Krakau
Krakau 2026: Was Sie wissen sollten
Krakau ist die heimliche Hauptstadt Polens und ein kulturelles Juwel Mitteleuropas. Die Stadt an der Weichsel begeistert mit ihrer vollstaendig erhaltenen Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehoert, mit lebendiger Gastronomieszene und einem Nachtleben, das seinesgleichen sucht. Anders als Warschau wurde Krakau im Zweiten Weltkrieg kaum zerstoert, weshalb authentische Architektur aus Gotik, Renaissance und Barock das Stadtbild praegt.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick: Krakau hat etwa 800.000 Einwohner, liegt im Sueden Polens und ist von Deutschland aus hervorragend erreichbar. Die Waehrung ist der Polnische Zloty (PLN), wobei 1 EUR etwa 4,3 PLN entspricht. Kreditkarten werden fast ueberall akzeptiert, auch kontaktloses Bezahlen ist Standard. Die Lebenshaltungskosten liegen etwa 40-50 Prozent unter deutschem Niveau, was Krakau zu einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Ziel macht.
Die Stadt eignet sich perfekt fuer Kulturinteressierte, Geschichtsbegeisterte, Feinschmecker und alle, die ein authentisches mitteleuropaeisches Erlebnis suchen. Ob Wochenendtrip oder einwoechiger Aufenthalt: Krakau hat genuegend zu bieten, um jeden Reisetypus zufriedenzustellen. Die Einheimischen sprechen zunehmend Englisch, besonders die juengere Generation, und Deutsche werden traditionell freundlich empfangen.
Stadtteile: Wo uebernachten
Stare Miasto - Die Altstadt
Das historische Zentrum rund um den Hauptmarkt (Rynek Glowny) ist der groesste mittelalterliche Marktplatz Europas. Hier befinden sich die Marienkirche mit dem Veit-Stoss-Altar, die Tuchhallen und zahllose Restaurants. Die Lage ist ideal fuer Erstbesucher. Hotels kosten hier 70-150 EUR pro Nacht, Hostels ab 15 EUR. Der Nachteil: In der Hochsaison kann es laut werden durch Junggesellenabschiede.
Empfehlung: Waehlen Sie Unterkuenfte in den ruhigeren Seitenstrassen, nicht direkt am Rynek. Die Strassen Florianska, Grodzka und Kanonicza sind zwar touristisch, aber atmosphaerisch unschlagbar.
Kazimierz - Das juedische Viertel
Einst das Zentrum juedischen Lebens in Polen, heute das kreativste Viertel der Stadt. Kazimierz liegt 15 Gehminuten vom Rynek entfernt. Hier finden Sie Boutiquen, Vintage-Laeden, hippe Cafes und die beste Barszene Krakaus. Hotels und Apartments sind 20-30 Prozent guenstiger als im Zentrum. Der Plac Nowy mit seinem Flohmarkt ist das Herz des Viertels.
Besonders empfehlenswert fuer juengere Reisende und Kulturinteressierte. Die juedische Geschichte ist ueberall praesent: Sieben Synagogen, der alte juedische Friedhof und mehrere Museen erzaehlen von der reichen Vergangenheit.
Podgorze - Jenseits der Weichsel
Dieser Stadtteil auf der anderen Seite des Flusses war waehrend der deutschen Besatzung das juedische Ghetto. Heute ist Podgorze ein aufstrebendes Viertel mit industriellem Charme. Hier befindet sich die beruehmte Schindler-Fabrik, heute ein Museum ueber die Besatzungszeit. Das MOCAK, Polens erstes Museum fuer zeitgenoessische Kunst, zieht Kunstliebhaber an. Die Unterkuenfte sind hier am guenstigsten, etwa 40-50 Prozent unter Altstadtniveau.
Die Fussgaengerbruecke Kladka Bernatka verbindet Podgorze mit Kazimierz. Fuer Besucher, die moderne Kunst schaetzen und nicht im touristischen Trubel wohnen moechten, ist Podgorze eine ausgezeichnete Wahl.
