Arles
Arles 2026: Was Sie vor der Reise wissen sollten
Arles ist die Stadt, in der Van Gogh sein Licht fand, die Römer eine Arena bauten, die dem Kolosseum in nichts nachsteht, und jeden Sommer Fotografen aus aller Welt zum legendären Festival Les Rencontres zusammenkommen. Eine kleine provenzalische Stadt am Ufer der Rhone, die mehr Kultur pro Quadratmeter versammelt als manche europäische Hauptstadt.
Auf einen Blick: Arles lohnt sich wegen der hervorragend erhaltenen römischen Bauwerke — dem Amphitheater und dem antiken Theater —, wegen der Van-Gogh-Spuren an jeder Ecke, des modernen Kunstzentrums LUMA mit dem Turm von Frank Gehry, der provenzalischen Küche und des Samstagsmarktes, der als einer der besten der Provence gilt. Optimal sind 2-3 Tage für die Stadt, 4-5 Tage mit Umgebung (Camargue, Les Baux-de-Provence, Pont du Gard).
Arles ist eine Stadt für alle, die genug haben von der Pariser Hektik und den Touristenmassen der Cote d'Azur. Man kann sich einfach auf die Terrasse eines Cafés am Place du Forum setzen — genau jener Platz, den Van Gogh in seiner 'Nachtterrasse des Cafés' malte — und zusehen, wie das provenzalische Leben dahinfliesst. Ehrlich: Arles ist nicht glattpoliert. Teile der Altstadt sind heruntergekommen, außerhalb der Saison ist vieles geschlossen, im Sommer kann die Hitze unbarmherzig sein. Aber genau diese Authentizität macht den Ort so echt.
Viertel von Arles: Wo übernachten
Historisches Zentrum (Centre Historique)
Der kompakte Stadtkern innerhalb der ehemaligen Stadtmauern. Hier konzentriert sich alles: die Arena, Saint-Trophime, der Place du Forum, Restaurants und Geschäfte. Zu Fuß erreichen Sie jede Sehenswürdigkeit in 5-10 Minuten.
Vorteile: alles in Laufnähe, Atmosphäre des alten Provences, Restaurants an jeder Ecke
Nachteile: in der Hauptsaison laut, Parken ein Albtraum, Unterkünfte teurer
Preise: Hotels ab 90-150 Euro, B&B ab 70 Euro
Viertel der Arenen (Quartier des Arenes)
Unmittelbar rund um das römische Amphitheater. Touristisch, aber mit Charakter: kleine Plätze mit Brunnen, Galerien. Abends wird das Viertel ruhig. Von hier die besten Blicke auf die Arena bei Sonnenuntergang.
Vorteile: Blick auf die Arena, Galerien, authentische Architektur
Nachteile: eingeschränkte Restaurantauswahl abends, steile Gassen
Preise: Hotels ab 80 Euro, Ferienwohnungen ab 60 Euro
La Roquette — das Boheme-Viertel
Ehemaliges Fischerviertel zwischen Zentrum und Rhone. Das atmosphärischste Viertel von Arles: Gassen kaum zwei Schritte breit, Street-Art, Boutiquen, Weinbars und Bistrots. Samstags ist der Markt am Boulevard des Lices um die Ecke.
Vorteile: authentische Atmosphäre, Nähe zum Markt, angesagte Cafés und Bars
Nachteile: kann abends etwas 'rough' wirken, wenig Parkmöglichkeiten
Preise: Ferienwohnungen ab 50 Euro, B&B ab 65 Euro
LUMA / Parc des Ateliers
Ehemalige SNCF-Werkstätten, umgewandelt in den Kulturkomplex LUMA Arles. Der Turm von Frank Gehry aus Aluminiumpaneelen ist das neue Wahrzeichen der Stadt. Drumherum: Park, Ausstellungshallen, Cafés.
