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Moldau: Der unentdeckte Schatz Europas - Ein umfassender Reisefuehrer
Warum nach Moldau reisen
Stellen Sie sich vor: Sie sitzen in einem Weinkeller, der sich ueber 120 Kilometer erstreckt - laenger als die U-Bahn-Netze mancher Grossstaedte. Vor Ihnen steht ein Glas Feteasca Neagra, einer autochthonen Rebsorte, die außerhalb Moldaus kaum jemand kennt. Der Kellermeister erzaehlt Ihnen, dass dieser Wein aus Trauben gekeltert wurde, die in einem Boden wachsen, der dem der Champagne aehnelt. Und das Glas kostet weniger als ein Espresso in Muenchen. Willkommen in Moldau - dem Land, das die meisten Europaeer nicht einmal auf der Karte finden koennen, das aber diejenigen, die es besuchen, nie wieder vergessen.
Moldau ist das am wenigsten besuchte Land Europas. Das ist keine Uebertreibung - die Statistiken bestaetigen es Jahr fuer Jahr. Waehrend sich Touristen in Dubrovnik auf die Fuesse treten, in Santorini um den besten Selfie-Spot kaempfen und in Barcelona ueber Overtourism klagen, empfaengt Moldau nur einen Bruchteil dieser Besucherzahlen. Und genau das macht dieses kleine Land zwischen Rumaenien und der Ukraine so besonders: Hier erleben Sie ein authentisches, unverfaelschtes Europa, das es anderswo nicht mehr gibt.
Fuer Reisende aus Deutschland, Oesterreich und der Schweiz ist Moldau eine besonders lohnende Entdeckung. Als Schengen-Buerger brauchen Sie kein Visum und koennen bis zu 90 Tage bleiben. Die Flugverbindungen werden immer besser - Wizz Air fliegt mittlerweile mehrere deutsche Staedte direkt an. Und was Sie vor Ort erwartet, ist ein Land, das in kaum einem Reisefuehrer ausfuehrlich behandelt wird, das aber eine erstaunliche Dichte an Erlebnissen bietet.
Der offensichtlichste Grund fuer eine Moldau-Reise ist der Wein. Moldau hat die hoechste Dichte an Weinbergen pro Kopf weltweit. Das Land lebt und atmet Wein auf eine Art, die selbst fuer Besucher aus traditionellen Weinlaendern wie Deutschland und Oesterreich ueberraschend ist. Waehrend in der Pfalz oder der Wachau der Weinbau eine wichtige Tradition ist, ist er in Moldau eine Lebensphilosophie. Jede Familie hat ihren eigenen Wein, jedes Dorf seine eigene Kellerei. Die großen Weinkeller von Cricova und Milestii Mici sind UNESCO-wuerdige Wunderwerke unter der Erde, aber der wahre Zauber liegt in den kleinen Boutique-Weingütern, wo der Winzer Sie persoenlich durch seinen Keller fuehrt und stolz seinen besten Jahrgang oeffnet.
Aber Moldau ist weit mehr als nur Wein. Es ist ein Land der Kloester und Kirchen, der sanften Huegel und endlosen Sonnenblumenfelder, der unerwartet herzlichen Gastfreundschaft und der faszinierenden Geschichte. Es ist ein Land, das zwischen Ost und West liegt - kulturell, historisch und politisch. Sie finden hier orthodoxe Kloester neben sowjetischer Architektur, rumaenische Lebensfreude neben russischem Einfluss, europaeische Ambitionen neben nostalgischer Vergangenheit. Diese Mischung macht Moldau zu einem der interessantesten und vielschichtigsten Reiseziele Europas.
Fuer preisbewusste Reisende - und seien wir ehrlich, wer zaehlt nicht gerne, was er fuer sein Geld bekommt - ist Moldau ein Paradies. Ein gutes Abendessen in einem Restaurant in Chisinau kostet selten mehr als 10-15 Euro, ein Glas hervorragenden Wein 2-3 Euro, ein Hotelzimmer in guter Lage 30-50 Euro. Sie koennen in Moldau eine Woche lang wie ein Koenig leben und weniger ausgeben als fuer ein Wochenende in Zuerich. Dabei ist die Qualitaet dessen, was Sie bekommen - das Essen, der Wein, die Erlebnisse - keineswegs minderwertig. Im Gegenteil: Vieles, was Sie in Moldau probieren, ist frischer, authentischer und liebevoller zubereitet als das, was Sie in den Touristenfallen Westeuropas serviert bekommen.
Was mich persoenlich an Moldau am meisten beeindruckt hat, war die Gastfreundschaft. In einem Land, das nicht viele Touristen sieht, sind Besucher keine wandelnden Geldboersen, sondern willkommene Gaeste. Menschen laden Sie spontan zum Essen ein, Taxifahrer erzaehlen Ihnen die Geschichte ihres Landes, Marktfrauen druecken Ihnen einen Apfel in die Hand und winken ab, wenn Sie bezahlen wollen. Diese Art von menschlicher Waerme ist in den durchkommerzialisierten Touristenhochburgen Europas laengst verloren gegangen.
Moldau ist auch ein Land im Wandel. Seit der Unabhaengigkeit 1991 hat es einen langen und oft schwierigen Weg hinter sich, und dieser Prozess ist noch laengst nicht abgeschlossen. Wer hierherkommt, sieht die Spuren dieser Transformation ueberall: in den renovierten Fassaden neben verfallenen Sowjetbauten, in den hippen Cafés neben sowjetischen Kantinen, in den EU-Flaggen neben der moldauischen Trikolore. Diese Dynamik macht das Land spannend und gibt jeder Reise eine zusaetzliche Dimension - Sie besuchen nicht nur ein Land, Sie erleben eine Gesellschaft im Umbruch.
Noch ein Argument, das fuer DACH-Reisende besonders relevant ist: Moldau ist sicher. Trotz der geopolitischen Spannungen in der Region - ja, die Sache mit Transnistrien klingt erst mal beunruhigend - ist Moldau ein ausgesprochen friedliches Land. Die Kriminalitaetsrate ist niedrig, die Menschen freundlich, die Infrastruktur verbessert sich stetig. Sie muessen sich hier weniger Sorgen um Ihre Sicherheit machen als in mancher westeuropaeischen Großstadt.
Kurz gesagt: Moldau ist fuer diejenigen, die das echte, ungeschminkte Europa suchen. Fuer Weinliebhaber, fuer Kulturinteressierte, fuer Abenteurer abseits ausgetretener Pfade, fuer Menschen, die gutes Essen und ehrliche Begegnungen schaetzen. Es ist kein Land fuer Strandurlaub oder Luxusresorts - es ist ein Land fuer Entdecker. Und genau deshalb sollten Sie hinfahren, bevor der Rest der Welt es entdeckt.
Regionen Moldaus: welche waehlen
Moldau ist klein - ungefaehr so groß wie Nordrhein-Westfalen. Das bedeutet, dass Sie theoretisch jeden Punkt des Landes in wenigen Stunden erreichen koennen. Trotzdem hat das Land erstaunlich unterschiedliche Regionen, jede mit eigenem Charakter, eigenen Landschaften und eigenen Gruenden fuer einen Besuch. Hier ist mein ehrlicher Ueberblick ueber die verschiedenen Gebiete und was sie bieten.
Chisinau - Die Hauptstadt
Chisinau ist das Herz Moldaus und der Ort, an dem die allermeisten Reisen beginnen und enden. Lassen Sie mich ehrlich sein: Chisinau wird Sie beim ersten Eindruck nicht umhauen. Es ist keine klassische europaeische Schoenheit wie Prag oder Wien. Die Stadt traegt die Narben der sowjetischen Aera - Plattenbauten, breite Boulevards, monumentale Betonarchitektur. Aber genau das macht einen Teil ihres Reizes aus, und wer sich auf die Stadt einlaesst, entdeckt unter der rauen Oberflaeche eine ueberraschend lebendige, herzliche und zunehmend kosmopolitische Metropole.
Das Zentrum von Chisinau ist kompakt und laesst sich bequem zu Fuß erkunden. Der Zentralpark Stefan cel Mare ist das gruene Herz der Stadt und ein hervorragender Ausgangspunkt fuer Ihre Erkundungen. Hier flanieren die Einheimischen, hier treffen sich Familien am Wochenende, hier sitzen Rentner auf Baenken und beobachten das Treiben. Am Eingang des Parks steht das Denkmal fuer Stefan cel Mare, den moldauischen Nationalhelden, der im 15. Jahrhundert das Fuerstentum Moldau gegen die Osmanen verteidigte. Stefan ist fuer die Moldauer das, was Wilhelm Tell fuer die Schweizer ist - ein Symbol nationaler Identitaet und Unabhaengigkeit.
Suedlich des Parks erstreckt sich der zentrale Boulevard, gesaeumt von Restaurants, Cafés und Geschaeften. In den letzten Jahren hat sich hier eine erstaunliche Gastronomieszene entwickelt. Es gibt ausgezeichnete Restaurants, die traditionelle moldauische Kueche mit modernen Einflüssen verbinden, hippe Weinbars, in denen Sie sich durch die besten moldauischen Weine probieren koennen, und Cafés, die in Berlin oder Wien nicht auffallen wuerden - außer durch ihre deutlich niedrigeren Preise.
Die Geburtskathedrale im Zentrum ist ein beeindruckendes Beispiel orthodoxer Kirchenarchitektur. Der weiße Bau mit seinen goldenen Kuppeln wurde im 19. Jahrhundert errichtet, unter den Sowjets als Ausstellungshalle missbraucht und nach der Unabhaengigkeit liebevoll restauriert. Auch wenn Sie kein besonders religiöser Mensch sind, lohnt sich ein Besuch allein wegen der Ikonostase und der Atmosphaere, besonders waehrend eines Gottesdienstes, wenn der Gesang der orthodoxen Liturgie durch den Raum hallt.
Das Nationalmuseum fuer Ethnographie und Naturgeschichte ist eines der aeltesten Museen Suedosteuropas und bietet einen hervorragenden Ueberblick ueber die Natur und Kultur Moldaus. Das Gebaeude selbst, ein orientalisch anmutender Bau aus dem fruehen 20. Jahrhundert, ist sehenswert. Im Inneren finden Sie Ausstellungen ueber die Flora und Fauna der Region, archaeologische Funde und ethnographische Sammlungen, die das traditionelle Leben in Moldau dokumentieren. Planen Sie mindestens zwei Stunden ein.
Der Zentralmarkt ist ein Erlebnis fuer alle Sinne. Hier kaufen die Einheimischen ein, und hier bekommen Sie einen unverfaelschten Eindruck vom moldauischen Alltag. Berge von frischem Obst und Gemuese, hausgemachter Kaese, eingelegtes Gemuese, frisches Brot, Honig in allen Variationen - und das alles zu Preisen, die fuer DACH-Verhaeltnisse lachhaft niedrig sind. Ein Kilo erstklassige Tomaten fuer unter einem Euro, ein großes Stueck Schafkaese fuer zwei Euro. Bringen Sie eine Tasche mit und kaufen Sie Proviant fuer Ihre weiteren Reisen im Land.
Der Dendrariumpark im suedlichen Teil der Stadt ist eine gruene Oase mit einer beeindruckenden Sammlung exotischer Baeume und Pflanzen. Er ist weniger besucht als der Zentralpark und bietet an heißen Sommertagen angenehmen Schatten. Ein perfekter Ort fuer einen nachmittaeglichen Spaziergang, wenn die Hitze der Stadt zu viel wird.
Chisinau hat auch ein ueberraschendes Nachtleben. Die Barszene hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt, und es gibt mittlerweile eine Handvoll wirklich guter Cocktailbars und Weinlokale. Die Preise sind ein Traum - ein guter Cocktail kostet selten mehr als 5 Euro, ein Glas hervorragenden Wein 2-3 Euro. Die Atmosphaere ist entspannt und freundlich, und als sichtbarer Auslaender werden Sie schnell ins Gespraech gezogen.
Planen Sie fuer Chisinau mindestens zwei volle Tage ein. Die Stadt hat genug zu bieten, um Sie zu beschaeftigen, und sie dient als ideale Basis fuer Tagesausfluege in die Umgebung - nach Cricova, Milestii Mici oder Old Orhei.
