Panama-Stadt
Panama-Stadt 2026: Was man wissen muss
Panama-Stadt ist eine der unterschaetztesten Metropolen Lateinamerikas -- und gleichzeitig eine der ueberraschendsten. Wer hierher kommt, erwartet vielleicht den Kanal und ein paar Wolkenkratzer. Was man bekommt, ist eine Stadt, die kulinarisch mit Lima mithalten kann, architektonisch zwischen kolonialem Verfall und Glasfassaden pendelt und wo man fuer 35 Cent mit der Metro fahren kann.
Die Stadt liegt an der Pazifikkueste, eingebettet zwischen tropischem Regenwald und dem Panamakanal. Mit knapp zwei Millionen Einwohnern im Grossraum ist sie das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Fuer deutschsprachige Reisende besonders relevant: Panama verwendet den US-Dollar als offizielle Waehrung -- kein Geldwechsel noetig, keine Kursrisiken. Direktfluege ab Frankfurt bietet Condor saisonal an, ansonsten fliegt man ueber Madrid, Amsterdam oder Miami. Die Flugzeit liegt bei 12 bis 14 Stunden je nach Verbindung.
Panama-Stadt eignet sich hervorragend als Drehkreuz fuer ganz Mittelamerika und Kolumbien. Die Stadt selbst verdient aber mehr als nur einen Zwischenstopp -- mindestens drei volle Tage sollte man einplanen, um Altstadt, Kanal und die kulinarische Szene kennenzulernen. Wer fuenf bis sieben Tage hat, kann Tagesausfluege zu karibischen Inseln, Bergdoerfern und Kolonialfestungen unternehmen.
Stadtviertel: Wo uebernachten
Panama-Stadt ist eine Stadt der Kontraste, und das gilt besonders fuer die Viertel. Je nachdem, was man sucht -- Geschichte, Nachtleben, Ruhe oder ein guenstiges Budget -- gibt es sehr unterschiedliche Optionen. Hier die wichtigsten Viertel im Ueberblick.
Casco Viejo -- das historische Herz ($$$)
Die Altstadt und UNESCO-Welterbe. Koloniale Architektur, Boutique-Hotels in restaurierten Haeusern, Rooftop-Bars mit Blick auf die Skyline. Hier spielt sich das touristische Leben ab: Restaurants, Galerien, Strassenkunst. Abends wird es lebendig, tagsüber kann man stundenlang durch die Gassen schlendern. Nachteil: Die Preise sind fuer panamaische Verhaeltnisse gehoben. Ein Doppelzimmer im Boutique-Hotel kostet $80-180 pro Nacht. Dafuer ist man mittendrin und braucht fuer die wichtigsten Sehenswuerdigkeiten kein Taxi.
Bella Vista -- urban und zentral ($$$)
Das Viertel suedlich der Via Espana ist modern, gut angebunden und voller Restaurants. Hier reihen sich internationale Ketten neben lokale Perlen. Die Cinta Costera -- die Uferpromenade -- ist ideal zum Joggen oder fuer einen Abendspaziergang mit Skyline-Panorama. Hotels und Apartments liegen im Bereich $70-150. Bella Vista ist eine gute Wahl fuer alle, die zentral wohnen wollen, ohne im touristischen Epizentrum zu sein.
El Cangrejo -- das Studentenviertel ($$)
Frueher das Ausgehviertel der Stadt, heute etwas ruhiger, aber immer noch lebendig. Viele internationale Restaurants, besonders asiatisch und arabisch. Die Universitaet sorgt fuer ein junges Publikum. Hotels und Hostels ab $30-80. Gute Metro-Anbindung. El Cangrejo ist die richtige Adresse fuer Reisende, die Lokalkolorit suchen und nicht nur unter Touristen sein wollen.
San Francisco -- ruhig und gehoben ($$)
Ein Wohnviertel, das in den letzten Jahren gastronomisch aufgeblueht ist. Hier liegen einige der besten Restaurants der Stadt, darunter das legendaere Maito. Ruhige Strassen, Parks, Cafes. Wenig Tourismus, viel Lebensqualitaet. Apartments ueber Airbnb ab $50-100. Perfekt fuer laengere Aufenthalte und Digital Nomads, die Ruhe zum Arbeiten brauchen.
