Kopenhagen
Kopenhagen 2026: Was Sie vor der Reise wissen sollten
Kopenhagen ist eine Stadt, die man nicht einfach besucht - man erlebt sie. Als jemand, der mehrere Monate in der dänischen Hauptstadt verbracht hat, kann ich Ihnen versichern: Diese Stadt wird Sie überraschen. Nicht durch pompöse Architektur oder übertriebenen Glamour, sondern durch eine Lebensart, die das Wort 'hygge' erst wirklich erklärt.
Die Dänen haben etwas perfektioniert, das wir im deutschsprachigen Raum oft vermissen: die Kunst, das Leben zu genießen, ohne dabei die Effizienz zu opfern. Die Züge fahren pünktlich, die Radwege sind perfekt ausgebaut, und dennoch nimmt sich jeder Zeit für einen Kaffee mit Freunden. Diese Balance macht Kopenhagen zu einem idealen Reiseziel für deutsche Besucher.
Von Frankfurt, München oder Berlin erreichen Sie Kopenhagen in unter zwei Stunden Flugzeit. SAS, Lufthansa und Eurowings bieten mehrere tägliche Verbindungen. Die Preise für Hin- und Rückflug beginnen bei etwa 120 Euro, wenn Sie früh buchen. Alternativ bietet sich die Anreise mit dem Zug an - von Hamburg aus sind es etwa viereinhalb Stunden, und die Fahrt über die Storebaelt-Brücke ist ein Erlebnis für sich.
Wichtig zu wissen: Kopenhagen ist teuer. Rechnen Sie mit 15-20 Euro für ein einfaches Mittagessen und 5-7 Euro für einen Kaffee. Aber keine Sorge - ich zeige Ihnen, wie Sie das Beste aus Ihrem Budget herausholen.
Stadtviertel: Wo übernachten
Indre By - Das historische Zentrum
Indre By, die Altstadt Kopenhagens, ist das Herz der Stadt. Hier finden Sie den berühmten Nyhavn mit seinen bunten Giebelhäusern, die Fußgängerzone Stroeget und die meisten historischen Sehenswürdigkeiten. Die Lage ist unschlagbar - Sie erreichen fast alles zu Fuß.
Der Nachteil: Die Preise sind entsprechend hoch. Ein Doppelzimmer in einem Mittelklassehotel kostet hier 180-280 Euro pro Nacht. Das Hotel Sanders an der Tordenskjoldsgade bietet skandinavisches Design auf höchstem Niveau, während das Generator Hostel am Adelgade eine budgetfreundliche Alternative mit Privatzimmern ab 80 Euro darstellt.
Meine Empfehlung: Für einen ersten Besuch ist Indre By perfekt. Sie sparen Zeit und Transportkosten, und abends können Sie einfach durch die beleuchteten Gassen schlendern.
Vesterbro - Das kreative Viertel
Vesterbro war einst das Rotlichtviertel Kopenhagens. Heute ist es eines der angesagtesten Viertel der Stadt - ohne dabei seinen rauen Charme verloren zu haben. Hier finden Sie die beste Barszene, unabhängige Geschäfte und eine lebendige Kunstszene.
Die Istedgade ist die Hauptschlagader des Viertels. Tagsüber reihen sich Vintage-Läden an Hipster-Cafés, abends öffnen die Bars und Clubs. Der Koebenhavns Madbod auf dem Kodbyen (Fleischviertel) ist ein kulinarisches Highlight - hier wurden alte Schlachthöfe zu Restaurants und Galerien umgewandelt.
Hotels in Vesterbro bieten oft ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als im Zentrum. Das Andersen Boutique Hotel an der Helgolandsgade kostet etwa 140-200 Euro pro Nacht und liegt nur zehn Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt. Das Urban House Copenhagen by MEININGER bietet moderne Zimmer ab 70 Euro.
Noerrebro - Multikulti und authentisch
Wenn Sie das echte Kopenhagen erleben wollen, abseits der Touristenpfade, dann ist Noerrebro Ihr Viertel. Hier leben junge Familien neben Studenten, Künstler neben Einwanderern aus aller Welt. Die Atmosphäre ist entspannt, die Preise sind menschlicher.
