Krakau
Krakau 2026: Was Sie wissen sollten
Krakau ist die heimliche Hauptstadt Polens und ein kulturelles Juwel Mitteleuropas. Die Stadt an der Weichsel begeistert mit ihrer vollständig erhaltenen Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, mit lebendiger Gastronomieszene und einem Nachtleben, das seinesgleichen sucht. Anders als Warschau wurde Krakau im Zweiten Weltkrieg kaum zerstört, weshalb authentische Architektur aus Gotik, Renaissance und Barock das Stadtbild prägt.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick: Krakau hat etwa 800.000 Einwohner, liegt im Süden Polens und ist von Deutschland aus hervorragend erreichbar. Die Währung ist der Polnische Zloty (PLN), wobei 1 EUR etwa 4,3 PLN entspricht. Kreditkarten werden fast überall akzeptiert, auch kontaktloses Bezahlen ist Standard. Die Lebenshaltungskosten liegen etwa 40-50 Prozent unter deutschem Niveau, was Krakau zu einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Ziel macht.
Die Stadt eignet sich perfekt für Kulturinteressierte, Geschichtsbegeisterte, Feinschmecker und alle, die ein authentisches mitteleuropäisches Erlebnis suchen. Ob Wochenendtrip oder einwöchiger Aufenthalt: Krakau hat genügend zu bieten, um jeden Reisetypus zufriedenzustellen. Die Einheimischen sprechen zunehmend Englisch, besonders die jüngere Generation, und Deutsche werden traditionell freundlich empfangen.
Stadtteile: Wo übernachten
Stare Miasto - Die Altstadt
Das historische Zentrum rund um den Hauptmarkt (Rynek Glowny) ist der größte mittelalterliche Marktplatz Europas. Hier befinden sich die Marienkirche mit dem Veit-Stoß-Altar, die Tuchhallen und zahllose Restaurants. Die Lage ist ideal für Erstbesucher. Hotels kosten hier 70-150 EUR pro Nacht, Hostels ab 15 EUR. Der Nachteil: In der Hochsaison kann es laut werden durch Junggesellenabschiede.
Empfehlung: Wählen Sie Unterkünfte in den ruhigeren Seitenstraßen, nicht direkt am Rynek. Die Straßen Florianska, Grodzka und Kanonicza sind zwar touristisch, aber atmosphärisch unschlagbar.
Kazimierz - Das jüdische Viertel
Einst das Zentrum jüdischen Lebens in Polen, heute das kreativste Viertel der Stadt. Kazimierz liegt 15 Gehminuten vom Rynek entfernt. Hier finden Sie Boutiquen, Vintage-Läden, hippe Cafés und die beste Barszene Krakaus. Hotels und Apartments sind 20-30 Prozent günstiger als im Zentrum. Der Plac Nowy mit seinem Flohmarkt ist das Herz des Viertels.
Besonders empfehlenswert für jüngere Reisende und Kulturinteressierte. Die jüdische Geschichte ist überall präsent: Sieben Synagogen, der alte jüdische Friedhof und mehrere Museen erzählen von der reichen Vergangenheit.
Podgorze - Jenseits der Weichsel
Dieser Stadtteil auf der anderen Seite des Flusses war während der deutschen Besatzung das jüdische Ghetto. Heute ist Podgorze ein aufstrebendes Viertel mit industriellem Charme. Hier befindet sich die berühmte Schindler-Fabrik, heute ein Museum über die Besatzungszeit. Das MOCAK, Polens erstes Museum für zeitgenössische Kunst, zieht Kunstliebhaber an. Die Unterkünfte sind hier am günstigsten, etwa 40-50 Prozent unter Altstadtniveau.
Die Fußgängerbrücke Kladka Bernatka verbindet Podgorze mit Kazimierz. Für Besucher, die moderne Kunst schätzen und nicht im touristischen Trubel wohnen möchten, ist Podgorze eine ausgezeichnete Wahl.
Kleparz - Der unterschätzte Norden
Nördlich der Altstadt, direkt hinter dem Barbakan und dem Florianstor, liegt dieses ruhige Wohnviertel. Der tägliche Lebensmittelmarkt Stary Kleparz ist einer der besten Orte, um frisches Obst, Gemüse, Käse und polnische Spezialitäten zu kaufen. Die Lage ist praktisch: Nur 5-10 Minuten zu Fuß zum Rynek, aber deutlich ruhiger. Hotels sind rar, dafür gibt es gute Apartments auf Booking.com und Airbnb.
