durch die Luxemburger Altstadt: Starte an der Place Guillaume II (Knuedler), bewundere das Rathaus, schlendere durch die Fussgaengerzone zur Kathedrale Notre-Dame. Weiter zum Verfassungsplatz (Place de la Constitution) mit der 'Gelle Fra' (Goldene Frau), dem Denkmal, das seit 1923 an die Kriegsopfer erinnert. Von hier hast du einen großartigen Blick auf das Petruss-Tal und die Adolphe-Bruecke. Abendessen in einem Restaurant in der Altstadt -- probiere etwas Luxemburgisches wie Bouneschlupp oder Kniddelen.
Tag 2: Luxemburg-Stadt, Teil 2
Vormittags die Bock-Kasematten besichtigen (oeffnet um 10 Uhr, komm frueh, um Gruppen zu vermeiden). Anschließend ein Spaziergang entlang des Chemin de la Corniche, dem 'schoensten Balkon Europas', mit Blick auf den Stadtteil Grund und das Alzettetal. Nimm den Aufzug hinunter nach Grund und genieße ein Mittagessen am Flussufer. Nachmittags mit der Tram (kostenlos) zum Kirchberg: MUDAM (Museum fuer Moderne Kunst) oder die Philharmonie von außen bewundern. Abends Spaziergang durch den Stadtpark und Drink im Viertel Clausen.
Tag 3: Muellerthal -- die Kleine Luxemburger Schweiz
Frueh aufstehen, Bus nach Echternach (ca. 45 Minuten, kostenlos). Vormittags die Altstadt und die Basilika besichtigen. Dann Wanderung auf dem Mullerthal Trail Route 2 ab Echternach: Wolfschlucht, Hohllay und spektakulaere Felsformationen. Die Wanderung dauert 4-5 Stunden (moderat). Alternativ kuerzere Route (2-3 Stunden) ueber den Gorge du Loup. Mittagessen in einem der Wandergasthoefe. Abends zurueck nach Luxemburg-Stadt.
Tag 4: Burg Vianden und Ardennen
Zug nach Ettelbrueck (30 Minuten, kostenlos), dann Bus nach Vianden (25 Minuten, kostenlos). Vormittags die Burg Vianden besichtigen (plane 1,5-2 Stunden ein). Sessellift nehmen fuer den Panoramablick. Mittagessen im Staedtchen Vianden (probiere die Forelle aus der Our). Nachmittags Spaziergang entlang der Our, Victor-Hugo-Museum besuchen. Rueckfahrt am Abend.
Tag 5: Moseltal und Wein
Bus nach Remich oder Grevenmacher (ca. 1 Stunde, kostenlos). Weinverkostung bei einem der Weingueter (Caves Bernard-Massard, Domaine Vinsmoselle oder ein kleines Familienweingut). Mittagessen in einem Winzerrestaurant. Nachmittags Fahrt nach Schengen: Gedenkstaette des Schengener Abkommens besuchen, durch das Dorf bummeln. Wer mag, nimmt ein Schiff zurueck nach Remich. Abends gemuetliches Abendessen mit Moselwein.
Tag 6: Burg Beaufort und Muellerthal, Teil 2
Bus nach Beaufort. Vormittags die Burgruine und das Renaissance-Schloss besichtigen (inklusive Likoerverkostung). Dann Wanderung zum Schiessentumpel-Wasserfall (ca. 1 Stunde einfach) -- eines der fotogensten Motive Luxemburgs. Mittagessen in Berdorf oder Consdorf. Nachmittags entspanntes Wandern durch die Felsenlandschaft. Abends zurueck in die Hauptstadt.
Tag 7: Letzter Tag und Abreise
Vormittags: Was du noch nicht gesehen hast -- vielleicht den Grossherzoglichen Palast von außen (oder von innen, falls Sommeroeffnung), den Fischmarkt, die Abtei Neumuenster in Grund. Letzte Einkaufe in der Fussgaengerzone. Mittagessen in einem Lieblingsrestaurant. Nachmittags Abreise -- oder noch einen Spaziergang im Stadtpark, falls Zeit ist.