Kleparz - Der unterschaetzte Norden
Noerdlich der Altstadt, direkt hinter dem Barbakan und dem Florianstor, liegt dieses ruhige Wohnviertel. Der taegliche Lebensmittelmarkt Stary Kleparz ist einer der besten Orte, um frisches Obst, Gemuese, Kaese und polnische Spezialitaeten zu kaufen. Die Lage ist praktisch: Nur 5-10 Minuten zu Fuss zum Rynek, aber deutlich ruhiger. Hotels sind rar, dafuer gibt es gute Apartments auf Booking.com und Airbnb.
Nowa Huta - Sozialistische Planstadt
Dieses in den 1950er Jahren erbaute Viertel ist ein Freilichtmuseum des sozialistischen Realismus. Die breiten Alleen, monumentalen Gebaeude und die perfekte Symmetrie bieten einen faszinierenden Kontrast zur mittelalterlichen Altstadt. Nowa Huta erreichen Sie mit der Strassenbahn in etwa 25 Minuten vom Zentrum. Fuer eine Uebernachtung ist es zu weit vom Zentrum entfernt, aber ein Halbtagesausflug ist sehr empfehlenswert.
Debniki und Zwierzyniec - Die gruenen Viertel
Westlich des Zentrums, jenseits des Wawel-Huegels, liegen diese ruhigen Wohngegenden. Der Zakrzowek-Steinbruch ist ein beliebter Badeort im Sommer, und der Kosciuszko-Huegel bietet das beste Panorama ueber die Stadt. Diese Viertel eignen sich fuer Naturliebhaber und Familien, die dem Trubel entkommen moechten, sind aber mit 20-30 Minuten Anfahrt zum Zentrum weniger praktisch fuer einen kurzen Staedtetrip.
Beste Reisezeit
Fruehling: Mai bis Juni
Dies ist die ideale Reisezeit fuer Krakau. Die Temperaturen liegen bei angenehmen 15-25 Grad Celsius, die Gaerten und Parks bluehen, und die Stadt ist noch nicht von Sommertouristen ueberlaufen. Ende Mai findet das Lajkonik-Festival statt, ein traditionelles Volksfest. Die Strassencafes oeffnen, und die Weichselufer laden zu Spaziergaengen ein. Einziger Nachteil: Gelegentliche Regenschauer, weshalb eine leichte Regenjacke empfehlenswert ist.
Sommer: Juli und August
Die Hochsaison bringt warmes Wetter mit 25-35 Grad, aber auch Menschenmassen und hoehere Preise. Hotels kosten 30-50 Prozent mehr als in der Nebensaison. Die Altstadt ist tagsuebers voll von Tourgruppen, besonders vor der Marienkirche und auf dem Wawel. Vorteil: Zahlreiche Festivals und Open-Air-Veranstaltungen, laengere Oeffnungszeiten und das beste Nachtleben des Jahres. Wenn Sie im Sommer reisen, buchen Sie frueh und meiden Sie Wochenenden.
Herbst: September und Oktober
Der Frueheherbst ist neben dem Spaetfruehling die beste Reisezeit. Der September bietet noch sommerliche Temperaturen um 20 Grad, aber deutlich weniger Touristen. Die Weinlese in den suedpolnischen Weinbergen beginnt, und die Stadt leuchtet in herbstlichen Farben. Oktober kann bereits kuehler werden (10-15 Grad), ist aber immer noch angenehm. Das juedische Kulturfestival im Herbst ist ein kulturelles Highlight.
Winter: November bis Februar
Wichtiger Hinweis: Krakau hat ein ernsthaftes Smog-Problem im Winter. Die Stadt liegt in einem Becken, und bei Inversionswetterlagen sammeln sich Schadstoffe. An manchen Tagen ueberschreiten die Feinstaubwerte das Zehnfache der WHO-Grenzwerte. Laden Sie die App 'Airly' herunter, um die aktuelle Luftqualitaet zu pruefen.
