Über
Iran: Der umfassende Reisefuehrer fuer das Land der tausend Moscheen, antiken Staedte und unglaublicher Gastfreundschaft
Warum Iran besuchen
Iran ist ein Land, das saemtliche Vorurteile sprengt. Vergessen Sie alles, was Sie aus den Nachrichten kennen. Der echte Iran ist ein Ort, an dem Ihnen wildfremde Menschen nach fuenf Minuten Gespraech zum Tee einladen, wo jede zweite Stadt architektonische Meisterwerke beherbergt, die aelter sind als die meisten europaeischen Kathedralen, und wo Wuesten innerhalb weniger Fahrstunden in schneebedeckte Berge uebergehen. Es ist eines der letzten grossen Reiselaender, das der Massentourismus noch nicht erreicht hat.
Das Persische Reich gehoert zu den aeltesten Zivilisationen der Menschheitsgeschichte. Persepolis, die Hauptstadt der Achaemeniden, wurde 518 vor Christus erbaut — zwei Jahrhunderte vor dem Kolosseum in Rom. Isfahan galt im 17. Jahrhundert als eine der groessten Staedte der Welt, mit mehr Einwohnern als das damalige London. Moscheen mit tuerkisfarbenen Kuppeln, Basare mit tausendjaehriger Geschichte, zoroastrische Feuertempel, armenische Kirchen, Karawansereien an der Seidenstrasse — all das findet sich in einem einzigen Land. Und anders als in der Tuerkei oder in Aegypten werden Sie hier fast der einzige Tourist sein.
Aber Iran ist nicht nur Geschichte. Es ist ein Land natuerlicher Kontraste, wie man sie kaum irgendwo auf der Welt auf so engem Raum findet. Die Wueste Dascht-e Lut ist der heisseste Ort der Erde — die Oberflaechentemperatur erreichte 70,7 Grad Celsius. Die Kueste am Kaspischen Meer bietet subtropische Waelder mit einer Luftfeuchtigkeit wie in Suedostasien. Das Zagros- und Elburs-Gebirge lockt im Winter mit Skigebieten und im Sommer mit Trekkingrouten. Der Persische Golf ueberrascht mit Korallenriffen und Mangrovenwaelder. Das alles ist ein einziges Land — Iran.
Und dann sind da die Menschen. Iraner sind vermutlich das gastfreundlichste Volk, dem Sie je begegnen werden. Das ist keine Uebertreibung und kein Klischee aus Reisefuehrern. Bereiten Sie sich darauf vor, in Haeuser eingeladen zu werden, mit Essen bewirtet zu werden, Hilfe bei der Wegfindung angeboten zu bekommen und einfach ins Gespraech gezogen zu werden. Taarof — die iranische Tradition der Hoeflichkeit — durchdringt die gesamte Kultur. Ein Haendler auf dem Basar koennte sich weigern, Geld fuer den Tee anzunehmen (keine Sorge, nach dem zweiten oder dritten Ablehnen nimmt er es doch an). Ein Taxifahrer koennte versuchen, Sie kostenlos zu fahren. Ein zufaelliger Passant wird Sie bis zur gesuchten Adresse begleiten, auch wenn er eigentlich in die andere Richtung muss. Dieses Mass an menschlicher Waerme ist der Hauptgrund, warum sich Reisende fuer immer in den Iran verlieben.
Fuer deutschsprachige Reisende kommt noch ein besonderer Vorteil hinzu: Iraner haben traditionell ein sehr positives Bild von Deutschland, Oesterreich und der Schweiz. Deutsche Ingenieurskunst geniesst hoechsten Respekt, und wenn Sie erwaehnen, dass Sie aus dem DACH-Raum kommen, werden Sie oft mit besonderer Herzlichkeit empfangen. Viele aeltere Iraner haben in Deutschland studiert, und die kulturellen Verbindungen zwischen beiden Laendern reichen Jahrhunderte zurueck — schliesslich sind Persisch und Deutsch beide indoeuropaeische Sprachen.
Addieren Sie dazu unglaublich niedrige Preise (Iran gehoert zu den guenstigsten Reiselaendern weltweit — ein vollstaendiges Abendessen fuer 3 bis 5 Euro, ein komfortables Hotelzimmer fuer 25 bis 40 Euro), die Abwesenheit von Touristenmassen, ein Sicherheitsniveau vergleichbar mit Japan und eine Kueche, die eine eigene gastronomische Reise verdient — und Sie erhalten ein Reiseziel, das Sie definitiv besuchen sollten, bevor es zum Mainstream wird.
Gerade fuer Reisende aus dem DACH-Raum ist Iran eine der lohnendsten Entdeckungen ueberhaupt. Die Flugzeit ab Wien, Frankfurt oder Zuerich betraegt nur vier bis fuenf Stunden — kuerzer als nach den Kanarischen Inseln. Das Visum ist fuer Schengen-Passinhaber unkompliziert per Visa on Arrival erhaeltlich. Und preislich liegt eine zweiwoechiege Iran-Reise deutlich unter einer vergleichbaren Reise nach Suedostasien oder Suedamerika. Was Sie dafuer bekommen, ist eine der letzten wirklich authentischen Reiseerfahrungen auf diesem Planeten.
Regionen Irans: Welche waehlen
Iran ist ein riesiges Land — fast fuenfmal so gross wie Deutschland. Es in einer einzigen Reise komplett abzudecken, ist unrealistisch. Deshalb ist es wichtig zu verstehen, welche Regionen zu Ihren Interessen passen. Jede Region ist praktisch eine eigene Welt mit eigenem Klima, eigener Landschaft, eigener Kueche und sogar eigener ethnischer Zusammensetzung.
Teheran und die zentralen Provinzen
Teheran ist eine Megastadt mit 15 Millionen Einwohnern, eingeklemmt zwischen dem Elburs-Gebirge und der Wueste. Eine Stadt, die gleichzeitig an Istanbul, New York und etwas voellig Eigenes erinnert. Nord-Teheran besteht aus gruenen Vierteln mit schicken Cafes, Galerien fuer zeitgenoessische Kunst und Restaurants von Weltklasse. Sued-Teheran ist der chaotische Grosse Basar, laermende Strassen, historische Moscheen und echtes Stadtleben ohne touristische Verpackung.
Pflichtprogramm in Teheran: Der Golestan-Palast (UNESCO-Welterbe, ehemalige Residenz der Kadscharen mit Spiegelsaelen, die einem den Atem rauben), das Nationalmuseum des Iran (von elamitischen Artefakten bis zu sasanidischem Silber), das Teheraner Museum fuer zeitgenoessische Kunst (eine der groessten Sammlungen westlicher Kunst ausserhalb Europas — Picasso, Warhol, Pollock, Rothko), der Azadi-Turm (Wahrzeichen der Stadt), der Milad-Turm (hoechstes Gebaeude des Iran mit 435 Metern). Wenn Sie das moderne Iran verstehen wollen, spazieren Sie durch den Tabiat-Park mit seiner futuristischen Fussgaengerbruecke oder zum Stadtteil Darband, wo Teheraner an Bergbaechen Tee trinken.
Von Teheran aus ist es bequem nach Kaschan zu gelangen — ein ruhiges Staedtchen mit historischen Kaufmannshaeusern (Tabatabai, Borudscherdi, Abbasi), dem Fin-Garten (der aelteste persische Garten des Landes) und einer Atmosphaere, die stark mit dem Hauptstadttrubel kontrastiert. Kaschan ist der ideale erste Stopp nach Teheran, um sanft in den Rhythmus der persischen Provinz einzutauchen. Besonders fuer DACH-Reisende, die Ruhe und historische Tiefe schaetzen, ist Kaschan ein perfekter Einstieg.
Die Stadt Ghom ist die religioese Hauptstadt des Iran, das Zentrum der schiitischen Theologie. Hierher reist man nicht wegen touristischer Eindruecke, sondern um zu verstehen: Genau hier studierten die Ayatollahs, von hier geht die religioese Macht aus. Das Heiligtum der Fatima Masuma ist das zweitwichtigste im Iran nach Maschhad. Touristen haben Zutritt, aber der Dresscode ist hier strenger als anderswo.
Isfahan — das Juwel Persiens
Isfahan ist die Stadt, wegen der die meisten Menschen in den Iran reisen. Und das ist absolut verdient. Der Naqsch-e-Dschahan-Platz (Imam-Platz) ist nach dem Tiananmen der zweitgroesste Platz der Welt und eines der schoensten staedtischen Ensembles des Planeten. Auf einer Seite steht die Imam-Moschee mit einer Kuppel aus tuerkisfarbenen Mosaiken, die je nach Lichteinfall ihre Farbe wechselt. Gegenueber die Scheich-Lotfollah-Moschee, intim und erlesen, mit einem Sonnenpfau auf der Kuppelinnenseite, der nur bei richtigem Lichteinfall sichtbar wird. Dazwischen der Ali-Qapu-Palast mit seinem Musikzimmer und der Grosse Basar, der sich kilometerweit in ein Labyrinth erstreckt.
Die Bruecken von Isfahan sind eine Geschichte fuer sich. Si-o-Se-Pol (33 Boegen) und Khadschju sind nicht nur Flussuebergaenge, sondern Treffpunkte, an denen sich abends die ganze Stadt versammelt. Unter den Boegen von Khadschju singen Iraner persische Lieder — die Akustik dort ist unglaublich. Setzen Sie sich dazu und hoeren Sie zu — das ist einer dieser Momente, die man nicht vergisst. Das armenische Viertel Dscholfa besteht aus Kirchen des 17. Jahrhunderts (die Vank-Kathedrale mit goldenen Fresken), Cafes und einer voellig anderen Atmosphaere. Die Freitagsmoschee (Masdschid-e Dschame) ist ein weiteres Meisterwerk islamischer Architektur mit Elementen von den Seldschuken bis zu den Mongolen.
Fuer Isfahan sollten Sie mindestens drei Tage einplanen. Zwei sind zu wenig — Sie werden im Galopp durch die Sehenswuerdigkeiten hetzen. Drei sind angemessen. Vier bis fuenf sind ideal, wenn Sie die Atmosphaere aufsaugen, in einer Tschaikhane sitzen, ohne Eile durch den Basar schlendern und Ausfluege in die Umgebung machen wollen. Deutsche und oesterreichische Reisende, die Gruendlichkeit schaetzen, sollten sich die laengere Variante goennen — Isfahan belohnt jeden zusaetzlichen Tag.
Schiraz — Stadt der Dichter und Gaerten
Schiraz ist die kulturelle Hauptstadt des Iran. Die Stadt von Hafis und Saadi — zwei der groessten persischen Dichter, deren Graeber zu Wallfahrtsorten geworden sind. Goethe bewunderte Hafis zutiefst und widmete ihm seinen 'West-oestlichen Divan' — eine Verbindung zwischen persischer und deutscher Kultur, die bis heute lebendig ist. Iraner besuchen das Mausoleum des Hafis am Abend, lesen Gedichte, befragen sein Buch als Orakel (eine echte iranische Tradition — den Diwan des Hafis auf einer zufaelligen Seite oeffnen und eine Prophezeiung erhalten). Das Mausoleum des Saadi ist ein ruhigerer Ort mit tuerkisfarbener Kuppel und einem Fischteich.
Die Nasir-al-Molk-Moschee — die beruehmte 'Rosa Moschee', deren Fotos Sie sicher schon gesehen haben: Morgens faellt das Sonnenlicht durch Buntglasfenster und ueberflutet den Saal mit einem Kaleidoskop aus Farben. Kommen Sie zur Oeffnung (gegen 8 Uhr morgens), um das Licht ohne Menschenmenge zu erleben. Die Karim-Khan-Festung ist eine sandische Zitadelle im Stadtzentrum mit einem schiefen Turm. Der Eram-Garten gehoert zu den neun persischen Gaerten auf der UNESCO-Liste. Der Vakil-Basar zaehlt mit seinen hohen Backsteingewoelben zu den schoensten Basaren des Iran.
Von Schiraz aus ist ein Tagesausflug nach Persepolis (60 km) Pflicht. Die antike Hauptstadt des Achaemanidischen Reiches, erbaut von Darius dem Grossen. Reliefs mit Prozessionen der Voelker, das Tor aller Nationen, Treppen mit Tausenden von Figuren — selbst als Ruine beeindruckt dieser Ort durch seinen Massstab. In der Naehe befindet sich Naqsch-e Rostam mit den in den Felsen gehauenen Koenigsgraebern, und Pasargadae — das Grab von Kyros dem Grossen, dem Gruender des Persischen Reiches. Dieses gesamte Cluster bietet mehrere Stunden ununterbrochenes Eintauchen in die Geschichte. Fuer geschichtsbegeisterte Reisende aus dem deutschsprachigen Raum sei angemerkt: Die Qualitaet der Reliefs in Persepolis ist vergleichbar mit den besten Stuecken im Pergamonmuseum — nur befinden sie sich hier an ihrem Originalstandort.