10 Tage: Luxemburg ausfuehrlich
Tage 1-7: Wie oben
Tag 8: Esch-sur-Alzette und Terres Rouges
Zug nach Esch-sur-Alzette (20 Minuten, kostenlos). Vormittags den Campus Belval besichtigen: die ehemaligen Hochoefen, die moderne Universitaet, das beeindruckende Nebeneinander von Industrieruine und Zukunftsarchitektur. Mittags in einem der internationalen Restaurants (portugiesisch, italienisch, kapverdisch). Nachmittags das Science Center oder das Massenoire-Museum besuchen. Wer fit ist: Minett Trail Mountainbike-Tour (E-Bikes vor Ort mietbar). Abends zurueck nach Luxemburg-Stadt oder Uebernachtung in Esch.
Tag 9: Clervaux und Norden
Zug nach Clervaux (1 Stunde, kostenlos). Vormittags die Burg Clervaux mit der 'Family of Man'-Fotoausstellung besuchen (Weltdokumentenerbe -- absolut sehenswert, plane 1-2 Stunden ein). Mittagessen in Clervaux. Nachmittags Wanderung zur Benediktinerabtei (gregorianischer Gesang, falls du den richtigen Zeitpunkt triffst) oder Spaziergang im umliegenden Naturpark. Alternativ: Fahrt nach Troisvierges und kleine Ardennen-Wanderung. Abends zurueck.
Tag 10: Guttland und Abreise
Vormittags einen entspannten Ausflug ins Guttland: Bus nach Mersch (20 Minuten), Schloss besichtigen, durch das Staedtchen bummeln. Oder Radtour auf einer der Velo-Pisten (Raeder in Mersch mietbar). Mittagessen in einem Landgasthof. Nachmittags zurueck nach Luxemburg-Stadt und Abreise.
14 Tage: Luxemburg in aller Tiefe
Tage 1-10: Wie oben
Tag 11: Muellerthal-Trail komplett, Tag 1
Fuer alle, die gerne wandern: Drei Tage auf dem Mullerthal Trail. Start in Echternach, Route 1 Richtung Berdorf. Uebernachtung in Berdorf. Die Route fuehrt durch die spektakulaersten Felsformationen der Region: Perekop, Rittergang, Amphitheater. Etwa 15 Kilometer, 5-6 Stunden Gehzeit.
Tag 12: Muellerthal-Trail komplett, Tag 2
Berdorf nach Consdorf oder Muellertal. Route durch Schluchten, ueber Felsbruecken und durch dichte Buchenwaelder. Hoehepunkt: die Goldkaul-Hoehle und die Felsformation Predigtstuhl. Etwa 18 Kilometer, 6-7 Stunden. Uebernachtung in Consdorf oder Muellerthal.
Tag 13: Muellerthal-Trail komplett, Tag 3
Von Consdorf/Muellerthal nach Beaufort oder zurueck nach Echternach. Schiessentumpel-Wasserfall, Hallerbach-Schlucht, und zum Abschluss die Burg Beaufort. Etwa 14 Kilometer, 5 Stunden. Nachmittags oder abends zurueck nach Luxemburg-Stadt.
Tag 14: Ruhetag und Abreise
Ein langsamer letzter Tag: Ausschlafen, gemuetliches Fruehstueck, letzter Bummel durch die Altstadt. Vielleicht ein letztes Mittagessen in Grund am Flussufer, ein letzter Blick von der Corniche, ein Cremant zum Abschied. Abreise mit dem schoenen Gefuehl, dieses kleine Land wirklich kennengelernt zu haben.
21 Tage: Luxemburg und Großregion
Tage 1-14: Wie oben
Mit drei Wochen hast du die Moeglichkeit, Luxemburg nicht nur zu besuchen, sondern richtig einzutauchen. Die zusaetzliche Woche nutzt du fuer:
Tag 15: Stausee Obersauer
Ausflug zum Stausee der Oberen Sauer im Naturpark Obersauer. Bus nach Esch-sur-Suerr oder Insenborn (ca. 1,5 Stunden). Kanufahren, Schwimmen (im Sommer), Wandern am Seeufer. Das Wasser ist erstaunlich sauber und die Umgebung aeusserst idyllisch. Uebernachtung in einer Ferienwohnung am See -- die Stille am Abend ist unbezahlbar. Es gibt mehrere Campingplaetze fuer Naturliebhaber.
