Phu Quoc
Phu Quoc 2026: Was Sie wissen mussen
Phu Quoc ist Vietnams groesste Insel und liegt im Golf von Thailand, naeher an Kambodscha als an Ho-Chi-Minh-Stadt. Ich habe dort mehrere Monate verbracht und kann sagen: Diese Insel hat sich in den letzten Jahren radikal veraendert. Was einmal ein verschlafenes Fischerdorf-Paradies war, ist heute eine seltsame Mischung aus unberuehrten Straenden, gigantischen Resorts und kitschigen Themenparks. Beides existiert nebeneinander, und genau das macht Phu Quoc so interessant.
Die Insel ist etwa 50 Kilometer lang und 25 Kilometer breit. Der Norden ist noch relativ unentwickelt mit dem Phu Quoc Nationalpark, der etwa die Haelfte der Inselflaeche bedeckt. Der Sueden hingegen wurde von Vingroup, Vietnams groesstem Immobilienkonzern, in eine Art vietnamesisches Las Vegas verwandelt. Dazwischen finden Sie alles: einsame Buchten, lebhafte Nachtmaerkte und Fischerdoerfer, die noch so aussehen wie vor 30 Jahren.
Fuer deutschsprachige Reisende ist Phu Quoc besonders attraktiv, weil Vietnam fuer Aufenthalte bis 45 Tage kein Visum verlangt. Sie fliegen von Frankfurt, Muenchen, Zuerich oder Wien mit einem Umstieg in Bangkok, Singapur oder Ho-Chi-Minh-Stadt. Die reine Flugzeit betraegt etwa 12 bis 14 Stunden, je nach Verbindung. Die Preisdifferenz zwischen den Flughaefen ist minimal, aber Fluege ueber Bangkok sind oft die guenstigsten.
Was kostet Phu Quoc? Das haengt stark davon ab, wie Sie reisen. Ein einfaches Zimmer mit Klimaanlage und warmem Wasser bekommen Sie ab 15 bis 20 Euro pro Nacht. Ein ordentliches Mittelklassehotel kostet 40 bis 60 Euro. Die Luxusresorts im Sueden verlangen 150 bis 400 Euro. Essen ist guenstig: Eine Suppe auf dem Phu Quoc Nachtmarkt kostet 2 bis 3 Euro, ein Abendessen in einem guten Restaurant 8 bis 15 Euro pro Person. Ein Roller fuer den Tag kostet 5 bis 7 Euro, ein Taxi vom Flughafen ins Zentrum etwa 10 Euro.
Stadtteile: Wo ubernachten
Phu Quoc hat keine eigentliche Stadt im europaeischen Sinne. Duong Dong ist das Hauptzentrum mit etwa 50.000 Einwohnern, aber selbst das fuehlt sich eher wie eine groessere Marktgemeinde an. Die Unterkunftswahl haengt davon ab, was Sie suchen: Party und Infrastruktur, Ruhe und Natur, oder Luxus und Entertainment.
Long Beach und Duong Dong: Das touristische Zentrum
Der Long Beach (Bai Truong) erstreckt sich ueber etwa 20 Kilometer an der Westkueste. Der noerdliche Abschnitt, direkt suedlich von Duong Dong, ist am besten erschlossen. Hier finden Sie die hoechste Dichte an Restaurants, Bars und Geschaeften. Die Sonnenuntergaenge sind spektakulaer, weil die Westkueste direkt auf das offene Meer blickt.
Fuer Erstbesucher empfehle ich diese Gegend. Sie sind in 10 Minuten zu Fuss am Nachtmarkt, haben Zugang zu gutem Essen und koennen abends ausgehen. Die Nachteile: Der Strand ist an manchen Stellen mit Algen belastet, besonders in der Regenzeit. Ausserdem ist die Atmosphaere nicht mehr so authentisch wie frueher. Erwarten Sie Jetski-Vermieter, die Sie ansprechen, und Restaurants mit englischen Speisekarten.
Hotels in dieser Gegend: Budget-Optionen ab 15 Euro finden Sie in den Seitenstrassen, etwa 500 Meter vom Strand entfernt. Direkt am Strand zahlen Sie mindestens 40 Euro fuer ein ordentliches Zimmer. Ich empfehle, etwas zurueckgesetzt zu wohnen. Der Preisunterschied ist erheblich, und Sie sind trotzdem in 5 Minuten am Wasser.