Codru - Das Weinherz
Suedlich und westlich von Chisinau erstreckt sich die Region Codru, das historische Herzland des moldauischen Weinbaus. Hier liegen die meisten der großen Weinkellereien, aber auch zahlreiche kleinere Weingueter, die in den letzten Jahren eine qualitative Revolution durchgemacht haben. Die Landschaft ist sanft huegelig, durchzogen von Weinbergen und Obstgaerten, und erinnert an die Toskana - nur ohne die Touristenmassen und die Toskana-Preise.
Die Weinkellerei Cricova ist das bekannteste Ausflugsziel und eine der Hauptattraktionen des ganzen Landes. Die unterirdischen Straßen erstrecken sich ueber 120 Kilometer - ja, Sie haben richtig gelesen. Sie fahren mit dem Auto oder einem kleinen Bus durch die Tunnel und passieren dabei riesige Lagerhallen, in denen Millionen von Flaschen reifen. Die Fuehrung dauert etwa anderthalb Stunden und beinhaltet eine Verkostung. Es ist ein einzigartiges Erlebnis, das man so nirgendwo anders auf der Welt findet. Reservieren Sie im Voraus, besonders in der Hochsaison.
Milestii Mici ist noch groesser als Cricova - mit ueber 200 Kilometern Tunneln und rund zwei Millionen Flaschen haelt es den Guinness-Weltrekord als groesste Weinsammlung der Welt. Es liegt etwas weiter suedlich von Chisinau und ist weniger touristisch aufbereitet als Cricova, was manchen Besuchern sogar besser gefaellt. Die Atmosphaere ist rauer, authentischer, weniger inszeniert. Beide Keller sind einen Besuch wert, und wenn Sie die Zeit haben, empfehle ich, beide zu besuchen - sie sind ueberraschend unterschiedlich im Charakter.
In den letzten Jahren sind in der Codru-Region zahlreiche Boutique-Weingueter entstanden, die eine voellig andere Philosophie verfolgen als die großen Kombinate. Weingueter wie Purcari, Castel Mimi und Et Cetera produzieren Weine, die auf internationalen Wettbewerben Medaillen gewinnen und die auch den verwoehnten Gaumen eines frankophilen Weinkenners ueberzeugen koennen. Viele bieten Fuehrungen und Verkostungen an, manche haben eigene Restaurants und sogar Uebernachtungsmoeglichkeiten. Eine Weintour durch die Codru-Region ist eines der besten Erlebnisse, die Moldau zu bieten hat.
Der Norden - Kloester und unberuehrte Natur
Der Norden Moldaus ist die am wenigsten besuchte Region und gleichzeitig eine der schoensten. Hier wird die Landschaft huegeliger, die Waelder dichter, die Doerfer abgelegener. Es ist eine Region fuer Reisende, die die Ruhe suchen und bereit sind, etwas mehr Aufwand in Kauf zu nehmen, um belohnt zu werden.
Die Stadt Soroca im Nordosten ist beruehmt fuer zwei Dinge: ihre mittelalterliche Festung am Ufer des Dnjestr und den sogenannten 'Huegel der Roma'. Die Festung aus dem 15. Jahrhundert, erbaut unter Stefan cel Mare, ist bemerkenswert gut erhalten und bietet einen schoenen Blick ueber den Fluss auf die Ukraine am gegenueberliegenden Ufer. Der Huegel der Roma oberhalb der Stadt ist ein surreales Viertel mit extravaganten Villen, die von wohlhabenden Roma-Familien erbaut wurden - manche als Nachbauten beruehmter Gebaeude. Es ist ein faszinierendes und etwas bizarres Schauspiel, das man so nirgendwo sonst in Europa findet.
Das Kloster Tipova im Norden ist eines der aeltesten Felskloester Suedosteuropas. In die steilen Kalksteinfelsen ueber dem Dnjestr gehauen, bietet es nicht nur religioese und historische Bedeutung, sondern auch eine atemberaubende Landschaft. Der Abstieg zum Kloster fuehrt durch eine wilde, unberuehrte Schlucht. Festes Schuhwerk ist Pflicht, aber die Muehe lohnt sich.
Balti, die zweitgroesste Stadt Moldaus, ist ehrlich gesagt kein touristisches Highlight, kann aber als nuetzliche Basis fuer Erkundungen des Nordens dienen. Die Stadt hat einige nette Restaurants und anstaendige Hotels, und die Atmosphaere ist entspannt und authentisch - hier sind Sie garantiert der einzige Tourist weit und breit.
Gagausien - Tuerkisches Erbe im Herzen Moldaus
Im Sueden des Landes liegt Gagausien, eine autonome Region, die den meisten Europaeern voellig unbekannt ist. Die Gagausen sind ein tuerkischstaemmiges Volk, das orthodoxen Glaubens ist - eine weltweit einzigartige Kombination. Sie sprechen ihre eigene tuerkische Sprache, pflegen tuerkische Traditionen und kochen tuerkisch inspirierte Gerichte, sind aber seit Jahrhunderten christlich-orthodox. Diese kulturelle Besonderheit macht Gagausien zu einem der faszinierendsten ethnographischen Ziele in ganz Europa.
Die Hauptstadt Comrat ist eine Kleinstadt mit dem Charme einer besseren Kreisstadt. Sehenswuerdigkeiten im klassischen Sinne gibt es wenige, aber das ist nicht der Grund, warum man hierherkommt. Kommen Sie nach Gagausien, um die einzigartige Kultur zu erleben, das gagausische Essen zu probieren - eine faszinierende Mischung aus tuerkischen und balkanischen Einflüssen - und um Menschen zu treffen, deren Gastfreundschaft selbst moldauische Masstaebe uebertrifft. Im Herbst finden Weinfeste statt, bei denen die ganze Region feiert und Sie als Besucher mit offenen Armen empfangen werden.
Die Weinregion um Comrat produziert einige ueberraschend gute Weine, die außerhalb Gagausiens kaum bekannt sind. Wenn Sie die Moeglichkeit haben, besuchen Sie eines der lokalen Weingueter - die Erfahrung ist intimer und persoenlicher als in den großen Kellereien weiter noerdlich.
Transnistrien - Zeitreise in die Sowjetunion
Transnistrien ist der schmale Landstreifen oestlich des Dnjestr, der sich 1990 von Moldau lossagte und seitdem als nicht anerkannter Staat existiert. Es hat eine eigene Regierung, eine eigene Waehrung, eine eigene Armee und sogar eigene Grenzkontrollen - obwohl kein einziges Land der Welt es als unabhaengigen Staat anerkennt. Fuer Reisende ist Transnistrien eine der kuriosesten Erfahrungen, die Europa zu bieten hat.
Die Hauptstadt Tiraspol wirkt wie ein lebendes Museum der Sowjetunion. Breite Boulevards, monumentale Sowjetarchitektur, Lenin-Statuen an zentralen Plaetzen, Hammer und Sichel auf offiziellen Gebaeuden. Die Atmosphaere ist surreal - als haette jemand die Uhr 1991 angehalten und vergessen, sie wieder aufzuziehen. Das Sheriff-Stadion, gebaut vom maechtigsten Unternehmen Transnistriens, ist ein ultramodernes Fußballstadion inmitten dieser sowjetischen Kulisse - ein faszinierender Kontrast.
Der Besuch Transnistriens ist fuer DACH-Buerger unproblematisch. An der 'Grenze' erhalten Sie eine Registrierung, die zum Aufenthalt von bis zu zehn Stunden berechtigt. Fuer laengere Aufenthalte muessen Sie sich registrieren lassen - was in der Praxis aber selten noetig ist, da man Tiraspol und Bender bequem als Tagesausflug von Chisinau aus besuchen kann. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde. Beachten Sie, dass in Transnistrien der transnistrische Rubel als Waehrung gilt, aber in der Praxis moldauische Lei und sogar Euro akzeptiert werden - allerdings zu ungenuegenden Kursen. Wechseln Sie am besten etwas Geld an den Wechselstuben bei der Grenze.
Wichtiger Hinweis: Trotz der ungewoehnlichen politischen Situation ist ein Besuch in Transnistrien sicher. Es gibt keine aktiven Konflikte, und Touristen werden freundlich behandelt. Vermeiden Sie es allerdings, militaerische Einrichtungen zu fotografieren, und bringen Sie Ihren Reisepass mit - er wird an der Grenze kontrolliert.
Old Orhei (Orheiul Vechi) - Das Muss-Ziel
Wenn Sie nur ein einziges Ziel außerhalb von Chisinau besuchen koennen, sollte es Old Orhei sein. Dieser archaeologische und natuerliche Komplex etwa 60 Kilometer noerdlich der Hauptstadt ist der spektakulaerste Ort Moldaus und ein ernsthafter Kandidat fuer die UNESCO-Welterbeliste.
Stellen Sie sich ein tiefes, gewundenes Flusstal vor, in dessen steile Kalksteinfelsen Hoehlen und Klosterraeume gehauen wurden. Oben auf den Klippen thront eine orthodoxe Kirche, von der Sie einen Blick haben, der Ihnen den Atem raubt: Das Tal des Raut-Flusses erstreckt sich unter Ihnen, gruen und still, und am Horizont sehen Sie nichts als sanfte Huegel und weiten Himmel. Es ist einer dieser Orte, die Fotos nicht gerecht werden koennen.
Die Hoehlenkloster stammen aus dem 13. Jahrhundert und wurden bis ins 18. Jahrhundert von Moenchen bewohnt. Manche sind heute noch zugaenglich, und Sie koennen durch enge Gaenge in die Felsen klettern und sich vorstellen, wie die Moenche hier lebten - abgeschieden, in Meditation versunken, mit dem Fluss als einzigem Nachbarn. In einem der Felsenkloester finden noch heute regelmaessig Gottesdienste statt.
Old Orhei eignet sich hervorragend fuer eine halbtaegige Wanderung. Es gibt mehrere markierte Wege, die durch das Tal und ueber die Klippen fuehren. Die Landschaft ist abwechslungsreich und wunderschoen, die Luft ist klar, und die Stille - unterbrochen nur vom Gesang der Voegel und dem leisen Rauschen des Flusses - ist fast meditativ. Bringen Sie festes Schuhwerk, Wasser und einen Snack mit.
Von Chisinau aus koennen Sie Old Orhei als Tagesausflug besuchen. Es gibt Minibusse, aber die Verbindungen sind unregelmaessig. Am bequemsten ist es mit einem gemieteten Auto oder einem organisierten Ausflug. Viele Hostels und Hotels in Chisinau bieten Tagestouren an, die Old Orhei mit einem Weingutsbesuch kombinieren - eine hervorragende Option, wenn Sie nicht selbst fahren moechten.
Der Suedosten - Wein und Weite
Der Suedosten Moldaus, zwischen dem Dnjestr und der ukrainischen Grenze, ist das aelteste Weinbaugebiet des Landes. Hier, in der Region um Stefan Voda, liegen einige der besten Weingueter Moldaus, darunter das legendaere Purcari, das bereits seit 1827 Wein produziert und dessen Produkte einst an den russischen Zarenhof geliefert wurden.
Die Landschaft ist flacher als im Rest des Landes, die Weite der Steppe beginnt sich anzudeuten. Endlose Weinberge erstrecken sich bis zum Horizont, unterbrochen von kleinen Doerfern, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Es ist eine Landschaft von stiller Schoenheit, die im Herbst, wenn sich die Weinblaetter rot und gold faerben, besonders eindrucksvoll ist.
Purcari selbst hat sich zu einem kleinen Weintourismus-Zentrum entwickelt, mit einem eleganten Chateau, einem Restaurant, das lokale Kueche auf hohem Niveau serviert, und komfortablen Gaestezimmern. Eine Uebernachtung hier ist ein besonderes Erlebnis - Sie wachen inmitten von Weinbergen auf, fruehstuecken mit Blick auf die Reben und koennen vor dem Fruehstueck durch die Morgennebel der Felder spazieren.
Neben Purcari gibt es in der Region weitere interessante Weingueter wie Gitana und Vinaria din Vale, die weniger bekannt, aber nicht weniger beeindruckend sind. Eine Weintour durch den Suedosten laesst sich gut mit einem Besuch des Dnjestr-Ufers kombinieren, wo Sie malerische Aussichtspunkte und kleine Dorfkirchen finden.
Die Region ist duenn besiedelt und touristisch kaum erschlossen - was ihren Reiz ausmacht. Hier sind Sie wirklich abseits der ausgetretenen Pfade. Ein eigenes Auto ist fast unverzichtbar, da die oeffentlichen Verkehrsverbindungen spaerlich sind. Dafuer werden Sie mit einer Authentizitaet belohnt, die in den populaereren Teilen des Landes zunehmend schwerer zu finden ist.