Yazd — Stadt der Windtuerme und Zoroastrier
Yazd ist eine der aeltesten durchgehend besiedelten Staedte der Welt. Die UNESCO hat das gesamte historische Zentrum in die Welterbeliste aufgenommen. Die Stadt steht mitten in der Wueste, und das hat ihre einzigartige Architektur gepraegt: Windtuerme (Badgire) — das aelteste Klimaanlagensystem der Welt, unterirdische Aquaedukte (Qanate), enge, verschlungene Gassen, die vor Wind und Hitze schuetzen. Fuer Liebhaber von Ingenieurskunst und nachhaltiger Architektur ist Yazd ein Paradies — die persische Antwort auf die Frage, wie man ohne Strom eine Stadt in der Wueste kuehlt.
Yazd ist das Zentrum des Zoroastrismus. Der Feuertempel Ateschkadeh beherbergt ein Feuer, das seit dem Jahr 470 nach Christus ununterbrochen brennt — eineinhalb Jahrtausende lang. Die Tuerme des Schweigens (Dachme) sind zoroastrische Begraebnisstaeetten am Stadtrand, von denen sich ein Panoramablick ueber die Wueste bietet. Die Freitagsmoschee von Yazd besitzt die hoechsten Minarette des Iran (52 Meter) und ein atemberaubendes Portal mit tuerkisfarbenen Mosaiken. Der Amir-Tschachmaq-Komplex ist einer der meistfotografierten Plaetze des Iran.
Die Altstadt von Yazd ist ein Ort, an dem man sich tatsaechlich im Labyrinth aus Lehmwaenden verirren kann. Und das ist wunderbar. Hier muss man einfach ohne Plan spazieren gehen (oder mit GPS — das funktioniert), in Innenhoefen schauen, auf Daechern sitzen, den Sonnenuntergang von einem der Windtuerme beobachten. Yazd ist die atmosphaerischste Stadt des Iran, und wenn Sie neben Isfahan nur eine Stadt besuchen koennen, waehlen Sie diese. Viele deutschsprachige Reisende berichten, dass Yazd der emotionale Hoehepunkt ihrer Iran-Reise war — die Stille, die Weite der Wueste und die Zeitlosigkeit der Architektur schaffen eine Atmosphaere, die man so nirgends in Europa findet.
Maschhad und der Nordosten
Maschhad ist mit 3,3 Millionen Einwohnern die zweitgroesste Stadt des Iran und das wichtigste Zentrum schiitischer Wallfahrt. Der Schrein von Imam Reza ist der flaechenmaessig groesste Moscheekomplex der Welt. Jaehrlich kommen mehr als 20 Millionen Pilger hierher. Fuer Nichtmuslime ist der Zugang zum eigentlichen Mausoleum eingeschraenkt, aber das Gelaende des Komplexes kann besichtigt werden, und der Massstab ist atemberaubend. Der Reza-Basar ist einer der lebhaftesten des Landes. Maschhad ist ein anderer Iran: konservativer, religioeser, aber unglaublich energiegeladen.
Von Maschhad aus lohnt sich ein Abstecher nach Nischapur (die Stadt von Omar Chaijam — dem beruehmten Dichter und Mathematiker, dessen 'Rubaiyat' auch in deutscher Uebersetzung bekannt sind), sowie in die turkmenische Steppe im Nordosten — eine Region, die von Turkmenen mit voellig anderer Kultur und Architektur bewohnt wird. Die Stadt Tus ist die antike Hauptstadt von Chorasan mit dem Mausoleum von Firdausi, dem Autor des 'Schahname' (Buch der Koenige) — des iranischen Nationalepos, das mit 60.000 Doppelversen laenger ist als Ilias und Odyssee zusammen.
Tabriz und der aserbaidschanische Nordwesten
Tabriz ist die Hauptstadt Ost-Aserbaidschans. Eine Stadt, in der Aserbaidschanisch-Tuerkisch und Persisch gesprochen wird, voellig andere Kueche gegessen wird und ein anderer Lebensrhythmus herrscht. Der Basar von Tabriz ist der groesste ueberdachte Markt der Welt und UNESCO-Welterbe. Das ist nicht einfach ein Markt, sondern eine ganze Stadt in der Stadt: Kilometer ueberdachter Strassen, Moscheen, Karawansereien, Baeder — alles unter einem Dach. Die Blaue Moschee (Kabud) besteht aus Ruinen des 15. Jahrhunderts mit Fragmenten unglaublicher blauer Fliesen-Mosaike.
Von Tabriz aus fuehrt ein Ausflug nach Kandovan — einem Dorf, das an Kappadokien erinnert: Wohnhaeuser, direkt in vulkanisches Gestein gehauen, in denen bis heute Menschen leben. Die Festung Babak ist eine Bergfestung mit grossartigem Trekking. Der Urmiasee war einst einer der groessten Salzseen der Welt (leider stark ausgetrocknet, aber immer noch beeindruckend). Dschulfa und die Stephanskirche — ein armenisches Kloster des 14. Jahrhunderts in einer Schlucht an der Grenze zu Armenien und Aserbaidschan. Die gesamte Region erinnert landschaftlich an eine wildere Version der oesterreichischen Alpen — mit dem Unterschied, dass hier fast keine Touristen unterwegs sind.
Kaspische Kueste (Gilan und Masandaran)
Der Norden des Iran ist das genaue Gegenteil von allem, was Sie mit dem Iran assoziieren. Vergessen Sie Wuesten und Moscheen. Hier finden Sie dichte Waelder, Reisterrassen, neblige Berge, Teeplantagen. Die Provinzen Gilan und Masandaran sind die iranische Riviera, wohin die Teheraner am Wochenende fahren. Die Stadt Rascht ist die gastronomische Hauptstadt des Iran, von der UNESCO als Creative City of Gastronomy anerkannt. Hier gibt es eine andere Kueche: Fisch, saure Saucen, Kraeuter, Mirsa Ghasemi (ein Auberginen-Dip mit Tomaten und Ei — koestlich). Fuer Schweizer Reisende mag die Aehnlichkeit der nebligen Berglandschaft mit dem Tessin ueberraschend sein.
Masuleh ist ein Bergdorf, in dem das Dach des einen Hauses als Hof fuer das naechste dient. Visuell wie ein iranisches Santorini, nur in den Bergen. Bandar Anzali ist ein Hafen am Kaspischen Meer mit einer Lagune und einem Vogelschutzgebiet. Ramsar ist eine Kurstadt mit heissen Quellen. Die Bergstrasse Chalus von Teheran an die Kueste ist einer der malerischsten Serpentinenpaesse, die Sie je fahren werden — vergleichbar mit den besten Alpenpaessen, nur laenger und wilder.
Kerman und die Wueste Dascht-e Lut
Der Suedosten des Iran ist das Gebiet extremer Wuesten und antiker Karawanenrouten. Kerman ist das Tor zur Wueste Dascht-e Lut, die als erstes Naturobjekt des Iran in die UNESCO-Liste aufgenommen wurde. Die Lut ist die heisseste Wueste der Erde. Hier formen sich Kaluts — gigantische Sandburgen, vom Wind geschnitzt, bis zu 50 Meter hoch. Eine Uebernachtung in der Wueste unter dem Sternenhimmel ist eine Erfahrung, die eine eigene Reise wert ist. Die Klarheit des Sternenhimmels ist vergleichbar mit den besten Beobachtungspunkten in der Atacama-Wueste oder in Namibia.
Die Stadt Mahan ist eine Oase am Rand der Lut mit Palmenhainen und einer Festung. Die Region Schahdad ist die Basis fuer Wuestenexpeditionen. Bam ist fuer die Festung Arg-e Bam beruehmt (die groesste Lehmfestung der Welt, schwer beschaedigt durch das Erdbeben von 2003, aber aktiv restauriert). Rayen ist eine weniger bekannte, aber besser erhaltene Lehmfestung 100 Kilometer von Kerman entfernt. Der Prinzengarten (Bagh-e Schahzade) bei Mahan ist einer der neun persischen Gaerten auf der UNESCO-Welterbeliste — eine gruene Oase inmitten der Wueste, die das persische Talent fuer Gartenbau perfekt illustriert.
Persischer Golf und Inseln
Der suedliche Iran ist eine subtropische Welt, in der sich arabische, persische und indische Kulturen zu einem einzigartigen Cocktail vermischt haben. Die Insel Qeschm ist die groesste Insel des Persischen Golfs. Das Stars Valley mit fantastischen Felsformationen, die Mangrovenwaelder von Hara, der UNESCO-Geopark, traditionelle Doerfer mit Frauen in Masken (Burqa — nicht zu verwechseln mit der Burka im islamischen Sinne, dies ist eine traditionelle lokale Maske). Die Insel Hormus ist eine kleine, psychedelische Insel mit bunten Felsen (rot, orange, violett) und Straenden aus farbigem Sand. Die Provinz Hormozgan bietet den Charme der Kuestenkultur, Fischmaerkte und Haefen, von denen Faehren nach Oman fahren.
Fuer Taucher und Schnorchler bietet der Persische Golf eine weitgehend unberuehrte Unterwasserwelt. Die Korallenriffe um Kisch und Qeschm sind deutlich weniger besucht als vergleichbare Spots am Roten Meer, bieten aber eine aehnliche Artenvielfalt. Wassertemperaturen von 24 bis 32 Grad machen Neoprenanzuege ueberfluessig.
Kurdistan und der westliche Iran
Der westliche Iran ist bergig, kurdisch, rau und unglaublich schoen. Die Provinzen Kurdistan und Kermanshah bieten das Zagros-Gebirge, kurdische Doerfer, Wasserfaelle, Schluchten. Die Bisotun-Inschrift ist eine dreisprachige Inschrift von Darius dem Grossen, in 100 Metern Hoehe in den Felsen gehauen (UNESCO-Welterbe). Taq-e Bostan zeigt sasanidische Reliefs in einer Felsgrotte. Chorramabad beherbergt die Festung Falak-ol-Aflak, eine der groessten Steinfestungen des Iran. Der Palangan-Wasserfall in Kurdistan ist eine maechtige Kaskade inmitten gruener Berge.
Diese Region ist fuer diejenigen gedacht, die den 'klassischen' Iran bereits kennen und etwas voellig Anderes suchen. Hier gibt es fast keine Touristen, nicht einmal iranische, und die Natur und die Menschen hinterlassen die staerksten Eindruecke. Die Landschaft erinnert an eine wildere, unberuehrtere Version der Schweizer Alpen — mit tiefgruenen Taelern, schroffen Gipfeln und kristallklaren Fluessen. Fuer Wanderer aus dem DACH-Raum ist diese Region ein echter Geheimtipp.
Chusestan — der antike Suedwesten
Chusestan ist eine heisse Provinz im Suedwesten, die an den Irak grenzt. Hier befinden sich einige der aeltesten Denkmaeler des Iran. Tschogha Zanbil ist ein Zikkurat aus dem 13. Jahrhundert vor Christus, einer der wenigen erhaltenen ausserhalb Mesopotamiens (UNESCO-Welterbe). Schuster ist eine Stadt mit einem einzigartigen historischen Wasserversorgungssystem (ebenfalls UNESCO), das noch in der Sassanidenzeit erbaut wurde. Die Ingenieurskunst, die hier vor ueber 1500 Jahren angewandt wurde, ist fuer technisch interessierte Besucher aus dem deutschsprachigen Raum besonders faszinierend — die hydraulischen Systeme sind bemerkenswert durchdacht. Ahvas ist die Hauptstadt der Provinz, heiss und laermend, aber mit malerischen arabischen Vierteln. Im Sommer erreicht die Temperatur hier 55 Grad — kommen Sie im Winter.
Nationalparks und Naturwunder des Iran
Iran ist nicht nur Moscheen und Basare. Das Land verfuegt ueber eine erstaunliche natuerliche Vielfalt, die kaum jemand hier erwartet. Von den subtropischen Waeldern des Kaspischen Meeres bis zu den ausserirdisch anmutenden Landschaften der Wueste Lut — die Natur des Iran beeindruckt durch ihre Kontraste.