Punta Pacifica -- Luxus und Skyline ($$$$)
Die Halbinsel mit den hoechsten Wolkenkratzern der Stadt, darunter das Trump Ocean Club (heute JW Marriott). Hier wohnt man in Luxusapartments und 5-Sterne-Hotels ab $150-350 pro Nacht. Einkaufszentren, Spas, Ocean Views. Wer es sich leisten kann und will, bekommt hier internationalen Standard. Fuer das authentische Panama-Erlebnis ist man hier allerdings am falschen Ort.
Albrook -- guenstig und praktisch ($)
Am Rande des Zentrums, direkt am grossen Busbahnhof und der Albrook Mall -- dem groessten Einkaufszentrum Mittelamerikas. Von hier fahren Busse in alle Landesteile ab. Einfache Hotels und Hostels ab $15-40. Kein Charme, aber praktisch fuer Reisende mit kleinem Budget oder als Basis fuer Weiterreisen. Die Metro verbindet Albrook direkt mit der Innenstadt.
Empfehlung: Fuer den ersten Besuch ist Casco Viejo die atmosphaerischste Wahl. Wer laenger bleibt oder oefter kommt, sollte San Francisco oder El Cangrejo ausprobieren. Budget-Reisende sind in Albrook oder El Cangrejo gut aufgehoben.
Beste Reisezeit
Panama-Stadt liegt nahe am Aequator, und das merkt man. Die Temperaturen schwanken kaum -- zwischen 25 und 33 Grad das ganze Jahr ueber. Was sich aendert, ist der Regen. Und der macht einen enormen Unterschied.
Trockenzeit: Dezember bis April
Die beste Reisezeit fuer die meisten Besucher. Blauer Himmel, wenig Regen, angenehme Abende. Die Luftfeuchtigkeit ist immer noch hoch (willkommen in den Tropen), aber es regnet selten und wenn, dann kurz. Besonders Januar bis Maerz sind ideal. Die Temperaturen liegen tagsüber bei 30-33 Grad, nachts bei 24-26 Grad. Das ist auch die touristische Hochsaison -- Hotels in Casco Viejo sollte man frueh buchen.
Regenzeit: Mai bis November
Klingt schlimmer, als es ist. Es regnet nicht den ganzen Tag. Typisch ist ein sonniger Vormittag, dann gegen 14-16 Uhr ein heftiger tropischer Guss fuer ein bis zwei Stunden, danach klart es wieder auf. Man kann die Regenzeit gut nutzen, wenn man seinen Tag entsprechend plant -- Museen und Indoor-Aktivitaeten auf den Nachmittag legen, Stadterkundungen auf den Morgen. Vorteil: deutlich weniger Touristen, guenstigere Preise, die Stadt wirkt authentischer. Oktober und November sind die regenreichsten Monate.
Karneval: Februar
Panamas Karneval (vier Tage vor Aschermittwoch) ist ein Grossereignis. Strassenparaden, Live-Musik, Wasserattacken (ja, man wird nass). Die groessten Feiern finden in Las Tablas auf der Azuero-Halbinsel statt, aber auch in Panama-Stadt wird gefeiert. Wer Party sucht, sollte genau dann kommen. Wer Ruhe sucht, sollte diese Tage meiden -- alles ist ausgebucht und teurer.
Tipp fuer DACH-Reisende: Die beste Kombination aus gutem Wetter und ertraeglichen Preisen bietet der Januar. Wer den europaeischen Winter flieht und mindestens zwei Wochen Urlaub hat, kann Panama-Stadt ideal mit Bocas del Toro oder San Blas kombinieren.
Reiseroute: 3, 5 oder 7 Tage
Panama-Stadt laesst sich je nach verfuegbarer Zeit sehr unterschiedlich erleben. Hier ein konkreter Vorschlag, der die Highlights abdeckt und sich flexibel erweitern laesst.