Die Jaegersborggade ist das Herzstück des Viertels - eine kleine Straße voller unabhängiger Boutiquen, Cafés und Restaurants. Hier befindet sich auch der Coffee Collective, einer der besten Kaffee-Röster Skandinaviens. Am Assistens Kirkegaard, dem historischen Friedhof, picknicken die Einheimischen zwischen den Gräbern von Hans Christian Andersen und Soeren Kierkegaard - typisch dänisch pragmatisch.
Unterkünfte in Noerrebro finden Sie hauptsächlich über Airbnb oder Booking.com. Rechnen Sie mit 90-150 Euro für eine kleine Wohnung. Die Anbindung ans Zentrum ist ausgezeichnet - mit dem Bus sind Sie in 15 Minuten am Rathausplatz.
Christianshavn - Kanäle und Kontraste
Christianshavn ist eine Insel für sich - im wörtlichen und übertragenen Sinne. Die Kanäle erinnern an Amsterdam, die Erlöserkirche mit ihrem gewundenen Turm prägt die Skyline, und mittendrin liegt Freistadt Christiania, die berühmt-berüchtigte Hippie-Kommune.
Die Atmosphäre hier ist einzigartig. Hausboote dümpeln in den Kanälen, auf den Bürgersteigen sitzen die Leute bei einem Bier, und in Christiania gelten andere Regeln als im Rest Dänemarks. Das Viertel ist ideal für Reisende, die das Unkonventionelle suchen.
Das CPH Living ist ein schwimmendes Hotel auf einem umgebauten Lastkahn - ein unvergessliches Erlebnis ab etwa 180 Euro pro Nacht. Budgetreisende finden im Danhostel Copenhagen City, direkt gegenüber, Mehrbettzimmer ab 30 Euro.
Frederiksberg - Das grüne Refugium
Frederiksberg ist technisch gesehen eine eigene Gemeinde innerhalb Kopenhagens, aber die Grenzen sind fließend. Hier finden Sie breite Alleen, elegante Altbauwohnungen und den wunderschönen Frederiksberg Have, einen englischen Landschaftsgarten mit Blick auf das gleichnamige Schloss.
Das Viertel ist ruhiger und familienfreundlicher als Vesterbro oder Noerrebro. Die Gammel Kongevej bietet gemütliche Cafés und hochwertige Restaurants. Für Reisende, die Ruhe schätzen, aber trotzdem zentrumsnah sein wollen, ist Frederiksberg ideal.
Hotels hier sind rar, aber Ferienwohnungen gibt es reichlich. Rechnen Sie mit 100-180 Euro pro Nacht für eine gut ausgestattete Wohnung.
Nordhavn - Der aufstrebende Stadtteil
Nordhavn ist Kopenhagens jüngstes Viertel - ein ehemaliges Hafengebiet, das in den letzten Jahren komplett umgewandelt wurde. Hier entstehen moderne Wohnungen, innovative Restaurants und öffentliche Räume direkt am Wasser.
Für Architekturinteressierte ist Nordhavn ein Muss. Die UN City, das BLOX und die zahlreichen nachhaltigen Wohnprojekte zeigen, wie moderne Stadtplanung aussehen kann. Die Copenhagen Contemporary, ein Museum für zeitgenössische Kunst, ist ebenfalls hier angesiedelt.
Unterkünfte in Nordhavn sind noch begrenzt, aber das Adina Apartment Hotel bietet moderne Studios ab etwa 150 Euro. Die Metro verbindet das Viertel in wenigen Minuten mit dem Zentrum.
Beste Reisezeit
Frühling (April bis Mai)
Der Frühling in Kopenhagen ist magisch - wenn er denn kommt. April kann noch kühl und regnerisch sein, aber ab Mitte Mai erwacht die Stadt zum Leben. Der Tivoli-Garten öffnet seine Tore, die Parks füllen sich mit Menschen, und die Straßenkultur beginnt.
Die Temperaturen liegen zwischen 8 und 16 Grad. Packen Sie unbedingt Schichten ein - morgens kann es noch frisch sein, mittags warm, und abends weht ein kühler Wind vom Oeresund. Ein leichter Regenmantel gehört ins Gepäck.