Wueste Dascht-e Lut
Das erste Natur-Welterbe der UNESCO im Iran. Die Dascht-e Lut ist nicht einfach Sand. Es sind Kaluts — gigantische Yardangs (Windskulpturen) von bis zu 50 Metern Hoehe, die sich ueber Dutzende Kilometer erstrecken. Es sind Nebkas — Salzebenen. Es ist der heisseste Ort des Planeten: Der NASA-Satellit MODIS verzeichnete hier eine Oberflaechentemperatur von 70,7 Grad Celsius. Gleichzeitig kann es nachts im Winter um den Nullpunkt liegen. Touren in die Lut starten von Kerman oder Schahdad. Die beste Zeit ist Herbst und Winter (Oktober bis Maerz). Eine Uebernachtung in der Wueste unter einem Sternenhimmel ohne Lichtverschmutzung ist eine Erfahrung, vergleichbar mit den besten Wuesten der Sahara oder Namibias. Die Stille ist so absolut, dass Sie Ihren eigenen Herzschlag hoeren koennen.
Wueste Dascht-e Kawir
Die Grosse Salzwueste im Zentrum des Iran. Weniger touristisch als die Lut, aber nicht weniger beeindruckend. Salzseen, die nach Regen zu Spiegeln werden, Karawansereien an alten Handelsrouten, Oasen-Staedte. Meybod und Nain sind Staedte am Rand der Kawir mit antiker Lehmarchitektur. Die Stille und Weite dieser Landschaft hat etwas Meditatives — wer dem Trubel Europas entfliehen will, findet hier absolute Ruhe.
Hyrkanische Waelder
UNESCO-Welterbe seit 2019. Reliktwalder am Suedufer des Kaspischen Meeres — Ueberreste von Waeldern, die die gesamte Region vor 25 bis 50 Millionen Jahren bedeckten. Dies ist der einzige Ort im Iran, an dem Sie sich wie in Suedostasien fuehlen werden: dichte Vegetation, hohe Luftfeuchtigkeit, Gruen in alle Richtungen. Trekking durch die hyrkanischen Waelder gehoert zu den besten Wanderrouten des Landes. Die Biodiversitaet ist bemerkenswert: ueber 180 Vogelarten, persische Leoparden und Braunbaeren — ein Paradies fuer Naturbeobachter aus dem DACH-Raum, die von Alpenflora und -fauna bereits verwoehnt sind.
Berg Damavand
Der hoechste Gipfel des Iran und des gesamten Nahen Ostens mit 5.671 Metern. Ein Stratovulkan im Elburs-Gebirge, bei klarem Wetter von Teheran aus sichtbar. Die Besteigung dauert zwei bis drei Tage und erfordert keine alpinistische Erfahrung (wohl aber gute koerperliche Fitness und Akklimatisierung). Die Besteigungssaison liegt zwischen Juni und September. Das Basislager befindet sich im Dorf Polur. Es ist einer der 'Sieben Vulkangipfel' — eine Herausforderung fuer Bergsteiger aus aller Welt. Fuer erfahrene Alpinisten aus dem DACH-Raum ist der Damavand eine reizvolle Aufgabe: technisch aehnlich dem Mont Blanc, aber exotischer und deutlich weniger frequentiert. Die Kosten fuer eine gefuehrte Besteigung liegen bei etwa 400 bis 600 Euro inklusive Permit, Fuehrer und Unterkunft — ein Bruchteil der Kosten vergleichbarer Gipfel weltweit.
Insel Qeschm und Geopark
Globaler Geopark der UNESCO. Die Insel Qeschm im Persischen Golf ist ein geologisches Freilichtmuseum. Das Stars Valley ist ein Canyon mit fantastischen Felsformationen, die an Filmkulissen erinnern. Die Namakdan-Salzhoehlen gehoeren zu den laengsten der Welt. Die Mangrovenwaelder von Hara sind ein einzigartiges Oekosystem mit Voegeln, Krabben und Delfinen. Die Schildkroetenstraende sind Nistplaetze fuer Meeresschildkroeten. Von November bis Maerz kann man mit etwas Glueck Delfine und sogar Walhaie in den Gewaessern um Qeschm beobachten.
Urmiasee
Einst einer der groessten Salzseen der Welt. Die oekologische Katastrophe des 20. und 21. Jahrhunderts hat seine Flaeche um 80 Prozent reduziert, aber in den letzten Jahren verbessert sich die Situation dank internationaler Rettungsprojekte langsam. Auch im heutigen Zustand ist der Anblick beeindruckend: rosa und tuerkisfarbenes Wasser, Salzkrusten, kleine Inseln. In der Naehe liegt die Stadt Urmia mit assyrischen und armenischen Kirchen. Fuer umweltbewusste Reisende aus dem DACH-Raum bietet der See ein eindrucksvolles Beispiel fuer die Folgen von Wasseruebernutzung und die Herausforderungen der Wiederherstellung.
Wasserfaelle und Berglandschaften
Der Margoon-Wasserfall (Provinz Fars) gehoert zu den schoensten des Iran: Wasser faellt ueber einen breiten, mit Moos und Farnen bedeckten Felsvorsprung. Der Schevi-Wasserfall (Chusestan) ist ein Kaskadenfall im Zagros-Gebirge. Die heissen Quellen von Alimestan (Gilan) sind natuerliche Thermalbaeder in den Bergen — vergleichbar mit den besten Thermen der Alpen, nur kostenlos und mitten in der Wildnis. Die Alisadr-Hoehle (Hamadan) ist die groesste Wasserhoehle der Welt, durch die man in Booten im Inneren des Berges faehrt — ein Erlebnis, das selbst erfahrene Hoehlenforscher begeistert.
Fuer Trekkingfans bietet der Iran Hunderte von Routen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Das Alamut-Tal (die Festung der Assassinen aus Marco Polos Berichten) bietet mehrtaegige Wanderungen durch spektakulaere Berglandschaften. Die Zagros-Durchquerung von Kermanshah nach Schiraz gilt als eine der grossen Fernwanderungen des Nahen Ostens. Und das Elburs-Gebirge noerdlich von Teheran bietet Tageswanderungen, die man morgens starten und abends zurueck in der Hauptstadt sein kann.
Beste Reisezeit fuer den Iran
Iran ist ein Land klimatischer Extreme, und die richtige Wahl des Reisezeitpunkts ist entscheidend. Das optimale Fenster haengt davon ab, wohin genau Sie reisen.
Fruehling (Maerz bis Mai) — die beste Saison fuer die meisten Ziele. Nouruz (das persische Neujahr, 20. bis 21. Maerz) ist ein grossartiges Fest, aber beachten Sie: Das ganze Land reist, Unterkunftspreise steigen, Hotels sind ausgebucht, Verkehrsmittel ueberfuellt. Die ersten zwei Wochen nach Nouruz (Ende Maerz bis Anfang April) sind die absolute Hochsaison im Inlandstourismus. April und Mai sind ideal: warm, gruen, Blumen, moderate Preise. In den Wuestenstaaedten (Yazd, Kerman) ist es noch komfortabel, wird aber zum Mai hin schon heiss. Fuer DACH-Reisende, die Osterferien nutzen wollen, ist Ende April perfekt.
Herbst (September bis November) — die zweitbeste Saison. Nach der hoellischen Sommerhitze sinkt die Temperatur auf komfortable 20 bis 30 Grad in den meisten Staedten. Oktober ist ideal fuer die klassische Route (Teheran — Isfahan — Yazd — Schiraz). November wird bereits kuehl in den Bergen und im Norden, ist aber ausgezeichnet fuer den Sueden und die Wuesten. Viele deutschsprachige Reisende nutzen die Herbstferien oder den Brueckentag um Allerheiligen fuer eine Iran-Reise.
Winter (Dezember bis Februar) — hervorragend fuer den Sueden (Persischer Golf, Qeschm, Hormus) und fuer Skigebiete (Dizin, Schemschak, Totschal — alle eine Stunde von Teheran entfernt). Die Skigebiete des Iran sind ein echter Geheimtipp fuer DACH-Skifahrer: Pulverschnee, kaum Wartezeiten an den Liften und Tageskarten fuer etwa 15 Euro. Die klassischen Staedte (Isfahan, Yazd, Schiraz) sind im Winter durchaus komfortabel: Tagestemperaturen von 5 bis 15 Grad, nachts kann es um den Nullpunkt sein. Touristen sind minimal. Berge sind schneebedeckt — schoen, aber einige Strassen gesperrt.
Sommer (Juni bis August) — meiden Sie den zentralen und suedlichen Iran. Yazd, Kerman, Bandar Abbas liegen bei 45 bis 55 Grad, das ist ernsthaft gefaehrlich. Aber der Norden (Kaspische Kueste, Masuleh, Rascht) und die Berge (Damavand, Alamut) sind im Sommer wunderschoen. Teheran ist heiss (35 bis 40 Grad), aber ertraeglich, wenn man nicht mittags spazieren geht.
Feste und Feiertage, die es wert sind, miterlebt zu werden:
- Nouruz (20. bis 21. Maerz) — Persisches Neujahr. Zwei Wochen Feierlichkeiten, Haft Sin (Tisch mit sieben Symbolen), Spruenge ueber Feuer (Tschaharschangbe Suri am Vorabend)
- Yalda (21. Dezember) — Nacht der Wintersonnenwende. Familien versammeln sich, essen Granatapfel und Wassermelone, lesen Hafis
- Ramadan — Fastenmonat. Tagsueber sind Restaurants geschlossen (fuer Touristen findet sich aber meist Essen). Iftar (das abendliche Fastenbrechen) ist ein wundervolles Erlebnis, wenn man eingeladen wird
- Muharram und Aschura — schiitische Trauer um Imam Hussein. Prozessionen, Selbstgeisselung, schwarze Flaggen im ganzen Land. Atmosphaerisch und eindrucksvoll, aber das Reisen ist in dieser Zeit schwieriger
Anreise in den Iran
Der wichtigste Flughafen ist der Internationale Flughafen Teheran Imam Chomeini (IKA). Dies ist der Haupteingangshafen fuer 90 Prozent der internationalen Fluege. Verwechseln Sie ihn nicht mit dem Flughafen Mehrabad (THR), der Inlandsfluege und einige Verbindungen in Nachbarlaender bedient.
Direktfluege aus dem DACH-Raum: Lufthansa bietet Direktfluege ab Frankfurt nach Teheran (ca. 4,5 Stunden). Austrian Airlines fliegt direkt ab Wien (ca. 4 Stunden). Von Zuerich gibt es Verbindungen ueber Istanbul oder Doha. Turkish Airlines (ueber Istanbul — der beliebteste und oft guenstigste Umsteigeweg), Qatar Airways (ueber Doha), Emirates (ueber Dubai), Pegasus (Billigflieger ueber Istanbul). Ein Hin- und Rueckflug aus dem DACH-Raum kostet in der Regel zwischen 300 und 600 Euro, je nach Saison und Buchungszeitpunkt. Fluege ueber Istanbul sind oft am guenstigsten — beachten Sie aber, dass der Umstieg in Istanbul manchmal lange Wartezeiten bedeutet.
Weitere internationale Flughaefen: Schiraz (SYZ), Isfahan (IFN), Maschhad (MHD), Tabriz (TBZ) nehmen Fluege aus Dubai, Istanbul und einigen GUS-Staaten an. Wenn Ihre Route nicht in Teheran beginnt, pruefen Sie Direktfluege in diese Staedte — das spart Zeit und ermoeglicht kreativere Reiserouten.
Landuebergaenge: Aus der Tuerkei — der Uebergang Bazargan/Guerbulak (der beliebteste, regelmaessige Busse Istanbul — Teheran, 30 bis 35 Stunden). Fuer abenteuerlustige DACH-Reisende, die bereits in der Tuerkei sind, ist die Einreise auf dem Landweg eine spannende Option. Aus Armenien — der Uebergang Nordus/Agarak. Aus Aserbaidschan — Astara/Astara. Aus Turkmenistan — mehrere Uebergaenge, aber Turkmenistan-Visa sind schwer zu bekommen. Aus Pakistan — der Uebergang Mirjave/Taftan (Belutschistan, Region mit Sicherheitsproblemen). Aus dem Irak — mehrere Uebergaenge (Mehran, Chosrawi), hauptsaechlich von Pilgern genutzt.
Ueber See: Faehren aus den VAE (Schardscha) und Oman (Chasab) nach Bandar Abbas. Unregelmaessiger Fahrplan, aber ein romantischer Weg — durch die Strasse von Hormus zu fahren.
Visum fuer DACH-Buerger: Deutsche, oesterreichische und Schweizer Staatsangehoerige koennen ein Visum bei Ankunft (Visa on Arrival) am Flughafen IKA erhalten. Die Gebuehr betraegt ca. 75 Euro, gueltig fuer 30 Tage. Alternativ kann das Visum vorab ueber eine iranische Botschaft oder ein e-Visa-Portal beantragt werden. Manche Reisende bevorzugen das Vorab-Visum fuer zusaetzliche Planungssicherheit — sehr deutsch, und durchaus empfehlenswert, da es die Wartezeit am Flughafen erheblich verkuerzt. Ein Hinweis: Ein iranischer Stempel im Reisepass kann bei kuenftigen Reisen in die USA problematisch sein. Der Iran bietet an, das Visum auf ein separates Blatt zu stempeln — fragen Sie beim Visumantrag explizit danach.