Ong Lang Beach: Die bessere Alternative
Der Ong Lang Beach liegt etwa 8 Kilometer noerdlich von Duong Dong und ist meine Empfehlung fuer Reisende, die Ruhe suchen, aber nicht voellig abgeschieden sein wollen. Der Strand ist sauberer als der zentrale Long Beach, weniger ueberlaufen und hat einen authentischeren Charakter.
Die Infrastruktur ist schmaeler, aber vorhanden. Es gibt mehrere gute Restaurants direkt am Strand, kleine Cafes und genug Minimaerkte fuer den taeglichen Bedarf. Zum Nachtmarkt fahren Sie mit dem Roller etwa 15 Minuten, mit dem Taxi etwa 5 Euro. Die Hotels hier sind oft Boutique-Resorts mit 20 bis 40 Zimmern, was eine persoenlichere Atmosphaere schafft.
Die Preise sind aehnlich wie am Long Beach, manchmal sogar guenstiger fuer vergleichbare Qualitaet. Ein gutes Mittelklassehotel mit Pool direkt am Strand kostet 50 bis 80 Euro. Der Nachteil: Sie brauchen einen Roller oder Taxi, um mobil zu sein. Ohne eigenes Fahrzeug sind Sie auf das Hotel angewiesen.
Der Sueden: Vingroup-Territorium
Der Sueden der Insel gehoert praktisch dem Vingroup-Konzern. Hier finden Sie VinWonders Phu Quoc, den Themenpark, Vinpearl Safari Phu Quoc, die Hon Thom Seilbahn und die kuenstlichen Stadtviertel Grand World Phu Quoc und Sunset Town.
Wenn Sie mit Kindern reisen oder Luxusresorts mit allem Drum und Dran suchen, ist der Sueden interessant. Die Hotels hier sind durchweg gehoben, ab 100 Euro aufwaerts. Die Straende wie Khem Beach sind wunderschoen, gehoeren aber oft zu den Resorts und sind nicht oeffentlich zugaenglich.
Meine ehrliche Meinung: Der Sueden fuehlt sich nicht wie Vietnam an. Es ist eine Art thailaendisch-chinesisches Disneyland mit italienischen Fassaden und venezianischen Kanaelen. Wenn Sie das authentische Vietnam suchen, werden Sie hier nicht fuendig. Wenn Sie aber einen Familienurlaub mit Entertainment planen, ist das Angebot beeindruckend.
Der Norden: Fuer Abenteurer
Noerdlich von Ong Lang wird es schnell ländlich. Das Ham Ninh Fischerdorf an der Ostkueste und der Starfish Beach im Nordwesten sind Tagesausflugsziele, keine Uebernachtungsoptionen. Der Phu Quoc Nationalpark bietet Wandermoeglichkeiten, aber keine touristische Infrastruktur.
Es gibt vereinzelte Eco-Lodges und Homestays im Norden, aber ich empfehle das nur erfahrenen Reisenden. Die Strassen sind teilweise unbefestigt, die Handyverbindung lueckenhaft und medizinische Versorgung weit entfernt. Fuer einen Tagesausflug ist der Norden wunderbar, zum Uebernachten eher ungeeignet.
Beste Reisezeit
Phu Quoc hat ein tropisches Monsunklima mit zwei deutlich unterschiedlichen Jahreszeiten. Die Trockenzeit von November bis April ist die klassische Reisezeit, die Regenzeit von Mai bis Oktober die guenstigere Alternative mit einigen Einschraenkungen.
Trockenzeit: November bis April
Dies ist die Hauptsaison. Der Himmel ist meist klar, die See ruhig und das Wasser kristallklar. Die Temperaturen liegen konstant bei 28 bis 32 Grad. Dezember und Januar sind die angenehmsten Monate, mit etwas niedrigerer Luftfeuchtigkeit und kuehlen Abendbrisen.
Der Nachteil: Die Preise sind hoeher, die Straende voller und beliebte Restaurants ausgebucht. Weihnachten und Neujahr sind Spitzenzeiten mit Premium-Aufschlaegen von 30 bis 50 Prozent auf Unterkuenfte. Wenn Sie in dieser Zeit reisen, buchen Sie mindestens sechs Wochen im Voraus.