Tag 1: Casco Viejo und Fischmarkt
Morgens frueh starten und zu Fuss durch Casco Viejo schlendern. Die Plaza de la Independencia, die Kirchen San Jose und Santo Domingo (mit dem beruehmt-beruehmten Flachbogen), die bunten Gassen. Gegen 11 Uhr zum Mercado de Mariscos -- dem Fischmarkt am Hafen. Im Erdgeschoss gibt es das beste Ceviche der Stadt fuer $2-4 die Portion. Frischer geht nicht. Nachmittags durch die Gassen weiter, vielleicht ein Kaffee in einem der Rooftop-Cafes. Zum Sonnenuntergang an die Cinta Costera oder auf eine der Dachterrassen in Casco Viejo -- der Blick auf die moderne Skyline, die sich im Pazifik spiegelt, ist einer der schoensten Stadtblicke Lateinamerikas. Abendessen in einem der Restaurants in Casco Viejo.
Tag 2: Panamakanal und Cerro Ancon
Morgens zu den Miraflores-Schleusen. Ankunft vor 9 Uhr empfohlen, dann sieht man die grossen Containerschiffe durchfahren. Das Museum dort erklaert die Geschichte und Technik des Kanals ausfuehrlich -- man sollte zwei bis drei Stunden einplanen. Danach zum Cerro Ancon, dem Hausberg der Stadt. Der Aufstieg dauert 20-30 Minuten und belohnt mit einem 360-Grad-Panorama ueber die Stadt, den Kanal und den Regenwald. Nachmittags den Amador Causeway entlangfahren -- ein Damm, der drei Inseln im Pazifik verbindet. Hier kann man Fahrraeder leihen, in Restaurants am Wasser essen und den Blick auf die Skyline geniessen.
Tag 3: Panama Viejo und Parque Natural Metropolitano
Morgens zu den Ruinen von Panama Viejo -- der urspruenglichen Stadtgruendung von 1519, die 1671 von Piraten zerstoert wurde. UNESCO-Welterbe mit Museum. Der Turm der Kathedrale bietet einen guten Ueberblick. Nachmittags in den Parque Natural Metropolitano -- einer der wenigen tropischen Regenwaelder innerhalb einer Grossstadt. Wanderwege fuehren durch den Wald, man kann Faultiere, Tukane und Leguane sehen. Der Aussichtspunkt oben bietet einen weiteren Blick ueber die Stadt. Abends ein gehobeneres Dinner in San Francisco.
Wer drei Tage hat, ist damit bestens bedient.
Tag 4: San Blas Inseln (Tagesausflug)
Einer der Hoehepunkte Panamas. Die San Blas Inseln (Guna Yala) sind ein Archipel von ueber 300 Inseln, bewohnt vom indigenen Volk der Guna. Tuerkisblaues Wasser, weisser Sand, Palmen -- Postkartenmotiv in echt. Tagesausfluege starten frueh morgens (4-5 Uhr Abfahrt) mit einer mehrstuendigen Jeep-Fahrt, dann Boot. Man verbringt den Tag auf zwei bis drei Inseln, schnorchelt, isst frischen Fisch. Rueckkehr am spaeten Nachmittag. Kosten: $100-180 pro Person all-inclusive. Unbedingt vorab buchen -- die Plaetze sind begrenzt.
Tag 5: Isla Taboga
Die "Insel der Blumen" liegt nur 30 Minuten mit der Faehre vom Amador Causeway entfernt. Ein ruhiges Fischerdorf mit Strand, bunten Haeusern und einem entspannten Rhythmus. Perfekt zum Erholen nach dem anstrengenden San-Blas-Ausflug. Die Faehre kostet $20 hin und zurueck. Auf der Insel kann man schnorcheln, wandern oder einfach in einer Haengematte liegen. Mittagessen in einer der kleinen Fondas direkt am Strand.
Tag 6: El Valle de Anton (Tagesausflug)
Zwei Stunden westlich von Panama-Stadt liegt El Valle de Anton -- ein Dorf im Krater eines erloschenen Vulkans. Die Temperaturen sind hier deutlich kühler (20-25 Grad), was nach der Stadtluft eine Wohltat ist. Sonntagsmarkt mit Kunsthandwerk, heisse Quellen, Wasserfaelle, ein kleiner Zoo mit dem goldenen Frosch (Panamas Nationaltier). Mit Mietwagen oder organisiertem Ausflug erreichbar. Ein schoener Kontrast zum Grossstadttrubel.