Zusammenfassend laesst sich sagen: Jede Region Moldaus hat ihren eigenen Charakter und ihren eigenen Grund fuer einen Besuch. Fuer einen Erstbesuch empfehle ich Chisinau als Basis, kombiniert mit Tagesausfluegen nach Cricova, Old Orhei und eventuell Transnistrien. Bei einem laengeren Aufenthalt lohnt es sich, den Norden und Gagausien einzubeziehen. Und fuer Weinliebhaber ist eine Tour durch die Codru-Region und den Suedosten ein Muss.
Weinkultur Moldaus
Moldau und Wein - das ist keine beilaeufige Beziehung, das ist eine jahrtausendealte Liebesgeschichte. Die aeltesten archaeologischen Funde von Traubenkernen auf moldauischem Boden sind ueber 5.000 Jahre alt. Damit gehoert Moldau zu den aeltesten Weinbauregionen der Welt - aelter als die meisten europaeischen Weinlaender. Und waehrend der Weinbau in vielen Laendern eine Industrie ist, ist er in Moldau eine Lebensform.
Fuer Besucher aus Deutschland und Oesterreich, die eine eigene reiche Weintradition haben, ist der moldauische Weinbau eine faszinierende Entdeckung. Waehrend deutsche Weine vor allem fuer ihre Riesling-Tradition bekannt sind und oesterreichische Weine fuer Gruenen Veltliner und Blaufraenkisch, hat Moldau seine ganz eigenen autochthonen Rebsorten, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Diese zu entdecken ist eines der groessten Vergnuegen einer Moldau-Reise.
Die großen Keller
Die Weinkellerei Cricova ist das Flaggschiff des moldauischen Weintourismus und ein Ort, der selbst eingefleischte Weinkritiker sprachlos macht. Die unterirdischen Tunnel erstrecken sich ueber 120 Kilometer - das sind ehemalige Kalksteinminen, die in den 1950er Jahren in Weinkeller umgewandelt wurden. Sie fahren mit dem Auto durch die Straßen dieses unterirdischen Labyrinths, vorbei an endlosen Reihen von Flaschen, die in perfekter Temperatur und Luftfeuchtigkeit reifen. Es gibt sogar Straßenschilder und eine Karte, denn ohne Fuehrer wuerde man sich hoffnungslos verirren.
In Cricova lagern einige bemerkenswerte Sammlungen. Die Privatsammlung des ehemaligen rumaenischen Diktators Hermann Goering wurde hier nach dem Krieg eingelagert - ueber 100 Flaschen aus den besten europaeischen Haeusern. Auch Angela Merkel und Wladimir Putin haben hier persoenliche Weinsammlungen - oder hatten, im Falle Putins, bevor die moldauische Regierung seine Sammlung nach der Annexion der Krim symbolisch aufloeser ließ. Die Fuehrung durch Cricova kostet zwischen 20 und 50 Euro, je nach Paket, und beinhaltet eine Verkostung von fuenf bis sieben Weinen. Reservieren Sie unbedingt im Voraus, besonders zwischen Mai und Oktober.
Milestii Mici ist der große Rivale von Cricova und in mancher Hinsicht noch beeindruckender. Mit ueber 200 Kilometern Tunneln und einer Sammlung von etwa zwei Millionen Flaschen haelt es den Guinness-Weltrekord als groesste Weinsammlung der Welt. Die Atmosphaere ist weniger poliert als in Cricova - rauer, industrieller, authentischer. Die Tunnel sind teilweise unverputzt, die Beleuchtung spaerlich, und man hat staerker das Gefuehl, sich in einem echten Arbeitskeller zu befinden und nicht in einer Touristenattraktion. Manche Besucher bevorzugen gerade deshalb Milestii Mici gegenueber dem eleganteren Cricova.
Boutique-Weingueter - Die stille Revolution
Die wahre Revolution im moldauischen Weinbau findet allerdings nicht in den riesigen Kellern statt, sondern in den kleinen Boutique-Weingütern, die in den letzten zehn bis fuenfzehn Jahren entstanden sind. Junge Winzer, viele davon im Ausland ausgebildet - in Bordeaux, in der Toskana, in Australien - sind nach Moldau zurueckgekehrt und haben begonnen, Weine zu produzieren, die sich vor der internationalen Konkurrenz nicht verstecken muessen.
Castel Mimi, suedlich von Chisinau, ist vielleicht das schoenste dieser neuen Weingueter. Das Chateau im franzoesischen Stil wurde von Constantin Mimi gegruendet, dem letzten Gouverneur Bessarabiens im Russischen Reich. Nach Jahrzehnten des Verfalls wurde es aufwendig restauriert und ist heute ein Schmuckstueck: ein elegantes Chateau inmitten von Weinbergen, mit einem hervorragenden Restaurant, einem Spa und stilvollen Gaestezimmern. Die Weine sind ausgezeichnet, besonders die Rotweine aus Feteasca Neagra und Rara Neagra.
Et Cetera, etwa 30 Kilometer suedlich von Chisinau, ist das Projekt eines moldauischen Ehepaars, das mit Leidenschaft und Praezision Weine produziert, die regelmaeissig auf internationalen Wettbewerben ausgezeichnet werden. Der Besuch hier ist persoenlich und intim - oft fuehrt der Winzer selbst durch den Keller und erklaert seine Philosophie. Die Weiß- und Roseweine sind besonders gelungen.
Purcari im Suedosten ist das historisch bedeutendste Weingut Moldaus. Gegruendet 1827, lieferte es Weine an den russischen Zarenhof und gewann bereits 1878 eine Goldmedaille auf der Pariser Weltausstellung. Heute produziert Purcari elegante, gut strukturierte Rotweine, die in der gehobenen Gastronomie Moldaus und zunehmend auch international geschaetzt werden.
Autochthone Rebsorten
Das vielleicht Spannendste an moldauischem Wein sind die autochthonen Rebsorten - Trauben, die nur hier und im benachbarten Rumaenien wachsen und die voellig andere Geschmacksprofile bieten als die international verbreiteten Sorten.
Feteasca Neagra (die 'schwarze Maedchentraube') ist die Koenigin der moldauischen Rotweine. Sie ergibt tiefdunkle, vollmundige Weine mit Aromen von dunklen Fruechten, Schokolade und Gewuerzen. Gute Exemplare erinnern an einen kraeftigen Merlot oder einen weichen Malbec, haben aber eine ganz eigene Note, die schwer zu beschreiben ist. Fuer Liebhaber deutscher Spaetburgunder ist Feteasca Neagra eine Offenbarung - voller, waermer, opulenter, aber mit einer aehnlichen Eleganz.
Rara Neagra (die 'seltene Schwarze') ist seltener und schwieriger anzubauen, belohnt aber mit Weinen von bemerkenswerter Finesse. Sie hat Noten von roten Beeren, Veilchen und Pfeffern und erinnert ein wenig an einen eleganten Pinot Noir, allerdings mit einer wuerzigeren, dunkleren Frucht.
Feteasca Alba (die 'weiße Maedchentraube') ist das weiße Pendant und ergibt frische, aromatische Weine mit Noten von Wiesenblumen, gruenen Aepfeln und einem Hauch von Honig. Fuer Riesling-Trinker ist sie ein interessanter Kontrapunkt - weniger saeurereich, weicher, blumiger, aber mit einer eigenen Eleganz. Sie eignet sich hervorragend als Terrassenwein an einem warmen Sommerabend.
Feteasca Regala (die 'koenigliche Maedchentraube') ist eine Kreuzung aus Feteasca Alba und Grasa de Cotnari und vereint die Frische der einen mit der Fuelle der anderen. Sie ergibt aromatische, leicht wuerzige Weißweine, die gut zu den kraeftigen Aromen der moldauischen Kueche passen.
Natuerlich werden in Moldau auch internationale Sorten angebaut - Cabernet Sauvignon, Merlot, Chardonnay, Sauvignon Blanc -, und manche der besten moldauischen Weine sind Cuvees aus autochthonen und internationalen Sorten. Aber ich empfehle Ihnen dringend, bei Ihrem Besuch den Schwerpunkt auf die einheimischen Sorten zu legen. Die internationalen Sorten koennen Sie ueberall auf der Welt trinken - Feteasca Neagra und Rara Neagra bekommen Sie nur hier.
Weinkultur im Alltag
Was Moldau von anderen Weinlaendern unterscheidet, ist die Allgegenwaertigkeit des Weins im Alltag. Fast jede Familie auf dem Land hat einen eigenen kleinen Weinberg und stellt ihren eigenen Hauswein her. Dieser Hauswein ist oft von erstaunlich guter Qualitaet und wird bei jeder Gelegenheit ausgeschenkt - zum Essen, bei Familienfeiern, wenn Gaeste kommen, einfach so. Wenn Sie in ein moldauisches Dorf eingeladen werden, koennen Sie davon ausgehen, dass Ihnen innerhalb der ersten fuenf Minuten ein Glas Hauswein angeboten wird. Ablehnen waere unhoeflich, also lassen Sie sich darauf ein.
Der Nationale Weintag, der am zweiten Sonntag im Oktober gefeiert wird, ist das groesste Weinfest Moldaus und ein fantastischer Anlass fuer einen Besuch. Zwei Tage lang verwandelt sich das Zentrum von Chisinau in ein riesiges Open-Air-Weinfest, mit Hunderten von Staenden, an denen Weingueter aus dem ganzen Land ihre Weine praesentieren. Es gibt Musik, Tanz, Essen und natuerlich unendlich viel Wein. Die Stimmung ist ausgelassen und festlich, und die Moldauer sind sichtlich stolz darauf, ihre Weinkultur zu praesentieren. Wenn Sie Ihren Besuch um dieses Datum herum planen koennen, tun Sie es - es ist ein unvergessliches Erlebnis.
Fuer Weinliebhaber aus dem DACH-Raum ist ein Vergleich mit den heimischen Weinen besonders interessant. Moldauische Rotweine sind in der Regel voller und waermer als deutsche oder oesterreichische Pendants - das Klima laesst mehr Reife zu. Die Weißweine ueberraschen oft mit ihrer Aromatik und Frische, auch wenn sie nicht die Mineralitaet eines Mosel-Rieslings oder die Pfeffrigkeit eines Wachauer Gruenen Veltliners erreichen. Der groesste Unterschied aber liegt im Preis: Fuer den Preis einer guten Flasche aus der Pfalz oder dem Burgenland bekommen Sie in Moldau drei bis fuenf Flaschen vergleichbarer Qualitaet. Das Preis-Leistungs-Verhaeltnis ist schlicht sensationell.
Beste Reisezeit
Moldau hat ein kontinentales Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern - vergleichbar mit dem Klima in Ostungarn oder der Walachei. Die beste Reisezeit haengt davon ab, was Sie vorhaben, aber generell gilt: Mai bis Oktober ist die Hauptsaison, mit zwei besonders lohnenden Zeitfenstern.
Der Fruehling (Mai bis Anfang Juni) ist wunderschoen. Die Temperaturen liegen zwischen 18 und 25 Grad, die Natur steht in voller Bluete, die Weinberge beginnen zu gruenen, und die Wiesen sind mit Wildblumen uebersaet. Es ist die perfekte Zeit fuer Wanderungen und Outdoor-Aktivitaeten. Die Touristenzahlen sind minimal, die Preise niedrig. Einziger Nachteil: Es kann noch gelegentlich regnen, und manche Weingueter haben ihre Saison noch nicht voll gestartet.
Der Sommer (Juli und August) ist heiß, oft ueber 30 Grad, manchmal ueber 35. Fuer Staedtereisen in Chisinau kann das anstrengend sein, aber fuer Besuche auf dem Land, in Weinkellern oder an Fluessen ist es ideal. Abends kuehlt es angenehm ab, und die langen Sommerabende auf einer Restaurantterrasse mit einem Glas kalten Weißweins sind ein Genuss. Beachten Sie, dass August in Moldau Ferienzeit ist und manche Restaurants und Geschaefte in der Hauptstadt geschlossen haben koennten.