Der große Vorteil: Die Touristenmassen sind noch überschaubar, und die Hotels bieten oft günstigere Preise als in der Hochsaison.
Sommer (Juni bis August)
Die beste Zeit für einen Kopenhagen-Besuch - zumindest wettertechnisch. Die Tage sind endlos lang (im Juni wird es kaum dunkel), die Temperaturen angenehm bei 17-23 Grad, und das Stadtleben verlagert sich nach draußen.
Die Kopenhagener nutzen jeden Sonnenstrahl. Die Hafenbäder füllen sich, in den Parks wird gegrillt, und die Terrassen der Cafés sind bis Mitternacht besetzt. Das Distortion Festival im Juni verwandelt ganze Stadtviertel in Open-Air-Clubs, und das Copenhagen Jazz Festival im Juli lockt Musik-Fans aus aller Welt.
Aber Achtung: Der Sommer ist Hochsaison. Hotels sind teurer und oft ausgebucht. Buchen Sie mindestens zwei Monate im Voraus, besonders wenn Ihr Besuch mit einem Festival zusammenfällt.
Herbst (September bis Oktober)
Der Herbst ist meine persönliche Lieblingszeit in Kopenhagen. Die Sommertouristen sind weg, aber das Wetter ist noch mild genug für ausgedehnte Spaziergänge. Die Blätter färben sich, die Cafés werden wieder gemütlich, und die Stadt zeigt sich von ihrer introspektiven Seite.
September bietet oft noch Temperaturen um die 15 Grad, im Oktober wird es kühler. Die Copenhagen Cooking Week im August/September ist ein kulinarisches Highlight für Feinschmecker.
Winter (November bis März)
Kopenhagen im Winter ist nichts für Weicheier - aber unglaublich stimmungsvoll. Die Tage sind kurz (im Dezember wird es um 15 Uhr dunkel), es kann bitterkalt sein, und Schnee ist möglich. Aber genau dann zeigt sich die dänische Hygge-Kultur von ihrer besten Seite.
Der Tivoli verwandelt sich in ein Winterwunderland mit Weihnachtsmarkt und Eislaufbahn. Die Kerzen in den Fenstern, die warmen Cafés, die glühweinseligen Abende - all das macht den Kopenhagener Winter zu etwas Besonderem. Und die Hotelpreise sind so niedrig wie nie.
Reiseroute: 3 bis 7 Tage
Tag 1: Ankunft und erste Erkundung
Nach der Ankunft am Flughafen Kastrup nehmen Sie die Metro direkt ins Zentrum - die Fahrt dauert etwa 15 Minuten und kostet 36 Kronen (etwa 4,80 Euro). Checken Sie in Ihrem Hotel ein und gönnen Sie sich erstmal einen Kaffee.
Am Nachmittag starten Sie mit einem Spaziergang durch Indre By. Beginnen Sie am Rathausplatz und schlendern Sie die Stroeget entlang - Europas längste Fußgängerzone. Biegen Sie zwischendurch in die kleinen Seitengassen ab, hier finden Sie die charmanten Boutiquen und versteckten Cafés.
Der Abend gehört dem Nyhavn. Ja, es ist touristisch, aber die bunten Häuser bei Sonnenuntergang sind einfach zu schön, um sie auszulassen. Hans Christian Andersen lebte hier in drei verschiedenen Häusern - die Nummern 18, 20 und 67 sind mit Gedenktafeln markiert. Essen Sie hier aber nicht - die Restaurants sind überteuert. Genießen Sie stattdessen ein Bier an der Kaimauer und gehen Sie dann zum Abendessen nach Vesterbro.
Tag 2: Schlösser und Gärten
Beginnen Sie den Tag mit einem Besuch von Schloss Amalienborg, der Winterresidenz der königlichen Familie. Die Wachablösung um 12 Uhr ist sehenswert, aber weniger spektakulär als in London. Die eigentliche Attraktion ist das Museum im Palais Christian VIII., das Einblicke in das Leben der dänischen Königsfamilie bietet. Eintritt: 125 Kronen (etwa 17 Euro).
