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Island Reiseführer: Das ultimative Handbuch fur deutschsprachige Reisende
Island - die Insel aus Feuer und Eis am nordwestlichen Rand Europas - hat sich in den letzten Jahren von einem Geheimtipp zu einem der begehrtesten Reiseziele der Welt entwickelt. Doch trotz des Touristenansturms hat dieses kleine Land mit seinen gerade einmal 380.000 Einwohnern nichts von seiner ursprünglichen Magie verloren. Als jemand, der Island zu verschiedenen Jahreszeiten bereist hat, kann ich Ihnen versichern: Diese Insel wird Ihre Vorstellung von Naturschönheit fur immer verändern.
1. Warum nach Island reisen
Bevor wir in die praktischen Details eintauchen, lassen Sie mich Ihnen erklären, warum Island eine Reise wert ist - und warum es trotz der hohen Kosten und manchmal unberechenbaren Wetterbedingungen zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.
Eine Welt jenseits des Gewöhnlichen
Island ist kein gewöhnliches Reiseziel. Es ist ein Land, das die Gesetze der Natur neu zu schreiben scheint. Wo sonst auf der Welt können Sie innerhalb eines einzigen Tages aktive Vulkane besichtigen, auf Gletschern wandern, in heißen Quellen baden, tosende Wasserfalle bestaunen und mit etwas Glück die Nordlichter am Himmel tanzen sehen? Diese Konzentration an geologischen Wundern auf einer relativ kleinen Flache ist weltweit einzigartig.
Die Insel liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken, genau dort, wo die eurasische und die nordamerikanische tektonische Platte auseinanderdriften. Diese geologische Besonderheit macht Island zu einem der vulkanisch aktivsten Orte der Erde. Seit der Besiedlung durch die Wikinger im 9. Jahrhundert hat es über 200 Vulkanausbrüche gegeben. Der letzte große Ausbruch ereignete sich 2021-2023 auf der Reykjanes-Halbinsel, und die Erde brodelt hier buchstäblich unter Ihren Fußen.
Fur deutschsprachige Reisende besonders attraktiv
Fur Reisende aus Deutschland, Osterreich und der Schweiz bietet Island einige besondere Vorteile. Die Flugzeit betragt nur etwa 3,5 bis 4 Stunden aus den meisten DACH-Städten, was Island zu einem perfekten Ziel fur einen verlängerten Wochenendtrip oder einen zweiwöchigen Abenteuerurlaub macht. Obwohl Island nicht zur EU gehört, ist es Teil des Schengen-Raums und des Europäischen Wirtschaftsraums, was bedeutet, dass Sie nur Ihren Personalausweis benötigen - kein Visum, keine komplizierten Einreiseformalitäten.
Die Isländer sprechen ausgezeichnet Englisch, und in touristischen Gebieten finden Sie häufig auch deutschsprachige Informationen. Die Infrastruktur ist hervorragend, die Sicherheitsstandards entsprechen denen, die wir aus Mitteleuropa gewohnt sind, und das Gesundheitssystem ist erstklassig. Sie reisen hier nicht in ein exotisches Abenteuerland mit unbekannten Risiken, sondern in ein hochentwickeltes nordisches Land mit zuverlässiger Infrastruktur.
Die Magie der Einsamkeit
Trotz der gestiegenen Besucherzahlen - Island empfangt jährlich etwa zwei Millionen Touristen - ist es erstaunlich einfach, die Massen hinter sich zu lassen. Die meisten Besucher konzentrieren sich auf den Golden Circle und die Sudkuste, wahrend die Westfjorde, das Hochland und weite Teile des Nordens und Ostens praktisch menschenleer sind. Hier können Sie stundenlang fahren, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Diese Einsamkeit inmitten einer dramatischen Landschaft hat eine fast meditative Qualität, die in unserer hektischen Welt selten geworden ist.
Ein Land der Kontraste
Island ist ein Land der extremen Gegensatze. Schwarze Lavastrande treffen auf weiße Gletscher. Heiße Quellen dampfen neben eiskalten Gletscherflüsse. Im Sommer scheint die Sonne um Mitternacht, im Winter herrscht fast den ganzen Tag Dunkelheit. Diese Kontraste machen jeden Besuch zu einem intensiven sensorischen Erlebnis.
Besonders faszinierend ist das Licht. Die nördliche Lage und die klare Luft schaffen Lichtstimmungen, die Sie nirgendwo sonst finden werden. Fotografen sprechen von der 'goldenen Stunde' - in Island kann diese goldene Stunde zu einer goldenen Nacht werden, wenn die Sonne im Sommer kaum unter den Horizont sinkt und die Landschaft in unwirkliches Licht taucht.
Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein
Fur umweltbewusste Reisende ist Island ein besonders interessantes Ziel. Das Land bezieht nahezu 100 Prozent seiner Energie aus erneuerbaren Quellen - hauptsächlich Geothermie und Wasserkraft. Die Isländer haben ein tiefes Bewusstsein fur die Verletzlichkeit ihrer einzigartigen Natur und setzen sich aktiv fur deren Schutz ein. Als Besucher werden Sie ermutigt, Teil dieser Bemühungen zu sein, indem Sie auf den markierten Wegen bleiben, keinen Müll hinterlassen und die empfindliche Vegetation respektieren.
Die praktische Seite
Ja, Island ist teuer. Ja, das Wetter kann unberechenbar sein. Ja, manche Straßen sind herausfordernd. Aber genau diese Herausforderungen machen die Reise zu einem echten Abenteuer. Und mit der richtigen Planung - die dieser Reiseführer Ihnen bieten wird - können Sie viele der typischen Fallstricke vermeiden und das Beste aus Ihrer Islandreise herausholen.
Die Investition lohnt sich. Jeder Euro, den Sie hier ausgeben, kauft Ihnen Erlebnisse, die Sie nirgendwo sonst auf der Welt finden können. Die Erinnerungen an einen Sonnenuntergang über einem schwarzen Strand, an das erste Nordlicht Ihres Lebens oder an ein Bad in einer heißen Quelle inmitten einer verschneiten Landschaft sind unbezahlbar.
2. Die Regionen Islands
Island lasst sich in mehrere distinkte Regionen unterteilen, jede mit ihrem eigenen Charakter und ihren eigenen Höhepunkten. Um das Land wirklich zu verstehen und Ihre Reise optimal zu planen, ist es wichtig, diese Regionen zu kennen.
Die Hauptstadtregion (Hofudborgarsvaedid)
Reykjavik ist nicht nur die Hauptstadt Islands, sondern auch das kulturelle, wirtschaftliche und soziale Zentrum des Landes. Etwa zwei Drittel der isländischen Bevölkerung leben im Großraum Reykjavik, der neben der eigentlichen Stadt auch die Vororte Kopavogur, Hafnarfjordur und Gardabaer umfasst.
Die Stadt selbst ist kompakt und lasst sich bequem zu Fuß erkunden. Das Stadtzentrum wird von der ikonischen Hallgrimskirkja-Kirche dominiert, deren expressionistischer Turm die Silhouette der Stadt prägt. Von der Aussichtsplattform der Kirche haben Sie einen herrlichen Blick über die bunten Dächer der Stadt und bei klarem Wetter bis zum Gletscher Snaefellsjokull auf der anderen Seite der Bucht.
Das Konzerthaus Harpa am Hafen ist ein architektonisches Meisterwerk mit seiner kristallartigen Glasfassade, die je nach Licht und Wetter ihre Farbe ändert. Das Perlan-Museum bietet eine ausgezeichnete Einführung in die isländische Natur, wahrend das Nationalmuseum von Island die Geschichte des Landes von der Wikingerzeit bis heute erzählt.
Am Hafen liegt die Sun Voyager Skulptur, eines der meistfotografierten Kunstwerke Islands, die wie ein Wikingerschiff aus Stahl aussieht und besonders bei Sonnenuntergang ein beliebtes Fotomotiv ist. Das Rathaus Reykjavik beherbergt eine große Relief-Karte Islands und ist ein guter Ausgangspunkt fur einen Stadtspaziergang.
Reykjavik hat eine lebhafte Kulturszene mit zahlreichen Museen, Galerien, Restaurants und einem legendären Nachtleben. Die Haupteinkaufsstraße Laugavegur ist gesäumt von Boutiquen, Souvenirgeschaften und Cafés. An Wochenenden verwandelt sich die Stadt, wenn die Isländer zum 'Runtur' aufbrechen - dem traditionellen Kneipen- und Clubhopping, das oft bis in die frühen Morgenstunden dauert.
Von Reykjavik aus starten auch die beliebten Walbeobachtungstouren in der Faxafloi-Bucht. Mit etwas Glück sehen Sie Buckelwale, Zwergwale und Delfine, manchmal sogar Blauwale, die grossten Tiere der Erde.
Der Goldene Ring (Golden Circle)
Der Golden Circle ist die beliebteste Touristenroute Islands und kann bequem als Tagesausflug von Reykjavik aus absolviert werden. Die etwa 300 Kilometer lange Rundfahrt fuhrt zu drei Hauptattraktionen, die zusammen einen guten Überblick über die geologischen Besonderheiten Islands bieten.
Der Thingvellir-Nationalpark ist nicht nur geologisch, sondern auch historisch bedeutsam. Hier, im Grabenbruch zwischen den tektonischen Platten, gründeten die isländischen Siedler im Jahr 930 das Althing, eines der ältesten Parlamente der Welt. Sie können buchstäblich zwischen den Kontinenten wandern und dabei die dramatischen Klippen bewundern, die entstanden sind, als Amerika und Europa auseinanderdrifteten. Taucher mit entsprechender Qualifikation können in der Silfra-Spalte zwischen den Kontinenten tauchen - das kristallklare Gletscherwasser bietet eine Sichtweite von über 100 Metern.
Der Geysir ist der Namensgeber fur alle Geysire der Welt, obwohl er selbst heute nur noch selten aktiv ist. Sein Nachbar Strokkur hingegen bricht zuverlässig alle 5-10 Minuten aus und schleudert eine Wassersäule bis zu 30 Meter in die Hohe. Das Gebiet um die Geysire ist ein aktives Geothermalfeld mit dampfenden Schlammtöpfen und heißen Quellen in allen Farben.
Der Gullfoss (Goldener Wasserfall) ist einer der mächtigsten Wasserfalle Islands. Der Gletscherfluss Hvita stürzt hier in zwei Stufen insgesamt 32 Meter in eine tiefe Schlucht. Bei Sonnenschein bilden sich Regenbogen in der Gischt, was dem Wasserfall seinen Namen gab.