Der Herbst (September bis Mitte Oktober) ist meiner Meinung nach die allerbeste Reisezeit. Die Temperaturen sind angenehm (15 bis 25 Grad), die Weinlese ist in vollem Gang, die Waelder faerben sich bunt, und die Stimmung im Land ist festlich. Anfang Oktober findet der Nationale Weintag statt - Grund genug, den Besuch in diesen Zeitraum zu legen. Die Maerkte quellen ueber vor frischem Obst und Gemuese, und das Licht hat die goldene Qualitaet, die Fotografen lieben.
Der Winter (November bis Maerz) ist kalt und grau, mit Temperaturen, die auf minus 10 bis minus 15 Grad fallen koennen. Schnee ist moeglich, aber nicht garantiert. Fuer Tourismus ist der Winter nicht ideal, aber wenn Sie um die Weihnachtszeit kommen (die orthodoxe Weihnacht ist am 7. Januar), koennen Sie interessante Traditionen erleben. Die Weinkeller haben ganzjaehrig geoeffnet, und im Winter haben Sie sie fast fuer sich allein.
Zusammengefasst: Kommen Sie im September oder Oktober, wenn Sie koennen. Wenn nicht, ist Mai bis Juni die zweitbeste Wahl. Im Hochsommer ist es heiß, aber machbar. Den Winter wuerde ich vermeiden, es sei denn, Sie sind hartgesotten oder haben spezifische Gruende.
Anreise
Die Anreise nach Moldau war frueher etwas umstaendlich, hat sich aber in den letzten Jahren deutlich verbessert. Der wichtigste Zugang ist der internationale Flughafen Chisinau (IATA-Code: KIV), der einzige Passagierflughafen des Landes.
Per Flugzeug
Wizz Air hat Moldau fuer DACH-Reisende am staerksten geoeffnet. Die Billigfluglinie bietet mittlerweile Direktfluege von mehreren deutschen Staedten nach Chisinau an, darunter Dortmund, Memmingen und Berlin. Die Flugzeit betraegt etwa zweieinhalb bis drei Stunden, und bei fruehzeitiger Buchung koennen Sie Hin- und Rueckflug fuer unter 100 Euro bekommen. Das ist ein absolutes Schnaeppchen fuer eine europaeische Destination. Beachten Sie allerdings die typischen Wizz-Air-Regeln: Handgepaeck-Beschraenkungen, kostenpflichtige Sitzplatzwahl, keine Verpflegung an Bord.
Flydubai bietet Fluege ueber Dubai an, was fuer die meisten DACH-Reisenden umstaendlich ist, aber fuer diejenigen interessant sein kann, die eine Reise nach Moldau mit einem Stopp in Dubai verbinden wollen. Turkish Airlines fliegt ueber Istanbul, Air Moldova ueber verschiedene europaeische Staedte. Lufthansa und Austrian Airlines bieten gelegentlich Codeshare-Verbindungen an, meist ueber Bukarest oder Wien.
Der Flughafen Chisinau selbst ist klein und ueberschaubar. Die Einreise ist fuer EU-Buerger unkompliziert - Sie brauchen nur einen gueltigen Reisepass oder Personalausweis (ja, der deutsche Personalausweis genuegt), und Sie erhalten bei der Einreise automatisch 90 Tage Aufenthaltserlaubnis. Es gibt kein Visum, kein Formular, keine Gebuehr. Die Passkontrolle dauert selten laenger als fuenf Minuten.
Vom Flughafen in die Innenstadt sind es etwa 15 Kilometer. Ein offizielles Taxi kostet 150-200 MDL (etwa 8-10 Euro) und braucht je nach Verkehr 20 bis 40 Minuten. Es gibt auch einen Stadtbus (Linie 30), der allerdings unregelmaessig faehrt und fuer Neuankoemmlinge mit Gepaeck nicht besonders komfortabel ist. Ich empfehle, ein Taxi ueber eine App zu bestellen (mehr dazu im Abschnitt Verkehr) oder den Transfer ueber Ihr Hotel zu organisieren.
Per Bus
Moldau ist per Bus gut mit Rumaenien verbunden. Von Bukarest fahren mehrere taegliche Busse nach Chisinau - die Fahrt dauert etwa acht Stunden und kostet 15-25 Euro. Von Iasi, der grenznahen rumaenischen Stadt, sind es nur zweieinhalb Stunden. Diese Route ist besonders interessant, wenn Sie Moldau mit einer Rumaenien-Reise verbinden wollen. Flixbus hat mittlerweile auch Verbindungen nach Chisinau im Programm, was die Buchung fuer DACH-Reisende vereinfacht.
Per Bahn
Die Bahnverbindungen nach Moldau sind leider schlecht. Es gibt einen Nachtzug von Bukarest nach Chisinau, der allerdings sehr langsam ist (ueber 12 Stunden fuer eine Strecke, die man mit dem Auto in sechs Stunden schafft) und dessen Komfort bescheiden ist. Fuer Eisenbahnromantiker kann es ein Erlebnis sein, aber als praktisches Transportmittel ist der Zug kaum zu empfehlen. Die Zuege innerhalb Moldaus sind fast vollstaendig eingestellt - das Bahnnetz existiert zwar noch, wird aber kaum noch fuer Personenverkehr genutzt.
Per Auto
Die Anreise mit dem eigenen Auto ist moeglich, aber lang. Von Muenchen sind es etwa 1.500 Kilometer, von Wien 1.200 Kilometer, von Berlin 1.600 Kilometer. Die Route fuehrt in der Regel ueber Ungarn und Rumaenien. Die Strassenqualitaet in Rumaenien hat sich deutlich verbessert, ist aber stellenweise noch herausfordernd. Rechnen Sie mit mindestens 15 bis 18 Stunden reiner Fahrzeit von den DACH-Laendern - realistischer sind zwei Tage mit einer Uebernachtung unterwegs. An der moldauisch-rumaenischen Grenze kann es zu Wartezeiten kommen, planen Sie eine Stunde Puffer ein.
Verkehr im Land
Moldau ist klein, und die Entfernungen sind ueberschaubar. Von Chisinau aus erreichen Sie jeden Punkt des Landes in maximal drei bis vier Stunden. Trotzdem ist die Fortbewegung im Land nicht immer ganz einfach, und es lohnt sich, die verschiedenen Optionen zu kennen.
Busse und Minibusse (Rutiere)
Das Rueckgrat des oeffentlichen Nahverkehrs in Moldau sind die sogenannten Rutiere - Minibusse, die auf festen Routen zwischen den Staedten und Doerfern verkehren. Von Chisinau aus gibt es Verbindungen in praktisch jede Stadt des Landes. Die Busse fahren vom Zentralen Busbahnhof (Autogara Centrala) oder von einem der kleineren Busterminals in der Stadt ab.
Die Vorteile: Rutiere sind billig (eine Fahrt von Chisinau nach Soroca, etwa 160 Kilometer, kostet 3-4 Euro), sie fahren haeufig (auf den Hauptstrecken alle 30 bis 60 Minuten), und sie halten auch in kleinen Doerfern. Die Nachteile: Die Busse sind oft alt und ueberfuellt, die Fahrplaene sind nicht immer zuverlaessig, und die Informationen (Abfahrtszeiten, Haltestellen) sind fast ausschließlich auf Rumaenisch oder Russisch verfuegbar. Fuer Reisende, die kein Rumaenisch oder Russisch sprechen, kann die Nutzung der Rutiere eine Herausforderung sein - aber auch ein Abenteuer.
Ein praktischer Tipp: Fragen Sie an Ihrem Hotel oder Hostel nach den Abfahrtszeiten und der richtigen Haltestelle. Die meisten Angestellten in den Unterkuenften in Chisinau sprechen genug Englisch, um Ihnen zu helfen. Es gibt mittlerweile auch eine App namens 'Autogara' die Fahrplaene zeigt, allerdings ist sie nicht immer aktuell.
Zuege
Der Zugverkehr innerhalb Moldaus ist praktisch tot. Es gibt noch einige wenige Verbindungen, aber die Zuege sind langsam, unzuverlaessig und fahren auf Strecken, die fuer Touristen kaum relevant sind. Vergessen Sie die Bahn fuer Ihre Moldau-Reise - sie spielt keine Rolle.
Taxis und Ride-Hailing-Apps
In Chisinau und den groesseren Staedten sind Taxis das bequemste Fortbewegungsmittel. Bestellen Sie Taxis grundsaetzlich ueber eine App - das schuetzt vor ueberzogenen Preisen und sorgt fuer Transparenz.
Die gaengigsten Apps sind: Hip (die beliebteste lokale App, funktioniert zuverlaessig und hat faire Preise), Yandex Go (die russische Alternative, ebenfalls verbreitet und guenstig) und Letz (ein neuerer Anbieter mit modernem Interface). Eine Fahrt innerhalb von Chisinau kostet selten mehr als 50-80 MDL (2,50-4 Euro). Selbst laengere Fahrten sind erschwinglich: Von Chisinau nach Old Orhei (60 Kilometer) zahlen Sie per Taxi etwa 300-400 MDL (15-20 Euro).
Wichtiger Tipp: Laden Sie mindestens eine dieser Apps vor Ihrer Reise herunter und registrieren Sie sich. Sie brauchen eine Telefonnummer fuer die Registrierung - Ihre deutsche Nummer funktioniert. Kartenzahlung ist in den Apps moeglich, aber nicht immer zuverlaessig - haben Sie immer etwas Bargeld fuer Taxifahrten dabei.
Mietwagen
Fuer Reisende, die das Land auf eigene Faust erkunden wollen, ist ein Mietwagen die beste Option. Die Preise sind guenstiger als in Westeuropa: Ab 20-30 Euro pro Tag bekommen Sie einen Kleinwagen, einen SUV ab 40-50 Euro. Es gibt internationale Anbieter (Europcar, Hertz) und lokale Firmen, die oft guenstiger sind. Buchen Sie online im Voraus fuer die besten Preise.
Das Fahren in Moldau erfordert etwas Gewoehnung. Die Hauptstraßen sind in akzeptablem Zustand, aber Nebenstraßen koennen in schlechtem Zustand sein - Schlagloecher sind allgegenwaertig. Fahren Sie defensiv, besonders nach Einbruch der Dunkelheit, wenn unbeleuchtete Pferdewagen und Fussgaenger auf den Straßen auftauchen koennen. Die Moldauer fahren generell zuegig und nicht immer regelkonform - halten Sie sich an die Verkehrsregeln und lassen Sie sich nicht zu riskanten Manoevern draengen.
Ihr deutscher, oesterreichischer oder Schweizer Fuehrerschein ist in Moldau gueltig. Die Alkoholgrenze liegt bei 0,0 Promille - kein Tropfen Alkohol am Steuer, was angesichts der allgegenwaertigen Weinverkostungen eine gewisse Disziplin erfordert. Tanken ist deutlich billiger als in den DACH-Laendern, etwa 1,00-1,20 Euro pro Liter.
Kultureller Kodex
Moldau ist ein Land zwischen Ost und West, zwischen rumaenischer Herzlichkeit und post-sowjetischer Formalitaet. Die moldauische Kultur hat ihre eigenen Regeln und Erwartungen, und wenn Sie diese kennen und respektieren, wird Ihre Reise um ein Vielfaches bereichernder sein.
Gastfreundschaft
Moldauische Gastfreundschaft ist legendaer und ernst gemeint. Wenn Sie zu jemandem nach Hause eingeladen werden - und das wird frueher oder spaeter passieren -, erwartet Sie ein Festmahl, auch wenn der Anlass noch so klein ist. Der Tisch wird ueberladen sein mit Essen: Salate, eingelegtes Gemuese, Fleischgerichte, Kaese, Brot, und natuerlich Wein. Es ist unhoeflich, wenig zu essen - Ihr Gastgeber wird es als Zeichen der Ablehnung interpretieren. Essen Sie, loben Sie, und lassen Sie sich nachschenken. Und bringen Sie etwas mit: Blumen (ungerade Anzahl, gerade Zahlen sind fuer Beerdigungen), Schokolade oder eine Flasche guten Wein.
Beim Wein gibt es eine Tradition, die Sie kennen sollten: den Toast. In Moldau wird nicht einfach getrunken - es wird getoastet. Jedes Glas wird mit einem Toast angehoben, und diese Toasts koennen lang, emotional und poetisch sein. Der erste Toast gilt traditionell dem Gastgeber, der zweite den Gaesten, der dritte den Frauen, und danach wird es frei. Hoeren Sie aufmerksam zu, nicken Sie zustimmend, und wenn Sie aufgefordert werden, einen Toast auszubringen, sagen Sie etwas Nettes ueber Moldau, das Essen oder Ihre Gastgeber. Es muss nicht lang sein, aber es sollte von Herzen kommen.