Vorteile: moderne Architektur, Park, ruhig, neue Hotels
Nachteile: etwas weiter vom Zentrum (15 Min. zu Fuß), wenig Abendleben
Preise: neue Hotels ab 100 Euro
Trinquetaille — jenseits der Rhone
Am rechten Rhone-Ufer, über die Brücke vom Zentrum. Ruhig, bewohnt, ohne Touristen. Schöne Blicke auf die Altstadt. Preise deutlich niedriger. Bis ins Zentrum 10 Minuten zu Fuß. Kostenlose Parkplätze.
Vorteile: günstig, ruhig, Blick auf die Stadt, Parken kein Problem
Nachteile: weit von Restaurants, abends wenig los
Preise: Ferienwohnungen ab 35-45 Euro
Umgebung — für Autoreisende
Unterkunft in einem Mas (provenzalischer Bauernhof) außerhalb der Stadt. Pool, Stille, Weinberge. Ohne Auto gebunden.
Vorteile: Pool, Platz, Stille, provenzalisches Flair
Nachteile: Auto nötig, weit von Restaurants
Preise: Mas ab 80-200 Euro je nach Saison
Beste Reisezeit für Arles
Arles ist eine südliche, mediterrane Stadt, und die Saisonalität spielt eine enorme Rolle. Die Wahl des Monats kann den Unterschied zwischen Begeisterung und Qual ausmachen.
Beste Monate: April bis Juni und September bis Oktober
Der Frühling in Arles bedeutet Mohnfelder, blühenden Lavendel (gegen Juni), angenehme 20-27 Grad und wenige Touristen. Mai ist ideal: alles hat geöffnet, das Wetter ist komfortabel, und am 1. Mai findet die Fete des Gardians statt — mit camargischen Stieren und Reitern auf weißen Pferden. September und Oktober: die Hitze ist vorbei, die Trauben sind geerntet, auf dem Markt gibt es Feigen, die letzten Pfirsiche und den ersten jungen Wein.
Juli und August: heiß, voll, aber festlich
Die Temperaturen klettern problemlos über 35-40 Grad. Der Mistral (der berühmte provenzalische Wind) kann Erleichterung bringen — oder das Hitzegefühl verstärken. Aber genau im Sommer finden die großen Veranstaltungen statt: Les Rencontres de la Photographie (Anfang Juli bis Ende September) — das größte Fotofestival der Welt — und die Ferias im römischen Amphitheater. Buchen Sie Ihre Unterkunft 2-3 Monate im Voraus!
November bis März: ruhig, günstig, windig
Der Winter in Arles ist etwas für Liebhaber. Viele Restaurants und Geschäfte sind geschlossen, Touristen gibt es kaum. Der Mistral im Januar und Februar kann unerträglich sein: Böen bis 100 km/h, schneidende Kälte bei offiziell +5-10 Grad. Dafür fallen die Unterkunftspreise auf die Hälfte, und die Stadt gehört Ihnen allein. Weihnachtsmärkte im Dezember bringen etwas Gemütlichkeit.
Feste und Veranstaltungen
- Fete des Gardians — 1. Mai. Camargische Traditionen, weiße Pferde, Stierläufe
- Les Rencontres de la Photographie — Anfang Juli bis Ende September. Dutzende Ausstellungen in der ganzen Stadt
- Feria de Paques — Ostern. Stierkampf und Stierläufe im Amphitheater
- Feria du Riz — Mitte September. Erntefest des Camargue-Reises
- Festival Arelate — August. Römische Rekonstruktionen, Gladiatorenkämpfe
- Les Suds — Juli. Festival für Weltmusik
Arles Reiseroute: 3 bis 7 Tage
Arles in 3 Tagen: das Wesentliche
Tag 1: Römisches Arles und Van Gogh
9:00-11:00 — Beginnen Sie am römischen Amphitheater. Kommen Sie zur Öffnung. Steigen Sie auf die oberste Ebene — Panorama über die Stadt und die Alpilles. Das Amphitheater aus dem 2. Jahrhundert fasste 20.000 Zuschauer. Eintritt: ca. 9 Euro, oder Pass Monuments (16 Euro für alle römischen Denkmäler).