Obwohl der Golden Circle sehr touristisch ist, lohnt sich der Besuch. Mein Tipp: Starten Sie früh am Morgen oder am spaten Nachmittag, um den grossten Andrang zu vermeiden. Im Winter haben Sie oft die Attraktionen fast fur sich allein.
Die Sudkuste (Sudurland)
Die Sudkuste Islands gehört zu den landschaftlich dramatischsten Regionen der Insel. Hier reihen sich Wasserfalle, schwarze Strande, Gletscher und Vulkane wie Perlen an einer Schnur entlang der Ringstraße.
Der Seljalandsfoss ist einzigartig, weil Sie hinter dem 60 Meter hohen Wasserfall entlanggehen können - ein unvergessliches Erlebnis, vorausgesetzt Sie haben wasserdichte Kleidung dabei. Nur wenige Kilometer weiter liegt der Skogafoss, ein breiter, machtigerWasserfall, an dessen Rand eine Treppe nach oben fuhrt und einen spektakulären Blick über die Kuste bietet.
Das Dorf Vik i Myrdal ist der südlichste Ort Islands und berühmt fur seinen schwarzen Lavasandstrand Reynisfjara. Die dramatischen Basaltsäulen und die tosende Brandung machen dies zu einem der fotogensten Orte der Insel - aber Vorsicht vor den heimtückischen Sneaker-Wellen, die schon mehrere Touristen überrascht und ins Meer gezogen haben.
Der Vatnajokull, Europas grosster Gletscher, bedeckt etwa 8 Prozent der Landflache Islands. An seinem Rand liegt die Gletscherlagune Jokulsarlon, wo Eisberge vom Gletscher abbrechen und langsam ins Meer treiben. Direkt nebenan am Diamond Beach werden kleine Eisstücke an den schwarzen Strand gespult, wo sie wie Diamanten in der Sonne glitzern. Dies ist einer der magischsten Orte Islands, besonders bei Sonnenauf- oder -untergang.
Das Skaftafell-Naturreservat (heute Teil des Vatnajokull-Nationalparks) bietet ausgezeichnete Wandermöglichkeiten, darunter den Weg zum Svartifoss, einem Wasserfall, der von dunklen Basaltsäulen umrahmt wird und als Inspiration fur die Architektur der Hallgrimskirkja diente.
Die Ostfjorde (Austurland)
Die Ostfjorde sind Islands am wenigsten besuchte Region und gerade deshalb ein Geheimtipp fur Reisende, die das authentische Island abseits der Touristenströme suchen. Die Landschaft ist geprägt von tiefen Fjorden, steilen Bergen und kleinen Fischerdörfern, die sich an die Kuste schmiegen.
Die Region hat eine andere Atmosphäre als der Rest Islands. Hier fehlen die spektakulären Vulkane und Geysire, stattdessen finden Sie eine ruhige, fast melancholische Schönheit. Die alten Berge (geologisch gesehen die ältesten Islands) ragen steil aus dem Meer, und schmale Straßen winden sich entlang der Fjorde von einem verschlafenen Dorf zum nächsten.
Seydisfjordur ist das Juwel der Ostfjorde, ein malerisches Dorf mit bunten norwegischen Holzhäusern aus dem 19. Jahrhundert. Hier legt auch die Fahre aus Dänemark an. Die Straße nach Seydisfjordur über den Fjardarheidi-Pass ist besonders im Winter eine Herausforderung, bietet aber atemberaubende Ausblicke.
Die Ostfjorde sind auch bekannt fur ihre reiche Tierwelt. Hier haben Sie gute Chancen, Rentiere zu sehen - die einzige Region Islands, in der diese Tiere wild leben. Die Papageientaucher-Kolonien bei Borgarfjordur Eystri sind leichter zugänglich als anderswo und bieten fantastische Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung.
Fur Wanderer sind die Ostfjorde ein Paradies. Der Wanderweg von Seydisfjordur nach Mjofidfjordur fuhrt durch eine der einsamsten und schönsten Landschaften Islands. Planen Sie mehrere Tage ein und bringen Sie alles mit, was Sie brauchen - hier gibt es keine Infrastruktur.
Der Norden (Nordurland)
Der Norden Islands bietet eine Konzentration an Naturwundern, die mit der Sudkuste konkurrieren kann, aber bei weitem weniger Besucher anzieht. Die Region ist durch die Ringstraße gut erschlossen und bietet eine gute Balance zwischen Zugänglichkeit und Einsamkeit.
Akureyri, mit etwa 20.000 Einwohnern die 'Hauptstadt des Nordens', ist eine charmante Stadt mit allen Annehmlichkeiten. Der Botanische Garten beweist, dass selbst so nahe am Polarkreis überraschend viele Pflanzen gedeihen können. Die Skigebiete rund um Akureyri gehören zu den besten Islands.
Der Diamond Circle ist das nördliche Gegenstück zum Golden Circle und fuhrt zu einigen der beeindruckendsten Naturwundern Islands. Der Dettifoss ist der mächtigste Wasserfall Europas - 200 Kubikmeter Wasser pro Sekunde stürzen 44 Meter in die Tiefe, und das Donnergrollen ist kilometerweit zu horen. Die nahegelegene Schlucht Asbyrgi soll der Legende nach ein Hufabdruck von Odins achtbeinigem Pferd Sleipnir sein.
Der Myvatn-See ist ein Paradies fur Vogel und Geologen gleichermaßen. Die Umgebung ist geprägt von bizarren Lavaformationen, Pseudokratern, heißen Quellen und Schwefelfeldern. Das Myvatn Nature Bath ist eine entspanntere und deutlich günstigere Alternative zur Blauen Lagune. In der nahe gelegenen Krafla-Region können Sie durch noch warme Lavafelder wandern und dampfende Fumarolen bestaunen.
Husavik hat sich als Whale-Watching-Hauptstadt Islands etabliert. Die Erfolgsrate beim Sichten von Walen liegt hier bei über 95 Prozent, und Sie haben gute Chancen, Buckelwale, Blauwale und verschiedene Delfin-Arten zu sehen. Das Whale Museum in Husavik ist eines der besten seiner Art weltweit.
Die Westfjorde (Vestfirdir)
Die Westfjorde sind Islands bestgehütetes Geheimnis und das ultimative Ziel fur Reisende, die echte Wildnis suchen. Diese zerkleftete Halbinsel im Nordwesten ist durch schmale, oft unasphaltierte Straßen erschlossen und erfordert mehr Zeit und Planung als andere Regionen - aber die Belohnung ist eine Landschaft von unvergleichlicher Schönheit.
Die Westfjorde haben sich geologisch vor langer Zeit vom Rest Islands getrennt und haben eine andere Atmosphäre. Die Berge sind alter und runder, die Fjorde tiefer und dramatischer. Die Region ist denn bevölkert und viele Dörfer kämpfen mit Abwanderung. Aber gerade diese Einsamkeit macht den Reiz aus.
Dynjandi ist der königliche Wasserfall der Westfjorde - eine 100 Meter hohe Kaskade, die sich trompetenformig ausbreitet und von mehreren kleineren Wasserfallen begleitet wird. Der Weg hinauf fuhrt vorbei an allen diesen Wasserfallen und bietet spektakuläre Ausblicke über den Fjord.
Die Klippen von Latrabjarg sind die westlichsten Punkte Europas und beherbergen Millionen von Seevögeln, darunter die grosste Papageientaucher-Kolonie Islands. Im Sommer können Sie den Vögeln so nahe kommen wie nirgendwo sonst - sie sind hier so an Menschen gewohnt, dass sie kaum wegfliegen.
Der Strand Raudasandur mit seinem roten Sand ist eine surreale Erscheinung in einer Landschaft, die sonst von schwarzem Vulkangestein dominiert wird. Bei Sonnenuntergang nimmt der Sand eine fast goldene Farbe an.
Isafjordur ist das Zentrum der Westfjorde und Ausgangspunkt fur Erkundungen der Region. Die Stadt hat eine lebhafte Kulturszene und überraschend gute Restaurants. Von hier aus können Sie Bootstouren zur verlassenen Bucht von Hornstrandir unternehmen, einem der letzten echten Wildnisgebiete Europas, wo Polarfüchse keine Scheu vor Menschen haben.
Ein Wort der Warnung: Die Westfjorde erfordern Zeit. Die Straßen sind kurvenreich und oft nicht asphaltiert, das Wetter kann schnell umschlagen, und die Entfernungen sind trotz der kleinen Flache auf der Karte überraschend groß. Planen Sie mindestens drei bis vier Tage ein, besser eine Woche.
Die Halbinsel Snaefellsnes
Snaefellsnes wird oft als 'Island in Miniatur' bezeichnet, und das zu Recht. Auf dieser relativ kleinen Halbinsel nordwestlich von Reykjavik finden Sie praktisch alle Landschaftstypen, die Island zu bieten hat: Vulkane, Gletscher, Lavafelder, Wasserfalle, schwarze Strande, malerische Dörfer und dramatische Klippen.
Der Snaefellsjokull ist der berühmteste Berg Islands, nicht zuletzt wegen Jules Vernes Roman 'Die Reise zum Mittelpunkt der Erde', in dem der Vulkan als Eingang zur Unterwelt dient. Der Gletscher auf seinem Gipfel ist von Reykjavik aus an klaren Tagen sichtbar und hat etwas Mystisches an sich. Bei guten Bedingungen können Sie mit einem Führer den Gipfel besteigen.
Das Dorf Arnarstapi an der Sudkuste der Halbinsel ist bekannt fur seine dramatischen Basaltformationen und natürlichen Felsentore. Ein leichter Wanderweg fuhrt entlang der Kuste nach Hellnar und bietet ständige Aussichten auf die wilde Brandung und die Vogel, die in den Klippen nisten.
Djupalonssandur ist ein schwarzer Kieselstrand mit bizarren Felsformationen und Überresten eines gestrandeten Schiffswracks. Hier finden Sie auch die 'Lifting Stones' - vier Steine unterschiedlichen Gewichts, mit denen sich früher Fischer beweisen mussten, ob sie stark genug fur die Arbeit auf See waren.
Kirkjufell bei Stykkisholmur ist der am meisten fotografierte Berg Islands und wurde als Drehort fur Game of Thrones weltweit bekannt. Besonders bei Nordlichtern ist die Silhouette des Berges vor dem tanzenden Himmel ein unvergesslicher Anblick.