Transport innerhalb des Iran
Der oeffentliche Verkehr im Iran ist eine angenehme Ueberraschung. Er ist guenstig, vielfaeltig und deckt das ganze Land ab. Entscheidend ist, fuer jede Strecke das richtige Verkehrsmittel zu waehlen.
Busse — der Koenig des iranischen Transports. Ueberlandbusse der VIP-Klasse sind die beste Art, zwischen Staedten zu reisen. Sie sind komfortabel (Liegesitze, Klimaanlage, manchmal WLAN, Snack), fahren haeufig und kosten fast nichts. Teheran — Isfahan (450 km): etwa 5 bis 6 Stunden, ein VIP-Ticket kostet umgerechnet ca. 3 bis 5 Euro. Teheran — Schiraz: 10 bis 12 Stunden im Nachtbus. Unternehmen wie Seir-o-Safar, Hamsafar und Royal Safar Iranian sind alle empfehlenswert. Ein VIP-Bus kostet etwa 70 Prozent mehr als ein normaler, aber das ist immer noch lachhaft wenig, waehrend der Komfortunterschied enorm ist. Kaufen Sie Tickets am Busbahnhof (Terminal) oder ueber Apps. Fuer DACH-Reisende, die den Komfort von FlixBus gewoehnt sind: Die VIP-Busse im Iran sind mindestens genauso komfortabel, oft sogar besser ausgestattet.
Zuege — eine langsamere, aber romantische Alternative. Hauptstrecken: Teheran — Maschhad (12 Stunden), Teheran — Isfahan (7 bis 8 Stunden), Teheran — Schiraz (14 Stunden), Teheran — Tabriz (11 Stunden). Es gibt Fuenf-Sterne-Zuege mit Abteilen, Verpflegung und Service, Vier-Sterne-Zuege mit Schlafplaetzen und einfache Sitzwagen. Buchen Sie am besten fruehzeitig — auf beliebten Strecken sind Tickets schnell ausverkauft. Die Strecke Teheran — Isfahan durch die Berge ist eine der malerischsten Bahnstrecken im Nahen Osten. Zugfans aus dem DACH-Raum, die Panoramastrecken wie den Bernina Express schaetzen, werden diese Fahrt geniessen.
Inlandsfluege — fuer lange Distanzen. Iran Air, Mahan Air, Iran Aseman Airlines, Qeschm Air sind die wichtigsten Fluggesellschaften. Fluege sind guenstig (Teheran — Schiraz ab ca. 10 bis 20 Euro), aber der Flugplan kann unzuverlaessig sein, Verspaetungen sind die Norm. Buchen Sie ueber lokale Websites oder bitten Sie Ihr Hotel um Hilfe — das ist oft guenstiger als ueber internationale Buchungsportale. Achtung: Zahlung mit europaeischen Kreditkarten ist auf iranischen Buchungsseiten nicht moeglich — bitten Sie das Hotel oder einen lokalen Kontakt, die Buchung vorzunehmen.
Taxi und Mitfahrdienste — Snapp (das iranische Uber) funktioniert in ueber 140 Staedten. Laden Sie die App herunter, sie unterstuetzt Englisch. Preise sind festgelegt und 40 Prozent guenstiger als normale Taxis. Tap30 (Tapsi) ist die zweite Alternative, verfuegbar in Teheran, Isfahan, Schiraz, Maschhad, Tabriz und anderen groesseren Staedten. Carpino ist eine dritte Option in Teheran. Bei normalen Taxis handeln Sie den Preis vor dem Einsteigen aus oder bitten Sie den Fahrer, den Zaehler einzuschalten. Sammel-Taxis (entlang fester Routen) sind die guenstigste Variante, aber man muss die Routen kennen.
Metro — in Betrieb in Teheran (7 Linien, sehr guenstig), Isfahan, Schiraz und Maschhad. Die Teheraner Metro ist eine Rettung vor dem wahnsinnigen Verkehr. Beachten Sie: Es gibt separate Frauenwaggons (in der Regel der erste und letzte Waggon).
Mietwagen — moeglich, aber ueberlegen Sie es sich zweimal. Der iranische Fahrstil ist kontrolliertes Chaos. Verkehrsregeln existieren, werden aber als Empfehlungen betrachtet. Motorraeder fahren auf der Gegenfahrbahn, Fussgaenger treten heraus, wo sie wollen, und Spurwechsel erfolgen ohne Blinker. Wenn Sie ein erfahrener Fahrer mit Praxis auf asiatischen oder nahoeostlichen Strassen sind — mieten Sie einen Wagen. Wenn nicht — nutzen Sie besser oeffentliche Verkehrsmittel und Snapp. Internationale Fuehrerscheine werden akzeptiert. Benzin kostet fast nichts. Ein praktischer Tipp: Wenn Sie sich trotzdem fuer einen Mietwagen entscheiden, buchen Sie ueber Ihr Hotel oder einen lokalen Anbieter — internationale Mietwagenunternehmen sind im Iran nicht vertreten.
Kultureller Kodex des Iran
Iran ist eine theokratische Republik, und bestimmte Verhaltensregeln sind nicht nur eine Frage der Hoeflichkeit, sondern geltendes Gesetz. Aber erschrecken Sie nicht: Die Regeln sind einfach, und Iraner sind aeusserst nachsichtig gegenueber Auslaendern.
Kleiderordnung — verbindlich fuer alle.
Fuer Frauen: Ein Hidschab (Kopftuch) ist an oeffentlichen Orten obligatorisch. Das ist nicht verhandelbar — es ist Gesetz. In der Praxis reicht ein locker uebergeworfenes Tuch, unter dem Haare hervorschauen duerfen (besonders in Teheran und Isfahan). Kleidung: lange Aermel, weite Hosen oder Rock unter dem Knie, Manteau (langes Hemd oder Tunika, die die Hueften bedeckt). Bei Hitze: leichte, atmungsaktive Stoffe. Iranerinnen tragen oft stilvolle, sogar modische Hidschabs — das muss nicht grau und formlos sein. Fuer Reisende aus dem DACH-Raum: Ein grosses Seidentuch oder ein leichter Pashmina-Schal eignet sich hervorragend und laesst sich vielseitig stylen.
Fuer Maenner: Keine kurzen Hosen. Lange Hosen sind obligatorisch, selbst bei 45 Grad Hitze. T-Shirts sind akzeptabel, aber ohne provokative Aufdrucke oder Bilder. Leichte Leinenhosen sind ideal fuer das iranische Klima.
Taarof — die iranische Kultur der Hoeflichkeit. Dies ist das Schluesselkonzept zum Verstaendnis des Iran. Taarof ist ein System ritueller Hoeflichkeit, bei dem beide Seiten mehrfach anbieten und ablehnen, bevor eine echte Entscheidung getroffen wird. Beispiele: Ein Taxifahrer koennte sagen 'Sie muessen nicht bezahlen' (kastesch nabaschad) — das ist Taarof, bezahlen Sie. Ein Haendler koennte eine Ware kostenlos anbieten — lehnen Sie 2 bis 3 Mal hoeflich ab, dann bezahlen Sie. Wenn Sie in ein Haus eingeladen werden — beim ersten Mal koennen Sie hoeflich ablehnen, aber wenn 2 bis 3 Mal insistiert wird, ist es eine aufrichtige Einladung, nehmen Sie an. Taarof ist weder Taeuschung noch Spiel, sondern eine tief verwurzelte kulturelle Praxis des Respekts. Fuer Deutsche, die fuer ihre Direktheit bekannt sind, mag Taarof anfangs verwirrend sein — aber nach ein paar Tagen entwickelt man ein Gefuehl dafuer und beginnt es sogar zu schaetzen.
Trinkgeld: Nicht obligatorisch, aber ueblich. In Restaurants 10 Prozent, das gilt als grosszuegig. Gepaecktraegern und Zimmerpersonal im Hotel: 50.000 bis 100.000 Rial (umgerechnet ca. 1 Euro). Reisefuehrern nach Situation, aber 500.000 bis 1 Million Rial (ca. 5 bis 10 Euro) fuer eine Tagestour sind angemessen.
Koerperlicher Kontakt: Zwischen Mann und Frau (ausser Verwandten) in der Oeffentlichkeit verboten. Kein Haendeschuetteln mit dem anderen Geschlecht, es sei denn, der Iraner oder die Iranerin reicht zuerst die Hand. Zwischen Personen gleichen Geschlechts sind Umarmungen und Wangenklees voellig normal.
Alkohol: Im Iran vollstaendig verboten. Keine Bars, keine Spirituosengeschaefte, kein Alkohol in Restaurants. Alkohol existiert auf dem Schwarzmarkt (selbstgemachter Wein, geschmuggelter Wodka aus Armenien und Kurdistan), und viele Iraner trinken zu Hause, aber fuer Touristen gilt: Lassen Sie die Finger davon. Die Strafen und Probleme sind es nicht wert. Alkoholfreies Bier (Delug) wird ueberall verkauft und ist durchaus trinkbar — die iranischen Marken Amas, Delster und Istak bieten sogar verschiedene Geschmacksrichtungen an. Fuer DACH-Reisende, die an ihr Feierabendbier gewoehnt sind: Sehen Sie es als Detox-Urlaub.
Fotografieren: Personen — fragen Sie um Erlaubnis. Militaerische Einrichtungen, Regierungsgebaeude — absolut tabu. Moscheen — in der Regel erlaubt, aber nicht waehrend des Gebets. Frauen — nur mit deren ausdruecklicher Zustimmung. In touristischen Orten werden Sie dagegen oft von iranischen Familien um gemeinsame Fotos gebeten — ein schoenes Zeichen der Neugier und Gastfreundschaft.
Gesten: Der erhobene Daumen (Thumbs up) entspricht im Iran dem Mittelfinger. Zeigen Sie ihn nicht. Dies ist einer der haeufigsten Fehler europaeischer Touristen — eine Geste, die bei uns Zustimmung bedeutet, ist dort eine grobe Beleidigung.
Sicherheit im Iran
Iran gehoert zu den sichersten Laendern im Nahen Osten fuer Touristen. Das mag paradox klingen, wenn man den Nachrichtenhintergrund bedenkt, aber die Zahlen sprechen fuer sich: Die Strassenkriminalitaet ist niedriger als in den meisten europaeischen Hauptstaedten. Diebstaehle sind selten. Gewaltverbrechen gegen Touristen sind praktisch unbekannt. Statistisch gesehen ist ein Abendspaziergang durch Isfahan sicherer als durch manche Viertel in Berlin, Wien oder Zuerich.
Wo es sicher ist: Alle wichtigen touristischen Routen (Teheran, Isfahan, Schiraz, Yazd, Kaschan, Tabriz, Maschhad, Kaspische Kueste) sind absolut sicher. Sie koennen nachts spazieren gehen, per Anhalter fahren, Einladungen von Fremden annehmen — Iran ist in dieser Hinsicht ein erstaunlich sicheres Land. Alleinreisende Frauen aus dem DACH-Raum berichten durchweg von positiven Erfahrungen — die Gastfreundschaft der Einheimischen und die Aufmerksamkeit gegenueber auslaendischen Gaesten schaffen ein Gefuehl der Sicherheit, das viele nicht erwartet hatten.
Wo Vorsicht geboten ist: Die Provinz Sistan-Belutschistan (Suedosten, Grenze zu Pakistan) — hier operieren separatistische und extremistische Gruppen. Fahren Sie nicht ohne organisierten Tour dorthin. Grenzgebiete zum Irak und Afghanistan — aehnlich. Kurdische Provinzen — generell sicher, aber pruefen Sie die aktuelle Lage vor der Reise.
Typische Touristentricks:
- 'Zivilpolizisten' — sprechen Sie auf der Strasse an, behaupten, Drogenhaendler zu suchen, und bitten darum, Geldbeutel und Dokumente zu zeigen. Echte Polizisten gehen nicht so vor. Wenn Sie Zweifel haben, bitten Sie darum, gemeinsam zur Polizeiwache zu gehen
- Ueberhoehte Preise auf dem Basar — Standard fuer jeden Basar weltweit. Fragen Sie vor dem Kauf nach dem Preis, handeln Sie, vergleichen Sie an mehreren Staenden
- Falsche Wechselstuben — wechseln Sie Geld in offiziellen Wechselstuben (Sarrafi) oder im Hotel. Wenn Ihnen jemand einen 'besseren Kurs' auf der Strasse anbietet, seien Sie vorsichtig
- Motorraddiebstahl — in Grossstaedten koennen Diebe auf Motorraedern Telefone oder Taschen entreissen. Halten Sie Ihre Sachen bei sich, besonders auf belebten Strassen
Notrufnummern: Polizei — 110. Krankenwagen — 115. Feuerwehr — 125. Touristenpolizei — in groesseren Staedten gibt es spezielle Abteilungen. Es empfiehlt sich, diese Nummern zusammen mit der Adresse Ihres Hotels auf einem Zettel bei sich zu tragen — fuer den Fall, dass das Telefon nicht verfuegbar ist.