Sprache
Die Amtssprache ist Rumaenisch (die Moldauer nennen es manchmal 'Moldauisch', was historisch umstritten ist). Russisch ist weit verbreitet, besonders in Chisinau und im Osten des Landes. Englisch wird von der juengeren Generation zunehmend gesprochen, besonders in der Hauptstadt, aber außerhalb von Chisinau ist es duenn gesaet. Deutsch ist praktisch nicht verbreitet.
Lernen Sie ein paar Worte Rumaenisch vor Ihrer Reise - es wird enorm geschaetzt. 'Multumesc' (danke), 'buna ziua' (guten Tag), 'noroc' (Prost - woertlich 'Glueck') und 'la revedere' (auf Wiedersehen) bringen Sie weit. Wenn Sie bereits Franzoesisch oder Italienisch sprechen, werden Sie feststellen, dass Sie erstaunlich viel vom geschriebenen Rumaenisch verstehen - es ist eine romanische Sprache mit vielen Parallelen zum Franzoesischen und Italienischen. Google Translate funktioniert gut fuer Rumaenisch und kann in Alltagssituationen sehr hilfreich sein.
Religion und Tradition
Moldau ist ueberwiegend orthodoxchristlich, und die Religion spielt im Alltag eine wichtigere Rolle als in den saekularisierten DACH-Laendern. Kirchen und Kloester sind lebendige Orte des Glaubens, nicht nur Touristenattraktionen. Wenn Sie eine Kirche besuchen, kleiden Sie sich respektvoll: bedeckte Schultern und Knie, Frauen sollten idealerweise ein Kopftuch dabeihaben (es ist nicht immer erforderlich, wird aber geschaetzt). Fotografieren ist in den meisten Kirchen erlaubt, aber fragen Sie im Zweifelsfall. Waehrend eines Gottesdienstes sollten Sie sich ruhig verhalten und die Zeremonie nicht stoeren.
Moldauische Feiertage und Traditionen sind faszinierend und bieten Einblicke in eine reiche Volkskultur. Ostern (nach dem orthodoxen Kalender, meist ein oder zwei Wochen spaeter als das westliche Ostern) ist der wichtigste Feiertag. Wenn Sie die Moeglichkeit haben, Ostern in einem moldauischen Dorf zu erleben, verpassen Sie es nicht - die naechtliche Osterliturgie, das Eierfaerben, das gemeinsame Festmahl sind unvergesslich.
Sensible Themen
Moldau hat einige sensible Themen, die Sie kennen sollten. Die Frage, ob Moldauer Rumaenen sind oder ein eigenes Volk, ist politisch aufgeladen und kann leidenschaftliche Diskussionen ausloesen. Transnistrien und Gagausien sind ebenfalls heikle Themen. Die sowjetische Vergangenheit wird von manchen nostalgisch verklaert und von anderen bitter verurteilt. Mein Rat: Hoeren Sie zu, stellen Sie Fragen, aber vermeiden Sie es, Partei zu ergreifen. Die Moldauer schaetzen aufrichtiges Interesse an ihrem Land, aber keine besserwisserischen Kommentare von Auslaendern.
Die Haltung zu LGBTQ-Themen ist konservativer als in Westeuropa. Gleichgeschlechtliche Paare sollten sich in der Oeffentlichkeit zurueckhalten - das ist keine Billigung der Situation, sondern ein praktischer Rat fuer eine angenehme Reise.
Sicherheit
Moldau ist ein sicheres Reiseland. Die Kriminalitaetsrate ist niedrig, Gewaltverbrechen gegen Touristen sind aeusserst selten, und Sie koennen sich in Chisinau und den meisten Landesteilen zu jeder Tages- und Nachtzeit frei bewegen, ohne sich unsicher fuehlen zu muessen. Ich habe mich in Moldau sicherer gefuehlt als in mancher westeuropaeischen Großstadt.
Die ueblichen Vorsichtsmaßnahmen, die Sie ueberall auf der Welt treffen sollten, gelten auch hier: Behalten Sie Ihre Wertsachen im Auge, tragen Sie nicht uebertrieben viel Schmuck oder teure Elektronik zur Schau, und meiden Sie unbeleuchtete Straßen in unbekannten Vierteln nachts. Taschendiebstahl kommt gelegentlich vor, vor allem auf Maerkten und in oeffentlichen Verkehrsmitteln - ein normales Maß an Vorsicht genuegt.
Was viele Reisende beunruhigt, ist die Sicherheitslage in Bezug auf Transnistrien und die Naehe zur Ukraine. Stand 2026 ist die Situation in Moldau stabil. Der eingefrorene Konflikt in Transnistrien hat seit den fruehen 1990er Jahren keine nennenswerten Gewalteskalationen gesehen, und ein Besuch in Tiraspol oder Bender ist unproblematisch. Die Grenze zur Ukraine ist im Suedosten des Landes (nicht nahe den Kampfgebieten), und es gibt keine Auswirkungen auf die Sicherheit in Moldau selbst. Informieren Sie sich trotzdem vor Ihrer Reise ueber die aktuelle Lage, insbesondere die Reisehinweise des Auswaertigen Amts oder des oesterreichischen BMEIA.
Ein spezifisches Sicherheitsthema: Straßenverkehr. Die moldauischen Straßen koennen gefaehrlich sein - schlechter Straßenbelag, aggressive Fahrer, schlecht beleuchtete Straßen nachts, und gelegentlich Tiere oder unbeleuchtete Fahrzeuge auf der Straße. Fahren Sie vorsichtig, besonders nach Einbruch der Dunkelheit. Wenn Sie nicht selbst fahren wollen, nehmen Sie Taxis oder organisieren Sie Transfers ueber Ihr Hotel.
Polizei und Behoerden: Die moldauische Polizei ist in den letzten Jahren reformiert worden und verhaelt sich gegenueber Touristen in der Regel korrekt. Fuer Notfaelle ist die europaeische Notrufnummer 112 auch in Moldau aktiv. Deutsche, oesterreichische und Schweizer Botschaften bzw. Konsulate gibt es in Chisinau - notieren Sie sich die Kontaktdaten vor Ihrer Reise.
Trinkwasser: Leitungswasser ist in Chisinau technisch gesehen trinkbar, aber die meisten Einheimischen und Reisenden greifen zu Flaschenwasser. Auf dem Land wuerde ich definitiv auf Flaschenwasser zurueckgreifen. Es kostet wenige Cent und ist ueberall erhaeltlich.
Gesundheit und Medizin
Fuer die Einreise nach Moldau sind keine speziellen Impfungen erforderlich. Stellen Sie sicher, dass Ihre Standardimpfungen (Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Polio) aktuell sind - das sollten sie ohnehin sein. Hepatitis A und B sind fuer laengere Aufenthalte oder bei geplanten Reisen in laendliche Gebiete empfehlenswert, aber nicht zwingend.
Nehmen Sie Ihre Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) mit - sie ist in Moldau zwar nicht direkt gueltig (Moldau ist nicht in der EU), aber eine private Auslandsreisekrankenversicherung ist ohnehin dringend empfohlen und kostet fuer einen Kurzurlaub nur wenige Euro. Die medizinische Versorgung in Chisinau ist fuer grundlegende Behandlungen ausreichend - es gibt Krankenhaeuser und Kliniken, die einen akzeptablen Standard bieten. Auf dem Land ist die medizinische Infrastruktur duenner, und fuer ernstere Faelle ist eine Evakuierung in die Hauptstadt oder nach Bukarest sinnvoll. Ihre Reiseversicherung sollte dies abdecken.
Apotheken (farmacii) sind in Chisinau und den groesseren Staedten zahlreich und gut sortiert. Viele gaengige Medikamente sind ohne Rezept erhaeltlich und deutlich guenstiger als in den DACH-Laendern. Wenn Sie regelmaessig Medikamente einnehmen, bringen Sie ausreichend Vorrat mit und bewahren Sie das Rezept auf - bei der Einfuhr verschreibungspflichtiger Medikamente kann es gelegentlich Fragen geben.
Zahnmedizinische Versorgung in Moldau ist guenstig und oft von guter Qualitaet - es gibt tatsaechlich einen kleinen Zahntourismus-Sektor. Wenn Sie waehrend Ihres Aufenthalts ein zahnmedizinisches Problem haben, koennen Sie sich ohne Scheu behandeln lassen. Die Kosten liegen bei einem Bruchteil der DACH-Preise.
Sonnenschutz ist im Sommer wichtig - die Sonne kann in Moldau intensiv sein, besonders im Juli und August. Mueckenschutz ist am Abend und in der Naehe von Gewaessern ratsam, obwohl die Muecken in Moldau keine tropischen Krankheiten uebertragen.
Geld und Budget
Die Waehrung Moldaus ist der Moldauische Leu (MDL), Mehrzahl Lei. Der Wechselkurs liegt bei etwa 1 Euro = 19-20 MDL (Stand 2026 - pruefen Sie den aktuellen Kurs vor Ihrer Reise). Leu-Scheine gibt es in Stueckelungen von 1, 5, 10, 20, 50, 100, 200, 500 und 1000 MDL.
Geld wechseln koennen Sie am Flughafen (akzeptable Kurse), in Banken (beste Kurse) und in den zahlreichen Wechselstuben (case de schimb), die Sie ueberall in Chisinau finden. Vermeiden Sie das Wechseln bei Strassenhändlern und in Hotels, die in der Regel schlechtere Kurse bieten. Geldautomaten (bancomate) sind in Chisinau und den groesseren Staedten zahlreich vorhanden und akzeptieren die gaengigen Karten (Visa, Mastercard). Die Gebuehren sind moderat.
Kartenzahlung ist in Chisinau zunehmend moeglich - die meisten Restaurants, Supermaerkte und Hotels akzeptieren Kreditkarten. Auf dem Land, in kleineren Geschaeften und auf Maerkten ist Bargeld jedoch unverzichtbar. Haben Sie immer einen Vorrat an kleinen Scheinen dabei - mit einem 500er-Schein koennen Sie auf dem Dorfmarkt schlecht bezahlen.
Tagesbudgets in Euro
Moldau ist fuer DACH-Reisende ausgesprochen guenstig. Hier sind realistische Tagesbudgets:
Budget-Reisende (25-40 Euro/Tag): Hostel oder guenstiges Guesthouse (8-15 Euro), Essen in einfachen Restaurants und auf Maerkten (8-12 Euro), oeffentliche Verkehrsmittel und gelegentliche Taxis (3-5 Euro), ein bis zwei Sehenswuerdigkeiten oder eine Weinverkostung (5-10 Euro). Das ist ein sehr komfortables Budget, mit dem Sie gut leben und viel erleben koennen.
Mittelklasse-Reisende (50-80 Euro/Tag): Gutes 3-Sterne-Hotel oder Boutique-Unterkunft (25-40 Euro), Mittag- und Abendessen in guten Restaurants mit Wein (15-25 Euro), Taxis und gelegentlich Mietwagen (5-10 Euro), Weintouren und Aktivitaeten (10-15 Euro). In dieser Kategorie koennen Sie wirklich hervorragend essen und trinken und muessen sich kaum einschraenken.
Gehoben Reisende (100-150 Euro/Tag): Bestes Hotel in der Stadt oder Chateau-Unterkunft auf dem Land (50-80 Euro), feine Restaurants und Weinverkostungen (25-40 Euro), private Fahrer oder Mietwagen (15-20 Euro), Premium-Erlebnisse (20-30 Euro). Fuer 150 Euro pro Tag leben Sie in Moldau wie ein Koenig - das waere in Zuerich, Wien oder Muenchen gerade mal ausreichend fuer ein Mittelklasse-Hotel.
Trinkgeld: In Restaurants sind 10 Prozent ueblich, wenn der Service gut war. In Cafés ist Trinkgeld nicht erwartet, aber geschaetzt. Taxifahrern runden Sie den Betrag auf. In Hotels koennen Sie dem Zimmerpersonal 10-20 MDL (0,50-1 Euro) pro Tag hinterlassen.
Reiserouten durch Moldau
Moldau ist klein genug, um in einer Woche einen guten Ueberblick zu bekommen, aber groß genug, um drei Wochen sinnvoll zu fuellen. Hier sind vier detaillierte Reiserouten fuer unterschiedliche Zeitbudgets, jeweils mit konkreten Tagesplaenen.