Februar und Maerz sind ideal: Gutes Wetter, aber weniger Touristen als in der Weihnachtssaison. April wird bereits heisser und schwueler, die Uebergangsphase zur Regenzeit beginnt.
Regenzeit: Mai bis Oktober
Viele Reisende meiden diese Zeit, aber ich habe einige meiner besten Phu Quoc-Erlebnisse in der Regenzeit gehabt. Der Regen faellt selten den ganzen Tag. Typisch sind heftige, aber kurze Schauer am Nachmittag oder Abend, gefolgt von klarem Himmel.
Die Vorteile: Hotels kosten 30 bis 50 Prozent weniger. Straende sind fast menschenleer. Die Landschaft ist gruener und ueppiger. Die Sonnenuntergaenge sind oft dramatischer mit Gewitterwolken am Horizont.
Die Nachteile: Die See kann rau sein, Schnorchelausfluege werden manchmal abgesagt. Der Starfish Beach ist bei Regen weniger beeindruckend. Einige der unbefestigten Strassen im Norden werden schwer befahrbar. September und Oktober sind die feuchtesten Monate, dann kann es tatsaechlich mehrere Tage am Stueck regnen.
Meine Empfehlung
Fuer den ersten Besuch: November bis Februar. Sie haben garantiert gutes Wetter und koennen alle Aktivitaeten uneingeschraenkt geniessen. Fuer Budget-Reisende oder Wiederholungsbesucher: Mai bis Juni oder September. Die Preise sind niedrig, die Schauer berechenbar und Sie erleben die Insel ohne Menschenmassen.
Reiseroute: 3 bis 7 Tage
Die optimale Aufenthaltsdauer auf Phu Quoc liegt bei 5 bis 7 Tagen. Weniger ist moeglich, aber gehetzt. Laenger lohnt sich nur, wenn Sie wirklich abschalten und jeden Tag am Strand verbringen wollen.
Tag 1: Ankommen und Orientieren
Nach der Ankunft am Flughafen nehmen Sie ein Taxi oder Grab zu Ihrem Hotel. Der Transfer dauert je nach Lage 15 bis 40 Minuten. Checken Sie ein, ruhen Sie sich aus und erkunden Sie am spaeten Nachmittag Ihre unmittelbare Umgebung.
Abends besuchen Sie den Phu Quoc Nachtmarkt in Duong Dong. Der Markt oeffnet gegen 17 Uhr und ist bis etwa 22 Uhr aktiv. Die ersten Staende verkaufen Souvenirs und Kleidung, aber gehen Sie weiter zum hinteren Bereich mit den Essenstaenden. Hier waehlen Sie frischen Fisch, Krebse oder Garnelen aus und lassen sie direkt vor Ihren Augen grillen. Ein Abendessen mit Fisch, Beilagen und Getraenk kostet 8 bis 15 Euro.
Tag 2: Strände der Westkueste
Mieten Sie einen Roller fuer den Tag (5 bis 7 Euro) und erkunden Sie die Westkueste. Starten Sie am Ong Lang Beach fuer ein entspanntes Fruehstueck in einem der Strandcafes. Fahren Sie dann suedlich zum Long Beach und waehlen Sie einen Abschnitt, der Ihnen gefaellt.
Am Nachmittag besuchen Sie den Dinh Cau Tempel, der auf einem Felsen am Hafen von Duong Dong thront. Zum Sonnenuntergang kehren Sie an den Strand zurueck. Der Long Beach ist beruehmt fuer seine Sonnenuntergaenge, die gegen 18 Uhr (ganzjaehrig relativ konstant) stattfinden.
Tag 3: Der Sueden und Hon Thom
Fahren Sie frueh in den Sueden der Insel. Die Hon Thom Seilbahn ist die laengste Ueberwasser-Seilbahn der Welt mit fast 8 Kilometern Laenge. Die Fahrt dauert etwa 15 Minuten und bietet spektakulaere Ausblicke auf die An Thoi Inseln. Ein Hin- und Rueckfahrtticket kostet etwa 15 Euro.
Auf Hon Thom Insel koennen Sie an einem der schoenen Straende entspannen oder den angeschlossenen Aquatopia Wasserpark besuchen. Zurueck auf der Hauptinsel, fahren Sie zum Sao Strand, oft als schoenster Strand der Insel bezeichnet. Das Wasser ist tatsaechlich unglaublich klar und der Sand pudrig weiss. Der Strand ist allerdings mittlerweile sehr touristisch, mit Liegen (3 bis 5 Euro), Restaurants und Wassersport-Anbietern.
