Chicago
Chicago 2026: Was Sie vor der Reise wissen sollten
Chicago ist keine Stadt, die man einfach abhakt. Sie ist rau, ehrlich und unglaublich vielseitig. Als drittgrößte Stadt der USA mit knapp drei Millionen Einwohnern bietet sie alles, was New York hat, aber ohne die Arroganz und zu einem Bruchteil der Preise. Die Stadt am Lake Michigan hat mich bei meinem ersten Besuch überrascht und bei jedem weiteren mehr begeistert.
Was Chicago einzigartig macht: Die Architektur ist weltklasse, das Essen legendär, die Musikszene lebendig und die Menschen erstaunlich freundlich für eine Großstadt. Die Lakefront erstreckt sich über 42 Kilometer mit öffentlichen Stränden, Parks und Radwegen. Anders als in vielen US-Städten funktioniert hier der öffentliche Nahverkehr tatsächlich.
Für deutschsprachige Reisende ist Chicago ideal: Direktflüge von Frankfurt, München, Zürich und Wien bringen Sie in neun bis zehn Stunden hierher. Die Stadt ist überschaubar genug, um sie gründlich zu erkunden, aber groß genug, um immer wieder Neues zu entdecken. Planen Sie mindestens vier bis fünf Tage ein, eine Woche ist besser.
Wichtig zu wissen: Chicago ist sicher, solange Sie die Touristenviertel nicht verlassen. Die südlichen und westlichen Außenbezirke haben Probleme, aber als Tourist werden Sie dort nie landen. Im Zentrum, an der Lakefront und in den beliebten Vierteln können Sie sich unbesorgt bewegen.
Chicagos Viertel: Wo übernachten
The Loop: Das Herz der Stadt
Der Loop ist Chicagos Geschäftszentrum, benannt nach der Hochbahnschleife, die ihn umkreist. Hier stehen die ikonischen Wolkenkratzer, hier pulsiert das Geschäftsleben. Tagsüber geschäftig, abends ruhiger. Hotels sind unter der Woche teurer wegen Geschäftsreisenden, am Wochenende oft günstiger.
Ideal für: Erstbesucher, Architekturliebhaber, Geschäftsreisende. Alles ist zu Fuß erreichbar: Millennium Park, Art Institute of Chicago, Theater District. Preislage: 150-300 USD pro Nacht für Mittelklassehotels.
River North: Kunst und Nachtleben
Nördlich des Chicago River liegt River North, früher Industriegebiet, heute Galerienviertel und Restaurantmeile. Die höchste Dichte an guten Restaurants der Stadt findet sich hier. Abends wird es lebendig mit Bars, Clubs und schicken Lounges.
Ideal für: Nachtschwärmer, Kunstinteressierte, Feinschmecker. Mehr Atmosphäre als der Loop, trotzdem zentral. Hotels in ähnlicher Preislage wie im Loop, manchmal etwas teurer wegen der Lage. Der Chicago Riverwalk ist in wenigen Minuten erreichbar.
West Loop: Das Trendviertel
Der West Loop hat sich in den letzten zehn Jahren vom Schlachthofviertel zum kulinarischen Hotspot gewandelt. Die Randolph Street, genannt Restaurant Row, bietet einige der besten Restaurants Amerikas. Fulton Market lockt mit umgebauten Lagerhäusern, Boutiquen und hippen Cafés.
Ideal für: Foodies, Designliebhaber, Reisende die authentische Stadtviertel suchen. Weniger touristisch, mehr Chicagoer Flair. Hotels sind oft trendige Boutique-Hotels, 180-350 USD. Nachteil: Etwas weiter vom See entfernt.
Gold Coast und Streeterville
Die Magnificent Mile und ihre Umgebung bilden Chicagos eleganteste Gegend. Luxushotels, High-End-Shopping, gepflegte Brownstone-Häuser. Streeterville liegt direkt am See mit Zugang zum Navy Pier.
Ideal für: Luxusreisende, Shopping-Begeisterte, Familien die Komfort schätzen. Die großen Hotelketten sind hier vertreten: Four Seasons, Ritz-Carlton, Waldorf Astoria. Rechnen Sie mit 250-500 USD pro Nacht, aber der Service und die Lage sind erstklassig.
