Bukchon Hanok-Dorf
Es gibt einen Ort in Seoul, wo die Zeit anders fliesst. Zwischen Wolkenkratzern und Neonschildern versteckt sich das Bukchon Hanok Dorf — ein Labyrinth aus engen Gassen mit traditionellen koreanischen Hausern, die uber 600 Jahre alt sind. Als ich zum ersten Mal hierher wanderte, durch steile Gassen schlangelnd, stockte mir der Atem: um eine weitere Kurve erschien eine Reihe von Ziegeldachern vor einem Bergkamm — und fur einen Moment fuhlte ich mich in die Joseon-Dynastie versetzt.
Dorfgeschichte
"Bukchon" bedeutet "nordliches Dorf" — der Bezirk liegt nordlich des Cheonggyecheon-Bachs, der einst Seoul in reiche und arme Viertel teilte. Bukchon war Elite: Adlige, hohe Beamte und Mitglieder der Konigsfamilie lebten hier. Die Nahe zu den Palasten Gyeongbokgung und Changdeokgung definierte den Status dieses Ortes.
Traditionelle koreanische Hauser — Hanok — wurden nach Feng-Shui-Prinzipien gebaut: Fassaden zeigen nach Suden, um Wintersonne einzufangen, wahrend Berge dahinter vor kalten Nordwinden schutzen.
Hanok-Architektur
Ein Hanok ist nicht nur ein Haus — es ist eine Philosophie des Lebens in Harmonie mit der Natur. Beim Bau werden keine Nagel verwendet: Das Holzgerust halt durch Verbindungen zusammen, die dem Haus erlauben zu "atmen" und Erdbeben zu widerstehen.
Was zu Sehen
Die ortlichen Behorden haben acht schone Punkte ausgewiesen — "Acht Ansichten von Bukchon". Die fotogensten Strassen sind Gahoe-dong 11-gil und 31-gil. Das Dorf beherbergt traditionelle Handwerksmuseen, Teehauser und Hanok-Gasthhauser.
Praktische Tipps
Bukchon ist ein Wohngebiet — normale Menschen leben hier. Beste Zeit — Wochentage 10:00 bis 17:00. Nachste Metro — Anguk (Linie 3). Schonste Jahreszeiten — Fruhling (Kirschblute) und Herbst (goldenes Laub).