Snaefellsnes lasst sich gut als zwei- bis dreitägiger Ausflug von Reykjavik aus erkunden, ideal als Einstimmung auf eine längere Islandreise oder als Alternative zum überlaufenen Golden Circle.
Das Hochland (Halendid)
Das isländische Hochland ist das letzte große Wildnisgebiet Europas. Dieses riesige Gebiet im Zentrum der Insel ist unbewohnt, unerschlossen und nur im Sommer auf speziellen F-Straßen mit Allradfahrzeugen zugänglich. Hier finden Sie eine Landschaft, die aussieht wie ein anderer Planet - weite Lavawusten, bunte Rhyolith-Berge, dampfende Geothermalfelder und absolute Stille.
Landmannalaugar ist der zugänglichste Teil des Hochlands und trotzdem wild genug, um Sie zu beeindrucken. Die bunten Rhyolith-Berge in Gelb, Rot, Grün und Blau sind das Ergebnis von Millionen Jahren vulkanischer Aktivität. Am Ende der Straße liegt ein natürliches heißes Bad, in dem Sie nach einer Wanderung entspannen können. Der mehrtägige Wanderweg nach Thorsmork (Laugavegur-Trail) gilt als einer der schönsten der Welt.
Thorsmork, das Tal des Donnergottes Thor, liegt eingekeilt zwischen drei Gletschern und ist eines der grunstenGebiete im sonst kahlen Hochland. Die Fahrt dorthin erfordert die Durchquerung mehrerer Flüsse und sollte nur mit einem erfahrenen Führer oder in einem Superjeep unternommen werden.
Der Askja-Vulkan liegt im Herzen des Hochlands und ist nur über eine lange, anspruchsvolle Piste erreichbar. Im Krater liegt der Viti-See, ein milchig-blauer Kratersee, in dem Sie bei warmem Wetter sogar baden können. Die Mondlandschaft ringsum diente der NASA als Trainingsgelände fur die Apollo-Astronauten.
Das Hochland erfordert besondere Vorbereitung und Ausrüstung. Die F-Straßen sind nur von Ende Juni bis Anfang September geöffnet, Mobilfunkempfang gibt es nicht, und Sie sollten niemals allein fahren. Aber fur diejenigen, die sich vorbereiten, ist das Hochland das ultimative Island-Erlebnis.
3. Einzigartige Naturphänomene Islands
Island ist ein geologisches Wunderland, das Naturphänomene bietet, die anderswo auf der Welt selten oder gar nicht zu finden sind. Verstehen Sie diese Phänomene, und Sie werden Ihre Reise mit ganz anderen Augen erleben.
Vulkane - Das Feuer unter der Erde
Island ist einer der vulkanisch aktivsten Orte der Erde. Etwa 30 aktive Vulkansysteme gibt es auf der Insel, und im Durchschnitt bricht alle vier bis fünf Jahre einer aus. Fur Besucher bedeutet das: Mit etwas Glück - oder je nach Perspektive Pech - können Sie einen aktiven Vulkanausbruch erleben.
Die Vulkane Islands sind so vielfältig wie die Landschaft selbst. Es gibt klassische Stratovulkane wie den Hekla, der im Mittelalter als 'Tor zur Holle' galt. Es gibt Schildvulkane wie den Skjaldbreidur, die sich sanft über weite Flachen erheben. Und es gibt subglaziale Vulkane, die unter Gletschern ausbrechen und verheerende Flutwellen (Jokullhlaup) auslosen können, wie der Grimsvotn unter dem Vatnajokull.
Die jüngsten Ausbrüche auf der Reykjanes-Halbinsel (2021-2024) haben gezeigt, dass vulkanische Aktivität auch in der Nahe der Hauptstadt möglich ist. Diese Spaltenausbrüche produzierten spektakuläre Lavaflüsse, die bei sicheren Bedingungen sogar von Touristen beobachtet werden konnten. Die Lavafelder sind mittlerweile abgekühlt und können besucht werden - ein eindrucksvolles Zeugnis der geologischen Kräfte, die Island formen.
Fur Besucher gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die vulkanische Aktivität Islands zu erleben, auch ohne einen aktiven Ausbruch: Wanderungen auf erkalteten Lavafelden, Besuche in Lavaröhren wie der Raufarhólshellir, Erkundungen von Vulkankratern wie dem Kerid oder der Askja, oder Touren in die Magmakammer des Thrihnukagigur - dem einzigen Ort der Welt, wo Sie in einen schlafenden Vulkan hinabsteigen können.
Gletscher - Das ewige Eis
Trotz seiner nördlichen Lage und dem Namen 'Island' ist das Land erstaunlich grün - zumindest im Sommer. Dennoch bedecken Gletscher etwa 11 Prozent der Landflache, und der grosste von ihnen, der Vatnajokull, ist mit 8.100 Quadratkilometern der grosste Gletscher Europas außerhalb der arktischen Inseln.
Die Gletscher Islands sind keine statischen Eisfelder, sondern dynamische Systeme, die ständig in Bewegung sind. Gletscherzungen fließen langsam zu Tal und brechen an ihren Rändern in Lagunen ab, wo sie als Eisberge treiben. Der Klimawandel beschleunigt diesen Prozess dramatisch - alle Gletscher Islands schrumpfen, und einige kleinere sind bereits verschwunden. Der Okjokull wurde 2014 offiziell fur tot erklärt; eine Gedenktafel erinnert an den ersten durch den Klimawandel verlorenen Gletscher Islands.
Gletscherwanderungen gehören zu den beliebtesten Aktivitäten in Island. Mit Steigeisen und Eispickel ausgerüstet, können Sie unter fachkundiger Führung über das Eis wandern, blaue Eisspalten bestaunen und atemberaubende Aussichten genießen. Besonders empfehlenswert sind die Touren auf dem Solheimajokull oder dem Svinafellsjokull - beide sind von der Ringstraße aus leicht erreichbar.
Eishohlenwanderungen im Winter sind ein besonderes Highlight. Die natürlichen Eishoehlen unter dem Vatnajokull entstehen durch Schmelzwasser und haben surreal blaue Wande. Sie sind nur im Winter zugänglich, wenn die Temperaturen niedrig genug sind, um die Hohlen stabil zu halten.
Wasserfalle - Die tosenden Giganten
Wasserfalle gibt es in Island in solcher Fülle, dass man fast abstumpft. Aber das sollten Sie nicht - jeder Wasserfall hat seinen eigenen Charakter, seine eigene Stimmung.
Der Dettifoss im Norden ist der mächtigste Wasserfall Europas. 200 Kubikmeter Gletscherwasser pro Sekunde stürzen 44 Meter in die Tiefe und erzeugen ein Donnern, das kilometerweit zu horen ist. Die Gischt kann Sie auch aus sicherer Entfernung durchnässen. Diesen Koloss muss man erlebt haben.
Der Gullfoss am Golden Circle ist vielleicht der ikonischste Wasserfall Islands - die Art und Weise, wie sich der Fluss in eine Schlucht stürzt und scheinbar im Nichts verschwindet, ist einzigartig. Die Geschichte der Frau, die sich bereit erklarrt haben soll, sich hineinzusturzen, um den Wasserfall vor einem Wasserkraftprojekt zu retten, macht ihn noch romantischer.
Seljalandsfoss und Skogafoss an der Sudkuste sind leicht zugänglich und fotogen. Hinter dem Seljalandsfoss können Sie entlanggehen, wahrend der Skogafoss eine Treppe hat, die spektakuläre Ausblicke bietet.
Aber auch die weniger bekannten Wasserfalle verdienen Aufmerksamkeit. Der Svartifoss im Skaftafell-Nationalpark ist von dunklen Basaltsäulen umrahmt. Der Goðafoss im Norden hat eine bewegte Geschichte - hier wurden im Jahr 1000 die Statuen der alten Götter ins Wasser geworfen, als Island das Christentum annahm. Der Aldeyjarfoss, ebenfalls im Norden, kombiniert einen mächtigen Wasserfall mit bizarren Basaltformationen.
Nordlichter - Das Himmelstheater
Die Aurora Borealis, besser bekannt als Nordlichter, gehört zu den magischsten Naturphänomenen überhaupt. Island ist einer der besten Orte der Welt, um dieses Spektakel zu beobachten - die Insel liegt genau unter dem Polarlichteroval, und die geringe Bevölkerungsdichte bedeutet wenig Lichtverschmutzung.
Nordlichter entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen von der Sonne auf die Erdatmosphäre treffen und dabei Gasmoleküle zum Leuchten bringen. Das Ergebnis sind tanzende Lichter am Himmel, die von grünlich-weiß über rosa bis hin zu violett und rot changieren können. Die Intensität variiert von einem schwachen Schimmer am Horizont bis hin zu Lichterexplosionen, die den gesamten Himmel bedecken.
Die beste Zeit fur Nordlichter ist von September bis Marz, mit dem Höhepunkt um die Tagundnachtgleichen im September und Marz. Sie brauchen drei Dinge: Dunkelheit, klaren Himmel und Sonnenaktivität. Wahrend Sie die ersten beiden selbst uberprufen können, ist die Sonnenaktivität schwerer vorherzusagen. Die isländische Wetterseite (vedur.is) bietet eine Nordlicht-Vorhersage, die Ihnen hilft, Ihre Chancen einzuschätzen.
Wichtig: Nordlichter sind nicht garantiert. Selbst in der besten Saison kann es passieren, dass bedeckter Himmel oder geringe Sonnenaktivität Ihre Chancen zunichtemachen. Planen Sie mehrere Abende ein und machen Sie die Nordlichtjagd nicht zum einzigen Zweck Ihrer Reise.
Wenn Sie Nordlichter sehen wollen, verlassen Sie Reykjavik und seine Umgebung. Die Lichtverschmutzung ist minimal, aber jede Lichtquelle stört. Fahren Sie in eine dunkle Gegend, ziehen Sie sich warm an (Sie werden lange draußen stehen), und haben Sie Geduld. Manchmal erscheinen die Lichter erst nach Mitternacht.
Tierwelt - Vogel, Wale und Robben
Island hat keine einheimischen Landsäugetiere außer dem Polarfuchs - alles andere wurde von Menschen mitgebracht. Aber was das Land an Landfauna vermissen lasst, macht es durch seine reiche Meeres- und Vogelwelt mehr als wett.