Lincoln Park und Lakeview
Nördlich des Zentrums liegen diese Wohnviertel mit viel Grün, Cafés und lokalen Geschäften. Der Lincoln Park Zoo ist kostenlos und sehenswert. Wrigleyville rund um das Wrigley Field ist Baseball-Mekka und Partyviertel zugleich.
Ideal für: Längere Aufenthalte, Reisende die lokales Leben erleben wollen, Budget-Bewusste. Airbnbs und kleinere Hotels sind deutlich günstiger als im Zentrum, 100-180 USD. Mit der L-Bahn sind Sie in 15-20 Minuten downtown.
Wicker Park und Logan Square
Die Hipster-Viertel Chicagos bieten Vintage-Läden, Craft-Brauereien, Live-Musik-Venues und internationale Küche. Hier trifft sich die kreative Szene. Die Milwaukee Avenue ist die Hauptschlagader mit Bars und Restaurants, die bis spät geöffnet haben.
Ideal für: Junge Reisende, Musikfans, Reisende die das alternative Chicago suchen. Günstige Unterkünfte ab 80 USD, aber weiter vom touristischen Zentrum. Mit der Blue Line gut angebunden.
South Loop und Museum Campus
Der South Loop bietet Nähe zu Chicagos Museumsdreieck: Field Museum, Shedd Aquarium und Adler Planetarium. Grant Park und die Lakefront sind vor der Tür. Ein aufstrebendes Viertel mit neuen Hotels und Restaurants.
Ideal für: Familien, Museumsbesucher, Reisende die Ruhe und Natur schätzen. Hotels sind oft günstiger als im Norden, 120-220 USD, mit guter Anbindung an den Loop.
Beste Reisezeit für Chicago
Frühling: April bis Mai
Der Frühling in Chicago ist unberechenbar. April kann noch Schnee bringen, Ende Mai fühlt sich wie Sommer an. Die Stadt erwacht: Patios öffnen, Festivals beginnen, die Lakefront füllt sich. Temperaturen schwanken zwischen 10 und 22 Grad Celsius. Packen Sie Schichten ein.
Vorteile: Weniger Touristen, günstigere Hotels, blühende Parks. Nachteile: Wetter ist Glückssache, manche Outdoor-Attraktionen noch geschlossen.
Sommer: Juni bis August
Chicagos Hochsaison aus gutem Grund. Temperaturen um 25-32 Grad, endlose Festivals, belebte Strände. Taste of Chicago im Juli ist das größte Food-Festival des Landes. Lollapalooza im August bringt Musikfans aus aller Welt. Die Stadt vibriert.
Vorteile: Bestes Wetter, meiste Events, alles ist geöffnet. Nachteile: Hotelpreise auf dem Höchststand, große Menschenmengen, Hitze kann drückend sein. Buchen Sie Unterkünfte Monate im Voraus.
Herbst: September bis Oktober
Meine Lieblingszeit für Chicago. Die Sommerhitze weicht angenehmen 15-22 Grad. Die Bäume färben sich, die Menschenmassen verschwinden. Das Chicago Marathon-Wochenende im Oktober ist spektakulär. Die Stadt zeigt sich von ihrer besten Seite.
Vorteile: Perfektes Wetter, moderate Preise, schöne Herbstfarben. Nachteile: Tage werden kürzer, manche Outdoor-Events enden.
Winter: November bis März
Chicago heißt nicht umsonst Windy City. Der Winter ist hart: Temperaturen bis minus 20 Grad, eisiger Wind vom See, Schnee von November bis April. Aber: Die Weihnachtsbeleuchtung ist magisch, die Museen sind leer, und Hotels bieten massive Rabatte.
Vorteile: Günstigste Reisezeit, keine Warteschlangen, Weihnachtsstimmung. Nachteile: Bittere Kälte, eingeschränkte Outdoor-Aktivitäten. Bringen Sie ernstzunehmende Winterkleidung mit.
Events-Kalender 2026
März: St. Patrick's Day Parade, der Chicago River wird grün gefärbt. Mai: Chicago Blues Festival. Juni: Pride Parade, Grant Park Music Festival beginnt. Juli: Taste of Chicago, Independence Day Feuerwerk. August: Lollapalooza, Chicago Air and Water Show. Oktober: Chicago Marathon. November: Christkindlmarket öffnet.
Chicago-Route: 3 bis 7 Tage
Tag 1: Downtown und Architektur
Vormittag (9:00-12:00): Starten Sie am Millennium Park. Die Cloud Gate, besser bekannt als The Bean, ist morgens am leersten für Fotos. Erkunden Sie den Lurie Garden und die Crown Fountain. Frühstück im Cindy's Rooftop nebenan mit Blick auf den Park.