Wichtig fuer Doppelstaatler: Wenn Sie neben der deutschen, oesterreichischen oder Schweizer Staatsbuergerschaft auch eine iranische besitzen (oder iranische Eltern haben), gelten Sie im Iran als Iraner. Das kann rechtliche Implikationen haben. Informieren Sie sich vorab gruendlich beim Auswaertigen Amt (Deutschland), BMEIA (Oesterreich) oder EDA (Schweiz).
Aktuelle Situation (2025-2026): Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt angespannt. Das Auswaertige Amt (Deutschland), das BMEIA (Oesterreich) und das EDA (Schweiz) geben regelmaessig aktualisierte Reisehinweise heraus. Pruefen Sie diese vor Ihrer Reise. Innerhalb des Landes ist fuer eingereiste Touristen alles wie gewohnt — die Menschen sind gastfreundlich, die Staedte sind sicher, das Leben geht seinen Gang.
Gesundheit und Medizin
Iran verfuegt ueber ein entwickeltes Gesundheitssystem. Medizintourismus ist eine wachsende Branche: Iranische Kliniken behandeln Patienten aus Nachbarlaendern bei komplexen Operationen. Fuer den normalen Reisenden bedeutet das, dass Sie in groesseren Staedten qualifizierte Aerzte und gut ausgestattete Krankenhaeuser finden werden. Viele Aerzte in Grossstaedten sprechen Englisch, manche sogar Deutsch — die medizinische Ausbildung im Iran hat einen guten Ruf.
Impfungen: Pflichtimpfungen fuer die Einreise gibt es nicht (es sei denn, Sie kommen aus einem Gelbfiebergebiet). Empfohlen: Hepatitis A und B, Typhus, Tetanus. Malaria — geringes Risiko nur im Suedosten (Sistan-Belutschistan) waehrend der Regenzeit. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder einem Tropenmediziner vier bis sechs Wochen vor der Reise.
Wasser: Leitungswasser ist in den meisten Staedten technisch sicher (besonders in Teheran, Isfahan, Schiraz), aber der Geschmack kann ungewohnt sein. Viele Touristen trinken Flaschenwasser — es ist billig und ueberall erhaeltlich. In Wuestenregionen und im Sueden nur Flaschenwasser verwenden.
Apotheken: Daruchane (Apotheken) gibt es in jedem Stadtviertel. Viele Medikamente werden ohne Rezept verkauft. Wegen der Sanktionen sind einige westliche Marken nicht verfuegbar, aber iranische Generika gibt es fuer fast alles. Wenn Sie spezielle Medikamente einnehmen, bringen Sie einen Vorrat fuer die gesamte Reise mit und fuehren Sie eine aerztliche Bescheinigung auf Englisch mit.
Reisekrankenversicherung: Fuer das Visum bei Ankunft obligatorisch. Pruefen Sie, ob Ihre Versicherung den Iran abdeckt — viele internationale Versicherer schliessen den Iran wegen der Sanktionen aus dem Deckungsbereich aus. ADAC-Auslandsversicherung, Allianz Travel und einige Schweizer Versicherer bieten Deckung fuer den Iran an — fragen Sie explizit nach. Alternativ kann am Flughafen bei der Visumerteilung eine lokale Versicherung abgeschlossen werden (ca. 15 Euro).
Hitze: Das groesste medizinische Risiko im Iran ist ein Hitzschlag. In Wuestenregionen uebersteigt die Temperatur im Sommer 50 Grad. Trinken Sie mindestens 3 Liter Wasser pro Tag, tragen Sie Kopfbedeckung, vermeiden Sie Aktivitaeten zwischen 11 und 16 Uhr. Sonnenschutz ist Pflicht — und zwar mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 50+).
Hoehenanpassung: Relevant bei der Besteigung des Damavand (5.671 m) und beim Trekking im Zagros. Akklimatisieren Sie sich schrittweise, nehmen Sie oberhalb von 3.000 Metern nicht mehr als 500 Hoehenometer pro Tag zu. Erfahrene Bergsteiger aus dem DACH-Raum kennen diese Regeln bereits — sie gelten hier genauso wie in den Alpen, nur ist die Trockenheit im Iran ein zusaetzlicher Faktor, der die Dehydrierung beschleunigt.
Geld und Budget
Das Finanzsystem des Iran ist eine der Besonderheiten, auf die man sich vorbereiten muss. Wegen internationaler Sanktionen ist Iran vom globalen Bankensystem abgeschnitten. Das bedeutet einige wichtige Dinge fuer Ihre Reiseplanung.
Waehrung: Iranischer Rial (IRR). Aber — und das verwirrt jeden Neuankoemmling — Iraner verwenden im Alltag Toman. 1 Toman = 10 Rial. Wenn Ihnen jemand 'fuenfzigtausend' sagt, fragen Sie nach: Toman oder Rial? Der Unterschied ist das Zehnfache. An vielen Orten werden Preise in Toman angegeben, auf Geldscheinen stehen Rial. Sie gewoehnen sich in ein paar Tagen daran, aber anfangs muessen Sie aufmerksam sein. Ein praktischer Tipp: Fragen Sie bei jedem Preis 'Toman ya Rial?' — das ist voellig normal und kein Zeichen von Unwissenheit.
Auslaendische Karten funktionieren NICHT. Visa, Mastercard, American Express, Maestro — keine einzige internationale Karte wird irgendwo im Iran akzeptiert. Geldautomaten geben kein Bargeld auf auslaendische Karten aus. Apple Pay, Google Pay — funktionieren nicht. Dies ist das Wichtigste, was Sie sich merken muessen. Nehmen Sie Bargeld mit. Fuer DACH-Reisende, die das bargeldlose Bezahlen gewoehnt sind: Planen Sie grosszuegig und verteilen Sie das Bargeld auf mehrere Stellen (Gepaeck, Geldguertel, Hotelzimmersafe).
Welche Waehrung mitnehmen: Euro sind die beste Wahl fuer DACH-Reisende — sie werden in Wechselstuben ueberall akzeptiert und sparen Ihnen die doppelte Umtauschgebuehr (erst Euro in Dollar, dann Dollar in Rial). US-Dollar werden ebenfalls problemlos getauscht. Scheine muessen sauber sein, ohne Risse oder Flecken — abgenutzte Banknoten werden moeglicherweise nicht angenommen. Nehmen Sie verschiedene Stueckelungen mit: Groessere Scheine (100 oder 200 Euro) erhalten einen etwas besseren Kurs, kleinere (10 bis 20 Euro) sind praktischer fuer kleinere Wechselbetraege.
Wo wechseln: Offizielle Wechselstuben (Sarrafi) sind die beste Option. Sie existieren in jeder Stadt, und der Kurs liegt nahe am Marktkurs. Flughafen — der Kurs ist anstaendig (im Gegensatz zu den meisten anderen Laendern). Hotels — schlechterer Kurs, aber bequem fuer kleine Betraege. Strasse — dort findet man manchmal einen besseren Kurs, aber mit Betrugsrisiko. Nicht empfohlen.
Lokale Debitkarten: Es gibt Dienste wie MahCard, die Touristen iranische Bankkarten anbieten. Sie laden diese mit Bargeld auf und koennen damit in Geschaeften, Restaurants, bei Snapp usw. bezahlen. Das ist praktisch, um nicht Buendel von Bargeld mit sich herumzutragen. Bestellen Sie im Voraus ueber die Website — die Karte wird ins Hotel geliefert. Dieser Service ist besonders fuer laengere Aufenthalte von zwei Wochen oder mehr empfehlenswert.
Budget (ungefaehr, zum Marktkurs 2026):
- Budget-Unterkunft (Hostel, Gaesthaus): 10 bis 20 Euro pro Nacht
- Mittelklassehotel: 25 bis 50 Euro
- Luxushotel: 70 bis 130 Euro
- Essen in einfachem Restaurant: 2 bis 5 Euro pro Gericht
- Essen in gutem Restaurant: 10 bis 20 Euro fuer zwei Personen
- Strassenessen: 1 bis 3 Euro
- VIP-Ueberlandbus (400 bis 500 km): 3 bis 5 Euro
- Inlandsflug: 10 bis 25 Euro
- Snapp-Fahrt in der Stadt: 1 bis 3 Euro
- Eintrittskarte fuer Sehenswuerdigkeiten: 3 bis 10 Euro (fuer Auslaender teurer als fuer Einheimische)
Fazit: Ein Budgetreisender kann mit 20 bis 30 Euro pro Tag auskommen. Mittleres Budget: 40 bis 70 Euro. Komfortabel: 80 bis 130 Euro. Iran gehoert zu den guenstigsten Reiselaendern weltweit — vergleichbar mit Suedostasien, aber mit einer Infrastruktur und kulturellen Tiefe, die weit darueber hinausgehen. Fuer DACH-Reisende bedeutet das: Zwei Wochen Iran kosten etwa so viel wie ein langes Wochenende in Paris oder London — bei ungleich tieferen und authentischeren Erlebnissen.
Reiserouten durch den Iran
7 Tage — Das klassische persische Dreieck
Diese Route deckt die drei wichtigsten Staedte ab und vermittelt einen Eindruck davon, warum Iran ein Muss fuer jeden Reisenden ist. Ideal fuer einen Kurzurlaub oder fuer alle, die den Iran zum ersten Mal kennenlernen moechten.
Tag 1: Teheran
Ankunft am Flughafen Imam Chomeini. Transfer zum Hotel (Snapp vom Flughafen ca. 5 bis 7 Euro). Nach der Erholung: Golestan-Palast (2 bis 3 Stunden). Abends: Spaziergang durch den Tabiat-Park und ueber die Fussgaengerbruecke. Abendessen im Viertel Darband — kleine Restaurants an einem Bergbach. Wenn Sie mit dem Direktflug aus Frankfurt oder Wien ankommen, landen Sie meist am fruehen Abend — perfekt, um nach kurzer Hotelpause den naechtlichen Teheran zu entdecken.
Tag 2: Teheran
Vormittag: Nationalmuseum des Iran und das Juwelen-Museum (Nationale Schatzkammer — eine Edelsteinsammlung, die jedes europaeische Museum in den Schatten stellt, darunter der 182-Karat-Darya-ye Nur-Diamant). Nachmittag: Grosser Basar — 3 bis 4 Stunden Umherwandern, Tee mit Haendlern, Snack. Abend: Milad-Turm bei Sonnenuntergang — Panorama ueber ganz Teheran mit dem Elburs-Gebirge am Horizont.
Tag 3: Fahrt nach Isfahan
Morgens VIP-Bus Teheran — Isfahan (5 bis 6 Stunden) mit Zwischenstopp in Kaschan. In Kaschan: Haus Tabatabai (1 Stunde), Fin-Garten (1 Stunde), Mittagessen in der Altstadt. Ankunft in Isfahan am Abend. Erster Spaziergang ueber den Naqsch-e-Dschahan-Platz bei Sonnenuntergang — wenn die Beleuchtung angeht, verwandelt sich der Platz in pure Magie. Goennen Sie sich einen Tee in einer der Tschaichane am Platz und lassen Sie die Atmosphaere auf sich wirken.
Tag 4: Isfahan
Ganzer Tag am Imam-Platz und Umgebung. Vormittag: Imam-Moschee (1 bis 1,5 Stunden), Scheich-Lotfollah-Moschee (1 Stunde), Ali-Qapu-Palast. Nachmittag: Grosser Basar — vom Platz aus tiefer hinein, suchen Sie die Werkstaetten fuer Metallarbeiten und Miniaturmalerei. Mittagessen in einem traditionellen Restaurant am Basar — fragen Sie nach Berjani, dem Isfahaner Spezialitaetenlamm. Abend: Bruecken Si-o-Se-Pol und Khadschju — setzen Sie sich unter die Boegen und hoeren Sie dem Gesang zu. Wenn Sie Glueck haben, singen mehrere Gruppen gleichzeitig — ein spontanes Konzert persischer Poesie.