Papageientaucher (Puffins) sind die heimlichen Maskottchen Islands. Etwa 60 Prozent der weltweiten Population dieser drolligen Vogel brütet in Island. Sie kommen im April, brüten in Kolonien an den Klippen und verschwinden im August wieder aufs offene Meer. Die besten Orte zur Beobachtung sind Latrabjarg in den Westfjorden, die Vestmannaeyjar (Westmanner-Inseln) und Borgarfjordur Eystri im Osten.
Wale sind Islands andere große Attraktion. In den Gewässern rund um die Insel leben 23 Walarten, darunter Buckelwale, Zwergwale, Finnwale, Orcas und die majestätischen Blauwale, die grossten Tiere, die je auf der Erde gelebt haben. Walbeobachtung in der Faxafloi-Bucht bei Reykjavik ist beliebt, aber Husavik im Norden hat die höchsten Erfolgsraten und die grosste Artenvielfalt.
Robben sind entlang der gesamten Kuste anzutreffen, besonders häufig an den Kusten der Westfjorde und des Vatnsnes-Halbinsel im Norden. Hvitserkur, eine spektakuläre Felsenformation, ist ein guter Ort fur Robbenbeobachtung.
Islandpferde verdienen eine besondere Erwähnung. Diese kleinwüchsigen, robusten Pferde kamen mit den ersten Siedlern und wurden über tausend Jahre isoliert gezüchtet. Sie beherrschen einen fünften Gang, den 'Tolt', der selbst auf unebenem Gelände ein unglaublich ruhiges Reiten ermöglicht. Reittouren sind eine wunderbare Art, die isländische Landschaft zu erleben.
Im Osten Islands leben die einzigen wilden Rentiere des Landes, Nachkommen von Tieren, die im 18. Jahrhundert aus Norwegen eingeführt wurden. Mit etwas Glück sehen Sie sie von der Straße aus, besonders im Winter, wenn sie in tiefere Lagen wandern.
4. Beste Reisezeit
Die Frage nach der besten Reisezeit fur Island lasst sich nicht pauschal beantworten - es hangt davon ab, was Sie erleben wollen. Jede Jahreszeit hat ihre eigenen Reize und Herausforderungen.
Sommer (Juni bis August)
Der Sommer ist die beliebteste Reisezeit und das aus guten Gründen. Die Tage sind lang - zur Sommersonnenwende im Juni geht die Sonne kaum unter und taucht die Landschaft in das berühmte 'Mitternachtssonnenlicht'. Die Temperaturen sind mild (10-15°C, manchmal bis 20°C), die meisten Straßen sind geöffnet, und die F-Straßen ins Hochland sind passierbar.
Die Nachteile: Der Sommer ist die teuerste Zeit. Hotels sind ausgebucht und verlangen Hochsaisonpreise. Beliebte Attraktionen sind uberfullt, besonders der Golden Circle und die Sudkuste. Nordlichter sind nicht sichtbar, weil es nicht dunkel genug wird. Und die berühmten Stechmuecken am Myvatn-See können im Juni und Juli zur Plage werden.
Mein Tipp: Wenn Sie im Sommer reisen, weichen Sie auf weniger besuchte Regionen aus - die Westfjorde, die Ostfjorde oder das Hochland. Buchen Sie Unterkuenfte und Mietwagen weit im Voraus, mindestens drei bis sechs Monate.
Winter (November bis Februar)
Der Winter ist die Zeit fur Nordlichter, gefrorene Wasserfalle und das mystische blaue Licht der kurzen Tage. Die Tageslichtzeit schrumpft auf nur vier bis fünf Stunden, aber diese Stunden bieten ein weiches, magisches Licht, das Fotografen lieben. Eishohlenwanderungen unter den Gletschern sind nur im Winter möglich.
Die Herausforderungen sind erheblich. Viele Straßen, insbesondere im Norden und Osten, können gesperrt sein. Das Wetter ist unberechenbar - Sturme können Plane über den Haufen werfen. Die Kalte (um die 0°C, gefühlt deutlich kälter durch den Wind) erfordert gute Ausruestung. Manche Sehenswürdigkeiten und Restaurants außerhalb von Reykjavik sind geschlossen.
Aber wenn Sie sich darauf einlassen, bietet der Winter Erlebnisse, die im Sommer unmöglich sind. Das Staunen, wenn die Nordlichter über Ihnen tanzen, das Gefühl, ganz allein an einem vereisten Wasserfall zu stehen, das surreale Blau einer Eishöhle - das alles gibt es nur im Winter.
Übergangszeiten (Marz bis Mai, September bis Oktober)
Die Schultersaisons sind fur viele die ideale Kompromisslosung. Im September und Oktober gibt es bereits Chancen auf Nordlichter, während die Tage noch lang genug fur Erkundungen sind. Die Herbstfarben können spektakulär sein, besonders im Norden. Im April und Mai erwacht das Land zum Leben, Wasserfalle fuhren Schmelzwasser und sind besonders eindrucksvoll, die Vogel kehren zurück.
Die Preise sind günstiger als im Hochsommer, die Menschenmassen kleiner. Allerdings kann das Wetter noch unberechenbarer sein als im Sommer, und einige Hochlandstraßen sind noch nicht geöffnet oder schon wieder geschlossen.
Klimatabelle fur Reykjavik
- Januar: -3 bis 2°C, 1-2 Stunden Tageslicht um die Wintersonnenwende
- April: 1-7°C, 14-18 Stunden Tageslicht
- Juli: 9-14°C, praktisch 24 Stunden Tageslicht
- Oktober: 2-7°C, 8-12 Stunden Tageslicht
Wichtig: Das Wetter in Island kann sich mehrmals täglich andern. 'Wenn dir das Wetter nicht gefallt, warte fünf Minuten' ist ein isländisches Sprichwort. Packen Sie immer Kleidung fur alle Eventualitäten ein, auch im Sommer.
5. Anreise nach Island
Fur Reisende aus dem DACH-Raum ist Island gut erreichbar. Die Flugzeit von Frankfurt, München, Zürich oder Wien betragt etwa 3,5 bis 4,5 Stunden - kurzer als nach Mallorca.
Fluege aus Deutschland
Frankfurt ist der am besten angebundene deutsche Flughafen fur Island. Icelandair fliegt mehrmals wöchentlich direkt nach Keflavik. PLAY, die neue isländische Billigfluggesellschaft, bietet günstige Alternativen. Lufthansa bedient die Strecke ebenfalls.
Von München gibt es Direktfluege mit Icelandair und saisonale Verbindungen mit anderen Airlines. Die Flugzeit ist etwa 4 Stunden.
Von Berlin, Hamburg, Düsseldorf und anderen deutschen Städten gibt es ebenfalls Verbindungen, oft mit Zwischenstopp in Kopenhagen, Amsterdam oder London. Vergleichen Sie die Preise - manchmal ist ein Flug mit Zwischenstopp deutlich günstiger.
Fluege aus Osterreich und der Schweiz
Von Wien aus fliegt Icelandair direkt nach Keflavik. Die Flugzeit betragt etwa 4,5 Stunden. Alternativ gibt es Verbindungen über Kopenhagen mit SAS oder über Frankfurt mit Lufthansa.
Von Zürich gibt es Direktfluege mit Icelandair und saisonale Verbindungen mit SWISS. Genf hat weniger direkte Optionen, aber Verbindungen über Paris oder Amsterdam sind gut machbar.
Flughafen Keflavik
Der internationale Flughafen Keflavik (KEF) liegt etwa 50 Kilometer südwestlich von Reykjavik auf der Reykjanes-Halbinsel. Der Flughafen ist modern, übersichtlich und effizient. Die Einreisekontrolle fur EU/EWR-Bürger ist in der Regel schnell.
Vom Flughafen nach Reykjavik haben Sie mehrere Optionen:
- Flybus: Der am häufigsten genutzte Shuttlebus fahrt zum BSI-Busterminal in Reykjavik und bietet Anschlussverbindungen zu Hotels. Kosten: etwa 25-35 EUR pro Person, Fahrzeit 45-50 Minuten.
- Flughafentaxi: Teuer, aber bequem. Rechnen Sie mit 150-180 EUR fur die Fahrt in die Innenstadt.
- Mietwagen: Wenn Sie ohnehin einen Mietwagen brauchen, können Sie ihn direkt am Flughafen übernehmen. Die Mietwagenstationen sind gut ausgeschildert.
Die Fahre aus Dänemark
Eine Alternative zum Flug ist die Fahre der Smyril Line von Hirtshals in Dänemark nach Seydisfjordur in den Ostfjorden. Die Überfahrt dauert etwa drei Tage, mit einem kurzen Zwischenstopp auf den Faroer-Inseln. Der Vorteil: Sie können Ihr eigenes Auto mitnehmen. Der Nachteil: Es ist zeitaufwendig und nicht unbedingt günstiger als Flug plus Mietwagen.
Die Fahre ist aber ein Erlebnis fur sich - die Fahrt durch den Nordatlantik, der Stopp auf den wunderschönen Faroern, die Ankunft im malerischen Seydisfjordur. Wenn Sie Zeit haben und das Abenteuer suchen, ist es eine Überlegung wert.
Einreise und Zoll
Island ist Teil des Schengen-Raums. Bürger aus Deutschland, Osterreich und der Schweiz benötigen nur einen gültigen Personalausweis oder Reisepass. Es gibt keine Grenzkontrollen im klassischen Sinne, obwohl bei der Ankunft am Flughafen Stichproben möglich sind.
Bei den Zollbestimmungen gibt es einige isländische Besonderheiten. Die Einfuhr von frischem Fleisch, Milchprodukten und rohen Eiern ist verboten - die Isländer schützen ihre isolierte Tierpopulation vor Krankheiten. Alkohol ist in Island teuer, daher nutzen viele die Duty-Free-Möglichkeit am Flughafen. Die erlaubte Menge fur Personen über 20 Jahren: 1 Liter Spirituosen plus 0,75 Liter Wein plus 3 Liter Bier, ODER 3 Liter Wein plus 6 Liter Bier (verschiedene Kombinationen möglich).
6. Transport in Island
Island hat kein Eisenbahnnetz, und der öffentliche Nahverkehr außerhalb von Reykjavik ist begrenzt. Fur die meisten Besucher ist ein Mietwagen die beste Option, obwohl organisierte Touren eine stressfreie Alternative sind.
Mietwagen - Die beste Wahl
Ein Mietwagen gibt Ihnen die Freiheit, Island in Ihrem eigenen Tempo zu erkunden. Die Ringstraße (Route 1) umrundet die gesamte Insel und ist fast vollständig asphaltiert. Fur diese Strecke genügt im Sommer ein normaler PKW.