Mittag (12:00-14:00): Kurzer Spaziergang zum Art Institute of Chicago. Auch wenn Sie keine Kunstfans sind, lohnt sich ein Besuch. Die Impressionisten-Sammlung ist weltklasse, Monets Seerosen und Seurats Grande Jatte sind hier. Eintritt etwa 25 USD.
Nachmittag (14:00-17:00): Architektur-Bootstour auf dem Chicago River. Unbedingt! Die 90-minütige Tour erklärt die Geschichte der Wolkenkratzer und zeigt die Stadt aus einer einzigartigen Perspektive. Chicago Architecture Center bietet die besten Touren, etwa 55 USD. Der Chicago Riverwalk ist der Startpunkt.
Abend (18:00-21:00): Abendessen in River North. Für Deep-Dish Pizza versuchen Sie Lou Malnati's oder Pequod's. Danach Cocktails in einer der zahlreichen Rooftop-Bars.
Tag 2: Museum Campus und Lakefront
Vormittag (9:00-12:00): Beginnen Sie früh am Field Museum. Sue, der größte T-Rex der Welt, ist das Highlight. Die Ausstellung über alte Ägypten mit echten Mumien beeindruckt. Planen Sie mindestens drei Stunden ein.
Mittag (12:00-15:00): Mittagessen im Museum oder im nahen Cafecito für kubanische Sandwiches. Dann zum Shedd Aquarium. Die Delfinshow ist sehenswert, aber das Highlight ist das Oceanarium mit Blick auf den Lake Michigan. Kombinationstickets für beide Museen sparen Geld, etwa 45-60 USD.
Nachmittag (15:00-18:00): Spazieren Sie entlang der Lakefront zum Adler Planetarium für den besten Blick auf die Skyline. Bei gutem Wetter mieten Sie ein Fahrrad und fahren den Lakefront Trail. Die Northerly Island ist ein verstecktes Juwel.
Abend (18:00-21:00): Abendessen im South Loop im Mercat a la Planxa für spanische Tapas oder im Yolk für gemütliches amerikanisches Essen.
Tag 3: Magnificent Mile und North Side
Vormittag (9:00-12:00): Shoppen auf der Magnificent Mile. Vom Water Tower Place bis zum Tribune Tower reihen sich Geschäfte aneinander. Auch ohne Kaufabsicht ist die Architektur beeindruckend. Das historische Wrigley Building strahlt im Morgenlicht.
Mittag (12:00-14:00): Mittagessen im Eataly Chicago oder im Food Court des 900 North Michigan. Alternativ ein Chicago-Style Hot Dog bei Portillo's.
Nachmittag (14:00-17:00): Willis Tower Skydeck. Die Glasboxen, die aus dem 103. Stock ragen, sind nichts für Höhenängstliche, aber der Ausblick ist atemberaubend. Kommen Sie eine Stunde vor Sonnenuntergang für das beste Licht. Tickets etwa 30 USD, online vorbuchen spart Wartezeit.
Abend (18:00-22:00): Erkunden Sie Lincoln Park. Dinner im Alinea, wenn Sie Monate im Voraus gebucht haben und 300+ USD pro Person ausgeben wollen. Sonst probieren Sie das Small Cheval für die besten Burger der Stadt oder das Twin Anchors für Ribs.
Tag 4: West Loop und lokale Kultur
Vormittag (9:00-12:00): Frühstück im West Loop bei Au Cheval, bereit für die beste Eggs Benedict Ihres Lebens, oder bei Publican Quality Meats für Backwaren und Kaffee. Danach erkunden Sie Fulton Market, das alte Fleischerviertel mit seinen Kopfsteinpflasterstraßen und umgebauten Lagerhäusern.
Mittag (12:00-15:00): Street Food Tour durch Pilsen, das mexikanische Viertel. Die Wandmalereien hier sind weltberühmte Kunstwerke. Probieren Sie Tacos bei Carnitas Uruapan, eine Chicagoer Institution seit 1975. Etwa 3-4 USD pro Taco.
Nachmittag (15:00-18:00): National Museum of Mexican Art in Pilsen, kostenloser Eintritt und überraschend gut. Oder besuchen Sie die Brauereien im West Loop, Revolution Brewing und Goose Island haben Taprooms.