Von Amalienborg spazieren Sie durch den Amaliehaven zum Kastellet, einer sternförmigen Festungsanlage aus dem 17. Jahrhundert. Der Spaziergang entlang der Wälle ist idyllisch, und Sie kommen an Der kleinen Meerjungfrau vorbei. Ein kurzer Fotostopp genügt - die Statue ist überraschend klein und ständig von Touristen umlagert.
Am Nachmittag widmen Sie sich dem Schloss Rosenborg. Das Renaissance-Schloss aus dem 17. Jahrhundert beherbergt die dänischen Kronjuwelen und königliche Schätze. Der Eintritt kostet 145 Kronen (etwa 19 Euro), aber es lohnt sich. Planen Sie etwa anderthalb Stunden ein.
Der angrenzende Kongens Have (Königsgarten) ist Kopenhagens ältester und beliebtester Park. Bei gutem Wetter picknicken hier hunderte Einheimische. Holen Sie sich ein Sandwich bei den Torvehallerne (fünf Minuten zu Fuß) und gesellen Sie sich dazu.
Tag 3: Christianshavn und Christiania
Heute erkunden Sie die andere Seite des Hafens. Nehmen Sie die Metro oder den Bus nach Christianshavn und beginnen Sie mit der Erlöserkirche. Der Aufstieg über die äußere Wendeltreppe (400 Stufen!) bietet den besten Panoramablick über Kopenhagen. Der Eintritt kostet 65 Kronen (etwa 9 Euro), aber der Blick ist jeden Cent wert. Achtung: Bei starkem Wind bleibt der Turm geschlossen.
Anschließend schlendern Sie durch die Kanäle von Christianshavn. Die Atmosphäre ist ruhiger als im Zentrum, die Architektur charmant. Stoppen Sie für einen Kaffee im Café Wilder am Wildersgade - ein Kopenhagener Institution.
Am Nachmittag besuchen Sie Freistadt Christiania. Die autonome Gemeinde, 1971 auf einem ehemaligen Militärgelände gegründet, ist ein faszinierendes soziales Experiment. Hier gelten eigene Regeln: keine Autos, keine Kameras auf der 'Pusher Street', keine harten Drogen. Spazieren Sie durch die selbstgebauten Häuser, besuchen Sie die kleinen Gärten und das Loppen, einen Flohmarkt mit alternativem Flair.
Wichtiger Hinweis: Fotografieren ist in Teilen von Christiania verboten, besonders in der Nähe der Pusher Street. Respektieren Sie das - die Einwohner reagieren empfindlich.
Den Abend verbringen Sie auf Reffen, dem Street-Food-Markt auf der Halbinsel Refshaleoen. Die ehemalige Werft wurde zu einem kulinarischen Paradies umgewandelt mit über 50 Ständen aus aller Welt. Probieren Sie die mexikanischen Tacos bei Hija de Sanchez oder die koreanischen Fried Chicken Wings bei Wings. Ein Hauptgericht kostet 80-120 Kronen (10-16 Euro).
Tag 4: Kopenhagener Kulinarik
Heute dreht sich alles ums Essen. Beginnen Sie mit einem ausgiebigen Frühstück in den Torvehallerne, Kopenhagens grandioser Markthalle. Die zwei Glaspavillons nahe des Norreport-Bahnhofs beherbergen etwa 60 Stände mit frischen Produkten, Delikatessen und Imbissen.
Meine Empfehlungen: Kaffee beim Coffee Collective, Smorrebroed bei Hallernes Smoerrebroed, Pasteten bei Lagkagehuset. Planen Sie mindestens zwei Stunden ein - es gibt viel zu probieren.
Nach dem Frühstück (das eher ein Brunch wird) unternehmen Sie eine Hafenrundfahrt. Die Boote von Stromma starten am Nyhavn und zeigen Ihnen Kopenhagen vom Wasser aus - eine entspannte Art, die Stadt zu erkunden. Die klassische Tour dauert eine Stunde und kostet etwa 120 Kronen (16 Euro).
Am Nachmittag besuchen Sie die Kodbyen, das ehemalige Fleischviertel in Vesterbro. Die weißen Fliesenfassaden der alten Schlachthöfe beherbergen heute einige der besten Restaurants der Stadt. Wenn Sie experimentierfreudig sind, reservieren Sie einen Tisch bei Kul (dunkle skandinavische Küche) oder Paleo (steinzeitlich inspirierte Gerichte).