Tag 4: Der Norden und Nationalpark
Der Norden ist das Kontrastprogramm zum touristischen Sueden. Fahren Sie zum Starfish Beach, wo Sie bei Ebbe tatsaechlich Seesterne im flachen Wasser sehen koennen. Wichtig: Die Seesterne bitte nicht anfassen oder aus dem Wasser nehmen, sie sterben dann. Der beste Zeitpunkt ist der Vormittag bei Ebbe.
Von dort fahren Sie in den Phu Quoc Nationalpark. Es gibt mehrere markierte Wanderwege, die zwischen einer und drei Stunden dauern. Der Ganh Dau Trail fuehrt durch dichten Dschungel zu einem Aussichtspunkt. Bringen Sie genuegend Wasser mit und tragen Sie feste Schuhe.
Auf dem Rueckweg stoppen Sie am Suoi Tranh Wasserfall. In der Trockenzeit ist er eher ein Rinnsal, aber nach Regenfaellen durchaus beeindruckend. Der Eintritt kostet etwa 1 Euro.
Tag 5: Kultur und Geschichte
Beginnen Sie den Tag mit einem Besuch des Kokosnussbaum-Gefaengnis, einer Gedenkstaette des Vietnamkriegs. Hier wurden politische Gefangene unter brutalen Bedingungen festgehalten. Die Ausstellung ist eindringlich und gibt Einblicke in die juengere Geschichte Vietnams. Der Eintritt ist frei.
Danach besuchen Sie das Coi Nguon Museum, ein privates Museum, das die Geschichte und Kultur Phu Quocs zeigt. Die Sammlung umfasst alte Fotografien, Fischergeraete und Artefakte der frueheren Bewohner. Der Eintritt kostet etwa 1 Euro.
Am Nachmittag besuchen Sie die Ho Quoc Pagode an der Ostkueste. Diese relativ neue Tempelanlage liegt dramatisch an einer Klippe mit Blick auf das Meer. Der Aufstieg ueber die vielen Stufen lohnt sich fuer die Aussicht. Die beste Zeit ist der spaete Nachmittag, wenn das Licht weich wird.
Tag 6: Entspannung oder Themenparks
Heute haben Sie die Wahl: Entspannen Sie am Strand, oder besuchen Sie die Attraktionen im Sueden. VinWonders Phu Quoc ist ein grosser Themenpark mit Achterbahnen, Shows und einem Aquarium. Der Eintritt kostet etwa 35 Euro und Sie brauchen einen ganzen Tag. Vinpearl Safari Phu Quoc ist Vietnams groesster Safaripark mit afrikanischen und asiatischen Tieren. Auch hier etwa 25 Euro Eintritt.
Alternativ erkunden Sie Grand World Phu Quoc und Sunset Town. Diese kuenstlichen Stadtviertel sind kostenlos zugaenglich und interessant fuer Architektur-Enthusiasten oder Instagram-Fotografen. Erwarten Sie italienische Palazzi, venezianische Kanaele und eine seltsame Mischung aus Kitsch und Groesse.
Tag 7: Letzte Erkundungen
Besuchen Sie Orte, die Sie verpasst haben, oder kehren Sie zu Ihren Favoriten zurueck. Das Ham Ninh Fischerdorf an der Ostkueste ist bekannt fuer frische Krustentiere. Die Restaurants auf Stelzen ueber dem Wasser servieren Krabben, die Sie selbst auswaehlen koennen. Ein Essen fuer zwei Personen kostet etwa 15 bis 25 Euro.
Die Su Muon Pagode und der Cao Dai Tempel Phu Quoc sind weitere kulturelle Sehenswuerdigkeiten, die Sie besuchen koennen, wenn die Zeit reicht.
Wo essen: Restaurants
Phu Quoc ist bekannt fuer seine Fischsauce (nuoc mam), die hier seit Generationen hergestellt wird. Aber die kulinarische Szene geht weit darueber hinaus. Von einfachen Strassenstaenden bis zu gehobenen Beach-Restaurants finden Sie alles.