Abend (18:00-22:00): Dinner auf der Restaurant Row an der Randolph Street. Girl and the Goat von Stephanie Izard ist schwer zu reservieren, aber es lohnt sich. Alternativ Roister für modernes Barbecue oder Monteverde für hausgemachte Pasta.
Tag 5: Navy Pier und Wrigleyville
Vormittag (9:00-12:00): Navy Pier ist touristisch, aber morgens erträglich. Das Riesenrad bietet schöne Ausblicke, das Chicago Shakespeare Theater ist überraschend gut. Das Children's Museum ist ideal für Familien.
Mittag (12:00-15:00): Bootfahrt von Navy Pier aus. Verschiedene Optionen: Schnellboot, Segelboot, oder einfach die Wassertaxis die entlang der Lakefront fahren. Mittagessen am Pier bei Harry Caray's für Steaks oder Billy Goat Tavern für den legendären Cheeseburger.
Nachmittag (15:00-18:00): Mit der Red Line nach Wrigleyville. Wrigley Field, Heimat der Chicago Cubs seit 1914, ist auch ohne Spiel eine Pilgerstätte. Stadiontouren sind verfügbar, etwa 35 USD. Die umliegenden Bars mit Dachterrassen bieten Blick ins Stadion.
Abend (18:00-22:00): Bleiben Sie in Wrigleyville für Abendessen und Bars. Wenn ein Spiel stattfindet, ist die Atmosphäre elektrisch. Alternativ fahren Sie nach Andersonville für schwedische Küche im Ann Sather.
Tag 6: Alternativ-Chicago
Vormittag (9:00-12:00): Wicker Park und Logan Square erkunden. Frühstück im Dove's Luncheonette für Tex-Mex oder im Bongo Room für dekadente Pancakes. Die Milwaukee Avenue bietet Vintage-Shopping und lokale Boutiquen.
Mittag (12:00-15:00): Humboldt Park, der große Park im Westen, ist ein Geheimtipp. Der Boathouse Pavilion ist ein architektonisches Juwel. Mittagessen im Papa's Cache Sabroso für puertoricanische Küche.
Nachmittag (15:00-18:00): Hyde Park und die University of Chicago. Frank Lloyd Wright's Robie House ist ein Meisterwerk der Prairie-Architektur. Das Oriental Institute zeigt Schätze aus dem alten Mesopotamien, kostenloser Eintritt.
Abend (18:00-22:00): Live-Musik in einer der Blues- oder Jazz-Bars. Buddy Guy's Legends in der South Loop, Kingston Mines in Lincoln Park, oder Green Mill in Uptown, wo Al Capone seinen Stammplatz hatte.
Tag 7: Entspannung und Abschied
Vormittag (9:00-12:00): Spätes Frühstück und letzte Souvenirs. Der Maxwell Street Market am Sonntag ist ein Erlebnis: Flohmärkte, Street Food und Live-Musik. Polnische Wurst und Elote, gegrillter Mais mit Mayonnaise und Käse.
Mittag (12:00-15:00): Ein letzter Spaziergang entlang der Lakefront. Oak Street Beach ist der schönste Stadtstrand mit Blick auf die Skyline. Im Sommer können Sie schwimmen, sonst einfach die Sonne genießen.
Nachmittag (15:00-18:00): Je nach Abflugzeit entspannen oder das verpasste Museum nachholen. Der Museum of Science and Industry im Süd-Jackson Park ist riesig und braucht einen halben Tag, aber auch ein Kurzbesuch lohnt sich.
Wo essen: Restaurants und Cafés
Street Food und Schnellimbisse
Portillo's: Der Chicago-Style Hot Dog in seiner reinsten Form. Wiener Würstchen im Mohnbrötchen mit Senf, Relish, Zwiebeln, Tomaten, Pickles, Peperoni und Sellerie-Salz. Niemals mit Ketchup. 4-6 USD. Mehrere Standorte, der am Clark Street ist der Klassiker.
Jim's Original: Maxwell Street Polish Sausage seit 1939. Polnische Wurst auf der Plancha gebraten mit gegrillten Zwiebeln und scharfem Senf. 6-8 USD. Nur Barzahlung.
Irazu: Costaricanisches Essen in Bucktown. Die Oatmeal Shake und Burritos sind legendär. 8-12 USD pro Gericht.