Davon abgesehen hat Krakau im Winter seinen Charme: Der Weihnachtsmarkt auf dem Rynek ist einer der schoensten in Mitteleuropa, die Museen sind leer, und die Preise sind am niedrigsten. Temperaturen von minus 5 bis plus 5 Grad erfordern warme Kleidung.
Reiseroute: 3 bis 7 Tage
3 Tage: Das Wesentliche
Tag 1 - Altstadt: Beginnen Sie um 9:00 Uhr auf dem Rynek Glowny. Fruehstuecken Sie im Cafe Camelot oder Nowa Prowincja (20-35 PLN, etwa 5-8 EUR). Um 10:00 Uhr besuchen Sie die Marienkirche (15 PLN Eintritt) und hoeren den stuendlichen Trompeter vom Turm. Anschliessend erkunden Sie die Tuchhallen mit ihren Souvenirstaenden im Erdgeschoss und der Galerie polnischer Kunst im Obergeschoss. Mittagessen um 13:00 Uhr in einer Milchbar (Bar Mleczny) wie Milkbar Tomasza fuer authentische polnische Kueche zu Studentenpreisen (15-25 PLN, 3-6 EUR). Nachmittags spazieren Sie durch die Kanonicza-Strasse zum Wawel-Huegel. Die Koenigsgemaecher kosten 30 PLN Eintritt, rechnen Sie mit 2 Stunden. Abendessen um 19:00 Uhr im Restaurant Pod Aniolami (Hauptgerichte 50-90 PLN, 12-21 EUR) in einem historischen Kellergewoelbe.
Tag 2 - Kazimierz und juedische Geschichte: Starten Sie um 9:30 Uhr mit dem Fruehstueck im Alchemia Cafe, einem legendaeren Kuenstlertreff. Besuchen Sie die Alte Synagoge (10 PLN) und den Remuh-Friedhof (10 PLN). Um 12:00 Uhr geniessen Sie eine Zapiekanka (gefuelltes Baguette) am Plac Nowy (8-15 PLN, 2-3,50 EUR). Nachmittags ueberqueren Sie die Kladka-Bernatka-Bruecke nach Podgorze und besuchen die Schindler-Fabrik (28 PLN). Planen Sie 2-3 Stunden ein, das Museum ist emotional bewegend und sehr detailliert. Abends zurueck nach Kazimierz fuer Drinks in der Singer Bar oder Alchemia.
Tag 3 - Ausflug nach Auschwitz-Birkenau oder Salzbergwerk Wieliczka: Beide Ziele liegen etwa 1-1,5 Stunden vom Stadtzentrum entfernt. Auschwitz erfordert Vorab-Buchung (kostenloser Eintritt, gefuehrte Tour etwa 85 PLN, 20 EUR). Rechnen Sie mit einem ganzen Tag inklusive emotionaler Verarbeitung. Das Salzbergwerk Wieliczka (89 PLN, etwa 21 EUR) ist die Alternative fuer einen leichteren Tagesausflug. Die unterirdischen Kathedralen aus Salz sind beeindruckend, besonders mit Kindern geeignet. Abends zurueck in Krakau fuer ein Abschiedsessen.
5 Tage: Vertiefung
Ergaenzen Sie die obige Route um folgende Tage:
Tag 4 - Nowa Huta und modernes Krakau: Nehmen Sie die Strassenbahn Linie 4 oder 22 nach Nowa Huta (etwa 30 Minuten). Eine gefuehrte Tour durch das sozialistische Viertel kostet 80-120 PLN (18-28 EUR) und dauert 3 Stunden. Alternativ erkunden Sie auf eigene Faust den Plac Centralny und die Aleja Roz. Mittagessen im Stylowa, einem authentischen Restaurant aus den 1950er Jahren. Nachmittags zurueck ins Zentrum und Besuch des Nationalmuseums (30 PLN) oder des Czartoryski-Museums mit Leonardos 'Dame mit dem Hermelin' (40 PLN). Abends erkunden Sie die Cocktailbars in der Altstadt.