7 Tage: Moldau kompakt
Eine Woche ist das Minimum fuer einen sinnvollen Moldau-Besuch. Diese Route deckt die Highlights ab und gibt Ihnen einen soliden Ersteindruck.
Tag 1: Ankunft in Chisinau
Ankunft am Flughafen, Transfer ins Hotel. Nachmittags ein erster Spaziergang durch das Stadtzentrum: den Zentralpark Stefan cel Mare erkunden, das Denkmal fuer Stefan cel Mare besichtigen und die Atmosphaere der Stadt auf sich wirken lassen. Bummeln Sie den zentralen Boulevard entlang und suchen Sie sich ein nettes Restaurant fuer Ihr erstes moldauisches Abendessen. Probieren Sie unbedingt eine Flasche lokalen Wein - fragen Sie den Kellner nach einer Empfehlung fuer einen Feteasca Neagra. Frueh schlafen gehen, um am naechsten Tag fit zu sein.
Tag 2: Chisinau ausfuehrlich
Vormittags das Nationalmuseum fuer Ethnographie und Naturgeschichte besuchen - planen Sie zwei bis drei Stunden ein, es gibt viel zu sehen. Danach zur Geburtskathedrale laufen und die Ikonostase bewundern. Mittagspause in einem der Cafés im Zentrum. Nachmittags auf den Zentralmarkt gehen: frisches Obst kaufen, Kaese probieren, eingelegtes Gemuese bewundern. Der Markt ist am besten morgens oder am fruehen Nachmittag. Danach einen Spaziergang durch den Dendrariumpark im Sueden der Stadt. Abends eine Weinbar besuchen und sich durch moldauische Weine probieren - die Barkeeper kennen sich aus und helfen gerne bei der Auswahl.
Tag 3: Weinkeller Cricova
Vormittags Fahrt zur Weinkellerei Cricova (ca. 20 Minuten noerdlich von Chisinau). Reservieren Sie die Premium-Tour, die eine ausfuehrliche Fuehrung durch die unterirdischen Straßen und eine Verkostung von sieben bis acht Weinen beinhaltet. Die Tour dauert etwa zwei Stunden, und Sie werden danach beschwingt und beeindruckt sein. Nachmittags zurueck nach Chisinau. Wenn Sie noch Energie haben, besuchen Sie das Nationalmuseum fuer Geschichte oder bummeln Sie durch das Viertel rund um die Oper. Abendessen in einem der gehobenen Restaurants der Stadt - probieren Sie die moderne moldauische Kueche.
Tag 4: Old Orhei
Ganztagesausflug nach Old Orhei (Orheiul Vechi), etwa 60 Kilometer noerdlich von Chisinau. Nehmen Sie einen Mietwagen oder organisieren Sie einen Transfer. Planen Sie den ganzen Tag ein: die Hoehlenkloster besichtigen, durch das Tal wandern, den Blick von den Klippen genießen. Bringen Sie ein Picknick mit (vom Zentralmarkt!) oder essen Sie in einem der kleinen Restaurants im Dorf Butuceni am Fuß der Klippen. Die Landschaft ist atemberaubend, und Sie werden viele Fotos machen wollen. Rueckfahrt am spaeten Nachmittag.
Tag 5: Milestii Mici und Codru-Region
Vormittags Fahrt nach Milestii Mici (ca. 30 Minuten suedlich von Chisinau) fuer die zweitgroessten Weinkeller der Welt. Der Kontrast zu Cricova ist interessant - rauer, authentischer, weniger touristisch. Nach der Verkostung weiterfahren zu einem Boutique-Weingut in der Codru-Region - Et Cetera oder Castel Mimi sind hervorragende Optionen. Wenn Sie Castel Mimi waehlen, essen Sie dort zu Mittag - das Restaurant ist ausgezeichnet. Nachmittags die Weinberge genießen und die sanfte Huegellandschaft auf sich wirken lassen. Abends zurueck nach Chisinau.
Tag 6: Transnistrien
Tagesausflug nach Tiraspol, der Hauptstadt des nicht anerkannten Transnistriens. Fahrt von Chisinau dauert etwa eine Stunde (Bus oder Taxi). An der 'Grenze' registrieren lassen, dann die surreale sowjetische Atmosphaere genießen: Lenin-Statue am Sowjet-Platz, das Parlament mit Hammer und Sichel, das Sheriff-Stadion, der Flohmarkt am Wochenende. Mittagessen in einem der sowjetisch anmutenden Restaurants - billig und authentisch. Nachmittags eventuell noch nach Bender fahren (die zweite Stadt Transnistriens mit einer imposanten Festung). Rueckfahrt nach Chisinau am spaeten Nachmittag.
Tag 7: Letzter Tag und Abreise
Je nach Abflugzeit noch Zeit fuer letzte Einkaeufe: Wein, Honig, handgefertigte Keramik. Ein letzter Spaziergang durch den Zentralpark Stefan cel Mare, ein letztes Glas Wein in Ihrem Lieblingscafé. Transfer zum Flughafen und Heimreise mit dem Gefuehl, ein wirklich besonderes Land entdeckt zu haben.
10 Tage: Moldau vertieft
Zehn Tage erlauben es Ihnen, die Highlights gruendlicher zu erkunden und einige zusaetzliche Orte einzubeziehen.
Tag 1: Ankunft in Chisinau
Wie bei der 7-Tage-Route: Ankunft, Check-in, erster Stadtspaziergang durch den Zentralpark Stefan cel Mare. Orientierung im Stadtzentrum, erstes Abendessen mit lokalem Wein. Nehmen Sie sich Zeit, um anzukommen und das Tempo der Stadt zu spueren.
Tag 2: Chisinau intensiv
Morgendlicher Besuch auf dem Zentralmarkt - kommen Sie frueh, wenn die Auswahl am groessten ist. Danach das Nationalmuseum fuer Ethnographie und Naturgeschichte besuchen. Mittagessen in einer traditionellen Taverne. Nachmittags die Geburtskathedrale und das umliegende Viertel erkunden. Abends in eine der angesagten Weinbars - lassen Sie sich vom Sommelier beraten.
Tag 3: Chisinau - Kunst und Kultur
Vormittags das Nationalmuseum fuer Kunst oder das Nationalmuseum fuer Geschichte besuchen. Mittagessen im studentischen Viertel der Stadt, wo es guenstige und authentische Lokale gibt. Nachmittags durch den Dendrariumpark spazieren. Wenn Saison ist, besuchen Sie abends eine Vorstellung in der Nationaloper - die Qualitaet ist ueberraschend gut und die Preise liegen bei 5-10 Euro fuer gute Plaetze.
Tag 4: Cricova und Umgebung
Vormittags Cricova besuchen (Premium-Tour mit Verkostung). Nachmittags Weiterfahrt zu einem der kleineren Weingueter noerdlich von Chisinau. Viele bieten spontane Besuche an, auch ohne Reservierung. Genießen Sie die laendliche Atmosphaere und die Gespraeche mit den Winzern, die oft erstaunlich gut Englisch sprechen und leidenschaftlich ueber ihren Wein erzaehlen.
Tag 5: Old Orhei - Ganztag
Fruehe Abfahrt nach Old Orhei. Planen Sie einen ganzen Tag mit ausfuehrlicher Wanderung ein. Besuchen Sie die Hoehlenkloster, wandern Sie durch das Tal des Raut, erklimmen Sie die Klippen fuer den Panoramablick. Mittagessen in Butuceni - es gibt mehrere kleine Pensionen, die traditionelle moldauische Gerichte servieren. Wenn Sie moechten, uebernachten Sie in einer Pension in Butuceni statt nach Chisinau zurueckzufahren - das Erleben des Sonnenuntergangs ueber dem Tal ist magisch.
Tag 6: Norden - Soroca
Fahrt nach Soroca (ca. 2,5 Stunden von Chisinau). Besichtigung der Festung am Dnjestr-Ufer, Erkundung des 'Roma-Huegels' mit seinen extravaganten Villen. Mittagessen in Soroca. Am Nachmittag wandern Sie zur 'Kerze der Dankbarkeit', einem Monument auf dem Huegel oberhalb der Stadt mit fantastischem Blick ueber den Fluss und die ukrainische Seite. Abends zurueck nach Chisinau oder Uebernachtung in Soroca.
Tag 7: Milestii Mici und Castel Mimi
Vormittags Milestii Mici besuchen - die groessten Weinkeller der Welt. Nachmittags weiter nach Castel Mimi fuer eine Fuehrung, Verkostung und ein exzellentes Mittagessen im Chateau-Restaurant. Die Architektur des Chateaus allein ist sehenswert. Abends zurueck nach Chisinau.
Tag 8: Transnistrien
Ganztagesausflug nach Transnistrien. Nehmen Sie sich mehr Zeit als bei der 7-Tage-Route: Tiraspol gruendlich erkunden, die Festung von Bender besichtigen, in einem Kvint-Laden eine Flasche des beruehmt-beruechtigten transnistrischen Cognacs kaufen (der tatsaechlich ueberraschend gut ist). Mittagessen in einem traditionellen Restaurant. Achten Sie auf die Details der sowjetischen Aera, die hier ueberall sichtbar sind: Wandmalereien, Propagandaplakate, Leninbuesten.
Tag 9: Purcari und Suedosten
Fahrt in den Suedosten zum Weingut Purcari (ca. 2 Stunden von Chisinau). Fuehrung durch das historische Weingut, Verkostung der preisgekroenten Weine, Mittagessen im Chateau-Restaurant mit Blick auf die Weinberge. Nachmittags durch die weite Landschaft der suedoestlichen Steppe fahren, vielleicht einen Stopp am Dnjestr-Ufer einlegen. Abends zurueck nach Chisinau.
Tag 10: Abreise
Letzter Morgen in Chisinau. Fruehstueck in einem Lieblingscafé, letzte Einkaeufe auf dem Zentralmarkt, vielleicht noch ein Besuch in einer Kirche oder einem Park. Transfer zum Flughafen.
14 Tage: Moldau umfassend
Zwei Wochen erlauben es Ihnen, wirklich tief in die moldauische Kultur einzutauchen und auch die entlegeneren Ecken des Landes zu erkunden.
Tag 1: Ankunft in Chisinau
Ankunft, Check-in, erster Stadtspaziergang. Abendessen in einem Restaurant am Boulevard Stefan cel Mare. Entspannter Start in den Urlaub.
Tag 2: Chisinau - Stadtbesichtigung
Zentralpark Stefan cel Mare, Denkmal fuer Stefan cel Mare, Geburtskathedrale, Zentralmarkt. Nachmittags Nationalmuseum fuer Ethnographie und Naturgeschichte. Abends Weinbar.
Tag 3: Chisinau - Museen und Parks
Nationalmuseum fuer Geschichte, Kunstmuseum, Spaziergang durch den Dendrariumpark. Nachmittags die weniger touristischen Stadtviertel erkunden. Abends in die Oper oder in ein Konzert.
Tag 4: Cricova
Halbtagesausflug zur Weinkellerei Cricova (Premium-Tour). Nachmittags zurueck in Chisinau, Freizeit zum Shoppen oder Entspannen. Abendessen in einem gehobenen Restaurant.
Tag 5: Old Orhei - Tag 1
Fahrt nach Old Orhei, ausfuehrliche Erkundung der Hoehlenkloster und der Landschaft. Uebernachtung in einer Pension in Butuceni. Abendessen mit traditionellen moldauischen Gerichten, oft vom Gastgeber selbst zubereitet.
Tag 6: Old Orhei - Tag 2 und Weiterfahrt
Morgens eine Wanderung durch das Raut-Tal unternehmen, die andere Seite der Klippen erkunden, vielleicht ein Gespraech mit dem lokalen Moenchen fuehren. Nachmittags Weiterfahrt Richtung Norden.
Tag 7: Soroca und der Norden
Soroca besuchen: Festung, Roma-Huegel, Kerze der Dankbarkeit. Nachmittags Weiterfahrt zum Kloster Tipova oder einem anderen Felsenkloster am Dnjestr. Die Landschaft im Norden ist wunderschoen und wenig besucht. Uebernachtung in Soroca oder in einer Pension auf dem Land.
Tag 8: Noerdliche Kloester
Besuchen Sie das Kloster Saharna oder Tipova - oder beide, wenn die Zeit reicht. Die Felsenkloester am Dnjestr sind einzigartige Orte von großer spiritueller und natuerlicher Schoenheit. Wanderung durch die Schluchten zum Kloster. Nachmittags Rueckfahrt nach Chisinau oder Uebernachtung in der Region.