Deep-Dish und Pizza
Lou Malnati's: Der Klassiker für Deep-Dish. Die Butterkruste ist das Geheimnis. Eine kleine Pizza reicht für zwei Personen, etwa 20-25 USD. Reservieren Sie oder erwarten Sie Wartezeit.
Pequod's: Für den karamellisierten Käse-Rand. Manche sagen, die beste Deep-Dish der Stadt. In Lincoln Park, etwa 22-28 USD für eine Medium.
Pat's Pizza: Tavern-Style, die dünne, knusprige Pizza die Einheimische bevorzugen. In Quadrate geschnitten, ideal zum Teilen. 15-20 USD.
Mittelklasse und Casual Dining
Girl and the Goat: West Loop Institution von Top Chef Gewinnerin Stephanie Izard. Gerichte zum Teilen, kreative Küche. 60-80 USD pro Person. Reservieren Sie Wochen im Voraus.
Au Cheval: Der berühmte Diner-Burger kostet 18 USD und ist jeden Cent wert. Doppelt bestellen. Die Wartezeit kann Stunden betragen, kommen Sie um 14 Uhr oder 22 Uhr.
Frontera Grill: Rick Bayless' mexikanische Küche ist authentisch und innovativ. 40-60 USD pro Person. Das benachbarte Xoco bietet schnelleres, günstigeres Essen.
Fine Dining
Alinea: Drei Michelin-Sterne, eines der besten Restaurants der Welt. Molekulargastronomie auf höchstem Niveau. 250-400 USD pro Person ohne Wein. Reservieren Sie zwei Monate im Voraus.
Smyth: Zwei Michelin-Sterne, Farm-to-Table in West Loop. Intimere Atmosphäre als Alinea, nicht weniger beeindruckend. 200-300 USD pro Person.
Oriole: Zwei Sterne, versteckt in einer Seitengasse im West Loop. Japanisch beeinflusste amerikanische Küche. 225-350 USD pro Person.
Cafés und Frühstück
Intelligentsia Coffee: Chicagos Third-Wave-Kaffee-Pionier. Der Standort in Millennium Park hat die beste Lage. 4-6 USD pro Getränk.
Big Star: Tacos und Margaritas in Wicker Park. Die Patio-Atmosphäre ist unschlagbar. 4 USD pro Taco, 10 USD Margaritas.
Ann Sather: Schwedische Zimtschnecken so groß wie Ihr Kopf, dazu klassisches amerikanisches Frühstück. 12-18 USD. In Andersonville und Lakeview.
Was probieren: Chicagos Küche
Chicago-Style Hot Dog
Das Nationalgericht der Stadt. Ein Vienna Beef Würstchen im gedämpften Mohnbrötchen, belegt mit gelbem Senf, gehackten Zwiebeln, süß-saurem Relish in Neongrün, Tomatenspalten, einem Dill-Pickle-Speer, Sport Peppers und Sellerie-Salz. Die goldene Regel: Niemals Ketchup. Chicagoer nehmen das ernst.
Deep-Dish Pizza
Nicht Pizza wie Sie sie kennen. Eine zwei bis drei Zentimeter dicke Schicht aus Käse, darauf Tomatensauce, gebacken in einer tiefen Pfanne mit buttrigen Teigwänden. Eine Portion macht satt für den ganzen Tag. Bestellen Sie eine Größe kleiner als Sie denken. Braucht 45 Minuten Backzeit, also bestellen Sie zuerst.
Italian Beef Sandwich
Dünn geschnittenes, gewürztes Rindfleisch auf italienischem Brot, getunkt in Jus. Bestellen Sie wet für extra Sauce, hot mit Giardiniera, den eingelegten Peperoni. Al's Beef und Portillo's sind die Klassiker. 8-12 USD.
Garrett Mix
Karamell-Popcorn gemischt mit Käse-Popcorn von Garrett Popcorn. Klingt seltsam, ist süchtig machend. Die Schlange vor dem Flagship Store ist lang, aber es lohnt sich. Kleine Tüte etwa 10 USD.
Rib Tips
Chicagos Barbecue-Beitrag. Die knorpeligen Enden der Spare Ribs, langsam geräuchert und mit süßer, rauchiger Sauce serviert. Lem's und Barbara Ann's auf der Südseite sind die Originale. 15-20 USD für eine Portion mit Beilagen.