Tag 5 - Entspannung und Abschied: Schlafen Sie aus. Besuchen Sie den Stary Kleparz Markt fuer letzte Einkaeufe (Montag bis Samstag 6:00-18:00 Uhr). Spazieren Sie durch die Planty, den Gruenguertel um die Altstadt. Besteigen Sie den Rathausturm (15 PLN) fuer das Stadtpanorama. Letztes Mittagessen mit Zurek-Suppe und Pierogi.
7 Tage: Die komplette Erfahrung
Mit einer Woche koennen Sie auch die Umgebung erkunden:
Tag 6 - Tagesausflug ins Tatra-Gebirge: Zakopane liegt 2 Stunden suedlich von Krakau. Busse fahren stuendlich vom Hauptbahnhof (25-35 PLN, 6-8 EUR pro Strecke). Das Bergdorf ist das Zentrum der polnischen Alpenkultur. Nehmen Sie die Seilbahn auf den Gubalowka (50 PLN) fuer ein Panorama der Hohen Tatra. Probieren Sie Oscypek, den geraeucherten Schafskaese.
Tag 7 - Wadowice und Ojcow-Nationalpark: Wadowice, Geburtsort von Papst Johannes Paul II., liegt 50 km suedwestlich von Krakau (Bus etwa 12 PLN). Alternativ besuchen Sie den Ojcow-Nationalpark noerdlich der Stadt mit Kalksteinfelsen, Hoehlen und der Ruine Burg Ojcow. Rechnen Sie mit 3-4 Stunden fuer die Hauptattraktionen.
Wo essen: Restaurants und Cafes
Guenstig: Milchbars und Street Food
Die Bar Mleczny (Milchbar) ist eine polnische Institution aus sozialistischen Zeiten, heute staatlich subventioniert und unschlagbar guenstig. Empfehlenswert sind Milkbar Tomasza (ul. Tomasza 24), Pod Temida (ul. Grodzka 43) und Bar Mleczny Gornik in Nowa Huta. Eine vollstaendige Mahlzeit kostet 15-30 PLN (3,50-7 EUR). Die Speisekarten sind oft nur auf Polnisch, aber das Personal hilft gerne.
Das beste Street Food finden Sie am Plac Nowy in Kazimierz. Die Zapiekanka ist ein mit Pilzen, Kaese und Ketchup ueberbackenes halbes Baguette (8-15 PLN). In der Altstadt verkaufen Strassenverkaeufer Obwarzanki, die charakteristischen Krakauer Brezeln (2-4 PLN). Fuer Pierogi steht die Pierogarnia Maly Rynek oder Przystanek Pierogarnia.
Mittelklasse: Traditionelle polnische Kueche
Das Restaurant Pod Aniolami (ul. Grodzka 35) serviert polnische Klassiker in einem mittelalterlichen Kellergewoelbe. Hauptgerichte kosten 50-90 PLN (12-21 EUR), Reservierung empfohlen. Das Miod Malina (ul. Grodzka 40) bietet elegante polnische Kueche mit juedischen Einfluessen. Das Morskie Oko (Plac Szczepanski 8) ist bekannt fuer Wild und traditionelle Gerichte aus der Tatra-Region.
In Kazimierz empfehlen sich Starka (ul. Jozefa 14) fuer polnisch-juedische Fusion, Ariel (ul. Szeroka 18) fuer koscheres Essen und live Klezmer-Musik sowie Hamsa (ul. Szeroka 2) fuer orientalisch-israelische Kueche.
Gehoben: Fine Dining
Das Copernicus (ul. Kanonicza 16) im gleichnamigen Luxushotel bietet moderne polnische Kueche auf Sterne-Niveau. Rechnen Sie mit 200-350 PLN (47-82 EUR) pro Person ohne Getraenke. Das Szara Ges (Rynek Glowny 17) kombiniert polnische Traditionen mit franzoesischer Technik. Das Farina (ul. sw. Marka 16) ist bekannt fuer kreative Interpretation polnischer Klassiker.