Tag 9: Milestii Mici und Et Cetera
Vormittags Milestii Mici (die groessten Weinkeller der Welt). Nachmittags Weiterfahrt zum Weingut Et Cetera fuer eine persoenliche Fuehrung und Verkostung. Abendessen in Chisinau.
Tag 10: Castel Mimi
Ganztaegiger Besuch bei Castel Mimi: Fuehrung, Verkostung, Mittagessen im Restaurant, Spaziergang durch die Weinberge, eventuell eine Spa-Behandlung. Castel Mimi ist der perfekte Ort fuer einen entspannten Tag. Abends zurueck nach Chisinau.
Tag 11: Transnistrien
Ausfuehrlicher Tagesausflug nach Tiraspol und Bender. Nehmen Sie sich Zeit fuer beide Staedte: Sowjet-Architektur in Tiraspol, die Festung in Bender, lokale Maerkte, ein Cognac-Tasting bei Kvint. Es ist eine der ungewoehnlichsten Tagestouren, die Sie in Europa machen koennen.
Tag 12: Gagausien
Fahrt nach Comrat (ca. 2 Stunden suedlich von Chisinau). Eintauchen in die gagausische Kultur: den lokalen Markt besuchen, traditionelle gagausische Gerichte probieren, vielleicht ein lokales Weingut besuchen. Gespraech mit Einheimischen ueber ihre einzigartige Identitaet als tuerkischstaemmiges orthodoxes Volk. Uebernachtung in Comrat oder Rueckfahrt nach Chisinau.
Tag 13: Purcari und Suedosten
Fahrt zum Weingut Purcari. Fuehrung, Verkostung, Mittagessen. Nachmittags die Landschaft des Suedostens erkunden: Dnjestr-Ufer, kleine Doerfer, endlose Weinberge. Abends zurueck nach Chisinau.
Tag 14: Abreise
Letzter Morgen fuer Einkaeufe und Abschied. Transfer zum Flughafen. Auf der Heimreise ueber all die Weine nachdenken, die Sie im Koffer haben.
21 Tage: Moldau in der Tiefe
Drei Wochen in Moldau sind ein Luxus, der es Ihnen erlaubt, das Land wirklich kennenzulernen - nicht als Tourist, sondern fast schon als temporaerer Bewohner.
Tag 1: Ankunft in Chisinau
Entspannte Ankunft, Check-in in einer Ferienwohnung (bei drei Wochen lohnt sich das gegenueber einem Hotel). Erster Einkauf auf dem Markt, um sich haaeuslich einzurichten. Abendspaziergang durch die Stadt.
Tag 2: Chisinau - Stadtzentrum
Ausfuehrliche Erkundung des Zentrums: Zentralpark Stefan cel Mare, Denkmal fuer Stefan cel Mare, Boulevard, Geburtskathedrale. Lassen Sie sich treiben und entdecken Sie die Stadt ohne Eile.
Tag 3: Chisinau - Museen
Nationalmuseum fuer Ethnographie und Naturgeschichte, Kunstmuseum, historisches Museum. Nachmittags Zentralmarkt und Einkauf fuer die kommenden Tage.
Tag 4: Chisinau - Abseits der Hauptwege
Erkunden Sie die Viertel, die nicht im Reisefuehrer stehen: Botanica, Riscani, Ciocana. Hier sehen Sie das wahre Chisinau - Plattenbauten, kleine Maerkte, Nachbarschaftscafes. Nachmittags Dendrariumpark. Abends eine Kochstunde buchen und moldauische Gerichte zubereiten lernen.
Tag 5: Cricova und Cojusna
Cricova am Vormittag. Nachmittags weiter nach Cojusna zu einem kleinen Weingut. Abendessen in einem Dorfrestaurant.
Tag 6: Milestii Mici
Vormittags Milestii Mici besuchen. Nachmittags Rueckfahrt ueber Nebenstraßen und Doerfer. Halten Sie an, wenn Ihnen etwas Interessantes auffaellt - eine Kirche, ein Markt, ein Aussichtspunkt.
Tag 7: Ruhetag in Chisinau
Nach sechs aktiven Tagen ein Tag zum Ausruhen. Spaet fruehstuecken, durch die Stadt bummeln, in einem Café sitzen und Leute beobachten. Vielleicht eine Massage oder ein Hamam besuchen - es gibt gute und guenstige Wellnessangebote in Chisinau. Abends in eine Bar gehen und mit Einheimischen ins Gespraech kommen.
Tag 8: Old Orhei - Anreise und Erkundung
Fahrt nach Old Orhei. Nachmittags erste Erkundung der Hoehlenkloster und Wanderung zum Aussichtspunkt. Uebernachtung in Butuceni in einer traditionellen Pension.
Tag 9: Old Orhei - Wandertag
Ganzer Tag fuer Wanderungen im Raut-Tal. Erkunden Sie die weniger besuchten Teile des Komplexes: die alte Zitadelle auf dem Plateau, die Steinbruecke, die Quellen im Tal. Picknick am Flussufer. Abends Gespraech mit dem Pensionswirt ueber das Leben auf dem Land.
Tag 10: Weiterreise nach Norden
Von Old Orhei Richtung Norden. Stopp am Kloster Curchi, einem der schoensten Kloester Moldaus, wunderschoen in den Waeldern gelegen. Weiterfahrt nach Soroca. Nachmittags Ankunft und erste Erkundung: Festung, Flussufer.
Tag 11: Soroca und Umgebung
Morgens den Roma-Huegel erkunden. Mittags Aufstieg zur Kerze der Dankbarkeit. Nachmittags Ausflug entlang des Dnjestr-Ufers zu einem der Felsenkloester. Die Landschaft ist hier wild und romantisch.
Tag 12: Kloester am Dnjestr
Ganztag fuer die Felsenkloester: Tipova und Saharna sind die bekanntesten, aber es gibt weitere, weniger besuchte. Wanderungen durch die Schluchten, Gespraech mit den Moenchen. Uebernachtung in einer Pension in der Naehe.
Tag 13: Rueckfahrt ueber Orhei
Gemuetliche Rueckfahrt nach Chisinau ueber Nebenstraßen. Stopp in der Stadt Orhei (nicht Old Orhei) fuer einen Marktbesuch. Nachmittags Ankunft in Chisinau, Abend frei.
Tag 14: Castel Mimi
Ganztaegiger Ausflug zu Castel Mimi. Nehmen Sie sich Zeit fuer alles: die Architektur, den Keller, die Verkostung, das Restaurant, die Gaerten. Wenn moeglich, uebernachten Sie hier - das Aufwachen inmitten der Weinberge ist ein besonderes Erlebnis.
Tag 15: Et Cetera und Weinroute
Vormittags Besuch bei Et Cetera. Nachmittags erkunden Sie weitere kleine Weingueter in der Codru-Region. Gespraeche mit den Winzern ueber ihre Philosophie, ihre Herausforderungen und ihre Traeume. Abends zurueck nach Chisinau.
Tag 16: Transnistrien - Tiraspol
Ausfuehrlicher Besuch in Tiraspol. Nehmen Sie sich Zeit fuer Details: die Sowjet-Mosaike an den Hausfassaden, den Markt, die Parks, das Kvint-Werk. Mittagessen in einem lokalen Restaurant. Uebernachtung in Tiraspol, um die Atmosphaere auch abends zu erleben.
Tag 17: Transnistrien - Bender und Rueckfahrt
Vormittags die Festung von Bender besichtigen - eine beeindruckende osmanische Festung am Dnjestr. Nachmittags Rueckfahrt nach Chisinau. Abends Reflexion ueber das Erlebte - Transnistrien laesst niemanden kalt.
Tag 18: Gagausien
Fahrt nach Comrat. Besuchen Sie das gagausische Nationalmuseum, den Markt, die Kirchen. Mittagessen mit traditionellen gagausischen Gerichten. Nachmittags Besuch eines lokalen Weinguts. Gespraeche mit Einheimischen ueber ihre Identitaet. Uebernachtung in Comrat.
Tag 19: Purcari und Suedosten
Von Gagausien nach Purcari (ca. 2 Stunden). Ausfuehrlicher Besuch des historischen Weinguts. Mittagessen im Chateau. Nachmittags die Steppe erkunden und die Weite der Landschaft genießen. Abends zurueck nach Chisinau.
Tag 20: Letzter voller Tag in Chisinau
Ein Tag fuer alles, was Sie noch nicht geschafft haben oder noch einmal sehen wollen. Letzte Einkaeufe auf dem Zentralmarkt: Wein fuer zu Hause, Honig, getrocknete Fruechte, vielleicht eine Flasche moldauischen Divin (Cognac). Abschiedsessen in Ihrem Lieblingsrestaurant. Ein letzter Spaziergang durch den Zentralpark Stefan cel Mare bei Sonnenuntergang.
Tag 21: Abreise
Fruehstueck, letzte Blicke auf die Stadt. Transfer zum Flughafen. Auf dem Rueckflug die Fotos sortieren und darueber nachdenken, dass Sie gerade einen der am besten gehueyteten Geheimtipps Europas erlebt haben.
Kommunikation und Internet
Moldau hat in den letzten Jahren erheblich in seine digitale Infrastruktur investiert, und die Situation ist besser als man vielleicht erwarten wuerde. In Chisinau haben die meisten Hotels, Restaurants und Cafés kostenloses WLAN, und die Geschwindigkeit ist in der Regel gut bis sehr gut. Auf dem Land ist die Abdeckung lueckenhafter, aber in den meisten groesseren Ortschaften funktioniert mobiles Internet zuverlaessig.
Fuer mobiles Internet empfehle ich den Kauf einer lokalen SIM-Karte. Die drei großen Anbieter sind Orange, Moldcell und Unite (ehemals Moldtelecom). SIM-Karten sind am Flughafen, in Mobilfunklaeden und sogar in manchen Kiosken erhaeltlich. Fuer etwa 5-10 Euro bekommen Sie ein Prepaid-Paket mit mehr als genug Datenvolumen fuer Ihren Aufenthalt - 10 bis 20 GB fuer zwei Wochen. Die Anmeldung erfordert einen Ausweis (Reisepass oder Personalausweis). Die Netzabdeckung ist in den staedtischen Gebieten gut (4G/LTE), auf dem Land kann es zu 3G zurueckfallen, funktioniert aber fuer Navigation und Messaging ausreichend.
Alternativ koennen Sie eine eSIM nutzen, wenn Ihr Telefon dies unterstuetzt. Anbieter wie Airalo oder Holafly bieten Datenpakete fuer Moldau an, die Sie vor der Reise aktivieren koennen - bequem, aber etwas teurer als eine lokale SIM-Karte.
EU-Roaming gilt in Moldau nicht, da das Land nicht zur EU gehoert. Ueberpruefen Sie die Roaming-Kosten Ihres Heimatanbieters - sie koennen erheblich sein. Eine lokale SIM-Karte ist fast immer die guenstigere Option.
Fuer Kommunikation mit daheim sind WhatsApp, Signal und Telegram die gaengigsten Messenger und funktionieren ueber WLAN und mobiles Internet problemlos. Video-Anrufe ueber FaceTime, WhatsApp oder Zoom funktionieren ebenfalls, wenn die Verbindung stabil ist - in Chisinau kein Problem, auf dem Land gelegentlich ruckelig.
Was man probieren sollte
Die moldauische Kueche ist eine der am meisten unterschaetzten Europas. Sie vereint Einfluse aus der rumaenischen, tuerkischen, ukrainischen und russischen Kueche zu etwas Eigenstaendigem, Deftigen und Koestlichem. Hier sind die Gerichte und Produkte, die Sie unbedingt probieren sollten.
Hauptgerichte
Mamaliga: Das Nationalgericht Moldaus. Im Grunde ein fester Maisbrei, aehnlich der italienischen Polenta, aber traditionell in einem Eisentopf zubereitet und mit einem Faden geschnitten. Mamaliga wird zu fast allem serviert - zu Fleisch, zu Kaese, zu Eintopf, zu Smetana (saurer Sahne). Allein ist sie eher neutral im Geschmack, aber als Beilage ist sie perfekt. Die beste Mamaliga bekommen Sie auf dem Land, bei einer Familie oder in einem traditionellen Restaurant. Probieren Sie unbedingt Mamaliga mit Branza (Schafskaese) und Smantana (saure Sahne) - ein einfaches Gericht von erstaunlicher Koestlichkeit.