Wenn Sie jedoch abseits der Hauptstraßen fahren wollen - zu vielen Wasserfallen, in die Westfjorde oder ins Hochland - brauchen Sie ein Allradfahrzeug. Die F-Straßen (Hochlandpisten) sind nur mit 4x4 erlaubt und erfordern Flussdurchquerungen.
Mietwagenpreise in Island sind hoch. Rechnen Sie mit mindestens 50-80 EUR pro Tag fur einen Kleinwagen im Sommer, 100-150 EUR fur einen SUV, und 200 EUR aufwärts fur einen Hochland-fähigen Superjeep. Buchen Sie mindestens drei Monate im Voraus fur die beste Auswahl und Preise.
Versicherungstipp: Die Standard-CDW (Collision Damage Waiver) deckt oft nicht alle Schaden ab. In Island gibt es spezielle Versicherungen fur Sand- und Ascheschaden (SAAP), Windschaden und Schaden durch Flussdurchquerungen. Überlegen Sie, ob sich eine Vollkasko-Absicherung lohnt - ein Steinschlag auf der Schotterstraße kann teuer werden.
F-Straßen und Hochlandpisten
Die F-Straßen (F steht fur 'fjall' = Berg) sind unbefestigte Hochlandpisten, die nur im Sommer und nur mit Allradfahrzeugen befahren werden dürfen. Die Öffnungszeiten variieren je nach Schnee und Wetter, typischerweise von Ende Juni bis Anfang September.
Diese Straßen erfordern Erfahrung. Flussdurchquerungen sind häufig, und es gibt keine Brücken. Die Tiefe und Strömung können sich täglich andern. Fahren Sie nie allein, informieren Sie jemanden über Ihre Plane, und haben Sie Notfallausruestung dabei. Im Zweifelsfall: Nicht überqueren.
Die Website road.is zeigt den aktuellen Status aller Straßen in Island - konsultieren Sie sie täglich vor Fahrtbeginn.
Öffentlicher Verkehr
In Reykjavik gibt es ein gut funktionierendes Busnetz (Straeto). Fur etwa 4 EUR pro Fahrt kommen Sie in alle Stadtteile. Eine Tageskarte kostet etwa 10 EUR.
Außerhalb von Reykjavik ist der öffentliche Verkehr begrenzt. Es gibt Überlandbusse zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie dem Golden Circle und der Sudkuste, aber die Frequenz ist gering und die Preise hoch. Fur flexible Erkundungen sind sie keine echte Alternative zum Mietwagen.
Organisierte Tagestouren ab Reykjavik sind eine gute Option, wenn Sie nicht selbst fahren wollen. Sie sind allerdings teuer (80-200 EUR pro Tour) und lassen wenig individuelle Flexibilität.
Inlandsfluge
Fur weitere Entfernungen, etwa von Reykjavik nach Akureyri im Norden oder nach Isafjordur in den Westfjorden, sind Inlandsfluge eine zeitsparende Option. Die Flugzeit betragt nur 45 Minuten statt 5-6 Stunden Autofahrt. Air Iceland Connect und andere kleine Airlines bedienen diese Strecken.
7. Kultureller Kodex
Die Isländer sind ein freundliches, aber zurückhaltendes Volk. Ein paar kulturelle Hinweise helfen Ihnen, sich respektvoll zu verhalten und das Beste aus Ihren Begegnungen zu machen.
Umgang mit der Natur
Die wichtigste Regel in Island: Respektieren Sie die Natur. Die isländische Landschaft ist empfindlich und regeneriert sich nur langsam. Moos, das Jahrhunderte zum Wachsen braucht, kann durch einen einzigen Schritt zerstört werden. Bleiben Sie auf markierten Wegen und Parkplatzen. Fahren Sie niemals abseits der Straßen - 'Off-Road-Fahren' ist in Island illegal und wird mit hohen Geldstrafen geahndet.
Drohnen sind an vielen Orten verboten, insbesondere in der Nahe von Vogelbrutplatzen und in Nationalparks. Informieren Sie sich vor dem Fliegen über die aktuellen Regeln.
Wildcampen ist in Island eingeschränkt. In Nationalparks und Schutzgebieten ist es verboten, und auf privatem Land brauchen Sie die Erlaubnis des Eigentümers. Die beste Option sind die zahlreichen Campingplatze, die über das ganze Land verteilt sind.
Gesellschaftliche Normen
Die isländische Gesellschaft ist egalitär und informell. Es gibt keine formellen Anreden - jeder wird mit dem Vornamen angesprochen, auch Politiker und Firmenchefs. Das isländische 'Du' ist Standard in allen Situationen.
Pünktlichkeit wird geschätzt, aber die Isländer sind entspannter als viele Deutsche. Bei privaten Einladungen ist es akzeptabel, 10-15 Minuten später zu kommen.
Trinkgeld ist in Island nicht üblich. Die Preise in Restaurants und Hotels beinhalten bereits den Service. Sie müssen nichts zusätzlich geben, obwohl es bei ausgezeichnetem Service natürlich nicht abgelehnt wird.
Elfenglaube und Naturgeister
Ein überraschendes Element der isländischen Kultur ist der Glaube an 'Huldufolk' - verborgenes Volk oder Elfen. Umfragen zeigen, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung die Existenz dieser Wesen zumindest nicht ausschließt. Es gibt Geschichten von Straßenbau-Projekten, die umgeleitet wurden, um einen 'Elfenstein' nicht zu stören.
Als Besucher sollten Sie diesen Glauben respektieren und nicht belächeln. Er ist Teil der isländischen Identität und der tiefen Verbundenheit mit der Natur. Ob die Isländer wirklich an Elfen glauben oder ob es eine poetische Metapher fur den Respekt vor der Natur ist - das Ergebnis ist das gleiche: eine Kultur, die ihre Umwelt achtet.
Heiße Quellen und Schwimmbader
Heiße Quellen und geothermische Schwimmbader sind ein zentraler Teil der isländischen Kultur. Es gibt über 120 öffentliche Schwimmbader im Land, und jedes Dorf hat mindestens eins. Diese Bader sind soziale Treffpunkte, wo Geschäfte gemacht, Neuigkeiten ausgetauscht und Freundschaften gepflegt werden.
Die Etikette ist wichtig: Sie müssen vor dem Baden duschen - ohne Badekleidung, mit Seife. Schilder in den Umkleiden zeigen, welche Körperteile besonders gründlich zu waschen sind. Das mag fur mitteleuropäische Sensibilitäten ungewohnt sein, aber es ist aus hygienischen Gründen unverzichtbar und wird streng kontrolliert.
In den Becken selbst herrscht eine entspannte Atmosphäre. Unterhalten Sie sich ruhig mit Einheimischen - viele sprechen gern mit Besuchern. Aber schreien oder springen Sie nicht - die Bader sind Orte der Entspannung, nicht des Tobens.
Sprache
Isländisch ist eine der ältesten noch gesprochenen germanischen Sprachen und hat sich seit der Wikingerzeit kaum verändert. Moderne Isländer können die Sagas aus dem 13. Jahrhundert noch im Original lesen. Die Sprache ist fur Ausländer fast unmöglich zu lernen - aber ein paar Wörter werden geschätzt:
- Halló - Hallo
- Takk - Danke
- Já/Nei - Ja/Nein
- Góðan dag - Guten Tag
- Bless - Tschüss
Die gute Nachricht: Fast alle Isländer sprechen ausgezeichnet Englisch, und viele auch Dänisch oder andere skandinavische Sprachen. Mit Deutsch kommen Sie in touristischen Gebieten manchmal auch weiter.
8. Sicherheit
Island gehört zu den sichersten Ländern der Welt. Die Kriminalitätsrate ist extrem niedrig, und die Polizei tragt normalerweise keine Waffen. Dennoch gibt es Risiken, die Sie ernst nehmen sollten - und sie kommen alle von der Natur.
Naturgefahren
Wetter: Das Wetter in Island kann sich in Minuten andern. Ein sonniger Tag kann in einen Sturm umschlagen, und umgekehrt. Prüfen Sie immer die Wettervorhersage auf vedur.is vor Ausflügen und nehmen Sie Kleidung fur alle Eventualitäten mit.
Stürme: Island erlebt regelmasig heftige Stürme mit Windgeschwindigkeiten über 100 km/h. Bei solchen Bedingungen sollten Sie nicht Auto fahren und nicht draußen sein. Autoturen können aus der Hand gerissen werden, und Personen können umgeblasen werden.
Wellen: Die Strande an der Sudkuste, insbesondere Reynisfjara bei Vik, sind berüchtigt fur ihre 'Sneaker Waves' - unvorhersehbare, starke Wellen, die weit über den Strand rollen können. Mehrere Touristen sind hier bereits ums Leben gekommen. Halten Sie immer Abstand zur Wasserlinie und kehren Sie dem Meer nie den Rücken zu.
Gletscher und Gletscherlagunen: Betreten Sie niemals einen Gletscher ohne Führer und entsprechende Ausrüstung. Gletscherspalten können tödlich sein. Halten Sie auch Abstand von den Ufern der Gletscherlagunen - die Eisberge können umkippen und Wellen verursachen.
Geothermalgebiete: Der Boden in Geothermalgebieten kann instabil und das Wasser kochend heiß sein. Bleiben Sie auf den markierten Wegen. Fallen in eine heiße Quelle ist kein Spaß - es hat bereits Todesfalle gegeben.
Sicherheit beim Fahren
Die meisten Unfälle in Island passieren auf den Straßen. Die einspurigen Brücken, blinde Hügel, Schotterpisten und das unberechenbare Wetter fordern Aufmerksamkeit. Fahren Sie langsamer als gewohnt, besonders auf Schotterstraßen. Passen Sie Ihre Geschwindigkeit den Bedingungen an, nicht den Schildern.
Schafe haben in Island freien Zugang zu den Straßen und können jederzeit überqueren. Besonders im Herbst, wenn die Schafe von den Bergen geholt werden, ist Vorsicht geboten.
Notfallnummern
Die europäische Notrufnummer 112 funktioniert in Island. Es gibt ausgezeichnete Such- und Rettungsdienste (ICE-SAR), die freiwillig organisiert sind, aber hochprofessionell arbeiten. Die App 'Safetravel' erlaubt Ihnen, Ihre Reiseroute zu registrieren, sodass im Notfall bekannt ist, wo Sie sich befinden sollten.