Cafes und Fruehstueck
Das Nowa Prowincja (ul. Bracka 3) ist ein Klassiker mit literarischer Atmosphaere und hervorragendem Fruehstueck (25-45 PLN). Das Cafe Camelot (ul. sw. Tomasza 17) bezaubert mit Kerzenbeleuchtung und selbstgebackenen Kuchen. In Kazimierz ist das Cheder (ul. Jozefa 36) der Treffpunkt fuer Kreative, waehrend das Bunkier Cafe neben dem Kunstbunker eine Institution ist.
Vegetarisch und Vegan
Krakau ist ueberraschend vegetarierfreundlich. Das Glonojad (Plac Matejki 2) bietet guenstige vegane Mahlzeiten im Selbstbedienungsstil (20-35 PLN). Das Veganic (ul. Krolewska 1) serviert kreative pflanzliche Kueche in gehobener Atmosphaere. Das Momo (ul. Dietla 49) kombiniert asiatische Einfluesse mit polnischen Zutaten.
Was probieren: Kulinarik
Obligatorisch
Obwarzanek: Die ringfoermige Brezel ist das Symbol Krakaus und seit dem 14. Jahrhundert Teil der Stadtkultur. Mit Mohn, Sesam oder Salz bestreut, frisch vom Strassenstand fuer 2-4 PLN. Achten Sie auf das Krakauer Guetesiegel.
Zapiekanka: Das halbe Baguette mit Champignons, Kaese und Ketchup entstand in den 1970er Jahren am Plac Nowy und ist heute Kult. Moderne Varianten bieten ausgefallene Toppings.
Pierogi: Die gefuellten Teigtaschen gibt es mit Fleisch, Sauerkraut und Pilzen, Kartoffeln und Quark (ruskie) oder suess mit Obst. Eine Portion (8-12 Stueck) kostet 20-35 PLN in einem spezialisierten Restaurant.
Zurek: Die saure Mehlsuppe mit Weisswurst und hartgekochtem Ei ist ein Geschmackserlebnis. Traditionell wird sie im ausgehoehlten Brotlaib serviert (chlebek). In guten Restaurants 25-40 PLN.
Sehr empfehlenswert
Bigos: Der Jaegereintopf aus Sauerkraut, frischem Kohl und verschiedenen Fleischsorten ist das Nationalgericht Polens.
Oscypek: Der geraeucherte Schafskaese aus der Tatra-Region wird gegrillt mit Preiselbeermarmelade serviert. Ein Muss fuer Kaese-Liebhaber, auf dem Markt oder in Restaurants erhaeltlich (15-25 PLN).
Barszcz czerwony: Die klare Rote-Bete-Suppe, oft mit Uszka (kleine gefuellte Teigtaschen), ist besonders zu Weihnachten beliebt, aber das ganze Jahr erhaeltlich.
Sernik: Der polnische Kaesekuchen unterscheidet sich vom deutschen durch seine dichtere Konsistenz und den Einsatz von Twarog (Quark). In jedem Cafe erhaeltlich, 12-18 PLN pro Stueck.
Getraenke
Wodka: Polen hat eine jahrhundertealte Wodka-Tradition. Probieren Sie Zubrowka mit Bisongrass oder Krupnik, den Honigwodka. Eine Verkostung kostet 40-80 PLN.
Bier: Polnisches Bier ist ausgezeichnet. Lokale Craft-Brauereien wie Ursa Maior oder Pracownia sind in spezialisierten Pubs erhaeltlich. Ein halber Liter kostet 10-18 PLN.
Kompot: Das traditionelle Fruchtgetraenk wird warm oder kalt serviert und ist die perfekte alkoholfreie Alternative.