Den Abend verbringen Sie im Tivoli - aber nicht für die Fahrgeschäfte (obwohl die Holzachterbahn aus dem Jahr 1914 charmant ist), sondern für die Atmosphäre. Der Park ist besonders nach Einbruch der Dunkelheit zauberhaft, wenn die tausenden Lichter angehen. Der Eintritt kostet 155 Kronen (etwa 21 Euro) unter der Woche, am Wochenende etwas mehr.
Tag 5: Kunst und Kultur
Heute widmen Sie sich Kopenhagens Museen. Beginnen Sie mit dem Nationalmuseum am Frederiksholms Kanal - Dänemarks größtes kulturhistorisches Museum. Der Eintritt ist frei, und die Sammlung reicht von der Steinzeit bis zur Gegenwart. Besonders beeindruckend: der Sonnenwagen von Trundholm und die Moorleichen.
Am frühen Nachmittag nehmen Sie den Zug nach Humlebaek (etwa 35 Minuten vom Hauptbahnhof) zum Louisiana Museum of Modern Art. Das Museum, direkt am Oeresund gelegen, ist eines der wichtigsten Kunstmuseen Europas. Die Architektur allein ist den Besuch wert - die Gebäude verschmelzen mit der umgebenden Landschaft und bieten Ausblicke auf das Meer und die schwedische Küste.
Die Sammlung umfasst Werke von Warhol, Picasso, Giacometti und vielen anderen. Der Skulpturengarten mit Werken von Henry Moore und Alexander Calder ist bei gutem Wetter ein Highlight. Eintritt: 145 Kronen (etwa 19 Euro). Planen Sie mindestens drei Stunden ein.
Tag 6: Tagesausflug nach Malmoe (optional)
Die Oeresundbrücke verbindet Kopenhagen mit dem schwedischen Malmoe in nur 35 Minuten Zugfahrt. Ein Tagesausflug lohnt sich, auch wenn Sie nur wenige Stunden haben.
In Malmoe erkunden Sie die Altstadt Gamla Staden mit dem Lilla Torg, dem charmantesten Platz der Stadt. Das Malmohus Slott, eine Renaissancefestung, beherbergt mehrere Museen. Und der Turning Torso, Skandinaviens höchstes Gebäude, ist ein architektonisches Wahrzeichen.
Praktische Hinweise: In Schweden zahlen Sie mit Schwedischen Kronen, aber Kreditkarten werden überall akzeptiert. Das Zugticket kostet etwa 110 DKK (15 Euro) für die einfache Fahrt. Vergessen Sie nicht Ihren Reisepass - auch innerhalb des Schengen-Raums werden manchmal Grenzkontrollen durchgeführt.
Tag 7: Freier Tag und Abreise
Nutzen Sie den letzten Tag für alles, was bisher zu kurz kam. Ein weiterer Besuch in den Torvehallerne für letzte Mitbringsel, ein Spaziergang durch ein noch nicht erkundetes Viertel, oder einfach ein langer Brunch in einem der vielen Cafés.
Wenn Sie noch Zeit haben, leihen Sie sich ein Fahrrad und fahren Sie an der Seen-Route (Soerne) entlang - die drei künstlichen Seen trennen Indre By von den umliegenden Vierteln und bieten eine schöne Radstrecke. Oder besuchen Sie den Runden Turm, Europas ältestes noch funktionierendes Observatorium, mit seiner einzigartigen Wendelrampe statt Treppen.
Wo essen: Restaurants
Gehoben, aber bezahlbar
Hoest (Norre Farimagsgade 41): Mein Lieblingsrestaurant in Kopenhagen. Das Interior ist umwerfend - rustikale Holzmöbel, Wildblumen, dimmbare Glühbirnen. Die Küche ist nordisch mit französischem Einschlag. Das Drei-Gänge-Menü kostet etwa 500 Kronen (67 Euro) und ist jeden Cent wert. Reservieren Sie unbedingt, besonders am Wochenende.