Tag 16: Burg Bourscheid und Sauertal
Von Obersauer zur Burg Bourscheid (am besten per Mietwagen oder Fahrrad, da die Busverbindung umstaendlich ist). Die groesste Burg Luxemburgs besichtigen, den Ausblick genießen. Dann hinunter ins Sauertal nach Bourscheid-Moulin und entlang der Sauer wandern -- eine der schoensten Flusswanderungen des Landes. Uebernachtung in der Region oder Rueckfahrt.
Tag 17: Radtour an der Mosel
E-Bike mieten und die gesamte luxemburgische Mosel abfahren: Von Schengen im Sueden bis Wasserbillig im Norden, etwa 42 Kilometer auf flachem, asphaltierten Radweg direkt am Fluss. Unterwegs Halt bei Weinguaetern, in den Winzerdoerfern und an den Aussichtspunkten. Mittagessen in Ehnen (kleines Weinmuseum dort). Das ist einer der schoensten Radtage, die man in Europa verbringen kann. Am Abend Zug zurueck von Wasserbillig (oder umgekehrt).
Tag 18: Trier (Grenzuebertritt nach Deutschland)
Nur 50 Minuten mit dem Zug: Trier, die aelteste Stadt Deutschlands. Porta Nigra, Roemerbruecke, Dom, Kaiserthermen -- fuer einen Tag reicht das locker. Und du siehst, wie eng Luxemburg und Deutschland historisch verflochten sind. Das Zugticket auf luxemburgischer Seite ist kostenlos, fuer den deutschen Teil brauchst du ein Ticket (Tipp: Deutschlandticket, falls du eines hast).
Tag 19: Wanderung in den Ardennen
Zug nach Kautenbach oder Wiltz, dann eine ganztaegige Wanderung durch die tiefsten Ardennen. Die Strecke entlang der Clerve von Kautenbach nach Clervaux ist besonders schoen: tiefe Flusstaeeler, Buchenwaelder, Rehe und Fuchs (wenn du Glueck hast). Etwa 20 Kilometer, 6-7 Stunden. Uebernachtung in Clervaux oder Rueckfahrt am Abend.
Tag 20: Larochette und Guttland vertieft
Bus nach Larochette. Vormittags die Burgruine besichtigen, durch das huebsche Staedtchen bummeln. Dann Radtour oder Wanderung durch das Ernztal nach Mersch. Die Landschaft ist sanft und beruhigend, mit Weiden, Waeldern und Doerfern, die wie aus einem Bilderbuch wirken. Mittagessen in einem Landgasthof. Nachmittags zurueck nach Luxemburg-Stadt.
Tag 21: Abschied von Luxemburg
Der letzte Tag gehoert dir. Vielleicht ein Marktbesuch am Morgen (mittwochs oder samstags auf der Place Guillaume II), ein letzter Gang durch die Kasematten, ein ausfuehrliches Mittagessen in einem deiner Lieblingsrestaurants. Vielleicht auch ein Besuch im Nationalmuseum fuer Geschichte und Kunst (MNHA), falls du es noch nicht gesehen hast -- es ist hervorragend und erzaehlt die Geschichte des Landes von der Roemerzeit bis heute. Oder einfach auf einer Bank auf der Corniche sitzen, den Blick ueber die Taeeler schweifen lassen und dieses erstaunliche kleine Land Revue passieren lassen. Dann Abreise -- mit dem festen Vorsatz, wiederzukommen.
12. Konnektivitaet: Internet und Kommunikation
Luxemburg ist eines der am besten vernetzten Laender Europas. Fuer deutschsprachige Reisende aus EU-Laendern ist die Kommunikation denkbar einfach.
Roaming
Dank der EU-Roaming-Verordnung nutzt du dein deutsches, oesterreichisches oder Schweizer Handy in Luxemburg ohne Zusatzkosten (Schweiz: je nach Anbieter, bitte vorher pruefen). Du surfst, telefonierst und simsst zu den gleichen Konditionen wie zu Hause. Fuer die allermeisten Reisenden ist damit das Thema erledigt -- du brauchst keine lokale SIM-Karte.
WLAN
Kostenloses WLAN gibt es in fast allen Hotels, den meisten Restaurants und Cafés, in oeffentlichen Gebaeuden und an vielen Plaetzen. Die Stadt Luxemburg bietet ueber 'Hotcity' kostenloses WLAN an zahlreichen oeffentlichen Standorten. In Zuegen und Bussen gibt es teilweise WLAN, aber die Abdeckung ist nicht flueckendeckend. Im laendlichen Bereich kann die Mobilfunkabdeckung in den Taelern der Ardennen und des Muellerthals lueckenhaft sein -- plane entsprechend, wenn du auf Wanderungen navigieren willst (lade Karten offline herunter).