Jibarito
Ein Chicagoer Original aus der puertoricanischen Community. Statt Brot verwenden Sie plattgedrückte, frittierte Kochbananen. Gefüllt mit Steak, Käse, Salat und Knoblauch-Mayonnaise. Borinquen in Humboldt Park kreierte es 1996.
Tavern-Style Pizza
Die Pizza die Einheimische tatsächlich essen. Dünner, knuspriger Boden, in Quadrate geschnitten, mit Wurst oder Peperoni belegt. Weniger spektakulär als Deep-Dish, aber ehrlicher. Pat's Pizza und Vito and Nick's sind Institutionen.
Rainbow Cone
Seit 1926 serviert die Original Rainbow Cone auf der Südseite fünf Eissorten in einer Waffel: Schokolade, Erdbeere, Palmer House (Walnuss mit Kirsche), Pistazie und Orange-Sorbet. Die Schlange ist Teil der Erfahrung. 6-8 USD.
Chicagos Geheimnisse: Lokale Tipps
1. Die Hochbahn ist ein Erlebnis: Die Brown Line fährt durch die Wohnviertel mit Blick in Hinterhöfe und auf Dächer. Die Loop-Schleife selbst ist ein architektonisches Denkmal. Fahren Sie sie einmal nur zum Gucken.
2. Beaches sind kostenlos: Anders als in vielen US-Städten kostet der Zugang zu den Stränden nichts. Oak Street Beach ist der eleganteste, North Avenue Beach der beliebteste, Montrose Beach der ruhigste.
3. Der beste Blick auf die Skyline: Nicht vom Willis Tower oder 360 Chicago, sondern vom Adler Planetarium. Kostenlos, 24 Stunden zugänglich, bei Nacht magisch.
4. Kulturelle Events sind oft kostenlos: Der Millennium Park bietet im Sommer kostenlose Konzerte. Das Chicago Cultural Center hat freien Eintritt. Viele Museen haben einen Tag pro Woche mit reduziertem oder freiem Eintritt für Illinois-Bewohner, aber auch Touristen profitieren von manchen Angeboten.
5. Die Pedway verbindet: Ein unterirdisches Tunnel- und Passagen-System verbindet viele Loop-Gebäude. Im Winter lebensrettend, im Sommer klimatisiert. Karten sind schwer zu finden, folgen Sie einfach den Schildern.
6. Sonntags ist Maxwell Street Market: Der älteste Open-Air-Markt Chicagos. Keine Touristenattraktion, sondern echtes Chicagoer Leben. Street Food, Trödel, Live-Blues.
7. Die Riverwalk hat versteckte Bars: City Winery und Tiny Tapp sind direkt am Wasser, aber nicht offensichtlich zu finden. Perfekt für einen Drink bei Sonnenuntergang.
8. Chicagos Musik ist mehr als Blues: House Music wurde hier erfunden. Der Smart Bar in Wrigleyville ist eine Institution für elektronische Musik. Jazz im Green Mill, Indie im Empty Bottle.
9. Trinkgeld ist Pflicht: 18-20% im Restaurant, 1-2 USD pro Drink an der Bar, 15-20% für Taxis. Servicekräfte verdienen den Mindestlohn nur dank Trinkgeld. Nicht zu geben ist ein schwerer Fauxpas.
10. Die Nebensaison ist unterbewertet: Januar und Februar sind kalt, aber Hotels kosten die Hälfte, Restaurants haben Platz, und die Museen sind leer. Bringen Sie warme Kleidung und genießen Sie die Stadt ohne Massen.
11. Uber und Lyft sind günstiger als Taxis: Besonders außerhalb des Loop. Die Apps funktionieren zuverlässig. Während der Rushhour kann der Fahrpreis aber explodieren, dann ist die L oft schneller.
12. Der Chicago Pass lohnt sich selten: Rechnen Sie genau nach. Für die meisten Reisenden sind Einzeltickets günstiger, es sei denn Sie besuchen vier oder mehr große Attraktionen pro Tag.
Transport und Verbindungen
Vom Flughafen in die Stadt
O'Hare International (ORD): Etwa 25 Kilometer nordwestlich. Die Blue Line fährt direkt ins Zentrum, 45-60 Minuten, nur 5 USD. Züge fahren alle 10-15 Minuten, auch nachts. Taxis kosten pauschal 40-50 USD zum Loop, Uber und Lyft etwa 35-60 USD je nach Verkehr. Der GO Airport Express Shuttle kostet etwa 35 USD pro Person.