Tag 7: Portobelo und karibische Kueste
Anderthalb Stunden nordoestlich liegt Portobelo, eine ehemalige spanische Festungsstadt an der Karibikkueste. Die Festungsruinen sind UNESCO-Welterbe. Die Geschichte ist faszinierend -- hier wurde das Gold der Inkas nach Spanien verschifft, und der beruehmte Pirat Henry Morgan plante hier seine Angriffe. Nach der Besichtigung kann man in einer der Buchten schwimmen oder schnorcheln. Der Playa La Angosta ist ein schoener Stopp. Auf dem Rueckweg lohnt ein Halt im Regenwald von Soberania-Nationalpark fuer eine kurze Wanderung auf dem Pipeline Trail -- einer der besten Vogelbeobachtungsplaetze der Welt.
Tipp: Die Tagesausfluege an Tag 4-7 lassen sich beliebig tauschen oder durch andere Aktivitaeten ersetzen. Wer keine Inseln mag, kann stattdessen den Embera-Indigenen-Gemeinschaft im Regenwald besuchen oder einen zweiten Tag im Kanal-Gebiet verbringen.
Wo essen: Restaurants und Maerkte
Panama-Stadt hat sich in den letzten Jahren zu einem der spannendsten kulinarischen Zentren Lateinamerikas entwickelt. Die Mischung aus karibischer, lateinamerikanischer, asiatischer und internationaler Kueche ist bemerkenswert -- und die Preisspanne reicht von $2-Ceviche am Markt bis zum $150-Degustationsmenue.
Guenstig: Maerkte und Fondas ($2-8)
Mercado de Mariscos -- Der Fischmarkt am Hafen von Casco Viejo. Im Erdgeschoss (im offenen Bereich) gibt es Ceviche-Staende, die frisch vor den Augen zubereiten. Eine Portion Ceviche kostet $2-4 und ist ehrlich gesagt besser als in vielen teuren Restaurants. Im Obergeschoss gibt es ein Fischrestaurant mit Sitzplaetzen und Bedienung -- ebenfalls gut, aber etwas teurer ($8-15). Morgens hingehen, wenn der Fisch am frischesten ist.
Fondas -- So heissen die einfachen Lokale, in denen Panamaer zu Mittag essen. Ein komplettes Menu del Dia (Suppe, Hauptgericht mit Reis und Bohnen, Getrank) kostet $3-5. Keine Speisekarte noetig -- es gibt meistens ein oder zwei Gerichte, und man zeigt einfach, was man will. Besonders in El Cangrejo und Calidonia findet man viele davon.
Mittelklasse: Lokale Kueche mit Stil ($15-35)
El Trapiche -- Die Institution fuer panamaische Kueche. Mehrere Filialen in der Stadt. Sancocho, Ropa Vieja, Patacones -- alles solide und gut portioniert. Touristenfreundlich, aber nicht touristisch. Hauptgerichte $8-18.
Las Clementinas -- In einem wunderschoenen Kolonialgebaeude in Casco Viejo. Gehobenere panamaische Kueche mit franzoesischem Einfluss. Die Terrasse im Innenhof ist besonders abends stimmungsvoll. Hauptgerichte $15-28.
La Pulperia -- Argentinisches Steakhouse in Casco Viejo. Hervorragendes Fleisch, gute Weinauswahl. Fuer alle, die zwischendurch ein ordentliches Steak brauchen. Hauptgerichte $18-35.
Gehoben: Panamas Spitzenrestaurants ($40-100+)
Maito -- Mehrfach als bestes Restaurant Panamas und unter den Top 50 Lateinamerikas ausgezeichnet. Kochkuenstler Mario Castrellon interpretiert panamaische Zutaten auf hoechstem Niveau. Das Degustationsmenue ($80-120) ist ein Erlebnis. Unbedingt reservieren, mindestens eine Woche im Voraus.