Nowa Huta - Sozialistische Planstadt
Dieses in den 1950er Jahren erbaute Viertel ist ein Freilichtmuseum des sozialistischen Realismus. Die breiten Alleen, monumentalen Gebäude und die perfekte Symmetrie bieten einen faszinierenden Kontrast zur mittelalterlichen Altstadt. Nowa Huta erreichen Sie mit der Straßenbahn in etwa 25 Minuten vom Zentrum. Für eine Übernachtung ist es zu weit vom Zentrum entfernt, aber ein Halbtagesausflug ist sehr empfehlenswert.
Debniki und Zwierzyniec - Die grünen Viertel
Westlich des Zentrums, jenseits des Wawel-Hügels, liegen diese ruhigen Wohngegenden. Der Zakrzowek-Steinbruch ist ein beliebter Badeort im Sommer, und der Kosciuszko-Hügel bietet das beste Panorama über die Stadt. Diese Viertel eignen sich für Naturliebhaber und Familien, die dem Trubel entkommen möchten, sind aber mit 20-30 Minuten Anfahrt zum Zentrum weniger praktisch für einen kurzen Städtetrip.
Beste Reisezeit
Frühling: Mai bis Juni
Dies ist die ideale Reisezeit für Krakau. Die Temperaturen liegen bei angenehmen 15-25 Grad Celsius, die Gärten und Parks blühen, und die Stadt ist noch nicht von Sommertouristen überlaufen. Ende Mai findet das Lajkonik-Festival statt, ein traditionelles Volksfest. Die Straßencafes öffnen, und die Weichselufer laden zu Spaziergängen ein. Einziger Nachteil: Gelegentliche Regenschauer, weshalb eine leichte Regenjacke empfehlenswert ist.
Sommer: Juli und August
Die Hochsaison bringt warmes Wetter mit 25-35 Grad, aber auch Menschenmassen und höhere Preise. Hotels kosten 30-50 Prozent mehr als in der Nebensaison. Die Altstadt ist tagsübers voll von Tourgruppen, besonders vor der Marienkirche und auf dem Wawel. Vorteil: Zahlreiche Festivals und Open-Air-Veranstaltungen, längere Öffnungszeiten und das beste Nachtleben des Jahres. Wenn Sie im Sommer reisen, buchen Sie früh und meiden Sie Wochenenden.
Herbst: September und Oktober
Der Früherbst ist neben dem Spätfrühling die beste Reisezeit. Der September bietet noch sommerliche Temperaturen um 20 Grad, aber deutlich weniger Touristen. Die Weinlese in den südpolnischen Weinbergen beginnt, und die Stadt leuchtet in herbstlichen Farben. Oktober kann bereits kühler werden (10-15 Grad), ist aber immer noch angenehm. Das jüdische Kulturfestival im Herbst ist ein kulturelles Highlight.
Winter: November bis Februar
Wichtiger Hinweis: Krakau hat ein ernsthaftes Smog-Problem im Winter. Die Stadt liegt in einem Becken, und bei Inversionswetterlagen sammeln sich Schadstoffe. An manchen Tagen überschreiten die Feinstaubwerte das Zehnfache der WHO-Grenzwerte. Laden Sie die App 'Airly' herunter, um die aktuelle Luftqualität zu prüfen.
Davon abgesehen hat Krakau im Winter seinen Charme: Der Weihnachtsmarkt auf dem Rynek ist einer der schönsten in Mitteleuropa, die Museen sind leer, und die Preise sind am niedrigsten. Temperaturen von minus 5 bis plus 5 Grad erfordern warme Kleidung.
Reiseroute: 3 bis 7 Tage
3 Tage: Das Wesentliche
Tag 1 - Altstadt: Beginnen Sie um 9:00 Uhr auf dem Rynek Glowny. Frühstücken Sie im Café Camelot oder Nowa Prowincja (20-35 PLN, etwa 5-8 EUR). Um 10:00 Uhr besuchen Sie die Marienkirche (15 PLN Eintritt) und hören den stündlichen Trompeter vom Turm. Anschließend erkunden Sie die Tuchhallen mit ihren Souvenirständen im Erdgeschoss und der Galerie polnischer Kunst im Obergeschoss. Mittagessen um 13:00 Uhr in einer Milchbar (Bar Mleczny) wie Milkbar Tomasza für authentische polnische Küche zu Studentenpreisen (15-25 PLN, 3-6 EUR). Nachmittags spazieren Sie durch die Kanonicza-Straße zum Wawel-Hügel. Die Königsgemächer kosten 30 PLN Eintritt, rechnen Sie mit 2 Stunden. Abendessen um 19:00 Uhr im Restaurant Pod Aniolami (Hauptgerichte 50-90 PLN, 12-21 EUR) in einem historischen Kellergewölbe.