Strassenessen und lokale Restaurants
Der Phu Quoc Nachtmarkt ist der offensichtliche Startpunkt. Die Auswahl an frischen Meeresfruechten ist beeindruckend: Langusten, Krabben, Muscheln, Fische aller Art. Sie zeigen auf das, was Sie moechten, und es wird vor Ihren Augen zubereitet. Mein Tipp: Gehen Sie zu den Staenden, an denen Vietnamesen essen. Die Preise dort sind oft niedriger und die Qualitaet besser.
Ausserhalb des Nachtmarkts finden Sie in Duong Dong zahlreiche lokale Pho-Restaurants und Com-Stuben (Reis mit verschiedenen Beilagen). Ein typisches Mittagessen kostet hier 2 bis 4 Euro. Schauen Sie nach Restaurants, die keine englische Speisekarte haben. Das klingt kontraproduktiv, aber dort essen die Einheimischen und die Preise sind fair.
Mittelklasse-Restaurants
Am Long Beach und Ong Lang Beach gibt es zahlreiche Restaurants, die sich auf westliche Touristen eingestellt haben. Die Qualitaet ist meist gut, die Preise moderat (10 bis 20 Euro fuer ein Abendessen mit Getraenken). Viele bieten eine Mischung aus vietnamesischer und internationaler Kueche.
Meine Favoriten: Restaurants, die sich auf eine Sache spezialisieren, statt alles anzubieten. Ein Restaurant, das nur Meeresfruechtegerichte serviert, ist meist besser als eines mit einer 50-seitigen Speisekarte von Pizza bis Pho.
Gehobenes Essen
Die Luxusresorts im Sueden haben eigene Restaurants, die auch fuer externe Gaeste zugaenglich sind. Hier zahlen Sie westliche Preise (30 bis 60 Euro pro Person), bekommen aber entsprechende Qualitaet und Service. Reservierungen sind empfehlenswert, besonders in der Hochsaison.
Fruehstueck
Viele Hotels bieten Fruehstueck inklusive. Falls nicht, finden Sie ueberall Banh Mi-Staende (vietnamesisches Baguette-Sandwich) fuer etwa 1 Euro. Fuer westliches Fruehstueck gibt es mehrere Cafes am Long Beach mit Pancakes, Eiern und gutem Kaffee fuer 4 bis 7 Euro.
Was probieren: Kueche
Phu Quoc hat einige kulinarische Spezialitaeten, die Sie anderswo in Vietnam nicht oder nicht in dieser Qualitaet finden.
Nuoc Mam (Fischsauce)
Die Fischsauce aus Phu Quoc gilt als die beste Vietnams. Sie wird aus Anchovis hergestellt, die in grossen Holzfaessern ueber Monate fermentieren. Der Geschmack ist intensiv, salzig und voller Umami. Besuchen Sie eine der Fischsauce-Fabriken, um den Herstellungsprozess zu sehen. Eine Flasche als Souvenir kostet 2 bis 5 Euro und ist ein authentisches Mitbringsel.
Goi Ca Trich (Heringssalat)
Ein lokales Gericht aus rohem Hering, der mit Zwiebeln, Kraeutern und einer sauren Sauce serviert wird. Der Fisch wird in duenne Scheiben geschnitten und in Reispapier mit frischen Kraeutern gewickelt. Es klingt gewoehnungsbeduerftig, ist aber koestlich und erfrischend.
Banh Canh Ghe (Krabbennudelsuppe)
Dicke Reismehlnudeln in einer reichhaltigen Bruehe mit Krabbenbeinen. Die Bruehe wird stundenlang aus Krabbenschalen gekocht und hat eine intensive Tiefe. Finden Sie ein lokales Restaurant, das sich darauf spezialisiert. Eine Portion kostet 3 bis 5 Euro.
Seeigelgerichte
In der Saison (Maerz bis September) werden Seeigel frisch aus dem Meer geholt. Sie werden roh mit etwas Limette und Chili serviert, oder in einer Art Omelette gebraten. Ein Gericht kostet etwa 8 bis 12 Euro und ist eine Delikatesse, die Sie probieren sollten.
Phu Quoc Pfeffer
Die Insel ist beruehmt fuer ihren Pfeffer. Besuchen Sie eine der Pfefferplantagen, um zu sehen, wie er angebaut und verarbeitet wird. Der gruene, rote und schwarze Pfeffer von Phu Quoc hat ein komplexeres Aroma als die Industrieware im Supermarkt. Ein Kilogramm kostet etwa 15 bis 25 Euro.