Marchal (Kongens Nytorv 34): Im Hotel d'Angleterre gelegen, mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Das Mittagsmenü ab 300 Kronen (40 Euro) ist ein erschwinglicher Einstieg in die Haute Cuisine. Die Aussicht auf den Kongens Nytorv ist unschlagbar.
Geranium (Per Henrik Lings Alle 4): Drei Michelin-Sterne, regelmäßig unter den besten Restaurants der Welt. Das Erlebnis-Menü kostet etwa 3500 Kronen (470 Euro) und muss Monate im Voraus gebucht werden. Für besondere Anlässe.
Mittlere Preisklasse
Gasoline Grill (Landgreven 10): Die besten Bürger Kopenhagens, vielleicht sogar Skandinaviens. Die Schlange ist lang, aber es geht schnell. Ein Bürger mit Pommes kostet etwa 120 Kronen (16 Euro). Es gibt mehrere Standorte in der Stadt.
Vaekst (Sankt Peders Straede 34): Das 'kleine Schwesterrestaurant' von Hoest, mit Fokus auf Gemüse und nordische Zutaten. Das Ambiente ist wie ein Indoor-Gewächshaus - überall grüne Pflanzen. Hauptgerichte 180-250 Kronen (24-33 Euro).
Paelegade (Pilestræde 57): Traditionelles dänisches Smorrebroed in moderner Interpretation. Die belegten Brote sind kleine Kunstwerke. Drei Stück genügen für ein Mittagessen und kosten etwa 200 Kronen (27 Euro).
Budget-freundlich
Dalle Valle (Ahlefeldtsgade 6): Ein vegetarisches Buffet-Restaurant mit All-you-can-eat für 129 Kronen (17 Euro). Die Qualität ist überraschend gut, die Auswahl groß. Perfekt für hungrige Reisende.
Poelsevogn am Rathausplatz: Der klassische dänische Hot-Dog-Stand. Ein Ristet Hot Dog (mit Rüschenzwiebeln, Senf, Ketchup, Remoulade) kostet etwa 40 Kronen (5,30 Euro). Authentischer gehts nicht.
Broens Gadekokken (Strandgade 95): Ein kleiner Street-Food-Markt mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Tacos bei Hija de Sanchez (ja, es gibt hier einen Ableger) sind legendär. Hauptgerichte 60-100 Kronen (8-13 Euro).
Was probieren: Kulinarischer Führer
Smoerrebroed
Das dänische Nationalgericht: eine Scheibe Roggenbrot, großzügig belegt mit allem Möglichen. Die klassischen Varianten sind Sild (eingelegter Hering), Dyrlaegens Natmad (Leberpastete mit Corned Beef und Aspik), und Stjerneskud (gebratener und gebeizter Fisch mit Garnelen). Essen Sie Smoerrebroed mit Messer und Gabel, nie mit der Hand, und begleiten Sie es mit einem Snaps (Aquavit).
Die besten Smoerrebroed finden Sie bei Aamans (mehrere Standorte), Selma (Roennebeeralle 2), und Schonnemann (Häuser Plads 16), letzteres eine Institution seit 1877.
Poelse
Der dänische Hot Dog ist mehr als Fast Food - er ist Kulturgut. Die rote Wurst (rod polse) wird im Brötchen mit Rüschenzwiebeln, süßem Senf, Remoulade und eingelegten Gurken serviert. Der Ristet Hot Dog (gegrillte Wurst) ist besonders beliebt. Probieren Sie auch den Franks Hot Dog, eine gewickelte Variante im Blätterteig.
Stegt Flaesk
Gebratener Schweinebauch mit Petersiliensauce und Kartoffeln - das inoffizielle Nationalgericht Dänemarks. Schwer und deftig, aber unglaublich befriedigend. Traditionell in Wirtshäusern serviert, aber auch viele moderne Restaurants bieten ihre Interpretation an.
Frikadeller
Dänische Fleischbällchen, oft aus Schweine- und Kalbfleisch gemischt, mit Zwiebeln und Brotkrumen. Serviert mit eingelegtem Rotkohl (rodkaal), Kartoffeln und brauner Sauce. Hausmannskost im besten Sinne.