Tag 2 - Kazimierz und jüdische Geschichte: Starten Sie um 9:30 Uhr mit dem Frühstück im Alchemia Café, einem legendären Künstlertreff. Besuchen Sie die Alte Synagoge (10 PLN) und den Remuh-Friedhof (10 PLN). Um 12:00 Uhr genießen Sie eine Zapiekanka (gefülltes Baguette) am Plac Nowy (8-15 PLN, 2-3,50 EUR). Nachmittags überqueren Sie die Kladka-Bernatka-Brücke nach Podgorze und besuchen die Schindler-Fabrik (28 PLN). Planen Sie 2-3 Stunden ein, das Museum ist emotional bewegend und sehr detailliert. Abends zurück nach Kazimierz für Drinks in der Singer Bar oder Alchemia.
Tag 3 - Ausflug nach Auschwitz-Birkenau oder Salzbergwerk Wieliczka: Beide Ziele liegen etwa 1-1,5 Stunden vom Stadtzentrum entfernt. Auschwitz erfordert Vorab-Buchung (kostenloser Eintritt, geführte Tour etwa 85 PLN, 20 EUR). Rechnen Sie mit einem ganzen Tag inklusive emotionaler Verarbeitung. Das Salzbergwerk Wieliczka (89 PLN, etwa 21 EUR) ist die Alternative für einen leichteren Tagesausflug. Die unterirdischen Kathedralen aus Salz sind beeindruckend, besonders mit Kindern geeignet. Abends zurück in Krakau für ein Abschiedsessen.
5 Tage: Vertiefung
Ergänzen Sie die obige Route um folgende Tage:
Tag 4 - Nowa Huta und modernes Krakau: Nehmen Sie die Straßenbahn Linie 4 oder 22 nach Nowa Huta (etwa 30 Minuten). Eine geführte Tour durch das sozialistische Viertel kostet 80-120 PLN (18-28 EUR) und dauert 3 Stunden. Alternativ erkunden Sie auf eigene Faust den Plac Centralny und die Aleja Roz. Mittagessen im Stylowa, einem authentischen Restaurant aus den 1950er Jahren. Nachmittags zurück ins Zentrum und Besuch des Nationalmuseums (30 PLN) oder des Czartoryski-Museums mit Leonardos 'Dame mit dem Hermelin' (40 PLN). Abends erkunden Sie die Cocktailbars in der Altstadt.
Tag 5 - Entspannung und Abschied: Schlafen Sie aus. Besuchen Sie den Stary Kleparz Markt für letzte Einkäufe (Montag bis Samstag 6:00-18:00 Uhr). Spazieren Sie durch die Planty, den Grüngürtel um die Altstadt. Besteigen Sie den Rathausturm (15 PLN) für das Stadtpanorama. Letztes Mittagessen mit Zurek-Suppe und Pierogi.
7 Tage: Die komplette Erfahrung
Mit einer Woche können Sie auch die Umgebung erkunden:
Tag 6 - Tagesausflug ins Tatra-Gebirge: Zakopane liegt 2 Stunden südlich von Krakau. Busse fahren stündlich vom Hauptbahnhof (25-35 PLN, 6-8 EUR pro Strecke). Das Bergdorf ist das Zentrum der polnischen Alpenkultur. Nehmen Sie die Seilbahn auf den Gubalowka (50 PLN) für ein Panorama der Hohen Tatra. Probieren Sie Oscypek, den geräucherten Schafskäse.
Tag 7 - Wadowice und Ojcow-Nationalpark: Wadowice, Geburtsort von Papst Johannes Paul II., liegt 50 km südwestlich von Krakau (Bus etwa 12 PLN). Alternativ besuchen Sie den Ojcow-Nationalpark nördlich der Stadt mit Kalksteinfelsen, Höhlen und der Ruine Burg Ojcow. Rechnen Sie mit 3-4 Stunden für die Hauptattraktionen.