9. Gesundheit
Island hat ein exzellentes Gesundheitssystem. Als EU/EWR-Bürger haben Sie mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) Anspruch auf medizinische Notfallversorgung zu denselben Bedingungen wie Isländer. Dennoch ist eine Reisekrankenversicherung dringend empfohlen - sie deckt Dinge ab, die die EHIC nicht abdeckt, wie Rücktransport, Bergrettung und private Arztleistungen.
Medizinische Versorgung
In Reykjavik gibt es gute Krankenhäuser und Arztpraxen. Außerhalb der Hauptstadt ist die medizinische Versorgung begrenzter, aber es gibt Gesundheitszentren in allen grosseren Orten. In entlegenen Gebieten wie dem Hochland oder den Westfjorden kann es jedoch lange dauern, bis Hilfe eintrifft.
Apotheken (Apótek) gibt es in allen Städten. Sie fuhren die meisten gängigen Medikamente, aber spezielle Medikamente sollten Sie von zu Hause mitbringen.
Besondere Gesundheitshinweise
Kalte: Unterkühlung ist eine reale Gefahr, besonders wenn Sie nass werden. Kleiden Sie sich in Schichten, tragen Sie wasserdichte Außenbekleidung und trockene Wechselkleidung.
Höhenluft: Das Hochland erreicht Hohen bis zu 2000 Metern. Menschen mit Herz- oder Lungenerkrankungen sollten vorsichtig sein.
Leitungswasser: Das Leitungswasser in Island ist eines der reinsten der Welt und kann bedenkenlos getrunken werden. Allerdings riecht das heiße Wasser oft nach Schwefel (Geothermie) - das ist normal und ungefährlich, aber zum Trinken nehmen Sie das kalte Wasser.
Pollenallergien: Die isländische Flora ist begrenzt, aber Gräser und einige Pflanzen können im Sommer Allergien auslosen. Wenn Sie empfindlich sind, bringen Sie entsprechende Medikamente mit.
Sonne: Im Sommer kann die Sonne auch in hohen Breiten intensiv sein, besonders wegen der Reflexion von Wasser und Schnee. Sonnencreme und Sonnenbrille sind empfehlenswert.
10. Geld und Budget
Island ist teuer - das lasst sich nicht schonreden. Das Land zahlt regelmäßig zu den teuersten der Welt. Aber mit der richtigen Planung können Sie die Kosten kontrollieren, ohne auf wesentliche Erlebnisse zu verzichten.
Wahrung und Zahlung
Die Währung ist die Isländische Krone (ISK). Der Kurs schwankt, aber als Faustregel können Sie mit etwa 150 ISK pro 1 EUR rechnen (prüfen Sie den aktuellen Kurs vor Ihrer Reise).
Kreditkarten werden praktisch überall akzeptiert, sogar in den entlegensten Tankstellen und Berghütten. Visa und Mastercard sind am weitesten verbreitet. Bargeld ist fur den täglichen Gebrauch kaum notwendig, aber es schadet nicht, etwas dabei zu haben fur Notfalle oder kleine Geschäfte.
Geldautomaten gibt es in allen Städten. Die Gebühren sind moderat, aber fragen Sie bei Ihrer Bank nach Auslandseinsatzgebühren.
Typische Kosten (in EUR, ca.)
- Budget-Hostel (Mehrbettzimmer): 40-60 EUR pro Nacht
- Mittelklasse-Hotel: 150-250 EUR pro Nacht
- Luxushotel: 300-500 EUR und mehr pro Nacht
- Campingplatz: 15-25 EUR pro Person und Nacht
- Mietwagen (Kleinwagen): 50-80 EUR pro Tag
- Mietwagen (4x4 SUV): 100-180 EUR pro Tag
- Benzin: 2,00-2,30 EUR pro Liter
- Mahlzeit im Restaurant: 25-50 EUR
- Fast Food / Imbiss: 15-25 EUR
- Bier in der Bar: 8-12 EUR
- Kaffee: 4-6 EUR
- Supermarkt (Tagesbedarf): 30-50 EUR
- Eintritt Blaue Lagune: 60-120 EUR (je nach Paket)
- Gletscherwanderung (3-4 Std): 80-120 EUR
- Walbeobachtung: 80-100 EUR
- Nordlichter-Tour: 60-80 EUR
Spartipps
Selbstversorgung: Kaufen Sie in Supermärkten ein und kochen Sie selbst. Die Ketten Bonus (rosa Schweinchen-Logo) und Kronan sind am günstigsten. Viele Hostels und Guesthouses haben Kochgelegenheiten.
Camping: Im Sommer ist Camping die günstigste Übernachtungsoption. Die Campingcard fur etwa 170 EUR erlaubt Ihnen 28 Nachte auf teilnehmenden Platzen.
Öffentliche heiße Quellen: Statt der teuren Blauen Lagune besuchen Sie ein lokales Schwimmbad (5-10 EUR) oder suchen Sie natürliche heiße Quellen (kostenlos, aber oft abgelegen und manchmal heiß).
Flybus statt Taxi: Der Transfer vom Flughafen mit dem Flybus kostet einen Bruchteil des Taxis.
Reisezeit: Außerhalb der Hochsaison (Juni-August) sind Fluege, Unterkuenfte und Mietwagen deutlich günstiger.
Duty-Free am Flughafen: Nutzen Sie die Duty-Free-Möglichkeit bei der Ankunft fur Alkohol - in Island ist Alkohol sehr teuer und nur in staatlichen Geschäften (Vinbudin) erhältlich.
Tagesbudgets (pro Person, realistisch)
- Budget-Reisender (Camping, Selbstversorgung): 80-120 EUR
- Mittleres Budget (Gutsthouse, gemischte Verpflegung): 180-250 EUR
- Komfortabel (Hotel, Restaurants): 300-450 EUR
- Luxus (gehobene Hotels, Fine Dining): 500 EUR und mehr
11. Reiserouten
Island bietet unendliche Möglichkeiten, aber die Zeit ist begrenzt. Hier sind detaillierte Routenvorschlage fur verschiedene Reisedauern, die die Highlights abdecken und realistische Fahrzeiten berücksichtigen.
7 Tage: Die klassische Rundreise (Südwesten und Golden Circle)
Fur einen ersten Besuch in Island ist eine Woche die Mindestdauer, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu erleben. Diese Route konzentriert sich auf den zugänglichsten und beliebtesten Teil des Landes.
Tag 1: Ankunft und Reykjanes-Halbinsel
Landen Sie am Morgen in Keflavik und holen Sie Ihren Mietwagen ab. Statt direkt nach Reykjavik zu fahren, erkunden Sie die Reykjanes-Halbinsel. Besuchen Sie die Brücke zwischen den Kontinenten, wo Sie symbolisch zwischen der eurasischen und nordamerikanischen Platte stehen können. Sehen Sie sich die neuen Lavafelder der jüngsten Ausbrüche an (sofern sie sicher zugänglich sind). Am Nachmittag entspannen Sie in der Blauen Lagune - buchen Sie unbedingt vorab. Übernachtung in Reykjavik.
Tag 2: Reykjavik
Widmen Sie den Tag der Erkundung von Reykjavik. Besuchen Sie die Hallgrimskirkja-Kirche und genießen Sie die Aussicht vom Turm. Schlendern Sie durch die Haupteinkaufsstraße Laugavegur, besuchen Sie das Nationalmuseum oder das Perlan-Museum. Am Nachmittag spazieren Sie zum alten Hafen und bewundern Sie die Sun Voyager Skulptur und das Konzerthaus Harpa. Übernachtung in Reykjavik.
Tag 3: Der Goldene Ring
Früher Start fur den Golden Circle. Beginnen Sie mit Thingvellir, wo Sie die geologischen Verwerfungen und den historischen Versammlungsort bewundern können. Weiter zum Geysir-Geothermalgebiet, wo der Strokkur alle paar Minuten ausbricht. Beenden Sie den Tag am mächtigen Gullfoss-Wasserfall. Übernachtung im Golden-Circle-Gebiet (Selfoss, Hella oder Fludir) bietet die Möglichkeit, die Secret Lagoon in Fludir zu besuchen - eine authentischere Alternative zur Blauen Lagune.
Tag 4: Sudkuste bis Vik
Fahren Sie entlang der dramatischen Sudkuste. Stoppen Sie am Seljalandsfoss (gehen Sie hinter den Wasserfall) und am mächtigen Skogafoss. Besuchen Sie das Skogar-Museum fur einen Einblick in das traditionelle isländische Leben. Erreichen Sie Vik am Nachmittag und besuchen Sie den berühmten schwarzen Strand Reynisfjara - aber Vorsicht vor den Wellen! Übernachtung in Vik.
Tag 5: Gletscherlagune und Diamantstrand
Früher Aufbruch fur die Fahrt zur Gletscherlagune Jokulsarlon, etwa 2,5 Stunden ostwärts. Verbringen Sie Zeit damit, die treibenden Eisberge zu beobachten und die Robben zu entdecken. Gehen Sie zum Diamond Beach, wo Eisstücke auf dem schwarzen Sand glitzern. Am Nachmittag Option fur eine Bootsfahrt zwischen den Eisbergen oder eine Gletscherwanderung im Skaftafell-Nationalpark. Fahrt zurück Richtung Westen, Übernachtung in der Region Hofn oder Kirkjubaejarklaustur.
Tag 6: Skaftafell und Rückfahrt
Wenn Sie gestern keine Gletscherwanderung gemacht haben, ist heute die Chance. Eine Tour auf dem Svinafellsjokull oder Falljokull ist ein unvergessliches Erlebnis. Wandern Sie ansonsten zum Svartifoss-Wasserfall mit seinen Basaltsäulen. Fahrt zurück nach Reykjavik mit Stopps nach Belieben. Übernachtung in Reykjavik.
Tag 7: Abreise
Je nach Flugzeit noch Zeit fur letzte Einkaufe oder einen morgendlichen Spaziergang durch Reykjavik. Fahrt zum Flughafen und Rückgabe des Mietwagens.
10 Tage: Erweiterte Sudkuste mit Snaefellsnes
Mit zehn Tagen können Sie die klassische Route entspannter erleben und die Halbinsel Snaefellsnes hinzufügen.
Tage 1-5: Wie oben
Folgen Sie dem 7-Tage-Plan, aber mit mehr Zeit an jedem Ort. Übernachten Sie zwei Nachte im Golden-Circle-Gebiet, zwei Nachte in der Sudkuste.