Wienerbroed
Was wir als 'Dänisches Gebäck' kennen, heißt in Dänemark ironischerweise 'Wienerbroed' (Wiener Brot). Die Blätterteigkreationen sind hier aber definitiv auf einem anderen Niveau als die industrielle Massenware aus dem Supermarkt. Probieren Sie eine Spandauer (mit Vanillecreme) oder eine Kanelsnegl (Zimtschnecke) bei Lagkagehuset oder Meyers Bageri.
Neue nordische Küche
Kopenhagen ist das Epizentrum der 'New Nordic Cuisine', einer Bewegung, die lokale, saisonale Zutaten in den Mittelpunkt stellt. Noma, das berühmteste Restaurant dieser Bewegung, hat die Welt der Gastronomie verändert. Auch wenn ein Besuch dort das Budget sprengt, finden Sie die Philosophie in vielen zugänglicheren Restaurants wieder.
Lokale Geheimnisse und Tipps
Hafenbäder
Die Kopenhagener baden im Hafen - und das ist völlig unbedenklich. Das Wasser ist so sauber, dass mehrere öffentliche Badeplätze existieren. Der beliebteste ist Islands Brygge, eine Hafenpromenade mit Sprüngtürmen, Schwimmbecken und Sonnendecks. Im Sommer ist hier die halbe Stadt. Eintritt: kostenlos. Weitere Bäder: Fisketorvet Havnebadet, Kalvebod Bolge (mit Wellenrutsche), und Sluseholmen Havnebadet.
Kostenlos Wasser
Kopenhagener Leitungswasser ist ausgezeichnet - kein Grund, Flaschen zu kaufen. In vielen Parks und öffentlichen Plätzen finden Sie Trinkbrunnen. Das spart Geld und Plastik.
Sonntagsbrunch
Der Sonntagsbrunch ist in Kopenhagen eine Institution. Viele Restaurants bieten All-you-can-eat-Buffets für 200-350 Kronen (27-47 Euro). Das Laundromat Café in Noerrebro ist ein Klassiker - Sie können während des Essens Ihre Wäsche waschen.
Second-Hand-Läden
Kopenhagen hat eine ausgeprägte Vintage-Kultur. Die besten Second-Hand-Läden finden Sie in Vesterbro und Noerrebro. Zeit Vintage (Larsbjornsstrade 8), Wasteland (Studiestrade 1), und die vielen kleinen Läden entlang der Ravnsborggade sind wahre Fundgruben.
Design-Outlets
Dänisches Design muss nicht teuer sein. Bei Illums Bolighus, dem Design-Kaufhaus am Amagertorv, finden Sie manchmal reduzierte Ausstellungsstücke. HAY House (Pilestrade 29) hat regelmäßig Sales. Und bei Tiger (jetzt Flying Tiger Copenhagen) gibt es günstige Design-Artikel für den Alltag.
Reservierungen
In populären Restaurants ist eine Reservierung unbedingt empfehlenswert, besonders am Wochenende. Nutzen Sie die App 'Dinnerbooking' oder 'The Fork' - beide funktionieren in Kopenhagen gut. Für Spitzenrestaurants sollten Sie mehrere Wochen (bei Noma oder Geranium Monate) im Voraus buchen.
Trinkgeld
In Dänemark ist Trinkgeld nicht üblich - es ist bereits in den Preisen enthalten. Wenn der Service außergewöhnlich war, können Sie aufrunden oder 5-10% geben, aber es wird nicht erwartet und niemand wird beleidigt sein, wenn Sie es nicht tun.
Transport und Verbindungen
Vom Flughafen in die Stadt
Der Flughafen Kastrup liegt nur 8 Kilometer südöstlich des Zentrums. Die Metro (M2) fährt alle 4-6 Minuten und bringt Sie in 15 Minuten zum Kongens Nytorv oder Norreport. Ein Einzelticket kostet 36 Kronen (etwa 4,80 Euro). Taxis sind teuer - rechnen Sie mit 250-300 Kronen (33-40 Euro) ins Zentrum.
Metro und S-Bahn
Das Metronetz wurde in den letzten Jahren stark ausgebaut. Die Cityringen (M3) verbindet die wichtigsten Viertel und fährt 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Die S-Bahn (S-tog) ergänzt das System und verbindet Kopenhagen mit den Vororten und Ausflugszielenwie Roskilde oder Helsingoer.
