Michailowski-Garten
Zwischen dem Russischen Museum und der Auferstehungskirche liegt einer der gemütlichsten Parks St. Petersburgs—der Michailowski-Garten. Dies ist nicht der formelle Sommergarten oder der weitläufige Central Park—es ist ein intimer Raum, wo man auf dem Rasen sitzen, Eichhörnchen füttern und vergessen kann, dass man in einer Vier-Millionen-Stadt ist.
Geschichte des Gartens
Der Garten entstand zusammen mit dem Michailowski-Palast (heute das Russische Museum) in den 1820er Jahren. Der Architekt Carlo Rossi entwarf sowohl das Gebäude als auch den umgebenden Park. Ursprünglich war der Garten das Privatgelände von Großfürst Michail Pawlowitsch—daher der Name.
Nach der Revolution wurde der Garten öffentlich. Während der Sowjetzeit—ein gewöhnlicher Stadtpark. In den 2000er Jahren stellte die Restaurierung das historische Layout wieder her und pflanzte fehlende Bäume nach. Heute ist er ein geschütztes Denkmal der Landschaftskunst.
Gestaltung
Landschaftsstil
Anders als der formelle Sommergarten mit seiner Geometrie ist Michailowski ein Landschaftspark im englischen Stil. Gewundene Wege, malerische Baumgruppen, Wiesen mit Blick auf Palast und Kathedrale. Eine Illusion der Natürlichkeit, obwohl jeder Baum nach dem Plan des Architekten gepflanzt wurde.
Teich
Im Zentrum des Gartens liegt ein unregelmäßig geformter Teich mit einer kleinen Insel. Im Sommer—Enten und Baumspiegelungen. Die Bänke drumherum sind ein beliebter Rastplatz. Der Teich schafft ein Mikroklima: Bei heißem Wetter ist es hier kühler.
Moika-Ufer
Der Garten führt zum Moika-Ufer hinaus—hier finden Sie den besten Blick auf die Auferstehungskirche. Die klassische Postkartenansicht: die Kathedrale spiegelt sich im Kanalwasser, umrahmt vom Gartengrün. Fotografen kennen diesen Platz.
Was man im Garten tun kann
Entspannen
Der Michailowski-Garten ist einer der wenigen Orte im Zentrum, wo man auf dem Rasen sitzen kann. Die Wiesen sind geöffnet (anders als im Sommergarten). Petersburger kommen hierher mit Büchern, Decken, Essen—besonders während der weißen Nächte.
Eichhörnchen füttern
Die Eichhörnchen hier sind fast zahm—sie nehmen Nüsse aus der Hand. Unterhaltung für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Nussverkäufer warten an den Eingängen.
Die Auferstehungskirche betrachten
Der Garten bietet den besten Aussichtspunkt zum Fotografieren der Auferstehungskirche. Die Kathedrale ist aus mehreren Winkeln sichtbar: vom Teich, vom Ufer, durch die Bäume. Morgen- und Abendlicht sind besonders schön.
Vor oder nach dem Museum
Das Russische Museum liegt direkt gegenüber. Logisch zu kombinieren: die Sammlung ansehen, dann im Garten entspannen. Oder umgekehrt—Kraft sammeln vor einem Museumsmarathon.
Praktische Informationen
Öffnungszeiten
Der Garten ist von 10:00 bis 22:00 geöffnet (länger im Sommer). Der Eintritt ist frei. Im Winter schließt er früher.
Anfahrt
Eingänge von der Inzhenernaja-Straße (nahe dem Russischen Museum), vom Moika-Ufer (nahe der Auferstehungskirche) und von der Sadowaja-Straße. Metro Newski Prospekt oder Gostiny Dwor—10 Minuten zu Fuß.
Wann kommen
Morgens—wenig Menschen, gutes Licht für Fotos. Wochenendnachmittage—voll. Abend und weiße Nächte—romantische Atmosphäre. Herbst—goldene Blätter vor dem Kathedralenhintergrund.
Was in der Nähe ist
Russisches Museum—die nördliche Grenze des Gartens. Auferstehungskirche—östlich. Michailowski-Schloss—gegenüber. Sommergarten—5 Minuten zu Fuß. Der Garten liegt im Zentrum eines Touristenclusters, was die Routenplanung erleichtert.
Atmosphäre
Der Michailowski-Garten ist eine Ruhepause inmitten des formellen St. Petersburg. Keine strengen Wege wie im Sommergarten, keine Newski-Prospekt-Menschenmassen. Man kann auf dem Rasen liegen, die Wolken beobachten, dem Rauschen der Bäume lauschen. Dann aufstehen, hundert Meter gehen—und sich wieder in einem Museum oder einer Kathedrale wiederfinden. Es ist ein Gleichgewicht, das die Erkundung des Zentrums angenehm statt ermüdend macht.