Wo essen: Restaurants und Cafés
Günstig: Milchbars und Street Food
Die Bar Mleczny (Milchbar) ist eine polnische Institution aus sozialistischen Zeiten, heute staatlich subventioniert und unschlagbar günstig. Empfehlenswert sind Milkbar Tomasza (ul. Tomasza 24), Pod Temida (ul. Grodzka 43) und Bar Mleczny Gornik in Nowa Huta. Eine vollständige Mahlzeit kostet 15-30 PLN (3,50-7 EUR). Die Speisekarten sind oft nur auf Polnisch, aber das Personal hilft gerne.
Das beste Street Food finden Sie am Plac Nowy in Kazimierz. Die Zapiekanka ist ein mit Pilzen, Käse und Ketchup überbackenes halbes Baguette (8-15 PLN). In der Altstadt verkaufen Straßenverkäufer Obwarzanki, die charakteristischen Krakauer Brezeln (2-4 PLN). Für Pierogi steht die Pierogarnia Maly Rynek oder Przystanek Pierogarnia.
Mittelklasse: Traditionelle polnische Küche
Das Restaurant Pod Aniolami (ul. Grodzka 35) serviert polnische Klassiker in einem mittelalterlichen Kellergewölbe. Hauptgerichte kosten 50-90 PLN (12-21 EUR), Reservierung empfohlen. Das Miod Malina (ul. Grodzka 40) bietet elegante polnische Küche mit jüdischen Einflüssen. Das Morskie Oko (Plac Szczepanski 8) ist bekannt für Wild und traditionelle Gerichte aus der Tatra-Region.
In Kazimierz empfehlen sich Starka (ul. Jozefa 14) für polnisch-jüdische Fusion, Ariel (ul. Szeroka 18) für koscheres Essen und live Klezmer-Musik sowie Hamsa (ul. Szeroka 2) für orientalisch-israelische Küche.
Gehoben: Fine Dining
Das Copernicus (ul. Kanonicza 16) im gleichnamigen Luxushotel bietet moderne polnische Küche auf Sterne-Niveau. Rechnen Sie mit 200-350 PLN (47-82 EUR) pro Person ohne Getränke. Das Szara Ges (Rynek Glowny 17) kombiniert polnische Traditionen mit französischer Technik. Das Farina (ul. sw. Marka 16) ist bekannt für kreative Interpretation polnischer Klassiker.
Cafés und Frühstück
Das Nowa Prowincja (ul. Bracka 3) ist ein Klassiker mit literarischer Atmosphäre und hervorragendem Frühstück (25-45 PLN). Das Café Camelot (ul. sw. Tomasza 17) bezaubert mit Kerzenbeleuchtung und selbstgebackenen Kuchen. In Kazimierz ist das Cheder (ul. Jozefa 36) der Treffpunkt für Kreative, während das Bunkier Café neben dem Kunstbunker eine Institution ist.
Vegetarisch und Vegan
Krakau ist überraschend vegetarierfreundlich. Das Glonojad (Plac Matejki 2) bietet günstige vegane Mahlzeiten im Selbstbedienungsstil (20-35 PLN). Das Veganic (ul. Krolewska 1) serviert kreative pflanzliche Küche in gehobener Atmosphäre. Das Momo (ul. Dietla 49) kombiniert asiatische Einflüsse mit polnischen Zutaten.
Was probieren: Kulinarik
Obligatorisch
Obwarzanek: Die ringförmige Brezel ist das Symbol Krakaus und seit dem 14. Jahrhundert Teil der Stadtkultur. Mit Mohn, Sesam oder Salz bestreut, frisch vom Straßenstand für 2-4 PLN. Achten Sie auf das Krakauer Gütesiegel.
Zapiekanka: Das halbe Baguette mit Champignons, Käse und Ketchup entstand in den 1970er Jahren am Plac Nowy und ist heute Kult. Moderne Varianten bieten ausgefallene Toppings.
Pierogi: Die gefüllten Teigtaschen gibt es mit Fleisch, Sauerkraut und Pilzen, Kartoffeln und Quark (ruskie) oder süß mit Obst. Eine Portion (8-12 Stück) kostet 20-35 PLN in einem spezialisierten Restaurant.
Zurek: Die saure Mehlsuppe mit Weißwurst und hartgekochtem Ei ist ein Geschmackserlebnis. Traditionell wird sie im ausgehöhlten Brotlaib serviert (chlebek). In guten Restaurants 25-40 PLN.
Sehr empfehlenswert
Bigos: Der Jägereintopf aus Sauerkraut, frischem Kohl und verschiedenen Fleischsorten ist das Nationalgericht Polens.
