Alter Arbat
Der Alte Arbat ist eine Fußgängerstraße im Herzen Moskaus, Symbol des Bohème-Lebens, Ort der Dichter und Künstler. Puschkin lebte hier, Okudschawa besuchte sie, Straßenmusiker spielen hier noch heute. Touristisch, gelegentlich kitschig—aber immer noch charmant.
Geschichte der Straße
Der Arbat ist seit dem 15. Jahrhundert bekannt. Der Name stammt wahrscheinlich vom arabischen „rabad" (Vorort)—über das Tatarische. Die Straße lag auf der Route vom Kreml nach Smolensk; Handwerker und Kaufleute siedelten sich hier an.
Im 19. Jahrhundert wurde der Arbat adelig und intellektuell. Tolstoi, Rachmaninow, Skrjabin lebten hier. Im 20.—Bulgakow, Rybakow (Roman „Kinder des Arbat"), Okudschawa („Ach, Arbat, mein Arbat, du bist meine Religion").
Die Straße wurde 1986 zur Fußgängerzone—eine der ersten in der UdSSR. Seither—Straßenverkäufer, Künstler, Musiker, schlendernde Menschenmengen.
Was zu sehen ist
Puschkin-Hausmuseum—die Gedenkwohnung, in der der Dichter nach seiner Hochzeit lebte. Der einzige Moskauer Ort, der mit seinem Familienleben verbunden ist.
Okudschawa-Denkmal—der bronzene Barde steht in einem Gebäudetorbogen. In der Nähe spielen Straßenmusiker meist seine Lieder.
Zoi-Wand—ein spontanes Denkmal für den „Kino"-Bandleader in der Kriwoarbatski-Gasse. Graffiti, Inschriften, Kerzen—der Kult hält seit 1990 an.
Wachtangow-Theater—eines der Haupttheater Moskaus. Die Fassade zeigt zum Arbat; davor—der Brunnen „Prinzessin Turandot".
Restaurant Prag—am Anfang der Straße, nahe dem Arbat-Tor. Gebäude von 1872, stalinistische Empire-Interieurs. Hier wurde die Prager Torte erfunden.
Straßenleben
Künstler verkaufen Gemälde—von banal bis interessant. Porträts auf Bestellung, Karikaturen, Stadtlandschaften. Die Qualität variiert; Handeln ist angebracht.
Musiker spielen alles von Klassik bis Rock. Die Niveaus variieren, aber gelegentlich erscheint echtes Talent. Der Hut für Geld ist Teil der Tradition.
Souvenirläden—Matroschkas, Uschanka-Mützen, „sowjetischer Kitsch." Touristenpreise, entsprechende Qualität.
Essen
Restaurants und Cafés gibt es reichlich. Das Touristenformat dominiert: hohe Preise, durchschnittliche Küche. Aber es gibt Ausnahmen—lesen Sie Bewertungen.
Seitenstraßen sind besser und günstiger. Kriwoarbatski, Starokonyuschenny—dort sind die Einheimischen, dort ist das echte Moskau.
Neuer Arbat
Parallel zur alten verläuft der Neue Arbat—eine breite 1960er-Allee mit „Buch"-Hochhäusern. Der Kontrast ist frappierend: das intime 19. Jahrhundert versus sowjetische Moderne. Zusammen geben sie ein dimensionales Bild der Stadt.
Praktische Informationen
Der Arbat ist eine Fußgängerzone vom Arbat-Tor-Platz bis zum Smolenskaja-Platz (etwa 1,2 km). Metro: Arbatskaja (am Anfang), Smolenskaja (am Ende).
Die beste Zeit ist der Abend: Laternen leuchten auf, Musiker werden aktiv, die Atmosphäre wird romantischer. Tagsüber ist es geschäftsmäßiger.
Atmosphäre und Tipps
Der Arbat ist eine widersprüchliche Straße. Für manche—Kitsch und Touristenfalle. Für andere—die Seele des alten Moskau, Nostalgie der 1960er. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen: Kommen Sie ohne Erwartungen, und die Straße wird sich offenbaren.