Varanasi
Varanasi 2026: Was man wissen muss
Varanasi ist die älteste durchgehend bewohnte Stadt der Welt - und das spürt man in jeder Gasse, an jedem Ghat, in jedem Rauchschwaden, der vom Ganges aufsteigt. Hier wird geboren, gebetet, verbrannt und wiedergeboren, und das seit über 3000 Jahren. Für westliche Reisende ist Varanasi kein gemütlicher Kulturtrip, sondern ein Frontalaufprall mit einer völlig anderen Realität. Das ist keine Warnung, sondern ein Versprechen.
Die Stadt lebt an ihren Ghats - den steinernen Treppenstufen, die zum Ganges hinunterführen. Hier waschen sich Pilger, meditieren Sadhus, spielen Kinder Cricket und verbrennen Familien ihre Toten. Alles gleichzeitig, alles nebeneinander. Am Abend verwandelt sich das Ganga Aarti am Dashashwamedh Ghat in ein Spektakel aus Feuer, Gesang und tausenden Öllampen auf dem Wasser. Und nur 10 Kilometer entfernt liegt Sarnath, wo Buddha seine erste Predigt hielt.
Varanasi ist auch eine Stadt des Essens: Kachori zum Frühstück, der legendäre Lassi am Blue Lassi Shop, Chaat an jeder Ecke. Die Stadt ist fast vollständig vegetarisch - und das auf einem Niveau, das man in Europa selten findet. Wer mit offenen Augen und etwas Geduld kommt, erlebt hier etwas, das kein anderer Ort der Welt bieten kann.
Viertel: Wo übernachten in Varanasi
Die Wahl des Viertels entscheidet in Varanasi über alles: über Ihren Schlaf, Ihre Nerven und Ihr gesamtes Reiseerlebnis. Die Stadt ist laut, eng und chaotisch - aber es gibt ruhige Inseln, wenn man weiß, wo man suchen muss.
Assi Ghat - der ruhige Süden
Assi Ghat ist der südlichste der großen Ghats und die erste Wahl für Reisende, die Varanasi ohne permanente Reizüberflutung erleben wollen. Hier sitzen morgens Yogis am Flussufer, abends gibt es eine kleinere, intimere Version des Ganga Aarti, und die Cafés in den Nebengassen haben eine fast entspannte Atmosphäre. Von hier erreicht man zu Fuß in 30 bis 40 Minuten die zentralen Ghats - oder nimmt ein Boot für 200 bis 300 INR (ca. 2 bis 3 EUR). Unterkünfte kosten ab 600 bis 1000 INR (7 bis 12 EUR) für ein einfaches Zimmer, Boutique-Hotels mit Flussblick ab 2500 INR (ca. 28 EUR). Empfehlung: Erstbesucher, Alleinreisende, längere Aufenthalte.
Dashashwamedh Ghat - mitten im Geschehen
Wer das volle Varanasi-Erlebnis will, wohnt hier. Das große Ganga Aarti findet direkt vor der Tür statt, die Gassen dahinter sind vollgestopft mit Geschäften, Tempeln und Streetfood-Ständen. Der Nachteil: Es ist laut, rund um die Uhr. Autorickshaws hupen, Lautsprecher beschallen die Gassen mit Tempelmusik, und die Touts (Schlepper) sind hier am aggressivsten. Unterkünfte direkt am Ghat sind teurer und oft älter, dafür hat man einen unschlagbaren Blick auf den Fluss. Empfehlung: Kurzaufenthalte von 2 bis 3 Nächten, Fotografen.
Mir Ghat und Munshi Ghat - der goldene Mittelweg
Zwischen Dashashwamedh und Assi liegen mehrere kleinere Ghats, die das Beste aus beiden Welten bieten: nah genug am Geschehen, aber ohne den permanenten Lärmpegel. Hier findet man einige der besten Budget-Unterkünfte - einfache Guesthouses mit Dachterrasse und Flussblick für 400 bis 800 INR (5 bis 9 EUR). Die Gassen sind schmaler und weniger touristisch: weniger Touts, aber auch weniger Restaurants. Empfehlung: Budget-Reisende, wer die Balance sucht.