Frische Kokosnuss
An jedem Strand finden Sie Verkaeufer, die frische Kokosnuesse anbieten. Das Wasser ist unglaublich erfrischend bei der Hitze. Eine Kokosnuss kostet etwa 1 Euro. Nach dem Trinken kann der Verkaeufer die Nuss aufschlagen, sodass Sie das Fruchtfleisch essen koennen.
Lokale Geheimnisse: Tipps
Nach mehreren Monaten auf Phu Quoc habe ich einiges gelernt, das in den meisten Reisefuehrern nicht steht.
Die beste Zeit fuer Straende
Die meisten Touristen kommen zwischen 10 und 15 Uhr an die Straende. Wenn Sie frueh aufstehen (7 bis 9 Uhr), haben Sie den Strand oft fast fuer sich allein. Noch besser: Der spaete Nachmittag ab 16 Uhr, wenn die Hitze nachlaesst und das Licht weich wird. Viele Tagesausflugsgruppen fahren dann zurueck zu ihren Hotels.
Verhandeln, aber richtig
Auf Maerkten und bei Souvenirs wird verhandelt. Mein Ansatz: Fragen Sie den Preis, bieten Sie 50 Prozent, treffen Sie sich in der Mitte. Aber uebertreiben Sie es nicht. Es geht oft um 50 Cent oder einen Euro. Der Unterschied ist fuer Sie marginal, fuer den Verkaeufer aber relevant. Verhandeln Sie fair, nicht aggressiv.
Geldautomaten und Bargeld
Es gibt genuegend Geldautomaten in Duong Dong. Die meisten akzeptieren Visa und Mastercard. Maximale Abhebung pro Transaktion liegt oft bei 2 bis 3 Millionen Dong (etwa 75 bis 110 Euro). Die Gebuehren betragen 1 bis 2 Euro pro Abhebung. Einige Restaurants und Hotels akzeptieren Kreditkarten, aber fuer Strassenessen, Maerkte und kleine Geschaefte brauchen Sie Bargeld.
Roller fahren
Ein Roller ist das beste Transportmittel auf Phu Quoc. Die Strassen sind in gutem Zustand (ausser im Norden), der Verkehr ist ueberschaubar und Sie sind flexibel. Aber: Fahren Sie vorsichtig. Tragen Sie immer einen Helm. Die Polizei kontrolliert gelegentlich und verlangt einen internationalen Fuehrerschein. Ohne muessen Sie mit einer Strafe von 5 bis 10 Euro rechnen.
Sonnenuntergang-Spots
Der Dinh Cau Tempel ist der klassische Spot fuer Sonnenuntergaenge, aber entsprechend voll. Meine Alternativen: Die Felsen am noerdlichen Ende des Long Beach, oder die Strandbar Ihres Hotels am Ong Lang Beach. Weniger Menschen, gleich schoener Himmel.
Sim-Karte
Eine lokale Sim-Karte bekommen Sie direkt am Flughafen fuer etwa 5 bis 8 Euro mit genuegend Datenvolumen fuer zwei Wochen. Die Abdeckung ist ueberall gut, ausser im tiefen Dschungel des Nationalparks. Viettel und Mobifone sind die zuverlaessigsten Anbieter.
Regenzeit-Tipp
Wenn Sie in der Regenzeit reisen, planen Sie Outdoor-Aktivitaeten fuer den Vormittag. Die Schauer kommen meist am spaeten Nachmittag oder Abend. Nach dem Regen ist die Luft klar und kuehler, perfekt fuer ein Abendessen im Freien.
Transport und Verbindung
Anreise nach Phu Quoc
Der Phu Quoc International Airport (PQC) liegt im Sueden der Insel, etwa 10 Kilometer von Duong Dong entfernt. Es gibt keine Direktfluege aus dem deutschsprachigen Raum. Die besten Verbindungen fuehren ueber:
- Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon): Zahlreiche taegliche Fluege, Flugzeit etwa 1 Stunde. Vietnam Airlines, VietJet und Bamboo Airways bieten Verbindungen an. Preise ab 30 Euro pro Strecke.
- Hanoi: Mehrere taegliche Fluege, Flugzeit etwa 2 Stunden. Preise ab 40 Euro.