Oscypek: Der geräucherte Schafskäse aus der Tatra-Region wird gegrillt mit Preiselbeermarmelade serviert. Ein Muss für Käse-Liebhaber, auf dem Markt oder in Restaurants erhältlich (15-25 PLN).
Barszcz czerwony: Die klare Rote-Bete-Suppe, oft mit Uszka (kleine gefüllte Teigtaschen), ist besonders zu Weihnachten beliebt, aber das ganze Jahr erhältlich.
Sernik: Der polnische Käsekuchen unterscheidet sich vom deutschen durch seine dichtere Konsistenz und den Einsatz von Twarog (Quark). In jedem Café erhältlich, 12-18 PLN pro Stück.
Getränke
Wodka: Polen hat eine jahrhundertealte Wodka-Tradition. Probieren Sie Zubrowka mit Bisongrass oder Krupnik, den Honigwodka. Eine Verkostung kostet 40-80 PLN.
Bier: Polnisches Bier ist ausgezeichnet. Lokale Craft-Brauereien wie Ursa Maior oder Pracownia sind in spezialisierten Pubs erhältlich. Ein halber Liter kostet 10-18 PLN.
Kompot: Das traditionelle Fruchtgetränk wird warm oder kalt serviert und ist die perfekte alkoholfreie Alternative.
Geheimtipps der Einheimischen
1. Vermeiden Sie den Rynek am Wochenende: Freitag bis Sonntag ist der Hauptmarkt überfüllt mit Tourgruppen und Junggesellenabschieden. Kommen Sie an Wochentagen morgens vor 10:00 Uhr oder abends nach 20:00 Uhr.
2. Kostenlose Führung auf dem Wawel: Montags von November bis März ist der Eintritt in die Königsgemächer kostenlos. Kommen Sie früh, die Platzzahl ist begrenzt.
3. Schindler-Fabrik: Montag kostenlos: Am Montag ist der Eintritt frei, aber Sie müssen vorab online ein Ticket reservieren. Die Schlangen sind lang, planen Sie entsprechend.
4. Die beste Aussicht kostet nichts: Der Kosciuszko-Hügel westlich des Zentrums (Straßenbahn 1 oder 2) bietet ein besseres Panorama als der Rathausturm und ist kostenlos zugänglich.
5. Frühstück im Stary Kleparz: Der Markt nördlich der Altstadt ist das kulinarische Herz der Stadt. Kaufen Sie frisches Brot, Käse und Wurst für ein Picknick in den Planty.
6. Kazimierz nach Mitternacht: Die besten Bars öffnen erst richtig nach Mitternacht. Alchemia, Singer und Eszeweria sind bis 4 oder 5 Uhr morgens geöffnet.
7. Nowa Huta mit dem Trabant: Einige Anbieter bieten Touren im Trabant durch das sozialistische Viertel (etwa 200 PLN pro Person).
8. Sonntag ist Museumstag: Viele Museen haben sonntags freien Eintritt oder reduzierte Preise. Das Nationalmuseum, das MOCAK und kleinere Galerien beteiligen sich.
9. Weichselufer bei Sonnenuntergang: Die Boule-Bars und Flusskähne am Weichselufer unter dem Wawel sind der perfekte Ort für den Sundowner. Weniger touristisch als Kazimierz.
10. Wintersmog umgehen: Wenn die Airly-App rote Werte zeigt, verbringen Sie den Tag in Museen. Die Luft ist morgens und bei Wind am besten. FFP2-Masken helfen.
11. Trinkgeld-Etikette: In Restaurants sind 10 Prozent üblich, bei sehr gutem Service 15 Prozent. In Bars und Cafés runden Sie auf oder lassen Kleingebrauch liegen. Niemals in Milchbars.
12. Flughafen-Shuttle vermeiden: Der Zug vom Flughafen Balice zum Hauptbahnhof kostet nur 12 PLN und fährt alle 30 Minuten. Shuttles und Taxis sind dreimal so teuer.
Transport und Verbindungen
Anreise aus dem deutschsprachigen Raum
Flugzeug: Der Flughafen Krakau-Balice (KRK) liegt 11 km westlich des Zentrums. Direktflüge gibt es von Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg, Berlin, Wien und Zürich. Ryanair und Wizz Air bieten günstige Verbindungen ab 30-50 EUR, Lufthansa und LOT bedienen die Premiumstrecken.