11:00-12:00 — Zum antiken Theater, 100 Meter entfernt. Vom Theater aus dem 1. Jh. v. Chr. stehen noch zwei Säulen und Fragmente der Bühne. Im Sommer Konzerte und Theatervorführungen.
12:00-13:30 — Mittagessen bei der Place de la Republique. 'Plat du jour' im Bistrot: 12-16 Euro für Mittagessen mit Wein.
14:00-15:30 — Fondation Vincent van Gogh. Wenig Originale — die Stiftung zeigt zeitgenössische Künstler im Dialog mit Van Goghs Erbe. Hochwertige Ausstellungen. Eintritt: 9-11 Euro.
15:30-17:00 — Spaziergang auf Van Goghs Spuren. Tafeln mit Reproduktionen an den Stellen seiner Bilder. 'Sternennacht über der Rhone' am Flussufer. 'Nachtterrasse des Cafés' am Place du Forum (das Café steht noch, Preise touristisch). Das 'Gelbe Haus' wurde im Krieg zerstört, der Ort ist markiert.
18:00-20:00 — Aperitif und Abendessen am Place du Forum oder in La Roquette. Bestellen Sie einen Pastis.
Tag 2: Mittelalter, Moderne und Markt
9:00-10:30 — Kathedrale Saint-Trophime und ihr Kreuzgang. Romanisches Portal aus dem 12. Jh. — Meisterwerk mittelalterlicher Skulptur. Kreuzgang still und kühl. Kapitelle mit biblischen Szenen. Eintritt Kreuzgang: 5,50 Euro.
10:30-12:00 — Wenn Samstag: Markt am Boulevard des Lices. Oliven, Käse, Stierwurst, Lavendelhonig, frisches Obst. Mittwochs kleinerer Markt.
12:00-14:00 — LUMA Arles. Gehrys Turm — 11.000 Aluminiumpaneele. Aussichtsplattform (mit Ausstellungsticket, ca. 12 Euro). Im Park: Werke von Gillick und Eliasson. Dachcafé für Mittagessen mit Aussicht.
15:00-16:30 — Alyscamps — römische Nekropole, Sarkophage unter Platanen. Van Gogh und Gauguin malten hier 1888. Eintritt: 5,50 Euro.
17:00-18:00 — Spaziergang entlang der Rhone. Blicke auf Trinquetaille, Licht der Abendsonne.
19:00 — Abendessen in La Roquette. Restaurants mit Schiefertafel-Karte sind ein gutes Zeichen.
Tag 3: Camargue — wildes Provencal
9:00-17:00 — Tagesausflug in die Camargue. Das Rhone-Delta — ein einzigartiges Ökosystem: weiße Pferde, schwarze Stiere, rosa Flamingos, endlose Salzwiesen. Optionen:
- Mit dem Auto: Saintes-Maries-de-la-Mer (30 Min.) — Küsten- und Wallfahrtsort. Unterwegs: Parc Ornithologique du Pont de Gau (Flamingos, 8 Euro). Die Straße D570 durch Sümpfe — Stopps für Fotos einplanen.
- Mit dem Fahrrad: Radweg entlang des Kanals bis Salin-de-Giraud (25 km). Flache Strecke, atemberaubende Landschaften, rosa Salzseen. Radverleih 15-20 Euro/Tag.
- Zu Pferd: Reitausflüge durch die Camargue ab 30 Euro/Stunde. Vorab in Saintes-Maries buchen.
18:00 — Rückkehr nach Arles. Abschiedsabendessen auf einer Terrasse.