Lazotea -- Rooftop-Restaurant in Casco Viejo mit atemberaubendem Blick auf die Skyline. Kreative lateinamerikanische Kueche, exzellente Cocktails. Perfekt fuer ein besonderes Abendessen. Hauptgerichte $25-45.
Azahar -- Kolumbianisch-panamaische Fusionskueche in entspanntem Ambiente. Frische Zutaten, kreative Kombinationen. Hauptgerichte $20-35.
Kaffee: Die Geisha-Revolution
Panama produziert den teuersten Kaffee der Welt -- die Geisha-Varietaet aus Boquete. Eine Tasse kostet in spezialisierten Cafes $8-15, und ja, man schmeckt den Unterschied. Blumig, komplex, fast teeaehnlich. Wer Kaffee liebt, sollte sich das mindestens einmal goennen. Gute Adressen: Bajareque Coffee House (Casco Viejo), Cafe Unido und Mentiritas Blancas.
Was probieren: Panamaisches Essen
Die panamaische Kueche ist eine Mischung aus spanischen, afrikanischen, karibischen und indigenen Einflüssen. Sie ist herzhaft, wuürzig und ueberraschend vielfaeltig. Hier die Gerichte und Lebensmittel, die man probiert haben sollte.
Herzhafte Gerichte
- Ceviche -- Roher Fisch oder Meeresfruechte in Limettensaft "gekocht", mit Zwiebeln, Koriander und Chili. In Panama oft mit Corvina (Seebarsch) zubereitet. Am besten am Mercado de Mariscos.
- Sancocho -- Das Nationalgericht. Eine kraeftige Huehnersuppe mit Yuca, Name (einer Wurzelknolle), Mais, Koriander und Oregano. Wird als Allheilmittel gegen Kater betrachtet -- und funktioniert tatsaechlich erstaunlich gut.
- Patacones -- Doppelt frittierte gruene Kochbananen, plattgedrueckt und gesalzen. Beilage zu praktisch allem. Knusprig, einfach, suechtig machend.
- Carimanolas -- Frittierte Roellchen aus Yuca-Teig, gefuellt mit Hackfleisch oder Kaese. Perfekter Strassenimbiss fuer unterwegs.
- Ropa Vieja -- "Alte Kleidung" -- geschmortes, gezupftes Rindfleisch in Tomatensauce mit Paprika und Oliven. Stammt urspruenglich aus Kuba, ist aber in Panama allgegenwaertig.
- Tamales -- In Bananenblatt eingewickelter Maisteig mit Huehner- oder Schweinefleischfuellung. In Panama groesser und feuchter als die mexikanische Variante. Ein typisches Fruehstueck oder Festtagsessen.
- Arroz con Pollo -- Huehner-Reis, das Standardgericht in jeder Fonda. Klingt simpel, ist aber durch die Wuerze (Achiote, Koriander, Sofrito) ueberraschend aromatisch.
Suesses und Getraenke
- Raspao -- Geschabtes Eis mit Sirup und Kondensmilch, verkauft an Strassenstaenden. Bei 33 Grad die beste Abkuehlung fuer unter $1.
- Chichas -- Frische Fruchtsaefte, oft aus tropischen Fruechten wie Maracuja, Tamarinde oder Papaya. In jeder Fonda erhaeltlich.
- Seco Herrerano -- Panamas Nationalschnaps, destilliert aus Zuckerrohr. Wird mit Milch oder Kokosmilch gemischt getrunken. Die Variante "Seco con leche" ist suesser als man denkt.
- Geisha-Kaffee -- Schon erwaehnt, aber es kann nicht genug betont werden. Panama hat einige der besten Kaffeeplantagen der Welt, und Geisha ist die Koenigsklasse. Auch normaler panamaischer Kaffee ist ausgezeichnet und deutlich guenstiger ($2-4 pro Tasse).
Fuer empfindliche Maegen: Die Hygiene in Panama-Stadt ist generell gut. Maerkte und Fondas sind sauber, Leitungswasser ist trinkbar. Trotzdem sollte man am ersten Tag nicht gleich mit dem schaerfsten Ceviche am Strassenstand beginnen -- langsam steigern.
Geheimtipps: Ratschlaege der Einheimischen
Diese Dinge stehen selten im Reisefuehrer, machen aber den Unterschied zwischen einem guten und einem grossartigen Aufenthalt.