Bahn: Der Nachtzug von Berlin nach Krakau fährt täglich und kostet ab 29 EUR im Sitzwagen, ab 59 EUR im Liegewagen. Die Fahrt dauert etwa 9 Stunden. Von Wien gibt es Tageszüge über Breslau oder Katowice (6-7 Stunden, ab 25 EUR mit Sparpreis). Von München fahren Sie über Wien oder Prag (8-10 Stunden).
Bus: Flixbus verbindet alle deutschen Großstädte mit Krakau. Berlin-Krakau dauert etwa 8 Stunden und kostet ab 19 EUR. Die Busse sind komfortabel mit WLAN und Steckdosen.
Vom Flughafen ins Zentrum
Zug: Die beste Option. Der Bahnhof liegt im Flughafen-Gebäude. Züge fahren alle 30 Minuten zum Hauptbahnhof (Krakow Glowny), Fahrzeit 17 Minuten, Preis 12 PLN (etwa 2,80 EUR). Tickets am Automaten oder in der App 'Koleo'.
Bus: Die Linien 208 und 252 fahren zum Hauptbahnhof, dauern aber 40-50 Minuten und kosten 6 PLN. Nur bei Zugausfällen empfehlenswert.
Taxi: Festpreis 80-100 PLN (18-23 EUR) ins Zentrum. Nutzen Sie die offiziellen Taxis am Taxistand oder bestellen Sie über Bolt oder Über (oft günstiger, 50-70 PLN).
Öffentlicher Nahverkehr
Krakau hat ein ausgezeichnetes Straßenbahnnetz mit 24 Linien. Busse ergänzen das System in den Außenvierteln. Tickets kosten 5 PLN für 40 Minuten, 6 PLN für 60 Minuten. Tages-Tickets kosten 20 PLN, 72-Stunden-Tickets 50 PLN. Kaufen Sie Tickets am Automaten in der Straßenbahn (Kartenzahlung möglich) oder in Kiosken.
Wichtig: Nach dem Kauf müssen Sie das Ticket im Fahrzeug entwerten. Kontrolleure sind häufig unterwegs, die Strafe beträgt 280 PLN (65 EUR).
Taxis und Ride-Hailing
Über und Bolt funktionieren hervorragend in Krakau und sind meist 20-30 Prozent günstiger als traditionelle Taxis. Eine Fahrt innerhalb der Altstadt kostet 15-25 PLN, nach Kazimierz 20-30 PLN. Traditionelle Taxis haben Taxameter, achten Sie auf das offizielle Taxi-Schild auf dem Dach.
Zu Fuß und mit dem Fahrrad
Die Altstadt und Kazimierz sind perfekt zu Fuß erkundbar. Das öffentliche Fahrradverleihsystem Wavelo bietet 180 Stationen. Die ersten 20 Minuten sind kostenlos, danach 2 PLN pro 20 Minuten.
Nützliche Apps
Jakdojade: Navigation für den öffentlichen Nahverkehr, zeigt Echtzeitdaten und optimale Verbindungen.
Bolt/Über: Für günstige Taxis.
Koleo: Für Zugtickets, auch für den Flughafenzug.
Airly: Luftqualität in Echtzeit, besonders im Winter wichtig.
Google Maps: Funktioniert zuverlässig für Navigation und zeigt auch Straßenbahnverbindungen.
Fazit: Für wen ist Krakau?
Krakau ist ein vielseitiges Reiseziel, das verschiedene Besuchertypen anspricht. Geschichtsinteressierte finden mit dem Wawel, der Altstadt, dem jüdischen Viertel und der Nähe zu Auschwitz unerschöpfliches Material. Kulturliebhaber schätzen die Museen, Theater und die lebendige Kunstszene. Feinschmecker entdecken eine unterschätzte kulinarische Destination mit exzellentem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Für jüngere Reisende bietet Krakau eines der besten Nachtleben-Szenen Europas zu erschwinglichen Preisen. Paare finden in den verwinkelten Gassen und romantischen Restaurants die perfekte Kulisse. Familien mit älteren Kindern profitieren von den interaktiven Museen und der Sicherheit der Stadt.
Weniger geeignet ist Krakau für Strandurlauber und Menschen mit Atemwegserkrankungen (wegen des Wintersmogs). Wer nach einer Woche eine neue Umgebung braucht, kombiniert Krakau am besten mit Warschau, Breslau oder der Tatra.
Mit seiner Mischung aus Geschichte, Kultur, Gastronomie und Erschwinglichkeit ist Krakau eines der lohnendsten Reiseziele in Mitteleuropa.