Arles in 5 Tagen: ohne Eile
Ergänzen Sie das Basisprogramm:
Tag 4: Les Baux-de-Provence und die Alpilles
9:00-12:00 — Les Baux-de-Provence (20 Min.). Mittelalterliche Festung auf Felsplateau. Carrieres de Lumieres — Projektionen berühmter Gemälde auf 14 Meter hohe Felswände. Eintritt: 16 Euro, online buchen.
13:00-17:00 — Saint-Remy-de-Provence (30 Min. von Les Baux). Van Goghs Jahr in der Klinik Saint-Paul-de-Mausole. Teils für Besucher geöffnet. Charmanter Ort mit Markt am Mittwoch.
Tag 5: Pont du Gard und Nimes
9:00-12:00 — Pont du Gard (35 Min.). Römisches Aquädukt, drei Arkadenebenen, 49 Meter hoch über dem Gardon. Im Sommer Baden im Fluss möglich. Eintritt: 9,50 Euro.
13:00-17:00 — Nimes (30 Min.). Das 'französische Rom': Arena, Maison Carree, Jardins de la Fontaine. Probieren Sie Brandade de Morue.
Arles in 7 Tagen: mit Umgebung
Tag 6: Aigues-Mortes und die Küste
Aigues-Mortes (40 Min.) — Festungsstadt aus dem 13. Jahrhundert, von der Ludwig IX. zu den Kreuzzügen aufbrach. Vollständig erhaltene Stadtmauern, begehbar auf dem gesamten Umfang. Nebenan: rosa Salzseen der Salins du Midi (Führung mit kleiner Bahn). Strände von Le Grau-du-Roi in 10 Minuten.
Tag 7: Tiefes Provencal
Abtei Montmajour (5 km von Arles) — mittelalterliches Kloster auf einem Hügel, das auch Van Gogh malte. Wenige Touristen, schöne Ausblicke. Dann die Dörfer Fontvieille (Mühle von Daudet) und Maussane-les-Alpilles (Olivenhaine). Mittagessen auf einem Bauernhof (Table d'hote, 25-35 Euro, oft mit Wein). Am Abend: Weinverkostung im Rhonetal — die Weine der Costieres de Nimes und des Chateauneuf-du-Pape sind Weltklasse.
Essen in Arles: Restaurants und Cafés
Straßenessen und Märkte
Der Samstagsmarkt auf dem Boulevard des Lices ist das kulinarische Hauptereignis der Woche. Kommen Sie um 8:30-9:00, bevor die Massen eintreffen. Was Sie auf dem Markt probieren sollten:
- Socca — Kichererbsenpfannkuchen, gebacken auf einer riesigen Pfanne. 3-4 Euro. Heiß, knusprig, mit Pfeffer.
- Saucisson de taureau — Wurst aus camargischem Stierfleisch. 3-5 Euro für Aufschnitt.
- Oliven — Dutzende Sorten: grüne aus Maussane, schwarze aus Nyons, mit Kräutern, mit Knoblauch. 3-6 Euro pro Becher.
- Fromage de chevre — Ziegenkäse in verschiedenen Reifegraden, vom zarten Frischkäse bis zum festen Gereiften.
Mittwochs gibt es einen kleineren Markt auf demselben Boulevard. In Saintes-Maries-de-la-Mer ist Markt montags und freitags.
Lokale Bistrots
Suchen Sie Bistrots mit 'formule du midi' — ein Mittagsmenü aus 2-3 Gängen für 14-18 Euro. So essen die Einheimischen. Anzeichen für ein gutes Lokal: Schiefertafel statt laminierter Karte, Einheimische an der Theke, das Menü wechselt täglich.
La Roquette hat die beste Konzentration solcher Orte. Die Straßen Rue du Refuge und Rue de la Liberte sind gute Ausgangspunkte. Suchen Sie kleine Eingänge mit dem Tagesmenü in Kreide an der Tür.