Post
Die luxemburgische Post (Post Luxembourg) hat Filialen in allen groesseren Orten. Briefmarken fuer Postkarten nach Deutschland kosten wenige Cent. Oeffentliche Briefkaesten sind gelb. Die Laufzeit nach Deutschland betraegt in der Regel 2-3 Werktage.
Steckdosen
Luxemburg verwendet den gleichen Steckertyp wie Deutschland (Typ C und F, Schuko). Du brauchst keinen Adapter. Die Netzspannung betraegt 230V bei 50Hz -- identisch zu Deutschland.
13. Kulinarik: Luxemburgs ueberraschend reichhaltige Kueche
Die luxemburgische Kueche ist eine der bestgehuetelten kulinarischen Ueberraschungen Europas. Sie vereint franzoesische Finesse mit deutscher Deftigkeit und hat eine eigenstaendige Identitaet entwickelt, die man nirgendwo sonst findet. Fuer deutschsprachige Gaumen ist sie sofort zugaenglich, bietet aber genug Eigenstaendigkeit, um zu begeistern.
Die großen Klassiker
Judd mat Gaardebounen -- Das Nationalgericht Luxemburgs, und das voellig zurecht. Gepoektelter und geraeucherter Schweinenacken ('Judd'), langsam gegärt, serviert mit dicken Saubohnen ('Gaardebounen') in einer cremigen Sauce und Kartoffeln. Klingt einfach? Ist es auch. Aber die Qualitaet des Fleisches, die Wuerzung und die liebevolle Zubereitung machen dieses Gericht zu etwas Besonderem. Es ist deftig, herzhaft und genau das Richtige nach einem Tag Wandern im Muellerthal. Du findest es auf praktisch jeder Speisekarte in traditionellen Restaurants.
Bouneschlupp -- Die luxemburgische Bohnensuppe ist ein weiterer Klassiker und im ganzen Land beliebt. Gruene Bohnen, Kartoffeln, Speck, Zwiebeln und Mettwuerstchen werden zu einem deftigen Eintopf verarbeitet, der mit Sahne verfeinert und mit frischen Kraeuertern (Bohnenkraut, Petersilie) abgeschmeckt wird. In manchen Rezepten kommen auch Karotten und Lauch hinzu. Ein perfektes Mittagessen an kuehlen Tagen, das fuer wenig Geld satt und gluecklich macht.
Kniddelen -- Luxemburgische Mehlknoedel, vergleichbar mit böhmischen Knoedeln oder schwaebishen Spaetzle, aber eigenstaendig. Die Grundmasse aus Mehl, Eiern, Milch und Salz wird zu kleinen Knoedeln geformt und in Salzwasser gekocht. Serviert werden sie entweder als Beilage zu Fleischgerichten (besonders gut zu Kaninchen oder Schweinefleisch) oder suess mit Apfelmus und Zimt als Nachtisch. In manchen Restaurants werden sie auch mit Rahmsauce und Speck serviert -- eine Kalorienbombe, aber eine koestliche.
Gromperekichelcher -- Luxemburgische Kartoffelpuffer, aber nicht einfach nur Reibekuchen. Die luxemburgische Variante enthaelt neben geriebenen Kartoffeln auch Schalotten, Petersilie und manchmal Mehl, wird in Schmalz ausgebacken und ist herrlich knusprig. Du bekommst sie auf jedem Volksfest, auf dem Schueberfouer und in vielen Brasserien. Am besten frisch aus der Pfanne, mit einem Klecks Senf.
Rieslingspaschteit -- Pastete mit Schweinefleisch und Riesling-Sauce in Blaetterteig. Ein klassisches luxemburgisches Festtagsessen, das du in guten Restaurants und bei Metzgern findest. Die Kombination aus buttrigem Blaetterteig, zartem Fleisch und der aromatischen Riesling-Sauce ist schlicht umwerfend.