Ein Einzelticket für zwei Zonen (genügt für das Zentrum) kostet 24 Kronen (3,20 Euro). Aber Einzeltickets lohnen sich nur bei wenigen Fahrten.
Rejsekort
Die aufladbare Fahrkarte ist die günstigste Option für mehrere Fahrten. Sie kaufen sie für 80 Kronen (etwa 11 Euro) an den Automaten und laden Guthaben auf. Die Fahrpreise sind deutlich günstiger als Einzeltickets - etwa 16 Kronen für zwei Zonen. Sie checken bei jeder Fahrt ein und aus.
Achtung: Vergessen Sie das Auschecken nicht! Sonst wird Ihnen automatisch der Höchstpreis berechnet.
Copenhagen Card
Die offizielle Touristenkarte bietet freien Eintritt in über 80 Museen und Attraktionen sowie unbegrenzte Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Die Karte gibt es für 24, 48, 72 oder 120 Stunden und kostet zwischen 469 und 1129 Kronen (63-151 Euro).
Lohnt sich die Copenhagen Card? Das hängt von Ihrem Reisestil ab. Wenn Sie viele Museen besuchen und öffentliche Verkehrsmittel nutzen, kann sie sich schnell rechnen. Einige Highlights wie Tivoli (155 DKK), Rosenborg (145 DKK), und Louisiana (145 DKK) kosten zusammen schon fast den Preis der 24-Stunden-Karte.
Fahrrad
Kopenhagen ist die fahrradfreundlichste Stadt der Welt - übertreiben wir nicht, aber es kommt nahe. Über 400 Kilometer Radwege durchziehen die Stadt, und etwa die Hälfte aller Kopenhagener fährt täglich mit dem Rad zur Arbeit.
Als Tourist können Sie problemlos mitmachen. Bycyklen, das öffentliche Bike-Sharing-System, bietet elektrische Fahrräder mit eingebautem Tablet (für Navigation). Die Registrierung erfolgt per App, eine Stunde kostet 25 Kronen (3,30 Euro). Alternativ mieten Sie bei Baisikeli (einem sozialverantwortlichen Verleih) ein normales Rad für etwa 100 Kronen (13 Euro) pro Tag.
Wichtige Radregeln: Fahren Sie immer auf den Radwegen (nicht auf dem Gehweg oder der Straße). Zeigen Sie Richtungsänderungen mit Handzeichen an. Und halten Sie rechts - die Kopenhagener Radfahrer sind schnell und haben wenig Geduld mit Touristen.
Zu Fuß
Das Zentrum Kopenhagens ist überraschend kompakt. Vom Hauptbahnhof zum Nyhavn sind es etwa 20 Minuten zu Fuß, vom Rathausplatz zum Kastellet etwa 30 Minuten. Wenn Sie gerne laufen, brauchen Sie im Zentrum kaum öffentliche Verkehrsmittel.
Fazit
Kopenhagen ist keine Stadt, die Sie mit monumentaler Architektur oder dramatischen Landschaften überwältigt. Ihre Stärke liegt im Detail: in der perfekt gestalteten Straßenecke, im exzellent zubereiteten Kaffee, in der entspannten Art, wie die Menschen hier leben.
Als deutscher Besucher werden Sie vieles vertraut finden - die Effizienz, die Pünktlichkeit, die hohen Standards. Aber Sie werden auch lernen, was Hygge wirklich bedeutet: nicht nur Kerzen und Wolldecken, sondern eine Lebenseinstellung, die das Gute im Alltag schätzt.
Die hohen Preise sind zunächst abschreckend, aber mit den Tipps aus diesem Artikel können Sie auch mit kleinerem Budget eine wunderbare Zeit haben. Und was Sie an Geld ausgeben, bekommen Sie in Qualität zurück - ob beim Essen, bei der Unterkunft oder bei den Erlebnissen.
Packen Sie also Ihren Regenschirm ein, laden Sie Ihr Rejsekort auf, und lassen Sie sich von Kopenhagen verzaubern. Diese Stadt hat es verdient.