Restaurants der mittleren Kategorie
- Le Galoubet — provenzalische Küche in der Altstadt. Keine Terrasse, aber ehrliche Küche. Hauptgerichte 18-26 Euro.
- Le Criquet — kleines Restaurant mit saisonalem Menü. Reservieren Sie im Voraus. Menü 28-38 Euro.
- L'Atelier de Jean-Luc Rabanel — Sternekoch, kreative Küche auf Basis provenzalischer Produkte. Degustationsmenü ab 65 Euro.
- Cargo de Nuit — Kulturcafé mit Live-Musik und einfachem Essen. Für den Abend.
Spitzenrestaurants
Gehobene Küche in Arles ist die Ausnahme. Aber im Umkreis: L'Oustau de Baumaniere in Les Baux — zwei Michelin-Sterne. Mittagessen ab 95 Euro, einen Monat voraus reservieren. In Arles: Restaurant im Hotel L'Arlatan mit mediterraner Küche.
Cafés und Frühstück
Frühstück in Frankreich: Croissant und Kaffee. Beste Bäckereien nicht am Place du Forum, sondern in Wohnvierteln — dort, wo Einheimische anstehen.
- Café La Nuit am Place du Forum — Van Goghs Gemälde. Foto: ja. Essen: mittelmäßig, überteuert. Kaffee 4 Euro (normal 1,50-2).
- Navette — provenzalisches Gebäck in Bootform mit Orangenblütenwasser. In jeder Patisserie.
- Samstags: Markt — Kaffee an der Theke und frische Ausbeute.
Was probieren: Kulinarik in Arles
Arles vereint Provence, Camargue und Mittelmeer auf einem Teller. Die Küche ist nicht touristisch, sondern bäuerlich: großzügig, würzig, aufgebaut auf Olivenöl, Knoblauch und Kräutern.
Gardiane de taureau — Nationalgericht der Camargue. Ragout aus schwarzem Stierfleisch, geschmort in Rotwein mit Oliven und Kräutern. Serviert mit Camargue-Reis. 16-22 Euro. Das Fleisch muss dunkel sein und zerfallen.
Tellines — winzige Muscheln, gebraten mit Knoblauch und Petersilie. Delikatesse der Camargue-Küste. 8-14 Euro. Am besten in Saintes-Maries-de-la-Mer.
Tapenade — Olivenpaste mit Kapern, Sardellen und Olivenöl. Auf geröstetes Brot. Auf dem Markt 5-8 Euro. Gutes Mitbringsel.
Aioli — nicht nur Knoblauchmayonnaise, sondern ein ganzes Gericht: Kabeljau, Gemüse mit kräftiger Knoblauchsauce. Traditionell freitags.
Riz de Camargue — roter und schwarzer Wildreis. Nussig, bissfest. Auf dem Markt 3-4 Euro. Ausgezeichnetes Souvenir.
Saucisson de taureau — luftgetrocknete Stierwurst. Fest, mit Wildgeschmack. 4-7 Euro auf dem Markt.
Fougasse — provenzalisches Brot mit Einschnitten. Varianten mit Oliven, Sardellen, Speck, Käse. 3-5 Euro in der Bäckerei.
Calissons d'Aix — Mandelkonfekt mit Melone und weißer Glasur. Ab 8 Euro pro Schachtel.
Pastis — Anisaperitif, verdünnt mit Wasser, wird trüb. 3-5 Euro im Café. Ricard oder 51 Standard, Henri Bardouin für Kenner.
Weine des Rhonetals — Chateauneuf-du-Pape, Tavel (Rose), Costieres de Nimes. Auf dem Markt ab 6-12 Euro. In Deutschland deutlich teurer.
Nicht bestellen: Bouillabaisse (Marseiller Gericht, hier mittelmäßig). Croissants in Touristencafés (teuer, nicht frisch).
Vegetarier: Ratatouille, Zucchini-Gratin, Salat mit Ziegenkäse, Tian, Soupe au pistou. Veganer haben es schwerer.