Quetschentaart -- Pflaumenkuchen, der im Herbst ueberall gebacken wird. Die luxemburgische Variante verwendet kleine, suesse Zwetschgen auf einem Hefeteig, bestaeaubt mit Puderzucker. Dazu eine Tasse Kaffee -- und du verstehst, warum die Luxemburger ihren Herbst so lieben.
Wein von der Luxemburger Mosel
Die luxemburgische Mosel produziert auf 1.300 Hektar Rebflaeche Weine, die im deutschsprachigen Raum skandaloees unbekannt sind. Die Rebsorten aehneln denen der deutschen Moselseite -- Riesling, Auxerrois, Pinot Gris, Pinot Blanc, Elbling, Gewuerztraminer -- aber der Stil ist eigenstaendig. Luxemburgische Weine sind generell etwas trockener und mineralischer als ihre deutschen Cousins.
Besonders hervorzuheben:
- Riesling: Der Star der Mosel, trocken und mineralisch, mit Aromen von Zitrusfruechten und Schiefer. Exzellent zu Fisch und Meeresfruechen.
- Auxerrois: Eine Luxemburger Spezialitaet, die man in Deutschland kaum findet. Fruchtig, mild, mit Aromen von Birne und weißem Pfirsich. Perfekt als Aperitif.
- Pinot Gris: Vollmundig und gehaltvoll, mit Noten von Honig und exotischen Fruechten. Passt hervorragend zu der deftigen luxemburgischen Kueche.
- Elbling: Die aelteste Rebsorte der Moselregion, frisch und unkompliziert. Die meisten Cremants werden aus Elbling hergestellt.
Und dann ist da noch der Cremant de Luxembourg. Hergestellt nach der gleichen Methode wie Champagner (traditionelle Flaschengaerung), aber fuer einen Bruchteil des Preises. Eine Flasche exzellenten Cremant gibt es ab 8-12 Euro -- vergleichbare Qualitaet aus der Champagne kostet das Dreifache. Der Cremant ist trocken, elegant und hat eine feine, anhaltende Perlage. Er ist das perfekte Mitbringsel und wird in ganz Luxemburg zum Aperitif getrunken.
Die besten Weinerlebnisse: Besuche die jaehrliche Weinmesse in Grevenmacher, mach eine Verkostungstour bei Bernard-Massard (die groesste Kellerei, beeindruckende Fuehrung) oder frag in den kleinen Doerfern nach Familienbetrieben -- dort bekommst du die authentischsten Erlebnisse und die besten Geheimtipps.
Bier
Luxemburg hat eine ueberraschend lebhafte Bierkultur. Die bekanntesten Marken sind Diekirch, Mousel und Bofferding, die alle solide Pils-Biere brauen. Diekirch Grand Cru, ein bernsteinfarbenes Lager, ist besonders empfehlenswert. In den letzten Jahren sind mehrere Craft-Beer-Brauereien entstanden, die experimentellere Stile anbieten: Die Brasserie Nationale in Bascharage, die Brasserie du Funiculaire in Pfaffenthal und diverse Mikrobrauereien produzieren alles von IPAs bis Stouts. In den Bars der Hauptstadt findest du eine gute Auswahl an lokalen und belgischen Bieren.
Kaffee und Patisserie
Die Kaffeekultur in Luxemburg ist stark franzoesisch gepraeigt: Ein 'Café' ist ein Espresso, ein 'Café Creme' entspricht einem Milchkaffee. Die Qualitaet ist generell hoch. Dazu servieren die zahlreichen Patisserien (Konditoreien) franzoesische Feinbackkunst auf hoechstem Niveau: Eclairs, Tartes, Macarons und Croissants, die jenen in Paris in nichts nachstehen. Besonders empfehlenswert: Oberweis (Institution seit 1964), Kaempff-Kohler und Namur. Ein Nachmittagskaffee mit Kuchen in einer dieser Adressen gehoert zum Luxemburg-Erlebnis.
Wo essen?
In Luxemburg-Stadt: Die Altstadt bietet alles von guenstigen Bistros bis zu Sternerestaurants. Die Rue de l'Eau und die umliegenden Gassen sind voller Restaurants. Im Stadtteil Grund findest du gemuetlichere, weniger touristische Lokale. Auf dem Kirchberg ist das Angebot internationaler. Fuer authentische luxemburgische Kueche frage nach 'Brasserie' oder 'Restauratioun' -- dort bekommst du die Klassiker.