Tag 5: Isfahan
Vormittag: Armenisches Viertel Dscholfa — Vank-Kathedrale (Fresken, die christliche Ikonografie mit persischer Miniatur vereinen — ein einzigartiges Bild), Museum. Nachmittag: Freitagsmoschee Masdschid-e Dschame (Weltmeisterwerk, 1000 Jahre Geschichte in einem Gebaeude — von den Seldschuken bis zu den Safawiden), Minarette Menar-e Dschonban (die schwingenden Minarette — eine technische Kuriosität, die Ingenieure bis heute raetseln laesst). Abend: Tschaichane am Platz, Sonnenuntergang beobachten. Kaufen Sie Gaz (Isfahaner Nougat) als Mitbringsel ein.
Tag 6: Fahrt nach Schiraz
Bus Isfahan — Schiraz (6 bis 7 Stunden) oder Nachtbus (bequemer, spart einen Tag). Bei Ankunft: Karim-Khan-Festung, Vakil-Basar, Vakil-Moschee. Abend: Mausoleum des Hafis — Iraner orakeln mit dem Diwan, einzigartige Atmosphaere. Lesen Sie vorher ein paar Gedichte von Hafis in deutscher Uebersetzung — die Verbindung zu Goethes 'West-oestlichem Divan' macht das Erlebnis noch intensiver.
Tag 7: Schiraz und Umgebung
Frueher Morgen: Nasir-al-Molk-Moschee (Rosa Moschee) — kommen Sie um 7:30 Uhr, das Licht ist ideal bis 9 Uhr morgens. Tagesausflug nach Persepolis (1,5 Stunden hin, 2 bis 3 Stunden Besichtigung, 1,5 Stunden zurueck) und Naqsch-e Rostam. Abend: Eram-Garten, Abendessen. Abflug von Schiraz oder Nachtfahrt. Ein perfekter Abschluss einer Woche, die Ihr Bild vom Iran fuer immer veraendern wird.
10 Tage — Klassik plus Wueste
Alles aus der 7-Tage-Route, plus Yazd — die Stadt, die den Eindruck vom Iran veraendert. Diese Verlängerung lohnt sich besonders, weil Yazd eine voellig andere Facette des Iran zeigt.
Tage 1 bis 5: Teheran — Isfahan (wie in der 7-Tage-Route)
Tag 6: Fahrt nach Yazd
Bus Isfahan — Yazd (4 bis 5 Stunden). Bei Ankunft: Spaziergang durch die Altstadt — ein Labyrinth aus Lehmwaenden, Windtuerme, Stille. Der Amir-Tschachmaq-Komplex bei Sonnenuntergang — die beleuchtete Fassade spiegelt sich im Becken. Abendessen auf der Dachterrasse des Gastehauses — die meisten Hotels in der Altstadt von Yazd haben Terrassen mit Stadtblick. Waehlen Sie ein traditionelles Gastehaus — viele sind in historischen Haeusern mit Innenhof und Wasserbecken untergebracht, eine Erfahrung fuer sich.
Tag 7: Yazd
Vormittag: Feuertempel Ateschkadeh — ein Feuer, das seit 1550 Jahren brennt. Tuerme des Schweigens (Dachme) — Aufstieg auf die Huegel, Wuestenpanorama. Freitagsmoschee von Yazd — hoechste Minarette des Iran. Nachmittag: Wassermuseum (Geschichte der Qanate — unterirdischer Aquaedukte, ein Meisterwerk antiker Ingenieurskunst), Garten Dolatabad (hoechster Windturm mit 33 Metern). Abend: Zurkhane — das traditionelle iranische 'Krafthaus', in dem Maenner rituelle Uebungen zu Trommeln und Gesang ausfuehren. Ein einzigartiges Schauspiel, das es so nirgends sonst auf der Welt gibt — die Atmosphaere erinnert an eine Mischung aus Sport, Meditation und Theaterauffuehrung.
Tag 8: Umgebung von Yazd
Tagesausflug nach Meybod (1 Stunde) — Stadt mit der Festung Narin Qala (ueber 3000 Jahre alt), einer Karawanserei und einem Taubenturm. Danach: Tschak Tschak, der heiligste zoroastrische Tempel, in den Felsen gehauen mitten in der Wueste. Die Strasse ist kurvenreich, aber die Landschaft ist ausserirdisch. Rueckkehr nach Yazd. Am Abend: Bummel durch den Basar von Yazd, Tee mit Einheimischen. In den Suesswarenlaeden unbedingt Pashmak (persische Zuckerwatte) und Qatveh (Yazder Suessigkeiten mit Sesam und Rosenwasser) probieren.
Tage 9 bis 10: Schiraz und Persepolis (wie Tage 6 bis 7 in der 7-Tage-Route). Abflug von Schiraz.
14 Tage — Vollstaendiges Eintauchen
Zusaetzlich Tabriz, die Kaspische Kueste und tiefe Provinz. Diese Route ist ideal fuer Reisende, die Iran wirklich verstehen wollen — nicht nur die Postkartenmotive, sondern auch die weniger bekannten Facetten des Landes.
Tage 1 bis 2: Teheran (wie in der 7-Tage-Route)
Tag 3: Teheran — Tabriz
Inlandsflug Teheran — Tabriz (1,5 Stunden, ca. 15 bis 25 Euro). Bei Ankunft: Blaue Moschee, Aserbaidschan-Museum. Abend: Basar von Tabriz — Eintauchen in die turksprachige Kultur. Koefte Tabrizi (riesige gefuellte Fleischkloesse — das Signaturgericht der Stadt) zum Abendessen. Die tuerkisch-persische Atmosphaere in Tabriz ueberrascht die meisten Reisenden — es fuehlt sich an wie ein anderes Land.
Tag 4: Tabriz und Umgebung
Tagesausflug nach Kandovan (2 Stunden) — das Kappadokien-Dorf. Mittagessen bei den Einheimischen (fragen Sie einfach — Sie werden mit Freuden empfangen). Rueckfahrt ueber den Urmiasee — Halt am Aussichtspunkt. Abend: Tschaichane im Basar von Tabriz. Ein optionaler Abstecher: Die Kirche des Heiligen Thaddaeus (Qara Kelisa) liegt etwa drei Stunden von Tabriz entfernt — eine armenische Kirche aus dem 7. Jahrhundert in dramatischer Berglandschaft, UNESCO-Welterbe.
Tag 5: Tabriz — Rascht
Ueberfahrt (7 bis 8 Stunden im Bus, aber die Landschaft ist atemberaubend — Berge, Waelder, Seen). Rascht ist die Hauptstadt der Provinz Gilan und die gastronomische Hauptstadt des Iran. Abendessen: Mirsa Ghasemi (geroestete Aubergine mit Tomate und Ei) plus Baqala Ghatoq (Bohnen mit Dill und Ei) plus Torsche Tareh (saures Fischragout). Das ist eine voellig andere Kueche als im Rest des Iran — sauer, kraeuterintensiv und erstaunlich nah an manchen sueddeutschen Geschmaeckern.
Tag 6: Rascht — Masuleh
Tagesausflug nach Masuleh (2 Stunden) — das stufenfoermige Bergdorf. Spaziergang durchs Dorf, Tee mit Baklava, Trekking in den umliegenden Bergen. Rueckkehr nach Rascht oder Uebernachtung in Masuleh (es gibt Gaestehaeuser). Basar von Rascht am Abend — frischer Fisch, Essiggurken, lokale Suessigkeiten. Die feuchte, gruene Landschaft erinnert an den Schwarzwald — nur mit Reisfeldern statt Tannen.
Tag 7: Rascht — Teheran — Kaschan
Morgenfahrt nach Teheran ueber die Chalus-Strasse (4 bis 5 Stunden, eine der malerischsten Strassen des Iran — Serpentinen durch das Elburs-Gebirge, vergleichbar mit den schoensten Alpenpaessen). Von Teheran: Bus nach Kaschan (3 Stunden). Abend: Haus Borudscherdi, Spaziergang durch die Altstadt.
Tag 8: Kaschan — Isfahan
Vormittag: Haus Tabatabai, Haus Abbasi, Fin-Garten. Mittagessen in Kaschan — probieren Sie Rosenwassereis in einem der Cafes. Bus nach Isfahan (2,5 Stunden). Abend: Naqsch-e-Dschahan-Platz.
Tage 9 bis 10: Isfahan (wie Tage 4 bis 5 in der 7-Tage-Route)
Tage 11 bis 12: Yazd (wie Tage 6 bis 8 in der 10-Tage-Route)
Tage 13 bis 14: Schiraz und Persepolis (wie Tage 9 bis 10 in der 10-Tage-Route). Abflug.
21 Tage — Die grosse Iran-Reise
Fuer alle, die den Iran wirklich kennenlernen wollen. Zusaetzlich die Wueste Lut, der Persische Golf und der kurdische Westen. Diese drei Wochen sind die umfassendste Art, Iran zu bereisen — danach werden Sie das Land besser kennen als 95 Prozent der Touristen, die es je besucht haben.
Tage 1 bis 2: Teheran
Tag 3: Besteigung Totschal oder Damavand-Basis
Eintaegiges Trekking ab Teheran. Die Seilbahn des Totschal bringt Sie auf 3.962 Meter — Panorama ueber Teheran und den Damavand. Oder — wenn Sie bereit sind — Beginn einer zweitaegigen Damavand-Besteigung (Basis in Polur). Fuer geuebte Bergwanderer aus den Alpen ist der Totschal ein angenehmer Warmup — die Seilbahn erspart den Aufstieg, und oben eroeffnet sich eine der spektakulaersten Aussichten des gesamten Nahen Ostens.
Tage 4 bis 5: Tabriz und Kandovan (wie in der 14-Tage-Route)
Tag 6: Tabriz — Kermanshah
Ueberfahrt (8 bis 9 Stunden). Kermanshah ist eine kurdische Stadt mit einer anderen Atmosphaere. Taq-e Bostan — sasanidische Reliefs in einer Felsgrotte (Jagdszenen, Kroenungen). Basar von Kermanshah. Kurdische Kueche zum Abendessen — probieren Sie Dandeh Kabab (Rippchen) und Ash-e Jow (Gerstensuppe).
Tag 7: Kermanshah — Hamadan
Vormittag: Bisotun-Inschrift (30 Minuten von Kermanshah). Ueberfahrt nach Hamadan (3 Stunden). Hamadan gehoert zu den aeltesten Staedten der Welt (moeglicherweise das biblische Ekbatana). Mausoleum des Avicenna (Ibn Sina — der groesste Arzt des Mittelalters, dessen Kanon der Medizin auch in Europa jahrhundertelang das Standardwerk war), Gonbad-e Alaviyan. Alisadr-Hoehle — groesste Wasserhoehle der Welt (Bootstour im Inneren des Berges, Dauer ca. 2 Stunden — ein unvergessliches Erlebnis).
Tage 8 bis 9: Kaspische Kueste (Rascht, Masuleh) (wie in der 14-Tage-Route)
Tag 10: Kaschan
Tage 11 bis 12: Isfahan
Tage 13 bis 14: Yazd und Umgebung
Tag 15: Yazd — Kerman
Bus Yazd — Kerman (5 Stunden). Kerman ist eine Stadt mit historischem Basar, Freitagsmoschee und dem Prinzengarten Bagh-e Schahzade (einer der neun persischen Gaerten der UNESCO — eine Oase inmitten der Wueste, die das Wasser geschickt ueber Terrassen leitet). Hammam Gandschali Khan — ein historisches Bad mit Wachsfiguren, die das Badeleben vergangener Jahrhunderte zeigen. Kermaner Pistazienmakronen als Snack nicht vergessen.
Tag 16: Wueste Dascht-e Lut
Tages- oder Uebernachtungstour ab Kerman/Schahdad in die Wueste Lut. Kaluts — gigantische Yardangs aus Sand, Salzebenen, absolute Stille. Uebernachtung unter dem Sternenhimmel in einem Zelt oder unter freiem Himmel — einer der staerksten Eindruecke im Iran. Die Milchstrasse ist hier mit blossem Auge so deutlich sichtbar wie kaum an einem anderen Ort der Erde — fuer Hobby-Astronomen ein absolutes Paradies. Bringen Sie eine Thermoskanne heissen Tee mit — die Naechte in der Wueste koennen empfindlich kalt werden.
Tag 17: Kerman — Schiraz
Flug oder Bus (8 Stunden). Auf dem Landweg mit dem Bus: Stadt Bam mit der Festung Arg-e Bam (machen Sie einen Zwischenstopp, wenn Sie den Bus gewaehlt haben — die Restaurierungsarbeiten an der groessten Lehmfestung der Welt sind beeindruckend). Ankunft in Schiraz.