Geheimtipps Arles: Insiderwissen
1. Der Mistral ist kein Spaß. Dieser Wind kann 3-5 Tage am Stück mit bis zu 100 km/h blasen. Angenehm im Sommer (kühlt ab), furchtbar im Winter (durchdringt alles). Prüfen Sie die Vorhersage: wenn Mistral angekündigt ist, nehmen Sie eine Jacke mit — selbst im Juni. Vorteil: nach dem Mistral ist der Himmel kristallklar — bestes Licht für Fotos. Die App 'Windy' ist Ihr bester Freund.
2. Samstagsmarkt: Kommen Sie um 8:30. Um 10:00 wird der Boulevard des Lices zum Ameisenhaufen. Am frühen Morgen ist es ruhig, die Verkäufer gesprächig, die Auswahl am besten. Gegen 12:30 wird abgebaut.
3. Pass Liberte für 16 Euro. Kombiticket für alle römischen und mittelalterlichen Denkmäler (Amphitheater, Theater, Alyscamps, Kreuzgang Saint-Trophime, Museum). Sie sparen mindestens 15 Euro bei vier oder mehr Objekten.
4. Parken — eine Strategie. Im Zentrum parken ist unmöglich. Nutzen Sie die kostenlosen Parkplätze P0 Pont de Trinquetaille (5 Min. zu Fuß zum Zentrum) oder P2 beim Bahnhof. Kostenpflichtige Parkplätze im Zentrum ab 1,50 Euro/Stunde, Plätze selten frei.
5. Arles als Basis für die Provence. In Arles wohnen und Tagesausflüge machen ist günstiger als in jedem Ort einzeln übernachten. Camargue 30 Min., Les Baux 20 Min., Saint-Remy 25 Min., Avignon 40 Min., Nimes 30 Min., Pont du Gard 35 Min. Arles ist günstiger als Avignon und ruhiger.
6. Van Goghs gelbes Café — Touristenfalle. Café La Nuit am Place du Forum ist nach dem Gemälde bemalt, aber Van Gogh malte ein anderes Gebäude (das zerstört wurde). Fotografieren: unbedingt. Essen: nicht nötig.
7. Kostenlose Tage und Ermäßigungen. Erster Sonntag des Monats — kostenloser Eintritt in städtische Museen. EU-Studenten unter 26 — freier Eintritt in die meisten Denkmäler. LUMA bietet gelegentlich kostenlose Abendveranstaltungen.
8. Fotofestival — nicht nur für Fotografen. Les Rencontres (Juli bis September) verwandelt die ganze Stadt in eine Galerie. Ausstellungen in Kirchen, Palästen, verlassenen Gebäuden. Vollabonnement 35-40 Euro, aber es gibt kostenlose Straßeninstallationen.
9. Spätes Mittagessen = leeres Restaurant. Franzosen essen zwischen 12:00 und 13:30. Nach 14:00 schließen die Küchen bis 19:00-19:30. In Frankreich gelten strikte Küchenzeiten — planen Sie entsprechend!
10. Camargue per Rad — nur mit Wasser. Die Strecke nach Salin-de-Giraud (25 km) ist flach, aber es gibt keinen Schatten. Mindestens 2 Liter Wasser, Mütze und Sonnencreme mitnehmen.
11. Course camarguaise ist KEIN Stierkampf. In der Camargue finden unblutige Stierläufe statt, bei denen 'Raseteurs' ein Band von den Hörnern entfernen. Der Stier wird nicht verletzt. Das ist NICHT die spanische Corrida (die allerdings ebenfalls in Arles stattfindet).
12. Sonnenuntergänge an der Rhone. Gehen Sie im Sommer gegen 20:00-21:00 ans Ufer. Dasselbe Licht, das Van Gogh in seiner 'Sternennacht über der Rhone' einzufangen versuchte. Bester Standort: die Brücke oder die Uferpromenade.