Midway Airport (MDG): Etwa 16 Kilometer südwestlich, vorwiegend Inlandsflüge. Die Orange Line fährt ins Zentrum, 25-30 Minuten, 5 USD. Taxis etwa 30-40 USD, Rideshare 25-45 USD.
Direktflüge aus Europa: Frankfurt, München und Zürich haben tägliche Verbindungen nach O'Hare mit Lufthansa, United und Swiss. Wien fliegt mit Austrian mehrmals pro Woche. Flugzeit etwa 9-10 Stunden.
Die L: Chicagos Hochbahn
Das CTA-System ist das zweitgrößte der USA. Acht farbcodierte Linien verbinden die Stadt. Einzelfahrt 2,50 USD, Tageskarte 5 USD, 7-Tage-Karte 20 USD. Die Ventra Card ist wiederaufladbar und spart Wartezeit am Automaten.
Wichtige Linien: Red Line nord-süd durch die Stadt, Blue Line zum O'Hare, Orange Line zum Midway, Brown Line durch die Nordviertel, Green Line nach West Loop und Hyde Park.
Sicherheit: Die L ist tagsüber sicher. Nachts meiden Sie leere Waggons und bleiben Sie in der Nähe des Zugführers im ersten Wagen. Wertgegenstände nicht sichtbar tragen.
Busse
Das Busnetz ergänzt die L perfekt. Gleiche Tickets, gleiche Ventra Card. Die Michigan Avenue Busse fahren häufig und bieten eine günstige Alternative zu Taxis. Google Maps zeigt Echtzeitinformationen.
Taxis, Uber und Lyft
Rideshare-Apps dominieren Chicago. Uber und Lyft sind fast immer günstiger als traditionelle Taxis. Während der Rushhour oder bei Events können die Preise aber auf das Drei- bis Vierfache steigen, dann ist öffentlicher Verkehr besser. Taxis haben feste Tarife zum Flughafen.
Fahrräder und Divvy
Divvy ist das Bike-Sharing-System. Tagespass 15 USD für unbegrenzte 30-minütige Fahrten. Die Lakefront Trail ist perfekt für Radfahrer, 30 Kilometer asphaltierter Weg entlang des Sees. Achtung: Im Stadtzentrum ist Radfahren für Ungeübte stressig, der Verkehr ist aggressiv.
Zu Fuß
Chicago ist eine großartige Stadt zum Gehen. Der Loop, River North, Magnificent Mile und die Lakefront sind fußgängerfreundlich. Entfernungen täuschen auf der Karte, planen Sie mehr Zeit ein als gedacht. Bequeme Schuhe sind Pflicht.
Mietwagen
Innerhalb Chicagos unnötig und unpraktisch. Parken kostet 30-50 USD pro Tag in Hotels, 20-40 USD in Parkgaragen. Der Verkehr ist zäh. Nur für Ausflüge außerhalb der Stadt sinnvoll, etwa nach Galena oder zu den Indiana Dunes.
Internet und Telefon
Die meisten europäischen Mobilfunkanbieter haben Roaming-Pakete für die USA. Alternativ kaufen Sie eine lokale SIM-Karte bei T-Mobile oder AT&T. WiFi ist in Cafés, Hotels und öffentlichen Gebäuden allgegenwärtig. Der Millennium Park und Navy Pier haben kostenloses WLAN.
Für wen Chicago passt: Fazit
Perfekt für: Architekturliebhaber, die hier die Geburtsstätte des Wolkenkratzers finden. Foodies, die eine der vielfältigsten Restaurantszenen Amerikas erleben wollen. Musikfans, von Blues über Jazz bis House. Familien, mit erstklassigen Museen und Attraktionen. Kulturinteressierte mit weltklasse Kunstsammlungen und Theater.
Weniger geeignet für: Strandurlaub-Suchende, der See ist kalt und die Saison kurz. Wer tropisches Klima erwartet, wird enttäuscht. Reisende die ausschließlich Instagram-Spots abhaken wollen, finden weniger davon als in Los Angeles oder Miami.
Mein Urteil: Chicago ist die am meisten unterschätzte Großstadt der USA. Sie bietet alles was New York hat, ohne die Überheblichkeit, und alles was Los Angeles hat, ohne die Oberflächlichkeit. Kommen Sie mit offenen Augen und hungrigem Magen. Sie werden wiederkommen wollen.