Tage 18 bis 19: Schiraz, Persepolis und Pasargadae
Tag 18: Schiraz — Rosa Moschee, Basar, Mausoleum des Hafis und des Saadi, Eram-Garten. Besuchen Sie den Quran-Tor (Darvaze Quran) bei Sonnenuntergang fuer einen Panoramablick ueber die Stadt. Tag 19: Persepolis, Naqsch-e Rostam und Pasargadae (voller Tag). Nehmen Sie sich Zeit fuer Pasargadae — das schlichte Grab des Kyros am Rande der Ebene ist in seiner Einfachheit zutiefst bewegend.
Tag 20: Schiraz — Insel Qeschm
Flug Schiraz — Qeschm (1 Stunde, ca. 15 Euro). Stars Valley, Mangrovenwaelder von Hara, Doerfer mit Frauen in traditionellen Masken. Uebernachtung auf Qeschm. Die Insel bietet eine voellig andere Atmosphaere als der Rest des Iran — arabisch-persisch-indisch gemischt, mit einer Gelassenheit, die an karibische Inseln erinnert.
Tag 21: Qeschm — Hormus — Abreise
Boot zur Insel Hormus (20 Minuten). Roter Strand, bunte Felsen, Salzkuppel. Die Farben von Hormus sind surreal — roter, orangefarbener und violetter Boden, dazwischen tuerkisfarbenes Meer. Rueckkehr. Flug Qeschm — Teheran. Abreise. Ein Abschluss, der bleibende Eindruecke hinterlaesst.
Kommunikation und Internet
Das Internet im Iran ist ein Thema, auf das man sich vorbereiten muss. Viele Websites und Dienste sind gesperrt, und die Geschwindigkeit kann enttaeuschen. Aber mit der richtigen Vorbereitung ist alles loesbar.
SIM-Karten: Kaufen Sie eine iranische SIM-Karte am Flughafen oder in jeder Stadt. IranCell ist die beste Wahl fuer Touristen: breite Abdeckung, englischsprachige Mitarbeiter, guenstige Pakete mit mobilem Internet (ca. 8 bis 10 Euro fuer 5 GB). MCI (Hamrah-e Aval) ist der erste Anbieter mit guter Abdeckung in abgelegenen Gebieten. Rightel ist der dritte Anbieter. Fuer den Kauf benoetigen Sie Ihren Reisepass. In Teheran gibt es ein IranCell-Buero direkt in der Metro-Station Imam Chomeini. Die Einrichtung dauert etwa 15 bis 20 Minuten — nehmen Sie sich die Zeit direkt am Flughafen, damit Sie von Anfang an erreichbar sind.
Gesperrte Websites und Apps: Facebook, Twitter/X, YouTube, Netflix, die meisten Google-Dienste (Gmail funktioniert ueber die App, Google Maps funktioniert ueber die App meistens auch), Telegram (der beliebteste Messenger im Iran, aber offiziell gesperrt — Iraner umgehen die Sperre), Instagram (war verfuegbar, wurde dann gesperrt — pruefen Sie die aktuelle Lage). WhatsApp funktioniert in der Regel problemlos — gut fuer die Kommunikation mit der Heimat.
VPN — unverzichtbar. Laden Sie VPN herunter und richten Sie es VOR der Ankunft im Iran ein. VPN-Anbieter-Websites sind im Iran gesperrt, und das Herunterladen vor Ort ist schwierig. Empfehlung: Laden Sie 2 bis 3 verschiedene VPNs herunter (eines funktioniert moeglicherweise nicht — Sperrungen werden staendig aktualisiert). ExpressVPN funktioniert im Iran oft nicht. NordVPN, ProtonVPN, Outline — probieren Sie verschiedene. Die Nutzung von VPN im Iran ist nicht verboten — die Haelfte der Bevoelkerung nutzt es. Fuer DACH-Reisende: Wenn Sie bereits ein VPN-Abo haben (z.B. NordVPN oder Surfshark), installieren Sie es einfach auf allen Geraeten vor der Reise.
WLAN: In Hotels und Cafes vorhanden, aber die Geschwindigkeit ist meist niedrig. Rechnen Sie nicht mit Videostreaming. Mobiles Internet (4G) ist in den meisten Faellen schneller als WLAN. Laden Sie Offline-Inhalte (Karten, Reisefuehrer, Podcasts) vor der Reise herunter.
Internetunterbrechungen: Die iranische Regierung schraenkt das Internet periodisch ein oder schaltet es ab, besonders waehrend politischer Ereignisse. Halten Sie einen Notfallplan fuer die Kommunikation bereit (SMS, Anrufe), verlassen Sie sich nicht nur auf Messenger. Teilen Sie Ihrer Familie zu Hause mit, dass Stille nicht unbedingt Grund zur Sorge ist — manchmal ist einfach das Internet weg.
Was probieren: Fuehrer durch die iranische Kueche
Die iranische Kueche gehoert zu den grossen kulinarischen Traditionen der Welt, neben der franzoesischen, chinesischen und indischen. Es geht nicht nur um Kebabs (obwohl die Kebabs hier goettlich sind). Es sind komplexe Schmorgerichte, aromatische Reisgerichte, frische Kraeuter, saure Saucen und Suessigkeiten, von denen man nicht genug bekommen kann. Fuer Feinschmecker aus dem DACH-Raum, die franzoesische oder italienische Kueche schaetzen, bietet die persische Kueche eine gleichwertige kulinarische Tiefe — nur voellig anders.
Hauptgerichte
Tschelo Kebab — das Nationalgericht. Reis (Tschelo) mit Kebab. Klingt einfach, aber iranischer Reis ist eine Kunst: koernig, mit Safran, manchmal mit Tahdig (knusprige Kruste am Topfboden, um die in iranischen Familien erbittert gekaempft wird — wer bekommt das Stueck Tahdig?). Kebab Kubide (gehackt) ist der beliebteste: zwei Streifen gehacktes Lammfleisch mit Gewuerzen am Spiess. Kebab Barg besteht aus einem ganzen Stueck Filet, mariniert in Safran und Zwiebeln. Kebab Dschudsche ist Haehnchen mit Zitrone und Safran. Serviert wird alles mit gebratenem Tomate, roher Zwiebel, frischen Kraeutern (Basilikum, Minze, Estragon) und Brot. Fuer DACH-Reisende: Vergessen Sie alles, was Sie ueber 'Doener-Kebab' zu wissen glauben — iranischer Kebab ist ein voellig anderes Geschmackserlebnis.
Ghormeh Sabzi — ein Schmorgericht aus Kraeutern, Bohnen und Fleisch. Gilt als das eigentliche Nationalgericht des Iran (noch mehr als der Kebab). Eine Mischung aus Petersilie, Koriander, Spinat und Bockshornklee (Schambalile) wird stundenlang mit roten Bohnen, Lammfleisch und getrockneten Limetten (Limu Amani) geschmort. Der Geschmack ist komplex, kraeuterig, mit einer saeuerlichen Note. Jede iranische Mutter kocht dieses Gericht auf ihre Weise, und jeder Iraner ist ueberzeugt, dass seine Mutter es am besten zubereitet. Probieren Sie es in jedem Restaurant — es ist immer auf der Karte.
Geymeh — ein Schmorgericht aus Fleisch mit gelben Erbsen (Nachudtschi), Tomaten und getrockneter Limette, ueberstreut mit gebratenen Kartoffeln. Suesssauer und aromatisch — ein Comfort-Food-Klassiker.
Fesendschan — ein Festtagsgericht: Huehnchen (oder Ente) in einer Sauce aus gemahlenen Walnuessen und Granatapfelsirup. Eine dicke, dunkle, suesssaure Sauce — eines der ungewoehnlichsten und koestlichsten Gerichte, die Sie probieren werden. Wird stundenlang zubereitet und zu Feiertagen sowie in guten Restaurants serviert. Die Kombination aus Nuss und Frucht erinnert entfernt an Wildsaucen der oesterreichischen Kueche — nur exotischer.
Dizi (Abguscht) — der 'Steinsuppe'. Fleisch (Lamm), Kichererbsen, Kartoffeln, Tomaten und weisse Bohnen werden in einem speziellen Steintopf geschmort. Serviert wird in zwei Schritten: Zuerst wird die Bruehe in eine Schale mit Brot gegossen, dann werden Fleisch und Gemuese mit einem Stoessel zu einem Brei zerstampft (Guschtkub). Strassenessen der Arbeiterviertel — guenstig, saettigend, koestlich. Probieren Sie es unbedingt in den Teheraner Imbissen. Die Zubereitungsweise ist einzigartig — lassen Sie sich vom Kellner zeigen, wie man es isst.
Baqala Ghatoq — Saubohnen mit Dill und Ei, eine Spezialitaet aus Gilan. Einfach, aber ueberraschend geschmackvoll. Dazu frischer Knoblauch und Reis — persisches Soulfood vom Feinsten.
Mirsa Ghasemi — die Visitenkarte der gilakischen Kueche. Geraeucherte Auberginen, Tomaten, Knoblauch und Eier. Wird als Dip mit Brot serviert. Ein einfaches, aber unglaublich leckeres Gericht — Spezialitaet aus Rascht. Fuer Fans der Levante-Kueche: Stellen Sie sich Baba Ganoush vor, aber heiss serviert und mit Ei — und noch besser.
Asch — dicke persische Suppen. Asch-e Reschte (mit Nudeln, Huelsenfruechten und Kaschk), Asch-e Anar (mit Granatapfel), Asch-e Dschow (mit Gerste). Das ist nicht einfach Suppe — das ist eine vollstaendige Mahlzeit. Bei kaltem Wetter ideal. An Regentagen in Teheran oder Isfahan gibt es nichts Besseres als eine heisse Schale Asch-e Reschte.
Brot
Iranisches Brot ist ein eigenes Universum. Vier Hauptarten:
- Sangak — grosses Fladenbrot, auf heissen Kieseln gebacken. Knusprig, mit welliger Textur. Das beste Brot, das Sie je gegessen haben. Wird frisch aus dem Ofen gereicht — heiss, duftend, mit knuspriger Unterseite
- Barbari — dickes, weiches Fladenbrot mit Rillen. Hervorragend mit Kaese und Kraeutern zum Fruehstueck. Erinnert entfernt an tuerkisches Pide, ist aber eigenstaendig
- Taftun — duenn, weich. Zum Einwickeln von Kebabs perfekt
- Lavasch — hauchduennes Brot, fast wie Papier. Wird in Stapeln gekauft und haelt tagelang
Strassenessen und Snacks
Falafel — besonders in Chusestan und im Sueden verbreitet. Sambuse — iranische Samosas mit Kartoffeln oder Fleisch. Balal — gegrillter Mais, der abends auf den Strassen verkauft wird. Olivieh — ja, der russische Salat Olivieh kam ueber die Sowjetunion und wurde zum Nationalgericht des Iran (fuer DACH-Reisende: wie unser 'russischer Salat', aber mit iranischem Touch). Kaschk-e Bademjan — Auberginen-Dip mit Kaschk (ein Milchprodukt). Kaleh Patsche — Suppe aus Schafskopf und Beinen. Klingt extrem, ist aber ein Kult-Fruehstueck im Iran (serviert von 4 Uhr morgens bis 10 Uhr). Probieren Sie es — oder schauen Sie zumindest zu, wie es gegessen wird. Fuer Innereien-Fans aus dem DACH-Raum (Stichwort: Leberknoedel, Beuschel, Saumagen): Sie werden sich hier kulinarisch zu Hause fuehlen.
Suessigkeiten
Iranische Suessigkeiten sind eine ernste Angelegenheit. Faloodeh — ein kaltes Dessert aus Vermicelli-Faeden in Rosenwasser mit Limettensirup (Spezialitaet aus Schiraz — erfrischend und einzigartig). Bastani — iranisches Eis mit Safran, Rosenwasser und Stuecken von Pistazien und Sahne. Serviert zwischen zwei Waffeln oder in einem Broetchen (Bastani-Nuni). Gaz — Isfahaner Nougat mit Pistazien — das perfekte Mitbringsel. Sohan — eine suesse, knackige Platte aus Mehl, Butter, Safran und Pistazien (aus Ghom und Isfahan). Pashmal — persische Zuckerwatte, feiner und eleganter als die europaeische Variante. Halva — Dutzende Arten, von einfachem Mehlhalva bis zu aufwendigem mit Safran und Rosenwasser. Ein ideales Mitbringsel: Ein huebsch verpacktes Set iranischer Suessigkeiten — Ihre Familie und Freunde zu Hause werden begeistert sein.
Getraenke
Tee (Tschai) — das Nationalgetraenk. Wird staendig, ueberall getrunken, mit Nabat (Zuckerkristalle am Stiel) oder mit Stueckenzucker zum Danebenbeissen. Tschaichane — Teehaeuser — sind die iranischen 'Cafes', Zentren des sozialen Lebens. Der schwarze Tee ist staerker und aromatischer als die meisten europaeischen Tees — und wird in huebschen taillierten Glaesern serviert, niemals in Tassen.