Transport und Verbindungen in Arles
Anreise nach Arles
Per Zug: Ab Frankfurt über Strasbourg nach Avignon TGV (ca. 5-6 Stunden), dann TER nach Arles (20 Min., 8 Euro). Ab München über Zürich/Stuttgart nach Lyon, weiter nach Avignon. Paris-Arles direkt per TGV: 4 Stunden, ab 35 Euro bei frühzeitiger Buchung. Ab Zürich über Genf und Lyon in 6-7 Stunden.
Per Flugzeug: Nächster Flughafen: Marseille-Provence (MRS), 75 km. Direktflüge ab Frankfurt, München, Zürich, Wien, Berlin. Bus Navia direkt nach Arles: 1,5 Stunden, ca. 8 Euro.
Mit dem Auto: Ab Frankfurt ca. 900 km (8-9 Std.), ab München ca. 950 km, ab Zürich ca. 700 km. Autobahnmaut Frankreich ca. 50-70 Euro/Strecke. Schweizer Vignette (40 CHF). Vorteil: Unabhängigkeit für Ausflüge. Nachteil: Parken in der Altstadt.
Transport in der Stadt
Arles ist kompakt, im Zentrum alles zu Fuß. Bahnhof-Amphitheater: 15 Min., LUMA-Place du Forum: 12 Min.
- Zu Fuß: einzig sinnvolle Art im Zentrum. Gassen eng, Autos kommen nicht durch.
- Fahrrad: ideal für Camargue. Verleih ab 12-15 Euro/Tag, E-Bike 25-30 Euro/Tag.
- Bus: ENVIA für umliegende Dörfer. 1,10 Euro, alle 30-60 Min.
- Taxi: wenige, teuer, kein Über. Bahnhof-Zentrum: 8-10 Euro.
- Mietwagen: unverzichtbar für Umgebung. Vorab in Marseille/Avignon buchen. Ab 35-50 Euro/Tag.
Internet und Apps
- WLAN: kostenlos in Hotels, Cafés, Restaurants. Im LUMA-Park offenes WLAN.
- SIM/eSIM: Im Tabac: Orange, SFR, Free ab 10 Euro/20 GB. eSIM vorab (Airalo, Holafly) ab 5 Euro. EU-Roaming (DE, AT) ohne Aufpreis. Schweizer: Konditionen prüfen.
- SNCF Connect — Zugtickets frühzeitig: Paris-Arles ab 19 statt 80 Euro.
- BlaBlaCar — Mitfahrgelegenheiten, günstiger als der Zug.
- TheFork — Restaurantreservierungen mit Rabatten bis 50%.
- Windy — Mistral-Vorhersage.
Für wen ist Arles: Fazit
Arles ist eine Stadt für alle, die das echte Provencal wollen — ohne den Glanz von Saint-Tropez und die Massen von Nizza. Römische Geschichte, Van Goghs Licht, zeitgenössische Kunst bei LUMA und einer der besten Märkte der Region — alles innerhalb eines Spaziergangs. Eine ideale Basis für die Erkundung der Camargue, der Alpilles und des Rhonetals.
Ideal für: Geschichts- und Kunstliebhaber, Fotografen, Feinschmecker, Paare und Individualreisende, alle, die Authentizität über Komfort stellen.
Weniger geeignet für: Strandurlauber (bis zum Meer 45 Minuten), Nachtschwarm-Fans (Clubs gibt es nicht), Shopping-Begeisterte (wenige Geschäfte), Familien mit Kleinkindern (Infrastruktur minimal).
Wie viel Zeit: mindestens 2 Tage (nur Stadt), optimal 4-5 Tage (mit Camargue und Umgebung), maximal 7 Tage (komplette Provence mit Arles als Basis).
Informationen aktuell für 2026. Preise können je nach Saison variieren.