Geheimtipps der Einheimischen
1. Vermeiden Sie den Rynek am Wochenende: Freitag bis Sonntag ist der Hauptmarkt ueberfuellt mit Tourgruppen und Junggesellenabschieden. Kommen Sie an Wochentagen morgens vor 10:00 Uhr oder abends nach 20:00 Uhr.
2. Kostenlose Fueehrung auf dem Wawel: Montags von November bis Maerz ist der Eintritt in die Koenigsgemaecher kostenlos. Kommen Sie frueh, die Platzzahl ist begrenzt.
3. Schindler-Fabrik: Montag kostenlos: Am Montag ist der Eintritt frei, aber Sie muessen vorab online ein Ticket reservieren. Die Schlangen sind lang, planen Sie entsprechend.
4. Die beste Aussicht kostet nichts: Der Kosciuszko-Huegel westlich des Zentrums (Strassenbahn 1 oder 2) bietet ein besseres Panorama als der Rathausturm und ist kostenlos zugaenglich.
5. Fruehstueck im Stary Kleparz: Der Markt noerdlich der Altstadt ist das kulinarische Herz der Stadt. Kaufen Sie frisches Brot, Kaese und Wurst fuer ein Picknick in den Planty.
6. Kazimierz nach Mitternacht: Die besten Bars oeffnen erst richtig nach Mitternacht. Alchemia, Singer und Eszeweria sind bis 4 oder 5 Uhr morgens geoeffnet.
7. Nowa Huta mit dem Trabant: Einige Anbieter bieten Touren im Trabant durch das sozialistische Viertel (etwa 200 PLN pro Person).
8. Sonntag ist Museumstag: Viele Museen haben sonntags freien Eintritt oder reduzierte Preise. Das Nationalmuseum, das MOCAK und kleinere Galerien beteiligen sich.
9. Weichselufer bei Sonnenuntergang: Die Boule-Bars und Flusskaehne am Weichselufer unter dem Wawel sind der perfekte Ort fuer den Sundowner. Weniger touristisch als Kazimierz.
10. Wintersmog umgehen: Wenn die Airly-App rote Werte zeigt, verbringen Sie den Tag in Museen. Die Luft ist morgens und bei Wind am besten. FFP2-Masken helfen.
11. Trinkgeld-Etikette: In Restaurants sind 10 Prozent ueblich, bei sehr gutem Service 15 Prozent. In Bars und Cafes runden Sie auf oder lassen Kleingebrauch liegen. Niemals in Milchbars.
12. Flughafen-Shuttle vermeiden: Der Zug vom Flughafen Balice zum Hauptbahnhof kostet nur 12 PLN und faehrt alle 30 Minuten. Shuttles und Taxis sind dreimal so teuer.
Transport und Verbindungen
Anreise aus dem deutschsprachigen Raum
Flugzeug: Der Flughafen Krakau-Balice (KRK) liegt 11 km westlich des Zentrums. Direktfluege gibt es von Frankfurt, Muenchen, Duesseldorf, Hamburg, Berlin, Wien und Zuerich. Ryanair und Wizz Air bieten guenstige Verbindungen ab 30-50 EUR, Lufthansa und LOT bedienen die Premiumstrecken.
Bahn: Der Nachtzug von Berlin nach Krakau faehrt taeglich und kostet ab 29 EUR im Sitzwagen, ab 59 EUR im Liegewagen. Die Fahrt dauert etwa 9 Stunden. Von Wien gibt es Tageszuege ueber Breslau oder Katowice (6-7 Stunden, ab 25 EUR mit Sparpreis). Von Muenchen fahren Sie ueber Wien oder Prag (8-10 Stunden).
Bus: Flixbus verbindet alle deutschen Grossstaedte mit Krakau. Berlin-Krakau dauert etwa 8 Stunden und kostet ab 19 EUR. Die Busse sind komfortabel mit WLAN und Steckdosen.