Tag 6: Skaftafell und Rückfahrt
Genießen Sie den Skaftafell-Nationalpark ausgiebig. Wandern Sie zum Svartifoss und auf den Skaftafellsjokull (nur mit Führer). Fahren Sie zurück nach Reykjavik, aber nehmen Sie sich Zeit fur Stopps. Übernachtung in Reykjavik.
Tag 7: Fahrt nach Snaefellsnes
Morgendliche Fahrt nach Snaefellsnes (etwa 2-3 Stunden). Erkunden Sie die Sudkuste der Halbinsel: Arnarstapi mit seinen Basaltformationen, Djupalonssandur mit dem schwarzen Strand und den Schiffswrack-Überresten. Übernachtung in Stykkisholmur oder Grundarfjordur.
Tag 8: Snaefellsnes-Höhepunkte
Fotografieren Sie den ikonischen Kirkjufell-Berg. Fahren Sie um die Spitze der Halbinsel und genießen Sie die Aussicht auf den Snaefellsjokull-Gletscher. Erkunden Sie Lavahohlen (Vatnshellir-Tour) oder wandern Sie in der Nahe des Gletschers. Übernachtung auf Snaefellsnes.
Tag 9: Rückkehr nach Reykjavik
Entspannte Rückfahrt mit Stopps nach Belieben. Nachmittag in Reykjavik fur letzte Erkundungen, Einkaufe oder einen Besuch der lokalen Schwimmbader. Abschiedsabendessen in einem guten Restaurant. Übernachtung in Reykjavik.
Tag 10: Abreise
Fahrt zum Flughafen.
14 Tage: Die vollständige Ringstraße
Zwei Wochen erlauben Ihnen, die gesamte Ringstraße zu fahren und dabei auch entlegenere Ecken zu entdecken.
Tag 1: Ankunft
Ankunft in Keflavik, Mietwagen-Übernahme. Blaue Lagune oder Sky Lagoon. Übernachtung Reykjavik.
Tag 2: Reykjavik
Vollständiger Tag in der Hauptstadt. Hallgrimskirkja, Harpa, Perlan, Nationalmuseum, Rathaus. Walbeobachtung optional. Übernachtung Reykjavik.
Tag 3: Golden Circle
Thingvellir, Geysir, Gullfoss. Übernachtung Selfoss/Hella.
Tag 4: Sudkuste
Seljalandsfoss, Skogafoss, Reynisfjara. Übernachtung Vik.
Tag 5: Gletscherlagune
Jokulsarlon, Diamond Beach, Skaftafell. Gletscherwanderung. Übernachtung Hofn.
Tag 6: Ostfjorde
Fahrt durch die Ostfjorde, eine der landschaftlich schönsten Strecken Islands. Stoppen Sie in den malerischen Fischerdörfern. Übernachtung Egilsstadir oder Seydisfjordur.
Tag 7: Ostfjorde Erkundung
Tagesausflug nach Seydisfjordur (wenn Sie dort nicht übernachtet haben) oder Borgarfjordur Eystri fur Papageientaucher (Sommer). Wandern in der Region. Übernachtung Egilsstadir.
Tag 8: Fahrt in den Norden
Fahrt über den Nordosten Islands, durch die Mondlandschaft bei Möðrudalur. Stopp am mächtigen Dettifoss-Wasserfall. Weiter zum Myvatn-See. Übernachtung Myvatn.
Tag 9: Myvatn-Region
Voller Tag in der geologisch aktiven Myvatn-Region. Pseudokrater, Lavaformationen bei Dimmuborgir, Krafla-Vulkangebiet, heiße Quellen. Bad im Myvatn Nature Bath. Übernachtung Myvatn.
Tag 10: Husavik und Akureyri
Morgens Walbeobachtung in Husavik (optional). Fahrt nach Akureyri, der Hauptstadt des Nordens. Nachmittag in Akureyri: Botanischer Garten, Stadtzentrum. Übernachtung Akureyri.
Tag 11: Trollaskagi
Fahren Sie die Küstenstrasse über die Trollaskagi-Halbinsel statt der kürzeren Route durch den Tunnel. Besuchen Sie die malerischen Dörfer Siglufjordur (Heringsmuseum) und Hofsos (Schwimmbad mit Fjordblick). Übernachtung im Skagafjordur-Gebiet.
Tag 12: Fahrt nach Snaefellsnes
Lange Fahrt über den Westen (etwa 4-5 Stunden). Stopp am Hvitserkur-Felsen (Robbensichtungen möglich). Ankunft auf Snaefellsnes am Abend. Übernachtung Snaefellsnes.
Tag 13: Snaefellsnes
Voller Tag auf der 'Island in Miniatur'-Halbinsel. Kirkjufell, Arnarstapi, Djupalonssandur, Snaefellsjokull. Übernachtung Snaefellsnes oder Rückfahrt nach Reykjavik.
Tag 14: Abreise
Je nach Flugzeit letzte Erkundungen oder direkte Fahrt zum Flughafen.
21 Tage: Die ultimative Island-Erfahrung
Mit drei Wochen haben Sie Zeit fur alles: die Ringstraße, die Westfjorde, das Hochland und genug Puffer für Wetterkapriolen und spontane Entdeckungen.
Tage 1-11: Ringstraße
Folgen Sie dem 14-Tage-Plan, aber langsamer und mit mehr Zeit an jedem Ort.
Tage 12-15: Westfjorde
Von Snaefellsnes oder dem Norden aus fahren Sie in die Westfjorde. Dies ist die abgelegenste Region Islands und erfordert Zeit. Besuchen Sie Isafjordur, den spektakulären Dynjandi-Wasserfall, den roten Strand Raudasandur und die Vogelklippen von Latrabjarg. Die Straßen sind kurvenreich und oft nicht asphaltiert - nehmen Sie sich Zeit.
Tage 16-17: Hochland (Landmannalaugar)
Mit einem Allradfahrzeug können Sie ins Hochland fahren. Landmannalaugar mit seinen bunten Rhyolithbergen ist das zugänglichste Ziel. Baden Sie in den natürlichen heißen Quellen und wandern Sie in der surrealen Landschaft.
Tage 18-19: Thorsmork
Thorsmork ist ein gruenes Tal zwischen Gletschern und nur mit Superjeep oder Hochlandbus erreichbar. Wandern Sie in einer der schönsten Landschaften Islands. Der mehrtägige Laugavegur-Trail startet hier (oder endet hier, je nach Richtung).
Tag 20: Rückkehr nach Reykjavik
Rückfahrt aus dem Hochland. Letzter Abend in Reykjavik.
Tag 21: Abreise
Flughafen und Heimreise.
12. Kommunikation
Island ist gut vernetzt, aber es gibt einige Dinge zu beachten, besonders wenn Sie in entlegenere Gebiete fahren.
Mobilfunk
Ihr deutsches, österreichisches oder Schweizer Handy funktioniert in Island dank EU/EWR-Roaming ohne zusätzliche Kosten (für EU-Tarife). Sie können Ihre heimische SIM-Karte normal nutzen - Anrufe, SMS und Daten werden wie zu Hause abgerechnet. Prüfen Sie dennoch Ihren Tarif vor der Reise.
Die Abdeckung in besiedelten Gebieten und entlang der Ringstraße ist gut. In abgelegenen Gegenden - Hochland, Teile der Westfjorde, manche Fjorde im Osten - gibt es oft keinen Empfang. Planen Sie entsprechend und verlassen Sie sich nicht auf Ihr Handy fur Navigation in diesen Gebieten.
Internet
WLAN ist in praktisch allen Hotels, Guesthouses und Cafés kostenlos verfügbar. Die Geschwindigkeit ist in der Regel gut. Viele Campingplatze bieten ebenfalls WLAN an, die Qualität variiert jedoch.
Fur Reisen in abgelegene Gebiete können Sie lokale SIM-Karten mit Datenpaketen kaufen (Siminn, Vodafone, Nova). Ein Datenpaket mit 5 GB kostet etwa 20-30 EUR und ist nützlich als Backup.
Post
Die isländische Post (Posturinn) ist zuverlässig. Eine Postkarte nach Deutschland kostet etwa 2 EUR und braucht ungefähr eine Woche. Briefmarken gibt es in Postämtern und manchmal in Souvenirgeschäften.
Notfallkommunikation
In Gebieten ohne Mobilfunkempfang ist ein Satellitentelefon oder ein Spot/Garmin InReach-Gerät eine sinnvolle Sicherheitsmaßnahme. Diese können in Reykjavik gemietet werden. Die isländische Such- und Rettungsorganisation ICE-SAR empfiehlt, Reisepläne zu hinterlassen und die Safetravel-App zu nutzen.
13. Isländische Küche
Die isländische Küche hat sich von einer notwendigen Überlebenskunst zu einer ernstzunehmenden kulinarischen Szene entwickelt. Die Kombination aus traditionellen Techniken und modernen Einflüssen macht das Essen in Island zu einem Erlebnis - wenn auch oft einem teuren.
Traditionelle Gerichte
Die traditionelle isländische Küche wurde von der Notwendigkeit geprägt, Lebensmittel ohne Kuhlschränke durch lange, dunkle Winter zu konservieren. Einige dieser Methoden sind aus moderner Sicht... gewohnungsbedürftig.
Hákarl (fermentierter Hai): Der berühmteste (oder berüchtigste) isländische Snack. Gronlandhai wird monatelang fermentiert, bis er einen intensiven Ammoniakgeruch entwickelt. Der Geschmack ist milde ausgedruckt 'herausfordernd'. Ein Stück zu probieren ist fast ein Initiationsritus fur Island-Besucher. Viele Isländer selbst essen es nur einmal im Jahr, zum Thorrabloet-Fest.
Svið (gesengter Schafskopf): Ein halber Schafskopf, gesengt und gekocht. Die Augen und Wangen gelten als Delikatessen. Definitiv nicht fur jeden, aber ein authentisches Stuck isländischer Esskultur.
Harðfiskur (Trockenfisch): Getrockneter Fisch, traditionell mit Butter gegessen. Ein proteinreicher Snack, der überraschend gut schmeckt und in jedem Supermarkt erhältlich ist.
Pylsur (Hot Dogs): Die isländischen Hot Dogs sind legendär. Die besten gibt es bei Baejarins Beztu in Reykjavik - bestellen Sie 'eina með öllu' (einen mit allem), was Remoulade, süssen Senf, rohe und gebratene Zwiebeln bedeutet.