Placinte: Gefuellte Teigtaschen, die es in unzaehligen Variationen gibt. Die bekanntesten sind Placinte cu branza (mit Kaese), Placinte cu cartofi (mit Kartoffeln) und Placinte cu mere (mit Aepfeln). Sie werden auf Maerkten, in Baeckereien und in Restaurants angeboten und sind der perfekte Snack fuer unterwegs. Eine Placinta kostet auf dem Markt etwa 10-15 MDL (0,50-0,80 Euro) und macht erstaunlich satt. Die besten Placinte sind duenn, knusprig außen, saftig innen und frisch aus dem Ofen.
Sarmale: Kohlrouladen, gefuellt mit einer Mischung aus Hackfleisch, Reis und Gewuerzen, langsam in Tomatensauce geschmort. Ein Klassiker der moldauischen Kueche, der bei keinem Familienfest fehlen darf. Die Zubereitung dauert Stunden, und gute Sarmale erkennt man daran, dass das Fleisch im Mund zerfaellt und die Kohlblaetter butterweich sind. Am besten mit einem Klecks Smantana und einem Stueck frischem Brot.
Zeama: Eine leichte, saeurliche Huehenrsuppe mit Nudeln und viel frischem Dill und Petersilie. Sie wird als Vorspeise serviert und ist das perfekte Gericht fuer einen kalten Tag oder zur Erholung nach einer ausgiebigen Weinverkostung. Die Saeure kommt traditionell von Bors, einem fermentierten Weizenwasser - ein Geschmack, den Sie so nur in der moldauisch-rumaenischen Kueche finden.
Mititei (Mici): Kleine, wuerzige Hackfleischroellchen vom Grill, aehnlich den cevapcici der Balkan-Kueche. Sie werden mit Senf serviert und sind das perfekte Begleitgericht zu einem Bier oder Wein. Auf Maerkten und bei Strassenverkaaeufern bekommen Sie fuenf Stueck fuer etwa 40-50 MDL (2-2,50 Euro).
Ghiveci: Ein Gemueseeintopf aus Paprika, Auberginen, Tomaten, Zucchini und anderen Saisongemuesen, langsam im Ofen geschmort. Ein vegetarisches Gericht von unerwartetem Reichtum und Tiefe. Besonders gut im Spaetsommer, wenn das Gemuese auf dem Hoehepunkt seiner Reife ist.
Kaese und Milchprodukte
Branza de oi: Schafskaese, das moldauische Aequivalent zur griechischen Feta, aber oft cremiger und weniger salzig. Er wird zu Mamaliga serviert, in Salaten verwendet und einfach so mit Brot gegessen. Auf dem Zentralmarkt in Chisinau koennen Sie verschiedene Sorten probieren und sich von den Marktfrauen beraten lassen.
Cas: Ein frischer, ungesalzener Kaese, aehnlich dem deutschen Quark, aber fester. Er wird in vielen Gerichten verwendet, besonders in den suessen Placinte.
Smantana: Saure Sahne in einer Qualitaet, die Sie in deutschen Supermaerkten vergeblich suchen. Dick, cremig, mit einem angenehm saeurlichen Geschmack. Moldauer tun Smantana auf praktisch alles - Suppen, Eintopfe, Pfannkuchen, Mamaliga.
Suessigkeiten und Desserts
Cozonac: Ein suesses Hefebrot, aehnlich dem deutschen Stollen, aber feuchter und reichhaltiger. Traditionell mit Walnuessen und Kakao gefuellt, wird es besonders zu Weihnachten und Ostern zubereitet, ist aber ganzjaehrig in Baeckereien erhaeltlich. Ein guter Cozonac ist fluffig, nicht zu suess und hat eine wunderschoene marmorierte Schnittflaeche.
Papanasi: Frittierte oder gebackene Quarkbaellchen, serviert mit Smantana und Marmelade. Ein Dessert, das suechtig macht und das Sie in vielen Restaurants finden.
Dulceata: Moldauische Konfituere, die traditionell aus Fruechten, aber auch aus unerwarteten Zutaten wie Walnuessen, Rosenblaetern oder gruenen Tomaten hergestellt wird. Dulceata wird als Zeichen der Gastfreundschaft serviert - oft mit einem Glas Wasser und einem Loeffel Konfituere als Willkommensgeste.
Getraenke
Wein: Natuerlich. Aber ueber den Wein haben wir bereits ausfuehrlich gesprochen. Probieren Sie neben den Weinen der großen Kellereien unbedingt den Hauswein bei einer Familie auf dem Land - er ist rau, ehrlich und erzaehlt eine Geschichte.
Divin: Der moldauische Cognac (offiziell darf er sich nicht so nennen, die Bezeichnung ist Franzoesisch geschuetzt, aber jeder sagt Cognac). Kvint aus Transnistrien ist die bekannteste Marke, aber es gibt auch andere Produzenten. Ein guter moldauischer Divin ueberrascht mit Tiefe und Komplexitaet und kostet einen Bruchteil des franzoesischen Pendants.
Kompot: Ein gekochtes Fruchtgetraenk, das kalt serviert wird und besonders im Sommer erfrischend ist. Es wird aus frischen oder getrockneten Fruechten zubereitet und ist weniger suess als Sie vielleicht erwarten.
Bier: Moldau hat einige lokale Biermarken, die durchaus trinkbar sind. Chisinau (ja, die Biermarke heißt wie die Stadt) ist das bekannteste. Fuer einen Biertrinker aus dem DACH-Raum wird moldauisches Bier keine Offenbarung sein, aber es ist ein solides, ehrliches Lagerbier, das hervorragend zu Mici und Grillgut passt.
Was man mitbringen sollte
Moldau bietet eine ueberraschende Vielfalt an Souvenirs und Mitbringseln, die ueber die ueblichen Kuehlschrankmagneten hinausgehen. Hier sind die besten Dinge, die Sie im Koffer nach Hause nehmen sollten - vorausgesetzt, Sie haben nach all dem Wein noch Platz.
Wein
Natuerlich. Moldauischer Wein ist das offensichtlichste und beste Mitbringsel. Kaufen Sie direkt bei den Weingütern oder in den Weinlaeden in Chisinau. Die Preise sind niedrig - eine hervorragende Flasche bekommen Sie fuer 5-15 Euro, und selbst die Premium-Weine kosten selten mehr als 25 Euro. Achten Sie auf die Zollfreigrenzen: Innerhalb der EU duerfen Sie als Privatperson aus einem Nicht-EU-Land in der Regel vier Liter Wein zollfrei einfuehren. Bei groesseren Mengen fallen Zoelle an - was sich bei den moldauischen Preisen aber immer noch lohnen kann. Empfehlung: Nehmen Sie mindestens eine Flasche Feteasca Neagra, eine Rara Neagra und eine Feteasca Alba mit. Und eine Flasche Divin.
Honig
Moldauischer Honig ist ausgezeichnet. Die Vielfalt der Bluehpflanzen - Linden, Akazien, Sonnenblumen, Wildblumen - ergibt aromatischen, reichhaltigen Honig, der mit deutschem Honig locker mithalten kann. Auf dem Zentralmarkt finden Sie dutzende Sorten zum Probieren. Ein großes Glas kostet 3-5 Euro.
Getrocknete Fruechte und Nuesse
Moldau ist ein fruchtbares Land, und die getrockneten Fruechte - Pflaumen, Aprikosen, Kirschen - sind hervorragend. Walnuesse sind ein weiteres Qualitaetsprodukt. Sie finden sie auf allen Maerkten zu sehr guenstigen Preisen.
Keramik und Handwerk
Traditionelle moldauische Keramik - Teller, Schalen, Kruege - ist handbemalt mit folkloristischen Motiven und ein schoenes Mitbringsel. Sie finden sie in Souvenirlaeden in Chisinau und bei Handwerkern auf dem Land. Achten Sie auf authentische Handarbeit und meiden Sie die industriell gefertigten Massenprodukte.
Textilien
Handgewebte Teppiche und Stickereien sind traditionelle moldauische Handwerksprodukte von bemerkenswerter Qualitaet. Die Muster sind einzigartig und erzaehlen Geschichten. Ein handgewebter Teppich ist nicht billig (ab 50 Euro aufwaerts), aber ein echtes Stueck moldauischer Kultur. Gestickte Tischdecken und Kissenbezuege sind eine guenstigere Alternative.
Divin (Cognac)
Eine Flasche guten Divin - moldauischen Brandy - ist ein hervorragendes Mitbringsel fuer Spirituosenkenner. Der Kvint VSOP oder XO aus Transnistrien ist die bekannteste Marke und kostet 10-25 Euro fuer eine Flasche, die in der Qualitaet manchen franzoesischen Cognac fuer den dreifachen Preis in den Schatten stellt.
Dulceata
Moldauische Konfituere aus Walnuessen, Rosenblaetern oder Quitte ist ein ungewoehnliches und koestliches Mitbringsel. Sie finden sie auf Maerkten und in Spezialitaetenlaeden. Achten Sie darauf, dass die Glaeser gut verschlossen sind, wenn Sie sie im Koffer transportieren.
Nuetzliche Apps
Eine Handvoll Apps machen Ihre Moldau-Reise deutlich einfacher:
- Hip / Yandex Go / Letz: Die drei wichtigsten Taxi-Apps. Laden Sie mindestens eine davon vor der Reise herunter und registrieren Sie sich. Hip ist die beliebteste lokale Option.
- Google Maps: Funktioniert in Moldau gut, auch offline (laden Sie die Karte von Moldau vorher herunter). Navigation zu Fuß und mit dem Auto ist zuverlaessig.
- Google Translate: Unverzichtbar fuer die Kommunikation, wenn Sie kein Rumaenisch oder Russisch sprechen. Die Kamerafunktion (Schilder fotografieren und uebersetzen) ist besonders nuetzlich.
- Maps.me: Eine Alternative zu Google Maps mit guten Offline-Karten und Wanderrouten, die auch in abgelegenen Gebieten zuverlaessig funktioniert.
- XE Currency: Waehrungsrechner fuer schnelle Umrechnungen zwischen Euro und Moldauischem Leu.
Anstelle eines Fazits
Moldau ist kein perfektes Land. Die Straßen sind manchmal schlecht, die Buerokratie kann frustrierend sein, und ja, die sowjetischen Plattenbauten in Chisinau werden nie einen Schoenheitspreis gewinnen. Aber Perfektion ist nicht das, was man von einer Reise erwartet - oder zumindest sollte es das nicht sein.
Was man von einer Reise erwartet, sind Erlebnisse, die man nicht vergisst. Und davon hat Moldau reichlich. Der Moment, wenn Sie zum ersten Mal durch die unterirdischen Straßen von Cricova fahren und realisieren, dass dieses Labyrinth kein Ende nimmt. Der erste Schluck eines wirklich guten Feteasca Neagra, der Ihnen zeigt, dass es in der Weinwelt noch unentdeckte Schaetze gibt. Der Blick von den Klippen von Old Orhei auf das stille Tal darunter. Das Laecheln einer Marktfrau, die Ihnen eine Pflaume in die Hand drueckt. Die surreale Erfahrung, in Tiraspol vor einer Lenin-Statue zu stehen und zu spueren, wie seltsam und faszinierend die Geschichte sein kann.
Moldau ist ein Land fuer Neugierige. Fuer Menschen, die nicht nur sehen, sondern verstehen wollen. Die bereit sind, sich auf etwas Unbekanntes einzulassen, ohne eine Garantie, dass alles glaenzend und Instagram-tauglich sein wird. Die lieber ehrlich und rau als poliert und kuenstlich haben wollen.
Wenn Sie das sind, dann fahren Sie nach Moldau. Fahren Sie bald, denn das Land veraendert sich schnell. Die EU-Beitrittsgespraeche laufen, die Infrastruktur wird ausgebaut, die Touristenzahlen steigen langsam aber stetig. In zehn Jahren wird Moldau vielleicht ein anderes Land sein - entwickelter, bequemer, aber auch weniger ueberraschend. Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um dieses kleine, stolze, verwirrende, wunderschoene Land zu entdecken, bevor der Rest der Welt es tut.
Packen Sie Ihren Koffer. Und lassen Sie Platz fuer Wein.
Informationen aktuell Stand 2026. Ueberpruefen Sie die Visabestimmungen vor der Reise.