- Der US-Dollar ist die Waehrung. Panama hat keine eigene Waehrung im Alltag (der Balboa existiert nur als Muenzen, die 1:1 zum Dollar stehen). Man zahlt ueberall in Dollar, an Geldautomaten kommen Dollar raus. Fuer DACH-Reisende bedeutet das: Euro vor der Reise in Dollar tauschen oder einfach am ATM vor Ort abheben. Kreditkarten (Visa, Mastercard) werden fast ueberall akzeptiert.
- Die Hitze ist real. 33 Grad bei 85% Luftfeuchtigkeit fuehlen sich an wie 40 Grad. Zwischen 11 und 15 Uhr sollte man nicht stundenlang in der Sonne herumlaufen. Immer eine Wasserflasche dabei haben, Sonnencreme (mindestens LSF 50) und einen Hut. Die meisten Panamaer meiden die Mittagssonne komplett.
- Klimaanlagen sind arktisch. In Einkaufszentren, Restaurants und Bussen ist die Klimaanlage auf gefuehlt 16 Grad gestellt. Immer einen duennen Pullover oder ein Tuch dabei haben. Der Temperaturschock zwischen draussen (33 Grad) und drinnen (18 Grad) ist brutal.
- Taxis haben kein Taxameter. In Panama-Stadt fahren gelbe Taxis ohne Zaehler. Der Preis wird vor der Fahrt verhandelt. Innerhalb der Stadt sollte eine Fahrt $3-7 kosten. Viele Fahrer versuchen bei Touristen $10-15 fuer kurze Strecken. Einfach den Preis vorher festlegen und bei Wucher zum naechsten Taxi gehen.
- Uber ist fast immer billiger und bequemer. Uber und InDriver funktionieren hervorragend in Panama-Stadt. Die Preise sind transparent, man muss nicht verhandeln, und die Autos sind meistens neuer und sauberer als Taxis. Fuer innerstaedte Fahrten zahlt man $2-5 mit Uber.
- Tropischer Regen ist kurz und heftig. Selbst in der Regenzeit regnet es selten laenger als zwei Stunden am Stueck. Wenn es anfaengt zu schuetten, einfach in ein Cafe setzen, einen Kaffee trinken und warten. Nach 30-60 Minuten scheint meistens wieder die Sonne.
- Leitungswasser ist trinkbar. Panama ist eines der wenigen Laender in Lateinamerika, in denen das Leitungswasser in der Hauptstadt sicher ist. Man kann es bedenkenlos trinken. Viele Hotels und Restaurants servieren es als Tischwasser.
- Sonntagmorgen im Casco Viejo. Unter der Woche und besonders am Samstagabend ist Casco Viejo voller Touristen und Partygaenger. Sonntagmorgen gegen 7-8 Uhr ist das Viertel fast leer. Perfekt fuer Fotos und zum Entdecken der ruhigeren Ecken. Der Sonntagsmarkt auf der Plaza startet um 9 Uhr.
- Trinkgeld ist ueblich, aber nicht vorgeschrieben. In Restaurants werden oft 10% automatisch aufgeschlagen ("propina incluida"). Wenn nicht, sind 10-15% angemessen. In Fondas und an Marktstaenden wird kein Trinkgeld erwartet.
- Spanisch hilft enorm. In touristischen Bereichen kommt man mit Englisch durch, aber ausserhalb von Casco Viejo und den Luxushotels spricht kaum jemand Englisch. Ein paar Saetze Spanisch oeffnen Tueren und senken Preise. Deutschsprachige Reisende mit Spanischkenntnissen sind klar im Vorteil.
Transport und Kommunikation
Vom Flughafen in die Stadt
Der internationale Flughafen Tocumen (PTY) liegt etwa 25 Kilometer oestlich des Stadtzentrums. Die Metrolinie 2 verbindet den Flughafen seit 2023 direkt mit dem Stadtzentrum -- Fahrtzeit rund 35-40 Minuten, Kosten $0.35. Eine echte Revolution fuer guenstiges Reisen.