Vom Flughafen ins Zentrum
Zug: Die beste Option. Der Bahnhof liegt im Flughafen-Gebaeude. Zuege fahren alle 30 Minuten zum Hauptbahnhof (Krakow Glowny), Fahrzeit 17 Minuten, Preis 12 PLN (etwa 2,80 EUR). Tickets am Automaten oder in der App 'Koleo'.
Bus: Die Linien 208 und 252 fahren zum Hauptbahnhof, dauern aber 40-50 Minuten und kosten 6 PLN. Nur bei Zugausfaellen empfehlenswert.
Taxi: Festpreis 80-100 PLN (18-23 EUR) ins Zentrum. Nutzen Sie die offiziellen Taxis am Taxistand oder bestellen Sie ueber Bolt oder Uber (oft guenstiger, 50-70 PLN).
Oeffentlicher Nahverkehr
Krakau hat ein ausgezeichnetes Strassenbahnnetz mit 24 Linien. Busse ergaenzen das System in den Aussenvierteln. Tickets kosten 5 PLN fuer 40 Minuten, 6 PLN fuer 60 Minuten. Tages-Tickets kosten 20 PLN, 72-Stunden-Tickets 50 PLN. Kaufen Sie Tickets am Automaten in der Strassenbahn (Kartenzahlung moeglich) oder in Kiosken.
Wichtig: Nach dem Kauf muessen Sie das Ticket im Fahrzeug entwerten. Kontrolleure sind haeufig unterwegs, die Strafe betraegt 280 PLN (65 EUR).
Taxis und Ride-Hailing
Uber und Bolt funktionieren hervorragend in Krakau und sind meist 20-30 Prozent guenstiger als traditionelle Taxis. Eine Fahrt innerhalb der Altstadt kostet 15-25 PLN, nach Kazimierz 20-30 PLN. Traditionelle Taxis haben Taxameter, achten Sie auf das offizielle Taxi-Schild auf dem Dach.
Zu Fuss und mit dem Fahrrad
Die Altstadt und Kazimierz sind perfekt zu Fuss erkundbar. Das oeffentliche Fahrradverleihsystem Wavelo bietet 180 Stationen. Die ersten 20 Minuten sind kostenlos, danach 2 PLN pro 20 Minuten.
Nuetzliche Apps
Jakdojade: Navigation fuer den oeffentlichen Nahverkehr, zeigt Echtzeitdaten und optimale Verbindungen.
Bolt/Uber: Fuer guenstige Taxis.
Koleo: Fuer Zugtickets, auch fuer den Flughafenzug.
Airly: Luftqualitaet in Echtzeit, besonders im Winter wichtig.
Google Maps: Funktioniert zuverlaessig fuer Navigation und zeigt auch Strassenbahnverbindungen.
Fazit: Fuer wen ist Krakau?
Krakau ist ein vielseitiges Reiseziel, das verschiedene Besuchertypen anspricht. Geschichtsinteressierte finden mit dem Wawel, der Altstadt, dem juedischen Viertel und der Naehe zu Auschwitz unerschoepfliches Material. Kulturliebhaber schaetzen die Museen, Theater und die lebendige Kunstszene. Feinschmecker entdecken eine unterschaetzte kulinarische Destination mit exzellentem Preis-Leistungs-Verhaeltnis.
Fuer juengere Reisende bietet Krakau eines der besten Nachtleben-Szenen Europas zu erschwinglichen Preisen. Paare finden in den verwinkelten Gassen und romantischen Restaurants die perfekte Kulisse. Familien mit aelteren Kindern profitieren von den interaktiven Museen und der Sicherheit der Stadt.
Weniger geeignet ist Krakau fuer Strandurlauber und Menschen mit Atemwegserkrankungen (wegen des Wintersmogs). Wer nach einer Woche eine neue Umgebung braucht, kombiniert Krakau am besten mit Warschau, Breslau oder der Tatra.
Mit seiner Mischung aus Geschichte, Kultur, Gastronomie und Erschwinglichkeit ist Krakau eines der lohnendsten Reiseziele in Mitteleuropa.