Kedar Ghat und Chausatti Ghat - authentisch und ungeschliffen
Wer Varanasi abseits der Touristenpfade erleben will, ist hier richtig. Diese Ghats sind weniger besucht, die Atmosphäre ist lokaler - man begegnet mehr Pilgern als Backpackern. Die Infrastruktur für Touristen ist dünner: wenige Cafés, kaum englischsprachige Restaurants. Dafür erlebt man ein Varanasi, das sich seit Jahrhunderten kaum verändert hat. Unterkünfte sind günstig, aber einfach - Warmwasser ist keine Selbstverständlichkeit. Empfehlung: Erfahrene Indien-Reisende.
Bhelupur - außerhalb der Ghats
Bhelupur liegt südlich des Assi Ghat, weg vom Fluss, in der moderneren Stadt. Breitere Straßen, normale Geschäfte, Banken und eine gewisse Normalität. Die Unterkünfte sind moderner und oft klimatisiert - ein Plus in der heißen Jahreszeit. Der Nachteil: 15 bis 20 Minuten zu Fuß oder per Rickshaw von den Ghats entfernt. Empfehlung: Wer abends seine Ruhe braucht, Familien.
Cantonment - nur für den Transit
Das Cantonment-Viertel liegt rund um den Hauptbahnhof Varanasi Junction. Günstige Hotels, aber null Atmosphäre. Die Entfernung zu den Ghats beträgt 5 bis 7 Kilometer - in Varanasis Verkehr leicht 30 bis 45 Minuten. Nur sinnvoll, wenn man einen sehr frühen Zug hat und eine Nacht überbrücken muss.
Wo man NICHT übernachten sollte
Vermeiden Sie Unterkünfte direkt an den Verbrennungsghats (Manikarnika und Harishchandra). Der Rauch ist permanent, nachts brennen die Scheiterhaufen bis in die frühen Morgenstunden. Auch die Altstadt-Gassen rund um den Chowk-Markt sind als Übernachtungsort ungeeignet. Bedenken Sie: Die Gassen sind so schmal, dass kein Taxi durchpasst. Ihr Gepäck müssen Sie die letzten 200 bis 500 Meter oft selbst tragen.
Beste Reisezeit für Varanasi
Oktober bis März - die ideale Saison
Die beste Reisezeit liegt zwischen Oktober und März. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 10 und 25 Grad Celsius, der Himmel ist meist klar. Dezember und Januar können morgens empfindlich kühl sein - 5 bis 8 Grad am Fluss, mit dichtem Nebel, der erst gegen 10 Uhr aufreißt. Eine leichte Jacke und ein Schal gehören ins Gepäck. Februar und März sind ideal: warm genug für die Bootsfahrt am frühen Morgen, kühl genug für ausgedehnte Spaziergänge durch die Altstadt.
April bis Juni - extreme Hitze
Ab April steigen die Temperaturen auf 40 bis 45 Grad Celsius. Die Gassen der Altstadt werden zum Backofen, körperliche Aktivität vor 17 Uhr ist kaum möglich. Wer trotzdem kommt, findet deutlich weniger Touristen und niedrigere Preise - aber der körperliche Preis ist hoch.
Juli bis September - Monsun
Während des Monsuns steigt der Ganges um mehrere Meter. Die unteren Ghats stehen unter Wasser, Bootsfahrten sind eingeschränkt, und die Luftfeuchtigkeit liegt bei nahezu 100 Prozent. Gleichzeitig ist die Stadt am grünsten und die Stimmung am intensivsten. Wer mit Regen umgehen kann, erlebt ein Varanasi, das kaum ein Tourist zu sehen bekommt.
Festivals
Dev Deepavali (November): Über eine Million Öllampen erleuchten die Ghats - das vielleicht schönste Lichterfest Indiens. Maha Shivaratri (Februar/März): Varanasi ist die Stadt Shivas, und an diesem Fest dreht die Stadt völlig auf. Holi (März): Das Farbenfest ist hier wilder und intensiver als anderswo. Kartik Purnima (November): Tausende schwimmende Kerzen auf dem Ganges. Während großer Festivals sind Unterkünfte oft Wochen im Voraus ausgebucht und Preise verdoppeln sich.
Reiseroute: 3, 5 oder 7 Tage in Varanasi
3 Tage - das Wesentliche
Tag 1: Ghats, Altstadt und Ganga Aarti
- Früh ankommen und einchecken. Varanasi ist anstrengend - bei Ankunft nach einer Nachtfahrt erst einmal ausruhen.
- Nachmittags erster Spaziergang entlang der Ghats. Starten Sie am Assi Ghat und laufen Sie nach Norden. Jedes Ghat hat seinen eigenen Charakter.