Dugh — ein Sauermilchgetraenk mit Minze und manchmal Kohlensaeure. Ideal zum Kebab. Aehnlich dem tuerkischen Ayran, aber mit Kraeuternote. Probieren Sie die Version mit Minze und getrocknetem Thymian — erfrischend und verdauungsfoerdernd.
Scharbat — kalte Fruchtgetraenke: mit Rosenwasser, mit Zitrone und Minze, mit Kirsche, mit Safran. Bei Hitze eine Rettung. Besonders zu empfehlen: Scharbat-e Bidmeschk (Weidenbluetensirup) — ein Geschmack, den Sie nirgends sonst finden werden.
Kaffee: Iran ist ein Teeland, aber die Kaffeekultur waechst, besonders in Teheran und Isfahan. Es entstehen Specialty-Cafes, aber erwarten Sie nicht ueberall italienisches Niveau. In Teheraner Hipster-Vierteln wie Yusefabad oder Vanak finden Sie allerdings Cafes, die es mit Berliner oder Wiener Kaffeehaeusen aufnehmen koennen — mit Single-Origin-Bohnen und Latte Art.
Alkoholfreies Bier (Delug): Ueberall erhaeltlich. Amas, Delster, Istak sind iranische Marken. Es gibt Fruchtgeschmacksrichtungen (Pfirsich, Zitrone, Ananas). Durchaus trinkbar und eine willkommene Alternative fuer die biergewoehnten DACH-Gaumen. Die Pfirsich-Variante von Istak ist ueberraschend gut.
Fuer Vegetarier und Veganer
Die iranische Kueche ist fleischlastig, aber ueberleben kann man. Asch (Suppen), Kaschk-e Bademjan, Mirsa Ghasemi, Schirazi-Salat, Reis mit Kraeutern (Sabzi Polo), Rührei mit Tomaten und Kraeutern, Kaese mit Brot und Kraeutern zum Fruehstueck, Falafel im Sueden. In Restaurants koennen Sie Gerichte ohne Fleisch bestellen — man kommt Ihnen in der Regel entgegen. Ein nuetzlicher persischer Satz: 'Bedune Guscht, lotfan' (Ohne Fleisch, bitte). Huelsenfruechte, Reis, frische Kraeuter und Milchprodukte bilden die Basis einer erstaunlich abwechslungsreichen vegetarischen Ernaehrung im Iran. Veganer haben es etwas schwerer, da Butter und Milchprodukte weit verbreitet sind — aber mit etwas Kommunikation (und dem Google-Uebersetzer) laesst sich auch das loesen.
Was aus dem Iran mitbringen
Iran ist ein Einkaufsparadies, wenn Sie wissen, wonach Sie suchen. Die Basare hier sind keine touristische Kulisse, sondern tatsaechlich funktionierende Maerkte, auf denen Einheimische alles kaufen — von Gewuerzen bis zu Teppichen.
Teppiche und Kelims — der wichtigste iranische Export und Kunstform. Persische Teppiche sind ein eigenes Universum. Isfahaner Teppiche (feines Muster, Seide), Tabrizer (geometrische Muster), Kaschaner (klassisch), Qashqai (Nomadenteppiche, leuchtende Farben), Naeinische (minimalistisch). Preise reichen von 40 Euro fuer einen Kelim bis zu Zehntausenden fuer einen handgeknuepften Seidenteppich. Handeln Sie. Bitten Sie um ein Zertifikat fuer den Zoll. Fuer DACH-Reisende: Beachten Sie die Zollfreigrenzen — bei einem Warenwert ueber 430 Euro (Flugzeug) werden Einfuhrabgaben faellig. Lassen Sie sich eine Quittung mit dem Kaufpreis geben.
Safran — Iran produziert 90 Prozent des weltweiten Safrans. Die Qualitaet ist die beste auf dem Planeten. Kaufen Sie in Maschhad oder auf dem Basar jeder Stadt. Der Preis liegt 5 bis 10 Mal niedriger als in Europa. Ueberpruefen Sie die Qualitaet: Echter Safran ist dunkelrot, trocken, ohne gelbe Faeden. Ein kleines Paeckchen (5 Gramm) erstklassigen Safrans kostet im Iran ca. 3 bis 5 Euro — im DACH-Raum wuerden Sie dafuer 15 bis 25 Euro bezahlen. Das perfekte Mitbringsel: leicht, wertvoll und in der Kueche vielseitig einsetzbar.
Pistazien — iranische Pistazien gelten als die besten der Welt. Kaufen Sie in Kerman (Hauptstadt der Pistazienregion) oder auf Basaren. Es gibt gesalzene, ungesalzene, geroestete, rohe und aromatisierte Varianten. Ein Kilogramm kostet im Iran ca. 8 bis 12 Euro — ein Bruchteil europaeischer Preise.
Miniaturen und Khatam — persische Miniaturmalerei und Khatam-Kari (Intarsienarbeit mit winzigen Stuecken aus Holz, Knochen und Metall). Isfahan ist der beste Kaufort. Schatulen, Rahmen, Backgammon-Bretter mit Khatam — ein schoenes und einzigartiges Geschenk. Die Handwerkskunst steht der europaeischen Intarsienarbeit in nichts nach — besuchen Sie die Werkstaetten im Isfahaner Basar, um den Kuenstlern bei der Arbeit zuzusehen.
Tuerkis — Iran ist einer der groessten Tuerkis-Produzenten der Welt. Nischapur (bei Maschhad) ist die Tuerkis-Hauptstadt. Ringe, Ohrringe, Armbaender — aber pruefen Sie die Echtheit. Serioeose Haendler stellen Echtheitszertifikate aus.
Gewuerze und Trockenfruechte — Safran, Sumach, Kurkuma, getrocknete Berberitze, Limu Amani (getrocknete Limetten), Rosenblaetter. Die Basare von Isfahan und Schiraz sind die besten Orte. Verpacken Sie Gewuerze gut fuer den Rueckflug — in dichten Tueten, damit der Koffer nicht nach einem Gewuerzladen riecht.
Keramik — Isfahaner und Meyboder Keramik mit traditionellen Mustern. Teller, Vasen, Fliesen — alles Handarbeit. Die blauen und tuerkisfarbenen Muster sind typisch persisch und passen ueberraschend gut in europaeische Wohnungen.
Rosenwasser (Golab) — aus Kaschan (die Stadt Kamsar ist die Rosenwasser-Hauptstadt). Mai und Juni ist die Rosenerntezeit. Rosenwasser wird in der Kueche, Kosmetik und bei religioesen Ritualen verwendet. Ein Liter hoechster Qualitaet kostet ca. 3 bis 5 Euro — ein Geschenk, das bei Hobbykoechinnen und -koechen im DACH-Raum sehr geschaetzt wird.
Suessigkeiten — Gaz (Nougat mit Pistazien aus Isfahan), Sohan (aus Ghom), Pashmak, verschiedene Halva-Sorten. Das ideale Mitbringsel: ein huebsch verpacktes Set iranischer Suessigkeiten — in den meisten Staedten gibt es spezielle Geschenk-Suesswarenlaeden, die vakuumverpackte Sets anbieten.
Bucher und Kalligrafie: Kunstbaende mit persischer Miniaturmalerei, Kalligrafie-Drucke, Diwan-Ausgaben von Hafis oder Rumi — intellektuelle Mitbringsel, die die kulturelle Tiefe Ihrer Reise widerspiegeln.
Tax Free: Ein offizielles Tax-Free-System fuer Touristen gibt es im Iran nicht. Die Preise sind ohnehin niedrig.
Wo kaufen: Immer auf Basaren. Handeln ist erwartet und Teil der Kultur. Beginnen Sie bei 50 Prozent des genannten Preises und bewegen Sie sich auf 60 bis 70 Prozent zu. Handeln Sie nicht in Lebensmittelgeschaeften und beim Essen — dort sind die Preise fest. Fuer DACH-Reisende, die das Feilschen nicht gewoehnt sind: Sehen Sie es als kulturelles Erlebnis, nicht als Konfrontation. Laecheln, Teetrinken, Plaudern — und dann wird ueber den Preis gesprochen. Das ist kein Kampf, sondern ein soziales Ritual.
Nuetzliche Apps
Bereiten Sie Ihr Telefon vor der Reise vor — im Iran wird es schwierig sein, einige Apps herunterzuladen.
- Snapp — das iranische Uber. Funktioniert auf Englisch. Taxi, Essenslieferung, Motorraeder. Unverzichtbar fuer jede Reise im Iran
- Tap30 (Tapsi) — Alternative zu Snapp. Funktioniert in groesseren Staedten
- Neshan — iranisches Pendant zu Google Maps. Funktioniert im Iran besser, kennt alle Adressen und wird auf Persisch und Englisch angezeigt
- Balad — eine weitere Navigations-App, beliebt im Iran
- Google Translate — laden Sie das persische Sprachpaket offline herunter, bevor Sie reisen. Die Kamerafunktion hilft beim Entziffern persischer Beschriftungen
- Maps.me — Offline-Karten. Laden Sie die Iran-Karte im Voraus herunter — besonders nuetzlich in Gebieten mit schlechter Internetverbindung
- VPN — laden Sie 2 bis 3 verschiedene vor der Reise herunter (NordVPN, ProtonVPN, Outline). Mindestens zwei als Backup
- 1stQuest — Buchung von Hotels, Tickets, Touren. Kann innerhalb des Iran gesperrt sein — buchen Sie vor der Reise oder ueber VPN
- XE Currency — Waehrungsrechner. Unverzichtbar fuer die Umrechnung zwischen Euro, Rial und Toman
Fazit
Iran ist ein Land, das Menschen veraendert. Das klingt pathetisch, aber es ist wahr. Wenn Sie nach Hause zurueckkehren, wird es Ihnen schwer fallen, Freunden und Familie zu erklaeren, warum Sie sich in ein Land verliebt haben, vor dem alle 'Angst' haben. Denn Iran laesst sich nicht aus den Nachrichten verstehen. Man muss es spueren — durch den Haendedruck eines Fremden, durch den Geschmack von Safraneis unter einer tuerkisfarbenen Kuppel, durch den Klang des Adhan bei Sonnenuntergang in Yazd, durch das Lachen iranischer Kinder, die Ihnen hinterherrufen: 'Hello! Welcome to Iran!'
Es ist ein Land der Kontraste, so abgedroschen diese Phrase auch sein mag. Antike Ruinen und Nuklearprogramm. Religionspolizei und Untergrund-Partys. Wuesten mit 70 Grad Oberflaechentemperatur und Skigebiete eine Stunde von der Hauptstadt entfernt. Alkoholverbot und die aufrichtigste Gastfreundschaft, die Sie je erleben werden. Iran passt in keine Schublade — und genau deshalb zieht es einen so an.
Ja, es gibt Herausforderungen: Bargeld statt Karten, VPN statt freies Internet, Hidschab statt gewohnter Kleidung. Aber diese Unannehmlichkeiten sind nichts im Vergleich zu dem, was Sie dafuer bekommen: ein Land, das sich noch nicht in ein Touristenmuseum verwandelt hat, Menschen, die sich aufrichtig freuen, Sie zu sehen, und eine Geschichte, die dort beginnt, wo die Vorstellungskraft endet.
Fuer Reisende aus dem deutschsprachigen Raum kommt ein besonderer Aspekt hinzu: Die kulturelle Verbindung zwischen dem persischen und dem deutschen Kulturkreis reicht Jahrhunderte zurueck — von Goethes Hafis-Begeisterung ueber die gemeinsamen indoeuropaeischen Sprachwurzeln bis hin zu den Tausenden iranischen Studierenden, die an deutschsprachigen Universitaeten studiert haben. Im Iran werden Sie immer wieder auf Menschen treffen, die eine persoenliche Verbindung zum DACH-Raum haben. Diese Bruecke zwischen den Kulturen macht die Reise noch reicher.
Reisen Sie in den Iran. Reisen Sie jetzt — solange er noch so ist. Denn die Welt veraendert sich, und Iran veraendert sich auch. Und diejenigen, die es in diesem erstaunlichen Zustand zwischen Antike und Moderne, zwischen Geschlossenheit und unglaublicher Offenheit der Menschen erleben, werden eine Erfahrung gewinnen, die fuer immer bleibt. Es gibt wenige Reisen auf dieser Welt, die einen wirklich veraendern — Iran gehoert dazu.
Informationen aktuell fuer 2026. Ueberpruefen Sie Visumanforderungen und Sicherheitslage vor der Reise. Verfolgen Sie die Aktualisierungen auf den Websites des Auswaertigen Amts (Deutschland), BMEIA (Oesterreich) oder EDA (Schweiz).