Außerhalb der Hauptstadt: Die besten kulinarischen Ueberraschungen findest du in den kleinen Doerfern. Manche der Michelin-besternten Restaurants liegen in unscheinbaren Orten, wo man sie nie vermuten wuerde. Der Restaurantfuehrer 'Explorator' ist die luxemburgische Referenz und online verfuegbar.
14. Einkaufen: Was man aus Luxemburg mitbringt
Luxemburg ist kein klassisches Shopping-Paradies, aber es gibt einige Dinge, die sich als Mitbringsel oder Erinnerung lohnen -- und ein paar praktische Einkaufstipps fuer den Alltag.
Typische Mitbringsel
- Cremant de Luxembourg: Das beste Mitbringsel ueberhaupt. Eine Flasche hervorragenden Schaumwein fuer 8-15 Euro, der jeden Champagner-Trinker ueberraschen wird. Am besten direkt bei einem Weingut an der Mosel kaufen.
- Luxemburgischer Wein: Riesling, Auxerrois oder Pinot Gris von der Mosel -- in Deutschland praktisch nicht erhaeltlich und ein besonderes Geschenk fuer Weinliebhaber.
- Luxemburger Schokolade: Oberweis und andere Chocolatiers produzieren Pralinen auf franzoesisch-belgischem Niveau. Nicht billig, aber exquisit.
- Senf aus Luxemburg: Die Moutarderie de Luxembourg produziert handwerklichen Senf in verschiedenen Sorten -- ein ungewoehnliches und koestliches Mitbringsel.
- Keramik aus Nospelt: Traditionelle luxemburgische Toepferware mit typischen blauen Mustern. Huebsch und praktisch.
- Likoere: Der Cassero aus Beaufort (Johannisbeerlikoeer) und verschiedene Obstbraende aus der Mosel-Region.
- Luxemburgisch-sprachige Buecher oder Musik: Fuer Sprachinteressierte ein einzigartiges Souvenir.
Einkaufsmoeglichkeiten
Die Haupteinkaufsstraße in Luxemburg-Stadt ist die Grand-Rue und die angrenzende Rue Philippe II. Hier findest du internationale Marken, aber auch lokale Boutiquen. Das Einkaufszentrum Auchan/Kirchberg am Stadtrand bietet das uebliche Shopping-Center-Erlebnis mit großen Marken und Supermarkt.
Fuer den taeglichen Einkauf sind Cactus (die luxemburgische Supermarktkette, exzellente Qualitaet), Delhaize und Auchan die besten Adressen. Die Qualitaet der Lebensmittel ist generell hoch, besonders bei Kaese, Wurstwaren und Brot. Wochenmaerkte gibt es in der Hauptstadt (mittwochs und samstags auf der Place Guillaume II) und in vielen Ortschaften -- hier bekommst du frische regionale Produkte direkt vom Erzeuger.
Praktischer Hinweis: Benzin und Tabak
Ja, ich weiß -- viele Deutsche kommen nach Luxemburg primaer zum Tanken und Zigaretten kaufen. Das ist voellig legitim und kein Geheimnis. Die Tankstellen an der Grenze sind entsprechend ausgestattet: große Shops, breite Auswahl an Tabakwaren, Alkohol und Kaffee. Die guenstigsten Tankstellen liegen direkt an der Autobahn bei Wasserbillig (A1) und Frisange (A3/A13). Tipp: Die Preise schwanken auch in Luxemburg -- vergleiche kurz per App (z.B. Tanken.lu), bevor du tankst. Und denk an die Freigrenzen fuer den Import nach Deutschland: 800 Zigaretten oder 1 Kilogramm Tabak pro Person sind erlaubt.
15. Nuetzliche Apps fuer Luxemburg
Eine kurze Liste der Apps, die dir das Leben in Luxemburg leichter machen:
- Mobiliteit.lu: Die offizielle App fuer den oeffentlichen Nahverkehr. Fahrplaene, Echtzeit-Verbindungen, Haltestellensuche. Unverzichtbar, auch als Website nutzbar. Funktioniert tadellos auf Deutsch.
- CFL Mobile: Die App der luxemburgischen Eisenbahn. Zugverbindungen, Verspaetungen, Gleisanzeigen. Ergaenzt Mobiliteit.lu fuer Zugreisen.