Lamm: Isländische Lämmer verbringen den Sommer frei in den Bergen und ernähren sich von wilden Kräutern und Gräsern. Das Ergebnis ist Fleisch von herausragender Qualität mit einem unverwechselbaren Geschmack. Hangikjöt (gerauchtertes Lamm) ist besonders zu Weihnachten beliebt.
Skyr: Dieses Milchprodukt ähnelt griechischem Joghurt, ist aber technisch ein Frischkase. Reich an Protein und arm an Fett, ist Skyr ein isländisches Superfood, das inzwischen weltweit bekannt ist. Probieren Sie es mit isländischen Blaubeeren.
Meeresfrüchte
Island ist von fischreichen Gewässern umgeben, und Meeresfrüchte spielen eine zentrale Rolle in der Ernährung.
Plokkfiskur: Ein traditionelles Gericht aus Kartoffelpüree mit zerrupftem Fisch (meist Kabeljau oder Schellfisch) und Zwiebeln. Einfach, nahrhaft und überraschend köstlich.
Fischsuppe: Eine cremige, reichhaltige Suppe, die in den meisten Restaurants als Vorspeise angeboten wird. In der Regel mit verschiedenen lokalen Fischsorten und oft mit Kraeutern und Gewürzen verfeinert.
Frischer Fisch: Kabeljau, Schellfisch, Heilbutt, Rotbarsch - die Auswahl ist groß, und die Qualität ist hervorragend. In guten Restaurants wird der Fisch des Tages oft auf kreative Weise zubereitet.
Hummer: Der isländische 'Langoustine' (eigentlich Kaisergranat) ist kleiner als der amerikanische Hummer, aber zart und geschmackvoll. Hofn im Südosten ist die Hummerhauptstadt Islands.
Moderne isländische Küche
In den letzten Jahren hat Island eine kulinarische Renaissance erlebt. Junge Koche kombinieren traditionelle Zutaten und Techniken mit modernen Einflüssen und haben Reykjavik zu einem überraschenden Foodie-Ziel gemacht.
Restaurants wie Dill (Islands einziges Michelin-Restaurant), Grillid und Matur og Drykkur bieten gehobene isländische Küche auf Weltklasse-Niveau. Die Preise sind entsprechend - rechnen Sie mit 100-200 EUR pro Person fur ein Tasting-Menü.
Fur ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis suchen Sie nach 'Lunch-Specials' in den besseren Restaurants - viele bieten zur Mittagszeit verkürzte Menüs zu deutlich niedrigeren Preisen an.
Gebackes und Suesswaren
Kleinur: Gedrehte, frittierte Teigstuecke, ähnlich wie Doughnuts, aber weniger süss. Perfekt zum Kaffee.
Rúgbrauð (Roggenbrot): Dieses dichte, susliche Brot wird traditionell in heißen Quellen gebacken - die geothermische Energie macht es möglich. Es passt hervorragend zu Butter und gerauchnertem Fisch.
Isländische Schokolade: Die lokalen Schokoladenhersteller wie Noa Siríus und Omnom produzieren hochwertige Schokolade, die auch international Anerkennung gefunden hat.
Getränke
Kaffee: Die Isländer zahlen zu den grossten Kaffeetrinkern der Welt. Die Kaffeekultur ist ausgeprägt, und Sie finden überall gute Cafés mit lokal geröstetem Kaffee. Refillis sind in vielen Lokalen kostenlos.
Bier: Bier war in Island bis 1989 verboten (ja, wirklich). Seitdem hat sich eine lebhafte Craft-Bier-Szene entwickelt. Brauereien wie Borg, Einstök und Segull 67 produzieren ausgezeichnete Biere. Probieren Sie sie in den zahlreichen Bars, denn im Supermarkt gibt es nur leichtes Bier.
Brennivin: Bekannt als 'Schwarzer Tod', ist dieser Schnaps aus fermentierten Kartoffeln mit Kümmel das isländische Nationalgetränk. Er wird traditionell zum Hákarl getrunken, um den Geschmack zu Übertonen.
Alkohol kaufen: Alkohol außer Leichtbier ist nur in staatlichen Geschäften (Vinbudin) erhältlich. Die Öffnungszeiten sind begrenzt, und die Preise sind hoch. Nutzen Sie die Duty-Free-Möglichkeit bei der Ankunft am Flughafen.
14. Souvenirs
Island bietet eine Reihe von einzigartigen Souvenirs, die über die üblichen touristischen Kitschprodukte hinausgehen. Allerdings: Echte isländische Handwerksprodukte sind nicht billig. Vorsicht vor billigen 'isländischen' Produkten, die in China hergestellt wurden.
Traditionelle Handwerksprodukte
Lopapeysa (isländischer Wollpullover): Diese ikonischen Pullover mit dem charakteristischen Muster um den Halsausschnitt sind warm, langlebig und zeitlos schoen. Ein handgestrickter Pullover aus echter isländischer Wolle kostet 150-300 EUR, ist aber eine Investition fürs Leben. Die Wolle der isländischen Schafe hat einzigartige Eigenschaften - sie ist wasserabweisend und atmungsaktiv zugleich.
Wollprodukte allgemein: Neben Pullovern finden Sie Mützen, Schals, Handschuhe und Decken aus isländischer Wolle. Besuchen Sie den Handarbeitsladen Handprjónasambandið in Reykjavik für eine große Auswahl.
Keramik und Glaskunst: Isländische Kunsthandwerker produzieren wunderschöne Keramik und Glasarbeiten, oft inspiriert von der Natur. Die Stücke sind nicht billig, aber einzigartig.
Lavaschmuck: Schmuck aus vulkanischem Gestein und Lavaglas ist ein typisch isländisches Produkt. Achten Sie auf Qualität - der billige Ramsch kommt oft nicht aus Island.
Kulinarische Souvenirs
Schokolade: Isländische Schokolade von Herstellern wie Omnom oder Noa Síríus ist hochwertig und kommt gut verpackt. Ein perfektes Geschenk, das nicht zu viel Platz im Koffer braucht.
Salz: Isländisches Meersalz, oft mit Birkenrauch oder anderen Aromen verfeinert, ist ein ausgefallenes kulinarisches Souvenir.
Lakritz: Die Isländer lieben Lakritz, und isländische Lakritzprodukte sind oft intensiver als mitteleuropäische. Probieren Sie die Kombination aus Schokolade und Lakritz.
Harðfiskur: Getrockneter Fisch ist leicht, haltbar und ein authentisches Stück isländischer Esskultur.
Buecher und Musik
Island hat eine lebhafte Literatur- und Musikszene. Isländische Bücher (viele in deutscher Übersetzung erhältlich) und Alben lokaler Künstler sind tolle Souvenirs. Die Buchhandlungen in Reykjavik sind einen Besuch wert.
Was Sie NICHT kaufen sollten
Produkte aus Papageientauchern: Obwohl legal, ist der Kauf aus ethischen Gründen fraglich.
Produkte mit unklarer Herkunft: Viele 'isländische' Souvenirs werden in Asien hergestellt. Schauen Sie auf das Etikett.
Lavastein aus der Natur: Es ist nicht illegal, Steine mitzunehmen, aber es ist respektlos gegenüber der Natur. Kaufen Sie stattdessen verarbeitete Produkte.
15. Nützliche Apps
Einige Apps erleichtern Ihre Island-Reise erheblich. Laden Sie diese vor der Abreise herunter:
- Vedur.is / Veður: Die offizielle Wetter-App des isländischen Wetterdienstes. Unverzichtbar fur die Planung, inklusive Nordlicht-Vorhersage und Windwarnungen.
- Road.is / Vegagerdin: Zeigt den aktuellen Zustand aller Straßen, Sperrungen und Webcams. Essentiell fur Selbstfahrer.
- Safetravel: Registrieren Sie Ihre Reiseroute, damit die Rettungsdienste wissen, wo Sie sein sollten. Kostenlos und beruhigend.
- 112 Iceland: Die Notfall-App sendet Ihren GPS-Standort an die Rettungsdienste, wenn Sie Hilfe rufen.
- Appureyri: Offline-Karten und Infos zu Sehenswürdigkeiten, funktioniert ohne Internet.
- Appy Hour: Findet die Happy-Hour-Angebote in Reykjaviks Bars - bei isländischen Alkoholpreisen ein nützlicher Helfer.
- Google Maps / Maps.me: Laden Sie Offline-Karten herunter fur Gebiete ohne Empfang.
16. Fazit
Island ist kein gewöhnliches Reiseziel. Es ist ein Land, das Sie herausfordert und belohnt, das Ihre Erwartungen übertrifft und Ihre Vorstellung von Schönheit neu definiert. Die Kosten sind hoch, das Wetter ist unberechenbar, und manche Komfortstandards, die wir fur selbstverständlich halten, sind hier nicht gegeben. Aber dafür bekommen Sie Erlebnisse, die Sie nirgendwo sonst auf der Welt finden können.
Stellen Sie sich vor: Sie stehen an einem schwarzen Strand, wahrend die Wellen des Atlantiks gegen bizarre Felsformationen schlagen. Oder Sie wandern über einen Gletscher, dessen Eis Jahrtausende alt ist. Oder Sie entspannen in einer heißen Quelle unter freiem Himmel, wahrend Nordlichter über Ihnen tanzen. Das sind keine Postkartentraume - das ist Island, und es kann Ihre Realität sein.
Fur deutschsprachige Reisende ist Island ideal: nah genug fur einen kurzen Trip, exotisch genug fur ein echtes Abenteuer, sicher und komfortabel genug fur Familien und Erstbesucher, wild und abgelegen genug fur erfahrene Entdecker. Die Sprachbarriere ist minimal, die Infrastruktur ist gut, und die Isländer sind gastfreundlich, wenn auch zurückhaltend.
Mein Rat: Planen Sie genug Zeit ein. Eine Woche ist das absolute Minimum, zwei Wochen sind besser, drei Wochen ideal. Seien Sie flexibel mit Ihrer Route - das Wetter bestimmt vieles in Island. Packen Sie Schichten ein, erwarten Sie das Unerwartete, und lassen Sie sich von dieser einzigartigen Insel verzaubern.
Island hat mich verändert. Ich kam als Tourist und fühlte mich als Teil von etwas Grosserem, als ich ging. Die Demut, die man empfindet, wenn man vor der rohen Kraft eines Wasserfalls steht oder der unendlichen Weite des Hochlands gegenüber, ist schwer in Worte zu fassen. Sie muss erlebt werden.
Packen Sie Ihre Taschen. Buchen Sie den Flug. Island wartet.
Gute Reise - Góða ferð!