- Gegen 18 Uhr zum Dashashwamedh Ghat für das Ganga Aarti. Mindestens 30 Minuten vorher da sein für einen guten Platz. Alternativ: Boot mieten und vom Wasser aus zuschauen (200 bis 400 INR, ca. 2 bis 5 EUR).
- Abendessen: Streetfood in der Kachaudi Gali oder ein Dachterrassen-Restaurant.
Tag 2: Bootsfahrt bei Sonnenaufgang, Altstadt und Tempel
- Wecker auf 5 Uhr. Die Bootsfahrt bei Sonnenaufgang ist das Highlight jedes Varanasi-Besuchs. Das Licht, der Nebel, die Silhouetten der Ghats. Geteilte Tour 300 bis 500 INR (3,50 bis 6 EUR) pro Person, Privatboot 800 bis 1200 INR (9 bis 14 EUR). Verhandeln Sie hart.
- Frühstück: Kachori Sabzi in der Altstadt (30 bis 50 INR).
- Vormittags Altstadt erkunden: schmale Gassen, versteckte Tempel, Seidengeschäfte. Der Kashi Vishwanath Tempel ist der wichtigste der Stadt - strenge Sicherheitskontrollen, keine elektronischen Geräte erlaubt.
- Nachmittags: Banaras Hindu University (BHU) - ein grüner Kontrastpunkt zur Altstadt. Das Bharat Kala Bhavan Museum hat eine hervorragende Kunstsammlung.
Tag 3: Sarnath und Seidenmarkt
- Morgens nach Sarnath (10 km, 250 bis 350 INR per Autorickshaw). Hier hielt Buddha seine erste Predigt. Dhamek Stupa, Archäologisches Museum und Hirschpark-Ruinen in 2 bis 3 Stunden. Eintritt 500 INR (ca. 6 EUR) für Ausländer.
- Nachmittags Seidenmarkt hinter dem Dashashwamedh Ghat. Varanasi ist das Zentrum der indischen Seidenweberei. Vorsicht: Viele Geschäfte verkaufen Synthetik als echte Seide. Brenntest verlangen - echte Seide riecht nach verbranntem Haar, Synthetik schmilzt.
- Letzter Abend: Dachterrassen-Dinner mit Ganges-Blick. Blue Lassi nicht vergessen.
5 Tage - tiefer eintauchen
Tag 4: Versteckte Ghats, Seidenweberei und Ramnagar Fort
- Morgens die südlichen Ghats erkunden, die Touristen auslassen: Tulsi Ghat, Shivala Ghat, Hanuman Ghat. Lokale Familien beim Wäschewaschen, Kinder beim Spielen - Varanasi ohne Filter.
- Mittags eine Seidenweberei besuchen. Viele Familien weben seit Generationen auf Handwebstühlen und öffnen ihre Werkstätten für Besucher. Fragen Sie im Guesthouse nach Kontakten.
- Nachmittags: Ramnagar Fort auf der anderen Flussseite. Fähre 20 INR. Das Fort ist architektonisch mäßig, aber die Überfahrt über den Ganges und der Blick zurück auf die Ghats lohnen sich.
Tag 5: Yoga, Food-Tour und klassische Musik
- Früh morgens Yoga am Assi Ghat - Drop-in-Klassen ab 200 bis 500 INR (2 bis 6 EUR).
- Selbstorganisierte Food-Tour: Kachori in der Kachaudi Gali, Tamatar Chaat bei Deena Chat, Lassi beim Blue Lassi Shop, Mittag bei Baati Chokha.
- Abends: Klassisches Musikkonzert. Varanasi ist die Heimat des Benares Gharana. Konzerte in Ashrams oder privaten Häusern - International Music Centre Ashram am Assi Ghat hat regelmäßig Aufführungen.
7 Tage - Varanasi und Umgebung
Tag 6: Tagesausflug Chunar Fort
- Chunar Fort liegt 40 km südwestlich, per Zug in einer Stunde erreichbar. Die Festung thront über dem Ganges, hat eine Geschichte bis ins 11. Jahrhundert. Kaum Touristen, spektakulärer Blick. Hin- und Rückfahrt unter 100 INR (gut 1 EUR). Im Fort 2 bis 3 Stunden: alte Moschee, britischer Friedhof, unterirdische Gänge.
Tag 7: Vindhyachal oder Prayagraj
- Option A - Vindhyachal: Pilgerort 70 km östlich, per Zug erreichbar. Drei Tempel der Göttin Vindhyavasini. Kaum westliche Touristen, authentische Pilgeratmosphäre.