Wer lieber direkt zum Hotel faehrt: Uber kostet $15-25 je nach Ziel und Tageszeit. Offizielle Flughafentaxis verlangen $30-35 Festpreis ins Zentrum -- deutlich teurer, aber klimatisiert und ohne Verhandlung. InDriver ist ebenfalls verfuegbar und manchmal noch guenstiger als Uber.
Tipp fuer DACH-Reisende: Wer aus Frankfurt, Muenchen, Zuerich oder Wien anreist, landet meistens spaet abends oder nachts. Die Metro faehrt bis 23 Uhr (Freitag/Samstag bis Mitternacht). Fuer Spaetankunft ist Uber die beste Option -- am Ausgang des Terminals die App oeffnen, Fahrer kommt in 5-10 Minuten.
Innerstaedtisch
Metro: Zwei Linien, sauber, modern, klimatisiert. Fahrpreis $0.35. Linie 1 faehrt von Albrook nach Los Andes (Nord-Sued), Linie 2 vom Flughafen nach San Miguelito (Ost-West). Die Metro deckt nicht alle touristischen Ziele ab (Casco Viejo hat keinen direkten Anschluss), ist aber fuer den Weg zum Busbahnhof und zwischen den Vierteln nuetzlich.
Metrobus: Das oeffentliche Bussystem ergaenzt die Metro. Gleiche Karte (Metrobus-Karte, $2 Pfand, aufladen am Schalter). Fahrpreis $0.25. Deckt die ganze Stadt ab, aber die Routen sind fuer Erstbesucher schwer zu durchschauen. Google Maps zeigt die Verbindungen recht zuverlaessig an.
Uber und InDriver: Die bequemste Option. Beide Apps funktionieren zuverlaessig. Uber ist etwas teurer, aber zuverlaessiger. InDriver laesst einen den Preis vorschlagen -- bei kurzen Strecken kann man so auf $1.50-2 kommen. Waze als Navigations-App wird von vielen Fahrern genutzt.
Mietwagen: Nicht noetig fuer die Stadt selbst (Verkehr und Parken sind stressig), aber sinnvoll fuer Tagesausfluege nach El Valle oder Portobelo. Internationale Vermieter am Flughafen ab $30-50 pro Tag. Achtung: In Panama wird rechts gefahren, aber der Fahrstil ist deutlich wilder als in der DACH-Region. Defensiv fahren.
Kommunikation
SIM-Karten: Am Flughafen gibt es Staende von Claro, Tigo und Digicel. Eine Prepaid-SIM mit 5-10 GB Daten kostet $5-10. Claro hat die beste Abdeckung. Fuer eSIM-faehige Geraete gibt es auch Airalo und Holafly als digitale Alternativen -- schon vor der Reise aktivierbar.
WLAN: In Hotels, Cafes und Restaurants fast ueberall verfuegbar und meistens schnell. Panama hat eine der besten Internetinfrastrukturen Mittelamerikas. Coworking Spaces gibt es in Casco Viejo und San Francisco fuer Digital Nomads ($10-15 pro Tag).
Notfallnummern: Polizei 104, Feuerwehr 103, Rettungswagen 911. Die touristische Polizei in Casco Viejo spricht teilweise Englisch.
Fazit
Panama-Stadt ist eine Stadt, die man auf dem Zettel haben sollte -- auch und gerade als Alternative zu den ueberlaufenen Klassikern in Lateinamerika. Die Kombination aus Geschichte (Casco Viejo, Panama Viejo), Ingenieurskunst (der Kanal), Natur (Regenwald mitten in der Stadt) und einer gastronomischen Szene, die jedes Jahr staerker wird, macht sie einzigartig.
Fuer deutschsprachige Reisende ist Panama ausserdem angenehm unkompliziert: Dollar als Waehrung, kein Visum noetig fuer bis zu 180 Tage, trinkbares Leitungswasser und eine vergleichsweise hohe Sicherheit fuer die Region. Drei Tage reichen fuer die Highlights der Stadt. Fuenf Tage sind optimal, um auch Inseln und Umgebung zu erkunden. Wer eine Woche hat, erlebt ein Land, das deutlich vielfaeltiger ist, als die meisten erwarten.