- Bangkok: Einige Direktfluege, Flugzeit etwa 1,5 Stunden. Diese Option kann guenstiger sein als der Umweg ueber Saigon.
- Singapur: Vereinzelte Direktfluege, praktisch fuer Reisende mit Singapore Airlines.
Von Frankfurt, Muenchen, Zuerich oder Wien fliegen Sie zunaechst nach Saigon oder Bangkok (etwa 10 bis 12 Stunden), dann weiter nach Phu Quoc. Gesamtreisezeit je nach Umsteigezeit: 14 bis 20 Stunden.
Vom Flughafen zum Hotel
Taxis stehen vor dem Terminal. Der Preis nach Duong Dong betraegt etwa 10 bis 12 Euro (vorher vereinbaren oder auf Taxameter bestehen). Grab, die suedostasiatische Uber-Alternative, funktioniert auch und ist oft guenstiger. Einige Hotels bieten kostenlose Abholung an, fragen Sie bei der Buchung.
Auf der Insel
Roller: Das bevorzugte Transportmittel. Miete ab 5 Euro pro Tag, 25 bis 30 Euro pro Woche. Verfuegbar an jedem Hotel und zahlreichen Verleihstationen. Benzin kostet etwa 1 Euro pro Liter, ein voller Tank reicht fuer 100 bis 150 Kilometer.
Grab/Taxi: Verfuegbar in den touristischen Gebieten. Eine Fahrt von Duong Dong zum Sao Beach kostet etwa 10 bis 12 Euro. Fuer laengere Tagesausfluege koennen Sie ein Taxi fuer den ganzen Tag mieten (40 bis 60 Euro inklusive Fahrer).
Leihwagen: Moeglich, aber nicht empfehlenswert. Die Strassen sind fuer Roller ausgelegt, parkplaetze rar und ein eigener Fahrer ist guenstiger als ein Mietwagen.
Organisierte Touren: Halbtages- und Tagestouren zu den Hauptattraktionen werden von jedem Hotel und zahlreichen Agenturen angeboten. Preise ab 15 Euro pro Person. Praktisch, wenn Sie nicht selbst fahren wollen, aber weniger flexibel.
Internet und Kommunikation
WLAN ist in praktisch jedem Hotel, Restaurant und Cafe kostenlos verfuegbar. Die Geschwindigkeiten variieren, aber fuer normale Nutzung (E-Mails, Social Media, Videotelefonie) reicht es fast ueberall. Mobile Daten sind schnell und zuverlaessig, 4G-Abdeckung ist auf der gesamten Insel gut.
Weiterreise von Phu Quoc
Neben Fluegen gibt es Faehrverbindungen zum Festland nach Ha Tien und Rach Gia. Die Ueberfahrt dauert 1,5 bis 2,5 Stunden, Tickets kosten 8 bis 15 Euro. Von dort koennen Sie ins Mekong-Delta reisen oder nach Kambodscha weiterfahren. Diese Option ist interessant fuer Reisende, die mehr von Vietnam sehen wollen.
Fazit
Phu Quoc ist eine Insel der Kontraste. Sie finden unberuehrte Straende neben gigantischen Resorts, authentische Fischerdoerfer neben kuenstlichen Themenstadtvierteln. Diese Mischung ist gleichzeitig Staerke und Schwaeche der Insel.
Wenn Sie tropische Straende, gutes Essen und vietnamesische Gastfreundschaft suchen, werden Sie Phu Quoc lieben. Wenn Sie erwarten, das unverdorbene Paradies aus den Reisemagazinen der neunziger Jahre zu finden, werden Sie teilweise enttaeuscht sein. Die Insel hat sich veraendert und wird sich weiter veraendern.
Mein Rat: Kommen Sie ohne zu hohe Erwartungen, bleiben Sie flexibel und entdecken Sie die Ecken, die noch nicht vom Massentourismus erreicht wurden. Der Norden der Insel, die lokalen Restaurants abseits der Touristenpfade, die fruehen Morgenstunden am Strand. Dort finden Sie das Phu Quoc, das mich immer wieder zurueckzieht.
Planen Sie mindestens fuenf Tage ein, mieten Sie einen Roller und lassen Sie sich treiben. Die Insel ist klein genug, um sie vollstaendig zu erkunden, aber gross genug, um immer wieder Neues zu entdecken. Und vergessen Sie nicht die Fischsauce als Mitbringsel.