- Option B - Prayagraj (Allahabad): 120 km westlich, 2 bis 3 Stunden per Zug. Am Triveni Sangam treffen Ganges, Yamuna und der mythische Saraswati zusammen. Bootsfahrt zur Sandbank 100 bis 200 INR. Alle 12 Jahre findet hier die Kumbh Mela statt, das größte religiöse Fest der Welt.
- Abends: Letztes Ganga Aarti, letzter Lassi. Varanasi lässt einen nicht leicht los.
Wo essen: Restaurants und Streetfood in Varanasi
Varanasi ist eine der besten Streetfood-Städte Indiens - und fast vollständig vegetarisch. In der Altstadt gibt es kein Fleisch und keinen Alkohol. Die Vielfalt der vegetarischen Küche ist so groß, dass man eine Woche lang jeden Tag etwas Neues probieren kann.
Streetfood-Hotspots
Kachaudi Gali - die wichtigste Streetfood-Gasse der Stadt. Morgens ab 6 Uhr Kachori Sabzi: frittierte, gefüllte Teigtaschen mit würziger Kartoffel-Sauce. 30 bis 50 INR (unter 1 EUR), macht satt bis zum Mittagessen.
Godowlia Crossing - der Knotenpunkt der Altstadt. Chaat-Stände zu jeder Tageszeit. Abends voll und laut, aber hervorragend.
Kashi Chat Bhandar - seit Jahrzehnten eine Institution. Tamatar Chaat, Palak Chaat und Aloo Tikki ab 40 bis 80 INR.
Deena Chat Bhandar - direkt am Dashashwamedh Ghat, legendär für Chaat. Immer voll, immer gut.
Restaurants
Baati Chokha - traditionelle Küche Ostindiens. Rustikal-authentisches Ambiente. Die Spezialität Litti Chokha - Weizenb ällchen, im Kuhdung gebacken, mit Auberginen-Chutney. Klingt gewöhnungsbedürftig, schmeckt fantastisch. Hauptgerichte 150 bis 300 INR (1,70 bis 3,50 EUR). Liegt in Lanka, per Autorickshaw erreichbar.
Pizzeria Vaatika Café - für die Pause von Curry. Solide Pizza und westliches Frühstück auf einer Dachterrasse mit Flussblick nahe Assi Ghat. Pizza ab 250 bis 400 INR (3 bis 5 EUR). Zuverlässig für empfindliche Mägen.
Cafés
Bread of Life Bakery - von einer NGO betriebenes Café mit gutem Gebäck und Kaffee. Ruhige Atmosphäre, WLAN. Kaffee ab 80 INR, Frühstück 150 bis 250 INR.
Aum Café - vegetarisch und vegan, mit Ganges-Blick. Smoothie-Bowls und Falafel. Hauptgerichte 150 bis 300 INR.
Open Hand Café - Fair-Trade-Café nahe Assi Ghat. Gutes Essen, ruhige Terrasse, handgefertigte Produkte lokaler Kunsthandwerker.
Die Dachterrassen-Restaurants entlang der Ghats bieten Ganges-Blick beim Essen. Qualität schwankt, Aussicht entschädigt. 200 bis 400 INR (2,50 bis 5 EUR) pro Hauptgericht. Fragen Sie im Guesthouse nach aktuellen Empfehlungen.
Must-Try: Gerichte, die man in Varanasi probieren muss
Varanasis Küche ist einzigartig in Indien - eigene Spezialitäten, die man nirgendwo sonst in dieser Qualität findet.
Kachori Sabzi - das Frühstück von Varanasi. Knusprig frittierte Teigtaschen, gefüllt mit gewürzten Linsen, serviert mit Kartoffel-Sauce und süßem Kürbis-Chutney. Jeden Morgen frisch, jeden Morgen eine Schlange. Ab 30 INR.
Banarasi Lassi - der Blue Lassi Shop nahe Manikarnika Ghat serviert seit über 80 Jahren Joghurt-Getränke in Tonbechern (Kulhad). Die Mango-Lassi und die Malai-Lassi (mit dicker Sahne-Schicht) sind legendär. 60 bis 100 INR (unter 1,20 EUR). Suchen Sie den Laden mit den hunderten leeren Kulhads an der Wand.
Tamatar Chaat - ein Snack, den es nur in Varanasi gibt: knusprige Teigstücke in würziger Tomaten-Sauce mit Joghurt, Koriander und Kreuzkümmel. Am besten bei Deena Chat und Kashi Chat Bhandar.