- vel'oh!: Die App fuer das Leihfahrrad-System in Luxemburg-Stadt. Registrierung, Stationssuche, Verfuegbarkeit in Echtzeit.
- Luxembourg Card: Falls du die Touristenkarte kaufst, zeigt die App alle teilnehmenden Attraktionen und ihre Oeffnungszeiten.
- Komoot oder Outdooractive: Fuer Wanderungen im Muellerthal und den Ardennen. Offline-Karten herunterladen! Die Mobilfunkabdeckung in den Taelern kann lueckenhaft sein.
- Tanken.lu oder Spritmonitor: Aktuelle Benzinpreise an luxemburgischen Tankstellen. Fuer die Tanktouristen unter uns.
16. Fazit: Warum Luxemburg mehr verdient als einen Tankstop
Ich habe am Anfang dieses Reisefuehrers gesagt, dass Luxemburg die meisten Reisenden ueberrascht. Nach ueber 75.000 Zeichen hoffe ich, dass du verstehst, warum.
Dieses winzige Grossherzogtum, eingeklemmt zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien, ist ein Land voller Kontraste und Ueberraschungen. Eine UNESCO-Welterbe-Altstadt, die auf dramatischen Felsen thront. Ein unterirdisches Tunnelsystem, das an Indiana Jones erinnert. Sandsteinfelsen, die aussehen wie aus einem Fantasy-Film. Maerchenhafte Burgen ueber tiefen Flusstaeelern. Weinberge, die Cremant produzieren, der Champagner beschaemt. Eine Kueche, die franzoesische Finesse mit luxemburgischer Seele verbindet. Und ein oeffentlicher Nahverkehr, der komplett kostenlos ist -- als einziges Land der Welt.
Fuer uns Deutschsprachige kommt hinzu: Luxemburg ist so nah, so vertraut und doch so anders. Die Sprache ist kein Problem, die Anreise ein Katzensprung, und die Erfahrung einzigartig. Du kannst freitags nach der Arbeit losfahren und sonntags zurueckkommen -- und hast trotzdem das Gefuehl, in einer anderen Welt gewesen zu sein.
Mein Rat: Gib Luxemburg eine echte Chance. Fahr nicht nur zum Tanken ueber die Grenze. Nimm dir mindestens drei, besser sieben Tage. Wandere durch das Muellerthal, steh auf den Mauern der Burg Vianden, trink einen Cremant an der Mosel, verliere dich in den Kasematten unter der Altstadt. Und wenn du dann abends in einem Restaurant in Grund sitzt, mit einem Glas Auxerrois in der Hand und Judd mat Gaardebounen auf dem Teller, waehrend die Festungsmauern im Abendlicht leuchten -- dann verstehst du, warum ich dieses kleine Land so liebe.
Luxemburg ist nicht das Land, das am lautesten schreit. Es ist das Land, das still im Hintergrund steht und darauf wartet, entdeckt zu werden. Und wenn du es einmal entdeckt hast, laesst es dich nicht mehr los.
Gute Reise. Oder, wie die Luxemburger sagen: Eng gutt Rees!
Praktische Zusammenfassung fuer die schnelle Planung:
- Beste Reisezeit: Mai bis Oktober (September/Oktober ideal)
- Anreise aus Deutschland: Auto (A1/A48/A64), Bahn (ueber Trier), Flug (LUX)
- Transport vor Ort: Komplett kostenlos (Busse, Zuege, Tram)
- Sprache: Deutsch wird ueberall verstanden
- Waehrung: Euro
- Budget: 70-150 Euro pro Tag (Mittelklasse)
- Must-See: Bock-Kasematten, Burg Vianden, Muellerthal-Trail, Moseltal
- Must-Eat: Judd mat Gaardebounen, Bouneschlupp, Cremant de Luxembourg
- Mindestaufenthalt: 3 Tage (empfohlen: 7 Tage)
- Reisedokument: Personalausweis (Schengen-Raum)
Dieser Reisefuehrer wurde mit Sorgfalt und aus persoenlicher Erfahrung geschrieben. Preise und Oeffnungszeiten koennen sich aendern -- pruefe aktuelle Informationen vor deiner Reise auf visitluxembourg.com. Alle Angaben zum kostenlosen oeffentlichen Nahverkehr gelten fuer die zweite Klasse innerhalb Luxemburgs.