Litti Chokha - Weizenklöße, traditionell über Kuhdung-Feuer gebacken, mit Chutney aus gerösteten Auberginen und Knoblauch. Ein Gericht aus Bihar, in Varanasi perfektioniert. Am besten im Restaurant Baati Chokha.
Malaiyo - nur im Winter (November bis Februar). Luftiger Schaum aus Milch, Safran und Kardamom, über Nacht auf Dachterrassen der Kälte ausgesetzt. Morgens mit Pistazien serviert. Leicht, duftend, absolut einzigartig. Ab 30 INR in der Kachaudi Gali.
Paan - das Betelblatt mit Gewürzen und süßen Pasten. Varanasi ist die Paan-Hauptstadt Indiens. Für Einsteiger: süßer Paan (Meetha Paan) - färbt den Mund rot, schmeckt angenehm. Ab 20 INR.
Rabri - eingekochter Milchdessert mit Safran und Pistazien. Der perfekte Abschluss eines Streetfood-Abends. Ab 40 INR.
Kulhad Chai - Tee aus dem Tonbecher an jeder Ecke, 10 bis 20 INR. Der erdige Geschmack durch den Kulhad ist unverwechselbar. Der Becher wird nach Gebrauch auf den Boden geworfen und zerfällt zu Staub - null Müll.
Hinweise zur Hygiene: Essen Sie dort, wo viel Betrieb ist (hoher Durchsatz = frisches Essen). Vermeiden Sie rohes Gemüse und geschnittenes Obst an Straßenständen. Trinken Sie ausschließlich abgefülltes Wasser. Varanasi ist ein Paradies für Vegetarier - in der Altstadt gibt es kein Fleisch, keinen Fisch, kein Ei.
Geheimtipps der Locals: 11 Dinge, die kein Reiseführer erwähnt
- Fotografieren Sie NIEMALS die Verbrennungsghats. An Manikarnika und Harishchandra Ghat werden rund um die Uhr Leichen verbrannt. Fotografieren ist streng verboten - es gab Fälle, in denen Kameras beschlagnahmt oder ins Wasser geworfen wurden. Beobachten Sie respektvoll aus der Distanz.
- Verhandeln Sie mit Bootführern knallhart. Die erste Preisansage ist 2 bis 5 Mal höher als der faire Preis. Eine Stunde Bootsfahrt: 300 bis 500 INR pro Person, Privatboot 800 bis 1200 INR. Laufen Sie weg, wenn der Preis nicht stimmt - der nächste Bootführer ist drei Schritte weiter.
- Ignorieren Sie Touts konsequent. 'Hello friend, where are you from?' bedeutet: jemand will Ihnen etwas verkaufen. Immer. Kein Blickkontakt, kein Stehenbleiben. Das klingt unhöflich, ist aber überlebensnotwendig.
- Kashi Vishwanath Tempel: Regeln kennen. Strenge Sicherheitskontrollen. Keine elektronischen Geräte, keine Kameras, keine Taschen. Schlange 1 bis 3 Stunden. Nicht-Hindus dürfen eintreten, müssen aber Schultern und Knie bedecken.
- Kleiden Sie sich zurückhaltend. Konservative, tief religiöse Stadt. Lockere, lange Baumwollkleidung ist die beste Wahl. Für Frauen: Ein großer Schal ist vielseitig einsetzbar - Schulterbedeckung, Sonnenschutz, Sitzunterlage.
- Schuhe zum schnellen An- und Ausziehen. Dutzende Male am Tag vor Tempeln, Guesthouses und Geschäften. Schnürschuhe sind ein Albtraum. Sandalen oder Flipflops.
- Sonnenaufgang schlägt Sonnenuntergang. Das Ganga Aarti am Abend ist beeindruckend, aber das wahre Varanasi zeigt sich bei Sonnenaufgang. Das Licht, die Stille, die langsam erwachende Stadt - dieser Moment bleibt.
- Bargeld ist Pflicht. In der Altstadt kaum Kartenzahlung. Geldautomaten nicht immer gefüllt. Am Flughafen genügend abheben: 5000 bis 10000 INR (55 bis 110 EUR) für den Start.
- Rechnen Sie mit Reizüberflutung. Räucherstäbchen, verbranntes Holz und Abwasser gleichzeitig. Hupen, Tempelglocken, Gedränge. Viele Reisende brauchen am ersten Tag eine Pause. Planen Sie Ruhezeiten ein.
- Nur abgefülltes Wasser. Prüfen Sie, ob der Verschluss intakt ist - manche Händler füllen leere Flaschen mit Leitungswasser. Der Ganges: heilig ja, trinkbar nein.
- Sich zu verlaufen ist normal. Die Altstadt ist ein Labyrinth, Google Maps versagt regelmäßig. Bergab führt zu den Ghats, bergauf zur Hauptstraße. Oder fragen Sie einen Ladenbesitzer - die meisten helfen gern.
Transport und Verbindungen: So kommen Sie hin und herum
Anreise per Flugzeug
Der Lal Bahadur Shastri International Airport (VNS) liegt 25 km nordwestlich der Altstadt. Direktflüge aus dem DACH-Raum gibt es nicht - gängige Verbindungen führen über Delhi, Mumbai oder Doha/Dubai. Ab Frankfurt und München fliegen Lufthansa und Air India nach Delhi (ca. 7 Stunden), weiter nach Varanasi (1,5 bis 2 Stunden). Ab Zürich mit Swiss nach Delhi, ab Wien mit Austrian oder über Istanbul mit Turkish Airlines. Gesamtreisezeit: 12 bis 16 Stunden. Rechnen Sie mit 500 bis 900 EUR für Hin- und Rückflug.
Vom Flughafen: Prepaid-Taxi-Schalter in der Ankunftshalle - Festpreis 600 bis 800 INR (7 bis 9 EUR) bis zu den Ghats, 45 bis 60 Minuten. Ola funktioniert am Flughafen und ist oft 10 bis 20 Prozent günstiger. Autorickshaws 400 bis 500 INR, aber mit Gepäck unbequem. Wichtig: Kein Fahrzeug fährt direkt an die Ghats - die letzten 200 bis 500 Meter zu Fuß durch enge Gassen. Ein Rucksack ist besser als ein Rollkoffer.
Anreise per Zug
Varanasi Junction (BSB) ist hervorragend angebunden. Von Delhi mehrere Züge täglich, 12 bis 14 Stunden (Nachtfahrt empfohlen). Sleeper Class ab 400 INR (ca. 5 EUR), AC 3-Tier ab 900 INR (ca. 10 EUR). Buchen über IRCTC-App - Tickets oft Wochen im Voraus ausverkauft. Der zweite Bahnhof Manduadih (MUV) ist näher an den Ghats und weniger chaotisch.
Fortbewegung in der Stadt
Zu Fuß - primär in der Altstadt. Gassen zu eng für Fahrzeuge. Assi Ghat bis Dashashwamedh Ghat: 2 km, 30 bis 40 Minuten.
Autorickshaw - außerhalb der Altstadt. Kurzstrecke 30 bis 50 INR, Altstadt nach Sarnath 200 bis 350 INR. Festpreis vor Fahrtantritt aushandeln.
E-Rickshaw - auf festen Routen, 10 bis 30 INR. Geteilt mit anderen Passagieren.
Ola - zuverlässigste App. Festpreise, GPS-Tracking. Funktioniert nur mit indischer SIM-Karte. Fahrzeug zur nächsten Hauptstraße bestellen.
Praktische digitale Helfer
eSIM empfohlen: Airalo oder Holafly, Indien-Pakete ab 5 bis 10 EUR. Physische SIM am Flughafen möglich, aber Papierkram und bis zu 24 Stunden Wartezeit. Apps: Ola (Taxi), Google Maps (trotz Schwächen besser als nichts), IRCTC (Zugtickets), Google Translate (Hindi - essentiell außerhalb touristischer Gebiete), Zomato (Restaurants).
Fazit: Für wen ist Varanasi?
Varanasi ist kein Ort für jeden. Wer saubere, organisierte Reiseziele sucht, wird hier nicht glücklich. Wer mit kleinen Kindern unterwegs ist, wird kämpfen. Und wer empfindlich auf Gerüche, Lärm und Menschenmassen reagiert, sollte gut überlegen.
Aber: Für Reisende, die bereit sind, sich auf das Unbekannte einzulassen - spirituell Interessierte, Fotografen, Food-Enthusiasten und alle, die Indien jenseits der Postkartenmotive erleben wollen - ist Varanasi einer der faszinierendsten Orte der Welt. Die Stadt verändert etwas in einem, ob man will oder nicht. Drei bis vier Tage sind das Minimum, fünf bis sieben ideal. Kommen Sie mit wenig Gepäck, offenen Augen und der Bereitschaft, sich überraschen zu lassen.